Beiträge von Skye

    Hallo Sahira,

    willkommen im Forum. Wie Du selbst wohl festgestellt hast, löst Alkohol keine Probleme, sondern schafft noch zusätzliche und ein schlechter Ratgeber ist er ohnehin.

    Dein Verlobter ist ein erwachsener Mann und fähig sich um sich selbst zu kümmern. Da er offensichtlich schon zur Entgiftung im Krankenhaus war, weiß er was Sache ist. Ebenso weiß er dann wo er Hilfe bekommen kann, wenn er sie wünscht. Er hat also alles was er braucht um sich selbst helfen zu können bzw. zumindest den Anfang dazu zu machen. Hast Du im Moment nicht genug mit Dir selbst zu tun, ohne das Du versuchst Probleme zu lösen die Du nicht lösen kannst, weil sie nicht Deine sind? Wenn ich deine Post so lese, liegt bei Dir auch genug im Argen.

    Zu Deiner Frage bezüglich der Aussage. Ich würde aussagen. Egal was ist, man schlägt keine anderen Menschen, tut man es, muss man die Konsequenzen tragen. Eine Faust im Gesicht kann ich nicht schön reden und schon gar nicht weg reden. Ist ja gut und schön, wenn einem in einer Diskussion die Argumente ausgehen, sie aber durch Fäuste zu ersetzen geht gar nicht. Ich nenne das Körperverletzung und nicht einmaligen Ausrutscher.
    Was das einmalig angeht, nun kann sein, muss aber nicht. Statistiken sprechen da eine andere Sprache. Wenn die Hemmschwelle einmal überschritten wurde, kann die Hand beim nächsten mal um so leichter ausrutschen, vor allem, wenn das vorherige Mal ohne Konsequenzen blieb. Mir wäre das zu unsicher. Und was ist wenn Deine Hoffnung sich zer"schlägt" und er wieder zuschlägt? Womit willst Du das dann entschuldigen?

    Für mich wäre das das Ende der Beziehung. Wer mich schlagen würde, egal wie und womit, hätte eine Anzeige am Hals und würde mich nur noch von hinten sehen. Seit wann sind Schläge den ein Zeichen von Liebe und Zuneigung?

    Wie dem auch sei, es ist das, was ich tun würde. Es liegt an Dir was Du tust.

    Gruß
    Skye

    Hallo Plejaden,

    schön Dich wieder zu lesen. Noch schöner, Dich trocken zu lesen. Ich habe mich auch gefragt, was Du wohl machst. Von fast täglichen Posts auf Null und ein Thread rutschte immer weiter ab, da habe ich mich schon ein wenig gewundert.
    Wie bekannt mir das doch vorkommt, was Du schreibst. Aber einfach jemanden zu haben, damit man nicht allein ist, ist auch nicht die Lösung. Ich musste feststellen man kann nicht allein und trotzdem einsam sein, dass ist noch schlimmer.

    So allein wie ich früher dachte, war ich gar nicht. Ich hatte Menschen um mich, ich habe es nur nicht gesehen. Weil es nicht den verqueren Vorstellungen entsprach die ich hatte. Es waren Vorstellungen die wenig mit der Realität zu tun hatten, sondern meiner recht lebhaften Phantasie entsprungen sind wie etwas zu sein hat. Außerdem wussten viele Menschen gar nicht, dass ich mehr wollte als nur hallo, guten Tag, guten Weg. Aus Angst vor Ablehnung habe ich gar nicht versucht näheren Kontakt zu suchen. Das habe ich ausgestrahlt, was viele abgeschreckt hat. Die wenigen die es versucht haben, habe ich dann noch aus Unsicherheit verschreckt.

    In vielen Gruppen und Kreisen ist immer noch Platz für einen weiteren. Nur weil sich viele schon lange kennen, heißt das nicht, dass da kein Platz mehr für ein neues Mitglied ist. Man muss sie aber wissen lassen, das man dazugehören möchte. Als einzelner in einer Gruppe Anschluss zu finden kostet Überwindung, finde ich aber nicht so schwer, wie auf einzelne zuzugehen. Wenn man einmal in einer Gruppe drin ist, findet sich das auch mit Einzelkontakten und Freundschaften. Kinder haben es da einfacher, sie sind unbedarft und gehen offen auf ihr Gegenüber zu fragen einfach ob sie mitspielen dürfen. Wenn man es als Kind nicht gelernt hat, was ich nicht habe, ist es schwieriger, aber zu schaffen.

    Ich finde es gut, dass Du Dir Hilfe holst um Deine Gedanken zu sortieren und da raus zu kommen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Seti,

    so ziemlich genau vor einem Jahr bin aus einer 6-wöchigen Reha zurück gekommen. Nicht nach Hause, sondern zurück. Ich habe mich noch einige Stunden rumgetrieben, bevor ich in meine Wohnung gegangen bin. Jetzt bin ich in ihr wieder zu Hause, damals war ich das nicht.

    Nachdem ich eine Woche in der Reha war, hatte ich vollkommen abgeschaltet. Ich habe mich nur noch um mich und meine Bedürfnisse gekümmert. Ich habe es genossen, dass niemand und nichts Ansprüche an mich stellt, zu Hause lief alles, dafür hatte ich vorher gesorgt. Es gab nur noch mich und ich habe es genossen. Die räumliche Trennung hat dies noch begünstigt. Gleichzeitig war es auch sehr anstrengend, es blieb nichts mehr über was ich in andere Dinge hätte investieren können und wollen. Ich hatte eine Kindheit im Alkoholikerhaushalt aufzuarbeiten, immer wiederkehrende Depressionen und einen Haufen Probleme mit mir und meinem Umgang mit meinen Mitmenschen allgemein, Unsicherheiten, von meinen Leichen im Keller ganz zu schweigen. Eigentlich viel zu viel für 6 Wochen.
    Ich hatte schon durch eine Therapie zu Hause Vorarbeiten geleistet, trotzdem ist es da noch mal richtig ans Eingemachte gegangen. Mein „anderes“ Leben habe ich ausgeblendet und es auch genossen, mich mal vollkommen frei von jedweden Verpflichtungen nur um mich kümmern zu können. Es hat mir so gut gefallen, dass die Rückkehr ins „normale“ Leben hart für mich war. Einiges aus dieser Zeit ist mir geblieben, anderes hat sich wieder relativiert bzw. normalisiert.

    Fakt ist, diese 6 Wochen waren eine absolute Ausnahmesituation, die mit meinem „normalen“ Leben nichts gemeinsam hatte. Ich musste mich erst wieder eingewöhnen, mein altes Leben passend machen. Ich hatte die ersten Wochen zu Hause schon so meine Probleme. Es hat gedauert bis sich alles gefügt hat und das Neue zum Alten passte.

    Du hast gefragt, was in Deiner Frau vorgeht, was mit ihr passiert. Das kann ich Dir natürlich nicht sagen, nur wie es mir ergangen ist. Aber vielleicht gibt es Parallelen. Das ist meine Erfahrung, ich will damit nicht sagen, dass Du Verständnis für das Verhalten Deiner Frau haben sollst. Ich hätte es an Deiner Stelle auch nicht.

    Anderseits muss ich mich Kaltblut anschließen. Deine Frau hat etwas geändert, dass war das Ziel der Reha. Das die Änderung nicht so ausgefallen ist, wie Du Dir das gewünscht hast, ist nicht so toll, freundlich ausgedrückt. Wir bekommen aber nicht immer das, was wir uns wünschen. Das das wehtut und sich wie ein Schlag ins Gesicht anfühlt, kann ich nachempfinden, ich bin von meinem Ex-Mann ähnlich abserviert worden.
    Es hilft Dir jedoch nicht, wenn Du jetzt über reagierst und wild um Dich schlägst. Du kannst Dir damit mehr kaputt machen, als helfen. Kurzfristig gesehen, hast Du vielleicht Deine Genugtuung, wenn Deine Frau woanders um Unterkunft ersuchen muss, mir wäre das damals auch ein innerer Reichsparteitag gewesen. Langfristig kann das aber ein Eigentor sein, sowohl was die Gefühlsebene angeht, als auch die rechtliche Seite. Und Du hast Dein Leben doch langfristig ausgelegt, oder?

    Moralisch betrachtet mag Deine Frau vor die Tür zu setzen eine Lösung sein, rechtlich kann das ganz anders aussehen. Ich hatte Träume von dunklen Ecken und Baseballschlägern und in der ersten Zeit nach der Trennung oft genug das Bedürfnis ihm gegenüber körperliche Gewalt anzuwenden. Ich hätte genug gefunden, die mich vom moralischen Standpunkt aus gesehen, da unterstützt hätten. Was maßgebend war, war jedoch der rechtliche und man darf Menschen nicht mit Baseballschlägern verprügeln und meines Wissens darf man Ehefrauen auch nicht einfach vor die Tür setzen.

    Versuche wieder etwas runter zu kommen und auf Dich zu schauen. Zu überlegen warum sie etwas tut oder auch nicht tut, ist nicht auf Dich, sondern auf sie schauen. Deine verletzten Gefühle heilen dadurch nicht, Du lenkst Dich nur von ihnen ab und das hilft Dir auch nicht wirklich weiter. Sie scheint im Moment selbst nicht zu wissen was sie will, wie willst Du da mitkommen? Umgekehrt betrachtet, wäre es z. B.genauso legitim würdest Du jetzt von Dir aus die restliche Zeit keinen Kontakt mehr haben wollen, um Dir über Dich klar zu werden, wo Du Eure Beziehung siehst. Wäre auch eine Möglichkeit. Wenn Eure Beziehung eine Zukunft hat, wird sie 5 Wochen Klausur überstehen, wenn sie keine hat, waren diese 5 Wochen nicht der Auslöser für das Ende, der lag dann ganz woanders.

    Es ist noch etwas hin, bis sie wiederkommt nutze die Zeit für Dich, auch wenn Du es jetzt nicht glaubst, alles andere wird sich finden.

    Gruß
    Skye

    Hallo Lavandula,

    im Falle von Sabine magst Du eventuell Recht haben, dass die Therapeutin nicht die richtige für sie ist. Dazu will ich mich jedoch nicht äußern. Es ist ihre Entscheidung ob sie einen anderen Therapeuten möchte und ihre Sache sich darum zu kümmern. Ihr Leben, sie bestimmt. Mein Post bezog sich auf Deine allgemeine Aussage, dass Therapeuten davon leben, dass es dem Patienten schlecht geht und das kann ich einfach nicht bestätigen und diese Aussage finde ich bedenklich.

    Mir hat die Therapie geholfen, niemand hat in vermeintlichen Schwächen rumgestochert und mir gesagt was ich tun oder lassen soll. Das Konzept einer Verhaltenstherapie habe ich auch nicht als aufdecken von Schwächen erfahren. Ich hatte Probleme mit mir, meinem Leben, meiner Mutter, ich habe sie geschildert und andere mögliche Sichtweisen bekommen. Was ich daraus gemacht habe, war zu jedem Zeitpunkt meine Sache. Ich habe mir meine Veränderungen selbst erarbeitet, sie wurden mir nicht vorgeschlagen, es wurde nicht über mich bestimmt, ich wurde nicht unter Druck gesetzt. Meine Meinung wurde zu jedem Zeitpunkt akzeptiert. Ich habe gelernt zu meinen Schwächen zu stehen und meine Stärken zu sehen. Ich habe gelernt zu mir und meinen Entscheidungen zu stehen und das ich im Leben Fehler machen darf. Ich habe gelernt, dass Leben zu bejahen und ihm mit der nötigen Portion Gelassenheit zu begegnen.

    Wie gesagt schwarze Schafe gibt es überall, man sollte jedoch die weißen nicht mit ihnen über einen Kamm scheren.

    Gruß
    Skye

    Hallo Sabine,

    ich habe früher für alles und jedes mindestens 3 verschiedene Meinungen eingeholt. Meistens war ich anschließend verwirrter als zuvor. Ich wusste gar nicht mehr was es heißt auf mich selbst zu hören und danach zu handeln. Das habe ich dann in der Therapie gelernt.

    Ich habe dort sehr viel über mich gelernt, unter anderem auch warum ich immer andere gefragt habe und nahezu unfähig war Entscheidungen zu treffen. Ich wollte es allen recht machen und ich hatte Angst die falsche Entscheidung zu treffen, einen Fehler zu machen. Allen recht machen kann man es nie und der einzige Mensch dem etwas recht machen muss, bin ich, denn ich bin die einzige, die mit mir leben muss. Alle anderen müssen das nicht. Es mir recht zu machen, egal was andere dazu sagen war Übungssache, was nicht von heute auf morgen geklappt hat, doch jetzt läuft's.

    Mit dem einholen von anderen Meinungen wollte ich mich aus der Verantwortung stehlen. Wenn ich tat, was andere sagten und es ging schief, war ich nicht Schuld. Ebenso war ich der Meinung, wenn ich keine Entscheidung traf, konnte ich auch nichts falsch machen. Darauf ist es letztendlich hinausgelaufen. Ich habe begriffen, dass das ein Irrtum ist. Zu tun was andere sagen oder raten ist eine eigene Entscheidung die mich nicht von der Verantwortung für mich befreit. Denn ich bin diejenige, die etwas tut. Ob ich nun tue was andere sagen oder was ich will. Ich tue etwas, also trage ich auch die Verantwortung für die Konsequenzen, egal ob die positiv oder negativ sind. Insgeheim habe ich jedoch immer gehofft meine Meinung bestätigt zu bekommen, quasi als Absicherung. Wenn ich das nicht bekam, bin ich endgültig ins Schleudern gekommen und meine Lösung war dann meist, nichts zu tun.Wenn ich mich entschließe nichts zu tun, ist auch das eine Handlung und somit eine Entscheidung die ich getroffen habe, für die ich die Verantwortung trage.

    Ich habe mir eingeredet nicht „Schuld“ zu sein, wenn ich tue was andere sagen. Es ist mein Leben, die Verantwortung kann ich nicht abgeben. Egal ob ich auf mich oder andere höre, handeln tue ich, nicht andere, auch nichts zu tun ist eine Handlung. Fehler gehörten zum Leben, man kann sich nicht davor bewahren. Ich will das auch nicht mehr, ist mir viel zu anstrengend und nimmt mir viel zu viel Lebensqualität.

    Wenn Du Dich bei Deiner Therapeutin nicht wohl fühlst, steht es Dir jederzeit frei, Dir eine andere zu suchen. Du musst es nur tun.

    Gruß
    Skye

    @ Lavandula

    Zitat

    eine mir wohlmeinende Person hat mal gesagt: 'vergessen Sie nicht, dass die Therapeuten davon leben, dass es Ihnen schlecht geht.'. Wie wahr.

    Die Aussage finde ich nicht wahr, sondern sehr bedenklich. Meine Erfahrung ist eine ganz andere. Therapeuten leiden nicht unter Arbeitsmangel, sie haben Wartelisten und müssen sich ihre Patienten nicht künstlich halten. Es mag schwarze Schafe geben, wie in jedem Berufszweig, aber das ist keine allgemein gültige Aussage.

    Hallo Zusammen,
    hallo Picanha,

    auf sich selbst zu schauen heißt für mich nicht, meine Gefühlswelt komplett abzuschalten. Was für mein Empfinden auch gar nicht möglich ist.

    Nachdem ich jahrelang versucht habe meine Mutter vor sich selbst zu retten, habe ich es durch eine Verhaltenstherapie geschafft, es sein zu lassen, sie sein zu lassen wie sie war, alkoholabhängig und vollkommen kaputt. Ich habe meine Mutter geliebt, ihr Elend hat mich berührt, auch nachdem ich auf Abstand gegangen bin, trotzdem habe ich sie machen lassen. Einen Menschen zu lieben heißt für mich schon, das Beste für ihn zu wollen, aber nicht ihn auf die eine oder andere Art dazu zu zwingen, dass zu tun was ich für das Beste für ihn halte.

    Mir kann heute ein Mensch am Herzen liegen, auch wenn er einen Weg geht, den ich für falsch halte. Das kann dazu führen, dass unsere Wege sich trennen, aber das heißt nicht, dass mir sein Wohl nicht trotzdem am Herzen liegt. Ich kann Gefühle für einen Menschen haben, auch wenn er sich selbst zerstört. Es heißt ja nicht, dass er nicht trotzdem ein liebenswerter Mensch ist. Es heißt das ich ihn sein lassen kann, dass sein Weg ein anderer ist, als der den ich für gut halten würde. Ich kann ihn los lassen und ihm zugestehen, dass er für sich selbst sorgt. Wie auch immer das aussehen mag.
    Mein Vater geht auch nach dem Tod meiner Mutter einen anderen Weg als ich mir für ihn wünschen würde, aber es ist sein Weg, er ist erwachsen. Nichts desto trotz liegt er mir am Herzen. Heute muss ich Menschen nicht mehr ändern wollen, ich kann sie sein lassen, wie sie sind. Mir tut es manchmal weh, aber das ist meine Sache. Es ist nicht am anderen mir diese Schmerzen durch eine Änderung seines Verhaltens zu nehmen.

    Für mich geht es darum mein Gegenüber so anzunehmen wie es ist, ungeachtet der Tatsache, dass es Dinge tut die ich für falsch halte. Für mich geht es darum mein Gegenüber sein zu lassen, wie es ist, anzuerkennen das sein Weg ein anderer ist. Ich kann Gefühle zulassen, ohne Bedingungen daran zu knüpfen. Anzunehmen heißt nicht, dass ich es gut und richtig finde, es heißt zu akzeptieren, dass meine Gegenüber ist, wie es ist.

    Gruß
    Skye

    Hallo Speedy,

    schön, Dich auch hier wieder zu lesen und gleich ein wahres Wort gelassen ausgesprochen:

    Zitat

    Ich denke auch, dass Co-Abhängiges Verhalten nicht zwangsläufig etwas mit Alkohol zu tun hat.

    Gruß
    Skye

    Hallo Hilfesuchende,

    willkommen im Forum.

    Zitat

    Der riet mir, ich solle meinen Mann einen Kompromis
    von zwei Bieren täglich anbieten und ihn dabei kontrollieren. Ja - ihm sogar
    das Bier einteilen - also holen...
    Ist das die Lösung?

    Wohl eher nicht. Dein Mann ist ein erwachsener Mensch für sich selbst verantwortlich und fähig für sich selbst zu sorgen. Er ist kein kleines Kind, dass beaufsichtigt und kontrolliert werden muss. Ich gehe auch mal davon aus, das er sich vehement dagegen wehren würde. Was ich auch absolut verstehen könnte.

    Bei vielen hält sich hartnäckig der Glauben Bier ist ja nicht so schlimm. So wohl auch bei Deinem Freund. Wenn jemand Schnaps trinkt dann sieht das schon anders aus, aber Bier, das geht ja, ist ja gesellschaftsfähig.

    Mal ein kleines Rechenbeispiel bezüglich Mengen ausgehend davon, dass Dein Mann 0,5 L Flaschen trinkt und in der Sorte im Schnitt 5% Alkohol enthalten sind.

    Bei 4-6 Flaschen Bier sind das 10-15g reiner Alkohol den er trinkt. Das entspricht etwa der Menge von 250ml – 400ml 40% Schnaps. Was wiederum 12-20 handelsübliche Schnäpse von 2cl sind. Anders ausgedrückt enthalten 0,5 L Bier soviel Alkohol wie 3 Schnäpse.

    Mir stellt sich die Frage, ob Dein Freund Dir den Rat geben würde Deinem Mann 6 Schnäpse am Tag zuzugestehen?

    Ich kann mich Nicole nur anschließen. Maßgebend ist das, was Dich stört. Dabei ist es vollkommen egal was andere sagen oder ob Dein Mann nun abhängig ist oder nicht. Wobei ich bei dem beschriebenen auch eher zu ja als zu nein tendiere.

    Wichtig ist, es stört Dich das er trinkt! Der Weg für Dich zu mehr zu Zufriedenheit geht nicht darüber was Dein Mann tut oder lässt, sondern was Du für Dich tust.

    Gruß
    Skye

    Hallo Speedy,

    Zitat

    Aber spielt es eine Rolle was gewesen wäre wenn?

    Es spielt keine Rolle, genau das wollte ich sagen. Du hast Hypothesen ins Spiel gebracht.

    Zitat

    wäre er aber in eine alkoholfreie Wohnung gekommen... wer weiss, vielleicht hätte er eine kleine Überlebenschance gehabt.

    Zitat

    Siehst Du... genau das sehe ich anders, in meinem Fall geht es um "unser" Leben.

    Ich hätte auch sagen können unser Leben, denn es war das Leben meiner Mutter und meines, auch da gab es ein unser, auch da gab es ein gemeinsam. Sicher ist das eine andere Beziehung als die eines Paares, aber es gibt auch ein unser und das meist länger als die meisten Paarbeziehungen halten.

    Zitat

    im Grunde geht es nur um mich mein Leben, meine Gefühle, meine Geschichte.

    Was ich damit sagen wollte, ist das es allein das betrifft was in mir vorging bzw. vorgeht, meine eigenen Gefühle als ich sah was meine Mutter sich antat. Was allein in mir vorging, meine Angst einen geliebten Menschen zu verlieren, meine Wut angesichts dieser Sinnlosigkeit, meine Verzweiflung angesichts meiner Hilflosigkeit. Da gab es nur ein ich, kein unser.
    Als Du Angst haben musstest, Deinen Mann an den Alkohol zu verlieren, Euer gemeinsames Leben an den Alkohol zu verlieren, da gab es auch nur ein ich, denn es waren Deine Gefühle für ihn, für Euer Leben. Es war das was in Deinem Kopf war. Oder seit ihr nur zusammen ein Wesen, gibt es Dich als Individuum nicht. Das kann ich mir nun weniger vorstellen.

    Bei mir ist es das was wieder hochkommt, die Geister, die Angst von früher. Ich werde wohl bis an mein Lebensende nicht vergessen, wie sich diese Angst anfühlt und manchmal kommt dieses Gefühl eben sehr real wieder hoch.

    Gruß
    Skye

    Hallo Ellit,

    so funktioniert das nicht. Ich kann schon verstehen, dass Du mit Deinem Leben so wie es im Moment ist nicht zufrieden bist. Sonst wärst Du ja auch nicht hier. Aber ist Dein Leben, es kann Dir keiner sagen was Du tun sollst, außer Dir selber. Kann schon, aber das würde nicht funktionieren, denn es ist nicht das Leben eines anderen, sondern Deines. Was möchtest Du denn für Dich? Was willst Du für Dich erreichen? Was glaubst Du, was Du tun könntest, was Du für Möglichkeiten hast um mit Deinem Leben wieder zufrieden zu sein? Das ist ganz allein von Dir abhängig, nicht von Deinem Mann.

    Ließ Dich doch mal ein bisschen durchs Forum. Du bist nicht allein und vielleicht können Dir die Geschichten der anderen helfen herauszufinden was Dir helfen könnte, in welche Richtung es für Dich gehen könnte.

    Gruß
    Skye

    Hallo Ellit,

    ob Dein Mann ein Problem hat oder nicht, können wir nicht sagen, dass kann nur Dein Mann.

    Es scheint doch aber so zu sein, dass Du ein Problem hast mit dem Alkoholkonsum Deines Mannes. Sein Problem, wenn er eines hat, kannst Du nicht lösen. Aber Du kannst versuchen, Dein Problem zu lösen.

    Wenn Dich etwas stört, dann stört es Dich. Da braucht es dann keine Bestätigung, ob andere das genauso sehen wie Du. Dich stört es und gut ist.

    Gruß
    Skye

    Hallo Speedy,

    wenn es den Alkohol nicht gäbe, gäbe es etwas anderes. Gibt es ja schon. Es liegt im Menschen selber wie weit er sich auf das Leben einlässt oder auch einlassen kann.

    Es ist schön, dass Dein Mann anerkennt, was Du für Dich und damit indirekt auch für ihn getan hast. Es freut mich, dass ihr es zusammen geschafft habt. Aber ob er es ohne Dich nicht geschafft hätte ist hypothetisch. Er glaubt es und das ist sicherlich auch ein schönes Gefühl, aber wissen kann es keiner. Ohne Dich wäre sein Leben ein ganz anderes gewesen. Es ist so, wie es ist. Sein Leben ist wie es ist, Euer Leben ist wie es ist. Das Leben Deines Nachbarn war, wie es war. Traurig das er es weggeworfen hat, aber für ihn schien es nichts wert. Ob er es unter anderen Umständen als mehr wert angesehen hätte, kann man nicht wissen. Wer weiß, vielleicht hätte er es ohne seine trinkende Partnerin noch schneller beendet. Das weiß keiner. Traurig ist und bleibt, dass er es als sinn- und wertlos angesehen hat.

    Ich kann Deine Wut, Trauer und Fassungslosigkeit verstehen. Mir geht es in solchen oder ähnlichen Situationen nicht viel anders. Was dann in mir hochkommt, ist die Erinnerung an mein Leben, meinen Verlust und damit meine ich nicht nur, dass meine Mutter tot ist. Ich habe dadurch dass sie getrunken hat auch andere Dinge verloren und das Stück für Stück über einen langen Zeitraum. Es ist aber auch die Erinnerung an ihr Elend, ich habe auch gesehen wie sie selbst gelitten hat. Dieser mangelnde Respekt vor sich selbst, dieses selbst zerstörerische Verhalten, dieses sich selbst wie Dreck behandeln. Dieses Verhalten ist bei allen nassen Alkoholikern auf die eine oder andere Art und Weise gleich. Diagnosen haben meine Mutter übrigens nicht vom trinken abgehalten und sie hatte trotz allem noch Menschen an ihrer Seite.

    Das sich selbst jemand so schlecht, so abwertend, so wertlos behandelt tut mir manchmal einfach weh, weil es Erinnerungen weckt. Wenn ich sehe oder höre, dass sich wieder mal einer unter die Erde gesoffen hat, kommt ab und an einiges bei mir hoch, so wie bei Dir jetzt. Manchmal ist es mir näher und manchmal weniger. Je nach dem wie nah mir diese Situation kommt so reagiere ich dann mit Wut, Unverständnis, Fassungslosigkeit, Trauer oder auch mit Gleichgültigkeit. Ich habe das bei mir akzeptiert und lasse diese Gefühle dann raus, denn geht es mir danach meistens besser.

    Letztendlich ist meine Reaktion auf diese Situationen nur ein Vehikel, im Grunde geht es nur um mich mein Leben, meine Gefühle, meine Geschichte. Wenn es „nur“ um den anderen ging, könnten diese Situationen mich nicht wirklich berühren. Ich wäre betroffen, aber nicht berührt. Sie rühren aber an Erinnerungen und Ängsten, es ist Kopfkino, es ist das was war und das was hätte sein können, es ist was wäre wenn. Das ist das, was mich reagieren lässt.

    Gruß
    Skye

    Hallo Pacho,

    herzlich willkommen im Forum. Nicht so schön, was Dir da bevor steht.

    Eine mögliche Anlaufstelle ist, wie Caro schon geschrieben hat, der sozial psychiatrische Dienst. In vielen Krankenhäusern sind die auch direkt vertreten. So vielleicht auch in dem, in dem Deine Mutter liegt. Würde die Sache zumindest einfacher machen.

    Eine weiterer Ansprechpartner in solchen Fällen ist auch das Ordnungsamt. Zumindest hier in NRW, ob das in anderen Bundesländern anders ist, weiß ich nicht.

    Einer von beiden kann Dir aber bestimmt weiterhelfen, was als nächstes zu tun ist.

    Über eine Betreuung Deiner Mutter wenn sie nicht mehr für sich selbst sorgen kann, entscheidet grundsätzlich das Amtsgericht. Es muss festlegen, ob oder in wie weit sie in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern. Wie Du das in Gang bringen kannst, können Dir o. g. Stellen sagen. Die Betreuung musst Du nicht übernehmen, das kann auch ein vom Gericht beauftragter Betreuer sein. Der übernimmt dann im vom Amtsgericht festgelegten Rahmen die Angelegenheiten für Deine Mutter.

    Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen und wünsche Dir Kraft für die kommende Zeit.

    Gruß
    Skye

    Hallo Kwiep,

    Zitat

    Ein Gesellschaft in der es keine Schuldigen gibt, weiss nicht einmal Aldous Huxley in "brave new world" zu beschreiben.

    Aldous Huxley intressiert mich weniger, bis gar nicht. Offen gestanden kenne ich ihn nicht einmal und stehe auch vollkommen zu meiner Wissenslücke. Mich interessiert in erster Linie meine Sichtweise, denn nach ihr lebe ich, sie ist mein moralischer Kompass. Ich bin nicht „der Gesellschaft“ verpflichtet, sondern mir und trage damit zur Gesellschaft bei. Kommt vielleicht auf's gleiche raus, ist für mich aber ein himmelweiter Unterschied.

    Zitat

    In diesem thread soll eigentlich die Differenzierung von moralischer und strafrechtlicher Schuld dargestellt werden.

    So, soll es das oder ist es Deine Sichtweise, Deine Interpretation? Meine Sichtweise zu Doros Eingangsfragen ist eine andere, wie mein Beitrag vielleicht auch vermuten lässt.

    Zitat

    Wenn sich allerdings eine Schuldfrage manifestiert hat, dann sollte man beginnen nach einer Antwort zu suchen -

    oder versuchen sie los zulassen damit genau das

    Zitat

    bevor sich diese Schuldfrage in eine krankhafte Phase entwickelt.

    nicht passiert. Alles eine Sache des Standpunktes, der eigenen Erfahrungen.

    Jeder muss mit den Konsequenzen seines Tun und Lassens leben. Sowohl für sich, als auch in dieser krankhaften Symbiose von Co's und Abhängigen, in der auch jeder so seine Vor- und Nachteile hat. Das ist für mich keine Frage von Schuld oder Unschuld.

    Karotte hat es sehr schön getroffen, wie ich finde:

    Zitat

    Für mich geht es darum ganz bewußt nicht mehr Opfer zu sein und auch mich selbst in mancher Hinsicht als Täterin zu begreifen. Als Mensch der SelbstVerantwortung trägt und der Entscheidungen trifft oder eben nicht.

    Gruß
    Skye

    Hallo Hartmut,

    ich bin zwar nicht mehr besonders neu :lol: , aber ich melde mich trotzdem mal dazu. Als ich mich vor gut 3 Jahren hier das erste Mal angemeldet habe, habe ich einen Vorstellungsthread eröffnet und über mich geschrieben, mich eben vorgestellt. Was ich auch heute wieder tun würde. Wenn auch bei weitem nicht so ausführlich. Ich muss mich nicht mehr erklären, ich kann wenn ich will, aber ich muss nicht mehr. Das habe ich damals getan und habe es zu dem Zeitpunkt noch gemusst. Es war ein Zwang gegen den ich damals nicht ankam. Das ist z. B. etwas woran ich merke, wie sehr ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Ich brauch keinen eigenen Thread um das festzustellen.

    Einen Vorstellungsthread von Neuankömmlingen fände ich auch heute noch gut, weil eben nicht jeder im Vorstellungsbereich lesen kann. Einfach damit man weiß, mit wem man es zu tun hat. Keine Ahnung ob manche das nicht wollen oder ob sie sich der Tatsache, dass eben nicht jeder die Vorstellung lesen kann, nicht bewusst sind. Mal nebenbei meine Meinung dazu.

    Ich merke jeden Tag mehr oder weniger stark, was ich in den letzten Jahren verändert habe. Mit ein wenig Bewusstsein für sich selbst finde ich das gar nicht schwer. Ich freue mich jeden Tag darüber, das reicht mir. Ich habe Menschen mit denen ich reden und mich, wenn ich will, reflektieren kann, ich habe (noch) meine Therapeutin mit der ich dieses auch regelmäßig tue. Wenn ich für mich nicht weiterkomme brauche ich den persönlichen Kontakt, den direkten Austausch, ich brauche es meine Gedanken laut auszusprechen um für mich Klarheit zu bekommen. Wenn ich das in einen leeren Raum täte, könnte ich es auch aufschreiben. Ich brauche direktes Input von außen, andere Sichtweisen. Ein eigener Thread entspricht mir einfach nicht.

    Ich habe im Laufe der Zeit einige eigene Threads eröffnet zu Fragen wo ich zusätzliche Meinungen und Ansichten wollte. (Wie viele, bin ich jetzt zu faul zu suchen :oops: ) Das reicht mir. Ich muss meine kleinen und großen Erfolge, meine kleinen und großen Niederlagen, meine Verzweiflung nicht hier nachlesen. Die wirklich wichtigen Gegebenheiten sind auch so bei mir.

    Ich schreibe in vielen verschieden Threads, das bringt mir mehr. Indem ich sie lese nutze ich das Forum als Augenöffner. Was manches bei mir auslöst, arbeite ich aber so wie oben beschreiben auf. Indem ich lese, nutze ich es, um mir in Erinnerung zu behalten woher ich komme und wohin ich nie wieder will.

    Indem ich Beiträge schreibe nutze ich es, um meine Gedanken zu sortieren, meine Gedanken zu erforschen, inne zu halten und wirklich nachzudenken. Es sind jedoch immer Dinge die ich im grundsätzlichen schon für mich geklärt habe, wo die grobe Richtung für mich schon klar ist. Wenn ich schreibe nehme ich mir in 99% der Fälle sehr viel Zeit dafür. Ich schreibe es an andere, aber ich schreibe es in erster Linie für mich. Dabei macht es mir nichts, das die Beiträge verstreut sind, ich brauche sie nicht zusammen in einem Thread. Allein sie zu schreiben und mir die Zeit dafür zu nehmen und damit für mich, lässt vieles hängen bleiben, was ich, ohne nachzulesen, dann für mich mit in meinen Alltag nehmen kann.

    Das Forum an sich hat mir viel gebracht, ein eigener Thread hat sich für mich aber immer falsch angefühlt.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    muss es denn einen Schuldigen geben? Ist es nicht mehr eine moralische Frage? Kann man sich eine Ursache/ein Ergebnis nicht betrachten ohne es bis zum Ende aufzudröseln nur um festzustellen, wer denn nun den entscheidenden Schritt getan hat, wer letztendlich die Schuld auf sich geladen hat? Sofern das überhaupt möglich ist, was ich bezweifle.

    Ich bin ein EKA, als ich Kind war, war ich wohl unschuldig. Die Folgen haben mich bis weit über 30 begleitet und tun es zum Teil noch heute. Ich war irgendwann kein Kind mehr. Wann war der Zeitpunkt an dem ich Schuld auf mich geladen habe? Ich war erwachsen, fähig etwas für mich zu tun und tat es nicht. Ab wann war ich dann schuldig. Was ist mit meinen Eltern, sind sie schuldig? Sie sie schuldig daran, dass ich war wie ich war, bin wie ich bin? Wenn ja in welcher Form und warum? Was ist dann mit ihren Eltern, wo haben sie Schuld auf sich geladen? Denn meine Eltern waren abhängig, dass hatte Gründe. Nicht genug Stabilität im Elternhaus? Was weiß ich.....Waren daran dann meine Großeltern Schuld? Haben sie versagt? Wenn ja, was ist mit meinen Urgroßeltern, was haben sie meinen Großeltern nicht mitgegeben? So könnte ich diese (fiktive) Kette auf der Suche nach einem Schuldigen weiter fortführen und würde doch nie zu einem Ende kommen.

    Es gibt eine rechtliche Bestimmung von Schuld, im Sinne von Gesetzesverstößen und Straftaten. Da ist für mich eine klare Definition möglich. Wenn ich auch manche Gesetze auf dieser Welt lächerlich und bar jeden gesunden Menschenverstandes finde. Doch das ist ein anderes Thema.

    Ansonsten finde ich Suche nach einem Schuldigen, nach der Schuld sinnlos, denn mich bringt sie nicht weiter. Es ist für mich allenfalls ein moralischer Aspekt. Ich lasse mir keine Schuld auferlegen. Ich entscheide für mich ob ich Schuld empfinde oder nicht und das muss ich dann auch mit mir ausmachen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Fragezeichen,

    willkommen im Forum. Grundsätzlich vorab, die einzige wirkliche Hilfe bei Alkoholismus ist Nichthilfe und ein Abhängiger der keine Hilfe will bzw. sucht, den kann man auch nicht unterstützen. Zumindest nicht was das Trockenwerden angeht.

    Zitat

    Mein Partner hat sie bereits auf ihr Verhalten angesprochen, aber es kam - wie wohl zu vermuten - nur Leugnung und Ablehnung von Hilfe

    Wenn keine Krankheitseinsicht vorhanden ist, dann ist sie noch nicht soweit, dann will sie trinken.

    Zitat

    Mein Partner traut sich nun nicht mehr etwas zu unternehmen, weil er denkt, damit die von ihr gesetzte Grenze zu überschreiten.

    Wenn sie eine Grenze gesetzt hat, sollte die auch nicht überschritten werden. Das würdest Du bei Deinen auch nicht wollen. Deine Schwiegermutter mag Alkoholikerin sein und wenn dem so ist und sie nichts unternimmt, kann sie das auch umbringen, aber das ist ihre Sache, denn es ist ihr Leben. Sie ist kein hilfloses, unmündiges Kind, wenn sie eine Grenze setzt, sollte die respektiert werden. Sie ist erwachsen und kann für sich selbst sorgen.

    Zitat

    Das geht mir nur zu weit. Sie hat nur noch Augen für mich. Deswegen meide ich es schon zu ihr hinzufahren

    Hier sind Deine Grenzen verletzt. Du hast umgekehrt jedes Recht sie zu wahren und ihr zu sagen, dass Du nicht gewillt bist das mitzumachen. Ihr aus dem Weg zu gehen ist dabei keine Lösung.

    Zitat

    Dennoch kann ich Bedürfnis nach Nähe und den Wunsch nach Hilfe (den sie meiner Meinung nach mehr als deutlich ausstrahlt) verstehen und würde gerne helfen. Nur wie?"

    Meine Mutter hatte die gleiche Ausstrahlung. Diese Ausstrahlung heißt aber nicht automatisch, dass sie aufhören wollte zu trinken. Meine Mutter wollte beides mich und den Alkohol. Das hatte sie auch lange genug, bis ich mich da rausgezogen habe, weil ich sonst mit drauf gegangen wäre. Dann hatte sie nur noch den Alkohol. Obwohl ihr meine Distanziertheit wehgetan hat, hat sie nicht aufgehört zu trinken.
    Kurz ausgedrückt, Du kannst ihr nicht helfen, solange sie nicht aufhören will zu trinken. Diesen Willen kannst Du nicht erzwingen oder einreden, der muss von ganz allein kommen. Selbst wenn sie will kannst Du allenfalls unterstützen, aber nicht helfen. Aufhören zu trinken muss sie ganz allein, ohne Dich, ohne ihren Mann, ohne ihren Sohn.

    Zitat

    Soweit ich das mitbekommen habe, besteht das Problem nun schon seit über 10 Jahren. Allerdings ist es nicht so, dass man es ihr als Außenstehender anmerkt. Selbst mir fällt es oft nicht auf, bis mein Partner sagt "Sie hat wieder getrunken". Also vielleicht laienhaft ausgedrückt: Sie trinkt nicht so viel, dass es aufällt, aber dafür regelmäßig.

    Ein Alkoholiker ist ein Alkoholiker. Es macht keinen Unterschied, ob er noch ein „intaktes“ soziales Umfeld, ein Dach über dem Kopf hat und seinen Spiegel halten kann oder ob er obdachlos unter der Brücke haust ohne soziale Kontakte und sich bis zur Besinnungslosigkeit besäuft. Ich habe meiner Mutter im Übrigen auch jeden Schluck angemerkt. Man bekommt als Kind sehr feine Antennen dafür.

    Zitat

    ob man sie nochmal ansprechen sollte?

    Das müsst ihr letztendlich selbst wissen. Allerdings führt auch häufigeres Ansprechen nicht zwangsläufig zum „gewünschten“ Ergebnis.

    Zitat

    wie man sie ansprechen sollte?

    Nur dann wenn sie nüchtern ist, sonst hat alles gar keinen Sinn. Dann Ohne Vorwürfe (du hast…), ohne Vorschriften (du musst….). Wenn dann in der Ich-Form, ich habe das Gefühl…… ich habe Angst, dass….. ich würde mich freuen, wenn…..

    Zitat

    wer sie ansprechen sollte (ihr Mann (der es wohl nicht tun wird), mein Partner (ihr Sohn), der Angst davor hat?

    Diese Frage kann Dir keiner Beantworten, es ist Eure Familie.

    Zitat

    was sagt man dann? Mit "Hey, du hast ein Problem, laß dir mal helfen" würde man ja sicher nicht weit kommen.

    So verkehrt ist das nicht. Ich würde es nur in sofern abändern in: „Ich glaube, Du hast ein Problem und ich denke Du brauchst Hilfe.“ Sehr viel mehr außer sie dann auf den Hausarzt, Selbsthilfegruppen und Suchtberatung als erste Anlaufstellen hinzuweisen, kannst Du ohnehin nicht tun.

    Wenn sie nicht aus eigenem Antrieb trocken werden will, kannst Du Dich auf den Kopfstellen und ein Liedchen pfeifen, es wird sie nicht interessieren, was Du sagst oder tust.

    Ließ Dich mal ein wenig im Forum durch. Deine Fragen sind auf die eine oder andere Art schon gestellt worden, vielleicht helfen Dir diese Threads auch etwas weiter.

    Gruß
    Skye

    Hallo Butterweich,

    es ist immer schwer zuzuschauen, wenn sich ein anderer Mensch sich das Leben ruiniert und/oder sich auf Raten umbringt. Ich kann so etwas sehr schlecht, wenn ich sehe was dort weggeworfen wird, mancher Anblick tut mir körperlich weh. Der Mensch der mir an nächsten steht bin jedoch ich, ich sorge dann für mich und begebe mich aus der Situation die mich belastet.

    Es liegt allein an Dir, ob Du Dir das antust und zuschaust immer noch in dem Glauben irgendwas tun zu können, etwas tun zu müssen. Du musst nicht zuschauen, Du kannst Dich um Dich kümmern und dafür sorgen das es Dir gut geht oder eben auch nicht. Es ist Deine Sache.

    Du selber hast eigentlich schon alles zu Deinem Post gesagt, was es zu sagen gibt:

    Zitat

    Sollte ich Hilfe geben als Mitmensch oder bin ich dann der Co, der sich wieder verpflichtet fühlt, zu helfen.–

    Dabei weiss ich, helfen kann ich ihm gar nicht, habe es lange genug versucht und eine Menge anderer Leute auch.

    Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Bleegle,

    Du erzählst und fragst um Rat. Wenn ich Deine Worte richtig lese, dann rät jeder Dir zu gehen. Du bleibst aber immer noch. Mir scheint Du wartest auf den einen der Dir rät zu bleiben. Auf mich macht das nicht den Eindruck, als wolltest Du einen Rat, auf mich macht es den Eindruck als wolltest Du eine Bestätigung für Dein Handeln.

    Niemand kann Dir wirklich raten was Du tun sollst und niemand kann Dich und Dein Handeln bestätigen. Niemand außer Dir selbst, denn es ist Dein Leben und Du musst mit den Konsequenzen Deines Handelns leben. Die Entscheidung triffst allein Du.

    Jemand sagt „geh“ und Du gehst, jemand sagt „bleib“ und Du bleibst. Man könnte sagen Du hast die Verantwortung für Dein Handeln abgeben, weil Du jeweils getan hast, was andere sagen. Wenn es also falsch war, könntest Du dementsprechend die Hände in Schoß legen und sagen „ich war's nicht“ die anderen die mir geraten haben sind Schuld. Ihr Rat war falsch.

    Das ist ein freundlicher Irrtum!!!!! Egal was andere sagen, Du handelst und Du bist für Dein Handeln selbst verantwortlich. Du bist ein erwachsener Mensch fähig für Dich zu handeln und zu entscheiden. Egal ob Du etwas tust oder nicht, Du triffst damit eine Entscheidung.

    Du kannst gerne versuchen die Verantwortung an andere abzugeben, aber das klappt nicht. Du bist für Dich, Dein Leben und Dein Handeln selbst verantwortlich.

    Gruß
    Skye

    Hallo Hartmut,

    das Unbekannte ängstigt, wie einfach ist es dann sich auf das Vertraute einzulassen.

    Veränderung heißt anfängliche Verunsicherung zulassen, Veränderungen können wehtun. Sicherer ist es sich mit dem schon so lange Bekannten zu beschäftigen. Vor allem wenn man da findet, was man sich zu Hause schon so lange wünscht, einsichtige Alkoholiker.

    Loslösung findet im Kopf statt. Manchmal braucht es eine gewisse Zeit bis man bemerkt es verändert sich nichts, man macht das gleiche wie bisher und es ist ebenso unbefriedigend wie die Missionierungsversuche zu Hause, manchmal kommt die Einsicht nie.

    Gruß
    Skye