Beiträge von Skye

    Hallo Pia,

    über den eigenen Tellerrand zu schauen kann nie verkehrt sein. Schön, dass Du den Mut aufgebracht hast.
    Das eigene Wohl immer und überall für andere hinten an zu stellen, ist kein Verhalten das Alkoholikerkinder für sich gepachtet haben. Das habe ich erst kürzlich in der eigenen Familie gesehen. Zudem hatte meine Mutter das gleiche Verhalten, etwas für andere zu tun war ihr wichtiger, als etwas für sich zu tun. Ihre Eltern haben nicht getrunken, dafür hat sie gesoffen bis der Alkohol sie umgebracht hat. Es führen viele Wege nach Rom, so auch in diesem Fall. Zumindest ist es mehr als einer.

    Ich habe immer mehr auf andere geachtet als auf mich, weil ich unsicher war. Unsicher geliebt zu werden, unsicher so in Ordnung zu sein wie ich bin. Also habe ich versucht mir auf diese Art Bestätigung für mich zu verschaffen. Die Unsicherheit bezog sich nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Umgebung. Ich wusste nie was ich zu erwarten hatte und hatte eben nicht die innere Sicherheit Dinge auf mich zukommen lassen zu können. Ebenso wenig die Sicherheit, dass meine Eltern es schon richten würden.

    Das hat bei mir außerdem den Wunsch nach Kontrolle geweckt. Ich hoffte so Sicherheit zu erlangen. Alles für andere zu tun, hat mir nicht nur Bestätigung für mich gegeben, sondern auf gewisse Art und Weise das Gefühl von Kontrolle gegeben. Ich konnte mir bis zu einem gewissen Punkt damit auch vormachen, diese Menschen sind von mir abhängig und somit kontrollierbar. Ich meinte dann nicht unangenehm überrascht werden zu können. Die Kontrolle über etwas zu verlieren, hat mich oft genug regelrecht austicken lassen. Wenn etwas kam mit dem ich nicht gerechnet hatte, was nicht meinen Plänen entsprach oder was ich doch zu vermeiden so sorgfältig geplant hatte, habe ich über reagiert und vollkommen unangemessen. Wenn andere mir nicht „freiwillig“ gaben was ich brauchte, habe ich sie manipuliert, damit ich bekam was ich wollte. Letzten Endes hat das alles noch schlimmer gemacht, was ich aber nicht gesehen habe. Also noch mehr lieb Kind machen, noch mehr Kontrolle, noch mehr Manipulation. Ein Teufelskreis.......

    Ich war unsicher in jeder Beziehung. Der Hauptgrund bei mir war sicherlich das Alkohol belastete Umfeld in dem ich groß geworden bin. Nasse Alkoholiker sind nun mal nicht ausgeglichen, man weiß nie, was man als nächstes von ihnen zu erwarten hat. Zudem hatte ich eine Mutter, die nicht nur abhängig, sondern sich zudem ihrer selbst ebenfalls nicht sicher war. Wie soll ein unsicherer Mensch einem anderen Sicherheit vermitteln. Ganz zu schweigen davon, wenn er ausgeglichen ist wie ein Jojo.

    Hätte ich mich wirklich soviel anders entwickelt, wenn sie nicht getrunken hätte? Ich weiß es nicht. Manchmal denke ich ja, manchmal nein. Was mich weiter gebracht hat, war zu sehen warum ich tue was ich tue, nämlich weil ich kaum Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein hatte. Der Grund warum ich es nicht hatte, weil meine Mutter es mir aufgrund ihrer eigenen Person nicht vermitteln konnte, hat mir weniger geholfen. Denn das warum sie es nicht konnte, kann ich im Grunde nur vermuten. Der Alkohol hatte sicherlich seinen Anteil daran, aber er war es nicht allein. Manches kann ich mir erklären, aber wirklich wissen werde ich es nie. Das wusste nur sie, wenn überhaupt. Auch bei ihr hat es „Gründe“ gegeben warum sie in den Alkohol geflüchtet ist und seelische Stabilität gehörte da wohl weniger zu.

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    aber heute weiß ich auch, das ich andere manipuliert habe. Klar damit es ihnen besser geht,

    Wirklich damit es ihnen besser geht? So ganz ohne Nutzen für Dich? Ich kann es mir, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen nicht wirklich vorstellen.

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    Leider wirke ich sehr stak so das ich in allem alleine gelassen werde.

    Vermeintliche Schwäche zu zeigen, kann auch eine Stärke sein. Ich hatte z. B. lange Probleme vor anderen zu weinen. Ich weine bei jeder emotional aufwühlenden Gelegenheit, ob Wut, Traurigkeit, Freude, egal wenn es zu viel wird, laufe ich einfach über. Ich war davon unangenehm berührt, weil ich dachte andere seien es. Es hat mich belastet, weil ich dachte andere belastet es. Ich sah es als Zeichen von Schwäche, weil ich dachte andere würden es so sehen. Ich wollte mir wegen anderen keine Blöße geben. Immer andere, nie ich..... Inzwischen weine ich, wie ich lustig bin, so sehen andere zum eine wie es mir wirklich geht und ich werde, was viel wichtiger ist, den Druck los egal ob positiv oder negativ. Ich denke jetzt an mich, nicht an andere und das ist eine Stärke, wenn es nach außen auch vielleicht manchmal schwach wirken mag.

    Warum wirkst Du stark, wenn Du Dich nicht so fühlst? Für Dich, für andere, für wen?

    Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben, behandele Dich auch so.

    Gruß
    Skye

    Hallo EKA,

    herzlich willkommen im Forum.

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    Ich habe mich entschlossen eine Theapie anzufangen, weiß aber nicht konkret wie ich das beginnen soll und wie ich einen geeigneten Therapeuten finde.

    Therapeuten kannst Du z. B. übers Internet finden. Wir dürfen keine Links einstellen, aber gib mal „Psychotherapeutensuche“ oder „Psychotherapeutenkammer“ in einer handelsüblichen Suchmaschine ein. Bei ersterem kannst Du Dich auch allgemein informieren, bei zweiterem die für Dein Bundesland raussuchen und dort über Suche schauen, ob Du was passendes findest. Weitere Möglichkeiten wären bei der Krankenkasse oder beim Hausarzt nach Adressen zu fragen. Wenn Du dann jemanden gefunden und einen Termin hast (rechne mit mehr oder weniger langen Wartezeiten), dann holst Du Dir eine Überweisung vom Hausarzt und gehst hin. Die ersten Male sind zum gegenseitigen Beschnuppern, passt es, wird der Therapeut alles weitere mit Dir besprechen. Passt es nicht machst Du mit Überweisung und Beschnuppern weiter bis Du einen passenden gefunden hast.

    Das wird unter „Psychotherapeutensuche“ aber alles noch mal sehr genau beschrieben. Da Du Dir über das was und wie überhaupt unsicher zu sein scheinst, empfehle ich Dir die ganze Seite mal genau anzuschauen.

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    Ich tue mir etwas schwer, weil ich im Moment keinen riesigen Leidensdruck empfinde,

    Na irgendwas muss ja da sein, wenn Du eine machen möchtest :roll:

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    kein akutes Problem habe

    wenn das.....

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    Der tiefe Schmerz, das Gefühl nicht geliebt zu sein, alles falsch zu machen, schuld zu sein, Angst vor anderen Menschen zu haben, immer eine Rolle zu spielen, nicht zu wissen, wer ich wirklich bin u.v.m. ist aber die ganzen Jahre über geblieben und belastet mich und meine Beziehungen.

    kein akutes Problem ist, was dann? :shock:

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    und denke man nimmt mich vielleicht nicht ernst, glaubt mir nicht, weil ich nach außen eben total souverän wirke und alles im Griff zu haben scheine.

    Das hat meine Umwelt von mir auch geglaubt, meine Therapeutin hat gesehen, was hinter der sorgfältig gepflegten Fassade war. Du wirst schon ernst genommen, da hab mal keine Sorge.

    Das einzige was Du zu einer Therapie „mitbringen“ musst, ist die Bereitschaft Dich darauf einzulassen. Der Rest findet sich...

    Gruß
    Skye

    Hallo Porter,

    auch von mir herzlich willkommen. Es ist einiges was Du ertragen und getragen hast. Ständig gefordert zu werden, sich ständig selbst zu fordern und sicherlich auch zu überfordern bleibt nicht folgenlos.

    Beim Thema Depressionen kann ich leider auch mitreden. Inzwischen habe ich begriffen, dass jedem neuen Schub eine Überforderung meiner selbst, psychisch und/oder physisch, vorausgeht. Etwas das ich früher fast nur getan habe, mich überfordern. Kein Wunder, dass es irgendwann geknallt hat.
    Was mir geholfen hat, das in den Griff zu bekommen waren zum einen Antidepressiva. Ich wäre ohne sie gar nicht aufnahmefähig gewesen für alles andere, die Spirale hätte sich nur immer weiter nach unten gedreht.

    Der nächste Schritt war eine Verhaltenstherapie, die mir sehr viel gebracht hat. Vor allem Zugang zu mir selbst und meinen wirklichen Gefühlen. Vorher war ich, was ich glaubte sein zu müssen, damit andere mich gut finden, ich tat was ich glaubte tun zu müssen und nicht was ich wollte und habe gefühlt von dem ich dachte, dass andere angemessen finden könnten.
    Rückblickend betrachtet, habe ich nicht wirklich gefühlt zumindest nicht das was ich mir vorgemacht hatte. Ich kannte keine Freude, nur Traurigkeit, Wut und Verzweiflung. Wenn andere z. B. sagten, es geht Dir doch gut, habe ich mir das eingeredet, bis ich es selbst geglaubt habe, aber ich habe es nicht gefühlt.
    Ich habe nicht gelebt, ich habe funktioniert. Es war ein abwarten bis die nächste Katastrophe über mich herein brach die es zu meistern galt. Es war ein abwarten, was meine Mutter als nächstes für einen Mist baut um den ich mich kümmern „musste“.
    Das ich genau das nicht musste, mich kümmern um jemand anderen als mich selbst, dass alles andere freiwillig ist, habe ich ebenfalls in der Therapie gelernt.

    Ich habe dann noch eine Reha gemacht. Dort habe ich gelernt, wie man mit Depressionen umgehen kann. Wie ich besser auf mich achte, was ich für mich tun kann, damit es nicht soweit kommt und wenn doch und ich merke ich drohe wieder abzurutschen in dieses sch... Loch, was ich dagegen tun kann. Ein Tipp war unter anderem, einfach immer alles aufzuschreiben, was ich als schön empfinde, was mir gut gelungen ist, was mich stolz auf mich selbst macht. Schon, wenn die Depression im Anmarsch ist, neigt man dazu alles schwarz zu sehen und das Gute im Leben zu vergessen. Mir dann mit dem Geschriebenen selbst zu sagen, es ist nicht alles schlecht, hilft mir.

    Außerdem habe ich Menschen gefunden, mit denen ich reden kann, die mich verstehen. Die mir z. B. keinen Vogel gezeigt haben, wenn ich gesagt habe, ich habe es nicht fertig gebracht, den Müll rauszubringen, ich habe mich damit überfordert gefühlt, es war mir einfach zu viel. Sie verstehen, hören zu und es hilft sich selbst wieder zu erden. Zu wissen das man nicht vollkommen bescheuert ist, sondern das es einfach zur Krankheit gehört und das ich etwas dagegen tun kann.

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    Ich empfinde die Probleme der Vergangenheit gar nicht so schlimm, irgendwie glaube ich es arbeitet unbewusst in mir.

    Auch wenn Du es nicht als schlimm betrachtest, kann es durchaus sein, dass das Kind das Du warst es als schlimm empfunden hat. Solche Sachen werden, wenn sie nicht verarbeitet werden können auf die eine oder andere Art, abgespeichert und kommen irgendwann hoch. Bisher hattest Du die Arbeit um Dich abzulenken, jetzt hast Du viel Zeit zum nachdenken. Kann sein, dass deshalb vieles hochkommt und das mit einer Heftigkeit die Dich unvorbereitet trifft.
    Ich habe auch immer gedacht, so schlimm war das doch gar nicht mit meinen saufenden Eltern. Es war auch in dem Sinne nicht schlimm, ich hatte körperlich was ich brauchte, wurde nicht misshandelt o. ä. Doch seelisch sah das ganz anders aus. Heute frage ich mich manchmal, warum hat keiner gesehen wie allein, einsam und überfordert ich mich gefühlt habe, ich war schließlich ein Kind umgeben von Erwachsenen. Es hat lange gedauert, bis ich mir selbst das eingestanden habe und es kam mir anfangs wie ein Verrat vor. Heute betrachte ich es als legitime Frage, denn ich war ein Kind und Kinder benötigen sowohl körperliche als auch seelische Fürsorge zumindest bis sie erwachsen sind und für sich selbst sorgen können. Der seelische Teil ist bei mir ziemlich unter die Räder gekommen.

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    Ich kann mich nicht richtig freuen und Glücklich sein.

    Zum einen ist das eines der Symptome von Depressionen. Zum anderen frage ich mich, konntest Du das jemals, einfach unbeschwert glücklich sein und Dich freuen. Ich weiß, dass ich es irgendwann nicht mehr konnte, denn jedes Mal wenn ich es getan hatte, kam der nächste Schlag. Irgendwann habe ich aufgehört mich richtig unbeschwert zu freuen und mich glücklich zu fühlen. Warum auch, hielt ja doch nicht lange..... In Erwartung des nächsten Schlechten, habe ich das Gute übersehen und aus meinem Leben gestrichen. Wenn ich mich nicht richtig gut fühle, ist der Fall wenn's wieder schlecht wird nicht so tief. So „einfach“ war das.

    Ich habe wieder gelernt mich zu freuen und glücklich zu sein. Das ist nicht von heute auf morgen gegangen und kam auch nicht einfach so, sondern Stückchen für Stückchen in den letzten 4 Jahren. Was Jahre gebraucht hat um so weit zu kommen, ist auch nicht einfach mal so zu ändern. Ich habe hart dafür an mir gearbeitet.

    Ich sehe mich heute als Glückspilz, denn ICH habe überlebt. ICH bin nicht untergegangen...... und Du auch nicht.......

    Gruß
    Skye

    Hallo Sonnenblume,

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    Und dass ich meine Mutter vermisse und mich der Streit und ihr Stalking belastet ist ein Zeichen der Co-Abhängigkeit? Also da seh ich ehrlich gesagt den Zusammenhang nicht...

    Da war in dieser Form auch keiner.

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    Da widersprichst du dir ja jetzt aber... denn wenn sie erstmal trocken werden muss... kann ICH ja nichts machen... Der erste Schritt liegt also definitiv an IHR, nicht an uns beiden. Und würde sie sich helfen lassen und wirklich etwas gegen ihr Problem tun, dann läge es sicherlich auch mir, wie es weitergeht.

    Ich sehe da keinen Widerspruch. Eine Beziehung besteht immer aus zwei Menschen. Wenn einer davon süchtig ist und somit beziehungsunfähig, besteht gar nicht erst die Chance einer Beziehung. Deine Mutter hat höchstens eine Beziehung mit der Flasche. Es muss erstmal die Basis geschaffen werden für eine Beziehung, das hat nichts mit erstem Schritt zu tun. Wenn Deine Mutter trocken werden will, dann für sich und nicht für Dich oder Euer Verhältnis zueinander. Du siehst das vielleicht als ersten Schritt, ist die Frage ob sie das auch so sehen würde oder einfach als Rettung ihres Lebens.
    Ich kann es einfacher und deutlicher ausdrücken. Solange Deine Mutter säuft kannst Du sie wieder haben wollen wie Du willst, es wird nichts, da kannst Du noch so viel wollen. Besser Du findest Dich damit ab. Vergiss es einfach solange sie säuft und kümmere Dich um Dein Leben.

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    Da ich lange gar nicht wusste, was Alkoholismus genau ist, konnte ich es gar nicht erkennen. Bewusst wurde es mir, wie ich ja schon erzählt habe, als mein damaliger Freund mich immer wieder darauf hin wies. Aber bei meinen Verwandten nützt das ja auch nichts. Und das versteh ich nicht. Wenn man schon drauf hingewiesen wird, dann achtet man doch zumindest mal verstärkt darauf, ob da was dran ist, oder?
    Und wie gesagt: Bei meinem Onkel sehen sie es ja auch.

    Dann auch hier in einfachen Worten. Das Leben Deiner Verwandten und was sie tun ist ihre Sache und nicht Deine. Kümmere Dich um Dein Leben.

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    Es geht aber hier ja nicht um dich

    Was Du tun sollst oder kannst, kann ich nicht sagen, ich bin nicht Du. Deshalb gebe ich meine Erfahrungen weiter, erzähle aus meinem Leben. Nicht mehr, nicht weniger. Was Du daraus machst ist Deine Sache. Wenn Du was brauchen kannst nimm es mit, wenn nicht, lass es für andere hier liegen.

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    Ich finde schon - und habe auch in meiner Therapie die Erfahrung gemacht - dass es helfen kann, wenn man die Gründe für ein bestimmtes Verhalten kennt, weil man es dann einfach besser nachvollziehen kann.

    Warum musst Du nachvollziehen können warum Deine Mutter säuft? Du hast die Erfahrung in Deiner Therapie gemacht in Bezug auf Dein Leben. Die einzige das nachvollziehen können muss, warum sie sich verhält wie sie sich verhält, ist Deine Mutter, wollte sie etwas an ihrer Abhängigkeit ändern. Das ist ihre Baustelle nicht Deine. Du, Deine Erfahrungen, Deine Mutter, ihre Erfahrungen.

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    Außerdem würde mich interessieren, inwieweit wir uns vielleicht sogar ähnlich sind - bei mir wurde ja vor Jahren eine Boderlinestörung diagnostiziert... das ist ja teilweise auch genetisch bedingt. Und ich weiß, dass meine Mutter mit Anfang 20 mal einen Suizidversuch hatte. Da wüsste ich natürlich gern, inwieweit ihre "Störungen" vielleicht Einfluss auf meine psychische Gesundheit hatten.

    Was würde Dir dieses Wissen heute nutzen? Du hast psychische Probleme, die verschwinden bei Deiner Diagnose wohl auch nicht wenn Du weißt, warum Deine Mutter säuft. Für eine Therapie Deiner Mutter, sollte sie eine machen wollen, wäre von Belang ob sie ebenfalls eine Borderlinestörung hat.

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    Oder vielleicht auch, wieviel ich damit zu tun habe... Nein, ich fühle mich nicht schuldig - es muss ja nicht immer um Schuld gehen, aber vielleicht war ich zum Teil ja auch Auslöser (also nicht direkt ich, aber z. B. meine Geburt)... Sie trinkt schon, seit ich denken kann... hat mich relativ früh, mit 19 J. bekommen (ungeplant), dann geheiratet, weil sie ja schwanger war - und wollte mich nach der Scheidung nicht. Da stellt sich mir schon die Frage, ob sie vielleicht mit der ganzen Situation damals überfordert war und sie zu dem Zeitpunkt angefangen hatte zu trinken. Ich würde sie einfach gern verstehen. Nicht, weil ich meine, dass sich dann bei ihr etwas ändert - sondern weil sich dann vielleicht bei mir etwas ändern würde.

    Was Du beschreibst, sind die sog. Wechselfälle des Lebens. Es passiert jeden Tag mit Sicherheit hundert Mal auf dieser Welt. Nicht jede Frau der das passiert fängt an zu saufen, die meisten meistern das nüchtern. Der einzige Mensch der wissen muss, ob das ein Auslöser gewesen sein kann, ist Deine Mutter, denn es ist ihr Leben nicht Deines.
    Wenn Du Dich nicht schuldig fühlst, warum würde dieses Wissen etwas bei Dir ändern? Was hat der Auslöser für ihr saufen dann mit Dir zu tun? Was soll sich an Deinem Leben ändern, wenn Du weißt warum das Leben Deiner Mutter den Bach runter geht? Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Du für Deines, Deine Mutter für ihres.

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    Kann denn die Wirkung des Alkohols auch im nüchternen Zustand anhalten?

    Zum einen stellt sich die Frage ob sie wirklich nüchtern ist. Meiner Mutter hat man ihre 1,5 0/00 auch nicht unbedingt angemerkt. Zum anderen verändert Alkohol das Wesen, je länger der Konsum, desto nachhaltiger. Nur ein paar Tage nichts trinken, ändert nicht unbedingt etwas an den Verhaltensweisen. Durch Entzug des Suchtmittels kann es sogar noch schlimmer werden. Sonst siehe meine Anmerkungen zu Schädigung des Nervensystems.

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    Ich hätte bespielsweise nicht so ein Problem damit, wenn sie sagen würden, sie sehen das nicht so problematisch, aber meine Entscheidungen einfach akzeptieren und mich nicht aus der Familie "ausstoßen" würden. Das ist nämlich ein ganz großer Unterschied.

    Sicher ist das ein Unterschied, aber daran ändern kannst Du scheinbar nichts, weil sie Dir nicht zuhören, also musst Du wohl damit leben.

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    Aber ohne es böse zu meinen, scheinst du leider auch jemand zu sein, der viel herausliest, was ich so gar nicht geschrieben habe.

    Da scheine ich ja, unwissentlich zusammen mit anderen, in die gleich Kerbe gehauen zu haben. Was ich geschrieben habe, sind meine Erfahrungen bzw. meine Meinung basierend auf meinen Erfahrungen. Du hast geschrieben, ich habe geantwortet. Du brauchst nicht meiner Meinung sein und ich muss nicht Recht haben.

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    Nur weil ich mich mal ausjammere, weil ich das einfach mal brauchte, heißt das nicht, dass ich von Grund auf ein schwacher, hilfloser Mensch ohne Selbstwertgefühl und eigene Meinung bin

    Habe ich auch nicht behauptet.

    Wie gesagt, was ich schreibe ist meine Sicht, Du kannst sie teilen, musst Du aber nicht.

    Gruß
    Skye

    Hallo Sonnenblume,

    willkommen im Forum. Deine Geschichte ließt sich ein wenig wie ein Horrorszenario. Leider ist es aber auch so, dass solche Geschichten nicht selten sind in der einen oder anderen Form. Sie kommen überall dort vor wo Alkohol und/oder Abhängigkeit mit im Spiel sind.

    Ich habe früher sehr viel erzählt, was war, was ich gemacht habe. Das auch sehr detailiert, bloß nicht auslassend, damit das Gegenüber auch ganz genau wusste was gewesen war, damit bloß keine Fragen offen blieben oder gar Zweifel aufkommen konnten. Rückblickend war der Hauptantriebsgrund wohl, dass ich die Bestätigung von außen wollte, dass meine Sicht der Dinge richtig ist, dass meine Gefühle richtig sind. Dies kann ich mir aber nur selbst bestätigen, nicht andere.

    Ob Du nun Co-abhängig bist oder nicht, dass zu beurteilen steht mir nicht zu. Was ich aber lese, ist das Dein Selbstbewusstsein und Dein Selbstwertgefühl nicht sehr ausgeprägt sind. Ich habe den Eindruck, dass Du Dich nur mit Deinem Mann wirklich stark fühlen kannst, aber nicht alleine. Das Du Deine eigene Stärke und Leistung nicht siehst. Solange er da ist, ist jemand da der Dich endlich so liebt wie Du bist, etwas was Du Dir all die Jahre gewünscht hast. Endlich bestätigt Dir jemand liebenswert zu sein. Wo bleibt die Überzeugung von Dir selbst liebenswert zu sein?

    Mir scheint das er die Quelle ist, die Dich Dich stark fühlen lässt und das Wissen das Deine Stärke aus Dir selbst kommt nicht wirklich vorhanden ist. Hättest Du das Gefühl die Kraft zu haben für all das, wenn er nicht da wäre? Ich glaube, wenn ich Deine Geschichte so lese, eher nicht. Was Du bisher in Deinem Leben geleistet hast, spricht für eine enorme Stärke, sonst hättest Du es nicht geschafft. Bist Du Dir dessen bewusst?
    Du kannst auch alles alleine schaffen, sonst wärst Du inzwischen nicht mehr da. Du richtest Dich an Dingen von außen auf ( z. B. Dein Mann) und nicht an Dir selbst (z. B. die Überzeugung gut und liebenswert zu sein).
    Was machst Du wenn die Bestätigung von außen wegbricht? Glaubst Du dann immer noch Kraft zu haben die Du jetzt hast? Du bist Dir Deiner Selbst nicht bewusst.

    Was Du unter „weg von der Co-Abhängigkeit“ beschrieben hast, ist für mich nichts anderes als rumeiern, sei mir bitte nicht böse. Nur weil man sich (vermeintlich) von dem Abhängigen löst, hat sich die Co-Abhängigkeit nicht erledigt. Symptome sind bei Dir jedenfalls noch genug vorhanden.

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    Trotzdem belastet mich die Situation. Es ist nunmal meine Mutter und ich vermisse sie bzw. unser früheres gutes Verhältnis zueinander.

    Ich habe meine Mutter auch vermisst, ich habe sie geliebt, auch ich hatte Hoffnungen und Wünsche bezüglich unserer Beziehung. Heute sehe ich, dass ich manches bekommen habe, es aber nicht sehen konnte, weil ich nur auf den Alkohol fixiert war. Ich sehe heute, das manches meinem Wunschdenken entsprungen ist und keinen Bezug zur Realität hatte und somit auch wenn sie trocken geworden wäre, höchstwahrscheinlich nicht so eingetroffen wäre, wie ich es mir gewünscht habe. Heute sehe ich, das meine Wünsche und Träume mir den Blick auf die Realität verstellt haben, dass manches nicht so gut war, wie ich es meinte. Das ich manches schön, gut und richtig fand, weil ich es nicht anders kannte. Ich wollte das schlechte wieder, weil ich es für gut gehalten habe.

    Wirklich begriffen habe ich das erst nach ihrem Tod. Sicherlich bin ich auf Abstand gegangen. Ich war auch der Überzeugung, das ich sie so sehe wie sie ist, eine alkoholabhängige Frau die bis zur Besinnungslosigkeit säuft und mir deshalb nicht geben kann, was ich mir wünschte. Ich war der Überzeugung, dass ich mich abgegrenzt hatte. Wie falsch ich damit lag, wurde mir bewusst, als ich begriff, dass ich mich nicht nur von meiner Mutter verabschieden musste, sondern auch von all meinen Wünschen und Hoffnungen in Bezug auf sie. Wie viele es doch waren. Durch den Verlust meiner Wünsche und Hoffnungen begriff ich, wie sehr ich mich an sie geklammert habe und wie sehr sie mir in manchen Dingen den Blick auf die Realität verstellt haben. Ich hatte gedacht, dass ich akzeptiert hatte, dass sie trinkt, dass wir zwei von einander unabhängige Individuen sind. Zum Teil hatte ich das sicherlich, aber nicht so wie ich mir vorgemacht hatte.

    Ob Du Deine Mutter wiederbekommst ist nicht nur von ihr abhängig, sondern von Euch beiden. Damit überhaupt eine Chance besteht, dass ihr ein normales Verhältnis zueinander habt, muss sie trocken werden. Dann kann man weiter sehen. Solange sie trinkt, wird das nicht passieren.

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    Ich weiß, dass ich an ihrem Verhalten nichts ändern kann und dass es richtig ist, wie ich handele, aber es ist trotzdem schwer für mich, damit klarzukommen, weil es ja auch nicht absehbar ist.

    Dein schlechtes Gewissen wirst Du nur in den Griff bekommen, wenn Du selbst in Deinem tiefsten Innern überzeugt bist, das Richtige zu tun. Deine Mutter wird Dir nicht bestätigen, dass Dein Verhalten und Deine Sicht der Dinge gut und richtig sind, da hoffst Du vergebens. Das was Du tust entspricht nicht ihren Wünschen, also wirst Du auch keine Bestätigung erhalten. Wenn Du für Dich Ruhe willst, musst Du Dich davon verabschieden immer die liebe Tochter sein zu wollen. Du musst Dich davon verschieden, die Bestätigung für die Dinge zu bekommen die Du tust. Entweder Du tust es aus eigener Überzeugung und bestätigst Dich selbst oder das schlechte Gewissen wird auf die eine oder andere Art Dein Begleiter bleiben.

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    Warum bin in der Familie ich die einzige, die erkennt, dass meine Mutter ein Problem hat?

    Wie lange hast Du gebraucht, bis Du es erkannt hast? Wie lange hast Du gebraucht, bis Du es Dir dann auch eingestanden hast? Wie lange hast Du gebraucht, bis Du das erste Mal etwas gesagt hast? Wie lange hast Du gebraucht, bis Du das erste Mal auch so gehandelt hast, wie Du gesagt hast?

    Du wirst Deine Gründe gehabt haben, warum Du so lange den Kopf in den Sand gesteckt hast und die werden Deine Verwandten auch haben. Es ist durchaus denkbar, dass sie schon gemerkt haben, was Sache ist. Aber etwas bemerken und danach handeln, sind zwei Paar Schuhe, wie Du sicherlich selbst sehr gut weißt.

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    Ich frage mich auch, was genau das eigentliche Problem meiner Mutter ist... Alkoholismus ist ja immer nur ein Symptom.

    Warum willst das wissen? Glaubst etwas ändern zu können, wenn Du den Grund weißt, warum sie ihre Problemlösung beim Alkohol sucht? Meinst Du wenn Du das Pferd von hinten aufzäumst, kannst Du ihr helfen? Nein, auch dann kannst Du es nicht.
    Ich wusste warum meine Mutter trinkt. Zum einen bin ich nicht blind, zum anderen waren wir uns ähnlicher, als mir manchmal lieb war. Geholfen hat dieses Wissen weder ihr, noch im besonderen mir. Im Gegenteil, dass daraus teilweise resultierende Mitgefühl, hat mir manche Dinge noch schwerer gemacht, als sie ohnehin schon für mich waren.

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    Sie scheint eine extrem verzerrte Wahrnehmung zu haben, sieht nur das, was sie sehen will...

    Das liegt wohl weniger am Auslöser für's trinken, als am Alkohol selber. Alkohol ist eine bewusstseinsverändernde Droge, deshalb verhalten sich Betrunkene in der Regel auch anders als Nüchterne. Er ist zudem ein Gift und schädigt insbesondere Nerven bzw. das Nervensystem zu dem auch das Gehirn gehört, welches für die Wahrnehmung zuständig ist.

    Deine Verwandten scheinen Dich sehr zu beschäftigen. Warum ist es Dir so wichtig, dass sie Dich verstehen, das sie auf Deiner „Seite“ stehen. Ist es nicht vielmehr wichtig, dass Du zu Dir selber stehst, dass Du überzeugt bist das Richtige zu tun?
    Hast Du mal überlegt, warum Dir Bestätigung von außen so viel wichtiger ist, als Bestätigung von Dir selbst?
    Ich will Dir keinen Stempel aufdrücken „Co und fertig“, aber aufgearbeitet sieht auch anders aus.

    Wo bleibst Du? Wie siehst Du Dich? Was findest Du gut an Dir? Womit bist Du bei Dir zufrieden?

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    anders herum gefragt. Warum sollte ein Alkoholiker denn gehen? Wer will denn das Schlaraffenland verlassen, wo einem zur Not alles abgenommen wird und man in Ruhe trinken kann?

    Solange er trinken kann und ihm das tägliche Leben erleichtert bzw. weitestgehend abgenommen wird, ist doch alles in Butter.

    Solange er trinken kann, stört das bisschen Nörgelei nicht so sehr, im Gegenteil, es liefert einen zusätzlichen "Grund" zu trinken.

    Solange er trinken kann ist der Rest egal........ Ich habe noch keinen Angehörigen getroffen, der sich dieser Wahrheit nicht früher oder später stellen musste.

    Gruß
    Skye

    Hallo Rollo,

    herzlich willkommen hier im Forum. Vorab, es wäre besser Du würdest bei einem Thread bleiben und Deine Fragen dort stellen, als bei jeder neuen Frage einen neuen zu eröffnen. Vieles hängt doch irgendwie zusammen und es übersichtlicher und einfacher Dir zu antworten, wenn Du in einem bleibst.

    Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, weil ich versucht habe sie damit zu erpressen, sie damit trocken zu zwingen. Hat nicht funktioniert. Ich habe den Kontakt dann auf das Maß gestutzt wie ich ihn brauchte. Ich hatte kein Vertrauen mehr in sie und es wieder herzustellen hätte es mehr als eine Entgiftung oder auch Langzeittherapie gebraucht. Es hätte mit Sicherheit mindestens mehrere Monate ohne einen einzigen Tropfen gebraucht bis ich wenigstens wieder ein wenig Vertrauen gehabt hätte.

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    Denkt ihr, dass der Entschluss zu einem Entzug jemanden , der sich abgewendet hat (totaler Kontaktabbruch und Aussage wie : Du bist für mich gestorben) wegen des Alkohols und all der dadurch passierten Sachen, dazu bewegen kann, wieder in Kontakt treten zu wollen?

    Ich kann nur von mir ausgehen, was hätte passieren müssen, damit ich diesen Schritt gegangen wäre. Wenn ich das getan hätte, dann würde meine Antwort eindeutig „Nein“ lauten. Was ist schon ein Entzug! Maximal ein Anfang, aber ob der Weg weiter gegangen wird, steht dadurch noch lange nicht fest.

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    Sollte ich denjenigen davon in Kenntnis setzen, dass ein Entzug nun startet?

    Der Kontakt wurde zu Deiner Mutter abgebrochen. Ich finde es ist somit auch ihre Sache, die Person in Kenntnis zu setzen oder nicht.

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    Oder denkt ihr, dass das zuätzlich zur Belastung des Entzugs eine zu hohe psychische Belastung verursachen könnte?

    Es wäre Deine Mutter die unter Umständen dadurch belastet würde, nicht Du, also ist auch das ihre Entscheidung. Ihr Entscheidungen abzunehmen, ist keine Hilfe. Auch wenn es von Dir gut gemeint ist, aber gut gemeint ist nicht auch gut gemacht.

    Es ist ihr Leben, also sind es auch ihre Entscheidungen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Rollo,

    als meine Mutter in ihre erste Entgiftung ging war ich einfach nur froh und unheimlich erleichtert. Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen, dabei ist es schon 6 Jahre her. Ich sah es in meiner Hoffnung als Anfang. Ich hatte die Hoffnung, dass sie zu den 3% gehört, die es schaffen.

    Angst das irgendwelche gesundheitlichen Schäden zu Tage treten hatte ich nicht, denn der jahrelange Alkoholkonsum hatte schon sehr deutliche Spuren hinterlassen. Ich wusste da schon, dass Schäden vorhanden waren. Dazu brauchte ich weder Arzt noch Untersuchungen, meine eigenen Augen reichten.

    Ich denke, Du bist Dir dessen auch bewusst, dass 30 Jahre saufen nicht folgenlos bleiben, nicht bleiben können. Ich kann aber auch verstehen, dass Du die Augen davor verschließt,weil Du Angst hast sie zu verlieren. Das hatte ich bei meiner Mutter auch, doch der Alkohol hat sie letztendlich umgebracht. Mir hat es nicht nur leid getan, es hat mir selbst weh getan, sie so zu sehen, ein Sklave des Alkohols, nur auf den nächsten Schluck fixiert. Mir haben ihre sichtbare Verzweiflung und der unübersehbare Selbstekel weh getan. Niemand sollte so von sich denken, so mit sich umgehen, wie sie es getan hat.
    Ich habe meine Mutter auch geliebt, trotzdem wusste ich, sie war ganz allein dafür verantwortlich zu trinken und auch ganz allein dafür verantwortlich ihre Krankheit zum Stillstand zu bringen.

    Auch wenn Du es nicht hören willst, Deine Mutter ist für sich selbst verantwortlich. Das heißt sowohl für das trinken, als auch die ihr gebotenen Hilfen anzunehmen und es nicht mehr zu müssen.

    Es ist schön, dass Du Deine Mutter liebst, dennoch kannst Du ihr nicht helfen. Der Entzug ist etwas das sie alleine tun muss, ebenso wie sie den Weg zur Trockenheit selbst beschreiten muss. Es ist ihr Leben, sie bestimmt.

    Ich kann Dir nur raten, keine Pläne zu schmieden. Lass es auf Dich zu kommen. Deine Mutter ist ab morgen in guten Händen. Sie wird nicht nur entgiftet, sie wird auch Hilfe und Hilfsmöglichkeiten genannt bekommen, wie sie trocken werden kann, sofern sie will. Es ist allein von ihr abhängig, lass sie machen und warte ab was kommen wird. Die Zeit wird zeigen, was für Schäden da sind und was überhaupt wird. Dann ist Zeit genug, sich Gedanken zu machen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für Eure Antworten. Ich war ein paar Tage im Urlaub, daher melde ich mich etwas später, gut erholt und schön gebräunt von der, wohlgemerkt, deutschen Sonne.

    Zitat von Kaltblut

    Der Alkohol war das Erste was ich greifen, sehen, erklären konnte.

    So ging mir das auch. Ich brauche etwas, dass ich greifen kann. In diesem Fall muss ich mich aber wohl davon verabschieden.

    Zitat von Summerdream

    aber das du gleich mit sooooo vielen gemeinen fragen kommst tztztz

    einfach ist mir zu einfach, weißt Du doch ..... :lol:

    Zitat von Summerdream

    was ich nicht mag is, wenn sich jemand drauf stützt und nix ändert, vielleicht meinste das auch mit einfach machen?

    Das mag ich auch nicht und so habe ich das gemeint. Ich muss der allerdings auch ehrlicherweise sagen, dass ich es mir Anfangs genauso einfach gemacht habe. Sonst wäre die Frage bei mir wohl auch nicht aufgekommen. Ich habe diese Phase hinter mir gelassen, aber ich sehe oftmals bei anderen, dass sie sich mit dieser Erklärung zufrieden geben und die Hände in den Schoß legen und nichts weiter tun. Das sie darin verharren, sich und ihr Leben weiter anderen auszuliefern, anstatt es selbst zu bestimmen. Das sie sich in dieser Rolle des bemitleidenswerten Kindes richtig gut gefallen.

    Zitat von Löwenherz

    vielleicht (das ging mir beim Lesen Deines Beitrages so durch den Kopf), kommt dieses Verhalten ja auch noch aus einer Generation vorher...

    Das musste ich nach dem Besuch auch anerkennen, denn es gibt keine andere Erklärung dafür. Gäbe es vielleicht schon, aber die wäre doch sehr an den Haaren herbei gezogen.

    Zitat von Löwenherz

    Ganz klar: das Verhalten ist das, was das Familienleben zur Hölle macht!

    Dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Ich bin für mich daher auch nach einiger Überlegung dazu gekommen, dass Alkohol ein Verstärker ist. Etwas das dazu kommt, zu dem, was schon da ist. Alkohol ist nicht die Ursache, er bringt einen dazu über diese nachzudenken oder bei manchen eben auch nicht.

    Zitat von Löwenherz

    Jedoch scheinen die Suchtstrukturen vorhanden zu sein.

    Deshalb mag ich den Ausdruck Suchtstrukturen in diesem Zusammenhang auch immer weniger. Für mich wird mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl hüben wie drüben immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt der ganzen Sache. Denn wenn eines oder beides nicht vorhanden ist, wie soll ich der nächsten Generation dieses vermitteln? Das geht nicht. Erst bei der „Lösung“ dieses Problems kommen dann unter Umständen Suchtmittel zum Einsatz. Wie der Einzelne mit diesem Mangel umgeht, bestimmt letztendlich das Ergebnis.
    Da kann man jetzt sagen, das sind Haarspaltereien, aber ich sehe das so.

    Zitat von Löwenherz

    Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich ein nicht gerade kleiner Schock war, dass die "ganze Familie" so tickt.

    So wirklich hätte es mich nicht schockieren dürfen, denn ich kenne diese Menschen schon mein Leben lang. Was mich rückblickend betrachtet mehr schockiert, ist meine eigene Blindheit, meine Vogel-Strauß-Politik in dieser Sache.

    Zitat von Löwenherz

    Gibt es denn eine direkte Blutlinie zwischen den Personen, die da so agieren?

    Nein.

    Man kann es drehen und wenden wie man will, es führen immer mehrere Wege nach Rom, so wohl auch was dysfunktionale Familien angeht. Denn in Rom sind wir in meiner Familie offenkundig alle angekommen. 1 +1 ergibt eben doch nicht immer 2.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    so lange ich denken kann, hatte ich Probleme mit mir, mit meinen Beziehungen zu anderen Menschen, egal welcher Art diese waren. Ich hatte das immer als gegeben hingenommen, so war ich eben. Das hört sich nach mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl an, als es war. Beides war nur schwach entwickelt. Irgendwas mit mir stimmte nicht, irgendwas an mir war falsch. Das war eben so. Als Kind kam ich nicht auf die Idee, zu hinterfragen warum ich diese Probleme hatte, ebenso wenig als Jugendliche. Als Erwachsende habe ich mich nicht getraut, wie ich es heute sehe.

    Mit ca. 25 habe ich meine erste Therapie gestartet, wg. massiven psychosomatischen Problemen. Nach ungefähr 18 Sitzung betrachtete ich mich als austhreapiert und habe das ganze beendet. Heute weiß ich, dass es ab da langsam ans Eingemachte ging und davor hatte ich Angst. Ich wollte nicht mit meiner eigenen „Fehlerhaftigkeit“ konfrontiert werden.

    Ich habe bis ich 36 wurde so vor mich hin gelebt und die Schicksalsschläge des Lebens ebenso wie die Sauferei meiner Mutter hingenommen und ertragen wie es eben kam. Aktives Handeln, vor allem für mich, war mir sehr fremd. Dann kam der große Knall und ich hatte die Wahl mir Hilfe zu holen oder mein Leben endgültig abzuschreiben. Ich habe mir Hilfe gesucht und u. a. eine Therapie angefangen. Allerdings auch dies nicht, um mit mir klar zu kommen, mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Das ich da nicht klar kam, sah ich immer noch als gegeben und nicht zu ändern an. Irgendwas stimmte nicht mit mir und das hatte ich inzwischen als schicksalsgegeben akzeptiert. Ich habe sie begonnen, um zu lernen mit der Sauferei meiner Mutter klar zu kommen.

    Im Laufe der Therapie habe ich gelernt, das es um mich geht. Das all meine Probleme, auch die meine Mutter ihr eigenes Leben nicht leben lassen zu können, ihre Ursache in meinem sehr unterentwickelten Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl haben. Die Angst, der Wunsch nach Kontrolle, das krankhafte Klammern an andere Menschen, sich ihnen geradezu aufzudrängen und alles was mir das Leben sonst noch schwer gemacht hat, alles hatte seine Ursache da, in dem fehlen dieser zwei wichtigen Dinge.

    Ich bin ein Mensch der sehr schlecht irgend etwas einfach als gegeben hinnehmen kann. Wenn es irgend geht möchte ich die Ursache wissen. Im Laufe der Therapie glaubte ich den Grund für diesen Mangel gefunden zu haben. Ich sah sie in meiner unsicheren Kindheit, geprägt von alkoholabhängigen Erziehungsberechtigten, seit ich auf der Welt war. Mein Austausch mit anderen EKA's oder hier im Forum zu lesen, hat mich in dieser Ansicht bestätigt.

    Vor einiger Zeit habe ich einen Teil meiner Familie besucht, zu der ich schon recht lange nicht mehr viel Kontakt hatte. Ich hatte nach einem halben Tag das Gefühl, mir hätte jemand eins mit der Bratpfanne über gezogen. Es war als würde ich meine Mutter und mich betrachten. Als ich meine Verwandten sah, war es wie der Blick in eine Spiegel. Zugegeben in recht schmerzhafter Blick.

    Der gleiche Wunsch nach Kontrolle, die gleiche großkotzige Art, um den Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu überspielen, die gleiche Angst um einen geliebten Menschen, mit den gleichen miesen Folgen für beide Seiten, die gleiche Unfähigkeit nicht loslassen zu können und dem Gegenüber Eigenständigkeit zuzugestehen bei dem Kind. Bei der Mutter die gleiche stumme Verweigerungshaltung, die gleiche vorwurfsvolle Erwartungshaltung, das gleiche miese Sticheln, das gleiche Streit-vom-Zaun-brechen, das gleiche Selbstmitleid.

    Auf beiden Seiten die gleichen manipulativen Spielchen, die Unfähigkeit den anderen sein lassen zu können wie er ist und miteinander reden zu können, statt an einander vorbei, weil interpretiert wird anstatt zuzuhören, weil nicht offen ausgesprochen wird was man denkt, sondern erwartet wird.

    Der einzige Unterschied zu meiner Mutter und mir ist, keiner der Beteiligten ist alkoholabhängig oder nimmt andere Bewusstseins verändernde Drogen. Es sind zwar gemeinsame Wurzeln da, aber wenig Schnittmengen. Gleiche Familie aber von einander unabhängige Entwicklungen, nicht nur aufgrund geographischer Gegebenheiten. Ich würde es gern näher definieren, aber ich möchte meine Familiengeschichte nicht im www. verewigen.

    Ist es also wirklich der Alkohol, der alles kaputt gemacht hat?

    Für meine Arbeit an mir selbst hat dieses Erlebnis an sich keine große Bedeutung. Außer, dass es mir zeigt, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Ich habe erkennen können was da abläuft, vor drei Jahren hätte ich noch fröhlich mitgemacht und das ganze auch noch für völlig normal gehalten. Ich hätte es sogar noch um eine großen Schwung eigener Ratschläge bereichert und mich mit Feuereifer in die Probleme der anderen gestürzt. Was ich heute nicht mehr muss und wofür ich dankbar bin.

    Trotzdem beschäftigt mich die Sache, es wirft Fragen in mir auf. Ist Alkohol wirklich die Ursache? Oder ist er nur ein Anker an den man sich klammert, weil man eine Erklärung sucht für das, was schief gelaufen ist? Oder ist er nur ein Verstärker von etwas was ohnehin da war und was ohnehin passiert wäre? Ist es sich die Sache einfach machen, wenn man sagt meine Kindheit mit alkoholabhängigen Eltern hat mich so geprägt?

    Vielleicht werde ich Antworten finden, wenn nicht ist es auch noch so. Keine zu finden wird mich nicht hindern mich um selbst zu kümmern und jeden Tag ein bisschen mehr zu lernen, was das heißt und was es heißt mich selbst wichtig zu nehmen. Vielleicht wird es für mich zur Übung, etwas einfach als gegeben hinnehmen zu können und weil ich diesmal keine wirkliche Antwort finden kann.

    Gruß
    Skye

    Hallo Katrin,

    mein aufrichtiges Beileid zum Tod Deines Vaters.

    Ich kann Deine Erleichterung verstehen. Ging es mir auf der einen Seite doch nicht anders, als meine Mutter erlöst wurde. Wenn ein Elternteil geht, geht irgendwie auch ein Stück von einem selbst, vom eigenen Leben. Die Erinnerungen an ihn kann Dir keiner nehmen, aber erstmal werden sie schmerzen. Lass auch diese Trauer zu.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.

    Gruß
    Skye

    Hallo Doro,

    Du hast eine Frage gestellt und Antworten bekommen. Man hat sich Zeit für Dich genommen. Du hast verschiedene Standpunkte erhalten. Es ist doch an Dir, was Du für Dich daraus machst, was Du mit nimmst und was Du liegen lässt. Niemand geht Dich hier persönlich an. Nur weil andere Meinungen da sind, musst Du doch nicht gleich hoch gehen.

    Zitat

    So kam es bei manchen so an wie: Er stellt immer nur sich selbst in den Mittelpunkt, er sieht überhaupt nicht, was bei anderen - durch ihn - los war.

    Das ist ganz allein sein Problem bzw. das der anderen. Es ist auf jeden Fall nicht Dein Problem. Er muss mit diesen Menschen klarkommen oder auch nicht. Es ist seine Sache wie er bei anderen ankommt, das hat doch nichts mit Dir zu tun. Wenn Dir das unangenehm ist, ist an Dir bei Dir zu schauen. Wenn Dich andere darauf ansprechen verweise sie an ihn.

    Zitat

    Warum lest ihr nicht, was ich schreibe?

    Ich lese, was Du schreibst. Was ich lese steht aber für mich nicht im Einklang mit dieser Aussage:

    Zitat

    Es ist okay für mich! Ich kann es akzeptieren.

    Wenn dem so wäre, würdest Du Dich nicht immer wieder erklären wollen. Auf mich macht das den Eindruck, dass Du Bestätigung für Deine Sichtweise brauchst. Wenn Du akzeptieren könntest, dass er sich nicht entschuldigt und sein Verhalten nicht erklärt, mit Dir darüber spricht, Dir zuhört, wie er Dich verletzt hat, dann würdest Du Dich hier nicht im Kreis drehen. Wenn Du meinst er solle sich entschuldigen, dann ist es doch gut. Wenn das Deine feste Überzeugung ist, brauchst Du doch keine Bestätigung.

    Zitat

    Bloß meine erste Reaktion war Befremdung, Irritation.

    Bist Du Dir da selbst gegenüber ehrlich?

    Doro, ich glaube, Du stehst Dir im Moment selbst im Weg. Gib Dir doch selbst etwas Zeit, lass das Thema ein wenig ruhen und gehe es später nochmal an. Manchmal ist es besser etwas einfach sein zu lassen und sich später noch einmal damit zu beschäftigen.

    Lass es doch erstmal sacken und tue Dir die Ruhe an.

    Gruß
    Skye

    Hallo Doro,

    sollte „man“ sich entschuldigen? Ich weiß nicht was „man“ macht, aber ich entschuldige mich, wenn ich meine, dass es notwendig ist. Wer weiß schon, was im Kopf Deines Ex-Partners vorgeht? Niemand außer ihm selbst. Wer weiß schon, ob er es als notwendig ansieht sich zu entschuldigen.

    Mit Erwartungen an andere ist das so eine Sache. Sie können ihnen entsprechen, dann ist alles in Butter, oder auch nicht, dann wird mit der Zeit immer mehr Frust vor sich her geschoben. Aus Deinem Post lese ich eine ganz schöne Erwartungshaltung an Deinen Ex-Partner.

    Mit Erwartungen bin ich schlecht bedient. Schneller und sicherer zum Ziel komme ich, wenn ich direkt anspreche was ich möchte. Dann kann das gegenüber ja oder nein sagen und ich weiß, woran ich bin. Woher soll das gegenüber denn wissen, was ich von ihm erwarte? Nebenbei, wieviel Zeit verschwende ich mit er-warten. Ich warte und mache mich davon abhängig, ob das auf das ich warte eintrifft. Ich warte darauf, dass andere etwas tun. Ist es nicht schneller, einfacher, effektiver und vorallem sicherer mein gegenüber zu fragen? Ich finde schon.

    Manchmal ist es auf den ersten Blick vielleicht schwerer zu reden statt zu erwarten, weil es nicht immer einfach ist alle Dinge auszusprechen, aus welchen Gründen auch immer Hemmungen bestehen. Es vermeidet aber Frust und Unzufriedenheit, weil ich durch eine Antwort direkt Klarheit habe, wie das Gegenüber dazu steht oder was es für eine Einstellung hat. Dann kann ich ja überlegen wie ich dazu stehe.

    Rede über das was Dir wichtig ist. Wenn Du meinst, dass sein Verhalten eine Entschuldigung notwendig macht, sag es ihm. Wenn Du seine Leistung nichts zu trinken nicht bewunderst/nicht bewundern kannst, sag es ihm. Wenn er aufhören soll davon zu reden, sag es ihm. Wenn Dich etwas stört, womit er zu tun hat, sag es ihm. Ob Du die Antwort bekommst die Du hören willst, ob er tut was Du möchtest, kann keiner sagen, aber Du hast dann Klarheit und weißt woran Du bist.

    Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden, übernehme selbst die Verantwortung für Dich und gib sie nicht an ihn ab.


    Gruß
    Skye

    Hallo Comet,

    willkommen zurück im Forum.

    Zitat

    Ich spring hier ins kalte Wasser und hab keine Ahnung, was auf mich zukommen wird.

    Das hast Du auch nicht wenn Du morgens aus dem Haus gehst, da weißt Du auch nicht was der Tag Dir bringt. Trotzdem gehst Du. Bei Deiner Arbeit weißt Du auch nicht immer so genau was kommt, trotzdem machst Du es und das auch noch mit Spaß, wenn ich das richtig verstehe.
    Alles vielleicht eine Sache der Einstellung!??

    Zitat

    Werde ich es mit den Kindern alleine schaffen?

    Für das finanzielle findet sich eine Lösung. Aber ist Dein Mann noch ein Partner in Punkto Kindererziehung und -betreuung, ist er Dir noch eine Unterstützung, nimmt er noch wirklich Anteil an den Kindern? Oder bist nicht jetzt schon mit ihnen alleine bzw. fühlst Dich allein gelassen?

    Zitat

    Halte ich die zukünftige Einsamkeit aus?

    Bist Du nicht jetzt schon einsam? Du schreibst ihr habt nebeneinander gelebt bzw. jetzt fliegen die Fetzen. Das hört sich für mich nicht nach Zweisamkeit an, sondern nach Einsamkeit an. Man ist in einer Beziehung zwar nicht allein, aber man kann trotzdem einsam sein. Allein wärst Du ja nicht, da sind 4 Kinder und 2 Hunde.

    Zitat

    Hab ich die Kraft die Steine aus dem Weg zu räumen, die er mir zwischen die Füße werfen wird?

    Sind sie wirklich so groß, dass Du sie wegräumen musst? Vielleicht kannst Du auch einfach drüber steigen und weiter gehen. Du weißt doch noch gar nicht was kommt, Du stellst es Dir vor, aber wissen tust Du es nicht.

    Zitat

    Was ist mit meiner Liebe, die ich trotz allem immer noch für ihn empfinde?.......

    Liebst Du ihn so wie er jetzt ist oder liebst Du das was mal war oder was Du Dir erhoffst, wenn er trocken werden sollte? Liebst Du ihn oder eine Illusion?

    Zitat

    Ich habe so viele Momente in der Vergangenheit verpaßt, wo ich es wirklich hätte tun m ü s s e n. Heute können wir die Situation viel besser aushalten................Oder bei ihm zu bleiben und daran zu arbeiten, das Leben mit ihm so gut wie möglich erträglich zu machen?

    Und jetzt möchtest Du Dich selbst für die „Fehler“ der Vergangenheit bestrafen? Oder wie ist das zu verstehen? Das Leben ist nichts was man aushalten oder ertragen sollte. Das Leben ist etwas, was man genießen, sich daran erfreuen sollte. Willst Du das nicht? Wir haben nur das eine........

    Zitat

    Ich befürchte, daß ich nach seinem Auszug anfangen werde, nur noch die guten Seiten an ihm zu sehen und die Schlimmen zu vergessen.

    Dafür hast Du dann ja Deine Tagebücher......

    Comet, Kopfkino hilft Dir nicht weiter. Was man sich da so vorstellt, trifft ohnehin nie so zu wie man sich gedacht hat. Es bringt nichts, aber es kostet Kraft. Kraft die Du brauchst, wenn es drauf ankommt. Wenn Du sie vorher verpulverst, fehlt sie Dir wenn Du sie brauchst. Immer ein Schritt nach dem anderen, die Zukunft ist morgen und was da kommt weißt Du nicht. Du weißt nur das was heute ist.

    Gruß
    Skye

    Hallo Evvi,

    herzlich willkommen hier im Forum. Ich habe solange ich denken kann immer ein alkoholabhängiges Elternteil gehabt. Es ist schwer mit anzusehen, wie diese Droge Leben zerstört. Ich kenne das Gefühl, wenn einem vollkommen egal ist, ob man lebt oder stirbt. Mein Weg daraus war eine Verhaltenstherapie, der Besuch einer SHG für Angehörige und das lesen und schreiben hier im Forum.

    Doch egal wie sehr wir unter den Auswirkungen gelitten haben, Alkohol und Menschen die Alkohol trinken wird es immer auf dieser Welt geben. Auch wenn es möglich ist, sich einen Bekanntenkreis aufzubauen indem nicht getrunken wird, wird man dem Alkohol nicht gänzlich ausweichen können. Er ist in dieser Welt und er wird es auch bleiben. Ebenso wie es weiter Schützenfeste und andere organisierte Massenbesäufnisse geben wird, wie z. B. Karneval oder Polterabende. Außerdem ist nicht jeder Mensch der Alkohol trinkt unfähig mit ihm umzugehen. Nicht jeder der ihn trinkt, wird abhängig.

    Ein Mensch braucht keinen Alkohol zum leben, aber er braucht andere Menschen, er ist ein Herdentier. Sich zu Hause einzugraben, lässt zwar die Welt und den Alkohol draußen, es lässt aber auch die Menschen und menschliche Kontakte die es zum leben braucht draußen. Das kann auf Dauer keine Lösung sein.

    Du möchtest ein Tipp, wie Du Dir helfen kannst? Ein Anfang wäre hier zu lesen, im gesamten Forum. Nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Angehörigen und bei den Alkoholikern. Vielleicht hast Du dann weitere Blickwinkel auf ein und dieselbe Krankheit. Eine weitere Möglichkeit wäre, eine SHG für Kinder von alkoholabhängigen Eltern aufzusuchen. Du bist nicht allein mit Deinen Problemen und könntest Dich da mit Kindern austauschen, denen es ebenso geht wie Dir. Was ich aber sehr wichtig fände, ist dass Du mit Deinem Hausarzt redest und mit ihm über Deine Probleme sprichst.

    Du kannst Dir helfen, nicht von heute auf morgen, aber es gibt Hilfe für Dich.

    Gruß
    Skye

    Hallo Nadine,

    ich weiß wie es Dir geht, wie es ist so verzweifelt zu sein. Es ist mir sehr lange genauso gegangen. Ich weiß auch wie empfindlich man in solchen Situationen ist.

    Genauso weiß ich, wie es ist von dem Gedanken besessen zu sein die eigene Mutter retten zu wollen. Wie es ist wenn der Gedanke hochkommt, ich verliere sie, wie sich diese Angst anfühlt. Wie es ist zu wissen, dass sie, wenn es so bleibt, sie auf ihr garantiertes Ende zusteuert. Wie es ist, wenn dieser Gedanke hochkommt und wie es ist, diesen Gedanken mit aller Gewalt zurück zu drängen, weil man sie nicht verlieren will, weil man den Gedanken, dass die Mutter stirbt, so sinnlos stirbt, nicht ertragen kann. Wie es ist, sich überhaupt nicht vorstellen zu können oder auch zu wollen, dass sie irgendwann nicht mehr da ist. Wie es ist, die Realität zu verdrängen, zu ignorieren, weil man sie nicht ertragen kann. Wenn man da sitzt wie ein kleines Kind, das sich die Augen zuhält, weil es glaubt das Böse verschwindet dann und sich einfach nur wünscht, dass irgendjemand macht, das alles wieder so wird wie früher. Wie man anfängt auf sie einzureden, was sie zu tun und zu lassen hat, weil man sie nicht verlieren will. Wie ist, wenn man sich nur noch damit beschäftigt, das Leben der eigenen Mutter zu retten. Wie es ist, maßlos enttäuscht und verletzt zu sein, weil sie diese Bemühungen nicht anerkennt, ja geradezu boykottiert.

    Ich weiß wie das ist. Ich weiß aber auch, das alles tun, machen und verdrängen sinnlos ist. Die Realität lässt sich nicht wegignorieren. Je mehr man es versucht, desto mehr ist man verzweifelt, desto mehr Kraft kostet es und desto mehr steuert man auf sein eigenes Ende zu. Der permanente Einsatz für etwas das man nicht ändern kann, das ständige Verdrängen der Realität führt nicht dazu, dass sich etwas ändert, es führt dazu, dass man selbst auf sein eigenes Ende zusteuert.

    Nadine, Deine Mutter ist Alkoholikerin, diese Krankheit wird sie umbringen wenn sie selbst nichts dagegen tut. Deine Weigerung diese Realität anzuerkennen, ändert nichts an ihr. Wenn Deine Mutter trinken will, wird sie es tun, Du kannst es nicht verhindern.

    Der einzige Weg für Dich zu überleben, ist nicht tun und machen oder das ignorieren der Realität, der einzige Weg zu überleben ist zu akzeptieren, das Du nichts tun kannst, das nur sie etwas tun kann für ihr Leben in jedem Bereich, dass Du diesen Willen bei ihr nicht erzwingen kannst, denn es ist ihr Leben. Du kannst sie nicht beschützen, weder vor dem Alkohol noch vor den Folgen ihrer Sucht was das Körperliche, als auch das Soziale betrifft. Auch wenn Du sie nicht verlieren willst, es ist ihr Leben, sie kann damit machen was sie will.

    Der einzige Weg für Dich zu überleben und vielleicht noch ein wenig Nähe mit ihr zu erfahren, ist Dein eigenes Leben zu leben und sie ihr Leben leben zu lassen wie sie es will.

    Der einzige Weg ist, Deine Mutter los zulassen, so weh es in der ersten Zeit auch tut.

    Gruß
    Skye

    Hallo Lady,

    Alkohol ist eine bewusstseins verändernde Droge und ein Nervengift. Er verändert Menschen, je länger und je mehr sie trinken bleiben Veränderungen bestehen, auch wenn sie trocken werden. Unter anderem auch das was sie im Suff erleben verändert sie. Deine Mutter wird in diesem Sinne nie wieder normal werden, aber das muss nichts schlechtes sein.

    Auch wenn sie ein paar Tage nichts getrunken hat, verändert das nicht zwingend auch ihr Verhalten. Um da eine Änderung zu erreichen, ist es nötig, dass sie etwas für sich tut. Nur nicht trinken reicht nicht. Nasse Verhaltensweisen gehen nicht automatisch mit den Promillewerten zurück. Lügen gehört zu dieser Krankheit, wie atmen zum leben. Versuch es nicht persönlich zu nehmen, wenn sie lügt, sie kann zur Zeit nicht anders. Mal ganz einfach ausgedrückt, jemand mit Schnupfen niest, ein nasser Alkoholiker lügt und trocken ist Deine Mutter nicht.

    Solche Situationen wie Du sie beschreibst kenne ich zur Genüge. Die harmlosesten Gespräche endeten im Streit, wenn ich sie wegen irgendetwas trösten oder ihr Mut machen wollte, egal, es endete im Streit, wenn ich etwas von mir erzählte, genauso egal, es endete im Streit. Eines hatten alle Situationen gemeinsam, ich wusste nicht woher es kam und warum. Von einem Moment auf den anderen, war ich mittendrin.
    Fast immer waren wir beide anschließend am weinen, auch verbal konnten wir uns gegenseitig sehr verletzen und haben das in solchen Moment auch oft getan. Jedes mal war ich diejenige, die sich entschuldigt hat. Ich wusste oft garnicht so genau wofür und warum, aber ich habe mich entschuldigt. Manchmal bin nach Hause gefahren und wollte hart bleiben, weil schon das Gefühl hatte, hier stimmt was nicht und diesmal ist es an ihr den ersten Schritt zu tun. Aber spätestens am nächsten Tag bin ich eingeknickt. Ich konnte noch nie gut mit Streit leben und das wusste sie. Sie wusste welche Knöpfe sie bei mir drücken musste, ebenso wie ich ihre kannte. Dieses Spiel kann man nur zu zweit spielen, als ich ausgestiegen bin, war es zu Ende.

    Es hat etwas gedauert bis dahinter gestiegen bin. Ich bin in der SHG drauf gekommen, weil sich die Situationen und Geschichten alle so sehr ähnelten. Meine Mutter hat einen Grund zum saufen gesucht und der Streit mit mir hat ihr einen gegeben. So einfach ist das und doch so schwer für einen selbst. Hinter dem Alkohol steht alles zurück, auch die eigenen Kinder. Auch diese Verhaltensweisen, verschwinden nicht von selbst. Die bleiben auch, wenn sie ein paar Tage nichts trinkt.

    Ich weiß das es schwer ist mit sowas umzugehen und das es verletzt, aber versuche es nicht so sehr an Dich rankommen zu lassen. Es ist der Alkohol um den es geht und um nichts anderes, Deine Mutter kann im Moment nicht anders. Das geht nicht wirklich gegen Dich, dazu hat der Alkohol sie zu sehr im Griff.

    Solange sie nicht aktiv etwas gegen ihre Sucht unternimmt, wird sich nichts wesentliches ändern. Der Wille dazu muss von ihr selbst kommen, den kannst Du nicht erzwingen. Jeder weitere Versuch das zu erreichen kostet Dich Kraft, die Du für Dich selbst brauchst. Es bringt weder Dir, noch Deiner Mutter etwas, aber es kostet Dich etwas.

    Und was die Hochzeit angeht, es sind noch 2 Monate und bis dahin ist noch viel Wasser den Rhein hinab geflossen. Blieb im hier und jetzt und denke nicht schon Wochen und Monate im Voraus. Hier und heute kannst Du etwas für Dich tun, was nächste Woche, nächsten Monat oder auch morgen ist, weißt Du nicht.

    Versuche ein wenig zur Ruhe zu kommen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Knubbelchen,

    ich hatte ja mehrere Möglichkeiten genannt, wo Du Hilfe bekommen kannst, deshalb meine Frage. Aus Deiner Antwort schließe ich mal, dass Du es mit einer Therapie schon versucht hast.

    Was Du da beschreibst, hört sich richtig gruselig an. Ich hatte beim lesen, da so ein Bild von Nervenheilanstalten aus den 50-ern vor Augen. :shock: Ich hätte das keine 10 Std. mitgemacht, da hätte ich schon eher die Segel gestrichen. Man sollte sich schon wohl fühlen, da hat eine Badeanstalt ja mehr Atmosphäre. :roll:

    Das sieht nicht überall so aus. Bei meiner Therapeutin ist es ganz gemütlich, gedämpftes Licht, warme Farben, bunte Bilder an den Wänden und zwei urgemütliche Ledersessel. Bei meinem ersten Therapeuten war es auch ganz gemütlich eingerichtet, wenn auch ein wenig anders. Ich denke, dass ist auch eher die Regel und das was Du da gesehen hast die Ausnahme. Auch führe ich da keine Monologe. Ich kann reden, solange ich was zu sagen habe. Ich bekomme auch Antworten, Denkanstöße und verschiedene andere mögliche Sichtweisen, dessen was ich erzähle von meiner Therapeutin. Es ist schon so, dass ich die meiste Zeit rede, aber eben nicht allein und ich bekomme erschöpfendere Antworten als Du seiner Zeit. Wenn mir mal nichts einfällt, dann stellt sie Fragen, dann fällt mir schon meistens etwas ein. :wink:

    Wenn Dir unwohl ist, bei dem Gedanken an eine Therapie, dann lass es. Wie gesagt es gibt auch andere Möglichkeiten und Du kannst Dich auch hier im Forum jederzeit austauschen. Doch ich denke, Du solltest nicht ganz ausschließen, Dir etwas zu suchen, wo Du Dich von Angesicht zu Angesicht unterhalten und austauschen kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir das beim beantworten von offenen Fragen helfen könnte.

    Du kannst alles ausprobieren, was Du möchtest ob Therapie, Suchtberatung oder SHG für Kinder, wenn Du nach 2/3x sagst das ist nichts für mich, dann lässt Du es halt. Wenn Du nicht willst, ist das auch o. k. Du musst da für keinen ausharren, es geht nur um Dich, Du bestimmst, was gemacht wird.

    Gruß
    Skye

    Hallo Empty,

    ich habe mir jetzt 13 Seiten durchgelesen. Ganz offen und ehrlich gesagt, war es teilweise mehr ein kämpfen als ein lesen. Manche Passagen habe ich überflogen, weil es immer und immer wieder dasselbe war. Auch ganz offen und ehrlich gesagt, waren es für mich 13 Seiten Selbstmitleid, Ausreden warum Du nichts für Dich tun willst und Beteuerungen, wie sehr Du diesen Mann liebst. Warum ist mir trotz allem aber immer noch schleierhaft.

    Der Titel lautet: Und noch einmal..... ich will so nicht leben.

    Und noch einmal.....

    Mir stellt sich die Frage, ob Du das überhaupt schon mal ernsthaft gesagt hast.

    …. ich will so nicht leben.

    Wie Du es denn stattdessen willst, die Frage wurde schon gestellt. Wirklich drauf geantwortet hast Du nicht. Ich glaube, nicht weil Du nicht wolltest, sondern weil Du einfach nicht kannst. Wenn Du wüsstest, wie Du leben willst und Dir selbst das ehrlich eingestehen könntest, dann könntest Du auch antworten.

    Wie wäre es, wenn Du zur Abwechslung einmal darüber nachdenkst, was Du brauchst um gesund zu werden und nicht was er braucht? Wem zweimal körperliche Gewalt angetan wird und wer sich dann immer noch nicht sicher ist, dass er nein sagen kann, der ist nicht gesund. Empty besorge Dir Hilfe, erste Anlaufstelle dafür könnte Dein Hausarzt sein oder die Suchtberatung.

    Gruß
    Skye