Beiträge von Skye

    Hallo Nisa,

    Zitat

    Hat mir die Therapeutin erzählt

    Nicht alles was Therapeuten erzählen muss richtig sein bzw. für Dich stimmen. Meine hat mir wunderbar geholfen. Allerdings war noch lange nicht alles was sie so gesagt und teilweise vorgeschlagen hat richtig für mich. Wichtig ist was ich denke und fühle, sie hat mir geholfen, dazu wieder einen wirklichen Zugang zu finden und dazu zu stehen. Dazu musste ich nicht alles annehmen, was von ihr kam.

    Zitat

    wie sonst wäre es zu erklären dass manche rauchen, aufhören und das wars und manche - wie ich - noch nach 10! Jahren Apptit ab und an auf Zigaretten haben.

    Für mich hat es etwas damit zu tun, ob man etwas als Verlust betrachtet oder nicht. Alkohol wäre kein Verlust für mich. Gut um das eine oder andere Getränk fände ich es schade, einfach weil ich den Geschmack gerne mag, aber ein wirklicher Verlust, nein. Anders sieht es da mit Schokolade, grünen Bohnen,Steaks oder Kirschen aus. Ich bin nicht abhängig davon, aber das sind zum Beispiel Dinge die einen echten Verlust für mich bedeuten würden, weil ich sie sehr gern mag. Dürfe ich sie aus irgendwelchen Gründen nicht mehr essen, hätte ich ein Problem. Es wäre zu meistern, aber ich würde Verlust empfinden und sicherlich ab und an ziemlich Appetit darauf bekommen. Ich brauche sie nicht zum leben, ebenso wenig wie man Zigaretten zum leben braucht, ich würde ohne diese Sachen nicht verhungern, doch nichts desto trotz wäre es ein Verlust für mich. Betrachtest Du den Verzicht auf Zigaretten vielleicht als Verlust?

    Gruß
    Skye

    Hallo Mondscheinengel,

    niemand wird hier herunter geputzt auch Du nicht. Es herrscht hier ein offener Umgangston ohne großes Drumherumreden, denn es geht hier um Leben und Tod und das nicht nur bei den Alkoholikern, auch unter Umständen bei den Angehörigen.
    Was Dir hier geschrieben wurde, sind Meinungen und Sichtweisen die auf eigenen Erfahrungen beruhen. Gut vielleicht ist es nicht das was Du gewohnt bist und nicht das was Du hören willst, aber runter putzen tut Dich hier niemand, dass sieht definitiv anders aus.

    Fakt ist, Sucht und Abhängige sind nicht so unterschiedlich und individuell, wie Du es gerne hättest auch das lehrt die Erfahrung im Laufe der Jahre. Angehörige übrigens auch nicht. Meine Mutter hat sich totgesoffen, ich habe ihren Weg begleitet, ich habe mich mit anderen Angehörigen und trockenen Alkoholikern ausgetauscht. Ich weiß, wovon ich rede. Das kannst Du jetzt glauben oder auch lassen.

    Mein Eindruck wenn ich Deine Zeilen lese ist, Dein Vater hat trocken zu werden, am besten noch gestern und egal was da komme. Du willst Deine Ruhe und Dein Leben und Deine Mutter wie es scheint auch. Diese Idee ihn notarztreif abzufüllen lässt mir die Haare zu berge stehen, da bin ich selbst in meinen schlimmsten Zeiten nicht drauf gekommen. Ich wollte meine Mutter schließlich nicht umbringen. Solche Vorhaben sind für mich Körperverletzung. Ich kann Deinen Wunsch verstehen, aber der ist nicht abhängig vom Verhalten Deines Vaters. Das ist es was Dir hier die anderen bisher sagen wollten. Ihr seid beide erwachsene Menschen für ihr Leben und ihr Wohlergehen selbst verantwortlich. Du für Deines, Dein Vater für seines.

    Das gleiche gilt für Deine Mutter, sie ist selbst dafür verantwortlich, wie ihr Leben verläuft. Hört sich hart und abgebrüht an, ist es nicht, es ist eigene Erfahrung und trotzdem bleibt immer noch Platz für Mitgefühl.

    Dein Vater hat Entgiftungen hinter sich. Dort wird nicht einfach nur der Alkohol entzogen, man bekommt auch Infos wie man ein trockenes Leben leben kann. Er geht in ein Selbsthilfegruppe und zur Suchtberatung, dort kann er alles erfahren, was er benötigt. Dort wird ihm geholfen, sofern er trocken werden will. Das funktioniert aber nicht durch abnehmen von Dingen, sondern durch Unterstützung von Eigeninitiative. Dein Vater weiß sehr genau, wo er Hilfe bekommt. Eigeninitiative ist der Schlüssel zur Lösung. Indem Du ihm die Suche nach einem Krankenhaus abnimmst, hilfst Du ihm nicht, Du schadest ihm. Bisher hat er trotz Entgiftungen nicht den Willen zur Trockenheit bekundet, denn er trinkt wieder, so einfach ist das. Es gibt keine Gründe zu trinken, er trinkt, weil er will.

    Deine Worte hier lassen sehr wenig Kenntnis über die Familienkrankheit Alkoholismus erkennen. Vielleicht informierst Du Dich mal ein wenig mehr, bevor Du hier mit Vorwürfen und Vorhaltungen ankommst. Lies Dich mal ein wenig durch das Forum, in allen Bereichen, vielleicht siehst Du dann klarer.

    Hier wird jedem geholfen, wenn er will. Allerdings ist das hier kein Wunschkonzert, hier wird das vermittelt, was anderen geholfen hat, so funktioniert Selbsthilfe.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    ich glaube nicht das Alkoholismus genetisch vererbt wird, vielmehr denke ich das er erlernt wird. Es wird vorgelebt, dass Alkohol eine erleichternde, befreiende Wirkung hat, es wird vorgelebt, das man damit Probleme lösen und das Leben verbessern kann. Zumindest wird es so verkauft.
    Das dem nicht so ist haben wir von außen gesehen und erlebt. Ob man selbst abhängig wird hat für mich sehr viel damit zu tun, wie die eigenen Erfahrungen mit diesem „verschönernden Lösungsmittel“ sind. Nicht nur die Erfahrungen durch zusehen, was Alkohol aus anderen macht, sondern auch die eigenen.
    Ich wurde als Alkoholikerkind schnell in eine Schublade geschoben, in die Schublade „alkoholabhängig“. Ich bin mehrfach belastet, Großvater, Vater, Stiefvater, Mutter und weiß nicht wie oft ich mich von Fachleuten einsortiert in dieser Schublade wieder gefunden habe. Ich hätte oftmals den Eindruck gewinnen können ich sei ein Wunder, dass ich nicht selbst abhängig geworden bin, so oft wie ich angezweifelt und so wie ich betrachtet worden bin. Kann nicht sein, geht doch garnicht anders, die macht mir was vor, die muss doch auch trinken......
    Ich habe oft das Gefühl gehabt beweisen zu müssen, dass ich nicht alkoholabhängig bin, weil andere mich in diese Ecke schieben wollten. Himmel, war ich das manchmal leid und es hat mich verunsichert. Heute ist es mir egal. Ist es einfach Glück oder mein Charakter, keine Ahnung, was verhindert hat den gleichen Weg wie meine Eltern zu gehen, waren meine eigenen Erfahrungen.

    Ich hatte als Jugendliche eine Phase, da habe ich richtig reingetreten und fand das toll, besoffen sein war geil. Jedes Mal bis zum abwinken, ein Maß kannte ich nicht, gebremst wurde ich nur von außen, sprich entweder weil andere mich hinderten oder das Geld alle war. Wer sollte mir auch ein Maß beigebracht haben, meine Eltern nicht. Das habe ich dann irgendwann selbst erledigt.

    Dann habe ich im besoffenen Kopf richtig schön Sch.... gebaut, nicht im strafrechtlichen Sinne sondern im moralischen. Ich konnte mir selbst sehr lange nicht in die Augen schauen. Das hat mich zwar ans nachdenken gebracht, aber noch nicht wirklich gereicht. So ganz nebenbei gab es ja auch noch Faktoren wie Gruppenzwang. Dem hatte ich mit Anfang 20 nicht wirklich viel entgegen zu setzen. Einige Zeit danach hatte ich einen Filmriss. Plötzlich fehlten mir ein paar Minuten und die waren lang genug um wieder ähnliche Probleme zu bekommen. Der Verlust der Kontrolle über mein Handeln, zwei mal kurz hinter einander, hat gereicht, damit ich jahrelang gar nichts mehr getrunken habe. Alkohol schön und gut, aber mich selbst nicht mehr kontrollieren zu können, dass ging gar nicht. Der Preis war ein recht einsames Leben, aber das war mir egal, die Angst wie meine Eltern zu werden, war zu groß. Hatte ich doch genau dieses Verhalten, diesen Kontrollverlust bei meinen Eltern zu oft erlebt und zu oft unter ihm zu leiden. Das nur bei meinen Eltern zu sehen hätte als Lerneffekt bei mir nicht gereicht, ohne diese für mich negativen, eigenen Erfahrungen, wer weiß wo es für mich geendet hätte.....

    Lange Rede kurzer Sinn, es gedauert bis ich gelernt habe, dass ich nicht meine Eltern bin, dass es nicht nur ganz oder gar nicht sondern haufenweise Zwischenstufen gibt und das nicht nur beim Alkohol. Ich esse ja auch nicht jeden Tag Schnitzel oder Schokolade. Ich habe heute einen normalen Umgang mit Alkohol. Ich habe Respekt vor ihm und seiner Wirkung aber keine Angst mehr. Heute trinke ich ab und an mal welchen, wenn mir danach ist und wenn es passt, ich also nicht fahren muss oder sonst auf meine volle körperliche und geistige Leistungsfähigkeit angewiesen bin. Dabei kann ich nicht mal mehr sagen, wie oft oder wie viel. Ganz einfach, weil es nicht mehr wichtig ist, weil ich nichts mehr beweisen muss, weil ich niemandem außer mir selbst Rechenschaft schuldig bin. Es ist derart unterschiedlich und mir ist es viel zu unwichtig mir das zu merken. Ich bin mit mir darüber im reinen. Heute kenne ich meine Grenze und kann sie ohne Probleme einhalten. Ich muss nirgendwo mehr mithalten oder etwas beweisen, anderen etwas beweisen und ich bin nicht meine Eltern. Mit dieser Einsicht kam auch ganz von alleine ein für mich normales Maß und ein relativ entspanntes Verhältnis zum Alkohol. Ganz nebenbei, nicht nur zum Alkohol, sondern zu vielen Dingen, mit denen ich früher nicht umgehen konnte.

    Jeder, ob nun Alkoholikerkind oder nicht, muss für sich selbst entscheiden ob er Alkohol trinkt oder nicht und ob sein Konsum oder auch Nichtkonsum für ihn in Ordnung ist. Meine paar Mal im Jahr sind für mich in Ordnung.

    Gruß
    Skye


    Hartmut
    Sicherlich ist es grenzwertig in einem Alkoholikerforum über Trinkgewohnheiten zu sprechen. Da hier aber alle von der Sucht Betroffenen schreiben gibt es zwangsläufig Reibungspunkte. Ich kann mir bei den Alkoholikern auch nicht jeden Beitrag oder Thread durchlesen, sonst bekomme ich gelinde ausgedrückt Blutdruck. Alkoholikerkinder sind unsicher, sich ihrer selbst nicht sicher, das gilt auch für den Umgang mit Alkohol. Wir haben von unseren Eltern nie gelernt, was ein normaler Umgang mit Alkohol ist. Ich habe früher auch oft aufgezählt was ich getrunken habe, einfach aus dem Grund, weil ich die Bestätigung wollte, es ist unbedenklich, es ist normal. Es war Unsicherheit und Angst. Sicherlich ist der beste Weg, danach zu fragen, aber auch offenes fragen wurde nicht gerade gelehrt. Und wer will das schon beantworten, die Antwort ob das eigene Verhalten normal ist findet man nur in sich selbst. Ich wollte die auf dem Weg die Bestätigung. Hör dir das an und sag mir bitte, bitte, dass ich normal bin

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    ich kenne die Gedankengänge über das warum, weshalb und weswegen. Ich habe lange gebraucht um meine Nabelschnur zu durchtrennen. Habe Gedanken ohne Ende gewälzt warum meine Mutter trank. Mit dem meisten habe ich sicherlich nicht falsch gelegen. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass es keine Gründe zu trinken gibt. Würde ich das was am Ende meiner Gedanken über sie raus gekommen ist nehmen und mit meinem Leben vergleichen, könnte ich mir auch mal fröhlich die Flasche an den Hals setzen. Das Warum ist nicht meine Baustelle, sondern die des Abhängigen.

    Sie hat oft genug gesagt: „Dann kann ich mich ja umbringen“. Ich habe lange funktioniert und mich dadurch unter Druck setzen lassen. Irgendwann habe ich es nicht mehr getan und hatte eine Scheißangst. Sie hat sich nicht umgebracht und ich hatte danach Ruhe vor solchen Erpressungen. Heute würde ich den von Dorothea beschriebenen Weg gehen. Damals habe ich mich nicht getraut, aus Angst vor der Reaktion meines Vaters. Heute bin ich weiter, aber heute ist heute und damals ist damals.

    In ihrem letzten Jahr war ihr anzumerken, dass sie nicht mehr leben wollte. Auch wenn das jemand in den falschen Hals bekommt, ich konnte es verstehen. Denn so hätte ich auch nicht leben wollen. Obwohl ich das gemerkt habe, waren mir die Hände gebunden. Sie hat nichts gesagt, nicht mehr, was hätte ich also tun sollen. Es ist nicht verboten sich zu Tode zu saufen und genau auf dem Weg war sie. Selbstmord auf Raten, erst kleine und dann immer größere. Mir blieb nichts, als zu akzeptieren. Es war ihr Wille und für mich war es besser zu akzeptieren, als zu versuchen etwas ändern zu wollen, was ich nicht ändern konnte. Ich konnte ihr weder den Mut noch den Willen zu leben geben, dass konnte nur sie selbst. Sie wollte ihr Leben nicht mehr. Sie wusste, wo sie Hilfe bekommen konnte, sie wollte nicht. Ich habe ihren Willen akzeptiert.

    Gruß
    Skye

    Hallo Xenica,

    ich habe diesen Thread https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…pic22473-0.html über die letzten Tage verfolgt. Dabei kam mir in den Sinn, dass ich ähnliches z. T. von Dir schon einmal gelesen habe und mir war auch so, als hätte ich Dir etwas dazu geschrieben und ich bin fündig geworden.
    Es macht mir nicht den Eindruck, als hättest Du in den letzten 3,5 Monaten etwas für Dich bewegen können.
    Ich habe eher das Gefühl, dass Du Dich im Kreis bewegst. Weiter habe ich das Gefühl, dass Du aus dieser Kreisbewegung, warum auch immer, nicht wirklich raus willst.

    Vielleicht wäre es keine schlechte Idee mal etwas anders zu machen als bisher, es wäre möglich dann auch ein anderes Ergebnis zu bekommen. Lass Dir doch mal in Ruhe das eine oder andere was dir in o. g. Thread geschrieben wurde durch den Kopf gehen. Vielleicht findest Du dann doch eine Ausfahrt aus Deinem Kreisel, auf eine Straße die Dich weiter bringt.

    Gruß
    Skye

    Hallo Ette,

    sicherlich ist Gesundheit ein Gut das viel zu wenig geschätzt wird und für deren Erhaltung die meisten Gesunden zu wenig tun und sie für selbstverständlich nehmen. Da gebe ich Dir Recht. Allerdings denke ich nicht, dass es ein Weg ist Gesunde über die Erhaltung ihrer Gesundheit nachdenken zu lassen indem man vor den Arztbesuch eine finanzielle „Hürde“ einbaut. Die die mit ihrer Gesundheit Raubbau treiben und sie für selbstverständlich nehmen fühlen von solchen Maßnahmen überhaupt nicht beeindruckt. Sie sind ja gesund und gehen davon aus das auch zu bleiben, ist ja noch immer gut gegangen. Was stört sie also, wenn es teurer wird, sie zahlen doch nicht, zumindest jetzt nicht, das tue ich.

    Ich bin nicht gesund, genauer gesagt unverschuldet chronisch krank, zudem mehrfach. Ich muss regelmäßig zum Arzt um eine mit einem Gesunden vergleichbare Lebensqualität zu gewährleisten. Damit im Falle einer Verschlechterung, die ich krankheitsbedingt nicht unmittelbar merke, eingegriffen werden kann, muss ich spätestens alle 8 Wochen da aufschlagen.
    Mit der Praxisgebühr zahle ich für die, die nicht zu schätzen wissen was sie haben. Wenn die Gebühr erhöht wird zahle ich weiter für diese Menschen, nur mehr als vorher. Und nicht nur für die Menschen, sondern für den, in meinen Augen, aufgeblähten und vielfach unnötigen Verwaltungsapparat von über 150 Krankenkassen.

    Solange es in jeder Hinsicht freiwillig ist sich um seine Gesundheit zu kümmern, wird sich nichts ändern. Das Bewusstsein, dass die Krankenkasse eine Gemeinschaftseinrichtung ist und kein Selbstbedienungsladen, wird sich nicht dadurch entwickeln indem man die Zuzahlung erhöht. Dadurch verhindert man weder, dass z. B. verschriebene Medikamente nicht genommen werden, weil die ja so böse Nebenwirkungen haben oder Tante Else die schon nicht vertragen hat oder das mit der gleichen Krankheit zu zwei oder drei verschiedenen Ärzten gegangen wird, bis man die Diagnose hat die einem passt. Mit so einem Verhalten läppert sich auch das eine oder andere Sümmchen zusammen, was mit ein wenig Mitarbeit des Patienten eingespart werden kann. Ganz einfach indem er den Mund aufmacht und mit seinem Arzt spricht und auch mal widerspricht oder kritisch hinterfragt.

    Es gibt Grenzen für die Belastung die jedem gemäß Gesetz zugemutet werden kann. Die liegt bei chronisch Kranken bei 1% vom Bruttolohn im Jahr. Brutto verdiene ich nicht schlecht, was netto dabei rauskommt, lässt mir inzwischen die Tränen kommen. Ich lebe vom Netto, nicht vom Brutto, ich zahle vom Netto, nicht vom Brutto. 1% vom Brutto auf mein Nettogehalt tut weh.

    Im Übrigen gehe ich auch mit einer Magen-Darm-Infektion, dicken Erkältung oder ähnlichem zum Arzt wenn ich es für nötig halte. Nicht weil ich Tabletten möchte, sondern ganz einfach dann, wenn ich mich damit nicht arbeitsfähig fühle und Krankschreibungen werden meines Wissen noch nicht über das Telefon ausgestellt.
    Der Urlaub der mir zusteht, nennt sich Erholungsurlaub und nicht Genesungsurlaub, also werde ich den sicherlich nicht dafür verschwenden, wenn ich krankheitsbedingt nicht arbeitsfähig bin. Genesung ist keine Erholung. Mir bleibt also entweder zum Arzt zu gehen und zu zahlen oder zu arbeiten, wo ich mehr Fehler mache, weniger Leistung bringe und zudem noch meine Kollegen anstecke.

    Übers Geld ist es leichteste Weg, aber nicht der nachhaltigste und langfristig gesehen effektivste. Meiner Meinung nach bewirkt es nur, dass weiterhin nichts geändert werden muss.

    Gruß
    Skye

    Hallo Misskateshi,
    hallo Ex-unbeschwert,

    ihr erwartet, dass ihr Euren Eltern so wichtig seid, dass sie wegen Euch das saufen aufhören. Ich lass jetzt mal die Erklärungen, dass das überhaupt nichts mit Euch zu tun hat. Weder dass sie trinken, noch das sie aufhören, da verkennt ihr Eure Position.

    Ihr seid Euch selbst nicht mal wichtig genug Euer Leben selbst in die Hand zu nehmen, etwas für Euch zu tun um Eure Erfahrungen aufzuarbeiten. Nein, es wird geschimpft, gemeckert, verflucht, ist ja auch einfacher anderen die Schuld am eigenen Scheitern zu geben. Ihr seid erwachsen! Nie in einer SHG für EKA gewesen sein, aber ein Urteil fällen wie es da zu geht. Ist ja bequemer, könnte ja eventuell unangenehm werden wenn man dahin geht und wohl möglich sogar helfen. Geht ja mal garnicht. „Blümchengespräche“ können unmöglich helfen. Woher dieses Wissen? Zu schimpfen und zu wüten hat Euch bisher auch nicht sehr weit gebracht.

    Wenn man etwas anderes haben will, muss man etwas anderes machen. Wenn man immer nur das gleiche tut, ist auch das Ergebnis immer wieder das gleiche. Ganz einfach.....

    Warum sollen Euch andere wichtig nehmen, wenn ihr es noch nicht einmal selbst tut. Nur weil es Eure Eltern sind, weil irgendwo das Gerücht kursiert, dass Eltern alles, aber auch wirklich alles für ihre Kinder tun. Das ist ein Märchen. Zumindest wenn man es an Euren Ansprüchen misst. Eltern tun alles für ihre Kinder, nur muss dieses „alles“ nicht mit Euren Vorstellungen übereinstimmen. Alles kann auch nur ein Dach über dem Kopf sein, dann geht eben nicht mehr. Alles ist ein relativer Begriff. Alles muss auch nicht immer gut sein.

    Könnt ihr den Ansprüchen, die ihr an sie stellt selbst gerecht werden? Ist Euer Handeln immer ethisch und moralisch einwandfrei? Lasst Eure Eltern doch mal los und dann wird sich zeigen, ob ihr alleine laufen könnt und wenn nicht, wonach es für mich aussieht, woran es hapert. Im Moment sind sie Eure Krücke und wenn ihr stolpert ist die Krücke Schuld.

    Jeder muss seinen Weg im Leben selber finden, ebenso wie seinen Weg zur Zufriedenheit. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Dingen hinterher laufen, die ich nicht haben kann der falsche Weg ist. Immer nur auf andere zu schauen, wie „gut“ sie doch haben hat mich auch nicht weiter gebracht. Wobei gut auch ein sehr relativer Begriff ist, vor allem wenn man mal hinter die ach so gute Fassade blickt.

    Ihr habt den Blick überall nur nicht auf Euch. Was ist an Euch so schlimm, dass ihr nicht hinschauen wollt?

    Gruß
    Skye

    Hallo Stella,

    ob Du fährst oder nicht, die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen. Vielleicht lässt Du einfach mal alles andere wie Kinder, die Worte Deiner Mutter oder was sonst noch so ist außen vor und hörst nur auf Dein Gefühl. Was willst Du dann fahren oder nicht? Willst Du fahren, findet sich eine Lösung, auch für die Kinder. Willst Du nicht fahren, dann ist es auch gut. Es geht hier um Dich, was Du willst, was Dein Wunsch ist. Du bist diejenige die sich morgens im Spiegel in die Augen schaut, niemand anderes.

    Von Ihrem Lebenspartner kann Deine Mutter sich ebenso trennen, wie vom Alkohol, auch da gibt es Hilfen wenn sie denn möchte. Das eine wie das andere ist sicherlich nicht leicht und mal eben so zu bewerkstelligen. Wenn sie aber möchte, dann kann sie gehen. Deine Mutter ist kein hilfloses Kind, wenn sie auch den Eindruck macht, sie ist eine erwachsene Frau, die für sich entscheiden kann. Genauso wie dafür, dass sie trinkt und keine Hilfe annimmt, gibt es Gründe, warum sie sich nicht von ihrem Partner trennt, obwohl er sie schlägt, kontrolliert, manipuliert und unterdrückt.

    Ansonsten kann ich mich den Worten von Kaleu nur anschließen. Was er schreibt, dieser Eindruck drängte sich auch mir beim lesen Deiner Zeilen auf. Ich wollte aber versuchen mit der Tür nicht ganz so ins Haus zu fallen, weil ich weiß wie es ist seiner Mutter bei diesem Tod zuzuschauen.

    Ich weiß wie schwer es ist zu begreifen. Bei mir ging es auch nach dem Motto, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich habe gehofft bis zum Schluss, bis zur Intensivstation, bis es keine Hoffnung mehr gab, weil sie tot war. Ich wollte nicht wahrhaben, was ich sah. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Wer will schon einen geliebten Menschen aufgeben.
    Versuch Dich von diesen Gedanken nicht beeinflussen zu lasen, wenn Du jetzt fährst, heißt das nicht, dass Du sie aufgibst, dass Du alle Hoffnung fahren lässt, Du tust es für Dich. Wenn Du nicht fährst, heißt das nicht, dass Du sie nicht liebst, Du tust es für Dich.

    Zitat

    Wie können wir sie da aufgeben?

    Du kannst keinen Menschen zwingen ein Leben zu behalten das er nicht will. Sie tun zu lassen, was sie möchte ist nicht aufgeben, es ist loslassen und wenn es auch noch so weh tut.

    Gruß
    Skye

    Hallo Yvonne,

    Zitat

    Vielleicht guckst Du jetzt So :shock:

    … ich auf jeden Fall....


    Mir fehlt hier irgendwie der Zusammenhang:

    Zitat

    Siehst Du jetzt kehrst Du das um:

    Die ersten zitierten Zeilen betrafen meine Mutter. Es ging in dem Absatz um den Unterschied zwischen meinem Bereich und ihrem, zwischen meinem Leben für das ich verantwortlich und ihrem Leben für das sie verantwortlich war. Es ging um das, was jeder für sich beeinflussen kann. Das zweite Zitat finde ich nicht und steht für mich auch in keinem Zusammenhang zum ersten. Für mich ein anderes Thema.

    Zitat

    So kannst Du entscheiden,ob Du,wie Skye Dir vorschlägt,Fahren willst.

    Habe ich nicht, ich schrieb:

    Zitat

    Tu das, was Du willst, das von dem Du glaubst, dass es richtig ist, was für Dich gut ist.

    Oder habe ich jetzt nur einfach ein großes Verständnisproblem?

    Gruß
    Skye

    Hallo Michi,

    also ich würde eine Geschirrspülmaschine nicht auf eine Waschmaschine stellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vibrationen beim Schleudern so gut sind für einen Geschirrspüler. Da es bisher bei Dir funktioniert hat, bin ich vielleicht über vorsichtig, mag sein, aber mein erster Gedanke war, dass kann auf Dauer nicht gut gehen.

    Hast Du mal geschaut, ob die Arme, die das Wasser verteilen verschmutzt bzw. die kleinen Öffnungen verstopft sind? Da kann auch ein Maschinenreiniger unter Umständen nicht unbedingt helfen, da der Reiniger dann gar nicht da hin kommen kann wo er sollte.

    Gruß
    Skye

    Hallo Stella,

    ich habe meiner Mutter bei ihrem Selbstmord auf Raten zugeschaut. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich musste. Gut, ich hätte den Kontakt auch abbrechen können, aber das war für mich nie eine wirkliche Option. Es war ihr Leben und sie konnte damit machen was sie wollte. Ihr wurde auf viele Art Hilfe angeboten, sie hat sie nicht angenommen. Warum, kann ich vermuten, aber wissen tue ich es nicht. Wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, dann kann ich die Gründe warum sie die Hilfe nicht an nahm nicht wirklich verstehen. Aber es ging auch nicht darum, dass ich verstehe. Maßgebend war nicht ich, meine Gefühle, mein Empfinden und meine Gedanken, sondern das was sie fühlte, empfand und dachte.
    Sie wollte nicht, ich hatte das zu akzeptieren, es war ihr Leben, nicht meines.

    Ich denke Deine Mutter weiß, was sie an Hilfsmöglichkeiten hat, wenn sie möchte. Die Ärzte/das Pflegepersonal werden ihr schon etwas aufgezeigt haben. Sie hat ihre eigenen Gründe, warum sie nicht möchte, auch wenn die kein anderer versteht, verstehen würde. Es ist ihr Leben.

    Zitat

    Vielleicht klingt es jetzt total blöd, aber mir wäre fast lieber, sie würde sich betrinken, damit sie vielleicht nicht so viel spürt!???

    Es ist Deine Mutter und Du möchtest nicht, dass sie leidet. Du fühlst Dich hilflos und möchtest irgendetwas für sie tun, suchst nach einer Lösung für sie. Das klingt überhaupt nicht blöd.

    Wenn Du Deine Mutter sehen willst, fahr hin. Schlimmstenfalls will sie Dich dann immer noch nicht sehen wollen. Du hast dann aber alles getan, was möglich war und machst Dir dann nicht eventuell später Vorwürfe, doch nicht gefahren zu sein obwohl Du im Grunde wollest. Tu das, was Du willst, das von dem Du glaubst, dass es richtig ist, was für Dich gut ist.

    Gruß
    Skye

    Hallo Lillemann,

    die Leber hat sehr wenige Schmerznerven und tut erst weh, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Was Erkrankungen auch so gefährlich macht. Andere Organe und Körperteile schmerzen und man wird darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. Bei der Leber macht sich das zumindest nicht mit Schmerzen bemerkbar.

    Wir sind hier keine Ärzte. Wenn Du die Krankheit besser verstehen möchtest fragst Du am besten einen Arzt. Wenn Du das aus irgendwelchen Gründen nicht möchtest, gib mal Leberzirrhose in eine handelübliche Suchmaschine ein, da wird Dir sehr viel zum Thema angezeigt. Wobei ich die Variante Arzt vorziehen würde, denn das was im Internet zu finden ist, ist allgemein und wirft oft mehr Fragen auf, als beantwortet werden wenn man garkein Hintergrundwissen hat.

    Gruß
    Skye

    Hallo Linde,

    ich finde durchaus, das es hier um das Thema EKA geht. Wenn auch weniger um die Interaktion mit dem Alkoholiker, sondern um die Spätfolgen, die Probleme in der Interaktion mit den Mitmenschen.

    Was stellst Du Dir denn unter konkret um das Thema EKA vor?

    Gruß
    Skye

    Hallo Regiesseur,

    Zitat

    Ok, das kam schon mal vor, aber da war das aus reiner Höflichkeit denke ich.

    Was lässt Dich denn denken, dass das nur aus reiner Höflichkeit geschehen ist? Gibt es dafür einen wirklichen Anlass? Oder denkst Du es ist aus Höflichkeit, weil Du misstrauisch warst und Dich gefragt hast, warum ausgerechnet Du?

    Zitat

    Es müssen nicht alle meine Freunde gut finden, ich muss es machen wolle oder nicht!

    Es Dein Leben, Du lebst es, nicht Deine Freunde. Wenn Du das ausprobieren willst, ist das ganz allein Deine Sache. Du lebst ja dann auch mit dem was dabei rumkommt, nicht Deine Freunde.

    Zitat

    Auch wenn einige davon erstmal heftige Tiefschläge für mich sind.

    Meine Worte sind und waren so nicht gedacht. Es sind andere Sichtweisen, mögliche Sichtweisen ein und derselben Situation. Ich kann nur das weiter geben, was mir geholfen hat. Das waren offen Worte ohne große Schnörkel. Alles andere hätte und habe ich dann solange gedanklich durch den Fleischwolf gedreht, bis es mir in den Kram gepasst hat und ich zu dem Ergebnis kam, ist doch alles in Ordnung. Das gleiche wurde mir auf etwas andere Art auch vorher schon gesagt. Aber durch die etwas schonendere Art habe ich die eigentliche Aussage ignoriert. Die offenen Worte haben verhindert, dass ich weiter ausweichen konnte.

    Zitat

    Meine älteste Freundin hat mir gesagt, dass ich manchmal schon ziemlich heftig wäre in meinem Verhalten, fordernd rüberkomme, etc.
    Aber sie würde damit klar kommen, dass sie auch mittlerweile wüsste, dass nicht alles so gemeint ist, wie ich es sage.
    ....
    Und Ansatzweise habe ich es schon von vielen gehört. Zum Beispiel auch von meiner kleinen Schwester.

    Auch wenn so etwas wehtut, sind solche Worte sehr viel Wert. Wenn es auch unangenehm ist, zeigen Dir diese Menschen damit, dass ihnen etwas an Dir liegt. Wenn dem nicht so wäre, würden sie sich nicht die Mühe der Worte machen, sie würden Dich irgendwann einfach stehen lassen.

    Zitat

    Bedeutet das zum Beispiel, dass ich Menschen einfach Frage anstatt zu planen wie und weshalb sie so und so reagieren könnten?
    Und das ich meinen Mitmenschen nicht mehr "nur" erkläre wieso ich mich "komisch" verhalte, sondern es für mich einfach ändere?

    Zum Beispiel, ja! Du musst den Menschen nicht erklären warum Du etwas sagst oder tust. Entweder sie akzeptieren, oder sie fragen. Dann kann man ihre Frage beantworten, was man dann allerdings auch tun sollte, besser offen und ehrlich. Mich fragst Du ja auch, wenn Dir was unklar ist

    Zitat

    Seit ich beginne zu verstehen, wieso ich andere Menschen gerne kontrolliere fällt es mir auch immer wieder auf, wenn ich in Gesprächen zu viel nachfrage, wo die Grenze zwischen Interesse und Kontrolle liegt. Und ich habe es auch schon geschafft mich dann zu bremsen. Aber nicht weil ich mich dazu zwingen musste, sondern weil ich bemerkt habe, dass die Informationen die ich dadurch erhalten wollte für mich gar nicht wirklich wichtig sind.

    Das ist doch schon was, schön. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

    Zitat

    Ich würde gerne mit ihr sprechen, ihr erzählen was ich in den letzten Tagen entdeckt und auch schon gelernt habe.

    Warum?

    Zitat

    Und zum ersten Mal kann ich meinen Gefühlen Namen geben.... ich habe Angst davor sie zu verlieren, ich habe irgendwie Angst vor dem Vertrauensgfeühl ihr gegenüber.

    Die Angst jemanden zu verlieren, der einem etwas bedeutet, die hat jeder mal. Diese Angst kann man nur loswerden, wenn man wie ein Eremit ohne Kontakte lebt, was dann aber auch gehörige Nachteile hat. Sie gehört zum Leben.

    Die Angst zu vertrauen und damit sein Innerstes preis zu geben ist vielen EKA's zu eigen. Haben wir doch unseren Eltern blind vertraut und sie haben dieses Vertrauen missbraucht und uns verletzt. Auch wenn es lange her ist, sitzt das tiefer als man sich selbst eingestehen will. Ich habe mir dadurch lange selbst nicht getraut, wenn ich von Anfang an aufs falsche Pferd gesetzt habe und ich noch nicht mal meinen Eltern vertrauen konnte, wie sollte ich dann „Fremden“ vertrauen. Das entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Teufelskreis.

    Da kommt man nur wieder raus, wenn man die schlechten Erfahrungen durch gute ersetzt. Das geht nur wenn man sich seinen Mitmenschen öffnet, Schritt für Schritt. Natürlich gibt es Idioten da draußen, aber die überwiegende Mehrheit hat gar kein Interesse daran uns zu verletzen. Sicherlich passiert das mal, gehört auch zum Leben, aber auch da kann man drüber reden.

    Irgendwie werde ich allerdings das Gefühl nicht los, dass Du trotz, Deiner hier beschriebenen Erkenntnisse, im Kopf schon wieder dabei bist Deiner Ex-Freundin auf die Pelle zu rücken. Eine Beziehung besteht aus zwei Menschen, beide gestalten sie und beide gehen sie ein. Das ist nichts einseitiges. Wenn das nochmal was mit Euch geben sollte, hat sie auch einen Anteil daran. Lass ihr doch auch mal die Chance auf Dich zu zukommen. Und wenn sie das nicht will, wirst Du das auch nicht erreichen, wenn Du Kontakt aufnimmst.
    Ich weiß, dass hat sowas von ausgeliefert sein, von Hilflosigkeit, Du hast keine Kontrolle darüber ob ihr Kontakt habt oder nicht. Ist schwer ich weiß wie das ist, aber es geht.

    Du hast Dich 26 Jahre zu dem Menschen entwickelt der Du heute bist. Dabei hast Du Dir im Laufe der Zeit das eine oder andere angewöhnt, was Dir heute Probleme bereitet. Das ist langsam von Statten gegangen, der Weg zurück geht nicht von heute auf morgen. Zu erkennen was falsch läuft und es umsetzen, die alten Verhaltensweisen durch neue ersetzen, ist Arbeit, erkennen ist nicht gleich tun.

    Gib Dir selbst Zeit, Geduld ist das Zauberwort, mit sich selbst und auch mit anderen

    Gruß
    Skye

    Hallo Kaleu,

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    In meinem Fall stimmt das nicht.

    Ach, ja?????

    Zitat

    Ich habe mir den Menschen ausgesucht, der sie unter dieser Mauer ist und lange gehofft, diese Mauer liesse sich abbauen. Und ich habe lange geglaubt es wäre meine Aufgabe diese Mauer abzubauen.

    Du wolltest sie retten, ob für Dich oder für sie selbst lassen wir mal dahin gestellt. Sie hat Dein Helfersyndrom, Deine Co-Seite bedient. Was stimmt also in Deinem Fall nicht? Du bist nicht so anders wie Du glaubst oder vielleicht auch hoffst.

    Zitat

    Deswegen fällt mir alles so schwer, ich weiss wie sie "darunter" ist.

    Das finde ich ganz schön vermessen. Du kennst Dich selbst nicht genau, hast immer noch mit Dir selbst zu tun. Aber Du weißt wie es bei dem anderen innerlich aussieht? Du gehst davon aus es zu wissen, aber wissen tust Du es nicht.

    Wir erkennen Bekanntes in unserem Gegenüber, Dinge die wir von uns selbst auf die ein oder andere Art kennen und verwechseln das mit Wissen, das wir über den anderen zu haben glauben.

    Ich sehe hier im Forum vieles was mir bekannt ist, erkenne mich, heute und früher, in vielen Dingen die ich hier lese wieder. Die Situationen und Gedankengänge kommen mir bekannt vor. Im Gegensatz zu früher glaube ich heute aber nicht mehr dadurch den Menschen zu kennen. Ich habe Frieden mit mir geschlossen, heute reiche ich mir, ich muss mich nicht mehr mit dem Leben anderer, dem Versuch es für sie zu leben, von mir ablenken.

    Ich gehe jetzt die Sonne genießen, schönen Tag und schöne Pfingsten.

    Gruß
    Skye

    Hallo Regiesseur,

    Zitat

    Den Punkt verstehe ich gerade noch nicht so. Heißt es nicht ehrlich gegenüber dem zu sein, was man selber fühlt? Oder wie kann ich das verstehen?

    Was ich damit sagen will ist, Du hältst Deine Umwelt gefühlsmäßig auf Abstand. Ab einem gewissen Punkt rennen sie vor eine Mauer. Du bist nicht greifbar und damit, für Dich wichtig, nicht angreifbar. Du zeigst nicht was Du fühlst und lässt es auch keinen sehen, wie es in Dir aussieht, um Dich vor Verletzungen und Ablehnung zu schützen.

    Anstatt zu sagen ich fühle mich unsicher, ich habe Angst Dich zu verlieren, ich habe Angst nicht gut genug zu sein, oder was auch immer Dich in dem Moment bewegt, erschlägst Du Dein Gegenüber mit Fakten warum das, was Du tust absolut richtig und das was Dein Gegenüber empfindet absolut falsch ist. Du redest über Deine Handlungen, nicht über die Gefühle die dahinter stecken. Dein Gegenüber redet aber über seine Gefühle und nicht über seine Handlungen. Ein großer Unterschied.

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    Was hinkommt, ist die Tatsache, dass ich eigentlich immer zuerst darüber nachdenke, wie meine MItmenschen reagieren könnten, wenn ich was sage oder etwas tue.

    Nichts anderes habe ich jahrelang getan. Du glaubst gar nicht wie anstrengend man damit für seine Mitmenschen ist. Mir gehen solche Menschen heute auf den Keks und das nach kurzer Zeit. Um so dankbarer bin ich für die Menschen, die mir trotzdem all die Jahre die Stange gehalten und das ausgehalten haben. Und sie haben ausgehalten, ich hatte da inzwischen das eine oder andere Gespräch.
    Die Menschen möchten jemand der authentisch ist und nicht jemand der für ihr Empfinden immer sein Fähnchen nach dem Wind dreht. Es ist nicht die Aufgabe unserer Mitmenschen uns zu bestätigen, das ist unsere eigene Aufgabe.

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    Irgendwie denke ich dann, dass ich damit persönlich angegriffen werde und ich als Mensch deswegen weniger gemocht werde.

    Nicht jeder mag jeden, dass ist vollkommen normal. So wie ich manchen Menschen nicht mag, kann ich nicht erwarten, dass mich jeder mag. Ich habe meine Meinung und stimme anderen in vielen Dingen nicht zu, das gleiche Recht hat auch mein Gegenüber. Nur weil mein Gegenüber eine andere Meinung hat, mag ich es nicht mehr oder weniger. Genauso funktioniert das umgekehrt. Was andere tun finde ich nicht unbedingt gut, was ich tue finden andere nicht gut. Was man für sich selbst in Anspruch nimmt, sollte man auch seinem Gegenüber zugestehen. Nur weil man in einem kleinen Teil auf Ablehnung stößt, heißt das nicht, dass gleich der ganze Mensch abgelehnt wird. Mal ganz ehrlich wir sind für die meisten unserer Mitmenschen nicht halb so wichtig wie wir glauben. Weniger ist oftmals mehr, weniger Überlegungen und weniger Erklärungen.

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    Wie ich reagieren würde, wenn mir jemand etwas verspricht und sich dann doch nicht daran hält?
    Ich würde sauer werden und ich würde mich auf Dauer wahrscheinlich ganz zurück ziehen.
    Und mir würde es wahrscheinlich auch weh tun, wenn das von einem Menschen kommt, der mit doch auch irgendwie wichtig ist. Allein wegen dem Zwiespalt zwischen den positiven Gefühlen für diesen Menschen und den negativen Gefühlen, die dieser Mensch immer wieder bei mir auslöst.

    Ein normale Reaktion. Und Du erwartest von Deiner Ex-Freundin, dass sie sich anders verhält? Ganz ehrlich, Du hast die Sache volle Kanne vor die Wand gefahren, zwar mit den besten Absichten, aber das ändert nichts am Ergebnis. Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Lebe mit dem Ergebnis, nimm es hin, lass los. Hilf erstmal Dir selbst, wenn Du damit Erfolg hast, wird sich auch Dein Verhalten ändern, eher nicht.

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    Wie hat sich Dein Verhalten Menschen gegenüber durch die Therapie geändert?

    Erstmal hat sich mein Verhalten mir selbst gegenüber geändert. Ich habe gelernt meinen eigenen Wert zu erkennen und mich selbst wert zu schätzen und auch so zu behandeln. Damit hat sich automatisch auch mein Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen geändert.
    Ich habe angefangen offen meine Meinung zu sagen, egal ob ich Zustimmung bekomme oder nicht, ich habe angefangen Entscheidungen zu treffen so wie ich sie für richtig hielt, ohne Überlegungen was und wie und für wen, ich habe nicht nur gesagt was ich fühle sondern es auch gezeigt, egal ob diese Gefühl nun positiv oder negativ belegt ist, ich habe angefangen zu tun was ich für richtig halte und gelassen was ich für falsch halte, ohne zu überlegen ob das bei anderen gut ankommt, ich habe angefangen erst für mich zu sorgen und mich dann um andere zu kümmern Das alles waren Dinge die mir vor der Therapie unmöglich oder nur sehr schwer möglich waren.
    Ich habe aufgehört alles und jedes zu kontrollieren, es ist einfach sinnlos, ich habe aufgehört meilenweit im Voraus zu denken, das ist verschwendete Energie, ich habe aufgehört mich von Ängsten lähmen zu lassen und angefangen etwas zu wagen, meistens habe ich dabei etwas gewonnen. Auch das war vorher undenkbar für mich. Es würde mir sicherlich noch mehr einfallen, aber ich denke das reicht bis hier.

    Es hat sich eine Menge verändert, ich habe eine Menge getan, so gesehen. Im Grunde habe ich jedoch nur den Urzustand wieder hergestellt und mich selbst den Menschen sein lassen, der ich im Grunde schon immer war und nur nicht zu sein getraut habe. Siehe da die Welt dreht sich weiter, sie ist nicht zusammen gestürzt, ich habe immer noch Freunde, sogar neue, ich habe Spaß im Leben, der ewige Bedenkenträger ist verschwunden und was mir das wichtigste ist, heute habe ich ein Leben. Früher dachte ich nur ich hätte eines.

    Ein Tipp noch, bevor Du etwas neues lernst, solltest Du Dich damit auseinandersetzen warum Du das alte getan hast. Solange Du das nicht weißt, wird es mit dem ändern schwer. Erst wenn Du für Dich weißt, dass etwas falsch gelaufen ist, kannst Du bei Dir selbst auch die notwendige Überzeugungsarbeit leisten etwas anders zu machen. Da kann Dir die Therapie nützlich sein.

    Gruß
    Skye

    @ Martha und Kaleu
    Diese Selbsterkenntnis, die ihr begrüßt und Euch von Euren jeweiligen Partnern gewünscht habt, die gibt es nicht von allein. Sich selbst so etwas eingestehen zu können ist ein langer Weg, es zu tun sehr schmerzhaft. Diesen Weg geht man nur, zumindest war es bei mir so, wenn der andere absolut nicht mehr gangbar ist und mehr Nach-als Vorteile bringt. Man macht das ja nicht aus Freude so oder weil man gerne seine Mitmenschen drangsaliert. Also auch hier alles wie gehabt, der persönliche Tiefpunkt muss erreicht werden. Ihr seid auf dieses Verhaltensmuster angesprungen, weil es etwas bei Euch bedient hat. Ihr habt Euch diese nach außen gefühlskalten Menschen ausgesucht, ihr werdet wohl inzwischen zumindest eine Ahnung haben warum.

    Hallo Regiesseur,

    willkommen im Forum. Ich will mal noch eine weibliche Sicht in die Runde werfen. Wenn ich Deine Worte so lese, also ich wäre schon lange gelaufen und zwar ganz weit weg. Du lässt Deinen Mitmenschen wirklich sehr wenig Luft zum atmen. Machst Du Dir eigentlich genauso viele Gedanken um Dich wie um andere oder wie Du bei anderen ankommst?

    Zitat

    Und ich bin nicht sauer auf sie oder enttäuscht.

    Warum auch, Du hast ja im Grunde nichts anderes erwartet,oder? Du hast doch ohnehin das schlechteste angenommen um nicht enttäuscht zu werden. Gedanklich hattest Du Dich doch schon von Sonntag verabschiedet um Dich vor der Enttäuschung zu schützen. Oder liege ich da so falsch? Man nennt es auch selbsterfüllende Prophezeiung.

    Besser gefühlsmäßig jeden aus Deinem Leben ausschließen und niemandem auch nur annähernd die Chance geben Dich zu verletzten, Dir ein schlechtes Gefühl zu geben. Das ist die beste Art seine Mitmenschen endgültig los zu werden, das ist sie gefühlsmäßig auszusperren. Man wirkt kalt und unnahbar, obwohl das das letzte ist was man möchte und obwohl man das gar nicht ist. Ich weiß wovon ich spreche, ich habe das jahrelang so gemacht und habe mir viele der Fragen gestellt, die Du Dir jetzt stellst.
    Man muss auch mal das Risiko eingehen eine Ablehnung zu kassieren, wenn man das nicht tut, nimmt man sich die Möglichkeit Zustimmung zu bekommen. Die Mitmenschen merken wenn man dicht macht, wenn man eigentlich schon abgeschlossen hat obwohl die Sache noch garnicht entschieden ist. Man hat für sich entschieden wie es ausgehen wird um sich selbst zu schützen. Mit jemandem der sich selbst derart lähmt ist keiner gerne auf Dauer zusammen. Ganz offen, ich hätte mich so, wie ich vor meiner Therapie war keine 2 Std. ertragen, an meine schlechten Tagen noch nicht mal 30 Min.

    Wenn man etwas möchte, ist der beste Weg dahin, offen zu sagen was man will. Ohne große Erklärungen und Begründungen. Wenn das Gegenüber wissen will warum wird es schon fragen, das glaub mir mal. Das Risiko eines Neins tragen wir alle, aber ohne dieses Risiko gibt es auch kein Ja. Man kann sein Gegenüber natürlich in eine Ecke drängen, wie Du es bisher getan hast. Die meisten Menschen, sagen dann ja, aber es ist kein ehrliches Ja. Sie sahen in dem Moment nur keine andere Möglichkeit, weil Du ihnen keine wirkliche Wahl gelassen hast. Das funktioniert ein paar mal, danach ist man die Menschen meistens los, weil sie sich nicht gerne bedrängen lassen.

    Was Du tun sollst? Bevor Du Forderungen an andere stellst, schau mal wie Du darauf reagieren würdest. Ohne große Überlegungen, einfach aus dem Bauch. Was würdest Du empfinden, wenn Du um Abstand bittest und jemand ständig unter fadenscheinigen Gründen bei Dir anklopft. Also ich würde ärgerlich werden, mich bedrängt und kontrolliert fühlen und versuchen den Abstand zu vergrößern. Und Du?

    Was man behalten will, muss man immer bereit sein los zulassen.

    Zitat

    Ich habe ihr einmal eine Brief geschrieben, in dem ich ein bisschen beschrieben habe, was mein Vater für ein Mensch gewesen ist, das hat sie einiges ein bisschen verstehen lassen... aber das war es dann auch schon wieder.

    Wie willst Du anderen begreiflich machen was in Dir vorgeht, wenn Du es selbst nicht verstehst? Sie muss nicht verstehen, Du musst verstehen, es ist Dein Leben nicht ihres, Du lebst es, nicht sie.

    Du hast geschrieben Dein Threadtitel ist Programm. Das merkt man, Du kannst aber nicht Regie in Deinem Leben führen. Es gibt kein fertiges Drehbuch und Deine Mitmenschen sind auch keine Schauspieler, sie sind real und sie folgen sich selbst und nicht Deinen Anweisungen. Du bist ein Schauspieler, der aber keiner mehr sein will. Was will den ein Regisseur mit so einer Mannschaft? Der Film wird nie fertig werden. Das Leben hat keine Drehbuch, es passiert mit uns. Es gibt keine Kontrolle.

    Gruß
    Skye

    Hallo Kaleu,

    ein Schaumbad ist was schönes, ich gönne mir das regelmäßig. Wenn so etwas ausreicht um sich besser zu fühlen ist es auch gut. Das war aber nicht das was ich mit tun meinte. Mit tun meinte ich eher, dass Du Dich damit beschäftigst, was denn da bei Dir und Deiner „Planung“ schief gegangen ist. Es gibt einen schönen Spruch von John Lennon, den ich hier leider nicht zitieren darf. Sinngemäß sagt er, dass Planungen relativ nutzlos sind.

    Wenn ich mir Deine ganzen Beiträge so durchlese, wie du Deine Beziehung schilderst, scheint es mir, dass Du einem Trugbild hinterher gejagt bist, dass Du etwas auf sie, auf Euch, auf die Beziehung projiziert hast was nicht der Realität entsprach. Ganz einfach weil Du wolltest, dass es da ist. Warum wolltest Du das? Warum wolltest Du die Realität nicht sehen? Sich damit auseinander zu setzen meine ich mit etwas tun. Aktiv lösen und nicht passiv aushalten. Wie gut Du aushalten kannst, hat ja Deine „Lösung“ durch Alkohol gezeigt.

    Du schreibst von Deiner Lebensplanung, hast Du Dir die selbst schon mal genauer definiert? Ist die jetzt unmöglich geworden? Ist sie überhaupt realistisch oder eine Idealvorstellung? Die haben wir alle, doch alle mussten wir auch schon feststellen, dass etwas das wir als Ideal ansehen so gar nicht existiert, dass es nur in unserem Kopf vorhanden ist. Unsere Idealvorstellung müssen auch nicht unbedingt für uns ideal sein, oft sind sie entstanden weil wir auf andere geschaut haben und nicht auf uns und unsere Bedürfnisse. Manchmal ist für uns etwas ideal, was wir jetzt noch gar nicht sehen. Wenn wir unseren Plan nicht loslassen, kann es passieren, dass wir das wirkliche Glück verpassen, weil wir auf unsere Vorstellung so und nicht anders fixiert sind. Loslassen, auch eine Tätigkeit…..

    Mit tun meine ich, was kannst Du tun, um das zu erreichen was Du haben willst? Was kannst Du tun, um aus diesem Loch zu kommen? Was immer Du möchtest, es wird sich nicht zu Dir ins Loch gesellen.

    Ich habe schon vor mehr als einem Beziehungsscherbenhaufen gestanden und nichts verstanden, es war doch schön, es war doch gut, es hatte doch Zukunft und zum Schluss immer die Frage, was habe ich nur falsch gemacht. Fast immer war die Antwort ich habe Dinge in dem anderen gesehen die nicht da waren, die ich aber haben wollte, er sollte mir geben, was ich nicht hatte oder meinet nicht zu haben, ich habe mir meine Realität geschaffen. Der andere war kein Partner, sondern eine Projektionsfläche für mich.

    Ich weiß wie es in diesem Loch ist, ich habe oft genug drin gesessen, teilweise sehr tief. Nicht nur wegen Beziehungen, da kann man auch versuchen anderes auszusitzen. Ich habe es immer wieder da raus geschafft, aber auch nur, weil ich etwas getan habe. Ich habe geschaut, warum ich da sitze, was ich getan habe um mich dort hin zu bringen. Ich habe geschaut warum ich nicht vorher gesehen habe auf was ich da zu schliddere und ich habe geschaut, was ich tun muss um nicht wieder da unten zu sitzen.

    Es hat mich niemand in dieses Loch geschubst, ich bin immer von ganz allein rein gegangen und nur ich konnte mich da auch wieder rausholen. Das habe ich nicht geschafft in dem ich die Hände in den Schoß gelegt habe. Ein aktives Handeln kann ich aus Deinen Worten im Moment nicht erkennen, sondern nur ein passives aushalten.

    Ich weiß auch, dass das oft alles andere als einfach ist. Aber es bleibt dabei, wenn man selbst nichts tut, tut sich nichts. Das nimmt einem keiner ab. Ignorieren und überdecken mag kurzfristig helfen, langfristig macht es die Sache aber nur schlimmer.

    Gruß
    Skye

    Hallo Kaleu,

    seit 3 Tagen sitzt Du nun im Loch, ja und? Zählst Du Deine guten Tage auch so genau? Es gibt in jedem Leben gute und schlechte Tage. Komischerweise werden aber immer nur die schlechten gezählt. Die guten werden als selbstverständlich genommen, sind sie aber nicht. Sie sind das Ergebnis von „Vorarbeiten“. Im Moment hast Du schlecht gearbeitet, sprich schlecht für Dich selbst gesorgt.

    Du denkst an die Zukunft, eine Zukunft die Du nicht kennst und die irgendwo da draußen ist. Was ist mit dem heute? Du verschwendest das heute und die Chancen die es Dir bietet in der Hoffnung auf eine „glückliche“ Zukunft. Du jagst einer Fata Morgana nach und übersiehst vielleicht dabei, dass das was Dich glücklich machen kann, genau vor Deiner Nase ist. Du lebst heute und nicht in der Zukunft.

    Woher weißt Du, dass Deine Zukunft glücklich ist? Vielleicht ist heute der letzte Tag an dem Du Dich rückblickend glücklich gefühlt hast, obwohl Du Dich im Moment in einem Loch wähnst? Vielleicht wird’s nicht besser. Wer will das wissen?

    Glücklich kann ich immer nur einen Moment sein, nicht auf Vorrat, nicht für die Zukunft. Auch in einer vermeintlich glücklichen Zukunft wird es schlechte Tage geben. Wirst Du dann alles Gute was Dir bis dahin widerfahren ist in den Wind schießen oder wirst Du Dich an die guten Dinge erinnern?

    Ob wir glücklich sind oder Glück haben liegt an uns selbst, wir haben es selbst in der Hand. Was Du da beschreibst hört sich für mich schon nach Depression an, zumindest nach depressiven Verstimmungen und nach einer netten, schönen Portion Selbstmitleid.

    Dein Glück ist nicht von anderen abhängig, es ist nicht von Träumen und ob sie sich erfüllen abhängig, sondern ganz allein von Dir. Tue was für Dein Glück. Wenn Du nicht weißt was, probiere was aus, irgendwas wird schon passen. Aber tue was, von alleine wird sich nichts ändern, die Fee mit den drei Wünschen hat sich mit unserer Kindheit verabschiedet.

    Gruß
    Skye

    Hallo Kyra,

    willkommen im Forum.

    Zitat

    Dann wäre alles umsonst gewesen was ich versucht habe in den letzten 6 Monaten mit der Hilfe durch nicht Hilfe.
    Ich habe die Menschen die noch mit meiner Mutter zu tun haben was eine Handvoll ist versucht Klar zu machen wie ersnt Ihre Lage ist aber sie hören nicht auf mich und daher bin ich die einzige die den Kontakt abgebrochen hat.

    Das lässt mich vermuten, dass Du den Kontaktabruch gewählt hast, damit Deine Mutter wach wird und etwas gegen ihre Sucht unternimmt. Sicherlich ist es mehr eine Hilfe dem Alkoholiker die Verantwortung für sein Leben zurück zu geben, als ihm ständig seinen Hintern hinterher zu tragen. Eine Garantie, dass dieser Kontaktabruch bewirkt, dass sie aufhört zu trinken ist das jedoch überhaupt nicht.
    In erster Linie ist Kontaktabbruch etwas, dass einem selbst helfen soll und kein Druckmittel, den Alkoholiker trocken zu zwingen. Das funktioniert ohnehin nicht, wenn er trinken will tut er das. Das ein Alkoholiker wach wird ist nur ein Nebeneffekt. Hilft es Dir diesen Abstand zu wahren? Oder hast Du das Bedürfnis mit ihr in Kontakt zu treten, tust es aber nicht, weil Du hoffst, dass sie aufhört zu trinken damit Du wieder Kontakt zulässt?
    Tu das was Dir gut tut. Nicht nur Deine Mutter braucht Hilfe, Du auch. Deiner Mutter kannst Du nicht helfen, aber sehr wohl Dir

    Zitat

    Habe auch schon überlegt die Polizei einzuschalten da sie natürlich auch in Ihrem zustand Auto fährt aber was soll ich denen sagen die haben doch wichtigeres zu tun

    Aufgabe der Polizei ist es unter anderem unschuldige Menschen vor besoffenen Autofahrern zu schützen, dass ist wohl wichtig genug. Indem Du der Polizei ihre Trunkenheitsfahrten meldest kannst Du u. U. das Leben anderer retten. Ob das Deine Mutter retten wird, wenn sie ihren Führerschein los wird und eine empfindliche Strafe zahlen muss, dass weiß keiner. Kann sein, muss aber nicht.

    Deine Mutter ist eine erwachsene Frau fähig für sich selbst zu sorgen wenn denn will. Sie ist kein kleines Kind, dass man beaufsichtigen muss. Somit ist sie auch fähig die Konsequenzen ihrer Handlungen selbst zu tragen.

    Du bist nicht Schuld das Deine Mutter trinkt, genauso wenig wie Du die Verantwortung für sie, ihr trinken oder auch nicht trinken trägst. Deine Mutter hat der Flucht in den Alkohol den Vorzug vor der Lösung ihrer Probleme gegeben. Solange sie nicht aufhören will, wird sie es nicht tun. Diesen Willen kannst Du nicht erzwingen. Sie hat im Krankenhaus mehr als einen Warnschuss bekommen. Wenn sie ihn ignoriert, kannst Du nichts machen.

    Die ganzen Vorwürfe von denen Du schreibst, die Lügen, das Verdrehen von Tatsachen bis zur Unkenntlichkeit, das alles kenne ich nur zu gut von meiner Mutter. Der Austausch mit trockenen Alkoholikern hat mir gezeigt, dass alles sind Symptome der Krankheit. Es ist schwer das nicht persönlich zu nehmen, dass weiß ich. In ihrem benebelten Kopf ist das in dem Moment wo sie es sagt für sie die Wahrheit. Und zwar genau nur in dem Moment, in einem anderen kann das schon wieder ganz anders aussehen. Selten entspricht irgendetwas wirklich der Realität. Alkohol ist eine bewusstseinsverändernde Droge, das Hirn ist quasi falsch gepolt. In diesem Stadium hat der Spruch: „Kinder und Besoffene sagen die Wahrheit“ schon lange keine Berechtigung mehr.Versuche es nicht persönlich zu nehmen, versuche diesen Unfung den sie da von sich gibt nicht an Dich herankommen zu lassen.

    Du kannst Deiner Mutter nicht helfen und Du kannst sie nicht retten. Du kannst nur Dir helfen und Dich retten. Tue was sich für Dich gut und richtig anfühlt und nicht was andere meinen, dass Du tun musst. Weder was Dein Bruder meint, noch was die Gruppenmitglieder der AA meinen. Sie alle leben nicht Dein Leben, dass tust Du. Tue das, was Du möchtest. Willst Du ihr gratulieren, weil es Dir ein Bedürfnis ist, tue es, willst Du es nicht, weil es Dich zu sehr belastet, lass es.
    Es ist nicht wichtig was andere als falsch oder richtig ansehen, wichtig ist was für Dich richtig oder falsch ist. Willst Du ihr gratulieren, weil es Dir ein Bedürfnis ist, tue es, willst Du es nicht, weil es Dich zu sehr belastet, lass es. Wir können alle nicht in die Zukunft schauen und entscheiden deshalb immer nur für den Moment. Ob das was Du heute als richtig ansiehst später falsch ist und umgekehrt kannst Du nicht wissen, weiß keiner. Wenn Deine Handlung Dir in dem Moment richtig erscheint, dann ist sie auch richtig.
    Du bist wichtig! Was Du willst ist wichtig!

    Gruß
    Skye