Hallo Regiesseur,
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Den Punkt verstehe ich gerade noch nicht so. Heißt es nicht ehrlich gegenüber dem zu sein, was man selber fühlt? Oder wie kann ich das verstehen?
Was ich damit sagen will ist, Du hältst Deine Umwelt gefühlsmäßig auf Abstand. Ab einem gewissen Punkt rennen sie vor eine Mauer. Du bist nicht greifbar und damit, für Dich wichtig, nicht angreifbar. Du zeigst nicht was Du fühlst und lässt es auch keinen sehen, wie es in Dir aussieht, um Dich vor Verletzungen und Ablehnung zu schützen.
Anstatt zu sagen ich fühle mich unsicher, ich habe Angst Dich zu verlieren, ich habe Angst nicht gut genug zu sein, oder was auch immer Dich in dem Moment bewegt, erschlägst Du Dein Gegenüber mit Fakten warum das, was Du tust absolut richtig und das was Dein Gegenüber empfindet absolut falsch ist. Du redest über Deine Handlungen, nicht über die Gefühle die dahinter stecken. Dein Gegenüber redet aber über seine Gefühle und nicht über seine Handlungen. Ein großer Unterschied.
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Was hinkommt, ist die Tatsache, dass ich eigentlich immer zuerst darüber nachdenke, wie meine MItmenschen reagieren könnten, wenn ich was sage oder etwas tue.
Nichts anderes habe ich jahrelang getan. Du glaubst gar nicht wie anstrengend man damit für seine Mitmenschen ist. Mir gehen solche Menschen heute auf den Keks und das nach kurzer Zeit. Um so dankbarer bin ich für die Menschen, die mir trotzdem all die Jahre die Stange gehalten und das ausgehalten haben. Und sie haben ausgehalten, ich hatte da inzwischen das eine oder andere Gespräch.
Die Menschen möchten jemand der authentisch ist und nicht jemand der für ihr Empfinden immer sein Fähnchen nach dem Wind dreht. Es ist nicht die Aufgabe unserer Mitmenschen uns zu bestätigen, das ist unsere eigene Aufgabe.
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Irgendwie denke ich dann, dass ich damit persönlich angegriffen werde und ich als Mensch deswegen weniger gemocht werde.
Nicht jeder mag jeden, dass ist vollkommen normal. So wie ich manchen Menschen nicht mag, kann ich nicht erwarten, dass mich jeder mag. Ich habe meine Meinung und stimme anderen in vielen Dingen nicht zu, das gleiche Recht hat auch mein Gegenüber. Nur weil mein Gegenüber eine andere Meinung hat, mag ich es nicht mehr oder weniger. Genauso funktioniert das umgekehrt. Was andere tun finde ich nicht unbedingt gut, was ich tue finden andere nicht gut. Was man für sich selbst in Anspruch nimmt, sollte man auch seinem Gegenüber zugestehen. Nur weil man in einem kleinen Teil auf Ablehnung stößt, heißt das nicht, dass gleich der ganze Mensch abgelehnt wird. Mal ganz ehrlich wir sind für die meisten unserer Mitmenschen nicht halb so wichtig wie wir glauben. Weniger ist oftmals mehr, weniger Überlegungen und weniger Erklärungen.
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Wie ich reagieren würde, wenn mir jemand etwas verspricht und sich dann doch nicht daran hält?
Ich würde sauer werden und ich würde mich auf Dauer wahrscheinlich ganz zurück ziehen.
Und mir würde es wahrscheinlich auch weh tun, wenn das von einem Menschen kommt, der mit doch auch irgendwie wichtig ist. Allein wegen dem Zwiespalt zwischen den positiven Gefühlen für diesen Menschen und den negativen Gefühlen, die dieser Mensch immer wieder bei mir auslöst.
Ein normale Reaktion. Und Du erwartest von Deiner Ex-Freundin, dass sie sich anders verhält? Ganz ehrlich, Du hast die Sache volle Kanne vor die Wand gefahren, zwar mit den besten Absichten, aber das ändert nichts am Ergebnis. Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Lebe mit dem Ergebnis, nimm es hin, lass los. Hilf erstmal Dir selbst, wenn Du damit Erfolg hast, wird sich auch Dein Verhalten ändern, eher nicht.
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Wie hat sich Dein Verhalten Menschen gegenüber durch die Therapie geändert?
Erstmal hat sich mein Verhalten mir selbst gegenüber geändert. Ich habe gelernt meinen eigenen Wert zu erkennen und mich selbst wert zu schätzen und auch so zu behandeln. Damit hat sich automatisch auch mein Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen geändert.
Ich habe angefangen offen meine Meinung zu sagen, egal ob ich Zustimmung bekomme oder nicht, ich habe angefangen Entscheidungen zu treffen so wie ich sie für richtig hielt, ohne Überlegungen was und wie und für wen, ich habe nicht nur gesagt was ich fühle sondern es auch gezeigt, egal ob diese Gefühl nun positiv oder negativ belegt ist, ich habe angefangen zu tun was ich für richtig halte und gelassen was ich für falsch halte, ohne zu überlegen ob das bei anderen gut ankommt, ich habe angefangen erst für mich zu sorgen und mich dann um andere zu kümmern Das alles waren Dinge die mir vor der Therapie unmöglich oder nur sehr schwer möglich waren.
Ich habe aufgehört alles und jedes zu kontrollieren, es ist einfach sinnlos, ich habe aufgehört meilenweit im Voraus zu denken, das ist verschwendete Energie, ich habe aufgehört mich von Ängsten lähmen zu lassen und angefangen etwas zu wagen, meistens habe ich dabei etwas gewonnen. Auch das war vorher undenkbar für mich. Es würde mir sicherlich noch mehr einfallen, aber ich denke das reicht bis hier.
Es hat sich eine Menge verändert, ich habe eine Menge getan, so gesehen. Im Grunde habe ich jedoch nur den Urzustand wieder hergestellt und mich selbst den Menschen sein lassen, der ich im Grunde schon immer war und nur nicht zu sein getraut habe. Siehe da die Welt dreht sich weiter, sie ist nicht zusammen gestürzt, ich habe immer noch Freunde, sogar neue, ich habe Spaß im Leben, der ewige Bedenkenträger ist verschwunden und was mir das wichtigste ist, heute habe ich ein Leben. Früher dachte ich nur ich hätte eines.
Ein Tipp noch, bevor Du etwas neues lernst, solltest Du Dich damit auseinandersetzen warum Du das alte getan hast. Solange Du das nicht weißt, wird es mit dem ändern schwer. Erst wenn Du für Dich weißt, dass etwas falsch gelaufen ist, kannst Du bei Dir selbst auch die notwendige Überzeugungsarbeit leisten etwas anders zu machen. Da kann Dir die Therapie nützlich sein.
Gruß
Skye
@ Martha und Kaleu
Diese Selbsterkenntnis, die ihr begrüßt und Euch von Euren jeweiligen Partnern gewünscht habt, die gibt es nicht von allein. Sich selbst so etwas eingestehen zu können ist ein langer Weg, es zu tun sehr schmerzhaft. Diesen Weg geht man nur, zumindest war es bei mir so, wenn der andere absolut nicht mehr gangbar ist und mehr Nach-als Vorteile bringt. Man macht das ja nicht aus Freude so oder weil man gerne seine Mitmenschen drangsaliert. Also auch hier alles wie gehabt, der persönliche Tiefpunkt muss erreicht werden. Ihr seid auf dieses Verhaltensmuster angesprungen, weil es etwas bei Euch bedient hat. Ihr habt Euch diese nach außen gefühlskalten Menschen ausgesucht, ihr werdet wohl inzwischen zumindest eine Ahnung haben warum.