Beiträge von Skye

    Hallo Dagmar,

    der Mensch ist ein extrem anpassungsfähiges Wesen, sonst hätten wir es nicht geschafft zu überleben. Denn genau betrachtet leben wir in einer recht lebensfeindlichen Umgebung, wir haben gelernt mit den Gefahren umzugehen. Wir agieren und reagieren aufgrund von Beobachtungen von klein auf, so lernen wir ein Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu werden, wir lernen zu überleben. Dieses lernen kann aber auch in eine falsche Richtung gehen. Ich habe als Kind gelernt, was ich zu tun habe, um ein liebes Kind zu sein, um in dieser menschlichen Gesellschaft zu überleben. Ich habe mein Verhalten meiner Wahrnehmung angepasst, ein langsamer, schleichender Lernprozess. Das ich da nicht so ganz das richtige gelernt habe, habe ich später gesehen.

    Dieser Lernprozess hört jedoch nicht nach der Kindheit auf, da ist der Geist zwar besser beeinflussbar, aber das ist auch alles. Dieser Lernprozess setzt sich fort so lange wir leben. Das ist auch etwas das Psychotherapie zu einem sehr sensiblen Thema macht. Die Lebenslange Anpassungsfähigkeit des Menschen ist der Grund warum sie helfen kann und warum sie auch schaden kann.

    Jeder der schon einmal betrunken war, weiß das man seine Umwelt anders wahrnimmt. Wenn wir den nächsten Tag wieder nüchtern sind, bewerten wir die Situationen anders, alles bekommt wieder seinen angestammten Platz. Wenn man jedoch dauerhaft betrunken ist, hat man nicht mehr die Möglichkeit Situationen klar zu bewerten. Die betrunkenen Wahrnehmungen werden Realität, dementsprechend wird das Verhalten angepasst und ist im Vergleich zum nüchternen Teil der Gesellschaft einfach gestört. Jemand der sich unter Alkoholeinfluss z. B. bedroht fühlt, fühlt sich dann ständig bedroht und so verhält er sich dann auch irgendwann, obwohl realistisch betrachtet keine Bedrohung vorliegt.

    Man kann das Verhalten eines Alkoholikers nicht mit dem eines normal Betrunkenen vergleichen, frei nach dem Motto „Besoffene und Kinder sagen die Wahrheit“. Alkoholiker haben aufgrund ihrer dauerhaft gestörten Wahrnehmung eine eigene Wahrheit und der wird sich angepasst um zu überleben. Mit Suchtdruck allein ist die Persönlichkeitsstörung und ihr Verhalten nicht erklärt.

    Du hast mit einem Alkoholiker zusammen gelebt. Du hast agiert und reagiert aufgrund Deiner Beobachtungen, das hat Dich, Deine Denkmuster, Deine Aktionen und Reaktionen auch verändert. Das war ein schleichender Prozess, genauso schleichend ist auch der jetzige Prozess der Veränderung, es ist ein neues Lernen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Ex-Unbeschwert,

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    Kannst Du evtl. in so eine Gruppe für EKAs gehen? Ich nehm mir das schon seit Wochen vor und schaffs einfach nicht. Ich hab auch Angst davor, die einzige zu sein, die auf störisch macht in Sachen Vergebung und dann "ausgeschlossen" ist.

    Ich halte das für eine gute Idee da mal hinzugehen. Wenn es Dir nicht hilft hast Du es aber zumindest mal probiert. Ich habe auch mal zu den, wie Du es nennst, Störrischen gehört, mich hat keiner ausgeschlossen, sondern einfach sein lassen. Ich habe zwar Verständnis bekommen, im Sinne von verstehen, aber keine Zustimmung. Es lag allein an mir zu bleiben oder zu gehen, ich blieb. Ausschließen tut man sich meistens selbst, nicht die anderen. Die Jagd nach Anerkennung bzw. das was man dafür hält versperrt sehr oft den Blick auf die Realität, darauf das man angenommen wird genauso wie man ist.
    Hier kann auch jeder sein wie er will. Nachvollziehen kann ich Deine Sichtweise auch, nur teile ich sie nicht. Es gibt hier z T. sehr konträre Ansichten und Meinungen, aber niemand schreibt hier vor wie jemand zu sein hat. Vielleicht ist das Deine Interpretation, weil es so gegenteilig zu Deiner Einstellung und Deiner Art ist mit der Sucht Deiner Mutter umzugehen. Wir geben hier eigene Erfahrungen und darauf basierende Ansichten und Meinungen wieder, nicht mehr, nicht weniger. Entweder jemand kann etwas davon gebrauchen oder nicht. Es besteht keine Verpflichtung etwas davon anzunehmen. So funktioniert Selbsthilfe, sich selbst helfen.

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    dass ich den Aufruf von allen nach loslassen, nicht hassen verstehen kann, aber ich nicht weiß, wie ich dahin kommen soll.

    Mir hat geholfen meine Mutter als ganz normale Frau mit Stärken und Schwächen zu sehen und nicht als Mutter mit all den Ansprüchen und Erwartungen die man so an eine Mutter hat. Ich bin ja auch nicht nur Tochter, an diese Rolle werden auch Ansprüche und Erwartungen geknüpft, ich bin ebenso eine Frau, mit Stärken und Schwächen. Ich würde nicht auf meine Rolle als Tochter reduziert werden wollen.

    Gruß
    Skye

    Hallo Misskateshi,

    wenn ich Deine Worte richtig verstehe bist Du also hier, weil Du Dich darüber austauschen möchtest wie erbärmlich Du Alkoholiker findest. Ich denke allzu viele Gesprächspartner wirst Du nicht finden, denn die meisten hier haben ihr Augenmerk auf anderen Dingen, auf sich selbst. Aber Du hast mir Dir selbst ja keine Probleme und bist mit Dir zufrieden. Oder verstehe ich da was falsch?

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    Ich schüttel nur den Kopf über 8 Mio Alkis in Deutschland, die ungefähr 3 mal soviele Verwandte/Bekannte damit belasten.

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    Was ich damit sagen will : gäb es keinen Alk, gäb es diese Probleme von all diesen Menschen in diesem Forum nicht.

    Dann machen wir noch mit Heroin, Kokain, Tabeletten und anderen Drogen weiter, wenn die abgefrühstückt sind mit Esssüchtigen und Magersüchtigen. Vielleicht sollten wir auch noch die Putzsüchtigen mit dazu nehmen, davon gibt es auch mehr als man denkt. Wenn das alles erledigt ist dann dürften wir den Großteil der Weltbevölkerung problemfrei, glücklich und zufrieden haben. Denn jeder dieser Süchtigen hat Angehörige, Menschen die ihm nahe stehen, die darunter leiden, dass ein geliebter oder auch einstmals geliebter Mensch sich zu Grunde richtet.

    In dem man vermeintliche Problemauslöser abschafft, löst man keine Probleme. Die Probleme entstehen bei einem selbst, entweder man verdrängt oder man verarbeitet. Suchtmittel die bei der Verdrängung helfen sollen finden sich immer und überall.

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    dass sie lügt, klaut, schlechte Stimmung verbreitet, ständig Streit sucht und keine Meinung neben sich gelten lässt

    Das alles sind Symptome einer Krankheit die sich ganz allgemein Sucht nennt. Deine Mutter soll sich also entschuldigen, dass sie krank ist. Nun, das lass ich mal so stehen.....

    Gruß
    Skye (ohne "p")

    Hallo Mandy,

    Deinen Post musste ich erstmal ein wenig sacken lassen. Du scheinst mit den Nerven sehr weit runter zu sein, wenn ich mir Deinen Ausbruch so betrachte.

    Ob 20 Entgiftungen so unbedingt nötig sind, darüber kann man streiten oder auch nicht. Wer will denn Bestimmen wo die Grenze ist? Willst Du sagen nach z. B. 5 ist Schluss und damit selbst die Hoffnung begraben Dein Angehöriger könnte nach der 6 endgültig trocken werden. Wo soll die Grenze sein und wer soll das bestimmen?

    Was die Menge der Entgiftungen an sich angeht könnte die sicherlich gesenkt werden, wenn Angehörige etwas für sich tun würden, sich um ihr Leben kümmern und für sich sorgen würden. Aber nein, es wird am Alkoholiker rumgekrittelt, er ist Schuld das alles schlecht ist und den Bach runter geht. Es werden Vorwürfe gemacht, es wird gebettelt, gefleht und gedroht. Viele Entgiftungen werden angetreten um sich damit Ruhe zu erkaufen vor den Angehörigen, nicht mehr, nicht weniger. So gesehen tragen also auch die Angehörigen an dieser Entwicklung ihren Anteil. Ob man mit dieser Sichtweise weiter kommt, wohl kaum, aber man kann es auch so sehen.

    Wie Karsten schon schrieb jeder hat ein Recht auf Alkoholkonsum. Man kann es auch anders ausdrücken jeder ruiniert sich selbst so gut wie er kann. In diesem Fall Dein Partner mit Alkohol und Du indem Du Dich um Dinge kümmerst die Dich nichts angehen, sein Alkoholkonsum. Entweder Du kannst damit leben oder Du kannst es nicht, kannst Du es nicht musst Du nach Wegen für Dich suchen, der Weg ist nicht das er aufhört zu trinken.

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    Meine Entscheidung, eine Wohnung zu nehmen, alle drei Tage zu Hause vorbeizugucken, um festzustellen, daß dies halbherzig ist und nichts bringt, dann garnicht mehr vorbeizugucken, hat die ganze Situation nur noch verschlimmert.

    Ich sehe das genauso wie Du, dass Dein Verhalten halbherzig ist und nichts bringt und scheinbar ist es auch schlimmer geworden. Nicht für ihn, sondern für Dich, Du kommst mit dieser Situation nicht klar, wie an Deinem Beitrag deutlich zu merken ist. Er wirkt auf mich wie ein Dampfkessel der unkontrolliert explodiert ist, weil er dem Druck nicht mehr standgehalten hat. Den Druck hast Du selbst aufgebaut bzw. sich aufbauen lassen, weil Du Dich selbst vernachlässigst.
    Wenn Du nicht für Dich ausgezogen bist, sondern in der Hoffnung, er wird dann wach, kannst Du auch gleich wieder einziehen, dass vermindert Deinen Stress enorm. Helfen wird ihm das auch nicht, aber vielleicht Dir, denn es macht mir nicht den Eindruck als wolltest Du wirklich etwas ändern, Du wartest immer noch darauf, dass er etwas für Dich ändert.

    Gruß
    Skye

    Hallo Misskateshi,

    mich würde intressieren, warum Du hierher gefunden hast, was Du Dir von diesem Forum erhoffst? Wenn ich Deine Worte richtig verstehe stört Dich die Tatsache an sich dass Deine Mutter trinkt. Du scheinst keine Probleme mit Deinem Leben zu haben und bist zufrieden mit Dir. Deine Mutter können wir nicht vom trinken abhalten. Was kann das Forum, können wir, also für Dich tun?
    Was begründet für Dich Dein Recht auf eine Entschuldigung? Bisher hielt ich das immer für eine freiwillige "Leistung" und nichts das man irgendwie einfordern kann, zumindest nicht wenn man eine ehrliche erhalten will.

    Vielleicht magst Du ja antworten.

    Dir auch schöne Ostern.

    Gruß
    Skye

    Hallo Vergissmeinnicht,

    willkommen im Forum. Sicherlich braucht Deine Mutter Hilfe, die Frage ist aber ob sie sie will. Solange sie nicht will, kannst Du nichts tun. Ich denke auch nicht, das eine Psychotherapie die Lösung wäre. Der erste Schritt wäre eine Entgiftung und dann würde man weiter sehen. Was dann weiter geschehen würde, hängt allerdings vollkommen von Deiner Mutter ab. Ein nasser Alkoholiker ist psychologisch nicht therapierbar. Alkohol ist eine bewusstseinsverändernde Droge, wie soll ein so beeinflusstes Bewusstsein, dass zudem noch vollkommen auf sein Suchtmittel fixiert ist, die für eine Therapie notwendige Selbstreflektion aufbringen. Das funktioniert nicht. Du kannst ihr entsprechendes Informationsmaterial für Entgiftung und Suchtberatung hinlegen, mehr kannst Du nicht tun. Ob sie dann aktiv wird, liegt ganz allein bei ihr, das kannst Du ihr nicht abnehmen.

    Dein Vater macht es sich leicht. Sicherlich war es für ihn nicht einfach über die Jahre, sicherlich hat er sich die Entscheidung zu gehen nicht leicht gemacht. Er hat sich jetzt aber entschieden, jetzt sein Gewissen beruhigen zu wollen in dem er Dir den „Aufpasserjob“ übergeben will, ist ja sehr bequem für ihn. Mein Vater hat das gleiche mit mir versucht, wenn ich seine Beweggründe auch verstehen kann, im Sinne von nachvollziehen, habe ich ihm bis heute nicht wirklich verzeihen können.Er hat versucht sich auf Kosten meiner seelischen Gesundheit, meines Wohls, Freiheit zu erkaufen, die er sich zu nehmen nicht getraut hat. Er konnte nicht zu seiner Entscheidung stehen, also sollte ich es ausbaden. Ich habe es nicht getan. Ich bin nicht auf dieser Welt um meine Eltern vor sich selbst zu schützen.

    Deine Mutter ist eine erwachsene Frau, sie kann auf sich selbst aufpassen. Sie braucht weder Deinen Vater dafür, noch Deine Schwester, noch Dich. Sie kann das selbst, sofern sie will, will sie nicht, ist sie ebenso alt genug mit den Konsequenzen zu leben. Sie ist kein hilfloses Kind, wenn Alkoholiker auch gerne diesen Eindruck erwecken.

    Die Selbstmorddrohungen kenne ich auch. Ich habe sie auf unterschiedliche Art und Weise zu hören bekommen. Das ist emotionale Erpressung der miesesten Sorte. Ich kann mich Insulaner nur anschließen, wenn Du das Gefühl hast es ist keine leere Drohung, dann ruf die Polizei, sie wird sich um alles notwendige kümmern. Das ist nicht Deine Verantwortung.

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    Aber soll ich statt dessen den Dingen einfach so ihren lauf lassen und mit dem Ergebnis leben, egal wie es ausfallen wird?

    Wenn Deine Mutter trinken will, wird sie das tun, vollkommen egal was Du alles tust und machst. Wenn sie sich totsaufen will, wird sie auch das tun und Du wirst sie nicht hindern können. Es ist das Leben Deiner Mutter, Du kannst es nur soweit beeinflussen wie sie es zulässt. Du kannst sie nicht ändern, dass kann nur sie selbst und den Willen dazu kannst Du ihr nicht abnehmen und nicht erzwinge. Es läuft darauf hinaus, den Dingen ihren Lauf zu lassen, egal was dabei herauskommt. Du bist machtlos.

    Dein Thread heißt: „Wo findet man geeignete Hilfe?“ Hilfe kannst Du hier finden, bei der Suchtberatung, es gibt SHG für erwachsene Kinder und Du hast die Möglichkeit eine Therapie anzufangen. Der einzige Mensch dem Du helfen kannst, bist Du selbst. Was das geeignete für Dich ist, musst Du wohl ausprobieren. Für mich war eine Kombination aus fast allem gut. Du trägst die Verantwortung für Dich und Dein Leben, jedoch nicht die für das Deiner Eltern.

    Gruß
    Skye

    Hallo Mokka,

    was Du beschreibst kenne ich nur zu gut von mir, ähnlich ging es mir früher auch. Mein Leben war ein Schleudergang von gefühlsmäßigen aufs und abs, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, tiefer Frieden, absolute Panik. Heute weiß ich, ich habe den Knopf für diesen Schleudergang selbst betätigt, immer wieder und wieder.

    Ich wollte keine Entscheidung treffen, aus Angst es könnte die falsche sein. Ich wollte es allen recht machen, man sollte mich mögen. Um Himmels Willen nur nichts falsch machen. Also versuchte ich das zu tun, von dem ich meinte es könnte Zustimmung finden. Diese Zustimmung wollte ich dann aber auch haben, wenn ich sie nicht bekam, war ich totunglücklich. Also zweifelte ich an meiner Entscheidung. Ich war mir meiner selbst in allen Bereichen unsicher, ich brauchte Bestätigung wie die Luft zum atmen. Wenn sie ausblieb war es gleichbedeutend für mich ich habe etwas falsch gemacht, ich bin nichts wert, man mag mich nicht und genau das war es was ich doch so unbedingt wollte, das man mich mag.

    Ich war mit selbst so unsicher, dass ich nicht auf mich, sondern lieber auf andere gehört habe. Außerdem musste ich so ja keine eigene Entscheidung treffen, glaubte ich. Wenn ich tat was andere meinten, konnte ich ihnen ja die Verantwortung geben, wenn es schief ging. Was ich nicht gesehen habe war, auch das war eine Entscheidung. Die Entscheidung das zu tun was andere meinten. Die verkehrteste die ich treffen konnte, denn ich habe dabei mich ignoriert.

    Kein Wunder das mir ab einem gewissen Punkt alles zu viel wurde. So habe ich von Zeit zu Zeit, wenn der Druck zu groß wurde Kurzschlusshandlungen produziert. Ich bin auf die eine oder andere Art geflüchtet, habe den Kopf in den Sand gesteckt. Frei nach dem Motto: Was ich nicht sehe ist auch nicht da, Punkt. Auch für dieses Verhalten wollte ich aber dann auch Verständnis und Zustimmung. Ich wollte für alles was ich tat auf die eine oder andere Art Zustimmung. Das letzte was ich in so einer Situation gebrauchen konnte war Ablehnung, nicht sehend dass ich die selbst durch mein Verhalten hervor gerufen habe. Probleme lösen sich nicht durch weglaufen und Augen zu machen, im Gegenteil, während man sie ignoriert vergrößern sie sich meist fröhlich und vollkommen ungehemmt.

    Ich habe angefangen auf mich zu hören, was ich will. Das wusste ich schon immer, hatte meine innere Stimme aber geradezu nieder geknüppelt. Ich habe getan und gesagt, was ich für mich wollte und dazu gestanden, aber auch mir und/oder anderen eingestanden das ich falsch gelegen haben. Ich habe aufgehört das zu tun, von dem ich meinte das andere es wollen, sondern das getan was ich wollte. Ich habe angefangen Entscheidungen zu treffen, ohne auf andere zu achten, ohne auf Zustimmung zu hoffen. Ich habe getan was ich für richtig gehalten habe, denn ich musste auch mit den Konsequenzen meines Handelns leben, egal ob positiv oder negativ, ich und nicht die anderen. Es war anfangs sehr schwer, ich hatte das Gefühl das könnte ich nie, ich habe mich geradezu geweigert, weil ich ich höllische Angst hatte, Angst etwas „falsches“ zu tun und abgelehnt zu werden. Inzwischen klappt das ganz gut. Ich bin erwachsen und kein kleines Kind mehr, dass seine Eltern in der Hinterhand hat, wenn etwas schief geht. Lange habe ich mich aber so verhalten und gehofft jemand anderes, wer auch immer, löst meine Probleme. Heute löse ich meine Probleme und laufe nicht mehr vor ihnen weg.

    Siehe da mein Leben ist kein Schleudergang mehr und die meisten Menschen mögen mich immer noch. Ich bekomme sogar positive Rückmeldungen, ganz einfach weil ich jetzt greifbar und einschätzbar bin für mein Gegenüber. Früher hatte ich soviel Rückgrat wie ein Wackelpudding und war in meinem Wesen so gut zu erfassen wie eine Nebelbank. Das mögen die wenigsten Menschen an ihrem Gegenüber leiden. Die paar die mit meiner "neuen" Art nicht klar kamen, die kann ich verschmerzen. Die, die mich mögen wie ich bin sind mir wichtiger.

    Mokka, lass es mich mal ganz offen sagen. Du hast Dir die Suppe eingebrockt, Du musst sie auch auslöffeln so oder so. Es wird Dir keiner abnehmen. Das ganze offensiv anzugehen, wie von Deiner Therapeutin vorgeschlagen, ist sicherlich die bessere Lösung, als defensiv nichts zu tun und zu hoffen, dass es irgendwie von allein vorbei geht. Von allein geht so was nicht, zumindest geht es nicht gut.

    Gruß
    Skye

    Hallo ex-unbeschwert,

    Die Logik der Sucht ist, das nichts logisch ist. Alkohol gibt dem Süchtigen etwas, er hat dadurch aus seiner Sicht Vorteile. Was das im einzelnen ist, ist unterschiedlich, wie die Menschen auch. Aber letztendlich läuft es wohl darauf hinaus, dass Druck in irgendeiner Form genommen wird. Sei er durch Probleme mit dem Selbstwert verursacht, durch nicht verarbeitete Traumata, Alltagsprobleme, was auch immer, die Palette ist breit. Dabei geht es nicht darum, dass man als Außenstehender bessere Lösungsmöglichkeiten sieht, die sieht man bei anderen immer besser als bei sich selbst und den meisten Menschen fällt eine bessere Lösung als Alkohol ein. Es geht darum, dass der Alkoholiker nicht anders damit umgehen kann, es vielleicht auch nicht gelernt hat. Hätte er, hätte er nicht die vermeintliche Lösung im Alkohol gesucht. Wie gesagt, niemand wird freiwillig süchtig, es ist eine Entwicklung.

    Was der Alkohol gibt und was die Vorteile sind, werden wir als Nichtsüchtige nie verstehen, Fakt ist aber, der Alkoholiker sieht sie. Erst wenn die Nachteile die Vorteile überwiegen, dann kann es sein, dass er etwas tut. Man spricht dann auch vom persönlichen Tiefpunkt. Manche erreichen ihn früh, andere nie.
    Jeder Alkoholiker hat seine lichten Momente in denen er das Elend sieht in das er sich gebracht hat. Leider ist es aber auch so, dass das oftmals wieder Druck auslöst und der wird dann wieder mit Alkohol kompensiert. In den Lichten Momenten kommen Dinge an ihn ran, mit denen er nicht umgehen kann, also wird zur altbekannten Lösung gegriffen. Ein Teufelskreis, der erst durchbrochen werden kann, wenn die Nachteile die Vorteile überwiegen. Die lichten Momente können auch dafür genutzt werden, sich Hilfe zu holen, aber eben erst wenn sie soweit sind.

    Du siehst keine Vorteile und haufenweise Nachteile im saufen, ich auch, aber eben der Alkoholiker nicht und dann sind wir wieder dabei, das nichts logisch ist.

    Zitat

    Außer es gibt etwas, wofür es sich lohnt. Und da bin ich wieder bei dem Punkt, dass ich es nicht wert war.

    Ich war es meiner Mutter wert. Sie hat mir und meinem Vater zu Liebe Entgiftungen gemacht und auch die letzte LZT Therapie. Genau das war der Punkt, es ging nicht darum wie viel ich ihr wert war, sondern darum wie viel sie sich selbst wert war. Ich habe ihr viel bedeutet, wenn ihr Art es zu äußern auch manchmal fragwürdig war, sie sich selbst hingegen nichts. Deshalb ist alles gescheitert und deshalb hat der Alkohol sie letztendlich umgebracht. Sie selbst war es sich nicht wert, meine „Wertigkeit“ hatte damit nichts zu tun.

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    Vielleicht erzähl ich erstmal meinem Vater, dass ich Kontakt habe/hatte und schau mal was dabei rauskommt.

    Verzeih mir bitte meine Offenheit, aber Du brauchst die Erlaubnis Deines Vaters nicht, Du bist erwachsen und kannst tun und lassen was Du willst.

    Ich habe lange geglaubt ich werde geliebt, wenn ich das liebe Kind bin, wenn ich es nur allen recht mache. Ich bin daran fast kaputt gegangen. Inzwischen weiß ich es ist nicht so. Ich stehe heute auch zu meinen Ecken und Kanten, ich sage nein und nicht mehr zu allem ja und amen, ich vertrete meine Meinung und nicke nicht die von anderen ab. Ich werde immer noch geliebt und gemocht. Gut nicht unbedingt von den gleichen Menschen wie früher, aber von anderen die mir wert und teuer sind. Die mögen mich so wie ich bin und nicht wie ich denke, dass ich sein muss damit man mich mag. Die sind mir lieber, als die die meine Unsicherheit und dem Wunsch nach Gefallen früher für sich und ihre Zwecke ausgenutzt haben. Meine Veränderung ging nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt habe ich mich ein Stück aus meinem Turm getraut und es hat mir keiner den Kopf abgerissen.

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    Vielleicht verstehe ich es einfach nicht, weil es heißen würde, 36 Jahre falsch gedacht zu haben und dieses Loslassen der Verantwortung die derzeit letzte Verbindung zu meiner Mutter kappen würde.

    An Deiner Art zu denken ist nichts „falsch“, es ist das Ergebnis Deiner Kindheit, Deiner Entwicklung, es ist für ein EKA normal. Aber wenn man nicht mehr weiter kommt ist es vielleicht eine Überlegung einen anderen Weg zu gehen, als den bisherigen. Das hat nichts mit richtig und falsch zu tun. Wir alle sind das Ergebnis unserer Kindheit, manche hatten eine die ihnen den Weg geebnet hat ins erwachsenen Leben, andere haben Hindernisse mit auf den Weg bekommen. Heute sind wir erwachsen, wir können diese Hindernisse jetzt selbst wegräumen. Wir sind keine hilflosen Kinder mehr die auf die Fürsorge ihrer Eltern angewiesen sind um zu überleben.


    Gruß
    Skye

    Hallo ex-unbeschwert,

    Deine Mutter ist Alkoholikerin mit all den schon hier und in anderen Threads genannten Konsequenzen. Was sie aber nicht ist, ist hilflos. Wenn sie will kann sie Hilfe bekommen, es gibt nicht gerade wenig in dieser Beziehung für Alkoholiker die trocken werden wollen in diesem Land. Bei aller Traurigkeit die einen überkommt, wenn man dieses Häufchen Elend sieht, dass ein Alkoholiker auf jeden Fall ist, sollte man nie vergessen, sie sind schwer krank aber nicht hilflos. Auch wenn sie diesen Eindruck sehr gerne vermitteln. Es gibt Hilfe, sie müssen sie nur suchen und annehmen, dass ist etwas das ihnen niemand abnehmen kann. Wann es soweit ist entscheidet der Alkoholiker selbst.

    Dein Vater ist den für ihn bequemsten Weg gegangen und hat Dir die Verantwortung für Deine Mutter übergeben. Du hast sie aufgrund Deiner Konditionierung durch das Aufwachsen in einer Alkoholikerfamilie angenommen. Der einzige Mensch der für Deine Mutter verantwortlich ist, ist sie selbst, lass Dir nichts anderes einreden.

    Dein Vater hat Deinen Halbbruder gezeugt, hätte er nicht tun müssen. Es gibt Mittel und Wege für einen Mann das zu verhindern. Hat er nicht, also muss er die Konsquenzen seines Handelns tragen und wenn das unter dem Strich ein wütender Sohn ist, ist das sein Problem nicht Deines.

    Anderen etwas zu geben und sich selbst etwas dabei zu nehmen, ist der falsche Weg zur eigenen Zufriedenheit. Du nimmst Dir den Halbbruder, der Dir offenbar sehr sympathisch ist, um Deinem Vater die Ruhe vor ihm zu geben. Du nimmst Dir selbst etwas, um Deinen Vater vor den Konsequenzen seines Handelns zu beschützen. Dein Vater ist erwachsen er kann für sich sorgen und ist fähig die Suppe die er sich eingebrockt hat selbst auszulöffeln.

    Du hast Dir mit Deinem Halbbruder das einzige genommen, was für Dich positiv war. Ein, wie ich finde, unnötiges Opfer. Vielleicht wäre es ein Anfang den Kontakt wieder aufzunehmen und einfach zu schauen wohin es führt. Es ist nicht Deine Aufgabe Deine Eltern zu beschützen, weder vor sich selbst noch vor den Folgen ihrer Handlung, nichts anderes ist es, was Du tust oder zumindest versuchst. Sie sind erwachsen alle beide und können sich sehr gut um sich selbst kümmern, wenn sie denn wollen.

    Nicht die anderen sind es die ein Aschenputtel in Dir sehen oder Dir das Gefühl geben eines zu sein, Du selbst bist es die das tut. Hol Dich selbst aus dem Dienstbotenreich und setze Dich selbst an erste Stelle in Deinem Leben. Ich weiß, dass hört sich schwer an, ist auch nicht immer so ganz einfach, aber es ist zu schaffen. Anfangen, dass musst Du allerdings......

    Gruß
    Skye

    Hallo Tinka,

    ich weiß nicht, wie oft ich von meiner Mutter gesagt bekam ich wäre der wichtigste Mensch in Ihrem Leben. Ich denke, so ist es wohl auch gewesen, denn sonst hätte sie aufhören können. Damit sie eine Chance gehabt hätte der Sucht zu entkommen hätte sie selbst der wichtigste Mensch in ihrem Leben sein müssen.

    Gruß
    Skye

    Hallo ex-unbeschwert,

    ent-schuld-igen, heißt für mein Verständnis sich von einer Schuld befreien. Es setzt das Bewusstsein für ein schuldhaftes Verhalten voraus. Alkohol ist eine bewusstseinverändernde Droge, wie auch Heroin oder Kokain, nur mit dem Unterschied er ist legal. Des weiteren verändert er mit zunehmender Menge und Dauer des Konsums die Persönlichkeit und die Hirnfunktionen nachhaltig und teilweise auch irreversibel. Solange der Konsum anhält, ist das Bewusstsein für ein schuldhaftes Verhalten sehr gestört, die Sicht der Dinge buchstäblich vernebelt und bei einigen Alkoholikern sogar nur noch rudimentär vorhanden. Das wichtigste für einen Süchtigen ist seine Droge, Punkt. Die Beschaffung und der Erhalt rechtfertigt alles. Das die Liebe zum eigenen Kind ausreichen sollte um trocken zu werden sind zwar hehre Ansichten, aber realitätsfremd.

    Ich will hier keine Lanze brechen für Alkoholiker, dass liegt mir fern. Ich weiß was es heißt, alkoholabhängige Eltern zu haben. Günstigstenfalls erzieht man sich weitestgehend selbst mit den entsprechenden Problemen die daraus resultieren. Von einem Alkoholiker ein „normales“ Verhalten zu verlangen ist jedoch ein Kampf gegen Windmühlen, verschwendete Energie.

    Viele der hier geforderten Dinge haben sicherlich ihre Berechtigung unter „normalen“ Bedingungen, wobei sie unter „normalen“ Bedingungen eher selten vorkommen. Doch das sind Dinge die ein nasser Alkoholiker nicht leisten kann, das gehört zum Krankheitsbild. Sogar manch trockener kann es nicht. Das sind Ansprüche an einen kranken Menschen die nicht der Realität entsprechen.

    Was ich hier lese ist für mich eine logische Herangehensweise an das „Problem“. Sucht und Logik sind jedoch zwei Dinge die nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort existieren können. Das eine schließt das andere aus. Süchtig wird und ist man nicht in vollem Bewusstsein und mit Absicht. Wenn ich Deine Worte lese werde ich das Gefühl nicht los, dass Du Deiner Mutter unterstellst mit Absicht zu saufen.

    Du scheinst, so wie ich Deine Worte verstehe, davon auszugehen, dass der süchtige Mensch und der nicht süchtige Mensch gleich empfinden, handeln und denken. Wenn dem so wäre, hätte Sucht nicht diese Macht, dann würde niemand süchtig werden. Ein Süchtiger hat eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Nur mal ein paar Tage etwas nicht zu trinken ändert nichts daran. Der Körper ist dann nüchtern, aber der Geist nicht.

    Solange Deine Mutter säuft verschwendest Du Energie indem Du versuchst etwas von ihr zu bekommen. Egal ob das jetzt eine Entschuldigung oder ehrlich empfundene Gefühle sind. Du wartest auf etwas unmögliches, ganz „einfach“ weil sie süchtig ist. Solange Du darauf wartest, bewegst Du Dich nicht weiter, bleibst Du da wo Du bist und nicht mehr sein willst. Du machst Deine Zufriedenheit davon abhängig dass Deine Mutter aufhört zu trinken und anfängt trocken zu werden, denn das ist der Zeitpunkt an dem Du frühestens ein fruchtbares Gespräch mit ihr führen kannst.

    Du kannst Deiner Mutter gegenüber jedes Gefühl haben, dass Du möchtest. Das ist Dein gutes Recht, dass wird Dir sicherlich auch niemand absprechen. Ich frage mich jedoch und letztlich auch Dich, was ist mit Deinen Gefühlen für Dich? Wo bleibst Du während Du mit Deiner Mutter beschäftigt bist?

    Bist Du eigentlich auch wütend auf Deinen Vater, weil er Dich bei Deiner saufenden Mutter gelassen hat? Er hätte schließlich auch handeln können.

    Gruß
    Skye

    Hallo Mokka,

    willkommen im Forum. Ob Du Dir selbst alles kaputt machst oder richtig handelst wenn Du kündigst kann Dir keiner sagen. Es ist Dein Leben, Du bist der Entscheidungsträger Deines Lebens nicht andere, Du bist diejenige die mit Deinen Entscheidungen lebt, nicht andere. Es kann gut gehen und Du bekommst den Job Deines Lebens, es kann nicht gut gehen und es ist noch schlimmer als bisher.

    Wenn ich Deine Zeilen so lese macht es mir nicht den Eindruck als könntest Du das was Du tust nicht. Ich kann auch nicht lesen, dass Deine Kollegen oder Vorgesetzen Dir Fehler aufzeigen. Vielmehr macht es mir den Eindruck, als würdest Du an Deinen Ansprüchen an Dich selbst scheitern.

    Perfektion ist alles, aber kein erstrebenswertes Ziel. Jeder macht Fehler, auch Du, Fehler gehören zum Leben.

    Ich habe das Gefühl, dass Du Dir eher selbst im Wege stehst, als das die Arbeit das Problem wäre. Ich sehe das Problem nicht in der Arbeit, sondern an Deinen (falschen) Ansprüchen an Dich selbst und in der (falschen) Sicht Deiner selbst, Deinem Mangel an Selbstwertgefühl. Ich frage mich, ob Du die gleichen Probleme nicht auch bei jedem anderen Job haben würdest. Nach dem lesen Deiner Worte, denke ich ja.

    Gruß
    Skye

    Hallo Zusammen,

    mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter Alkoholikerin, mein Stiefvater ist Alkoholiker. Was sie mir durch ihre Sucht mit auf den Lebensweg gegeben haben, hat mir sehr lange im Weg gestanden ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Am schlimmsten hat mir die Sauferei meiner Mutter zugesetzt.

    Meine Mutter hat sich bei mir entschuldigt. Obwohl ich das überhaupt nicht gewollt oder erwartet habe. Sie hat gesoffen, weil sie sich selbst nicht geliebt hat. Eine Entschuldigung zu verlangen oder zu erwarten hieß in meinem Verständnis, dass sie gesoffen hat um mir das Leben schwer zu machen und das hat sie nicht. Sie hat gesoffen, weil sie ihr Leben nicht ausgehalten hat und nicht fähig war ihre Probleme zu lösen, sie hat sie mit Alkohol verdrängt.

    Ihre Entschuldigung hat für mich nichts geändert, es hat meine Probleme mit mir selbst und meinen Mitmenschen nicht verschwinden lassen. Es hat meine Kindheit nicht rückgängig gemacht, wobei es fraglich ist ob ich ohne saufende Eltern nicht auch Probleme gehabt hätte. Hätte auch sein können, nicht nur Alkoholiker als Eltern machen den Start in Leben schwerer, da gibt es auch noch genug andere Möglichkeiten was Eltern so tun und lassen können was später Folgen hat.

    Wie dem auch sei, es hat sich durch ihre Entschuldigung nichts geändert. Geändert hat sich erst etwas, als ich selbst etwas für mich getan habe.

    Ich frage mich, was ihr Euch von einer Entschuldigung Eurer Eltern erhofft. Was ändert eine Entschuldigung an Euren heutigen Problemen. Die Energie eine Entschuldigung, Worte der Reue zu bekommen, kann sich besser einsetzen lassen, für sich selbst.

    Gruß
    Skye

    Hallo Winterwärme,

    willkommen im Forum.


    Zitat

    Ich möchte ihn NOCH nicht aufgeben und habe immer noch Hoffnung, dass er sich ändert.

    So wirklich überzeugend wirkst Du nicht wenn Du etwas weiter unten dann schreibst:

    Zitat

    ER hat natürlich Angst, dass ich mir Hilfe holen könnte, die für ihn einschneidende Veränderungen bedeuten könnten.

    Das widerspricht sich und macht auf mich nicht den Eindruck als würde er eine Einsicht haben. Auch habe ich nicht den Eindruck, als wärst Du wirklich davon überzeugt, dass er willens ist etwas zu ändern.

    Ob er sich ändert oder nicht, ist ohnehin zweitrangig. Es geht Dir nicht automatisch besser, wenn er aufhört zu trinken, das ist ein Trugschluss. Es geht auch nicht um Trennung oder nicht Trennung. Es geht darum, was Du für Dich tun kannst, damit es Dir besser geht. Er ist nicht dafür verantwortlich, dass es Dir gut geht und dass Du glücklich und zufrieden bist, das bist Du selbst.

    Gruß
    Skye

    Hallo Honest,

    willkommen im Forum. Was Du schreibst hört sich nicht gut an und erweckt bei mir nicht den Eindruck, als wollte Dein Vater ohne Alkohol leben. In einer LZT werden Hilfestellungen gegeben und Möglichkeiten aufgezeigt, wie ein trockenes Leben möglich ist. Auch mit diesen Hilfestellungen geht es nicht von allein, aber der Weg wird aufgezeigt. Man bekommt gezeigt, was man braucht wenn man will. Wenn Dein Vater trotzdem dem Alkohol den Vorzug vor einem trockenen Leben gibt, will er trinken.

    Selbst wenn er trocken werden würde, würdest Du nicht mehr den Menschen vor Dir haben, den Du kanntest. Ein Mensch der trocken wird verändert sich und das nicht immer so wie wir es uns als Angehörige erhoffen. Dazu kommt, das Korsakoff nicht heilbar und nicht aufzuhalten ist. Der Krankheitsverlauf kann verlangsamt werden, aber auch nur wenn kein Alkohol mehr getrunken wird.

    Ich weiß wie weh das tut sich das Häufchen Elend anzuschauen. Wie es ist wenn Erinnerungen an „bessere“ Zeiten hochkommen, man mit der Gegenwart vergleicht und nicht weiß wie man die Gefühl aushalten soll die dabei hochkommen. Ich weiß aber auch, dass man nichts ändern kann. Du kannst ihn nicht ändern. Das einzige was Du ändern kannst ist Deine Einstellung, zu lernen ihn so zu nehmen wie er ist, die Situation zu nehmen wie sie ist. Der Mensch den Du vor Dir hast ist Dein Vater, so wie er ist.

    Gruß
    Skye

    Hallo Petra,

    mir ging es vor den ersten Besuchen der SHG auch nicht viel anders. Die ersten Male war ich alles andere als zugänglich, geradezu stachlig, meine Art mich zu schützen. Das hat niemanden da gestört, denn auf die eine oder andere Art hatten alle Bammel vor dem erste Mal und versucht sich zu schützen und sich entsprechend verhalten. Dort sind Menschen die wissen wie es Dir geht, die Deine Probleme verstehen, weil sie die gleiche haben oder hatten. Ich wurde genau so genommen wie ich war.

    Du musst auch nicht gleich loslegen, eine kleine Vorstellung mit Namen und warum Du da bist reicht. Im Grunde reicht schon der Name, wenn mehr in dem Moment nicht geht. Du kannst auch erst mal nur zuhören, das mit dem sprechen findet sich. Und Du musst nur das geben was Du möchtest, dass ist kein Test und auch kein Arztbesuch wo man sofort die Karten auf den Tisch legen sollte. Was das weinen angeht, zum einen gibt sich das meistens mit der Zeit, wenn ein gewisser Druck genommen ist und zum anderen tun das andere auch. Für Tränen muss man sich nicht schämen, Du bist und wirst nicht die einzige sein die weint, was auch immer der Grund für die Tränen sein wird.

    Nur Mut, es beißt niemand und dort sind Menschen die wissen wie es Dir geht, ganz einfach weil sie es selbst mitgemacht haben.

    Gruß
    Skye

    Hallo Martigro,

    ich bin ein erwachsenes Kind von Alkoholikern. Als ich geboren wurde, hatte ich einen Alkoholiker als Vater. Als Kind hätte ich ihn um nichts in der Welt hergeben wollen. Erst als ich älter wurde, als ich Abstand hatte, habe ich gesehen, dass er mir kein Vater sein konnte. Er hat sich selbst als Vater disqualifiziert. Er hat mir durch seine Sucht Dinge genommen und andere mit auf den Lebensweg gegeben die mir sehr hinderlich waren, ein sog. normales Leben zu führen. Ich wurde nicht geschlagen, ich wurde nicht misshandelt. Ich hatte „nur“ keine emotionale Sicherheit, weil er durch seine Sucht ausgeglichen wie ein Jojo war und so gut einzuschätzen wie ein gereizter Tiger auf Speed. Auch wenn er mein Leben verlassen hat, hat er Schäden angerichtet. Meine Mutter war mir auch keine Hilfe, sie ist ja selbst nicht mit der Situation klar gekommen, ebenso wenig wie Du jetzt.

    Als Jugendliche hatte ich dann eine alkoholabhängige Mutter. Obwohl sie durch meinen Vater eigentlich hätte abgeschreckt werden könne, ist sie den gleichen Weg gegangen. Ich habe sie geliebt und hätte auch sie um nichts in der Welt hergeben wollen. Auch sie hat mir keine emotionale Sicherheit vermitteln können. Sie hat mich für ihre Sucht benutzt. Auch sie war ebenso wenig ausgeglichen und für mich einschätzbar. Beide waren als Vorbild wie man ein Leben lebt Nieten.
    Ich vermisse meine Mutter nach wie vor und habe sie bis zum Schluss geliebt, aber das ändert nichts daran, dass sie mir fast mehr mitgegeben hat an Dingen die ein Kind nicht braucht, als ich tragen konnte.

    Nach außen war alles in Ordnung an materiellen Dingen hatte ich alles was ein Kind braucht, es wurde sich auch immer um mich gekümmert, nur einschätzen, einschätzen konnte ich sie nie.

    Ich habe zwar nicht angefangen zu saufen, aber ich hatte ein absolut falsches Selbstbild, mangelnde soziale Kompetenz und massive Probleme in und mit meinen sozialen Kontakten. Mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl waren nur rudimentär vorhanden. Wer sollte es mir denn vermitteln. Ein Vater und eine Mutter die die Lösung ihrer Probleme im Alkohol suchten. Ein Stiefvater der der Sucht meiner Mutter hilflos und achselzuckend gegenüber stand, der mir direkt und indirekt noch Vorwürfe gemacht bezüglich der Sucht meiner Mutter. Wer bitte?? Da war niemand.

    Ich habe mich bis Mitte 30 damit rumgeschlagen, ich hatte Depressionen und kaum noch einen Lebenswillen. Erst nach 4 Jahren Therapie, SHG, Reha und Forum habe ich mein Leben in den Griff bekommen. Heute sage ich, ich habe überlebt.
    Ich habe meinen Frieden mit allen gemacht. Meinem leiblichen Vater, der heute keine Rolle mehr in meinem Leben spielt, ich weiß gar nicht ob er noch lebt. Mit meinem Stiefvater, den ich nach wie vor liebe, mit meiner Mutter, die ich bis zum Schluss geliebt habe, die der Alkohol umgebracht hat.
    Das war ein weiter Weg und ich musste ihn gehen, weil ich Alkoholiker als Eltern hatte. Ich kann von Glück reden, dass ich nicht selbst angefangen habe zu saufen.

    Das war das Ergebnis meiner Kindheit und Jugend mit Alkoholikern. Wenn Du denkst ich bin ein Einzelfall, dann lies mal bei die Beiträge von Linde, die von Mr. Hardcore, bei der anderen erwachsenen Kinder.
    Lies bei den den anderen Angehörigen, wie viele erwachsene Kinder sind. Mit etwas „Glück“ wirst Du den Staffelstab der Co-Abhängigkeit an Deine Kinder weiter geben oder noch schlimmer den der Alkoholabhängigkeit, denn sie haben nichts anderes gelernt, nichts anderes vorgelebt bekommen. Auch jetzt ändert sich nicht wirklich etwas, alles wie bisher. Herzlichen Glückwunsch......

    Du setzt Deine Kinder dem freiwillig aus. Wenn ich mir den Anfang Deines Threads anschaue, kommst Du selbst als erwachsene Frau nicht mit den massiven, alkoholbedingten Stimmungsschwankungen Deines Mannes klar. Wenn Du es als erwachsene Frau nicht tust, wie sollen es Deine Kinder. Deine Kinder erleben eine Mutter die sich selbst erniedrigt und nicht klar kommt.
    Wie sollen Deine Kinder so lernen im Leben klar zu kommen, was für Vorbilder haben sie? Ein Alkoholiker als Vater und eine Mutter die nicht für sich selbst einstehen und nicht konsequent sein kann. Die ihren eigenen Wert am Dasein eines Mannes misst. Er sollte das Sahnehäubchen auf Deinem Lebenskuchen sein und nicht der Boden der alles trägt. Wenn der Boden weg ist fällt der Rest zusammen, eine gute Konstellation.

    Deine Kinder können ebenso wenig wie ich damals objektiv sein. Du schreibst selbst, sie leiden unter ihm, aber sie lieben ihn. Mir ging es mit meinen Eltern nicht anders. Auch wenn sie auf dem Papier volljährig sind und ihre eigenen Wege gehen, die Schäden sind da. Vielleicht sieht man sie jetzt noch nicht, aber sie sind da.

    Du kannst tun und lassen was Du willst, hindern kann und wird Dich hier keiner, aber gut finden muss das auch keiner. Das hat nichts mit lästern zu tun, dass nennt man Meinungsäußerung.

    Gruß
    Skye

    Hallo Petra,

    gut das Du Grenzen gezogen hast, bleib dabei.

    Zitat

    Hat mir nur gesagt, dass er sein Trinkverhalten runterfahren möchte um wieder davon los zukommen.

    Auf mich wirkt das, als wolle er Dich einwickeln. Als versucht er die von Dir gesteckten Grenzen aufzuweichen, Dich zu erweichen weniger konsequent zu sein.

    Zitat

    Jetzt frage ich mich, geht so etwas überhaupt, kann er sein Trinkverhalten soweit kontrollieren dass er wieder auf null kommt?

    Er ist Alkoholiker, oder? Dann wohl nicht. Kontrolliertes trinken ist für einen Alkoholiker nicht möglich. Ein Alkoholiker ist jemand der die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum verloren hat, also nichts mit kontrollieren.

    Zitat

    Er sagt, dahin will er auf gar keinen Fall, weil, es würde ja auch kein gutes Licht auf ihn fallen, da ja der Eilantrag für eine Langzeit Therapie läuft.

    Nichts als Ausreden. Jede Einrichtung für LZT von der ich bisher gehört habe, hat eine Entgiftungsstation oder eine Kooperation diesbezüglich mit einem örtlichen Krankenhaus. Die haben sie nicht weil sie pessimistisch sind, sondern aus Erfahrung, die kennen ihre Pappenheimer. Er wäre wenn, nicht der erste der da volltrunken ankommt, was sollte also eine vorherige Entgiftung für ein schlechtes Licht werfen. Das ist nur ein weiterer Versuch durch eine Hintertür zu flüchten.

    Auf mir wirkt das alles wie ein Versuch alles beim alten zu lassen, nicht wirklich etwas zu ändern, sondern eine Situation zu schaffen in der er relativ ungestört weitertrinken kann. Auch eine LZT bedeutet nicht den unbedingten Willen zur Trockenheit.

    Verfolge Deinen Weg weiter, kümmere Dich um Dich und schau was er aus seinem Leben macht. Lass Dich von ihm nicht einwickeln, nichts anderes versucht er meiner Meinung nach zur Zeit. Warte ab was die Zukunft bringt, nutze die Zeit und tue solange schon mal was für Dich.

    Gruß
    Skye