Beiträge von Laurina5

    Liebe Kim,

    das habe ich auch noch nicht herausgefunden. In meinen kaputten Beziehungen habe ich mich nach etwas heilem gesehnt, wenn so ein Exemplar vorbeikommt, erscheint mir dieses Leben leider ein wenig trist. Ich halte Email Kontakt zu einer Frau, die mit einem ganz heilen wunderbaren Mann schon lange zusammen ist, als Liebhaber hält sie sich einen Alkoholiker, weil das Leben mit ihrem Mann zu eintönig ist. Das empfinde ich auch nicht gerade als erstrebenswert.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo Kim,

    als ich Deine Überschrift las, hörte es sich zunächst vielversprechend an, glaubte schon, Du hast es geschafft. Und dann das, genau das habe ich auch mit zwei Internetbekanntschaften erlebt. Keine Alkis, alles geregelt, womöglich zu gut geregelt, so dass auch mein Leben gleich komplett mit geregelt werden sollte. Ich fühlte mich überschüttet, erdrückt und vereinnahmt, es wurde zuviel an Nähe, völlig ungewohnt für mich. Kein Streß und keine Tragödigen, nichts um das ich kämpfen und wofür ich mich verteidigen musste. Außenstehende meinten schon, solch ein Mann tut Dir endlich mal gut und ist anwesend, doch auch ich konnte mich nicht verlieben, es hätte meinerseits allenfalls für eine Freundschaft gereicht. Doch das war nicht im Sinne der Gegenseite. Ich glaube inzwischen, dass es nach der Trennung von einem Alkoholiker noch lange nicht geschafft ist. Das Muster ist zu prägnant, dass es wohl lange dauert, sich auf gesundem Boden wohlzufühlen, bzw. sich davon angezogen zu fühlen, wobei der Eine sehr klammerte. Es gilt auch herauszufinden, wie und ob eine Beziehung noch lebbar ist.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Hope,

    ich glaube fast, dass jede Frau sich geschmeichelt gefühlt hätte, wenn ihr gesagt wird, ohne Dich hätte ich es nicht so weit geschafft. Es gibt auch noch diesen Spruch: Die Größe einen Menschen liegt im Verzeihen.

    Aber auch das Verzeihen hat seine Grenzen. Für mich macht es keinen Sinn, aus Liebe krank zu werden. Die Liebe hat einen anderen Sinn, durch sie soll man aufblühen, gestärkt werden, sich vertraut und geborgen fühlen, mit dem Partner gemeinsam wachsen. Vor allem in der eigenen Persönlichkeit voll und ganz angenommen werden. Die Krankheit fängt schleichend an mit der Selbstverleugnung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse, das Schönreden, letztlich in einer Traumwelt lebend, weil nur diese noch ertragbar ist. Dann stellen sich die körperlichen Symptome ein bis hin zu Magengeschwüren und Depressionen. Wir laufen zu Ärzten und Heilpraktikern in der Hoffnung, von unseren körperlichen Leiden geheilt zu werden und übersehen dabei, wo die Ursache sitzt.
    Meine ältere Mutter ist heute immer noch eßsüchtig, sie wurde nie satt im Leben und weiss mit fast 83 Jahren nicht, welche eigenen Bedürfnisse sie hat, weil sie niemals ihr Leben, sondern immer das der anderen gelebt hat.
    Wenn ich das vergleiche, sehe ich, dass ich auch nah dran war, diesen Weg zu beschreiten. Meine Blasenschwäche sagte mir, dass ich den Druck nicht mehr aushalte, meine ständig verklebten Ohren, dass ich vieles nicht mehr hören kann und will. Vom Kopf her konnte ich mir sagen, die Verletzungen und Beleidigungen des Trinkers nehme ich nicht mehr persönlich, dennoch hinterlassen sie ihre Spuren.

    Ich wollte ihn vor bestimmten Frauen schützen und lebte ständig in der Angst, dass er gerade bei diesen schwach werden könnte. Heute sehe ich es so, dass es einen Sinn macht, womit er konfrontiert wird, und dass ich ihm seine notwendigen Erfahrungen nicht ersparen kann.

    In meinem Flur stehen noch zwei Beutel mit seinen Sachen, die er schon vor Tagen abholen lassen wollte. Ich hatte ein Alkohol Buch hineingelegt mit einer Widmung, dass ich ihn in Liebe loslassen muss, habe dieses Buch gestern Abend wieder herausgenommen, es ist mein Weg, nicht seiner. Gestern Abend ging wieder viele Male meine Handy, er hatte mich Vorbeigehen sehen, als er in seinem Krug saß, betrunken kam wohl wieder die Sehnsucht hoch. Wir waren uns oft ganz nach und doch so fern. Bin einmal ans Handy gegangen und habe kurz gesagt:" Ich habe Dich geliebt und kann nun nichts mehr für Dich tun, Du kannst mich morgen tagsüber erreichen". Dann habe ich das Handy ausgestellt.

    Danke fürs Teilen
    LG Laurina :wink:

    Das kenne ich auch alles, meine Mutter ist immer noch stolz darauf, bei ihren Männern ausgehalten zu haben. Sie wäre noch mit dem Letzten zusammen, wenn er nicht frühzeitig durch seine Alkohlkrankheit gegangen wäre. Sie meint, nicht so empfindlich zu sein wie ich, bei ihr ging es hier rein und dort raus...))) Sie fühlt sich als nette u. gute Frau und nicht als eine Freche, das sind in ihren Augen diejenigen mit eigener Meinung.

    Und dann der liebe Bekanntenkreis, so nach dem Motto hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Wenn der nun aber säuft, muss es an der Frau liegen, weil sie sich nicht genügend kümmert, bzw. aufpasst, wie oft ich das gehört habe. Andere Frauen meinten, Du bist viel zu weich und gutmütig, ich hätte den im Griff!

    Mir ging die ganze Zeit ein Satz von S. Käferchen nicht mehr aus dem Kopf, er lautet: ein klares Ja zu mir und ein klares Nein zum Alkohol.

    Dieses klare Ja hatte ich nicht, vielmehr habe ich mich mit einem Kompromiss arrangiert. Der zeitweise zufriedenstellend wirkte. Fragte mich, wieso liebe ich einen Mann, der mich teilweise leidenschaftlich liebt für ein paar schöne Tage, dann folgen Ausbrüche gepaart mit Beleidigungen. Wenn eine andere Frau mich derart beleidigen würde, hätte ich keine Sympathie für sie.

    Nachdem der Meinige nun am Wochenende unbegründeten Streit anfing und anschließend tief beleidigt zu einer befreundeten Afrikanerin in die Wohnung lief, um sich dort in ihrem Bett auszuschlafen, mich später anrief, um mich davon in Kenntnis zu setzen, weil es Frechheiten von meiner Seite aus gegeben hätte, war für mich das Maß voll. Ich habe kurz entschlossen gesagt, er solle seine letzten Sachen hier abholen und gleich dort bleiben.
    Nun spielt er den Beleidigten mit dem Vorwurf, ich hätte ihn in die Obdachlosigkeit getrieben und will auch mit mir nichts mehr zu tun haben!

    Einen Tag lang war ich wütend, traurig und unsinngerweise auch enttäuscht, was habe ich anderes erwartet?

    Als ich gestern nach dem Besuch meines Sohnes durch das Krankenhausgelände lief, kamen Gedanken hoch, dass in diesen Gebäuden viele Menschen liegen, die nichts weiter als ihr Leben begehren. Und ich? habe ich nicht mein Leben und bin auch noch gesund! Kann alles, was mir beliebt, mit dem Rest des Abends anfangen, bin frei und eigenverantwortlich, auch sorgenlos. Keine Verpflichtungen mehr, keinen Kummer, keinen Stress, keine destruktiven Vorwürfe. Es war, als würde mich eine Kraft durchdringen, sie zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht, und ich ging festen Schrittes aufrecht in mein neues unbekanntes Leben. Habe für meinen Enkelsohn eine hübsche Geburtstagskarte besorgt und mir beim Asiaten gebratene Nudeln mitgenommen. Zu Hause als kleine Zereomonie mit vielen Kerzen genussvoll verspeist. Diese Stimmung hielt den ganzen Abend an.
    Eine leichte Traurigkeit ist noch vorhanden, es macht sich im Gegenzug eine große Erleichterung breit.
    Nachts im Bett gingen mir Gedanken durch den Kopf, wie ein passender Mann sein sollte, es stellt sich auch für mich die Frage, ob ich überhaupt noch beziehungsfähig bin?

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Gigi,

    mir ist ein Buch zugefallen, dessen Titel nicht jedermanns Sache ist, und zwar wie sie ihre Hirnwichserei abstellen. Der Autor schreibt sehr schroff und vulgär, was mich zum Einen abschreckte, zum Anderen hat er dennoch mit vielen Aussagen recht. Es bringt nichts mit den Gedanken in der Vergangenheit zu verharren und auch nichts, sich ständig über unabänderbare Dinge den Kopf zu zermartern, das ist hoch neurotisch und lebensuntauglich. Vielmehr das Leben zu genießen und sich z.B. ein Mantra zu setzen, wenn das Gedankenkarussel anfängt. Es soll irgendein Wort sein, das angenehme Gefühle auslöst. Ich habe z.B. Sansiba gewählt, wenn unangenehme Gedanken hoch kommen, wiederhole ich es mehrmals innerlich, es folgt innere Ruhe und Gelassenheit. Die Gedanken folgen in eine andere Richtung. Als zweites habe ich mir klar gemacht und verinnerlicht, dass ein Alkoholiker im Zustand des Rausches unberechenbar und nicht zurechnungsfähig ist, da gilt es sich gefühlsmäßig zu distanzieren und nichts persönlich zu nehmen.

    Es gibt noch zich andere Beispiele, z.B. in dem Buch ALK stellt sich die Frage: Angehörige ein Fluch oder ein Segen? Ich habe nun die zweite Variante gewählt, als Fluch habe ich lange genug agiert.

    LG Laurina :wink:

    Liebe Kaltblut,

    geschafft? kann ich so nicht sagen, weil es immer wieder Rückfälle geben kann. Zu meiner Grundsituation möchte ich sagen, dass es mir rundum gut geht, seit dem ich meine Situation angenommen habe und mich nicht mehr plage und verantwortlich fühle für Andere. Ich genieße den Sommer, treffe mich mit Freundinnen, auch mal mit nicht Co.-Abhängigen zwecks anderer Themen. Im übrigen brennt mir nichts unter den Nägeln, als dass ein Austausch dringend notwenig wäre. Zu meinem Freund habe ich ein lockeres und gutes Verhältnis. Er geht seinen Weg, ich den meinen, zwischendurch treffen wir uns mal. Seit dem ich nicht mehr nörgel und ihn mit aller Macht trocken haben will, sondern ihn einfach lasse, spricht er selbst davon, dass es so nicht weiter gehen kann, er müsse seine Sucht reduzieren und in den Griff bekommen. Das ist sein Thema, welches ich bei ihm lassen kann. Früher hätte ich sofort Heftchen von Suchtberatungsstellen bereit gehabt :lol:
    Da kann ich mich heute heraushalten, es gibt so vieles für mich, um das ich mich kümmern möchte, und das mich neuerdings richtig interssiert und neugierig macht. Im Herbst werde ich mich mit einer Gruppenkollegin zum Englischunterricht anmelden. Im übrigen arbeite ich manchmal ehrenamtlich bei der ELAS (Evangelische Landesanstalt für Suchterkrankungen) mit. Seit dem ich die Feste dort besuche, stelle ich immer mehr fest, wie gut man auch ohne Alk feiern kann - vor allem wie gut man sich am nächsten Tag fühlt. In Gegenwart meines Freundes trinke ich meist ausschließlich Wasser, damit fühlt er sich nicht gut. Wenn er ungehalten wird, fühle ich mich nicht mehr persönlich angegriffen, habe begriffen, dass diese Gefühle zu ihm gehören und lasse ihn in Ruhe. Auf Diskussionen lasse ich mich dann nicht mehr ein, sie würden ohnehin eskalieren. Nicht reden, sondern machen und ein anderes Leben vorleben, das zeigt weitaus mehr Wirkung, als wenn man sich treffen lässt und beleidigt reagiert!
    Nun möchte ich gleich nach draußen und wünsche Allen einen schönen Sommertag.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Lichtwind,

    mit dem Geschwätz von gestern habe ich mich auf meinen Beitrag von 2005 bezogen, im Glauben mit einer Für- und Wider Eigenschaftsliste den passenden gesunden Partner finden zu können.
    Heute sehe ich es anders, der kommt erst auf mich zu, wenn ich selbst genügend gesunde Eigenanteile aufweise.
    Mein Bekanntenkreis hat sich auch geändert, in der Suchthilfe nehme ich regelmäßig an Gruppengesprächen und meiner Tanzgruppe (bestehend aus Betroffenen und Angehörigen) teil. Durch diese Kontakte ist ein tragendes Gegengewicht entstanden, so dass ich nicht mehr wie früher allein dastehe mit der Alkoholproblematik. Meine Sichtweise hat sich verändert, bin gelassener geworden, folglich werfen mich Rückfälle nicht mehr so leicht aus der Bahn.
    Wenn man über fünfzig Jahre co.-abhängig gelebt hat, kann man nicht von heute auf morgen gesund sein. Es ist ein Weg der kleinen Schritte und Erfolge, vor allem selbst zu erkennen, wann die Co.-Falle wieder zugeschlagen hat. Wenn schon genügend gesunde Gegenanteile entwickelt und gelebt wurden, haut einen das nicht mehr so schnell um.
    Es fängt mit dem ersten Schritt an, dieser bedeutet, sich die eigene Abhängigkeit und Ohnmacht einzugestehen und die Erkenntnis, dass man als Partnerin den Betroffenen weder therapieren noch heilen kann. Dieser Schritt des Annnehmens ist schon mal gewaltig schwierig. Innerhalb dieser Entwicklung werden folglich co.-abhängige Anteile immer wieder ausgelebt oder ausprobiert, bis sie sich überlebt haben und nicht mehr notwendig sind. Z.B. bei Dir der Kinobesuch, der Dir peinlich war, obwohl Du für das Verhalten Deines Partners nicht verantwortlich bist, wenn wir gesunden, können wir uns vom Verhalten anderer distanzieren und fühlen uns nicht mehr verantwortlich. Solange wir es noch brauchen, ist es noch notwendig, ansonsten würden wir um unsere Erfahrungen beschnitten.
    Meine Gruppenleitern würde niemals sagen, Du musst Dich trennen, weil sie klug genug ist zu wissen, dass hierfür der Zeitpunkt reif sein muss. Wenn wir es vorzeitig tun, tappen wir mit ungelösten Dingen in die nächste Falle.
    Mit den Erwartungen ist das auch so eine Sache, sie dienen im Grunde nur dazu, uns zu ent-täuschen. Buddha hat zum Zustand der Befreiung des Leidens folgendes gesagt: Der Schlüssel dazu ist: keine Erwartungen zu hegen, sondern das Leben zu genießen, wie es ist. Wie auch immer sein mag. Und lieben zu lernen.
    Wenn wir im Zustand der Selbstliebe sind, hören wir auf zu be- und verurteilen, verändern und missionieren zu wollen.
    Das scheint bei uns Co`s der Knackpunkt zu sein, wir erwarten die Liebe und die Erfüllung unserer Wünsche und Begehrens von außen, werden folglich so lange geblendet, bis wir bei uns selbst angekommen sind. Zermartern unsere Gehirne, wie es sein sollte entsprechend unserer Vorstellung, anstatt unsere guten Gedanken sogleich in die Tat umzusetzen.
    Es ist ein langer Weg, mal gibt es Fortschritte, mal auch Rückfälle. Beides gehört zusammen und ist in Ordnung.

    Ich hoffe, Du hast meine Wortwahl "ausleben" in Bezug bringen können und wünsche Dir und allen Anderen einen schönen Sonntag.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Lichtwind,

    ein Deutscher Bundeskanzler hat mal gesagt, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern :lol:

    Wir Co´s nehmen uns ja sehr ernst und neigen zur Rechtfertigung, wollen verstanden werden - und sind schnell beleidigt, wenns nicht bestätigt wird. Da habe ich mich früher in stundenlange Debatten begeben und bekam immer noch nicht recht, hat lange gedauert, bis ich eine andere Meinung über mich so stehen lassen konnte, schließlich habe ich die Prägung, um jeden Preis gefallen zu wollen.

    Für meinen Vater war ich einerseits seine hübsche, nette und liebe Prinzessin. Er nannte mich liebevoll Piepmatz, weil ich demonstrativ das Essen verweigerte und mir nur die kleinen Leckerbissen herauspickte. In unserem Hauhalt war das Thema Essen und Geld übergewichtig. Ich wurde in hübsche Modellkleider gesteckt mit weißen Söcken und Lackschuhen. Mein Vater war ein brillianter Unterhalter und Tänzer, nahm mich schon ganz früh mit auf die Bühne, von ihm habe ich die Ader für Musik und Tanz. Seine Herkunftsfamilie aus dem Böhmerwald haben gerne gefeiert und getanzt. Dazu gehöhrte Alkohol. Auch beide Großväter waren Trinker. Ich war ein hübsches nettes viel zu liebes Mädchen und habe gelernt, Anererkennung durch Leistung und Äußeres einzuheimsen. War mein Vater nüchtern, war er ungeniessbar abweisend, kühl und schüchtern, ich kam nicht an ihn heran. Gefühle konnte er nicht zeigen, es gab niemals Selbstbestätigung, es lief einfach so. Folglich habe ich mich den unterschiedlichen Stimmungen des Vaters angepasst und wurde auch zur Familienschlichterin. Meine Mutter war sehr devot und eifersüchtig, sowohl auf mich als auch auf die Schwester meines Vaters, der ich äußerlich sehr ähnlich bin. Ich war gut in der Schule, aber eine Träumerin ohne jegliches Selbstbewusstsein und in einer Phantasiewelt lebend, weil die Realität schwer ertragbar war. Ein völlig unkompliziertes Kind, das seine schulischen Angelegenheiten allein bewältigte. Als ich sieben Jahre war, kam mein Bruder hinzu. Er war das Problemkind und wurde später Alkoholiker. Ich habe auch gerne viel gefeiert und getanzt und fühlte mich schon in frühen Jahren zu den Außenseitern hingezogen. Es gab auch Zeiten, wo ich für meine Verhältnisse viel getrunken habe, kann nämlich nicht viel vertragen, aber abhängig und süchtig wurde ich nicht.
    Im Ergebnis kann ich sagen, dass ich mich von Männern angezogen fühle, die meinem Vater gleichen. Von ihnen wollte ich haben, was vom Vater nicht kam, natürlich geht mein Bemühen gleichfalls ins Leere, welch ein Trugschluss. Heute habe ich den Vorteil, das Muster erkannt zu haben und spiele als Co. nicht mehr die Hauptrolle, allerding immer noch eine Nebenrolle als Statistin, in der ich mich von außen beobachte.
    Es heisst, hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht eine Hoffnung. Meine Hoffnung ist folgende, irgendwann von diesem Muster gesättigt zu sein, möge sich eine neue ganz fremde Bühne auftun, auf der ich mich zu Hause und sicher fühlen kann.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Lichtwind,

    es macht mir nichts aus, dass Du einen früheren Beitrag von mir kopiert und eingestellt hast. Dieser Mann, über den ich 2005 schrieb, hat heute eine neue Freundin, es macht mir nichts mehr aus, im Gegenteil wünsche ich ihm freundschaftlich alles Gute, habe nämlich keine Liebesgefühle mehr ihm gegenüber. Das ist für mich ausgelebt und losgelassen.

    Wenn ich meinen früheren Beitrag so durchlese, muss ich auch ein wenig schmuzeln, mit meiner damaligen Liste hat es nicht so recht geklappt :lol: Habe tatsächlich ein Jahr lang allein gelebt und kam auch gut zurecht, bis das Schicksal noch mal zuschlug, und ich mich in meinen jetztigen Bekannten verliebte, obwohl es nie wieder im Leben ein Trinker sein sollte. Folglich empfinde ich meine Fortschritte nicht als so gewaltig :oops:
    Der einzige Unterschied, dass es dieses Mal eher umgekehrt ist, nicht ich bin sehr in der Sucht und Abhängigkeit gefangen, vielmehr ist er es, der von mir nicht loskommt. Obwohl er der weitaus Intelligentere ist, fasziniert ihm anscheinend meine Unabhängigkeit und mein neu erworbenes Selbstbertgefühl. Hält mir häufig vor, ich würde immer alles besser wissen. Folglich versucht er im Trunke mich anzugreifen und klein zu machen, gelingt ihm aber nicht. Wenn er mir androhen würde, zu einer anderen Frau zu gehen, würde ich ihn sofort darauf hinweisen, wo die Ausgangstür ist, dann kann er halt gehen, das weiss er auch. Ich melde mich dann nicht mehr. Es kommt hinzu, ich bin eine attraktive Frau und werde von einigen Männern im Stadtteil schon umworben, komme zumindest recht gut an mit meiner offenen und ehrlichen Art, das ist ihm nicht entgangen. Folglich versucht er häufig mit billigen Flirtversuchen seine Anziehungskraft unter Beweis zu stellen, das macht er allerdings mit finanziellen Zuwendungen oder auch vulgären Annäherungen. Damit kommt er nur bei einem bestimmten Frauentyp an. Das alles habe ich nicht nötig, ich wirke durch meinen Charme und meine Natürlichkeit.
    Nun stellt sich berechtigter Weise die Frage, was mir das bringt? Ich bin insoweit noch co.-abhängig, als dass ich meine vermeintliche "Macht" und das Begehren seinerseits schon geniesse, außerdem mag ich seine körperliche Nähe. Dieses körperliche Begehren hat sich bei anderen Bekanntschaften nicht ergeben. Folglich habe ich in diesem Punkt noch was auszuleben.

    LG Laurina :wink:

    Liebe Joana,

    um mit Deiner letzten Frage anzufangen, was Du falsch gemacht hast, gibt es eine Antwort: Nichts, Du hast das gemacht, was Du konntest und wusstest entsprechend Deiner Lebensituation. Diese Antwort bekam ich vor Jahren in einer Angehörigengruppe betreffend meines Sohnes, weil ich voller Schuldgefühle war. Ich habe zwei Kinder, die Tochter hat sich normal entwickelt, ist niemals co.-abhänig geworden, sie hat nicht geraucht oder getrunken, verabscheut dies alles, ist auch keine Helfernatur. eher selbstbezogen. Mein Sohn genau das Gegenteil, er hat sich stets ausnutzen lassen, half allen noch Hilfloseren und fühlte sich hingezogen zum Komsumieren von allen Suchtstoffen. Für meinen Sohn war es hinziehend, für die Tochter abstossend, sie wollte das Gegenteil leben. Ich glaube, dass wir zwar im Elternhaus geprägt werden, dennoch mit eigenen Persönlichkeitsanteilen schon ankommen, die offen für diesen oder jenen Weg sind. Genauso wenig wie man aus einem verschwenderischen Menschen einen Sparsamen machen kann oder aus einem kraftvollen Dominaten einen feinfühlichen Sensiblen, kann eine Helfernatur schwer aus seiner Haut heraus. Da gilt es Erfahrungen zu machen und Schritt für Schritt zu erlernen, für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Wobei ich auch die Erfahrung gemacht habe, dass selbst geschulte Menschen, die viele Seminare und Ausbildungen absolvierten, in bestimmten Situationen wieder in ihre Helferrolle zurückfallen, es sind ganz bestimmte Momente, da braucht es nur einen Knopfdruck, der sie agieren lässt. Selbst Therapeuten können in Bezug auf ihre Klienten helfersüchtig. bzw. co.-abhänig werden, ist alles schon passiert.
    Folglich wird Dein Sohn wohl seine notwendigen Erfahrungen brauchen, geändert wird meist erst dann etwas, wenn der Leidensdruck zu groß wird, solange er sich damit wohl fühlt, wird er kaum etwas verändern.
    Ich würde für ihn präsent und offen sein, ohne die Situation oder das Mädchen zu kritisieren, das erzeugt nur Widerstand und dann erst recht, kenne ich aus meiner Jugendzeit...)))
    Neben den Partnern ist es folglich genau so schwer, unsere Kinder loszulassen, sie haben ein Recht auf eigene Erfahrungen, ohne die sie nicht reifen können.

    Wünsche Dir viel Kraft und Vertrauen
    liebe Grüße Laurian :wink:

    Liebe Dagmar,

    dann hast Du ja heute eine Menge geschafft und kannst Dich ruhig an Deinen Schriftverkehr begeben. Auch diese Tage werden vergehen, zumindest hast Du noch die Möglichkeit zum Lesen und antworten, auch zwischendurch mal online zu sein. Als ich vor ein paar Jahren bei meinem Ehemann auszog, habe ich drei Monate bei meiner Mutter in ihrer kleinen Zweizimmerwohnung auf dem engen Sofa geschlafen. Sie war stets um mich und abends war ich gezwungen, die Volksmusik Sendungen mit zu sehen. Die einzige Alternative war, mal allein in der Küche zu sitzen. Während dieser Zeit hatte ich lediglich eine Reisetasche voll bei mir, auch das ging. Trotzt dieser Umstände wollte nicht zurück, habe es ausgessen. Kannst Dir wohl vorstellen, wie glücklich und befreiend es war, als ich endlich die Schlüssel zur eigenen Wohnung bekam :D:D:D


    LG Laurina :wink: [

    Zitat von emz

    wie wahr, wie wahr, wem sagst du das, laurina5.

    nur wenn dann die situation da ist, da könnte ich immer noch: schreien, durch die decke gehn, zuschlagen .......

    herr, schenke mir die gelassenheit ...

    aber ich arbeite an mir. und meine zahnschmerzen lassen mich mehr an mich denken.

    Liebe emz,

    ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist und übe mich auch in Geduld und Gelassenheit, zumal ich an schlechten Tagen vor Rückfällen nicht gefeit bin. Das sind die Tage, wo dann alles gesagt werden muss, koste es, was es wolle. Hinterher bereue ich es, weil es mich richtig gehend auspowert. Viel besser ist es in solchen Situtationen den Kampfplatz zu verlassen und sich anderweitig zu beschäftigen oder einen Spaziergang zu machen. Ich weiss, das ist auch nicht immer möglich, zumal dann nicht, wenn man schon bettfertig ist oder der Betroffene noch hinterher gelaufen kommt. Dann macht es Sinn, nach einer kurzen Pause das Thema zu wechseln. Das war früher schwierig mit meinem Ehemann in gemeinsamer Wohnung, da musste ich so manche Nacht anderweitig nächtigen, wenn es zu sehr eskalierte. Heute mit eigener Wohnung habe ich andere Möglichkeiten. :wink:


    LG Laurina

    Hallo Lichtwind,

    zur Frage auf der vorherigen Seite?
    Mit ausgelebt meine ich, dass nur etwas verlassen werden kann, was ausgelebt ist, wenn das der Fall ist, wird es nicht mehr gebraucht. Das ist individuell ganz verschieden, eine Nichtabhängige kann sich ganz schnell dafür entscheiden, so nicht leben zu wollen und kann sich kurzfristig wieder davon trennen.

    Zur letzten Frage, nein es ist nicht mein Buch, ich nenne es so, weil es mir so gut gefallen hat und nun gerade in meiner SHG die Runde macht. Es wurde übrigens mal hier im Forum erwähnt, weiss aber nicht mehr von wem?
    Habe heute nichts brennendes unter den Nägeln, es war Reinigungstag, mein Haushalte musste herhalten mit allen Ecken und Kanten.

    Bis bald und
    liebe Grüße Laurina :wink:

    Liebe Dagmar,

    Habe eben folgendes gelesen:
    Wir brauchen nicht zu lernen, wie wir Dinge loslassen; wir müssen einfach nur erkennen, wenn sie fort sind."

    Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass Wut und Enttäuschung sich irgendwann legen, es braucht Zeit sich selbst und dem Anderen zu vergeben. Solange er uns noch wütend machen kann, hat er noch Macht über unsere Gefühle und ist uns nicht gleichgültig. Von mir kann ich sagen, dass ich entweder viel zu lieb, nachsichtig, freundlich und kompromissbereit war oder im Gegenzug viel zu wütend über die Stränge schlagend. Ein gesundes Mittelmaß gab es selten. Ich glaube heute, viel wichtiger als Ärger zu demonstrieren ist eine ausgewogene Konsequenz, mit der sogar Freundlichkeit möglich ist. Ich habe in rasender Wut häufig Konsequenzen angedroht, bin aber wieder gekippt. Das machte mich unglaubwürdig! Anschließend war ich stets wütend und enttäuscht über ihn, obwohl ich diejenige bin, die das alles mitgemacht und zugelassen hat. Eine Gruppenteilnehmerin drückte es vor ein paar Tagen so aus, sie nimmt den Ihrigen im Trunke nicht mehr ernst und persönlich, sagt sich, er ist jetzt halt betrunken und distanziert sich innerlich. Wenn ein psychisch Verwirrter uns angreift, nehmen wir das nicht unbedingt persönlich, sondern haben Verständnis für das Krankheitsbild. Im Zustand des Betrunkenseins ist der Betroffene ebenfalls psychisch verwirrt. Da lässt man sich auf stundenlange Diskussionen ein, die im Grunde nichts weiter als gegenseitige Verletzungen und Angriffe bringen. Man selbst ist verletzt und grübelt noch drüber nach, während er sich am nächsten Tag noch nicht mal mehr erinnert. Fazit: diese Gespräche gehen ins Leere. In meinem Buch, was tun, wenn der Partner trinkt, wird das alles weitaus einleuchtender beschrieben, habe es derzeit in meiner Gruppe verliehen.

    Wünsche Dir einen positiven Tag
    LG Laurina :wink:

    Zitat von lichtwind

    Hallo Laurina,

    erstmal vielen Dank für deinen Beitrag zu meinem Thema, es war sehr hilfreich und ich habe mich darin wiedererkannt. Ich kann dir, was die Gruppe betrifft, nur zustimmen. Mir geht es hinterher auch immer viel besser und ich sehe klarer. Oftmals werden mir durch die Beitrage der anderen, die von ihren Schwierigkeiten erzählen, die Augen für meine eigenen co-abhängigen Verhaltensweisen geöffnet.
    Warum wollen wir gerade von dem Mann Liebe und Anerkennung, der durch seine Sucht absolut nicht in der Lage dazu ist? Warum geben wir uns mit ihren kleinen Brotkrumen der liebevollen Zuwendung zufrieden, warum sind die „normalen“ Männer so uninteressant – viele Antworten dazu fand ich in dem Buch „Wenn Frauen zu sehr lieben“ oder „Briefe von Frauen die zu sehr lieben“ - kennst du die auch?
    Es ist nicht der „richtige“ Mann, der mir Erfüllung bringt – schade… ;) zumindest das habe ich endlich kapiert, die Sehnsucht ist schon noch da, doch ich passe auf mich auf.
    Laurina, auch mein Freund setzt auf meine Hilfe, wenn er demnächst sein Wohnung verliert, aber ich will es nicht, will ihn nicht in meine „Schutzburg“ lassen, denn selbst wenn er längere Zeit trocken sein sollte – ich könnte es nicht ertragen, wenn er rückfällig wird (wäre er trocken wirklich der Mann, mit dem ich zusammenleben will?) die Frage ist ja noch viel beklemmender :roll:
    freue mich wieder von dir zu lesen!

    viele Grüße
    lichtwind

    Hallo Lichtwind,

    ich kenne beide Bücher, habe sie vor Jahren gelesen, sie waren auch mit ein Einstieg meine Abhängigkeiten überhaupt zu erkennen. Zuvor lebte ich ganz selbstverständlich meine Muster und meinte, das gehört sich so, ist halt mein Schicksal, zumal ich etwas astrologiegläubig ein enormes Suchtpotiental mit bekommen habe neben meinen Kindheitserfahrungen. Früher habe ich immer erst dann reagiert, wenn ich selbst schon fast zu erschöpft war, um mich im aller letzten Moment dann doch noch zu retten. Warum uns diese Männer so reizen? Sind wir nicht auch Perfektionistinnen, die das Unmögliche wahr machen wollen, spornt das uns nicht an, weil es so viel Kraft kostet und so schwer zu erreichen ist. Schließlich definieren wir uns u.a. über Leistung, nur wenn wir etwas leisten, fühlen wir annähernd einen Selbstwert. Dass wir so in Ordnung sind und geliebt werden ohne Leistung, wurde uns nicht gesagt, mir jedenfalls nicht, das mag im Einzelfall auch anders gewesen sein. Der Alkoholiker bestätigt mir mit seinen Angriffen und Vorwürfen im Grunde genau das, was ich selbst von mir glaube, und genau aus diesem Grund reagiere ich so empört und wütend, ansonstem würde es mich kalt lassen. Er kann mich genau an meinen wunden Punkten treffen, als Gegenleistung treffe ich ihn an seinen wunden Punkten. Das ist das Suchtspiel. Wenn einer mir sagt, ich sei völlig in Ordnung, werde ich bereits misstrauisch, es fehlt der Reiz des Erkämpfens. Je ablehnender dieser gestrickte Mann, desto mehr die Anstrengung und Mühe, dass wir doch liebenswert sind, im Grunde die Suche nach dem Beweis. Und wenn ihm einmal eine nette positive Bemerkung entwischt, dann fühlt sich das schon fast so an wie die Seligkeit, wir haben es doch geschafft, er liebt uns doch. Wenn Einer mir zehn mal am Tag bestätigt, er würde mich lieben, verliert er an Interesse, dann lege ich ihn an die lange Leine. Wenn einer mich an die lange Leine legt, werde ich aktiv. Es ist dieser Reiz von Leidenschaft, Verrücktheit, Unnahbarkeit, unkonventionell und nicht einschätzbar, der Hang zu Tragödien und Machtgefühlen, auch Missionieren und Drüber nachdenken müssen. Es durfte nie einfach und leicht sein, schließlich auch noch die Funktion als Hobbypsychologin.

    Erkannt habe ich das alles, die Umsetzung in ein anderes Leben scheint die Barriere zu sein. Dagmar fragte, ob ich noch Hoffnung habe? Nein habe ich nicht. Klar ist, dass ich mit ihm nicht zusammmen in einer Wohnung leben werde. Es sind noch intensive Gefühle vorhanden, die ich noch auszuleben habe, noch ist er mir nicht gleichgültig, noch kann er mich erreichen und verletzen. Wenn dem nicht so wäre, wäre er mir egal und alle Wutgefühle überflüssig. Dann würde ich mich nicht mehr mit ihm beschäftigen. Mit anderen Behauptungen würde ich mir selbst etwas vormachen. Es soll angenommen und ausgelebt werden, bis es sich ganz selbstverständlich ausschleichen kann. Was ich tun kann, gut für mich sorgen, meinen Interessen nachgehen, Grenzen setzen und loslassen. Vor allem auch umsetzen, dass es viel für mich zu tun gibt, bevor ich weiter an ihm herum bastle und analysiere.

    Also weiter auf dem Weg.....)))
    mit lieben Grüßen Laurina :wink:

    Hier bin ich männermordenener Vamp :wink:

    Fataler weise war ich stets die Frau für schlechte Zeiten, sozusagen die Retterin in der Not für den armen enttäuschten Schluckspecht, der seine guten finanziellen Zeiten schon mit meinen Vorgängerinnen verlebte und mich für sein verlassenes Leben verantwortlich machte :roll:
    Ich Dummchen wollte mit Liebe und Bescheidenheit retten, um geliebt und anerkannt zu werden :shock:

    Ja Dagmar auf seinen Beinchen steht er schon recht wackelig, vor allem im Trunke dieser breitbeinige Gang :?

    Meine Angehörigengruppe hat mir gestern Abend richtig gut getan, komme immer wieder gestärkt nach Hause. Interessant war die Sichtweise eines Betroffenen, der uns Co.`s ganz schön auf den Boden der Tatsachen setzte. Er ist der Freund der Gruppenleiterin und nahm gestern Abend mal mit teil, weil sein Chor ausfiel. Als trockener Alkoholiker hat er jahrelange Ausbildungen in der Suchtberatung absolviert. Mit Beschwerden war da nichts, die Eigenverantwortung ansehen :shock: war das Thema. Warum mache ich das, warum tue ich mir das an, warum setzte ich für mich keine gesunden Grenzen, warum übernehme ich Fremdverantwortung usw.
    Für jedes Aber einer Co. Frage hatte er ein Gegenargument, einige unserer Frauen sehen sich noch gerne als Opfer und mussten sich widerstrebend ansehen, dass sie gleichfalls Täterin waren, in dem sie nämlich gerne den Betroffenen manipulieren :oops: ja sie wurden richtig verlegen, die Sucht nach einem Süchtigen gibt vermeintliche Macht!
    Einen Gruppenbesuch kann und möchte ich im Grunde jedem empfehlen, ob Betroffen oder angehörig, was auch ganz schön betroffen machen kann.

    Der Meinige hat sich heute früh aus Posen ganz unverbindlich gemeldet. Später rief er noch mal zurück, weil womögich sein Vermieter verstorben ist. Das bedeutet für ihn eine Lebensveränderung. Er ist dort damals vor ca. drei Jahren unangemeldet mit eingezogen. Eine Einzimmerwohnung, in der zwei Betten stehen. Diesen Mann, einen Hartz-IV Empfänger hat er ernährt und gekleidet, auch seine Schulden beglichen. Nun ist der Meinige auf Reisen und hat seine restlichen Sachen sprich Kleidung noch in dieser Wohnung. Seine Papiere hat er allerdings im Büro. Übernachtet hat er meistens bei mir, war auch viel gemütlicher. Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht. Sicher setzt er nun auf meine Hilfe.

    Nun will ich in Schwung kommen, habe heute meinen Enkeleinhütetag und muss mit dem Zug nach außerhalb.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Lichtwind,

    ich bin Laurina und co.-abhängig.

    Als ich eben die Geschichte von der Heimleiterin las, kam mir sofort in Erinnerung, dass Alkoholiker sich vieles ausdenken, um zu manipulieren, damit wir uns verantwortlich und schuldig fühlen. Ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen, dass die Leiterin einer Suchtklinik so einen Rat geben würde.

    Von dem Meinigen kenne ich Aussagen, dass ich z.B. krank bin und Männer regelrecht kaputt mache und in den Suff treibe, wenn ich mich anders verhielte, bräuchte er nicht zu trinken :!: Kommt wahrscheinlich vielen hier sehr bekannt vor :?:

    Letztlich muss er es ganz alleine schaffen wollen, solange das nicht gelingt, wird weiter eine Schuldige gesucht. Wir Co`s mit unserem Helfersyndrom ziehen uns diesen Schuh noch an und fühlen uns schlecht und leiden. Du hast es eben auch beschrieben, wir suchen das Aufregende und Leidenschaftliche, das erhalten wir ja auch stets, nicht weil wir es wollen, sondern anscheinend brauchen. Das Bodenständige, vertrauensvolle stösst uns eher ab und erscheint uns langweilig.

    Der Meinige ist nun mit einem Kollegen auf dem Weg in die Masuren. Er sagte zuletzt, er müsse die Schlacht gegen sich selbst ganz alleine schlagen, Hilfe wäre unter seinem Niveau und wird als Schwäche ausgelegt. Schließlich ist er ein ganzer Mann und Andere können ihm ohnehin nicht helfen. Mit Sprit im Kopf ist er ein galanter Rhetoriker zu vielem Scherz, Schabernack und Abenteuer aufgelegt. Dieses Verhalten mochte ich anfangs, später gingen mir die ständigen Wiederholungen gegen den Strich, irgendwann mochte und konnte ich es nicht mehr hören, und diese ständige Prahlerei und Schmeichelei anderen Frauen gegenüber. Sie finden ihn alle so nett und verständnisvoll, können nicht nachvollziehen, was mit mir los ist, an ihnen lässt er natürlich nicht seinen Frust ab. Als ich ihn mal nachmittags nüchtern traf, war er schroff, übel gelaunt, abweisend und schüchtern, auch nicht gesprächig.

    Habe mir mal Gedanken darüber gemacht, wenn er nüchtern und trocken wäre ohne Therapie, würde er mir auch nicht gefallen, er sích selbst wohl auch nicht - dann hätte er schnell wieder einen Grund zum Trinken. Einige Frauen aus meiner Gruppe haben mit ihrem Trockenen auch viele Probleme. Sie gehen eigene Wege und verfolgen ihre Interessen, leben sozusagen zwei verschiedene Leben.

    Ich weiss noch nicht so ganz genau, was ich will und hoffe auf den Tag, an dem ich die Kraft zum Loslassen aufbringe. Im Grunde möchte ich weder einen nassen noch einen trockenen Mann, sondern einen ganz "normalen" mit dem ich alles ausleben kann, ohne dass es in Sucht ausartet.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    ich hätte mal Jemanden brauchen können, der mich ein wenig versorgt, statt dessen bekam ich stets das Gegenteil. Inzwischen bin ich durchs Alleinleben wohl auch zu selbständig geworden, um mich in eine Versorgung zu begeben. :lol: Das Alleinsein hat eine Menge Vorteile und kommt mir auch zugute, zumal ich mich immer gerne zurückziehe und nicht durchgehende Nähe mag. Es entfallen Pflichten, Probleme, Ängste, Sorgen und Stress, vor allem die Schuldzuweisungen :roll: Doch dann kommen auch Tage, wo frau sich einsam fühlt und mal in den Arm will, um ein paar Streicheleinheiten abzubekommen. Da heisst es in Zukunft - sei wachsam :idea: Bei mir kommt hinzu, dass ich eine fast hoffnungslose Romantikerin bin, habe mich in der Vergangenheit meist ganz schnell wieder in eine Romanze gestürzt und steckte mit allen Gefühlen schneller drin, als mir lieb war. Schon oft habe ich mir nach der Beendigung einer Beziehung vorgenommen, nun bleibst du erst mal alleine, und dann kreuzte wieder einer meiner Sorte im Nebel auf :D
    Ein wenig Selbstironie schadet nie :roll:

    Aber nun Spass beiseite, das Thema ist halt ernst zu nehmen. Zu guter Letzt hoffe ich darauf, dass sich in meinem Leben das Blatt noch mal wendet. Dass ich für den Rest ganz allein bleibe, sehe ich derzeit noch nicht, wenn dem so sei, ist es auch in Ordnung. Ich bleibe offen und interessiert, was das Leben noch so zu bieten hat :idea:


    Lieben Gruß Laurina :wink: