Beiträge von Laurina5

    Hallo Dagmar,

    das Beispiel mit den Tieren finde ich recht gut, sie haben einen feinen Instinkt und handeln einfach nur, ohne zu bewerten.

    Im übrigen hast Du auch völlig recht, dass man sich immer wieder bewusst machen soll, welche Dinge entgegen dem eigenen Lebensgefühl sind, von daher schrieb ich ja auch, dass vieles nicht mehr stimmig ist und ich nicht dahinter stehen kann. Das wenige positive wiegt es dann einfach nicht auf, bzw. fehlt das Gegengewicht. Wir sollten wohl mal in die Zukunft schauen und uns Gedanken machen, welche Eigenschaften ein möglicher neuer Partner haben sollte, bevor frau noch mal in die gleiche Spur schlittert. So eine Art Liste, was in Frage kommt, und bei welchen Anzeichen sogleich die Arlarmglocken schrillen. Vor allem nicht mehr so viele Kompromisse eingehen und so angenommen und geliebt werden, wie wir halt sind. Ich spüre bereits beim Schreiben, dass ich mich schon zu 90% gelöst habe und innerlich ein Stück weg bin, von daher werde ich die mickrigen 10% auch noch schaffen. Es gibt nämlich tatsächlich Männer, die mich in meiner Gesamtheit wunderbar finden, leider passte es bisher von meiner Seite nie. Fühlte mich immer wieder zum Vertrauten hingezogen, dieser Knoten soll mal platzen. Manchmal habe ich mir in meiner Fantasie ausgemalt, das Universum möge mir einen lieben, gefühlvollen und gesunden Mann auf den Weg schicken, das passierte nicht, war wohl noch nicht offen genug dafür und wollte innerlich mein Muster weiterleben, das habe ich nun davon :x
    Habe auch mal einen Co.-Abhängigen kennengelernt, das passte auch nicht, wir kamen uns ins Gehege und er klammerte.

    Nun werde ich mich gleich auf den Weg ins Krankenhaus begeben. Mein Sohn liegt in der Psychiatrie mit einer schweren Psychose, er nahm als Jugendlicher Drogen und ist seit 1995 erkrankt. Als sie wegen seines hohen Zuckerspiegels ein Medikament ausgeschlichen haben, kam er erneut in eine schwere depressive Psychose. Es geht ihm derzeit nicht gut. Diese Stunden kosten mich jedes Mal viel Kraft.

    Werde mich dann wieder melden
    und sende liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo Schneewittchen,

    danke für Deine Worte.

    Ich beziehe viel Kraft aus meiner Angehörigengruppe und die daraus entstandenen Kontakte. Es ist ungemein wichtig, ein Gefühl zu haben, mit den Problemen nicht allein da zu stehen und aufgefangen zu werden. Anhand der vielen Freizeitangebote haben wir auch schon einige Ausflüge gemacht.

    Ich bin beziehungsmäßig gerade an einem Siedepunkt und überlege ernsthaft, ob ich diese Verbindung noch weiter aufrecht erhalten möchte. Einiges brauchte ich noch, vieles ist nicht mehr stimmig, d.h. ich kann nicht aus voller Überzeugung dahinter stehen, passt alles nicht mehr so recht, zumal mein Weg in eine andere Richtung geht. Letztlich habe ich mit ihm das Alleinsein überbrückt und hatte gute und schlechte Nächte. Heute war das auch wieder so eine Nacht, nachdem wir einen netten Abend beim Türken hatten, habe mit dem Inhaber einmal getanzt, bekam ich heute früh die Vorwürfe, eine Türkenhure zu sein. Habe ihn anschließend gebeten, meine Wohnung zu verlassen. Er wird von Dienstag bis Sonntag mit einem Kollegen in die Masuren fahren, da bleibt genug Zeit und Abstand für eine Entscheidung. Gefühle sind noch vorhanden, sie flauen aber ab und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack, vor allem habe ich mit ihm keine Zukunft.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    vorhin habe ich in einem Thread hier gelesen, dass Alkoholiker immer anderen die Schuld geben, das trifft den Nagel auf den Kopf, egal was Du gemacht, geleistet, eingebracht, gelitten und erduldet hast. Ein A. würde selbst einer Viersterneköchin noch vorwerfen, sie könne nicht kochen :lol:

    Deine Situation ist momentan natürlich etwas schwieriger, solange Ihr noch unter einem Dach seid. Ich lese aber schon bei Dir einen gewissen Humor heraus, der ist alle Mal besser als alle Wut- und Rachegefühle, mit denen frau sich nur selbst schadet. Die Wut kann genauso gut auf einem Kissen herausgeschlagen werden, ist effektiver. :twisted:

    Ich habe es so erlebt, wenn ich stark und selbstbewusst war, wurde ich angegriffen, wenn ich krank und schwach war, wurde ich gehegt und gepflegt!

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo liebe Dagmar007,

    das geht auch nur peux und peux und ist ein jahrelanger Prozess. Wenn die Gefühle noch zu intensiv sind, gelingt die Abgrenzung nicht. Wenn man sich klar macht, dass ein Betrunkener unzurechnungsfähig und unberechenbar ist, dürte man auf seine verbalen Angriffe im Grunde nicht hereinfallen. Dennoch trifft es, weil er nämlich genau die wunden Punkte trifft, wo man noch verletzbar ist. Von daher ist es wichtig, an den eigenen Verletzungen zu arbeiten und zu überdenken, warum es uns so wichtig ist, dass er uns positiv wertet, wobei er sich selbst noch weniger leiden kann. Natürlich kommen stets falsche Unterstellungen, da haben sie vieles parat, in dem Zustand ist auch die Sichtweise verzerrt.
    Es ist nicht kindisch, Fragen nicht zu beantworten, man kann sie gerne offen lassen bis zum Zeitpunkt eines nüchternen Gesprächs, auch wenn dieses womöglich nicht stattfinden wird. Nüchtern sind sie meist zu genervt, verkatert und wollen oder können sich nicht einlassen. Hinzu kommen Gedächtnis- und Erinnerungslücken.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Käferchen,

    es gab auch Zeiten bei mir, als ich keine Kraft zum Lesen hatte, das kommt alles wieder. Eine Zeitlang habe ich nur Problembücher gelesen, gehört sicher auch auf dem Weg dazu :lol: Heute lese ich auch gerne mal etwas allgemein Unterhaltendes leichtes oder auch tiefsinniges, je nach Bedarf und Stimmung. Jede Krise hat ihre Chance, ich hoffe sehr, dass Du eines Tages als kraftvoller Käfer hier erscheinst.

    Alles Gute für Dich und viel Kraft
    lieben Gruß Laurina :wink:

    Zitat von Ahoch4

    Wir Co.`s neigen dazu, den Menschen nicht so zu lieben, wie er ist, sondern so, wie wir ihn gerne hätten. Daran arbeiten wir bis zum Umfallen und strampeln uns ab, um die ersehnte Anerkennung und Liebe zu erhalten. Machen ihn, den nassen Alkoholiker, zum Mittelpunkt unseres Lebens und vernachlässigen vieles dafür. Anstatt für uns selbst da zu sein und unser Leben angenehm zu gestalten


    Dieser erste Satzteil geht mir nicht aus dem Kopf....
    er ist manchmal so, wiie ich ihn gerne hätte, aber eben nicht immer, es gibt diesen dunklen zerstörerischen Teil, den ich nicht akzeptiere.
    Sicher habe ich auch viel vernachlässigt (Job, Freunde, mein Konto) aber ich habe es während der Zeit, wo der Alkoholiker der Mittelpunkt war, nicht vermisst. Ich war glücklich. Jetzt, wo die dunkle Seite gewonnen hat, rächt sich das, wobei meine zwei echten Freundinnen Verständnis haben und mir meine Abstinenzabwedenheitszeit nicht nachtragen.
    LG

    Sylvie

    Hallo Sylvie,

    als ich mitten drin steckte, habe ich schon einiges vermisst, was ich aber schnell wieder zur Seite legte, weil ich im Gedankenkarrussel um ihn gefangen war. Die dunkle Seite, der zerstörerische Teil gehört dazu. Leider habe ich mich immer in Diskussionen verstricken lassen und alle Schuldzuweisungen persönlich genommen, mich angegriffen gefühlt und verdeidigt. Brachte alles nicht, es eskalierte noch mehr. Die ausgesprochenen Kränkungen und Verletzungen sind nichts weiter als die eigenen Schuldgefühle, die am Partner/in abgeladen werden. Wenn der/die dann auch noch in anspringt und sich schwach, klein und schuldig fühlt, wird vom eigenen Thema abgelenkt, das auf keinen Fall angesehen werden will.

    Bei mir sind alte Freunde geblieben und neue hinzugekommen, einige Verbindungen haben sich aufgelöst, das lag aber an meiner Veränderung.

    Sehr anschaulich sind Suchtbeziehungen in dem Buch "Was tun, wenn der Partner trinkt" beschrieben, eines der Bücher, das mir sehr geholfen hat. Letztlich kommen wir nicht daran vorbei, dass wir uns nur selbst ändern können, und sonst niemanden. Wenn wir ein Gegengewicht aufbauen können, sind wir nicht mehr so leicht aus der Fasson zu bringen.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo liebe S. Käferchen,

    ich sehe, Du liebst auch das Lesen und Tanzen.

    Für Deinen Klinikaufenthalt wünsche ich Dir ganz viel Erfolg.

    Mir brennt gerade nichts unter den Nägeln, dass ein Bedarf für den geschützten Bereich vorhanden wäre. Bin u.a. gut versorgt durch meine beiden Gruppen, und in Foren haben sich zusätzlich private Mailkontakte ergeben, so dass ich viel Austausch in verschiedenen Bereichen habe. Manchmal komme ich mit den Antworten gar nicht hinterher :lol:

    Werde bestimmt anwesend bleiben und von meinem Werdegang berichten, auch auf den einen oder anderen Beitrag anworten.

    Bis bald und liebe Grüße Laurina :wink:

    Morgen liebe Dagmar,

    wenn ich 007 lese, kommt mir sogleich James Bond in den Sinn.

    Dein trockenes Resümee ist eine lange lebendige Geschichte geworden, an der ich gerne weiterhin teilhaben möchte.

    Drücke Dir die Daumen, möge es friedlich bleiben und Du schon recht bald zur wohlverdienten Ruhe kommen.

    Wenn man dann tatsächlich zur Ruhe kommt, ist man anfangs ganz euphorisch, bis zu dem Punkt, wo etwas fehlt, nämlich die Unruhe.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo S. Käferchen,

    ich sehe gerade, Du wohnst ganz in der Nähe.

    Ich erinnere mich gut an meine früheren Threads.
    Hier fing es an, hier habe ich alles ausgelebt und rausgeschrieben, meine Wut, Ent-täuschung, meinen Frust, meine Traurigkeit, Entrüstung, Verletzung und letztlich meine Ohnmacht. Es ist ein langer Weg und die Geschichten ähneln sich alle. Früher wollte ich meine Co.-Abhängigkeit um jeden Preis wegschaffen, heute kann ich sie zumindest annehmen. Ich hasse nicht mehr und habe vergeben, meinen Anteil erkannt und angesehen. Mit meinem getrennt lebenden Ehemann habe ich ein gutes Verhältnis, wir begrüßen uns mit Küsschen und wünschen uns einen guten Tag. Er hätte mich gerne zurück, hat für seinen Teil erkannt und akzeptiert, dass ich heute ein eigenes Leben habe. Wenn ich daran denke, was ich ihm damals alles geschrieben und dann wieder zerrissen habe. Recht bekam ich nämlich nie, es gab immer zich Gegenargumente, vor allem Angriffe.
    Wir Co.`s neigen dazu, den Menschen nicht so zu lieben, wie er ist, sondern so, wie wir ihn gerne hätten. Daran arbeiten wir bis zum Umfallen und strampeln uns ab, um die ersehnte Anerkennung und Liebe zu erhalten. Machen ihn, den nassen Alkoholiker, zum Mittelpunkt unseres Lebens und vernachlässigen vieles dafür. Anstatt für uns selbst da zu sein und unser Leben angenehm zu gestalten.
    Mein Therapeut sagte mir mal, dass im Leben eines Süchtigen die Sucht immer an erster Stelle steht, man hat die Wahl, ob man sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben will!
    Heute vernachlässige ich meine Termine und Interessen nicht mehr für einen Mann. Achte auf meine Finanzen und bin nicht mehr bereit, übermäßig großzügig zu sein. Bin eigenverantwortlich für mein Leben und entscheide selbst, wer wann zu mir hinein kommt. Fahre mit meiner Tanzgruppe z.B. ein Wochenende weg zum Tanz in den Sommer. Das war früher nicht möglich, weil ich kontrollieren wollte :lol:
    An manchen schlechten Tagen habe ich meine Rückfälle, dann will ich noch Dinge ändern, die ich nicht ändern kann, anstatt sie als gegeben hinzunehmen, dann fehlt mir die Erkenntnis, das eine vom anderen zu unterscheiden. Und das Loslassen gelingt auch nicht immer, aber immer besser. Ich bin auf dem Weg, zwar noch lange nicht angekommen, aber weitaus gelassener und zuversichtlicher, dass ich eines Tages den ersten Platz einnehmen werde. Solange ich selbst nicht angekommen bin, gebe ich mich mit dem zufrieden, was möglich ist.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Zitat von dagmar007

    Irgendwie muss ich Euch doch was blödes fragen, auch wenn es zeigt, dass ich nicht bei mir bin.

    Seit Wochen entdecke ich in der Wäsche - muss ich zwangsläufig wenn ich meine Wäsche aussortiere nasse Slips von ihm.

    Nun liegt auch heute - gestern hat es ja eskaliert bis zum "Ich fackle das Haus ab" - eine nasse direkt neben seinem Bett. Sorry, wenn ich mich jetzt von mir entferne, aber das zu verstehen gelingt mir nicht, denn das Bett scheint nicht durchnässt zu sein, bei einer Inkontinenz oder dem Thema Bettnässen sind wir wohl nicht. Aber verstehen kann ich es nicht - nass - patschnass - gerade so, als wäre sie gewaschen worden, dazu ist sie aber zu dreckig.... sorry, für diese dumme Frage, aber das geht nun mal gar nicht in mein Hirn.

    Eine fragende Dagmar,
    die weiß, dass sie das nicht interessieren sollte....

    aber langsam stellt sich mir die Frage, was an Gefahren da auf mich zurollt. Oder ob ich vielleicht erst mit seinem Körperlichen Versagen rechnen darf... ein schlimmer Gedanke, gebe ich zu, aber dann wäre ich sicher.....

    Hallo Dagmar,

    dafür gibt es eine einfache Erklärung, beim nächtlichen Pinkeln, sie gehen ja sehr oft hin, geht schon mal was daneben und halt in die Unterhose.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    ich habe nicht Deine ganze Geschichte gelesen, lese nur soviel heraus, dass Du gerade sehr in Panik bist. Ich kenne diese Situationen auch alle aus der Vergangenheit. Die Vorwürfe, einen Lover zu haben und sich an ihnen bereichert, wenn man ein paar Gegenstände mit nimmt, hat man gleich den ganzen Haushalt mitgenommen, sind mir alle bekannt. Sie drohen viel an, was meist nicht in die Tat umgesetzt wird, weil das Trinken dann doch wichtiger ist als die Rache. Ganz wichtig ist, die Ruhe zu bewahren und von Gegenschuldzuweisungen Abstand zu nehmen, das gibt nur neues Futter. Falls Du noch im Besitz eines Handys bist, würde ich für den evtl. Notfall die Nachbarin benachrichtigen, sie weiss dann, was zu tun ist. Wünsche Dir alles Gute und mögest Du bald zur Ruhe kommen.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    hallo Diandra,

    auf Grund Deiner glücklichen Kindheit hast Du einen großen Vorsprung. Während Du als Kind sorgenfrei leben und ein gesundes Selbstvertrauen entwickelst konntest, war es Dir möglich, die Co.-Abhängigkeit mal eine Zeit lang zu leben, sie aber auch wieder abzustreifen und ins gesunde Muster zurück zu kehren. Wenn man aber als Kind unterversorgt war, weil ein Elternteil suchtkrank war, ist die co.-abhängige Prägung weitaus intensiver. Die Eltern war ja das Vorbild, das was gelebt wurde, schien normal, vom angetrunkenen Vater wollte man geliebt und geachtet werden, um seine Liebe musste man buhlen und kämpfen. Wenn man das Gesunde nicht kennt, vermisst man es wohl auch nicht, bzw. man fühlt sich von dem Bekannten immer wieder angezogen. So nach dem Motto, lieber das bekannte Unglück, als das unbekannte Glück. Insofern muss das in der Kindheit nicht Erlernte später mühsam nachgeholt und erarbeitet werden. Das fällt aber nicht vom Himmel. Wenn man nie mit am Tisch gesessen hat, sondern sich mit den unten liegenden Brosamen zufrieden geben musste, wo soll da ein gesundes Selbstwertgefühl wachsen bzw. der Anspruch etwas für sich einzufordern. Das ist ein langer Weg mit vielen kleinen Schritten. Du warst halt schneller satt, weil das gesunde Leben Dir bekannt ist. Wenn man zeitlebens co.-abhängig gelebt hat, braucht es seine Zeit, es muss ausgelebt werden. Folglich braucht der/die Co.-Abhängige die/den Alkohliker als Spiegel so lange, bis das Herauswachsen gelingt. Etwas abrupt abzubrechen, was noch nicht reif und fertig ist, fördert neuen Wachstum. Aus vorstehenden Gründen bekommen wir die Kröte immer wieder auf den Teller, und zwar solange, bis wir sie geschluckt haben. Das kann im Einzelfall schnell gehen, es kann aber auch Jahre dauern, manchmal ein Leben lang. Meine Mutter z.B. mit fast 83 Jahren war immer co.-abhägig, sie wollte nie anders sein. Jeder Weg ist individuell verschieden.

    Liebe Grüße Laurina :wink:

    Hallo Hope,

    einfach wird es nie sein.

    Ein Alkoholiker bleibt es ein Leben lang, ob nass oder trocken. Während Du Deine berechtigten Zweifel hast, befindet Dein Mann sich in einer Anfangseuphorie. Ein Alkohliker drückte es mal so aus, als er frisch trocken war, wollte er ganz Deutschland trocken legen. Aus meiner Gruppe weiss ich, dass es mit dem Entzug noch lange nicht geschafft ist, es folgen harte Tage mit Suchtdruck und Konflikte können auftreten, die früher nur alkoholisiert scheinbar gelöst werden konnten. Sicher gibt es Ausnahmen, es wäre zu wünschen, dass Dein Mann dazu gehört. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es ein langer harter Weg ist, und zwar für beide, sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen. Er wird sich verändern, auch mal schlechte Laune haben. Der Gruppenbesuch ist auf dem Weg der Genesung ganz wichtig, und zwar für beide Beteiligten. Bei einem möglichen Rückfall kann der Betroffene in der Gruppe eine ganz andere Unterstützung erhalten als von der Partnerin. Ich wünsche Euch viel Glück für Euren Weg.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Elocin,

    melde mich später noch mal zurück.

    Habe meiner Mutter zugesagt, für sie einzukaufen! Sie wird 83 und ist schon etwas durcheinander.

    Dass von Dir zitierte sehe ich bei mir schon länger an und hatte vom Wissen her den Wunsch, bereits viel weiter und geheilt zu sein. Bei einer ganz nüchternen Bestandsaufnahme kam ich aber zu dem Ergebnis, dass ich noch drin stecke, wenn auch anders als früher, es wirft mich nicht mehr aus der Bahn und bestimmt nicht mehr überwiegend mein Leben. Deshalb habe ich keine andere Chance, als mich zu stellen und über jeden kleinen Erfolg zu freuen.

    LG Laurina :wink:

    ich bin Laurina und zeit meines Lebens co.-abhängig.

    All meine Partner waren in irgendeiner Form suchtabhängig.

    Von meinem letzten Ehemann lebe ich seit vier Jahren getrennt. Während dieser Zeit habe ich Lektüre über Co.-Abhängigkeit verschlungen, bin in einer Angehörigengesprächsgruppe und einer Angehörigentanzgruppe sowie in einer Gesprächstherapie. Mein Therapeut meint, dass ich mein Leben im Griff habe, nicht unterwürfig oder gar abhängig sei und mich auch nicht herunterziehen lasse.

    In den letzten Jahren habe ich einige Männer kennengelernt. Drei davon waren nicht abhängig, wollten mich aber gleich vereinnahmen, dass es mir zu eng wurde, zuviel Nähe kann ich nämlich nicht ertragen. Brauche immer wieder das Alleinsein und den Abstand. Außerdem konnte ich mich nicht verlieben, wenn mir alles gleich zu Füßen gelegt wird. Dann passierte das, was es nicht mehr sein sollte, ich verliebte mich in einen gestrandeten Anwalt (Alkoholiker). Er kommt mir nicht zu nahe, um seine Gunst und Aufmerksamkeit muss ich mich bemühen. Umgekehrt muss auch er mich immer wieder erobern, bin recht kess und anspruchsvoll.
    Wir haben uns schon zichmal "endgültig" getrennt, jedes Mal schien es wirklich aus voller Überzeugung so zu sein. Nach längstens einer Woche finden wir uns wieder, die Wut ist verraucht, das Nachtragen hält nicht lange an. Wir teilen ein passendes harmonisches Sexualleben, alles andere lebt Jeder für sich. Im Grunde die Abende und Nächte, morgens noch ein gemeinsames Frühstück. Die Beleidigungen und Schuldzuweisungen ähneln sich immer wieder, ich nehme sie nicht mehr persönlich. Dann nehme ich mir eine Auszeit oder verlasse den Kampfplatz. Rein theorethisch ist dies nicht die Beziehung, die ich leben wollte, es bleiben halt unerfüllte Sehnsüchte zurück. Wenn ein anderer Mann bereit ist, mir diese Sehnsüchte zu erfüllen, kann ich mich nicht verlieben, sondern ihn eher als guten Freund betrachten. Somit komme ich immer wieder auf das Gewohnte, Vertraute zurück. Mein Unterbewusstsein scheint sich immer noch nach diesem Schema zu sehnen und es noch ein Stück leben zu wollen. Warum das so ist, konnte mir auch mein Therapeut nur bedingt erklären, wir haben halt herausgefunden, dass mein Vater dieser Typus Mann war. In einem Leben ohne Tragödie scheine ich mich unlebendig zu fühlen, ohne erobern, kämpfen, Konkurrenz haben, siegen oder verlieren, auch nicht immer die völlige Harmonie, die mir ohnehin fremd ist. Ich weiss, dass ist alles andere als gesund, nicht dass mir die Ursache fremd wäre, leider gibt es keinen Knopf, um dieses Muster auszuschalten.

    LG Laurina :wink:

    Liebe Moehre,
    in einer Suchtberatungsstelle arbeiten meist ehrenamtlich ehemalige Süchtige (Betroffene und Angehörige), die eine Ausbildung zur Suchtberaterin oder Suchtkrankhelferin gemacht haben. In Bezug zur Sucht ist dort nichts unbekannt, schnell verliert man die Hemmschwelle, es wird zugehört ohne jegliche Vorwürfe. Je nach Situation werden Einzelgespräche oder der Besuch einer Angehörigen-Gruppe empfohlen.
    Wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg. LG Laurina

    Als ich früher verzweifelt in meiner Co.-Abhängigkeit meinem Mann noch helfen wollte und einen Therapeuten anmailte, erhielt ich diese Antwort, die ich gerade wieder gefunden habe und hier gerne weitergeben möchte:

    Ein Alkoholiker kann sich nur selbst helfen und deine (gutgemeinte) Hilfe wird ihn nur unselbständiger machen.
    Sei als Ansprechpartnerin da, aber versuche nicht seine Probleme für ihn zu lösen.
    Und mache nicht Dein Glück davon abhängig, dass es ihm gut geht.
    Du schadest ihm und Dir.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Lavendel,
    mein Weg war bestimmt nicht leicht, wenn er es gewesen wäre, so hätte ich nie meinen Tiefpunkt erreicht und eine Veranlassung gehabt, etwas zu verändern. Solange es bei Euch nicht schwierig wird und Dein Freund gut verträglich ist, besteht auch kein Grund zur Sorge. Dann lass ihn doch einfach trinken und lasse alles so wie es ist. Jeder entscheidet sich selbst, wann und wieviel er trinken möchte, je mehr die Partnerin dagegen ankämpft, desto häufiger entsteht eine Trotzreaktion. Auf Grund dessen, dass Du darauf anspringst, bekommt Dein Partner Macht mit seinem Trinken, somit kann er manipulieren, obwohl Du dieses gerne tun würdest. Ließe es Dich kalt, so würde die Situation schon anders aussehen, und Du hättest nicht rein zufällig in dieses Forum geschaut.
    Alkohol und Co. das sind Machtspiele, wo der Teufel mit im Spiel ist, ohne dass es uns anfangs bewusst wäre. Letztlich kämpst Du gegen Windmühlen und verlierst im Laufe der Jahre immer mehr an Kraft. Du bist an dem Punkt, wo Du noch für Deinen Freund etwas tun willst, ihn retten und ihm helfen. Das sind die falschen Schachzüge, Du kannst ihn nicht retten, wenn er keine Rettung will. Du kannst auch nicht seine Verantwortung übernehmen. Alles was Du kannst, ist Deine Machtlosigkeit zu akzeptieren und zu erkennen, dass Du einzig für Dich etwas tun kannst. Wir können Andere nicht verändern, nur uns selbst. Und genau darin liegt die Chance, nur dann kann er sich auch verändern. Das mag im Moment für Dich schwach wirken, doch es ist der Weg. Ich weiß genau, wovon ich spreche, denn auch ich habe etliche Versuche hinter mir, zuletzt habe ich uns noch zu einem Paargespräch in einer Suchtberatung angemeldet und war dann alleine dort. Ich hatte es geahnt und stand innerlich nicht dahinter, dennoch wollte ich den letzten Beweis bringen, dass ich unsere Beziehung retten kann. Danach konnte ich mir eingestehen, dass ich Hilfe benötige und loslassen. Wir alle brauchen unsere eigenen Lernerfahrungen, niemand mag die sich abnehmen lassen. Menschen kommen in ein Forum und fragen, wie sie ihrem Partner helfen können, niemand fragt, wie kann ich mir helfen.
    Das ist der Anfang eines langes Weges. Ich wünsche Dir die nötige Kraft.
    LG Laurina :wink:

    Hallo Teufelchen,
    Du erinnerst Dich also noch an mich, danke für Deine Bestätigung.
    Dein Beitrag hat mir übrigens auch sehr gefallen.
    Ich war fünf Wochen in der psychosomatischen Klinik in Bad Bramstedt auf Grund meiner Angststörung und depressiven Verstimmungen.
    Zumindest bin ich nun regelmäßig in zahnärztlicher Behandlung, habe nämlich dort eine sehr liebe und sensible Zahnärztin kennengelernt. Somit fahre ich noch einmal wöchentlich dorthin. Außerdem bin ich aktiv bei ELAS in einer Frauengruppe, wir reden und tanzen. Nach Abschluss meiner Reha-Massnahme soll ich nun eine weiterführende VT machen, doch diese ist gutachterpflichtig, weil ich schon mal bis Anfang 2005 in Gesprächstherapie war. Nun bin ich auf der Suche nach einem Therapeuten, der willens ist, einen Bericht für den Gutachter zu schreiben. Der Aufenthalt in Bad Bramstedt hat mir gut getan, habe dort nette Menschen kennengelernt und viele gute Themen angesprochen.
    Zumindest bestätigt mir meine Umwelt, dass ich stabilisiert wirke.
    Wünsche Dir ebenfalls alles Gute, welch ein wunderschöner Tag bei diesen Temperaturen. LG Laurina :wink: