Beiträge von Laurina5

    Liebe Lavendel,
    als ich anfing, mich mit meiner Co.-Abhängigkeit auseinanderzusetzen, habe ich erstmal entrüstet meine ganze Lebensbelastung in den Foren niedergeschrieben. Derzeit habe ich mich bedauert und fühlte mich als Opfer. Mein Gesundheitszustand war schon stark angegriffen durch jahrelange nervliche Belastung. Ich meine, dass Co.-Abhängige sich nicht genug lieben, vielmehr lassen sie sich selbst außer acht und wollen das Leben des Betroffenen in Ordnung bringen, damit sind wir gut beschäftigt und brauchen bei uns selbst nicht hinzusehen. Liebe zwischen Betroffenen und Angehörigen hat immer etwas mit Sucht und Abhängigkeit zu tun, und ist von einer reifen erwachten Liebe sehr weit entfernt. Dieses Abhängigkeitsgefühl habe auch ich immer mit Liebe verwechselt, weil ich es nicht anders gelernt habe und nicht sehen konnte. Beide, sowohl Betroffener als auch Abhängiger, haben ein selbstzerstörerisches Muster und können ihre Verhaltensmuster nicht aufgeben, solange nicht einer von beiden aussteigt. Der oder die Co.-Abhängige sind nicht nur Opfer, er oder sie manipuliert, kontrolliert und versucht subtil zu beeinflussen, sich über den/die schwachen Trinker/in zu erheben und durch dessen (Fehlverhalten) stark zu fühlen. Dass dieses gutgemeinte Verhalten eine eigene Schwäche ist, darauf kommt man so schnell nicht, will man auch gar nicht annehmen. Damit müsste man sich selbst in Frage stellen und zugeben, selbst erkrankt zu sein. Ein gesunder Mensch würde sich in einer solchen Beziehung niemals wohlfühlen. Der Vorschlag der Moderatoren, sich zu trennen, ist gut gemeint und wird auf lange Sicht meist die Lösung sein. Als Co.-Abhängige bin ich selbstverständlich auch geneigt, mich als Versagerin zu fühlen, wenn ich nicht gleich in der Lage bin, mich zu trennen. Schon bin ich wieder im Konflikt, zumal ich im Forum ja auch gut ankommen will. Doch die Loslösung ist ein ganz individueller Prozess, sie kann schnell verlaufen, aber auch Jahre dauern. Es wäre meiner Meinung nach auch falsch, sich vorschnell zu trennen, wenn es noch nicht meiner Einsicht und Entwicklung entspricht, viel zu schnell wäre ich bereit, bei den nächsten Versprechungen wieder zurückzukehren, weil ich ja noch an die Liebe des Abhängigen glauben will. Vielmehr ist es wichtig, etwas für sich selbst zu tun, an der eigenen Entwicklung zu arbeiten, sich zu stellen und hinzusehen, was genau will ich, wie will ich leben, wie stelle ich mir eine gute und gesunde Beziehung vor. Die kann ich natürlich erst dann leben, wenn ich selbst gesund geworden bin. Solange ich mich in diesem Muster befinde, bin ich empfänglich für suchtkranke Männer. Je mehr meine eigene Entwicklung voranschreitet, desto mehr bin ich in der Lage, eine für mich notwendige und lebenserhaltende Entscheidung zu treffen. Meist fragt man sich im Nachhinein, warum habe ich mich nicht schon früher getrennt, die Zeit war halt noch nicht reif. Ich spreche aus eigener langjähriger Erfahrung und weiß, wie schwer es ist, alte Verhaltensmuster aufzugeben. Das fällt nicht vom Himmel, sondern ist lange und harte Arbeit. Ich würde jeder Co.-Abhängigen empfehlen, zumindest eine Gruppe aufzusuchen, möglichst eine Therapie zu machen und sich täglich positiv zu stimulieren, Rückfälle anzunehmen, Wut, Hass und Groll loszulassen. Von Rachegedanken abzusehen und nicht auf Wiedergutmachung hoffen. Es geht auch nicht um Schuld, mein Partner hat mir lediglich vorgespiegelt, wie schwach ich bin, wofür ich mich zur Verfügung gestellt habe, und wie schlecht er mich im Suff behandeln durfte. Denn ich war es, die das alles hinnahm, sich nicht wehrte, vielmehr habe ich noch auf seine Liebe gehofft. Er wollte nur trinken und brauchte mich für seine Schuldzuweisungen und mein Geld, damit er so weiter leben konnte. Ich fühlte mich als die Gute und Helfende, stattdessen habe ich seinen Leidensweg unterstützt und finanziert. Es hat lange gedauert, bis ich das begriffen habe. Heute lebe ich von Rente in einer kleinen Sozialwohnung und fange noch einmal ganz von Vorne an. Draußen spüre ich, dass suchtabhängige Männer auf mich reagieren, ich mache dann einen ganz großen Bogen und sehe, dass da noch einiges zu bearbeiten ist. Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft für Deinen Weg.
    Liebe Grüße Laurina :wink:

    hallo daughter_to_father,
    ich habe gerade Deinen Beitrag gelesen.
    Du solltest Dir schnell professionelle Hilfe suchen, und zwar gibt es in jeder Stadt Suchtberatungsstellen, die auch Angehörige beraten. Eine Einrichtung heisst Kompass, die darauf spezialisiert ist, Kindern zu helfen, deren Eltern trinken. Diese Einrichtung findest Du u.a. auch, wenn Du mal bei google nachsiehst. Außerdem gibt es bereits in vielen Kirchen Beratungsstellen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Erfolg.
    LG Laurina :arrow:

    Ich möchte gerne etwas zu meiner Co.-Abhängigkeit mitteilen.
    Auch ich habe mich lange Zeit zu gerne mit den Problemen meines Mannes beschäftigt. Das brachte mich von mir und meinen eigenen
    Problemen weg. Lange Zeit war ich wütend auf meinen Partner und habe
    ihm immer wieder alles Mögliche vorgehalten. Doch der ausgesuchte Partner ist der Spiegel. Er hat mir vorgespiegelt, was man alles mit mir machen kann, was ich schlucke und aushalte, wie wenig ich von mir selbst halte. Ich wollte großzügig und tolerant sein und hatte große Angst, nicht angenommen und geliebt zu werden, er sollte mir Selbstbestätigung geben, die ich in mir selbst nicht fand. Er suchte das Gleiche. Fand das Leben mit ihm schon gar nicht mehr gut, war dennoch eifersüchtig auf andere Frauen, die ihm womöglich gefallen könnten, am liebsten hätte ich noch an Ort und Stelle seine ganzen negativen Seiten bekannt gegeben, um damit zu sagen, dass das Leben mit ihm sehr schwer sei. Da hätte man mich natürlich fragen können, wieso ich dann an seiner Seite bin.
    Heute habe ich allen Groll hinter mir gelassen und bin sogar dankbar, dass er mir all das aufgezeigt hat, was ich zu lernen habe. Bin sogar überzeugt davon, dass man immer die Partner bekommt, die man gerade braucht. Wenn man das ganze Gedankengut einmal umkehrt, sich nicht mehr als Opfer sieht, sondern darin seine Lernaufgabe erkennt, so kann man der Co.-Abhängigkeit positive Seiten abgewinnen. Jeden Tag einen kleinen Schritt voran in das eigene selbstbestimmte Leben, ohne sich zu beklagen, was einem passierte, weil es einen Sinn hatte.
    LG Laurina :wink:

    Ich habe gerade einen aufschlussreichen Bericht über Co.-Abhängigkeit gelesen. Co.-Abhängige haben bekanntlich ein schwaches Selbstwertgefühl, folglich suchen sie nach Ausgleich und wollen anerkannt und wahrgenommen werden. Das kann dazu führen, dass sie auf der Arbeitsstelle oder im Bekanntenkreis schonungslos offen über private Details sprechen, ohne über mögliche Folgen nachzudenken. Sie geben zuviel von sich preis, an einer Stelle, wo es nicht hingehört. Flirten und kokettieren mit dem anderen Geschlecht, um wahrgenommen zu werden, sind auf der anderen Seite beim eigenen Parter eifersüchtig, dieser soll das andere Geschlecht möglichst nicht sehen, und nur Augen für sie haben. Ich kann mich in einigen Punkten wieder finden, erinnere mich gut, dass ich schon im Alter von 10 Jahren darauf achtete, wie ich äußerlich beim anderen Geschlecht ankam. Das Gefallenwollen ist ein großer Anteil der Co.-Abhängigkeit. LG Laurina :wink:

    Liebe Optimistin,
    erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
    Ich kann das alles sehr gut nachempfinden. Wenn ich über meine Beziehungen nachdenke, so war ich am Anfang mit einem Alkoholiker zusammen und nach der Trennung mit einem Spieler, dann lernte ich wieder einen Alkoholiker kennen und nach der Trennung einen Sexsüchtigen. Zwischendurch hatte ich auch mit einem Mann zu tun, der Drogen nahm, einen krankhaft Eifersüchtigen und einen Profilneurotiker.
    Heute bin ich 56 Jahre alt und lebe besser erst mal alleine, weil ich so schnell keine neue Beziehung möchte. Als ich im zarten Alter von 24 Jahren war, war mir meine Co.-Abhängigkeit nocht nicht bewusst. Da hast Du einen großen Vorsprung. Du hast es genau erkannt und sehr gut beschrieben, die Welt steht Dir noch offen, einen Rat kann ich Dir nicht geben, weil alles seine Zeit braucht. Auch die Co.-Abhängigkeit braucht einen persönlichen Tiefpunkt, an dem man es nicht mehr aushalten kann. Die Zeitspanne ist individuell verschieden, bis man bereit ist, sein eigenes Leben anzusehen und anzupacken. Den ersten Schritt hast Du bereits hinter Dir, indem Du Dich hier gemeldet hast und schon mal gedanklich eine Trennung durchgespielt hast. Weitere Schritte werden mit Sicherheit folgen. Manche brauchen Jahre oder sogar Jahrzehnte, bis sie sich in der Lage sehen, eine Trennung überhaupt in Betracht zu ziehen. Die Hilfsangebote, sprich Suchtberatung und Angehörigengruppen werden Dir wohl bekannt sein. Auf einen ganz wichtigen Fehler von mir möchte ich Dich noch gerne hinweisen, ich habe mich einige Male getrennt, um Anderen etwas zu beweisen, dass ich so eine Beziehung nicht mehr mitmache und stark genung bin, bzw. sowas nicht nötig habe usw., das war fremdbestimmt und nicht ich, folglich bin ich auch dann in diese Beziehungen wieder zurückgekehrt, war selbst noch gar nicht soweit und brauchte noch meine Zeit bis ich endgültig satt war. Irgendwann dann ist es ganz klar und die Trennung einfach und ohne Selbstzweifel.
    Ich wünsche Dir viel Kraft für diese Erfahrung und Deinen Weg.
    LG Laurina :wink:

    Hallo Hoffnungslos,
    ich gehe davon aus, dass Du meine Worte richtig herausgelesen hast.
    Wenn Du noch nicht soweit bist, dann nehme Dir die Zeit, die Du brauchst, bis Du völlig satt bist. Die Zeitspanne ist immer ganz individuell verschieden, bis man erkennt und sich eingesteht, dass es wirklich hoffnungslos ist, an eine Veränderung des Betroffenen zu glauben. Wo bei Euch genau der Hase im Pfeffer liegt, wirst Du bestimmt herausfinden, wenn Du aufhörst, die Psyche Deines Mannes ergründen zu wollen, und dann bei Dir hinsiehst, warum Du Dich z.B. auf ihn eingelassen hast und warum Du meinst, ihn zu brauchen. Nutze Dein noch gutes Selbstwertgefühl für Dich und ein gesundes Leben. Erst wenn Du ihn losgelassen hast und nicht mehr brauchst, hat er eine Chance zur Veränderung, ob Du ihn dann noch willst, wird die Zukunft zeigen.
    LG Laurina :wink:

    Liebe Hoffnungslos,
    natürlich hat der Alkoholiker das Recht, Dich verbal und körperlich zu verletzen, halte nur schön hin, bis Du schwerverletzt im Krankenhaus oder in einem Frauenhaus landest. Man bekommt immer das, was man selbst zulässt. Warum hälst Du von Dir selbst so wenig? Meiner Meinung nach, bist Du tatsächlich ein hoffnungsloser Fall, willst Dich hier über Gewalt austauschen, anstatt schnellstens Eigenhilfe in Anspruch zu nehmen und therapeutisch herauszufinden, warum Du das mit Dir machen lässt. Du hast als Co.-Abhängige Deinen persönlichen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Dann weiter so. LG Laurina :wink:

    Hallo Lydia,
    sei herzlich willkommen hier im Forum. Ich möchte ergänzend erwähnen, dass es sehr wichtig ist, dass Du etwas für Dich tust, um Dich weniger mit dem Trinkverhalten Deines Mannes auseinanderzusetzen. Gehe in eine Beratungsstelle oder nehme an einer Angehörigengruppe teil, lebe Dein Leben und kümmere Dich um Deine Bedürfnisse. Solange Dein Mann mit seinem Trinken zu sehr im Mittelpunkt steht, bringt ihm das auch noch Gewinn. Höre und lese die Geschichten von anderen Angehörigen, das macht wieder Mut und gibt irgendwann auch Kraft. Alles Gute für Dich.
    LG Laurina :wink:

    Hallo Colibri,
    herzlich willkommen hier im Forum. Was bei einer Entgiftung genau passiert, kann Dir mit Sicherheit ein Betroffener besser erzählen. Neben dem Entzug vom Alkohol bekommt man in der ersten Zeit Beruhigungstabletten. Außerdem wird man gesundheitlich aufgebaut und körperlich abgehärtet. Neben dem körperlichen Entzug sind die Therapiegespräche ganz wichtig, die Ursache zu finden, warum habe ich getrunken und wann in welchen Situationen. Es gilt ein neues Leben aufzubauen und andere Inhalte zu finden. Schließlich war die Zeit mit dem Alkohol eine Flucht. Das Leben danach wird anfangs im wahrsten Sinne des Wortes als nüchtern empfunden. Wenn keine Alternativen für eine neue Lebensform gefunden werden, so besteht weiterhin eine starke Rückfallgefahr, zumindest beim Auftreten von Problemen und Konflikten.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg für Deinen Weg. LG Laurina :wink:

    Zitat von ladylunasun

    Hallo Laurina

    hab da mal noch ne für mich echt wichtige Frage. Da ich die letzten Tage wieder extrem merk das ich mit der Situation nicht allein zurecht komm, einfach (auch wenn sichs evtl dumm anhört) wo kann ich mich hinwenden ?
    Ruf ich nen Psychologen an ruf ich die stadt an und geh zu einer Beratungsstelle ?


    Lg Gabi

    Hallo Gaby,
    habe ich richtig verstanden, dass Du Hilfe für Dich suchst?
    Dann finde ich schon wichtig, dass Du in eine Beratungsstelle gehst, es ist wichtig, dass Du mit Angehörige in Kontakt kommst, die das gleiche gerade durch machen oder schon ein Stück des Weges gegangen sind. Aus den Erfahrungen der Anderen kann man lernen und schöpft Mut. Wenn es Dir selbst inzwischen psychisch derart schlecht geht, dass Du bereits körperliche Symptome merkst, so kannst Du über den Hausarzt eine Überweisung zum Facharzt geben lassen und dort Dein Befinden ansprechen. LG Laurina :wink:

    Liebe Felicitas,
    ich kann Dich gut verstehen, auch ich habe meinem Mann noch vor sechs Monaten alles mögliche über Alkohlismus und Suchtberatungsstellen in den Briefkasten geworfen. Die Resonanz war jeweils gleich, entweder rief er mich angetrunken an und wollte einen gemeinsamen Termin dort warhnehmen oder er beschimpfte mich als krank - ich solle erstmal bei mir anfangen. Es kam hinzu, dass seine Familie das Alkoholproblem nicht sehen will, die Mutter ist von ihm psychisch abhängig, der Bruder verteidigt und spielt es herunter, weil er selbst gerne trinkt. In deren Augen bin ich nach wie vor die Kranke, weil ich, so sagt meine Schwiegermutter, immer für alles einen Grund suche, das muss man nicht. Es kommt hinzu, dass sie beim Hinsehen sich selbst und ihr Leben in Frage stellen müssten, das wollen sie nicht, die Schwiegermutter hat bis Heute ihre Söhne nicht losgelassen und erpresst mit ständigem Weinen, Hilfsbedürftigkeit, Lebensunfähigkeit und angeblichen Depressionen. Sie kann auf Knopfdruck weinen und ist sehr bemitleidenswert, weil ihr Mann vor fünf Jahren verstorben ist. Die Söhne hassen und lieben diese gegenseitige Abhängigkeit, nehmen die finanziellen Spritzen gerne an und betäuben ihren Frust mit dem Trinken. Auch mir hatte man gesagt, dass die Ehefrau schuld daran sei, wenn der Mann trinkt, damit hatte ich ein schlechtes Gewissen und wollte ihn retten, weil mir das nicht gelang, so fühlte ich mich auch noch schuldig. Das Ganze ging so weit, bis ich vollkommen ausgelaugt war und nicht mehr konnte, erst zu diesem Zeitpunkt habe ich meine Co.-Abhängigkeit erkannt. Es ist nicht leicht, aus einem abhängigen Familiensystem auszusteigen, sie machen Dich zum Bumann und appelieren an Deine Schuldgefühle, Du darfst nichts für Dich tun, das wäre egoistisch in deren Betrachtung. Darum kann ich Dir nur ans Herz legen, denke an Dich und schöpfe neue Kraft, bevor Du mit vor die Hunde gehst. Mir hat man schon alles mögliche vorgeworfen, u.a. auch, dass ich verrückt und psychisch krank sei. Das kann man auch durch das Leben an der Seite eines Abhängigen werden. Die Abhängigen ändern sich erst dann, wenn der Leidensdruck zu groß wird und ihre Abhängigkeit kein Gewinn mehr darstellt. Das kann unterschiedlich lange dauern, die Einen schaffen es, Andere halt nicht. Es liegt nicht in Deiner Macht. LG Laurina

    Hallo Felicitas,
    sei herzlich willkommen in diesem Forum.
    Das ist ja eine tragische Familiengeschichte.
    Du kannst für Deinen Bruder wirklich nichts mehr tun, gerade weil Du ihn liebst, solltest Du ihn loslassen und an Dich denken, mische Dich nicht mehr in sein Leben ein, es ist ganz allein seine Entscheidung, sich entweder tot zu trinken oder Hilfe anzunehmen. Da können Familienmitglieder nichts ausrichten, das gehört in die fachliche Hände. Ich meine herauszulesen, dass Dich Dein Gewissen quält, hole Dir bitte Hilfe in einer Suchtberatungsstelle, einer Angehörigengruppe oder lese Fachliteratur über Co.-Abhängigkeit. Du kannst nur für Dich allein etwas tun, Deine Mutter wirst Du nicht überzeugen können, solange sie selbst keine Hilfe annimmt. Man kann die Anderen nicht ändern, nur sich selbst.
    Was Deine Schwägerin angeht, so ist schwer vorstellbar, dass sie von dem Alkoholproblem bisher nichts mitbekommen hat. Versuche bitte alle Schuldgefühle loszulassen und fange an, Dein Leben zu leben, Du brauchst Kraft für Dich. Ich wünsche Dir dafür alles Gute. LG Laurina

    Hallo Gaby,
    willkommen hier im Forum. Es dauert sehr lange, um aus den alten Mustern herauszukommen, wenn ich zeit meines Lebens co.-abhängig war, so kann ich nicht innerhalb von kurzer Zeit gesunden. Es erfordert viel Geduld und tägliche kleine Schritte, wobei auch immer wieder mal ein Rückfall in das alte Verhalten möglich ist, den sollte man sich auch gestatten und sich nicht gleich dafür verurteilen. Aber Du bist ja bereits gut informiert, mir hat das Lesen entsprechender Lektüre, der Austausch hier im Forum und der Besuch einer Angehörigengruppe ein gutes Stück weiter geholfen. Meine Erfahrungen gebe ich gerne weiter. Alles Liebe für Dich alles Gute Laurina. :wink:

    Hallo Needhelp,
    willkommen hier im Forum. Schön, dass Du Dich meldest.
    Zuerst einmal möchte ich Dir sagen, dass fast alle Angehörigen sich schuldig fühlen, wenn sie nichts für den Betroffenen tun können.
    Man ist machtlos und kann nicht helfen, Dein Vater hat sich selbst dafür entschieden und keine Rücksicht darauf genommen, dass Du und Deine Mutter jahrelang durch ihn gelitten haben. Versuche doch, ihn noch einmal aufzusuchen, und ein Gesräch mit ihm zu führen, dass Du ihn dann auch gehen lassen kannst. Als Unterstützung ist eine Selbsthilfegruppe gut geeignet, dort werden solche Probleme und auch Schuldgefühle erörtert, Du bist mit Deinem Problem nicht allein, man wird Dich verstehen, und Du wirst von anderen Schicksalen hören. Womögich werden sich hier im Forum auch noch welche melden, die das gleiche erlebt haben. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. LG Laurina

    Hallo Tanja,
    sei herzlich willkommen in diesem Forum.
    Wie ich gelesen habe, hast Du bereits die wichtigsten Informationen vom Zugfahrer erhalten und auch eine Antwort von Catwoman. Ich selbst als Co.-Abhängige kenne mich in dem Betroffenenbereich nicht ganz so gut aus. Dennoch wünsche ich Dir viel Erfolg beim Lesen und Austausch in diesem Forum. Du wirst sicher viele Antworten auf Deine Fragen hier finden. Der erste Schritt ist schon gemacht. Dann weiterhin viel Kraft uns Mut für Deinen Weg. LG Laurina :wink:

    Hallo Sara,
    ich habe Heute mal nicht so viel mitzuteilen, war noch in einem anderen Forum aktiv, wo es um Wechseljahresbeschwerden ging, außerdem bin ich mit ein paar Vorbereitungen für morgen beschäftigt, bekomme nämlich morgen Familienbesuch. Möchte nur kurz bestätigen, dass ich Deine Antwort gelesen habe, natürlich haben Co.-Abhängige auch eine dunkle Seite, und alles was sie machen, ist nicht so selbstlos, wie gerne dargestellt, vieles endet auch in Erpressung, so nach dem Motto, ich habe Dir soviel gegeben und mich für Dich aufgeopfert, dafür musst Du mich auch lieben und achten. Wenns dann nicht eintritt, ist die Enttäuschung doppelt groß. Ich sage immer wieder: Erwartungen zu haben, ist eine gute Methode, um sich zu enttäuschen. Demnächst wieder mehr.
    LG Laurina :wink:

    Liebe Sara,
    es freut mich, dass sich bei Dir ein Gefühl einstellt, dass es langsam bergauf geht. Mit dem Imponiergehabe meinte ich nicht Dich, sondern die sich verstellen, um mit gezierten Verhaltensweisen aufzufallen und Anerkennung zu erhaschen. Wir Co.-Abhängigen stellen eher unser Licht unter den Scheffel, sind bescheiden und hilfsbereit, können nicht nein sagen und hoffen, durch unsere Aufopferung die gewünschte Liebe und Anerkennung zu erhalten. Doch das funktioniert auch nicht, es wird nicht gedankt und geehrt, im Gegenteil man wird immer weiter ausgenutzt. So wurde ich auch erzogen, immer nett, lieb und brav, nur keine eigene Meinung haben und gehorchen. Demzufolge hatte ich wenig Selbstwertgefühl und suchte nach Männern, die stark schienen, doch das war nur die Wirkung vom Alkohol. So sucht man nach Wärme und Geborgenheit, und bekommt einen Problemfall, dessen Leben man dann auch noch in Ordnung bringen will. Man gibt das, was man selbst so dringend bräuchte und vergisst sich selbst wieder einmal, so als ob man kein Recht aufs Leben hätte. Ein klares Nein war ganz lange für mich mit einem schlechten Gewissen besetzt, und ich suchte dann nach Rechtfertigungen. Heute kann ich es, wenn ich etwas nicht will, dann sage ich einfach nein - es passiert dann gar nichts. Nun habe ich schon wieder so viel von mir geschrieben, es fällt mir immer zu jedem Thema etwas ein. Wenn Du Dich gerne weiter über Co.-Abhängigkeit austauschen möchtest, so gibt es bestimmt noch viel an Austausch. Ich wünsche Dir weiterhin Kraft und Erfolg für Deinen Weg. LG Laurina :wink:

    Liebe Sara,
    Gesellschaften waren noch nie gesund, dieses Ideal wird wohl auch niemals erreicht werden. Heute haben wir den Vorteil einer besseren Aufklärung und Angebote über genügend Lektüre und Bücher. Das war nicht immer so. Zu Zeiten, als meine Mutter meinen Vater heiratete, gab es nichts über Erziehung oder gar Suchterkrankung, es war eben halt normal, ihr Vater hatte schon getrunken und ihr Mann tat es auch. Frauen hatten das zu dulden und auszuhalten. Heute in unserer Konsumgesellschaft besinnt man sich weniger auf innere Werte, sondern lebt mehr nach Außen. Ich fühle mich in Gesellschaften auch nicht wohl, in denen nur oberflächlich und profilierend gesprochen wird. Dann gehe ich lieber und sage mir, dass sind nicht meine Leute. Du sollst nicht in die Gesellschaft hineinpassen durch Anpassung, dann bist Du ein Schaf von vielen. Unecht und nicht authentisch. Vielmehr geht es darum, Deine Persönlichkeit anzunehmen und kompromisslos dazu zu stehen. Wenn ich still war, so dachten Andere, ich wäre schüchtern und hätte nichts zu sagen, dabei waren sie einfach nur nicht meine Gesprächspartner, wir hatten uns nichts gegenseitig zu sagen, und geredet wird immer sehr viel.
    Wenn es Dir gelingt, Dich anzunehmen mit Stärken und Schwächen, dann wirkst Du echt und liebenswert - und dann begegnen Dir auch irgendwann die Menschen, die gerade Deine Art mögen und gesucht haben. Wenn Du nicht mehr nach Anerkennung und Bestätigung suchst, dann begegnet sie Dir. Das ist natürlich nicht von Heute auf Morgen zu schaffen - aber eine Möglichkeit, die einen Gedanken wert wäre. Selbstbewusste und authentische Menschen verstellen sich nicht, tragen keine Maske und führen kein falsches Imponiergehabe vor, damit kann man allenfalls Andere einschüchtern, doch glücklich und zufrieden wird man damit nicht.
    Ich wünsche Dir Kraft und Mut. LG Laurina :wink:

    Guten Morgen Sara,
    das wahre Ich meines Partners wollte ich auch immer kennenlernen, bis ich nach Jahren begriff, dass er es gar nicht zeigen will, es ist viel zu schmerzhaft für ihn. Folglich betäubt er es weiter. Bitte fühle Dich nicht schuldig, dass Du ihn nicht gelobt hast, gab ihm doch wieder eine Rechtfertigung, weiter mit gutem Gewissen trinken zu können. Du darfst seinen Erfolg nicht von Deinem Verhalten abhängig machen, wenn er wirklich bereit wäre, gesund zu werden, so hätte er sogar Verständnis für Dein mangelendes Vertrauen, weil er es auch mit verusachte. Doch da will er noch lange nicht hinsehen. Außerdem wäre es schon wieder eine co.-abhängige Lüge, Vertrauen vorzutäuschen, das noch keine Chance zum Wachsen hatte. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute, wir haben jeden Tag die Möglichkeit, ein kleines Stück zu wachsen.
    LG Laurina :wink:

    Liebe Forumsbesucher,
    ich bin Laurina aus Hamburg, noch für ein paar Tage 55 Jahre alt.
    Ich war Zeit meines Lebens co.-abhängig und habe drei Ehen mit alkoholabhängigen Partnern hinter mir. Seit über einem Jahr lebe ich getrennt in meiner eigenen Wohnung. Mit der Co.-Abhängigkeit befasse ich mich intensiver seit ca. einem 3/4 Jahr. Als ich dieses Forum gefunden habe, habe ich zunächst mein ganzes Leid hier niedergeschrieben und bin daran von Tag zu Tag gewachsen. Das Schreiben befreite, und der zusätzliche Besuch von Angehörigen-Gruppen ließen mich mein Leben wieder klarer sehen. Zuerst war ich ängstlich und traute mir wenig zu, nach und nach entdeckte ich Gefallen daran, neuen oder anderen Teilnehmern zu antworten oder aus meinem Leben und von meinen Erfahrungen zu berichten. Es ähnelt sich nämlich immer wieder so vieles. Bis zu dem Tag, als meine Texte positiv auffielen, und ich eine Anfrage erhielt, ob ich gerne im Forum dabei wäre. Dieser Tag war gestern. Heute ist sozusagen meine Premiere und ich möchte Euch bitten, mir eine Chance zu geben, auch wenn ich mal daneben liege. Außerdem möchte ich allen Gästen und Neuen Mut machen, auch wenn die gegenwärtige Situation noch so aussichtslos erscheint, einfach den Weg hierher zu finden, und sich zu öffnen. Es hilft, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.
    In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten und Betroffenen ein gutes Miteinander. Liebe Grüße Laurina