Liebe Hoffnunglos,
es ist schwer herauszufinden, was Dir Hoffnung machen könnte, leider gibt es kein Patentrezept. Wie Du schreibst, helfen Dir die Angehörigen-Gruppe und auch dieses Forum nicht. Was z.B. haben Dir die Betroffenen mitgeteilt, wie man sich verhalten soll? Du schreibst, dass Du das alles ohnehin eh schon machst, wie ignorieren und den Mund aufmachen, auf der anderen Seite widerlegst Du das wieder, indem Du zugibst, dass es Dir peinlich ist und wer will schon offen darüber sprechen. Gerade das Vertuschen nach Außen ist ein Bestandteil der Co.-Abhängigkeit.
Wenn man als Partnerin in diesem System mitgefangen ist, so eignet man sich nicht als Therapeutin, weil eigene Gefühle und Verletzungen den Blick trüben und man nur schwer sachlich bleiben kann. Solange Dein Partner keine Hilfe sucht und zulässt, kannst Du ohnehin nichts machen. Alle möglichen Verhaltensstrategien kosten nämlich Deine Kraft, und er denkt sich, lass sie man schön machen und trinkt weiter. Zwischendurch wirft er Dir mal ein Versprechen zur Besserung hin, was Dich wiederum motiviert, weiter an Deinem Verhalten zu feilschen. Damit bist Du in einem Karussell, stellst Dich stets in Frage und beschäftigst Dich indirekt nur mit dem Problem Deines Partners. Hast also sein Problem zu Deinem gemacht, und fühlst Dich obendrein auch noch schuldig. Es braucht Zeit, um die eigene Machtlosigkeit zu erkennen und zu akzeptieren. Erst wenn Du das für Dich annehmen kannst und loslassen nicht mit im Stich lassen verwechselt, bist Du auf dem Weg der Genesung. Wenn Du Dich um Deine Belange und Dein Leben kümmerst. Dein Partner hat sich ganz allein fürs Trinken entschieden, somit kann er sich auch allein dagegen entscheiden. Solange Du ihm die Verantwortung abnimmst, und er für die Folgen keine Konsequenzen zu tragen hat, wird er sich wohl kaum verändern. Ich weiß aus eigener Erfahung, wie schwer das alles ist, aus diesem Grunde kann man sich mit Erfahrungen gegenseitig unterstützen, doch den Weg musste ich alleine gehen. Auch ich wollte meinen Partner therapieren, wogegen er sich zurecht wehrte, Heute arbeite ich an mir und möchte von meinem abhängigen Verhalten loskommen, um gesund zu werden. Ich wünsche Dir Kraft und Erkenntnis für Dich.
LG Laurina ![]()
Beiträge von Laurina5
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Liebe Sara,
ich habe Parallelen gefunden. Mein Mann hat mir auch ständig erzählt, dass ich psychisch krank sei, und mir mal Hilfe holen sollte. Außerdem mochte er es überhaupt nicht, wenn ich über private Dinge spreche, damit würde ich ihn in die Pfanne hauen. Seit dem ich mir aber tatsächlich Hilfe geholt habe, ist er recht verunsichert und weiß die Sache nicht mehr richtig einzuschätzen. Wenn ich zurückblicke, so habe ich auch vieles unternommen, um ihn zu treffen, mich zu rächen usw. Alles für die Katz.
In Amerika ist Co.-Abhängigkeit inzwischen als Krankheit anerkannt.
Co.-Abhängige beklagen sich zwar, um Mitgefühl und Aufmerksamkeit zu bekommen, doch was machen sie mit ihrem Leben, wenn sie sich nicht gerade um den Betroffenen und dessen Probleme kümmern. Sie brauchen bei sich selbst nicht hinzusehen, können somit ihre eigenen Probleme gut kaschieren, sind die großen Helfer und Liebenden, die sich aufopfern und verzichten, obwohl sie oft genug dem Betroffenen die Pest an den Hals wünschen oder gar, dass dieser möglichst nicht mehr zurückkäme und aus ihrem Leben gänzlich verschwinden würde. Dann sind sie anschließend die trauernde Witwe, die eine so gute Ehe geführt hat. Co.-Abhängige haben keinen Mut für Entscheidungen und Eigenverantwortlichkeit, sie sind feige, sagen ja, obwohl sie nein meinen. Passen sich an, ordnen sich unter, machen gute Mine zum bösen Spiel, ganz krass gesagt, sie sind einfach unaufrichtig aus Angst, wollen aber um jeden Preis geliebt werden. Sie sind ja so gut, doch glauben selbst nicht daran. Welchen Gewinn haben sie durch Kontrolle, Manipulation und Bevormundung? Sie wollen ihren Partner abhängig machen und eine ambivalente Liebe leben. Alles aus eigener Selbstunsicherheit heraus. Zum Bild des Co.-Abhängigen gäbe es natürlich noch weit aus mehr auszuführen. Nicht nur der Betroffene ist der Kranke, zwei Kranke gesellen sich gern zusammen - und der Betroffene hat ein sehr gutes Gespür dafür, wer geeignet und bereit ist, mit ihm das Leben auszuhalten. Ein Alkoholiker würde niemals mit einer gesunden Person in Kontakt treten, um an ein gemeinsames Leben zu denken, das spürt er ganz genau. All das ist mir schmerzlich bewusst geworden, ich arbeite weiter an meiner Co.-Abhängigkeit. Tag für Tag ein kleines Stück.
LG Laurina
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Hallo Latina,
ich habe inzwischen eine eigene Wohnung.
Bin durch das Zusammenleben richtig krank geworden, und zwar nervlich, bekam Ängste und Panikattacken, traute mir nichts mehr zu, heute bin ich dabei mich zu erholen und mein Selbstwertgefühl wieder zu gewinnen. Eine Freundin von mir, die auch mit einem Alkoholkranken lebt, hat auch ein Magengeschwür und Diabetes. Ich glaube, es bringt nicht viel, wenn Du Deinem Freund unsere Zeilen zum Lesen gibst. Vielmehr würde es bringen, wenn Du Dich fachlich beraten lässt, und zwar bei einer Suchtberatungsstelle oder mal eine Angehörigengruppe besuchst, dort gewinnst Du mehr Klarheit. In jeder Stadt gibt es Angebote über Suchtberatung. Auch die Kirchen bieten diesbezüglich Gespräche an.
Liebe soll Gewinn und Bereicherung sein, Niemand ist verpflichtet, sich aus Liebe kaputt zu machen und selbst zu schädigen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. LG Laurina
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Liebe Latina,
co.-abhängig ist man dadurch, dass man das Leben an der Seite eines Suchtabhängigen überhaupt erträgt. Eine gesunde Person würde dies nie zulassen und sich nicht auf eine solche Beziehung einlassen. Co.-abhängig bedeutet, abhängig von einem Süchtigen zu sein, ohne ihn nicht leben können, und ihn indirekt zu unterstützen mit Schuldzuweisungen, Anklagen, Kontrolle usw. All diese Versuche sind nutzlos und geben ihm weiterhin einen Grund zum Trinken. Ich habe mich auch immer gerne beschwert, was ich so alles ertragen musste, bis ich begreifen konnte, dass ich mich selbst dafür zur Verfügung gestellt habe, Niemand hatte mich dazu gezwungen. Welche Hilfe hast Du hier erwartet? Ein Patentrezept, wie Dein Freund trocken gelegt werden kann? Das gibt es leider nicht. Du musst ihn auch nicht verlassen, solange Du dieses Leben noch ertragen kannst, erst wenn für die Angehörige der Leidensdruck groß genug ist, wird sie in Erwägung ziehen, ob ein getrenntes Leben nicht von Vorteil wäre, bevor man selbst vor die Hunde geht. Es reisst und zerrt nämlich an den Nerven, man kann selbst davon richtig krank werden. Es ist ein langer Weg, bevor man sich selbst eingestehen kann, co.-abhängig zu sein. Ich habe z.B. bei google Co.-Abhängigkeit angeklickt und diesen Test gemacht, die betreffenden Fragen beantwortet, dabei kam heraus, dass ich co.-abhängig bin. Die einzige Hilfe ist die Nichthilfe, gefühlsmäßig loslassen und den Betroffenen in seine Selbstverantwortung zu entlassen. Das mag sich zwar hart und unverständlich anhören, jedoch es sind Erfahrungswerte. Der Trinker gelobt Besserung, macht Versprechungen, lügt und vertuscht, solange er nur trinken kann. Erst wenn er vor eine vollendete Tatsache und Konsequenz gestellt wird, so ist er womöglich bereit, sein Leben zu verändern. Wenn das Trinken ihm keine Vorteile mehr bietet. Solange Du schimpst, weinst und kreischt usw. das berührt ihn nicht, für ihn ist es nur ein Anlass, weiter trinken zu können, Gründe gibt es dafür immer, bzw. er sucht sich welche. Ich hoffe, Dir ein wenig weiter geholfen zu haben. LG Laurina
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Hallo Latina,
schön, dass Du in dieses Forum gefunden hast.
Du wirst anfangs nicht immer alles annehmen wollen, jedoch ist bereits der gegenseitige Austausch eine große Hilfe. Ich hatte Dir kurz in einem anderen Forum geschrieben. Ich hoffe, dass Dir hier die erforderliche Hilfe zu teil wird. LG Laurina
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Guten Morgen Chrissyta,
ich habe gestern Abend mit einem lägeren Text geantwortet, leider musste ich mich dann beim Absenden erneut einloggen und der Text war weg. Zum Tanzen möchte ich sagen, dass es nicht so wie in der Tanzschule zugeht mit Disco Fox usw. Es ist eine Angehörigen Gruppe, wir tanzen und reden miteinander. Es ist ein heilpädagogischer Tanz, der mit Körpererfahrung und Öffnen zu tun hat. Mir tut das sehr gut. Wir können Gefühle dabei herauslassen, abgeben und gut zu uns selbst sein. Auch festsitzende Aggressionen werden frei getanzt.
Der Austausch im Forum ist sehr wertvoll für mich. Aus den Büchern sind mir Ursachen und Zusammenhänge bewusst geworden, zumal diese Bücher immer von ehemaligen Selbstbetroffenen geschrieben werden. Die schonungslose Offenheit verleiht den AHA-Effekt und macht Mut, sich selbst zu öffnen. Gerade wir Co.-Abhängigen haben lange mit Verdrängung und Selbstbetrug gelebt. Einen schönen zweiten Advent und liebe Grüße Laurina
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Hallo Sara,
ich freue mich über jeden Austausch, melde Dich gerne bei Bedarf.
LG Laurina
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Liebe Chrissyta,
bei mir hat es auch lange gedauert, zumal ich früher den Betroffenen für krank hielt, mich dagegen fand ich in Ordnung, allenfalls vielleicht zu gutmütig, habe es teilweise sogar als mein Schicksal angesehen, außerdem konnte ich mich hinter dem Betroffenen gut verstecken. Es gab immer genug zum Reden über seine Probleme. Erst als mein Leidensdruck zu groß wurde, war ich zum Umdenken bereit.
Da stöberte ich im Internet und fand das Buch von Anne Wilson Schaef "Co.-Abhängigkeit, Die Sucht hinter der Sucht", das ich mir sofort bestellte und anschließend verschlang. Es folgten weitere Bücher. Das Schreiben hier ist so hilfreich, das möchte ich gerne weiter empfehlen. In Zeiten als ich es noch mal wieder mit meinem Mann versuchen wollte, habe ich hier auch nicht geschrieben, so als ob mir das peinlich war. Bis ich wieder bei mir selbst war und merkte, dass dieser Versuch eine Illussion war, das zuzugeben fällt ja auch nicht leicht. Am hilfreichsten war es für mich, Bücher von Frauen zu lesen, die selbst stark abhängig waren und ganz offen und ohne Umschweife ihre Verhaltensweisen aufzeigen. Sehr hilfreich auch die Bücher von Melody Beattie mit "Mut zur Unabhängigkeit". Überall fand ich mich selbst wieder. Ich habe eine Freundin, die weiterhin mit ihrem alkoholabhängigen Partner zusammenlebt, einerseits bewundert sie mich, andererseits sagt sie, dass sie sich nicht mehr ändern könne und so weiter leben würde. Sie will mit dem Geld, das sie durch diese Beziehung zur Verfügung hat, ihre drei erwachsenen Söhne weiterhin unterstützen, sie möchte die "Gute" sein. Am schwersten war es für mich zu begreifen, dass sie nichts ändern will, sondern sich bei Anderen nur beschweren und aussprechen will. Dafür stelle ich mich nun immer weniger zur Verfügung, denn ich kann und mag diese sich ständig wiederholenden Geschichten nicht mehr hören.
Der Preis, den ich gezahlt habe, bin momentan ziemlich alleine.
Aber es bahnen sich durch meine Gesprächs- und Tanzgruppe langsam neue Kontakte an, und ich habe eine wunderbare Erfahrung gemacht, es ist herrlich sich auszutanzen, und dass ganz ohne Alkohol, es geht wunderbar. Einen schönen und friedvollen 2. Advent. LG Laurina
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Viele Co.-Abhängige schreiben lange Texte und machen die Betroffene oder den Betroffenen zum Zetralpunkt ihres Lebens, so als ob ihr eigenes Leben wenig Bedeutung hätte. Die einzige Hilfe für einen Alkoholiker ist die Nichthilfe, es sei denn, er würde um Hilfe bitten. Viele schreiben lange Texte mit der Erwartung, dass die Antworten ihren Vorstellungen entsprechen. Wenn das nicht eintritt, so bleiben sie weg- so wie hoffnungslos und wo immer, sind wohl weg für immer. Ich habe mich bisher mit jeder Antwort auseinandergesetzt, sie war mir eine Reaktion wert, selbst dann, wenn ich die Meinung nicht teilte. LG Laurina

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Liebe Shalim,
nach meiner Kenntnis kann man keinen Erwachsenen zwangseinweisen lassen, solange er voll zurechnungsfähig ist und nicht amtlich betreut wird. Der Betroffe muss selbst so einen Leidensdruck bekommen und Hilfe annehmen wollen. Nahe Angehörige können diesbezüglich nichts bestimmen. Es sei denn, der Betroffene wäre psychisch auffällig und gefährlich für seine Umgebung, dann könnte man Beratung und Hilfe beim sozial psychiatrischen Dienst erhalten. Diese Tatsache hört sich hart an, aber so sind die gesetzlichen Bestimmungen. Als Angehörige könnt ihr Euch selbst beraten lassen in einer Suchtberatungsstelle oder in einer Angehörigengruppe. Ich wünsche Dir und Deiner Schwester viel Erfolg.
LG Laurina
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Mein Vater hat sich auch tot gesoffen, er ist allerdings dabei fast 74 Jahre alt geworden. Ich kenne diese Ängste, wenn sie sich angeschrien haben und wir Kinder uns schlafen gestellt haben. In seiner Gegenwart durften wir keinen Apfel essen, dann flippte er aus. Er hat mich als Kind samt Badewanne umgekippt. Meine Mutter beschimpte er als Hure. Wir wurden als Kinder verachtet, niemand wollte mit uns etwas zu tun haben. Auch ich konnte meinen Vater nicht mehr fragen, er war in russischer Gefangenschaft und hatte dort Erfahrungen gemacht, die er psychisch nicht verkraften konnte. Ich habe ihn oft im Traum gesehen, als er sich noch einmal umsah und dann seines Weges ging. Ich habe um ihn geheult und viele Fragen gehabt, dennoch musste ich ihn gehen lassen, es war sein Leben, er konnte es nicht besser. Letztlich habe ich ihm verziehen und gehen lassen. Du schreibst, die Lebensgefährtin ist ein
Miststück, auch sie ist ein Mensch, der womöglich keine Kraft mehr hatte, und ihn genauso wie Du gehasst hat, weil sie das Leben mit ihm nicht mehr ertragen konnte und seinen Tod wünschte. In ihrer Gegenwart ist nun der Tod tatsächlich eingetreten, darum verdamme und verachte sie nicht, sie hat ihre eigene Geschichte und muss damit zurechtkommen.
Ihr habt den Vater nicht retten können, sie auch nicht. Laß allen Haß los, er behindert Dich für Dein Leben. Dein Vater war derjenige, der sich für den Alkohol entschieden hat. Ganz viel Kraft wünscht Dir Laurina -
Liebe Sara,
es ist gut, dass Du alles von Dir niederschreibst, das habe ich auch getan, und es ist ungemein befreiend und hilft. Schreibe alles, was Dir auf der Seele liegt, und Du loswerden möchtest. Dafür ist dieses Forum gedacht. Ich freue mich sehr darüber, Andere zu finden, die auch auf dem Weg sind, wir können uns austauschen und bestärken, auch bei unseren Rückfällen, wenn wir selbst merken, dass wir wieder Mal in ein altes Verhaltensmuster zurückfielen, das ist nur allzu menschlich. Dann hat man noch mal wieder diese Erfahrung gebraucht. Ich weiß nicht genau, ob ich diesen Spruch hier schon mal angebracht habe:"Menschen, die sich nicht zu ihrer Vergangenheit bekennen mögen, mogeln sich durch die Gegenwart". Ich habe mich lange durchgemogelt. Bei mir fing das Umdenken an, als ich das Buch CoAbhängigkeit, die Sucht hinter der Sucht von Anne Wilson Schaef gelesen habe. Heute lese ich fast täglich "Kraft zum Loslassen" und "Mut zur Unabhängigkeit" beide von Melody Beattie, diese Bücher geben mir Kraft und Mut zur Ehrlichkeit. Nachdem ich gestern ganz müde war, habe mich tatsächlich mal tagsüber ins Bett gelegt und bin dem Bedürfnis meines Körpers gefolgt. Heute hatte ich frische Energie und habe einen Termin in einer Suchtberatungsstelle wahrgenommen. Nun nehme ich ab Montag an einem Seminar teil mit dem Titel "Was ist Sucht". Parallel melde ich mich zu einem Anti-Raucher-Programm an. Zusätzlich ist geplant Entspannung, heilpädagogischer Tanz und ein Selbstbehauptungstraining. In dem Gespräch Heute hat man mir bestätigt, dass ich das Zeug dazu habe, eventuell später, nach meiner Genesung, selbst eine Gruppe zu leiten, um dann Angehörigen und betroffenen Kindern hilfreich beiseite stehen zu können. Das ist natürlich alles noch sehr weit weg, doch man kann ja schon mal hinschielen, womöglich entwickelt mein Weg sich auch anders, das alles ist noch offen - und ich lasse es einfach geschehen. Seit ich mit meiner Selbstfindung intensiv beschäftigt bin, mache ich mir keine Gedanken mehr darüber, wie es meinem Mann ergeht. Die Probleme von ihm und seiner Mutter waren mal Mittelpunkt meines Lebens - und ich opferte mich auf, um zu gefallen. Er erzählt mir zwar Heute noch auf meinem AB, dass er mich liebt und braucht, doch dem messe ich keine Bedeutung mehr bei. Denn ich brauche ihn nicht mehr, ganz langsam steigt in mir ein neues Gefühl auf, das mir sagt, ich bin was wert und kein Mensch hat das Recht, mich schlecht zu behandeln. Das war eine ganz schwere Geburt, doch so langsam fühle ich wieder Leben in meinem Körper - und die Angst vor finanziellen Engpässen schwindet, wie oft habe ich gerechnet und gemeint, es nicht zu schaffen. Heute bin ich auch bereit, mal durch ein tiefes Tal zu gehen, am Ende weiß ich, dass das alles hier mir alleine gehört, und das kann mir keiner mehr nehmen. Die innere Freiheit ist sehr wertvoll, diese neue Empfindung ist fast wie ein Fest, wenn man über Jahrzehnte eine funktionierende Marionette war. Nun bin ich jeden Tag sehr dankbar für das, was ich habe und schaue voller Neugier in mein neues Leben. Ich lasse es geschehen - und mir begegnen neue Menschen, das wird doch kein Zufall sein?
Dir wünsche ich ganz viel Kraft und Mut für Deinen Weg.
LG Laurina
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Ich danke Euch dreien für die lieben und begleitenden Wünsche, es gibt mir Kraft und Zuversicht, Wegbegleiter an meiner Seite zu haben. Zur Zeit fühle ich mich noch wie der Frosch, der in die Milch gefallen ist, anstatt zu ertrinken, fängt er an zu strampeln und sitzt letztlich oben auf der Sahne. Ich muss nun unter die Dusche, habe danach einen wichtigen Termin. Für Austausch bin ich immer zu haben, schreibe nämlich recht gerne. Einen schönen Tag für Euch. LG Laurina

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Liebe Christin,
es ist hier an Vorschlägen bereits alles gesagt worden, ich schließe mich meinen Vorgängern an und wünsche Dir aus meinem Mitgefühl heraus ganz viel Kraft für diese schwere Lebenssituation. LG Laurina
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Hallo Sonnenfrau,
erst anwortet mir der Mond, nun erscheint auch noch die Sonne, welch glückliche Fügung. Auch Dir danke ich für Deine Wünsche. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, an mir zu arbeiten, das verletzte innere Kind zu heilen, und Hoffnung zu haben, dass ich eines Tages ein gesundes Selbstwertgefühl erlangen werde. Mehr wünsche ich mir für Heute nicht. LG Laurina
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Liebes Mondlicht,
danke für Deine Worte, die das ausdrücken, was ich seit langem empfinde, nur der Mut fehlte, es zu leben. Es brauchte seine Zeit.
Nun werde ich für Heute einen kleinen Stein setzen. Heute Abend, wenn der Mond in mein Zimmer scheint, so werde ich an Dich denken.
LG Laurina
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Weil ich nicht an Zufälle glaube, so habe ich dieses Forum gefunden, weil ich es suchte. Noch vor 10 Tagen hätte ich alles darum gegeben, zusammen mit meinem Mann zu einer Beratung zu gehen. Heute sieht das anders aus, mir ist ganz schmerzhaft bewusst geworden, dass ich Hilfe brauche. Meine Co.-Abhängigkeit hat mich krank gemacht. Ich habe immer die Männer bekommen, die ich suchte und brauchte, um mir nicht mein Leben ansehen zu müssen. Dafür habe ich mich aufgeopfert und alles her gegeben. Es war die vergebliche Suche nach Liebe, Geborgenheit und Anerkennung, die ich nicht geben konnte und nicht zurückbekam, weil meine Partner durch ihr Trinken nicht anwesend sein konnten. Ich suchte die Leidenschaft und die unruhigen Beziehungen, in denen viel los war gleich einer Tragödie. Das kenne ich aus meinem Elternhaus, so bin ich groß geworden, es ist mir bekannt, dadurch fühlte ich mich heimisch. Ich bewachte und kontrollierte, regelte das andere Leben, analysierte die anderen Probleme und kam mir damit auch noch gut vor, voller Selbstaufgabe habe ich mich bescheiden zurückgestellt in der verzweifelten Hoffnung, doch noch die ersehnte Liebe und Anerkennung zu erhalten, dabei war ich auch noch eifersüchtig, dass man mir das Kaputte nehmen könnte. Dass ich mich selbst geopfert habe, ist mir die letzten Tage sehr schmerzvoll bewusst geworden. Dass nicht nur der Alkoholiker der Kranke ist, sondern ich zumindest genau so krank bin. Ich war eine Märtyrerin habe mit gelogen und verheimlicht, die Krankheit unterstützt, nach Außen abgeschwächt, und teilweise auch mitgetrunken, um das Leben überhaupt noch ertragen zu können. Was habe ich mir alles vorgemacht und immer wieder eingeredet, ich könnte eine Hilfe sein, und sein Leben in Ordnung bringen. Ein Ideal, das nie zu erreichen war. Zuletzt bin ich auch noch wegen finanzieller Vorteile geblieben, und kam mir damit so verlogen vor. Habe Briefe ohne Ende geschrieben und Lektüre über Suchtberatungsstellen in den Briefkasten geworfen. Meine angebotene Hilfe wurde verweigert. Mehr kann und will ich nicht mehr tun. Ich lasse das jetzt alles los und kümmere mich ausschließlich um mich und mein Leben. Die Erkenntnis, wie krank ich im Grunde bin, tut sehr weh, wo ich doch über Jahre immer die Rolle der Guten und Helfenden bzw. Ausgleichenden hatte. Ich war einfach feige, mein Leben selbst und unabhängig in die Hand zu nehmen mit allen Konsequenzen. Wenn ich so über Andere in meinem Alter lese, was die bereits alles erreicht haben, so empfinde ich es als beschämend, was ich dagegen zu setzen habe. Ein Leben mit Problemen und Abhängigkeiten, wenig Reisen und stets finanziellen Schwierigkeiten, das war das, was ich mir aussuchte. Nun bin ich in Frührente und lebe in einer kleinen Sozialwohnung, das ist der Preis, den ich für meine Co.-Abhängigkeit gezahlt habe. Nun gilt es nach Vorne zu sehen, und einen anderen Platz zu finden.
Menschen, die sich nicht zu ihrer Vergangenheit bekennen mögen, mogeln sich durch die Gegenwart.
Ich bin nicht verbittert, sondern voller Hoffnung, dass mir mit professioneller Hilfe der Weg in ein neues und gesundes Leben gelingen möge. Alles Liebe für Euch. LG Laurina
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Liebe Joshi,
bei meinem Mann hat es nichts genützt mit ihm zu reden. Nüchtern ist er zum Reden nicht bereit, angetrunken wird er unsachlich. Ich habe immer nur Drohungen ausgesprochen, bin aber niemals konsequent gewesen. Das wissen Alkoholiker ganz genau. Nun habe ich zu dieser ewigen nicht enden wollenden Auseinandersetzung, das ewige Gerede über die Probleme mit seiner Mutter, keine Lust und keine Kraft mehr. Ich will und muss Abstand davon haben, sonst gehe ich kaputt. Zu meiner eigenen Erleichterung habe ich Heute Morgen einen Abschiedsbrief geschrieben und mich aus seinem Leben verabschiedet. Ich empfinden auf einmal eine Leichtigkeit, singe und tanze in meiner Wohnung und habe eine kleine Hoffnung auf ein neues und unabhängiges Leben. Letztlich bin ich ihm sogar danbar, dass ich die Erfahrungen noch wieder einmal machen durfte, die ich immer wieder brauchte. Nun bin ich satt, es langt. Habe mich gefragt, ob ich dieses Leben weiterhin verdient habe. Wenn ich mich wiedermal mit ihm zusammengetan hätte, so läge er auf dem Sofa und sähe Sport, dazu würde eine Bierflasche nach der anderen geöffent, ich konnte dieses gierige Geschlucke schon nicht mehr hören. Soll das in Zukunft mein Leben sein??? Nein und nochmal nein. Ich muss nun Springen in eine unbekannte Situation, die natürlich auch Angst auslöst und Selbstverantwortung fordert und erstmal Entbehrungen schafft. Es gilt durchzuhalten und sich auf den Weg zu machen in eine bessere Zukunft. Zur Zeit will ich keinen neuen Partner, viel zu groß ist noch die Gefahr, dass ich noch nicht gefestigt genug bin und noch gar nicht genau weiß, wie eine gesunde Partnerschaft zu leben ist. Dafür sollte ich selbst erst einmal gesund werden und auch Forderungen stellen können. Eine abhängige Beziehung macht kaputt und nimmt einem jegliches Selbstvertrauen, falls man es je gehabt hat. Das muss erst wieder ganz langsam aufgebaut werden und dafür lasse ich mir helfen. Ich kann Dir so gar keine tröstenden Worte sagen - solange das Trinken nur das Problem der Angehörigen ist, verändert sich nichts. Ich kann Dir nur Mut und Kraft wünschen, den für Dich richtigen Weg zu finden. LG Laurina
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Zitat von chrissytaAlles anzeigen
hallo felidae,
herzlich willkommen hier im forum.
deine mutter hat eingesehen, dass sie zuviel tinkt, aber wie ich es lese, ist sie noch nicht bereit damit aufzuhören. es erinnert mich an meine zeit des trinkens als mir bewusst wurde, dass mein trinkverhalten nicht mehr normal ist, aber von der totalen abstinenz war ich noch weit entfernt.
sie sagt sie will weniger trinken, sie will nur am wochenende trinken, meiner meinung nach wird sie diesen vorsatz nicht einhalten können, bei der täglichen menge an alkohol die sie zu sich nimmt. genau die gleichen worte habe ich auch zu meiner tochter gesagt, nur damit sie beruhigt war.
helfen kannst du ihr nur, wenn sie bereit ist aufzuhören mit dem trinken, dann kannst du sie unterstützen. in jedem fall ist es ein anfang, dass sie sich gedanken darüber macht und das tut sie, dieses zeigt auch ihr verhalten beim wegbringen der vielen flaschen.
Alkoholabhängige sind raffiniert und mit allen Wassern gewaschen, das Wegbringen der Flaschen kann ein schlechtes Gewissen sein, aber auch einfach nur ein Spiel, um zu täuschen, das sehe ich nicht als Anfang. Das Leeren eines vollen Aschenbechers ist auch kein Anfang, um mit dem Rauchen aufzuhören. Die Tochter kann der Mutter gar nicht helfen, so gerne sie das möchte. Damit wird eine neue Illussion geschaffen. Sie soll ihr Leben leben und die Mutter los lassen. Die Mutter hat sich ganz allein fürs Trinken entschieden, und kann sich auch nur allein dafür entscheiden, ob sie es lassen will. LG Laurina

rede mit ihr nochmal in ruhe über alles, aber achte darauf, dass sie bei dem gespräch nichts getrunken hat.
lg
chrissytaWie soll die Tochter darauf achten, dass die Mutter bei dem Gespräch nichts getrunken hat

LG Laurina -
Liebe Sana,
mir wurde mal gesagt, man muss alles so lange machen, bis man satt ist. Ich brauchte wohl lange, um satt zu werden. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, finde ich es gut, dass ich mir es noch mal angesehen habe, um feststellen zu können, dass es nicht mehr das ist, was ich leben will. Durch das Alleinsein, finanzielle Schwierigkeiten und dadurch, dass ich für mich noch keine zufriedenstellende Alternative für mein Leben gefunden habe, war das Angebot der Hilfe meines Mannes wie ein Strohhalm, den ich aufnahm. Professionelle Hilfe? Ich war in Angehörigen Gruppen und habe mich mit dem 12-Schritte-Programm beschäftigt. Nächste Woche habe ich einen Termin in einer Beratungsstelle. Will u.a. was für mich tun, wie Entspannung und Selbstbehauptung. Gestern Abend bin ich ins Kino "Der Fischer und seine Frau" konnte herzlich lachen und den Abend zufrieden ausklingen lassen. Tag für Tag freunde ich mich mehr mit meinem eigenen Leben und mit mir selbst an. Habe noch ganz viel an Wutgefühlen loszulassen, was nicht einfach ist. Geholfen hat mir, dass ich immer wieder alles aufgeschrieben habe, am nächsten Tag noch mal durchgelesen und zerrissen. Es wird weniger, was ich aufschreibe. Ich mache jetzt eine Inventur mit mir und stelle fest, dass ich ganz falsch gedacht habe - meine Gedankenmuster kreisten nur um die Probleme anderer Menschen. Heute kann ich davon schon mal Abstand nehmen und mir sagen, ich habe mit meinem eigenen Leben genug zu tun. Zu einer Entscheidung bin ich gelangt, kein Alkoholiker soll mehr in mein Leben, weder trocken oder nass. Weil ich nicht mehr mit Suchtproblematik leben will, sondern ganz normal. Darum will ich auch andere Freizeitaktivitäten finden, als überwiegend in einer Gruppe, in der es auch immer wieder um die Problematik des Trinkers geht. Die Angehörigen reden weitaus mehr über die Probleme und Fortschritte des Trinkers, als über sich selbst. Das sind meine Erfahrungen. Ich hoffe für mich, auf einem guten Weg zu sein und nicht noch einmal rückfällig zu werden. LG Laurina