Beiträge von Laurina5

    Liebe Chrissyta,
    warum lasse ich nicht los, das ist eine gute und berechtigte Frage. Ich denke, dass ich mich einfach dagegen wehre, es wieder mal nicht geschafft zu haben, es ist so, als ob ich versagt habe, es muss doch mal ein Mann dabei sein, dessen Liebe groß genug ist, dass er sich für mich ändern würde. Als wollte ich der Welt beweisen, ich bin für ihn die große Liebe, für mich macht er das. Es fällt natürlich auch das Eingeständnis schwer, dass all die Versuche, Anstrengungen, Überzeugen wollen und rumkramen in den Familienverhältnissen, analysieren usw. für die Katz waren. Für all das Aufopfern wollte ich eine Anerkennung als Gegenleistung und recht bekommen. Das war mein Ziel. Vor allen Dingen wollte ich meiner Schwiegermutter gegenüber den Triumph haben, dass ihr Sohn mich doch liebt und anerkennt, was ich für ihn alles getan habe. Nun bin ich schachmatt und habe noch ganz viel Wut in mir. An erster Stelle wohl auf mich selbst, denn Niemand hat mich dazu gezwungen. Meine Bemühungen waren also erfolglos. Das ist bitter aber ich muss lernen, es so anzunehmen. Wenn ich nun mich allein mit meinem Leben betrachte, so entsteht zu allererst eine Leere und die Frage, was fange ich damit an, was kann ich dafür tun, dass es mir gut geht. Und das schlechte Gewissen muss weg, dass ich ihn im Stich gelassen habe, denn das wird so von seiner Familie ausgelegt, auch das muss ich loslassen, das ist alles nicht einfach, wenn man wie ich zeit seines Lebens in Abhängigkeiten verstrickt war. Ich hoffe auf die Kraft es zu schaffen. LG Laurina :wink:

    Liebe Chrissyta,
    Du hast meine Unzufriedenheit richtig heraus gelesen. Ich bin nicht zu meinem Mann zurückgegangen und lebe nicht mit ihm, sondern habe seit über einem Jahr meine eigene Wohnung. Ich habe einige Tage bei ihm mit gewohnt, es ist fast keine sexuelle Anziehungskraft mehr vorhanden. Um ein Gespräch zu bitten, erscheint mir sinnlos, er diskutiert nie nüchtern, sondern wird erst dann gesprächig, wenn er genügend intus hat. Dann werden die Gespräche allerdings unsachlich und aggressiv und sind durch Schuldzuweisungen an mich geprägt. Mir wird dann vorgeworfen, ich hätte es an der Psyche und käme mit meinem Leben nicht zurecht. Darum weiß ich allerdings nicht mehr, was ich ihm noch sagen soll und begreiflich machen kann, dass so ein Leben für mich höchst unbefriedigend ist und dass es mich krank macht. Aus diesem Grund schrieb ich Briefe, um alles sagen zu können und nicht ständig unterbrochen zu werden. Gerade jetzt beim Schreiben merke ich gerade, wie unsinnig diese Briefe waren, sie hatten nur den Zweck, dass ich was loswerden konnte. Meinem Mann habe ich damit aber wieder Angriffspunkte geboten. Ich möchte gerne mit einem einzigen Satz klipp und klar und konsequent sagen können, so nicht -ich habe etwas Besseres im Leben verdient. Das schlimme daran ist, dass ich daran glauben und davon überzeugt sein sollte, dass mir tatsächlich was Besseres zusteht, wenn Du verstehst, was ich meine. Weil ich selbst nicht daran glaube, wirke ich auch nicht überzeugend. Das kleine Mädchen in mir kämpft immer noch um die Anerkennung des Vaters, je schlechter sie behandelt wird, desto mehr legt sie sich ins Zeug, weil sie glaubt, um Liebe und Anerkennung kämpfen zu müssen. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen und spielt sich alles im Unterbewusstsein ab. Ich weiß das alles und kann Andere von Außen gut beraten, nur mir selbst kann ich nicht helfen. Es ist wie ein Fluch, der nach Befreiung schreit. Mich selbst achten, wertschätzen und lieben - wo bekomme ich das her, wie stelle ich das an. Ich stelle so hohe Anforderungen an mich selbst und finde immer wieder einen ungenügenden Punkt. Bin so leicht anzugreifen und zu verletzten. Auf der Arbeitsstelle war ich eine von den Guten, dennoch habe ich mich ständig angezweifelt und mein Licht unter den Scheffel gestellt. Ich wünsche so sehr, mich einmal völlig in Ordnung zu finden. Heute Abend war ich wieder in einer Angehörigengruppe vom Blauen Kreuz, dort kann ich frei über mich reden und werde als wertvolle Gesprächsparterin geschätzt. Ein Angehöriger Mann war ganz verunsichert und stotterte, eine andere Frau konnte gar nicht reden und fing sofort an zu weinen. Ich konnte das auffangen und helfen, und dennoch halte ich so wenig von mir und lasse mich von meinen Männern schlecht behandeln. Das ganze ist recht schizophren, ich brauche einen schwachen und kranken Mann, um mich selbst stark zu fühlen, auf der anderen Seite lasse ich mich von dem selben Mann schlecht behandeln und schwächen. Das grenzt an Selbstzerstörung. Ich kenne auch die Ursache, und dennoch fehlt mir der Mut, der Sprung ins Wasser für ein freies und unabhängiges selbstbestimmtes Leben, bin ich feige und träge und wärme mich im Pseudoschutz, der Netz und doppelten Boden bietet. Welch ein Preis? LG Laurina :wink:

    Liebes Forum,
    ich glaubte, schon den Weg in die Unabhängigkeit gefunden zu haben. Der Besuch in Angehörigen-Gruppen baute mich auf, ich fühlte mich bestärkt und wollte meinen Weg gehen. Dann kam das Alleinsein und ein finanzieller Engpass, in dieser Situation meldete sich mein getrennt lebender Ehemann und bot mir seine Hilfe an. Das war zuerst erleichternd, ich fühlte mich unterstützt und aufgehoben. Wir haben eine Woche zusammen in seiner Wohnung verbracht, es war sogar recht harmonisch, und ich verfiel der Illussion, dass dieses Leben doch gar nicht so schlecht sei. Wir gingen zum Essen und ich bekam eine neue Jacke und ein Paar Schuhe, ging zum Friseur und zur Fußpflege, fühlte mich wieder als Frau attraktiv und angenommen. In dieser Zeit musste ich erkennen, dass mein Mann sein Leben gar nicht verändern will, ich soll lediglich da hineinpassen. Seine Familie wird ihn immer finanziell unterstützen, und seine Mutter wird sich nicht von ihm abwenden, sie nimmt ihn so an
    und ist abhängig von seiner Zuwendung. Ihre Hoffnung war, dass ich als Ehefrau, ihn vom Alkohol weg bekomme. Ob ein Mann trinkt, dass liegt schließlich an der Frau, so ihre Worte. Ich habe bemerkt, dass er mir nüchtern überhaupt nicht gefällt, er ist dann grantig und unleidlich, erst nach einer gewissen Menge Bier hat er seinen Normalzustand, in dem er noch nicht einmal betrunken wirkt. Ich hatte tatsächlich geglaubt, damit leben zu können und wegzusehen, solange es mir dabei gut geht. Am Wochenende ging mir das dann alles auf den Keks, es ging nur um Fußball und Getränke, nach einem Spaziergang wollte mein Mann dann sofort wieder in die Kneipe, um dort mehrere Biere hastig zu trinken. Während ich meine Apfelschorle trank, störte mich sein Trinken und mir war klar, dass wir niemals am Tag etwas gemeinsam unternehmen können, mit dem Wagen unterwegs sein schon gar nicht, weil er nach ein paar Bieren glücklicherweise nicht mehr fährt. Das heisst im Klartext, dass sich die gesamte Freizeit auf Kneipen und Fussballpätze reduziert. Dann und wann mag ich ja auch mal ausgehen und abends ab 20.00 Uhr mal ein Bier oder was anderes trinken. Doch er trinkt am Wochenende bereits gegen 11.30 Uhr sein erstes Bier, das werden dann so bis 10 Biere pro Tag. Er sieht sich nicht als Alkoholiker, sondern trinkt aus Langeweile. In der Woche kann er nach seiner Tätigkeit am Vormittag nicht allein in der Wohnung sein, folglich sitzt er stundenlang in der Kneipe und will dann abends mit mir zum Essen gehen. Nun bin ich hier wieder allein in meiner Wohnung und habe wieder mal einen Brief geschrieben, dass ich so nicht mehr leben kann und mag. Ich kann es in Briefen besser ausdrücken, dort kann ich alles hineinbringen, ohne unterbrochen oder angeschrien zu werden. Ein Gespräch ist nicht möglich, morgens nüchtern mag er nicht reden, angetrunken überschreit er sich und macht Schuldzuweisungen. Das Problem liegt auch darin, dass ich für mich noch keine zufriedenstellende Alternative für meine Freizeitgestaltung gefunden habe und sämtliche Bekannte alle gerne einen Trinken gehen. Dann war das manchmal besser als gar nichts.
    Ich hoffe für mich, einen Weg zu finden. LG Laurina :x

    Hallo Angie,
    ich habe das auch erlebt. War ganz verliebt und begeistert. Er hat mir anfangs versichert, dass er nicht regelmäßig trinkt, auch immer wieder Pausen einlegt und wochenlang nur Säfte trinkt. Ich habe dafür meine Wohnung aufgegeben, und ihn auch noch geheiratet. Habe all meine Kraft und Energie reingesteckt und finanziell drauf gezahlt. Fühlte mich auch noch schuldig, weil meine Schwiegermutter mir vorwarf, so etwas zu regeln, wäre Sache der Ehefrau. Als ich bei ihm eingezogen war, konnte ich das tägliche Trinken life erleben, es gab viel Streit, unschöne Auseinandersetzungen und gegenseitige Schuldzuweisungen. Heute bin ich in Frührente und lebe allein in einer kleinen Sozialwohnung. Soviel zu meiner Geschichte. Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, die ich Heute nicht mehr habe oder gerade wieder versuche, welche zu bekommen. LG Laurina

    Liebes Team,
    als Co.Abhängige habe ich micht entschlossen, Angehörigen-Gruppen zu besuchen. Bei den Codas wird nach dem Zwölf-Schritte-Programm gearbeitet und angeraten, loszulassen und zu verzeihen, auch den Betroffenen um Verzeihung bitten, ihn kontrolliert zu haben.
    Während in einer Elas-Gruppe vertreten wird, Druck auf den Betroffenen auszuüben, weil sonst keine Veränderung stattfindet. Nun bin ich als Neue doch ein wenig verwirrt in Bezug auf meine Verhaltensweise im Umgang mit dem Betroffenen. Ich rede hier nicht von Konsequenz, sondern meine, dass sich die Verhaltensweisen widersprechen. Gerne würde ich von Euren Erfahrungen hören. Bin nun ein wenig verunsichert und hoffe auf Eure Antwort. LG Farina :?:

    Hallo Chrissyta,
    danke für Deine Antwort. Du kennst das selbst alles und kannst es nachempfinden, wie es sich anfühlt, und was man sich immer wieder vormacht, wahrscheinlich solange, bis man richtig satt ist und genug hat. Co.-Abhängige müssen wohl genauso an den Punkt in ihrem Leben kommen, an dem sie erkennen, dass es wirklich nicht mehr geht, diese Schwelle ist individuell ganz verschieden. Ich habe Respekt vor Frauen, die sofort sagen können, nein der Mann trinkt mir zuviel, das kommt für mich nicht in Frage. Ich habe immer lange gebraucht, bis ich mich aus Beziehungen endgültig lösen konnte, im Nachhinein habe ich immer gesagt, das waren schon Jahre zuviel, dennoch passierte es mir wieder. In der letzten Zeit habe ich bemerkt, dass ich nicht mehr zu meinem Mann stehen konnte, dass es mir teilweise sogar unangenehm war, mit ihm angetrunken gesehen zu werden. Dann hat er Gespräche bei einer Psychologin geführt und ich glaubte, nun passiert was. Es war eine Illusion, er ist noch lange oder überhaupt nicht soweit, das Trinken aufzugeben, seine Mutter ist abhängig von ihm, sein Bruder erzählt ihm, er sei kein richtiger Alkoholiker, außerdem ist in der Familie Geld und er wird immer wieder erneut erben, somit wird es ihm finanziell nie richtig schlecht gehen und er wird sich weiterhin seine Freunde kaufen, macht er ohnehin schon. Seiner Familie ist es auch ganz recht, wenn ich gehe, die sind ohnehin der Meinung, dass ich durch meinen Auszug ihn im Stich gelassen habe, und dass ich mit dem Geld der Familie nichts zu tun habe, da muss ich wohl wirklich drüber stehen. Bisher hatte ich mich geärgert, weil ich soviel Geld in diese Beziehung gesteckt habe, folglich wollte ich von dem Kuchen auch ein Stück zurück haben. Doch ich muss mich dafür verkaufen und seine Launen und Macken ertragen, dann merkte ich, dass das doch nicht geht, ich fühle mich damit nicht wohl und verlogen. Es war sehr schwer mit anzusehen, wie er das Geld an seine Kumpels großzügig verteilte und alle ihm in den Hintern krochen. Hinzu kommen noch Bekannte und meine Mutter, die meinten, lass ihn saufen sei diplomatisch, Hauptsache für Dich bleibt auch noch was übrig. Wenn man das kann, ich kann es nicht, ich wollte an ihn noch einmal glauben und geliebt werden. Nun muss ich mir eingestehen, dass seine Liebe nicht reicht und er schon vor langer Zeit ausgestiegen ist und sich fürs Trinken entschieden hat. Irgendwie wollte ich der Mutter auch beweisen, dass er mich genug liebt, weil sie mich immer abgelehnt hatte, ich wollte die Frau sein, die es schafft, dass er gesund wird, das wäre für mich ein Erfolg gewesen. Hört sich recht kompliziert an. Die Schwiegermutter hatte mir stets erzählt, was für große abgöttsche Lieben er früher hatte, und dass die Exfrauen ihn Heute auch noch lieben, unsere Beziehung tat sie stets als belanglos ab. Ich wollte einen Sieg davontragen, der nicht zu gewinnen war und habe mich mit meiner ganzen Kraft und allen Möglichkeiten da rein gesteigert, nun ist es nicht so leicht, zu kapitulieren und loszulassen, ich übe es und hoffe, es zu schaffen. Ich hatte in diesem Spiel eine Aufgabe, die mich viel an Kraft und Enttäuschung gekostet hat, nun gilt es umzudenken und meine Kraft woanders rein zu stecken, leider habe ich momentan noch keinen Anhaltspunkt, wo das sein soll. In der Hoffnung, für mich selbst diese Kraft nutzen zu können, verbleibe ich und wünsche einen schönen Abend. LG Laurina

    :(

    Liebe chrissyta,
    ich schäme mich so, habe mich wieder mal zwei Wochen lang auf meinen Mann eingelassen, er wollte sein Leben ändern hatte Zukunfspläne mit mir, wollte zwei junge Kätzchen nehmen und vollkommen anders leben, ich war so blöd, daran zu glauben und eine neue Hoffnung zu haben. Ein paar Tage ging es gut, dann ist er wieder wie immer zum Sportzplatz gefahren und anschließend für 4-5 Stunden in die Kneipe. Heute wollten wir zusammen mit seinem Bruder und Frau sowie Schwiegermutter gemeinsam nach Glückstadt fahren zum Matjesessen, ich konnte nicht mitfahren, empfand das als zu verlogen und bin allein zu mir nach Hause gegangen. Kann nicht der Familie gegenüber so tun, als sei alles in Ordnung. Die sagen ohnehin, mein Mann ist kein richtiger Alkoholiker und das läge an mir, ich sei der Schwachpunkt. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der nicht zu gewinnen ist. Bisher war sein vom Vater geerbtes Geld immer noch ein kleines Trostpflaster, wenn ich finanziell im Engpass war, doch das kann es auch nicht aufwiegen. Ich muss den endgültigen Absprung schaffen, weil mich dieses Hin- und Her fertig macht. Wie kann ich nur lernen konsequent zu sein. Immer, wenn ich eine zeitlang allein war und gerade nichts vorhabe, lasse ich mich dann wieder auf Angebotevon ihm, wie z.B. zum Essen gehen, ein. Ich bedaure meinen Rückfall und hoffe, es irgendwie zu schaffen.
    LG Laurina

    Liebe chrissyta, dieser Beitrag hilft und spricht mich an.
    Ich habe im Moment wenig Zeit, habe einen Termin, hoffe irgendwann über eine positve Entwicklung berichten zu können. LG Laurnia5 :wink:

    Hallo Henri, zuerst einmal danke für die Antwort.
    Ich lebe schon seit 1 1/2 Jahren in eigener Wohnung, bin ausgezogen, als ich mit meiner Kraft am Ende war und krank wurde. Die Erschöpfung und Ängste sind bis Heute nicht ganz auskuriert. Die ersten 4-5 Monate hatte ich keinen Kontakt mehr zu meinem Mann. Anfangs war ich ganz euphorisch über meine neue Situation alleine und war in Hochform, habe im Internet geflirtet, ich suchte einen Mann für meine Seele und erhielt Antworten von sexuell Abhängigen. Das habe ich dann zu den Akten gelegt. Ich bin auch süchtig, rauche nämlich ziemlich viel. Und dann und wann habe ich auch einmal Lust, auszugehen und ein Glas zu trinken, so ganz ohne kann ich mir Heute nicht vorstellen, ich konnte nie einsehen, dass ich vollkommen abstinent leben soll, weil ich kein Problem mit dem Alkohl habe, kann aufhören und brauche nicht am nächsten Tag gleich wieder den Aufwärmer, mir geht es nämlich dann, wenn ich überzogen habe, recht schlecht. In den Angehörigen-Gruppen bin ich immer auf Paare gestoßen, die zusammen lebten und infolge dessen die Partnerin zu Hause die alkohlfreie Zone toleriert hat. Das kam für mich nicht in Frage, weil ich alleine lebe. Es ist auch nicht mein Ziel, Bekannte zu haben, die vollkommen abstinent leben, mal ein Glas Wein zum Essen oder einen Drink beim Ausgehen, das finde ich akzeptabel. Leider finde ich entweder nur Bekannte, die viel trinken oder ich könnte Kontakt haben mit den Abstinenten, die auf Grund ihrer Erkrankung gar nicht mehr trinken. Ich brauche die goldene Mitte. Mein Mann hat mich aufs Glatteis geführt, hat vorgegeben, er wolle sein Leben ändern - und ich war wieder voller Hoffnung. Er war zweimal zu Gesprächen bei einer Psychologin und diese soll ihm gesagt haben, er sei kein richtiger Alkoholiker, weil er morgens nichts braucht und keine zittrigen Hände habe. Über sein Leben und seine Vergangenheit zu reden, war ihm dann doch nicht angenehm, somit brach er den Kontakt wieder ab. Ich denke nicht, zuwenig getan zu haben, meine Schwiegermutter warf mir immer vor, dass die Frau Schuld sei, wenn ein Mann zuviel trinkt, sie hätte das in der Hand. Ihr Mann durfte nicht trinken und hielt sich daran, er hatte alles, was ihm privat Spass machte, auch Sport, für seine Frau aufgegeben. Sie kontrolliert ihren Sohn und klammert, er ist ambivalent mit ihr verbunden, kann und will sich davon nicht lösen. Und dazwischen ich als angeblich Schuldige, obwohl mein Mann immer wieder äußerte, dass seine Mutter sein Lebensproblem wäre. Es ist kein Mitleid, das ich empfinde, es ist schon noch eine Portion an Zuneigung vorhanden, er ist krank, und ich käme mir vor, als hätte ich ihn im Stich gelassen. Das ist wohl mein wahres Problem. Ich habe es bis Heute nicht gelernt und angenommen, egoistisch zu sein, es ist eine Empfindung, als würde mir das nicht zustehen, weil ich ja mein Leben lang stets die Probleme anderer geregelt habe, das brauche ich wohl noch. Obwohl ich in allen anderen Bereichen vollkommen selbständig lebe und meine Angelegenheiten regeln kann. Es wird immer wieder empfohlen, loszulassen. Wie lässt man los mit guten Empfindungen? Das habe ich bisher nicht hingekriegt. Ich bin im Internet aktiv, lese, gehe zum Sport, habe an Kursen teilgenommen, betreue aktiv meinen Sohn - was ich möchte, wäre mal eine Schulter zum Anlehnen, wo ich sein kann, angenommen, geliebt und verstanden werde.
    Das alles, kann ein Alkoholiker nicht geben, warum hänge ich dann noch an ihm, das ist ansich sehr widersprüchlich. Ich bin in befristeter EU-Rente und suche eine Aufgabe, die mich ausfüllt, womöglich finde ich dann die innere Stärke zum Loslassen, das vermag ich Heute noch nicht zu beurteilen. Ich danke dafür, dass ich mich hier auseinandersetzen kann, um einen Schritt weiterzukommen. LG Laurina5 8)

    Ich möchte mich hier gerne vorstellen, ich bin 55 Jahre, weiblich und lebe in Hamburg. In dritte Ehe verheiratet und lebe dennoch allein, weil auch mein dritter Ehemann ein Alkoholproblem hat. Aus meiner ersten Ehe habe ich einen psychotischen Sohn, der Drogen genommen hat und nach einem Suizidversuch vor fünf Jahren seit dem im Rollstuhl sitzt, ich betreue ihn, er lebt in einer Wohngruppe. Mein Vater und mein Bruder waren auch alkoholkrank, meine Mutter war zweimal mit einem Alkoholiker verheiratet. Ich bin verheiratet und fühle mich unendlich allein, alle meine Hilfsangebote meinem Mann gegenüber habe ich eingestellt. Mein Mann will sein Leben nicht mehr ändern und bedrängt mich, wieder mit ihm zusammen zu ziehen. Das werde ich nicht tun, es ist mir zu riskant auf Grund der Erfahrungen, die ich mit ihm machen musste, wenn er betrunken aggressiv wurde und Schuldzuweisungen machte. Er baut immer mehr ab, fühlt sich körperlich oft sehr unwohl, weiss am nächsten Tag nicht mehr, was er gesagt und zugesagt hat. Das alles kann ich nicht ändern und es liegt nicht in meiner Macht. Dennoch gelingt es mir nicht, mich endgültig zu trennen und einen Schlußstrich zu ziehen. Ich frage mich, warum nicht. Ich liebe ihn noch und kann ihn noch riechen. Wenn das vorbei wäre, so würde es einfacher sein. Ich weiß, ich lebe mein Leben alleine und verfolge meine Interessen, kann auch zeitweise gut allein sein, dennoch ist da eine Sehnsucht, die nicht gestillt wird. Oft schon habe ich mir ausgemalt, dass ich irgendwann Witwe sein werde und dann ohnehin allein bin. Ich habe ihn verflucht und verteufelt, mein Verstand sagt mir, er ist nicht gut für mich und zieht mich runter, warum gehe ich nicht meines Weges. Warum habe ich mir bis Heute immer wieder abhängige Männer gesucht, weil ich z.B. meinen Vater immer wieder gesucht habe, bzw. die Zuwendung und Nähe haben wollte, die mein Vater mir nicht geben konnte. All die guten Ratschläge des Verstandes nützen sehr wenig, wenn das Herz anders schlägt. Ich bin auch in mehreren Angehörigengruppen gewesen, betreffend meines Sohnes und meiner abhängigen Männer, habe Therapien mitgemacht, warum ändert sich bei mir nichts und warum kann ich diese Prägung nicht verlassen, mir sind fast alle psychologischen Hintergründe bekannt, dennoch gelingt es nicht, ein vollkommen anderes Leben zu leben. Ich bin wohl das, was man fachlich als Co.-Abhängig bezeichnet, schade mir selbst und komme da nicht heraus. Ich bin mir nicht sicher, ob mir zu helfen ist, wie gerne würde ich die Ursache meines Verhaltens finden und einen neuen Weg gehen, bzw. das Erkannte umsetzen können. LG Laurina5 :wink: