Liebe Dagmar,
Deine Gedanken sind sicher kopfmäßig völlig richtig. Diese Mittelphase ist eine Phase, die mir sehr gut bekannt, auch vertraut ist und im Unterbewusstsein verankert. Darüber zu schreiben ist insofern wichtig, um sich damit auseinanderzusetzen, was es mit mir zu tun hat und warum ich diesen Menschen in diesem Zustand so mochte. Das kann nicht einfach objektiv und theorethisch vom Tisch gefegt werden. Es ist ein Prozess. Durch eine Trennung kann ich zwar vom Partner clean sein aber innerlich noch lange nicht frei. Das neue Verhalten braucht Übung und Auseinandersetzung, diese kann nur durch Bewusstwerdung der eigenen Anteile wachsen. Darum ist es meiner Meinung nach wichtig, immer wieder darüber zu schreiben, bis es sich eines Tages auflösen und von uns gehen kann. Das bedeutet nun nicht, dass ich mich derzeit nach einem leicht angetrunkenen Partner sehne, es war aber eine Zeit, die mich sehr bewegt und in Anspruch genommen hat. Ein Stück Leben, das zu mir gehört und angenommen werden will. Wir Angehörigen sind auch verschieden, nicht alles rational Sichtbare wird durch logische Erklärungen sofort von uns gehen können. Ob Betroffen oder angehörig der erreichte Tiefpunkt ist erst Anfang und Wendepunkt einens langen Entwicklungsweges.
Lieben Gruß Laurina ![]()