Ich habe mir die Trennung nicht schön geredet, sondern gespürt, dass ich nun eine Grenze setzen muss, ansonsten hätte ich völlig meine Selbstachtung verloren. Ein Problem habe ich noch mit dem Frieden schließen, es ist leicht gesagt, ich trauere nicht dem Menschen hinterher, sondern der Liebe, die ich empfinden durfte. Das sind für mich diese weisen tröstenden Worte, mit denen ich mir den Tag zeitweise verschönern kann, ohne sie wirklich verinnerlicht zu haben. Wenn ich diesen Gedanken weiter verfolge, müsste ich mich im Grunde für die Begegnung bedanken, weil ich konfrontiert wurde und etwas daraus lernen und auch intensive Gefühle haben durfte. Diese Gedanken tun mir zwar gut, sind aber noch kein selbstverständlicher Bestandteil, das bin ich noch nicht, damit mache ich mir etwas vor. Noch bin ich in einer Phase, wo ich ihn noch fühle, teilweise an Orten wahrnehme, wo wir uns trafen. Trage noch Abrechnungs- und Vergeltungsgefühle in mir, genau diese Gefühle will ich mir vorerst ansehen, sie wahrnehmen und durchleben, bis sie sich auflösen und gehen können. Kann nicht einen wesentlichen Teil von mir überspringen, indem ich mir nicht meine Schattenseiten ansehe. Würde ich ihn derzeit in völliger Güte und Lebensklugheit gehen lassen, wäre ich wieder in meinem Muster "Beliebtseinwollen um jeden Preis" drin, um nach außen ein anderes Bild zu repräsentieren. So funktioniert es leider oder besser gesagt zum Glück nicht, das wäre zu einfach.
Lieben Gruß Laurina ![]()