Hallo Thea,
danke für Deine solidarischen Grüße.
Mir ging es ähnlich, habe auch viel bei Anderen mit gelesen und teilweise geantwortet.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich sagen, dass ich mich vom Verstand und Kopf her weitaus früher getrennt habe als von meinen Gefühlen, die hafteten noch und wurden im Zusammenhang mit ihm aktiv, wenn auch mehr mit negativen Gefühlen. Ich ertappte mich dabei, dass ich trotz Trennung im Hintergrund noch Einfluss haben wollte, beobachte und lauschte, wenn es um seine Eskarpaden ging. Es ließ mich noch nicht kalt bis zu der Nacht, als er mich gegen 1.00 Uhr von einer Polin aus anrief, dort weg und zu mir wollte. Diese Frau hat eine Vorgeschichte, folglich wusste er, wie sehr er mich damit treffen konnte. Hat er auch noch einmal geschafft, sie war für mich die absolute Schmerzgrenze, danach hatte er keine Chance mehr. Das fatale war, dass ich genau dieses vor seinem Anruf geträumt habe. Einmal habe ich noch gelitten, bekam Durchfall, habe die ganze Nacht nicht geschlafen, mir selbst einen angetrunken und zuviel geraucht. Dieser Zustand dauerte ein paar Tage an, bis ich morgens wach wurde und mich frei fühlte. Es war, als ob etwas Schweres von mir abfiel, ich war frei von ihm, suchte ihn nicht mehr, auch nicht im Traum, überreichte ihm sinnbildlich ein voll beladenenes Tablett, mit dem er machen kann, was er will. Es ist sein Leben, ich habe daran nichts zu bewerten, gebe ihm das alles zurück und nehme mein Tablett selbst in meine beiden Hände. Dieses Freisein war ein Hochgefühl, das eigene Leben zurückzugewinnen und alles machen zu können, ohne diese lähmenden Gedanken. Heute kann er mich nicht mehr treffen, es erreicht mich nicht mehr. Habe verinnerlicht, dass der Alkohol seine Gedanken und sein Handeln bestimmt, darauf habe ich keinen Einfluss und nehme nichts mehr persönlich. Es tut gut, wieder bei sich anzukommen, wenn es auch ein langer schmerzhafter Weg ist. Dieses Loslassen fühlt sich befreiend an, lange habe ich in der Illussion gelebt, er könnte mich irgendwo unter seinem Paket doch lieben, daran wollte ich glauben, die Desillussion wollte ich meiden. Ent-täuscht sein bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Täuschung sichtbar wird, das tut vorerst immer weh. Ich wünsche Dir und allen Anderen solidarischen einen guten Weg, lasst uns gemeinsam stark werden und wachsen. Vor allem uns immer wieder die eigenen Anteile ansehen, dort wo Täter walten, stehen Opfer bereit.
Liebe Grüße Laurina ![]()