Beiträge von Laurina5

    Hallo almacya,

    mein Vaterproblem ist mir bewusst, habe diesbezüglich u.a. das Buch die Vaterfalle gelesen, dennoch haftete mein Muster wie ein angeklebter Kaugummi an mir. :D Meiner Meinung nach spielen auch noch vererbte Anlagen mit hinein.

    Inwiefern dränge ich mich in die Opferrolle, wenn ich meinen Eltern vergeben habe? Ich sehe es so, dass ich mich belasten würde, wenn ich ihnen Dinge vorwerfe, die sie nicht anders konnten und wussten. Mit Sicherheit wollten sie uns Kindern nicht bewusst schädigen.

    Ob es in den Fünfziger Jahren schon Beratungsstellen gab, ist mir unbekannt. Bekannt ist mir nur, dass meine Mutter mal in den Achtziger Jahren, als mein Bruder viel trank, in einer Beratungsstelle war. Sie wollte sich beschweren und Mitleid für ihre Situation, meinte sie müsse immer für ihren Sohn zahlen und wurde gefragt, wieso sie muss? :shock:
    Daraufhin ist sie dort nie wieder hingegangen und meinte, die seien dort frech gewesen. Das war ihr Weg, sie ist bis heute stolz darauf, ausgehalten zu haben. Co.-abhängige Themen diskutiere ich nicht mit ihr, sie schaut mich dann nur mit großen Augen an und entgegnet: ja meinst Du, damit ist das Thema erledigt. Mein Vater ist bereits 1985 verstorben. Danach hat meine Mutter einen Alkoholiker geheiratet, der auch bereits verstorben ist.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Weitsicht,

    ich war ein kleines empfindames Mädchen, das sich in eine Phantasiewelt flüchtete, nicht so ganz auf der Erde mit einem Blick in die Ferne, und nicht Kind sein konnte. Heute lebe ich gerne noch mal bei Bedarf Albernheit, Unbefangenheit und Kindlichkeit aus. Meinen Eltern trage ich nichts nach, es wurde schon in mehreren Generationen getrunken, sie waren auch nur Opfer und hatten nicht die Möglichkeiten, die wir heute haben. Mein Vater war einmal in einer Trinkerheitlanstalt, so hiess es damals, dort ist er geflohen, trotz allem habe ich ihn geliebt.

    Und meinen letzten Sonnyboy liebe ich auch noch. Er hat sich entschlossen zu trinken und seine daraus resultierenden Handlungen zu leben, das ist sein gutes Recht, es ist sein Leben. Ich betrachte es nunmehr mit etwas liebevollem Abstand und dem Wissen, dass unsere Bedürfnisse nicht harmonieren. Mit diesem Aufwachen, dieser Entscheidung, dass sie nicht harmonieren, habe ich mich unendlich schwer getan, das wollte nicht über meine Lippen, auch nicht in mein Bewusstsein. Für pragmatisch denkende Menschen scheint das ganz einfach zu sein, sie sagen sich, es passt nicht und gehen weiter ihren Weg. Eines hat sich seit ein paar Tagen aufgelöst, ich brauche mich nun nicht mehr vor ihm zu verstecken, bzw. ihn meiden, vielmehr kann ich ihn konfrontieren ohne Angst davor, womöglich umzukippen.

    Nun habe ich meine Mutter lange genug schmoren lassen, :D habe mich gerade entschieden, zur ihr zum Essen zu gehen, kann sie heute mit meinen guten Gefühlen um mich haben.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Verflixt,

    ich sehe gerade, Du bist noch richtig jung, hast Deinen Weg früher eingeschlagen als ich. Damals zu meiner Zeit gab es den Begriff Co.-Abhängigkeit noch nicht. Ich wuchs in einer Familie auf, in der beide Großväter und mein Vater viel tranken, sie waren Händler, wurde mit genommen auf den Wochenmarkt und wuchs sozusagen in der Kneipe auf. Dort wurden Pausen gemacht und gegessen. Das schien alles ganz normal, niemand kam auf die Idee, dass innerhalb der Familie Jemand krank sein könnte. Mein Vater war ebenfalls ein Mensch, der sich zurückzog und wenig Nähe wollte. Meine Mutter das Gegenteil, sie kann auch heute im hohen Alter nicht allein sein und sucht ständig Kontakte, selbst wenn sie ihr nicht gut tun. Wir haben bis heute den Konflikt, dass ich mich von ihr abgrenzen muss, sie empfindet mich als komisch und Eigenbrödlerin, auch als Mimose. Macht nichts, ich bin lieber allein, als mit Menschen, deren Anwesenheit mich eher belasten -Energiesauger- oder wie ich es immer gerne ausdrücke, sie erreichen mich nicht, das wird umgekehrt auch zutreffen. Fühle mich sofort zu Menschen hingezogen, die meinem Gefühl nach etwas zu sagen haben, sowas passiert innerhalb von Minuten, wenn man spürt, dass die gegenseitige Chemie stimmt. Das Alleinsein hat einen hohen Wert für mich, ich langweile mich nicht und kann ganz bei mir sein. Mit einem männlichen Partner, der mich völlig vereinnahmen möchte und ständig meine Nähe sucht, könnte ich nicht leben, das wäre zu eng und würde mir die Luft zum Atmen nehmen. Wenn noch mal eine Beziehung, dann mit Jemanden, der ebenfalls Zeit für sich braucht und eigenen Interessen nachgeht. Gerade ruft meine Mutter an, sie fragt schon wieder nach, ob ich zum Essen kommen möchte. :D

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Jenny,

    meine Konsequenz ist immer verwebt mit meinem momentanen Empfinden. Geht es um eine verantwortungsvolle Bitte, eine fordernde, vorwurfsvolle, erpressende oder verletztende Bitte, werde ich diese reflektieren und aus meinem Bauch heraus entscheiden. Manchmal erfülle ich sie auch schnell, weil es weniger Aufwand erfordert als der Widerstand. Es soll sich für mich gut anfühlen. Dann gibt es diese Bitten, wenn mir jemand sagt -in dieser Sache habe ich ganz speziell an dich gedacht, du bist dafür prädestiniert, die Sache ist dir wie auf den Leib geschneidet- da wirds schon schwieriger, wer sagt da schon gerne nein??

    Dieser Begriff Co. hört sich für mich so nach Kollegin an, aber nicht nach einer eigenständigen Suchterkrankung.
    Von mir kann ich berichten, dass ich früher stolz darauf war, mich als besonders sensitiv und empathisch einschätzte, um die Wünsche Anderer schon im Voraus zu fühlen und anschließend zu erfüllen. Kam mir damit vor, wie eine gute Fee, bis ich mit der Nase darauf gestoßen wurde, dass mein Verhalten krank und co.-abhängig ist.

    Heute meine ich, es gilt eine gesunde Balance zu finden, so sein zu dürfen, wie es gerade gut tut. Auch wenn ich aus Bequemlichkeit mal nicht konsequent bin mit dem Wissen, dass ich es zur gegegeben Zeit sein kann. Mag mir auch nicht ständig vorhalten, wie krank ich bin, sondern mich lieber auf meine gesunden Anteile konzentrieren.
    Und wenn ich mal einen Ausrutscher in die Co.-Abhängigkeit habe, ihn mir zu gönnen und milde belächeln können. Habe mal gelesen, alles was man weg haben will bleibt, alles was man annehmen kann, kann sich anschließend wieder ausschleichen. Vielleicht sollten wir auch ein wenig Milde uns selbst gegenüber zulassen und nicht so hart richten. Alles Verbotene hat einen enormen Reiz.

    Ich schreibe u.a. in einem anderen Forum, wo Beiträge nicht kommentiert werden, nur auf ausschließlichem Wunsch nach Feedback. Das hat Vor- und Nachteile, wie alles zwei Seiten hat, es macht Einige mutig sich zu öffnen, weil sie keine Kritik zu befürchten haben. Positiv empfinde ich dabei, es gilt immer nur für einen Tag - nur für heute - und wenn es heute noch nicht geklappt, morgen ist ein neuer Tag, an dem alles wieder möglich ist. Durch zwangloses Üben ist man womöglich irgendwann in der vollen Selbstverantwortung drin, ohne dass es bewusst wurde. :lol:


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe lohokla,

    es braucht alles seine Zeit, Wut, Verletzungen und Groll müssen heraus, damit Platz für neues entstehen kann.

    Mir hat ein kleiner Denkanstoß insofern geholfen, in dem ich mir sage, dass zum Verletzen immer zwei gehören, schließlich habe ich mich dafür zur Verfügung gestellt, niemand hat mich dazu gezwungen.

    Die Erkenntnis, dass man nur sich selbst ändern kann, scheint neben dem Loslassen zu den schwierigsten Aufgaben zu gehören. Mir fällt dazu dieses Gebet ein: Oh Herr gib mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Vielleicht wird es Dir heute gelingen, Deine Gedanken darauf zu richten, was gut in Deinem Leben ist, wo Deine Stärken und positiven Seiten liegen, vor allem was alles noch möglich ist. Wenn wir mal woanders hinsehen, z.B. in ein Spital, wo schwer kranke Menschen liegen, die nichts anderes mehr begehren als ihr Leben, was sagt uns das?

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Papi,


    ich meine es ist normal, wenn neues Verhalten probiert wird, sich intensiver zu beoachten und auch mal übers Ziel hinaus zu schießen. Ein trockener Alkoholiker sagte mal in einer Gruppe, als er frisch trocken war, wollte er ganz Deutschland trocken legen. Es ist für beide Seiten ein langer Weg, der Stück für Stück gegangen wird, auch mit Rückfällen - bis sich das Verhalten normalisiert.

    Natürlich sehnt sich jeder Mensch nach Liebe, wenn man aber viele Jahre eine süchtige abhängige Liebe gelebt hat, ist eine berechtigte Angst vorhanden, wieder in so ein Modell zu rutschen, das geht verdammt schnell, weiß ich aus eigener Erfahrung.

    Was das Helfen betrifft, schon in der Bibel steht denn Geben ist seliger denn Nehmen. Da mache ich den Unterschied helfen im Sinne einer guten Tat einem Hilfsbedürftigen gegenüber immer gerne und jederzeit. Einem Süchtigen die Dinge abnehmen, die er gut allein ausrichten kann, um seine Krankheit zu verlängern, ein klares nein.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hallo Verflixt,

    natürlich sind wir Co.`s verwandt, so wie sich die Geschichten der Betroffen ähneln, ist es gleichfalls bei uns. Es stecken immer ähnliche Geschichten und Ursachen dahinter. Den Begriff Dosenöffner kannte ich bisher nur im männlichen Vokabular, seelischer Dosenöffner ist auch nicht schlecht. :D Vielleicht sollten wir den Dosenöffner wieder seiner Bestimmung nach benutzen, das verbraucht nicht so sehr und nutzt auch nicht ab. :D

    Nun aber los.....

    LG Laurina :wink:

    Das ist eine gute Idee, im Whirlpool fühle ich mich auch sauwohl. Wenn meine Erkältung abgeklungen ist, werde ich mich auch aufraffen ins Schwimmbad.

    Versuchen wir Frieden in uns zu finden und uns selbst und allen zu verzeihen, die anders denken und handeln als wir.


    Bis später, gehe nun mit meiner Mutter zum Essen ins Altenheim, dort wartet eine alte Dame auf uns.


    LG Laurina :wink:

    Bevor ich mich gleich mit meiner Mutter treffe möchte ich mitteilen, dass das Schreiben hier Balsam für die Seele ist.

    Eben beim Duschen überkamen mich friedvolle Gedanken in der Art, dass Hoffnung auf Genesung nur dadurch entstehen kann, in dem ich den aktuellen Ist-Zustand des heutigen Tages akzeptiere und nicht Erwartungen an andere Menschen nachhänge, die mich ent-täuschen würden.

    LG Laurina :wink:

    Guten Morgen,

    ich bin süchtig und selbstzerstörerisch, derzeit rauche ich zuviel als Ersatz für..... alles mögliche. Habe mich diesbezüglich am 04.12.08 zu einer Beratung und Behandlung angemeldet.

    Mein letzter Freund hatte mir gesagt, er kenne seine Unzulänglichkeiten, tauge nichts, ich solle mich von ihm fernhalten. Ein Bekannter von ihm sagte mir, er habe sich in mich verliebt. Ich habe mich eingelassen, einige Frauen waren von ihm entflammt, es tat meinem kleinen Ego gut, dass er sich für mich interessierte. Dann habe ich lange die Beziehung aufrechterhalten, um mir keine Niederlage einzugestehen. Schließlich war ich diejenige, die er begehrte. Was für ein Spiel. Es gab seltene Momente, in denen wir uns ganz nah waren und ein gegenseitiges Gefühl von Liebe und Begehren entstand, wir waren eher körperlich nacheinander süchtig. Seelisch konnte er nichts geben. Ich konnte und wollte das nicht trennen, habe mit allen Möglichkeiten versucht, ihn seelisch zu öffnen.

    Wenn ich heute über meine Erkrankung nachdenke, wird mir mein widersprüchliches Verhalten bewusst. Zurück haben will ich ihn nicht, da kann ich nicht mehr hinter stehen, aber was will ich noch? Ich will, dass er sich nach mir verzehrt, ihm bewusst wird, was er an mir hatte, mir mal nachtrauert, so wie ich trauere, mir das alles mal sagen würde, damit wir in Frieden abschließen können. Auch der Gedanke, dass er schon wieder nah mit einer anderen zusammen sein könnte, gefällt mir nicht. Folglich muss ich das alles mit mir allein abschließen. Wenn ich zurückweise, ist es okay, ich selbst kann Zurückweisung ganz schwer einstecken. Aus diesem Labyrinth möchte ich heraus. Rein kopfmässig scheint das alles ganz einfach, er hatte mich gewarnt und mir nicht den Himmel auf Erden versprochen, ich war diejenige mit den großen hoffnungslosen Gedanken.

    Ich hoffe, es nun abschließen zu können und möchte mich Menschen zuwenden, die hoffnungsvolle Gedanken ans Leben stellen. Und wenn nicht, werde ich es hier erneut niederschreiben, und zwar solange, bis es sich auflöst und von mir geht. Loslassen ist so leicht gesagt, und so schwer zu integrieren.

    LG Laurina :wink:

    Ich möchte noch etwas abschließendes zur Todessehnsucht schreiben, er sagte oft, sein Herz sehne sich nach Einsamkeit, Dunkelheit und dem Tod.

    Zum Fremdgehen möchte ich sagen, es stimmt, diese Veranlagung ist latent vorhanden, und nicht nur speziell bei Alkis, da kenne ich auch andere Typen. Nüchtern ist man halt selbst dafür verantwortlich. Es war das, wovor ich am meisten Angst hatte, das habe ich bekommen. Und dieser Mann hatte mir gesagt, er hätte mir länger die Treue gehalten, als jeder Frau zuvor. :D

    Dann kehren wir nun wieder zu uns zurück.

    Danke und lieben Gruß Laurina :wink:

    Liebe Lilly,

    danke für Deine ausführliche Antwort.

    Ich habe das alles persönlich genommen, mich schlecht und klein gefühlt, Tage und Nächte darüber gegrübelt- mit meinem Anspringen, Verteidigen und Reagieren den idealen Nährboden geboten und mich für seine Verfehlungen in der Öffentlichkeit verantwortlich gefühlt, außerdem war es mir äusserst unangenehm. Dann habe ich mich hingesetzt und ihm seitenlange vorwurfsvolle Briefe geschrieben, die ich meist wieder zerrissen habe, er tat am nächsten Tag so, als wenn nichts gewesen wäre und fragte mal ganz unauffällig nebenbei nach, was denn so gelaufen sei. Mir fiel allerdings auf, dass er viele Dinge nicht wusste, die ich berreits berichtet hatte. Natürlich hat er gewusst, worauf ich anspringe und womit er mich am meisten verletzen konnte, das waren immer die anderen Frauen, ein wunder Punkt bei mir, mein erster Mann hatte mich betrogen, während ich im Kreissaal lag. Das habe ich ihm auch noch erzählt, wohl in der falschen Hoffnung, er würde sich dementsprechend sensibler verhalten. Andererseits hatte er es drauf, geschickt verbal anzudeuten, als wäre nur ich ihm wirklich wichtig. Es gibt eine Sache, die man Liebe nennt, alles andere wäre nur Triebhaftigkeit, Scherz und Schabernack, so seine Worte. Es ist gut, dass ich es gerade noch mal so reflektiere und aufarbeite, um mit den Schmerzen nicht länger schwanger zu gehen und dem Wissen, dass ich es irgendwann völlig loslassen kann. Ich war der Meinung, bereits weiter zu sein, heute hat er auf meinen AB gesprochen und mich gebeten, für ihn ein paar Schriftsätze zu erledigen, darauf habe ich nicht reagiert, weil ich in dem Gespräch wieder seinen "Schuldposten" abgerechnet hätte. Das sagt mir, dass ich noch keinen gesunden Abstand habe, und ihm noch nicht neutral begegnen kann. Wenn ich nichts von ihm höre, fühle ich mich stark und frei, wenn er sich meldet, ist es wie ein Raster, alles kommt noch mal wieder hoch. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es richtiger ist, es zu meiden oder es auszuleben, dabei tendiere ich eher zum letzteren.

    LG Laurina :wink:

    Zitat von Lilly12

    Es muß klar sein, das Alkoholismus eine KRANKHEIT ist, KEINE WILLENSSCHWÄCHE !!

    LG
    Lilly


    Liebe Lilly,

    hierzu geht mir gerade einiges durch den Kopf.

    Wenn Jemand unter starkem Alkoholeinfluss eine Straftat begeht, bekommt er von gesetzes wegen milderne Umstände, weil er nicht voll zurechnungsfähig war.

    Wir Co`s hadern oft lange mit den vielen etragenen Verletzungen, Schuldzuweisungen, Fremdgehen des Alkoholikers ect... und entwickeln auf Grund dessen ebenfalls Wut und Schuldzuweisungen. Heisst das im Klartext, dass ein Kranker "zur Tatzeit" nicht zurechnungsfähig und sich seiner Taten bewusst war, möglicherweise nicht bewusst verletzt hat? Wir uns das alles reingezogen haben, getroffen und betroffen reagierten und uns auch noch gegen einen Unzurechnungsfähigen gewehrt und verteidigt haben, das muss ich erstmal auf mich wirken lassen. :shock:

    LG Laurina :wink:

    Mir gefallen diese klaren Worte.

    Manchmal muss man die Dinge mal um die Ohren geschlagen bekommen, um zu erwachen. :lol:

    Diese Sehn-sucht nach Abhängigkeit wird wohl eher mit "Liebe" verwechselt.

    Als Co.-Abhängige bin ich nicht nur Opfer, sondern auch Täterin und Märtyrerin, das wurde mir schmerzlich bewusst, denn ich habe mich für all das Leid und Elend zur Verfügung gestellt und meinen persönlichen Nutzen daraus gezogen. Nicht Informierte sprachen mir ihr Mitgefühl aus, ich arme nette Frau habe so eine Behandlung doch gar nicht verdient, tue doch alles für diesen Menschen, und wie schlecht der mich dafür behandelt. Und ich immer nett und friedlich, stimmt alles gar nicht, vielmehr habe ich mich über ihn erheben wollen und ihn in meine Richtung, vielleicht nicht bewusst, lenken wollen, um mich zu erheben und nicht meine Probleme und Schwächen ansehen zu müssen. Das Spiel läuft perfekt mit allen Dramen und Tragödien solange, bis einer von beiden gesund werden möchte und aussteigt.

    LG Laurina :wink:

    Mein Therapeut hat es mir so erklärt:
    In einer gleichberechtigten Beziehung sitzt man gemeinsam am Tisch. Wir haben nicht mit am Tisch gesessen, sondern waren froh über die paar Brosamen, die man uns zuwarf, um diese haben wir auch noch gekämpft. Als abhängige Co. Partnerin ziehe ich das bekannte Unglück dem unbekannten Glück vor.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Dagmar,

    Liebe bedeutet keine Verantwortung mehr zu übernehmen und loslassen, mit Unterstützung wird die Krankheit verlängert. Darauf zu hoffen, dass der Abhängige durch Verlassen einsichtig wird, kann auch ein langer Prozess werden, es gibt nämlich in seinem Umfeld genügend andere Co.-Abhängige.

    Der Süchtige wird nicht um Erlaubnis fragen, wenn wir es verbieten wollten, machen wir uns Aufregung und Stress. Folglich auch wieder trinken lassen und loslassen. Liebe bedeutet auch, dass der Partner das Recht auf seine Erfahrungen und Veranwortung hat.

    Einen Alkoholiker verlieren - ist er jemals ganz da gewesen? Da stelle ich mir die Frage, was habe ich an ihm gehabt, was reichte mir?

    Ich denke es ist wichtiger, sich auf die eigenen Chancen zu konzentrieren.

    Angst vor dem Alleinsein habe ich nicht, im Gegenteil wenn er hier war nahm er volltrunken zuviel Raum ein.
    Während des Alleinseins gibt es natürlich Einsamkeit und schwache Momente, wir neigen auch dazu, die negativen Situationen zu verdrängen und uns an die wenigen positiven zu erinnern.
    In solchen Situationen hilft mir gut mein inneres WARNSYSTEM, das mir sofort aufzeigt, warum es besser ist, wenn er fern bleibt.

    LG Laurina :wink:

    Hallo Holzpantoffel,

    ich finde es nicht halbherzig. Es liegt an der eigenen Entscheidung und diese ist völlig frei und offen. Wenn ich mich bewusst dafür entscheide mit einem trockenen Alkoholiker zusammen leben zu wollen, würde ich nichts trinken, was eine weitere Einschränkung bedeutet. Es würde dann auch nicht mehr passen. Meine Entscheidung geht in eine andere Richtung. Ich will in Zunkunft weder mit einem nassen noch mit einem trockenen Alkoholiker leben, sondern mit einem "normalen Mann", der wie ich mal ein Gläschen abends beim Essen trinken mag oder auch mal einen Schnaps nach einem deftigen Essen, ohne davon abhängig zu sein. Es darf sein, muss aber nicht. Wenn Jemand aufhört zu rauchen, wird mit Sicherheit eine nicht rauchende Person vorgezogen, um nicht wieder in Versuchung zu geraten. Halbherzig sind meiner Meinung nach nur faule Kompromisse, hinter denen man nicht wirklich steht.


    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Menschen sind diesbezüglich unterschiedlich, die einen sind sehr verschlossen, die anderen tragen ihr Herz auf der Zunge. Ich persönlich neige schon zur Offenheit und glaubte irrtümlicherweise damit das gleiche zu erreichen. Ich werde lernen müssen, eine gesunde Distanz zu wahren und nicht zuviel preis zu geben, das macht mich interessanter und begehehrenswerter, wenn es immer noch ein paar unentdeckte Seiten an mir gibt, außerdem kritischer im Umgang mit meiner Offenheit, wo ist sie angebracht, wo nicht. Zudem sollten in einer Partnerschafte beide Teile berechtigt sein, ein paar Dinge ganz für sich zu haben, auch die Gedanken. Wenn Menschen hingegen zu verschlossen sind, kann es auch nützlich sein hinzusehen, was mir im schlimmsten Fall passieren kann, wenn ich ein paar Details von mir bekannt gebe.

    Was das Besitzen wollen der Co.`s betrifft, so ist dies insofern verständlich, sie besitzen vom Partner real rein gar nichts, der Alkohol steht immer an erster Stelle, folglich geben sie sich mit ein paar Brosamen zufrieden und wollen etwas haben, das nicht zu bekommen ist, das ist der sinnlose Kampf.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Ganz so sehe ich es nicht. Er war nicht immer wattiert, es gab zwischendurch auch ganz klare Momente. Im Nachhinein sage ich mir nicht, das hätte ich mir alles sparen können, dann wäre ich heute nicht hier an dieser Stelle mit meinen Erfahrungswerten, die dafür notwendig waren.

    Recht haben wollte ich immer dann, wenn es um Menschenkenntnis ging, wenn es mich tierisch nervte, dass er gemeinsam mit Frauen trank und viel Geld für diese ausgab, er für diese auch Verständnis zeigte und sie verteidigte, da habe ich mich um Kopf und Kragen geredet, anstatt ihm seine Erfahrungen zu lassen. Mich wollte er knapp halten und maßregeln. :D

    Verstanden werden wollte ich, wenn er mich bezüglich meines Lebens und Vergangenheit angriff, warum ich aus diesen und jenen Gründen heute so geworden bin und handle, weil mein Leben halt nicht leicht war. Das Verständnis blieb natürlich aus, stattdessen wurden die Anderen verstanden :shock: wieder um Kopf und Kragen geredet. :D

    Lieben Gruß Laurina :wink: