Beiträge von HansHa

    Zitat von maria44

    Suchtgedächtnis sind Erinnerungen, Gedanken an Alkohol da kann ich wenn ich trocken bin gegensteuern außer das ich trinken will also Willenssache?


    Hallo maria44,

    das ist für mich nicht Willenssache (na ja vielleicht ein wenig auch), sondern Teil des Lernprozesses, nachdem ich mein Leben ändere. Genau so wie ich auf ein Fahrrad steige und losfahre, verselbstständigen sich auch die Denkmodelle, wie schon beschrieben. Natürlich sollte man darauf achten, sich nicht zu stark auf diese Abläufe zu verlassen, sondern immer wieder versuchen, auch bewusst damit umzugehen. Die richtige Mischung macht dann das entspannte und zufriedene Leben aus.

    Schönen Tag noch

    H.

    Meine Oma hat immer gesagt: "Jeder so wie er es braucht." :?:

    In Deinen destruktiven Aussagen erkenne ich mich bei meinen vergeblichen Versuchen trocken zu werden. Genau so habe ich mir das auch immer "schön geredet". Und mein Verhalten war auch so. Nur musste ich die Erfahrung machen, dass es mit der Trockenheit nicht weit her ist. Kann ja mal 'n paar Monate mit 'ner Trinkpause klappen. Aber wirklich trocken bin ich nur durch ein Ändern meines Fühlens, Denkens und Handelns geworden. Vielleicht wirst Du das ja irgendwann verstehen?

    Unverantwortlich finde ich allerdings, dass hier so unsinnige Dinge abgesondert werden und die Frischlinge das auch noch glauben.

    Bis dann mal

    H.

    Zitat von Hartmut

    Gerade da war auch der Tiefpunkt wohl mit der Auslöser.


    Hallo Hartmut,

    und das Erhalten der Erinnerung an diesen Moment (diese Zeit) finde ich sehr wichtig. Wenn ich das dahin verdränge, wo ich meine anderen Gefühle vergraben habe, nutzt mir der Tiefpunkt auch nichts mehr und ich muss auf den nächsten tieferen warten (Oder es gelingt mir nie, trocken zu werden oder zu bleiben.).

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von myworld

    super das du das so gepackt hast


    Hallo,

    was soll man dazu noch sagen? Lieber nichts mehr, damit die Damen und Herren ihre eigenen Erfahrungen mit Rückfällen machen können und sollen?

    Ich kenne alle beschriebenen, aber noch viel mehr, Varianten des Versuches Kompromisse einzugehen. Von hinten hat die Sucht dann immer wieder zugeschlagen. Es hat schon mancher Situationen "überstanden" und sich dann aber danach die Kante gegeben. Bei mir hat es mit der Trockenheit erst nach einer wirklichen Änderung in meinem Leben funktioniert.

    So und nun noch mal zu den Auswirkungen, wenn so ein Schei... hier propagiert wird. Der Erste klatscht schon Beifall und wird das bei nächster Gelegenheit dann auch mal ausprobieren. So werden dann auch die anderen Frischlinge noch mit in die Fehler hineingezogen. Aber die Schuld bleibt beim Süchtigen. Hier steht nur die Frage der Verantwortung für diese Schrottpropaganda.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von maria44

    Ich verstehe unter Suchtdruck, Verlangen nach Alkohol das ich am Anfang meiner Trockenheit oft hatte und auch nach Monaten.


    Hallo,

    das ist für mich kein Suchtdruck. Das kenne ich und kann beherrschen, wenn sich mein Suchtgedächtnis meldet und "mal wieder nachfragt" wie es denn so ist - jetzt.
    Suchtdruck wird es für mich erst, wenn es zum fixen Gedanken wird und ich keinen Einfluss mehr darauf habe, praktisch ferngesteuert werde.
    Um dies zu verhindern gibt es die verschiedensten Strategien. Ich habe mich "mit meinem Suchtgedächtnis geeinigt", dass ich es freundlich begrüße, wenn es sich meldet. Dann wende ich mich anderen Dingen zu und komme dadurch gar nicht in ein höheres Stadium. Das verstehe ich unter "mich ergeben".

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo,

    wenn ich das so lese, muss ich feststellen, dass es solche Übungen während meiner Therapie auch gab. Das hat sich Rückfall-Präventions-Programm genannt und war nur für "geeignete" Leute, u. a. Rückfällige, gedacht, die sich dann 14 Tage nur damit beschäftigt haben. Da ging es dann aber mehr darum, wie ich mich verhalte, wenn ich in solche Situationen oder unter Suchtdruck gerate. Das sollte nicht ermuntern sich absichtlich in Gefahr zu begeben.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Hartmut

    ich lese immer wieder einmal heraus das auch ohne Tiefpunkt jemand trocken werden kann.


    Hallo,

    das glaube ich nicht. Für jeden, der aufhören will, gibt es einen "Stein des Anstoßes". Ob es wirklich immer so ein "tiefer Tiefpunkt" wie bei Karsten sein muss, bezweifle ich. Jedenfalls kenne ich einen Haufen Leute, die die Biege vorher geschafft haben, aber auch von so einem Punkt berichten.
    Bei mir ging gar nichts mehr. Ich konnte körperlich nicht mehr und geistig ging gar nichts. Aber ich habe mich relativ schnell erholt, aber mir vorgenommen, diesen Zustand nicht zu vergessen und präsent zu halten. Dadurch dass ich den "Verdrängungseffekt" versucht habe zu behindern, habe ich auch eine ganz andere Sicht von außen auf mich und mein Handeln bekommen. Das ist zwar keine Garantie für Trockenheit, hilft mir aber ungemein.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Karsten

    Den Suchtdruck mildern, weil man ständig in die Kneipe rennt und nichts passiert, kann ich nicht nachvollziehen, weil mir da nichts zu einfällt, was ich in einer Kneipe zu suchen habe???


    Hallo,

    weil das Suchtgedächtnis ständig an mir nagen kann, auch wenn ich nichts davon merke, und es irgendwann wieder gewinnt. :x

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von moa

    Mhm, wenn ich also es selbst nicht schaffe diese Gedanken abzustellen, werde ich immer dagegen ankämpfen und über kurz oder lange diesen Kampf verlieren, somit sind wir als Alternative wieder bei der professionellen Hilfe.


    Hallo moa,

    genau so meinte ich es. Einen ständigen Kampf habe ich immer verloren. Erst nachdem mir klar geworden ist, wie ich mit meiner Sucht leben kann, hat es funktioniert. Dazu habe ich Hilfe gebraucht. Diese anzunehmen musste ich auch erst lernen.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Karsten

    wenn man sein bisheriges Leben nur auf den Alkohol ausgerichtet hat, kennt man natürlich auch fast nur Menschen, die Alkohol trinken, fast nur Orte, wo Alkohol getrunken wird.


    Hallo Karsten,

    das ist mir natürlich klar. Ich wollte aber mehr darauf hinaus, dass wenn ich mich unter "normalen" Menschen bewegt habe, meine Wahrnehmung auch eine andere war, ich deren Konsum im Stillen mit meinem verglichen habe und zum Ergebnis kam, dass es bei mir doch noch genau so ist.

    Ich hoffe das war jetzt verständlich.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von moa

    das ist mein grösstes Problem. ich könnte nicht zu einer Beratungsstelle gehen. Diesen Schritt schaffe ich einfach nicht.


    Hallo moa,

    dann geht es dir nicht nicht dreckig genug. Du hast den anonymen Schritt hier gepackt. Dann wird es auch Zeit weitere Maßnahmen zu ergreifen. Ich kenne das. Bei meinen vergeblichen Versuchen trocken zu werden, habe ich mich auch immer um die professionelle Hilfe gedrückt. Geschafft habe ich es erst mit ihr.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von -Maria-

    Erst unüberlegte Höchstleistungen geben, um dann eine Entschuldigung für das Trinken zu haben :-?.


    Hallo -Maria-,

    das kenne ich auch aus meiner nassen Zeit und den vergeblichen Versuchen aufzuhören. Aber der Guss in diesen Satz ist genial.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von -Maria-

    Weil scheinbar alle kontrolliert trinken können (was ja gar nicht stimmt, aber so waren meine fehlgeleiteten Gedanken in dieser Zeit) nur ich nicht.


    Hallo,

    zu meinen nassen Zeiten war meine Wahrnehmung, dass alle immer nur am Saufen sind und es ist doch gar nicht so schlimm wenn ich da mit mache. Ich habe während meiner Trockenheit gemerkt, dass es gar nicht so ist. Wenn ich, z. B. im Restaurant, registriere, dass am Nebentisch Alkohol getrunken wird, sehe ich auch, dass in den meisten Fällen nur geringe Mengen konsumiert werden. Diese Leute habe ich früher auch bei den "Säufern" einsortiert. Natürlich sehe ich auch die Leute mit möglichen Problemen ("Der Bauer erkennt seine Schweine am Gang."), aber das ist ein viel viel geringerer Anteil als ich mir früher einreden wollte - aber auch nicht zu vernachlässigen ist.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Martha66

    Wir unterstellen z.B. Egoismus, teilweise sogar Narzissmus, Unzuverlässigkeit, mangelnde Eigenverantwortung, Unehrlichkeit und keine Empathiefähigkeit.


    Hallo Martha66,

    das war bei mir notwendig, dass ich meine Hauptpriorität, nämlich das Zuführen von Alkohol, setzen und durchsetzen konnte. Ein Mensch wird durch seine Umwelt geformt, in dem Fall eben durch das Suchtmittel.
    Als ich trocken geworden bin, haben sich meine Prioritäten verschoben und ich habe mein soziales Umfeld geändert. Von vielen, die mich vor- und nachher kannten und kennen, habe ich gehört, dass ich mich stark geändert habe. Selbst kann ich dies nicht richtig nachvollziehen, aber wo soll die Objektivität herkommen - und das soll der Hauptgrund sein, warum viele Partnerschaften nach dem Trockenwerden nicht mehr funktionieren. Ich halte es für einen wichtigen Aspekt der Trockenheit, dass einem so etwas auch mal von extern mitgeteilt wird.
    Natürlich sehe ich den Unterschied im Vollsuff und jetzt. Aber ich hatte ja auch früher Phasen, in denen ich es ausgehalten habe, nicht oder wenig zu trinken.
    Auch die ganzen Jahre des Saufens wirken sich auf die Entwicklung eines Menschen aus und nehmen Einfluss auf seine Persönlichkeit. Diese Entwicklung kann man nicht ganz zurück nehmen oder ändern, sondern ich muss sehen und akzeptieren, dass sie zu mir gehört.

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo Flor,

    das hört sich alles an, wie ich vor 15 Jahren gedacht habe. Ich habe auch versucht Kompromisse zu machen und in "meinem Leben" weiter zu leben. Das hat bei mir aber nicht funktioniert, nach einer Weile habe ich (oder mein Suchtgedächtnis) vor mir immer wieder Entschuldigungen gefunden, warum ich die Trinkpausen beendet habe. Das war eine einzige Lebenslüge. Mir haben nur klare Entscheidungen und das Setzen von Prioritäten geholfen, mein Leben zu verändern und trocken zu werden.
    Ich habe mir unter anderem auch abgeschminkt, "irgendwann stark" zu sein und den Konsum anderer auszuhalten. D. h. nicht, dass ich nach den Jahren nicht dort hingehe (z. B. Restaurant) wo es Alkohol gibt, aber eben erst nach den Jahren, und ich halte mir immer eine Möglichkeit offen, mich zurück zu ziehen. Das kann ich zu Hause bei einem trinkenden Partner nicht und "steter Tropfen höhlt den Stein". Also ist dies z. B. eine der Entscheidungen, die ich getroffen habe.

    Grundregeln an die ich mich halte:
    - Rauschmittelfreie Wohnung
    - Rauschmittelfreie Beziehung
    - Rauschmittelfreie Freunde

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Manni1

    Bin mal gespannt wie lange ich das durchhalte,13 Wochen sind genehmigt.

    Falls ich lange genug dort bleibe.Wenn nicht werde ich mich von zu Hause wieder melden.

    Hallo Manni,

    wenn Du schon so an die Sache heran gehst, kannst Du doch der Versichertengemeinschaft die Kosten für Dein "Experiment" ersparen und gleich zu Hause bleiben und weiter saufen.

    Viel Spaß noch

    H.

    Zitat von jann1979

    Aber ich kann sie doch nicht einfach fallen lassen.Sie wiegt 50kg und hat beim letzten Entzug 3,7promille geblasen.


    Hallo,

    na wenn das nicht abschreckend für einen Trockenen ist. Für mich wäre es das. Und was das Helfersyndrom betrifft, das hatte ich ganz schnell nach meiner Entgiftung im Griff, als ich gesehen habe, das eigentlich alle rückfällig waren. Und ich meinen Egoismus wieder gefunden hatte.
    Während meiner Therapie wurde gesagt, wenn so ein Beziehung eine Chance haben soll, müssen beide mind. 1 Jahr (Richtwert) trocken sein.
    Also Finger und Gedanken weg von der Frau. Das reißt Dich nur mit.

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir besser geht, wenn ich verschiedene Sachen anpacke und erledige, auch wenn mir mein Gefühl gesagt hat, es geht noch nicht. Wenn ich erst wieder "in Tritt" war, ging es meist von alleine. Natürlich habe ich darauf geachtet mich nicht zu überfordern und öfter mal Ruhe einkehren zu lassen.

    Zitat von newtime

    Ich muss auf diesem Weg an einem Getränkemarkt vorbei .... das hat mich nicht berührt.


    Das ist nur das Suchtgedächtnis, welches Dich dann später verführen will. Deshalb wird Sicherheit vermittelt und an anderer Stelle dann "zugeschlagen". Stecke die Grenzen ab und halte Dich daran - ohne Kompromiss.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Giftzwerge2004

    Mein Verlobter ist mitunter monatelang trocken,und dann,wie jetzt gerade ist er seit 6 tagen am durchzechen,ohne Pause.Essen tut er kaum bis gar nicht.
    Ich hoffe er hat seinen Tiefpunkt bald erreicht.


    Hallo,

    nach neuesten Suchtklassifizierungen gibt es keine Quartalstrinker, da dies auch nur Alkoholiker sind, die eine Trinkpause machen. Irgend wann werden dann diese Pausen kürzer und es geht übergangslos in eine "normale" Sucht über.

    Schönen Tag noch

    H.