Beiträge von HansHa

    Hallo,

    für mich bedeutet meine Trockenheit, dass ich wieder in das Leben gefunden habe und mich wieder zurecht finde. Ich stehe nicht mehr ständig unter Druck, kann entspannt mein Leben leben und bin somit zufrieden. Das kannte ich seit über 20 Jahren nicht mehr. Ich habe wieder Freude an vielen kleinen Dingen und manchmal bezeichne ich mich auch als glücklich. Was will ich mehr?

    Ich gehe nicht "nur" dem Glas aus dem Weg. Überall wo Alkohol in der Ernährung verwendet wird, ist für mich der Gebrauch ausgeschlossen. Wenn ich es z. B. bei den Putzmitteln vermeiden kann, tue ich das auch. Wo es sich nicht vermeiden lässt, z. B. Scheibenwaschanlage, habe ich ein Produkt gefunden, das wenigstens nicht so nach Alk riecht, sondern nach Zitrone.

    Schönen Tag noch

    H.

    PS - Pittchen :
    Wer so etwas behauptet, gleichzeitig damit noch leichtsinnig Andere gefährdet und noch nicht mal einsieht, was da für'n geistiger und verbaler Schrott produziert wird, hätte in der SHG, wo ich hingehe, nicht wirklich einen guten Stand. Auf solche Behauptungen geht dann auch keiner von den Erfahrenen wirklich ein, weil alle wissen wo das endet.

    Zitat von Pittchen

    Vor allem unter "Stammgästen" entsteht eine Art "eingefahrene Spur", man wiederholt sich, weiß wie der andere tickt, ...
    Das kann für manche Gedankengänge auch schädlich/unfruchtbar sein!


    Hallo Pittchen,

    kann aber auch den Vorteil haben, dass Veränderungen am Anderen erkannt werden und dass er auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht werden kann. Das ist für mich der Vorteil einer "eingefahrenen" SHG.

    Schönen Restsonntag noch

    H.

    Zitat von Xenica

    Dieses Verzichtgefühl begleitet mich schon seit dem ersten Tag der Abstinenz.


    Hallo Xenia,

    das ist für mich einer der Unterschiede zwischen Trockenheit und Abstinenz. Abstinent zu sein bedeutet für mich zu verzichten.
    Andererseits will ich Deine Gefühle nicht interpretieren, aber an dieser Stelle doch mal nachfragen: Bei mir ist der Gedanke an das Suchtmittel auch noch präsent. Ich verbinde dies aber nicht mit Verzicht, sondern nehme das als Versuch meines Suchtgedächtnisses, wieder Einfluss auf mich zu gewinnen. Aber ich wehre mich nicht gegen diese Gedanken oder Gefühle. Ich sage "Guten Tag" und nehme sie einfach so hin oder an. Vielleicht ist es bei Dir ähnlich, doch Du empfindest es anders?

    Schönen Sonntag noch

    H.

    Zitat von Xenica

    Es ist ein Verzicht, der mir leid tut


    Hallo Xenia,

    so ist mir das während meiner vergangenen Trinkpausen auch immer wieder gegangen. Durch den Verzichtsgedanken hat mir mein Suchtgedächtnis immer wieder Druck machen können bis ich wieder zugegriffen habe.
    Ich habe vor mir selbst zugegeben, dass das Suchtmittel die Wurzel von allem Übel ist und die Trockenheit tut mir auch nicht leid. Es passiert nicht mit einem "Klick" dass es kein Verzicht mehr ist, aber irgendwann war es so.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von kahmi0301

    ist das nach der reha normal


    Hallo,

    bei meiner stationären Therapie wurde gesagt, dass während oder nach ihr über 80% der Beziehungen auseinander gehen.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Pelagia

    Ja ich hoffe das der saufdruck einfach weniger wird


    Hallo,

    ich bin nach so kurzer Zeit des Nichttrinkens nicht Essen gegangen, jedenfalls nicht bei meiner erfolgreichen Trockenlegung. Da konnte ich dann schon eine Möglichkeit ausschließen, wo der Suchtdruck herkommen konnte. In den Urlaub bin ich das erste Mal nach über einem Jahr gefahren. Und dann auch nur selbst gebucht und mit dem Auto. Da war dann nicht die Verführung durch Flatrates da und einen Fluchtweg hatte ich auch offen. So eine "Pauschalreise" habe ich bis heute nicht gemacht.
    Aber anscheinend muss jeder selbst die Erfahrungen machen.
    Viel Erfolg

    H.

    Zitat von EinNeuer

    Mir fällt auch auf, dass einige den Alkohol allgemein als etwas zutiefst verabscheuungswürdiges sehen.


    Hallo,

    ist das nicht verständlich, wenn man selber erfahren hat, was diese Droge mit einem anstellt?
    D. h. auf der anderen Seite aber trotzdem, dass ich keinen Hass aufgebaut habe. Ich weiß, dass ich mit Alkohol oder anderen Drogen nicht leben kann und habe für mich davor aufgegeben. Andererseits besitze ich so viel Egoismus, dass ich anderen Leuten nicht vorschreiben möchte, wie sie sich vom Leben in den Tod befördern. Ich muss mich bloß nicht mit ihnen umgeben.

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo,

    Zitat von Longaway

    Es macht mir wirklich nichts aus!


    Nach Deiner kurzen Trockenheit kannst Du das also schon so gut unterscheiden. Mir fällt es ja manchmal heute noch schwer, genau zu sagen wie es mir geht. Also halte ich mich fern, wenn ich unsicher bin.

    Zitat von Longaway

    Ein falscher Stolz?


    Ich habe mich immer bemüht meinen "Größenwahnsinn" in dieser Beziehung etwas zu deckeln.

    Zitat von Longaway

    Nun gibt einen Herren in meiner AA-Gruppe,
    in der Ich ja quasi der Neuling bin, der meint:
    Das wäre noch die Anfangseuphorie bzw. Ich wäre eh viel zu sorglos.“


    Ich würde dazu tendieren, dass er recht hat.

    Zitat von Longaway

    Er begründet es damit, dass Ich zu forsch auf Partys und Feiern gehen würde und mich somit ständig der pot. Gefahr aussetze.


    Und die Erfahrung sagt: "Wer sich in Gefahr begibt..."

    Zitat von Longaway

    Nun ja, Ich begründe es immer damit:“ Das es mir einfach gut tut soziale Kontakte zu pflegen und diese mich gerade beim Trocken bleiben sehr unterstützen.“


    Hat mir mein Suchtgedächtnis auch immer eingeblasen, wenn ich in die Kneipe gegangen bin. Egal ob mit oder ohne Alk.

    Zitat von Longaway

    Auch das Ich Witze reißen kann über meine nasse Zeit, empfindet dieser Herr( seit 13 Jahren Trocken), als Geschmacklos ja gerade zu bigott.


    Wenn ich in der SHG bin, kommt auch schon mal eine Anspielung auf die Vergangenheit. Wenn ich aber versuchen würde, den Suchtmittelgebrauch der Lächerlichkeit preis zu geben, würde das für mich beweisen, dass es noch ne Menge aufzuarbeiten gibt.

    Zitat von Longaway

    Ich möchte anmerken, dass Ich schon immer(!) ein sehr ironischer Mensch war/bin.


    Ich auch, bemühe mich aber bei ernsten Themen auch so damit umzugehen. Oberflächlich zu sein heißt für mich, dass ich nasses Verhalten an den Tag lege. Und das ist einer der Unterschiede zwischen Trinkpause und Trockenem Leben.

    Zitat von Longaway

    Geht nicht ein jeder anders mit seiner Sucht um?


    Eigentlich sind alle, die ich kenne und länger trocken sind, den gleichen Weg, natürlich mit individuellen Varianten, gegangen. Das soll nicht heißen, dass es andere nicht schaffen. Aber bei einer Rückfallquote von fast 100% stehen die Chancen sowie nicht besonders. Ich habe jedenfalls kein Experimente gemacht.

    Zitat von Longaway

    Natürlich, bin Ich meiner Gruppe sehr Dankbar und gehe auch gerne dort hin. Nur kann Ich diesen Herrn nicht ganz folgen. Immer wieder kommt sein Einwand der mich aktuell sehr beschäftigt.


    Wie lange ist der trocken?

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von Beluna

    Wir sind uns einig, dass er aufhören will.


    Hallo noch mal,

    genau das ist der Denkfehler, ich habe auch immer behauptet, dass ich aufhören will und habe das auch selbst geglaubt. Aber dann kam dass Suchtgedächtnis....
    Bei mir waren andere Maßnahmen notwendig, mir war klar, dass ich sterben werden, wenn ich weiter trinke. Anscheinend funktioniert es nur so und nicht umsonst beträgt die Rückfallquote in den ersten Jahren nicht weit über 95%.

    Ich musste einig mit mir selbst und nicht mit jemand anders werden.

    Schönes Wochenende

    H.

    Zitat von Beluna

    hmmm, so wie ich das hier lese. Müssen alle Partner von Süchtigen diesen unverzüglich verlassen und sich was Neues suchen. Schade dass man hier keine Unterstützung bekommt, wenn man das nicht möchte. :(
    Schade auch für alle Süchtige, dass sie keine Partner an ihrer Seite haben werden. :roll:
    LG Beluna


    Hallo Beluna,

    wolltest Du hier bestätigt haben wie gut Du doch bist? Oder hattest Du die Absicht, ehrliche Meinungen von Leuten zu hören, die Erfahrung mit dem Thema haben.
    Um aus einer Abhängigkeit heraus zu kommen, ist der erste Schritt das Annehmen von Wahrheiten (auch Co-) und nicht das Verharren in alten Positionen.

    Viel Glück

    H.

    Zitat von Beluna

    Ich stelle ihn mir wie Hunger und Durst vor.

    Tatsächlich kann Suchtdruck ähnliche Gefühle hervorrufen, aber auch viele andere. Das ist dann aber nur eine Erscheinung des Suchtdrucks und hängt immer vom Süchtigen selbst ab. Ich habe noch niemanden gefunden, der dies wirklich erklären kann. Es passiert eben auf der Gefühlsebene und die Wahrnehmung des Süchtigen dafür ist durch das Suchtmittel beeinflusst.
    Beispiel: Mir hat das Suchtgedächtnis immer vorgemacht, dass ich jetzt unbedingt ein kaltes Bier trinken muss, um meinen Durst zu beseitigen. Eigentlich hätte es auch Wasser getan, wenn es wirklich nur Durst gewesen wäre.

    Zitat von Beluna

    Natürlich will er aufhören. Genauso wie jemand auch unbedingt 10 Kilo abnehmen will und trotzdem ab und an nicht an einem Stück Kuchen vorbeikommt. Ich will ihm nur helfen, in den schwachen Phasen, stark zu bleiben! Sonst hätte unsere Beziehung keinen Sinn.
    LG Beluna


    Hallo,

    wenn es sich nicht um eine ausgeprägte Essstörung handelt, sondern nur um den beschriebenen Vorgang, ist dass in keinster Weise mit einer Sucht zu vergleichen. Und was das Helfen in schwachen Phasen betrifft, ist das nur sehr begrenzt, wenn überhaupt, möglich. Da hat ein Nichtsüchtiger ein Verständnisproblem und der Süchtige muss sich zuerst einmal auf einen eigenen Weg in die Trockenheit begeben. Süchtig ist er ja auch selbst geworden.

    Zitat von Beluna


    ich bin hier, weil ich nicht einsehen möchte, dass Trinker oder Drogenabhängige nur alleine aus ihrem Sumpf kommen können oder müssen.


    Da führt aber kein Weg dran vorbei.

    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo OPA,

    wenn das die Frage ist:

    Zitat von OPA

    Ich denke es geht darum, ob ich diese "Gründe oder Auslöser" nun bewußt als Ausrede benutze bzw. unbewusst einem Verhaltensmuster unterliege, oder Verhaltensweisen und Bewusstsein entwickle damit klar zu kommen.


    ...ist hier schon die Antwort gegeben:

    Zitat von OPA

    Ich habe doch nur zwei Möglichkeiten, so weiter machen wie bisher, oder nicht.


    So einfach ist das manchmal, jedenfalls für mich.

    Schönes Wochenende

    H.

    Zitat von Triiine

    Es wäre alles einfacher, wenn er nicht da wäre.


    Hallo,

    irgend eine Ausrede hat mir mein Suchtgedächtnis früher auch immer "einblasen" können. Erst als ich kapiert habe, dass ich etwas unternehmen, bzw. ändern, muss, um mich zu ändern und trocken zu werden, konnte ich dies durchschauen und lernen damit umzugehen.
    Dazu gehört dann auch Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen, und dann auch durchzuziehen.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    in einem anderen Thema habe ich diese Aussage dazu gefunden. Das höre ich auch ständig von den "alten" Langzeittrockenen in der SHG. Ich kann mich dieser Aussage nur anschließen.

    Zitat von Kamino

    Ansonsten wissen wir doch alle, dass ein Alki keinen Grund braucht bzw. immer einen findet, um zu trinken. Mir sitzt wirklichimmer der Belzebub im Nacken und überredet mich wegen der Entspannung, dass die wenige Arbeit leichter fällt, dass ich aus meiner Gedankentretmühle komme usw.


    Schönen Tag noch

    H.

    Hallo fibi,

    der Weg in die Trockenheit beginnt, indem ich versuche ehrlich zu mir selbst zu sein und gleichzeitig die Priorität für die Trockenheit an 1. Stelle zu setzen. Das heißt für mich, alle Nachteile in Kauf zu nehmen, wenn es mir im Endeffekt bei meiner Trockenheit hilft.

    Zitat von Fibi

    Aus beruflichen Gründen kann und möchte ich derzeit keine SHG in der Nähe aufsuchen,


    Ich bin auch nicht zur Suchtberatung neben meiner Firma gegangen. Aber ich habe mir etwas weiter eine gesucht und den längeren Anfahrtsweg in Kauf genommen.

    Schönen Tag noch

    H.

    Zitat von mikelc

    Mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil ich heute, nach über 1 1/2 Jahren, davon immer noch Albträume habe.


    Hallo Micha,

    hier wird suggeriert, dass Deine Trockenheit schon länger andauert. Ich würde Dich bitten, dies gegenüber einem neuen Forenmitglied richtig zu stellen. Hat auch was damit zu tun, sich nicht selbst zu belügen.

    Schönen Tag noch

    H.