Beiträge von HansHa

    Zitat von Olle

    Ich hatte Saufdruck gestern, ja. Und ich hatte noch eine geöffnete Flasche Wein. Gewagt war das Einschenken auch, ja!

    Hallo,

    das sind alles Experimente, von denen auch ich der Meinung war, sie könnten helfen. Das zeigt aber nur, wie aktiv das Suchtgedächtnis ist. In solchen Fällen hat es dann bei mir nicht mehr lange gedauert, der Wechsel vom eingebildeten zum realen Schluck.
    Irgend wann habe ich gelernt, dass es nicht um das Aushalten des Nichttrinkens geht. Ich lebe mit meiner Sucht und habe mich vor dem Suchtmittel ergeben. Ich weiß, dass ich ihm nicht widerstehen kann, also begebe ich mich nicht in die Gefahr in den Klauen des Verführers zu landen.

    Schönen Tag noch

    PS: Ich habe mir reale Hilfe gesucht, denn alleine hätte ich es nicht geschafft.

    Zitat von Steinche

    sie wollte mich einweisen in die Klapse! hab mich geweigert

    Hallo,

    wenn Du selber erkannt hast, dass es Dir so schlecht geht und Deine Ärztin das auch so einschätzt, frage ich mich, warum Du das Hilfsangebot nicht annimmst. Das Wort "Klapse" ist wohl das falsche und vermittelt einen sehr schlechten Eindruck.
    Ich war zu meiner Entgiftung und Therapie auch in psychosomatischen Stationen und Einrichtungen. Für mich haftet dem kein Makel an und es wird von Profis geholfen.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    ich habe mein Denken verändert und sehe das nicht mehr als Verbot. Ich möchte Dieses oder Jenes nicht essen oder trinken.
    Meistens muss ich darüber auch nicht mehr nachdenken. Andererseits muss ich trotzdem wachsam bleiben.

    Schönen Tag noch

    PS: Ich glaube, dass ich neben anderen Eigenschaften ein wenig militant und ein wenig narzisstisch bin. Auch eine gewisse Demut (nicht im Sinne von Dienen) gehört zu dem "neuen Paket". Für mich sind diese Eigenschaften wichtig zum trocken bleiben. Aber das erkenne ich auch erst, wenn ich zurück blicke.

    Zitat von Karsten

    Was Chadedala macht, ist nicht meine Sache und ich möchte hier auch niemanden von meinem Weg überzeugen.


    Ich bin genau Deiner Meinung. Ich habe gelernt mich abzugrenzen, in meiner ersten Zeit sind die Leute um mich herum "umgefallen wie die Fliegen" bis hin zu mehreren Todesfällen. Da habe ich oft ähnliche Aussagen gehört und höre sie immer noch, bei Gruppenvorstellungen im Krankenhaus oder wenn die Leute von den Entgiftungsstationen zur SHG kommen.
    Und da wäre noch die Statistik mit einem Anteil von 98% Rückfällen in den ersten 5 Jahren.
    Wir können nur versuchen unsere Erfahrungen weiter zu geben. Ob sie angenommen werden, liegt dann nicht mehr in unserer Verantwortung.

    Wenn sich jemand persönlich angegriffen fühlt und meint jetzt in Verteidigungsposition gehen zu müssen, dann widerspricht das dem Gedanken der Selbsthilfe. Ich berichte nur von meinen persönlichen Erfahrungen und irgendwie muss ich doch was richtig gemacht haben. Es ist nicht meine Absicht Aussagen zu werten, aber wenn hier Aussagen getroffen werden, die definitiv andere gefährden können, werde ich dies wohl noch richtig stellen dürfen. Jemanden daran hindern solchen beschriebenen Unsinn zu machen, kann ich sowieso nicht.

    Hallo,

    manche Meinungsäußerungen hier erinnern mich an den Mann, der aus dem Fenster fiel und sich in Höhe des 3. Stockwerkes dachte: Bis hier ging es gut.

    Wenn ich anfange über alkoholhaltige oder nur nach Alkohol schmeckende Nahrungsmittel nachzudenken oder mit Anderen zu diskutieren, habe ich schon den vorletzten Schritt in die falsche Richtung gemacht und den letzten Schritt in Gedanken vollzogen.

    So etwas kommt nicht in meinen Körper! Punkt!

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    als Süchtiger ist mir klar, dass ein Nichtbetroffener, ob nun Familie, Freunde oder Bekannte, niemals die gesamte Dimension meiner Krankheit nachvollziehen, geschweige denn verstehen, kann. Es ist schon schwer genug einen anderen Süchtigen zu verstehen, z. B. in der SHG. Dort können wir uns in anderen entdecken, gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen austauschen. Dadurch helfen wir uns selbst und anderen Alkoholikern.
    Der Austausch mit praktizierenden Süchtigen, die ihre Krankheit nicht erkennen wollen, ist sinnlos. Im Gegenteil, es gibt da immer Tendenzen, versteckt und vielleicht auch unterbewusst, uns wieder in die Gemeinde zurück zu holen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
    Dies betrifft für mich auch die Familie.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    auch ich habe während meiner nassen Zeit immer wieder versucht "heimlich aufzuhören". Das hat nie geklappt. Spätestens nach 1 1/2 Monaten hatte ich den Hals wieder an der Flasche. Das war nur "Aushalten" des Nichttrinkens.
    Erst als ich offen mit meinem Suchtproblem umgegangen bin, habe ich die Kraft zum Umdenken gefunden.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    was hast Du in Deinem Leben verändert, außer nicht zu trinken? Für mich hört sich Dein Beitrag an, als hättest Du "einfach" aufgehört zu trinken. So funktionierte das bei mir nicht. Ich habe Entgiftung / Therapie gemacht und besuche regelmäßig eine SHG. In der ersten trockenen Zeit habe ich mein gesamtes Leben umgekrempelt.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    ich würde mein Leben nicht unbedingt als glücklich beschreiben, auch wenn solche Momente dabei sind. Ich bin mit dem Ziel zufrieden zu werden aus der Therapie gekommen und glaube, dass ich das erreicht habe. Dazu gehört aber auch, die Ansprüche nicht zu hoch zu schrauben.

    Ich habe mir eine Liste mit Dingen gemacht, die ich erledigen will. Aus dieser Liste habe ich Tage festgelegt, an denen ich diese Dinge erledigen will. Ich habe mir die Tage nicht zu voll gepackt, aber habe es dann auch durchgezogen. Als die ersten Erfolge zu verzeichnen waren, wurde es leichter, ich war zufriedener und konnte besser schlafen. Und ich habe mich selber gelobt. Wenn es mal zu viel war, konnte ich meine Grenzen erkennen und war beim nächsten Plan nicht so anspruchsvoll.
    Gegen die Rastlosigkeit, also das Gefühl unbedingt was machen zu müssen, aber nicht zu wissen was, habe ich mir Bücher gekauft. Wenn das Gefühl auf kam, habe ich angefangen zu lesen, was ich jahrelang nicht mehr gemacht hatte. Ich musste mich wieder daran gewöhnen, mich zu konzentrieren und mich in dem Lesestoff "zu verlieren".
    Schlafprobleme werden nach meiner Meinung überschätzt. In wenigen Fällen liegen denen schwerwiegende Probleme zu Grunde. Es ist einfach die Erwartungshaltung, die uns am Schlafen hindert. Besonders wenn am nächsten Tag keine regelmäßige Arbeit ansteht, finde ich den Nachtschlaf nicht so wichtig. Wenn ich Nachts nicht schlafen konnte, kam wieder das Lesen. Ich habe mich aber dann auch bemüht am Tag nicht zu schlafen. Irgend wann hat es sich dann eingependelt und ich schlafe gut.
    Zu Deinem Freund kann ich nur raten darauf zu hören, was Dein Gefühl sagt, eine Entscheidung zu treffen und dann auch durch zu ziehen.
    Sei vorsichtig mit Baldrian, der ist oft in Alkohol gelöst.
    Bei allem beachte ich immer, dass meine oberste Priorität ist, trocken zu bleiben. Dem wird alles andere untergeordnet. Mit der Zeit habe ich auch eine Gefühl dafür bekommen, was mir gut tut.

    Schönen Tag noch


    PS: Bespreche die Sorge um die Depressionen mit Deinem Therapeuten.

    Nur mal zur Erinnerung, so klang das am Anfang:

    Zitat von Wilson

    Jetzt bin ich entschlossen, nüchtern zu bleiben. Und zwar für den Rest meines Lebens. Damit das auch noch ein langer und schöner Rest wird.

    So kommen die guten Vorsätze dann unter die Räder und das Suchtgedächtnis gewinnt wieder die Oberhand. Das kann nur eine Warnung an alle (einschließlich mir) sein.

    Zitat von Wilson

    Ab und an trinke ich mal ein kühles Weizen Alkoholfrei.

    Hallo,

    ich fasse es nicht, dass es einige immer noch nicht begriffen haben und ihr nasses Verhalten wider besserem Wissen auch noch als trocken ausgeben. Aber es ist ja keine Schande zu den 98% Prozent zu gehören, die es nicht schaffen und an ihrer Sucht sterben.
    Einen Rückfall kann jeder bauen, aber ich muss andere nicht auf diese Art dazu animieren.

    So, das musste mal raus!

    Schönen Tag noch

    Zitat von Xenica

    Ernsthaft, werde ich hier jetzt verarscht?

    Du befindest Dich hier in einer Selbsthilfegruppe, auch wenn sie nur im Netz stattfindet, und ich bin überzeugt, dass hier jeder seine Beiträge ernst meint.

    Weitere Kommentare spare ich mir.

    Zitat von Xenica

    Es "fühlt" sich komisch an für mich, daß Du den Kontakt zu den Menschen abhängig davon machst, ob diese Alkohol trinken.

    Hallo Xenia,

    es ist ein Unterschied, ob ich zu einer Feier (nicht) gehe und dort Alkohol angeboten wird oder ob ich mich in Gesellschaft von jemanden befinde, der meine Suchtkrankheit kennt. Wenn dieser in meiner Gegenwart das Trinken nicht unterlassen kann, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Er hat selbst ein Alkoholproblem oder ihm ist meine Befindlichkeit und mein Problem sehr egal. In beiden Fällen lege ich keinen Wert auf Kontakt zu dieser Person.
    Das ist eine einfache, logische Erklärung. Sollte mein Suchtgedächtnis versuchen, mir eine andere Sicht der Dinge einzublasen, kann das der erste Schritt zum Rückfall sein.

    Schönen Tag noch

    Zitat von aboa

    Muß man sich denn sein ganze Leben erklären warum man keinen Alkohol mehr trinkt?Alle meine Kumpels trinken mehr oder weniger regelmässig ich kann mich doch nicht einschließen und am Leben nicht mehr teilnehmen was soll ich denn nur machen?

    Hallo Sven,

    zum Trockenwerden gehört nicht nur der Nichtgebrauch des Suchtmittels, sondern eine Änderung des gesamten Lebens. Sehr wichtig dabei ist das soziale Umfeld (trockene Wohnung, trockene Freunde, trockener Partner), da ein Rückfall sonst schon vor der Tür steht. Die Trinkpause oder das Aushalten des Nichttrinkens ist eine Phase, die ich früher auch oft erlebt habe. Dadurch ändert sich nichts, da das Suchtgedächtnis schon lauert.
    Mir ging es dann so schlecht, dass ich mir Hilfe (Entgiftung, Suchtberatung, Therapie, Selbsthilfegruppe) gesucht habe.
    An welchem Leben willst Du weiter teilnehmen? Dort wo am Ende der Tod durch das Suchtmittel steht? Wozu braucht man Kumpels, die mich dabei auch noch weiter runter ziehen oder selber betroffen sind?
    Ich musste mir keine Ausreden ausdenken, warum ich keinen Alkohol mehr trinke. Da ich schon ehrlich zu mir selber war, konnte ich es auch zu den Anderen sein. Wer dies nicht akzeoptiert, hat in meinem Leben nichts mehr zu suchen.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    also wenn ich das richtig sehe, geht es doch wieder um "kontrolliertes Trinken". Das ist keine Option für mich. Wenn ich mich auf so etwas einlasse, sehe ich meine Trockenheit gefährdet. Es ist unverantwortlich in trockenen Süchtigen die Hoffnung darauf zu wecken.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Pittchen

    Richtig zufrieden, werde ich erst sein, wenn es tot in der Ecke liegt!

    Hallo,

    "ES" wird nicht sterben. Wir werden es unser ganzes restliches Leben am A... haben. Aber ich habe gelernt, dass ich gegen das Männchen nicht kämpfen kann, weil ich immer verliere. Also habe ich es akzeptiert und lebe mit ihm. Nur so lerne ich es kennen und kann dadurch verhindern, dass es wieder Einfluss auf mich gewinnt.

    Schönen Tag noch