Beiträge von HansHa

    Hallo Andrea,

    jeder Mensch ist anders, jeder Süchtige auch. Es gibt keinen Königsweg in die Trockenheit. Ich kann nur versuchen mir Erfahrungen von Leuten anzueignen, die es geschafft haben. Irgendwann habe ich ein Gefühl dafür entwickelt wie es bei mir geht. Das bedeutet aber nicht, dass ich mir keine Mühe mehr geben muss und mich nicht mit dem Thema beschäftige, z. B. wenn ich hier schreibe, werde ich gezwungen nachzudenken und zu formulieren. Es ist aber nicht mehr ständig in meinem Denken präsent, was als "Frischling" so war. Also versuche ich anderen Süchtigen mitzuteilen, welche Erkenntnisse ich hatte und noch habe, um mir und anderen zu helfen. Was jeder damit macht, ist ihm ja selbst überlassen. Ich kann nicht ehrlich sein, wenn ich mir Gedanken darüber mache, ob sich jemand angegriffen fühlt und die beleidigte Leberwurst spielt.
    Das mit dem selber belügen, ist ja eigentlich eine Schutzfunktion des menschlichen Gehirns und passiert ständig. Wenn es aber so weit geht, dass es krankhafte Züge annimmt und ich nicht mehr aus diesem Kreislauf herauskomme, ist Hilfe notwendig. Das muss ich erkennen und auch annehmen. Ich finde ein sehr bildhaftes Beispiel sind Magersüchtige, die den Zustand ihres eigenen Körpers nicht mehr einschätzen können. Nicht mal vor dem Spiegel.
    Viele Therapeuten sind der Meinung, dass Sucht eine psychische Ursache hat. Deswegen finde ich es schon lohnenswert nachzuforschen. Ich bin da anderer Meinung, als viele Leute in Selbsthilfegruppen, die es geschafft haben, nur über diesen Weg trocken zu werden. Wahrscheinlich weil ich auch den Weg über die Therapie gegangen bin. Die Leute, die in meiner Gruppe über die SHG's trocken geworden sind, waren im ersten Jahr jeden Tag in einer Gruppe.
    In den geschlossenen Bereich werde ich wohl nicht wechseln.

    Schönen Tag noch

    Zitat von macs

    Uff, Du machst ganz schön Druck. Aber wir sind ja nicht zum Spaß hier.


    Hallo Andrea,

    unter Druck sollte hier niemand gesetzt werden. Das war auch nicht meine Absicht. Es sollte ein Denkanstoß sein, da ja alle Menschen, aber besonders Süchtige, dazu neigen, sich selber und andere zu belügen. Bei mir hat es zu meiner Trockenentwicklung dazu gehört, solche "Eingebungen" zu erkennen und damit umzugehen. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist der plötzliche Appetit auf Bier oder anderen Alkohol. Das ist nur das Suchtgedächtnis, welches mich überlisten will, um eine Ausrede vor mir selber zu finden, warum ich wieder trinke. Die Liste für solche Beispiele ist, glaube ich, sehr lang.

    Schönen Tag noch

    Hallo Andrea,

    Zitat von macs

    Du wirst wahrscheinlich die Antwort nicht kennen, aber da ich noch 2 kleine Kinder habe (2 + 4) schließe ich irgendwelche stationären Therapien aus


    Dort wo ich für 12 Wochen war, gab es für die Tagesbetreuung eine KiTa. Nach dem täglichen Therapie- und am Wochenende mussten sich die Mütter um den Nachwuchs kümmern. Kein Zuckerschlecken. Da gab es zur Unterbringung Gemeinschaftshäuser nur für Mütter mit Kindern.

    Zitat von macs

    Außerdem bin ich auch in (Eltern)teilzeit berufstätig und wollte eigentlich meinen Arbeitgeber da raushalten zumal ich auch der Hauptverdiener bin, und nicht mein Partner. Ich möchte unsere Existenz nicht gefähren, Offenheit + Ehrlichkeit hin oder her, da mache ich z. Zt. keine Kompromisse.


    Gefährdest Du mit Weitersaufen nicht Eure Existenz?

    Zitat von macs

    Und das mit der Zufriedenheit schlägt mir momentan als "Anfänger" aller Orten entgegen, und ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen..... geht im Moment gar nicht. Schön, kann ich nur sagen, für euch. Ich bin froh, wenn ich nicht schwach werde und habe mir den AA-Spruch "gute 24 Std." auf die Fahne geschrieben. Ich lebe jeden Tag für diese 24 trockenen Std. Mehr geht gerade nicht.


    Mit den 24 Stunden ist ja auch erstmal eine gute Lösung. Als ich anfing, konnte ich mir unter Zufriedenheit auch nichts vorstellen. Jetzt kann ich aber sagen, dass sie da ist. Ich glaube jeder definiert die auch anders, muss aber ein Ziel sein.

    Bis morgen

    Zitat von rotti

    meie behinderte tochter die ich kaum sehe wie es weiter geht mit mir und meine freundin sind mom die wictigsten tehmen gerade das mit meiner freundin

    Hallo,

    also meine Priorität war und ist es trocken zu bleiben. Sonst kann ich den Rest auch vergessen.

    Schönen Tag noch

    Zitat von macs

    HansHa
    Ich war in der Suchtberatungsstelle, man hielt dort eine Therapie nicht für nötig (deshalb halte ich mich wahrscheinlich für einen leichten Fall)


    Hallo,

    so war es bei meinem 1. Beratungsversuch auch. Ein paar Jahre bevor ich trocken geworden bin, war ich bei einer Fachfrau. Die stufte mich als "Missbräuchler" ein, obwohl ich mein Trinkverhalten ausgiebig und ehrlich geschildert hatte. Das war dann ein Grund für mich, weiter zu saufen. Anscheinend war mein Leidensdruck noch nicht hoch genug.

    Zitat von macs

    Wollte mich einfach nur mal über diese Woche generell ein bischen auskotzen. Bin einfach innerlich total unruhig und nervös, bei jedem Kleinsch*** und insbesondere, wenn ich über meine Situation nachdenke, kommen mir gleich die Tränen (=Selbstmitleid?)

    Gestern war ich kurz davor, rückfällig zu werden.... nach einem Streit mit einer verwandten Person, möchte nicht genauer werden.


    Stimmungsschwankungen sind in einem gewissen Umfang normal, war bei mir auch so. Wenn es aber in Richtung Depressionen und Selbstmordgedanken geht, sollte man sich unbedingt helfen lassen.

    Zitat von macs

    Jetzt habe ich schon ein paar mal gehört und gelesen, dass jeder Rückfall sich erst im Kopf ankündigt. Gestern habe ich gedacht, eigentlich ist es wahrscheinlich wie bei Selbstmordgedanken: man läßt sich immer noch (also geistig) ein Hintertürchen offen, nach dem Motto: " Wenns so schlimm wird, daß ichs nicht mehr aushalte, kann ich ja immer noch ..... wieder saufen!!"


    Ein Rückfall passiert immer zuerst im Kopf. Deswegen ist es ohne Unterstützung fast unmöglich trocken zu werden. Aber auch bei langjährig Trockenen fängt der Rückfall im Kopf an und irgendwann schreitet man dann zur Tat. Da ich die erste Zeit bei der stationären Therapie verbracht habe, war ich natürlich unter einer "Käseglocke", was für mich sehr wichtig war. Ich glaube ohne hätte ich es nicht geschafft. Von dem Motto würde ich mich als erstes verabschieden. Bei mir war und ist das Denkmodell: Alles darf passieren, nur nicht wieder trinken. Dies ist die oberste Priorität. Wenn ich wieder trinke, ist alles was ich geschafft habe wieder hinüber.

    Zitat von macs

    Wie kurz bin ich denn davor?


    Sehr kurz, wie alle Süchtigen. Aber mit den Jahren wird es leichter. Und irgendwann stellt sich auch Zufriedenheit ein, jedenfalls bei mir.

    Zitat von macs

    Mittlerweile habe ich zumindest schon begriffen, daß ich es alleine nicht schaffen kann, obwohl ich immer alles andere in meinem Leben, was ich schaffen wollte, auch geschafft habe.


    Mit dieser Erkenntnis hast Du eine erste wichtige Hürde genommen. Aber nicht darauf ausruhen. Bei uns in der SHG sprechen wir immer von Demut, die man entwickeln muss. Dann kann ich mich auch vor dem Suchtmittel ergeben und es aus meinem Leben ausschließen. Wenn ich dagegen kämpfe, werde ich früher oder später verlieren.

    Schönen Tag noch

    Zitat von macs


    Weiß nicht, ob dort auch solche Themen angesprochen werden. Vielleicht bin ich ja doch nicht so ein einfacher Fall, wie ich dachte.

    Hallo Andrea,

    wenn Du es in der Therapie zum Thema machst, wird darüber auch gesprochen. Bei mir wurde dies u. a. regelmäßig in den Einzelgesprächen abgefragt, wahrscheinlich um Veränderungen zu erkennen.
    Nach meiner Erfahrung ist kein Süchtiger ein "einfacher Fall".
    Ich bin vor gut 4 Jahren den Weg über die Entgiftung, stationäre Therapie und Nachsorge (ca. 1 Jahr) gegangen. Das kann ich jedem, der das Thema Sucht ernsthaft angehen will, nur empfehlen. Einen ähnlichen Weg kann man z. B. über einen Termin bei einer Suchtberatung einschlagen.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    durch unsere Sucht haben wir unser körpereigenes Belohnungssystem gründlich durcheinander gebracht. Die Produktion von Hormonen, Botenstoffen und was uns sonst noch so "regelt", wurde durch die Eingriffe von aussen gründlich durcheinander gebracht. Es dauert lange bis dies wieder in Ordnung kommt, wenn überhaupt.
    Ich betrachte solche "Anwandelungen", wie Du sie beschreibst immer mit Vorsicht und beobachte dies argwöhnisch, egal ob es sich um Essen, Sport, Liebe u. s. w. handelt. Es ist immer die Möglichkeit einer Suchtverlagerung gegeben. Dies zu beurteilen sollte man aber einem Profi überlassen.

    Schönen Tag noch

    Zitat von loretta

    man muss es ja eh am Ende alleine schaffen..

    Hallo,

    jeder der trocken ist, hat dies alleine geschafft. Aber nicht einsam. Bei mir fanden die Änderungen in meinem Kopf statt. Dies habe ich aber nur mit Unterstützung von Profis und SHG's geschafft. Sehr wichtig für mich war die Entscheidung zur Trockenheit und der habe ich die höchste Priorität zugeordnet. Mit halbherzigen Versuchen wäre ich nicht weiter gekommen. Dann hätte es wieder im Saufen geendet, wie die einsamen Versuche vorher.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Mieken

    Doch es ist nicht wichtig, was sich andere vorstellen können, sondern daß wir selbst ehrlich zu uns sind und danach handeln.

    Hallo,

    habe da neulich mal ein Zitat gehört, das dazu passt. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern von wem es war:

    "Der bedauernswerteste Mensch ist der Lügner, der an seine eigenen Lügen glaubt."

    Schönen Tag noch

    Zitat von Heidehof/Heiko

    "Nur wir alleine können es schaffen ABER alleine schaffen wir es nicht"

    Hallo,

    vielen Dank für die "Blumen". Ich hoffe, dass dies auch verständlich für Leute ist, die sich gerade auf diesen Weg begeben haben oder noch wollen. Das wichtigste ist nicht mehr gegen die Sucht zu kämpfen, sondern sie zu akzeptieren und zu lernen mit ihr zu leben.
    Das klingt zwar etwas hochtrabend und wenn ich das am Anfang gehört habe, konnte ich nichts damit anfangen. Jetzt weiß ich was damit gemeint ist.

    Schönen Tag noch

    Zitat von rose71

    ich klinge für alle hier sicher furchtbar unendschlossen - das bin ich wohl auch, weil ich nicht weiß, wo ich mich einsortieren soll.

    Hallo rose71,

    für mich war es am Anfang wichtig meine Prioritäten festzulegen. Nachdem mir klar geworden war, dass es so nicht weiter geht, weil der Leidensdruck für mich und auch mein Umfeld zu groß geworden war, musste ich etwas unternehmen. Der erste Schritt war, mir meinen Alkoholismus zuzugeben. Das passiert nicht durch einen Blitzschlag. Als ich mich auf der Entgiftungsstation befunden habe, nahm ich zum ersten Mal war, dass ich mit meinem Problem nicht alleine war. Ich habe dort alle Facetten kennen gelernt, vom Drehtürpatienten, über Leute, die "keine Alkoholiker" sind bis zu scheinbar ernsthaften Absichten trocken zu bleiben.
    Mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass ich ohne dauerhafte Abstinenz nichts mehr vom Leben zu erwarten habe. Dieser Erkenntnis habe ich alles untergeordnet. Ich habe vor mir selbst keine Ausreden gelten lassen, und habe noch im Krankenhaus eine stationäre Therapie beantragt. Als ich entlassen war, bin ich jeden Tag dem Sachbearbeiter bei der Rentenversicherung auf den Geist gefallen. Sechs Tage hat meine Bewilligung gedauert. Unter anderem habe ich für die Therapie meinen Arbeitsplatz aufgeben müssen. Aber im Suff hätte ich den auch nicht behalten.
    Während meines Krankenhausaufenthaltes, der Therapie, aber auch später, bin ich immer wieder auf Süchtige getroffen, die aus für mich fadenscheinigen und vorgeschobenen Gründen abgebrochen haben und rückfällig geworden sind. Alle diese Leute haben es nicht geschafft, weil sie wieder trinken wollten. Diese Gründe kommen aus dem Suchtgedächtnis, welches uns sehr gut "überlisten" kann. Daraus konnte ich lernen und erkennen wie es nicht geht.
    Meine erste Priorität ist es trocken zu bleiben, dem wird alles andere untergeordnet. Das heißt nicht, dass es mir jetzt schwer fällt, trocken zu leben oder ich unter Druck stehe. Aber Aufmerksamkeit ist notwendig. Ansonsten führe ich eine normales Leben, naja bis auf den Termin in der Selbsthilfegruppe jede Woche - ohne Ausrede -.
    Du schreibst, dass Du zum Therapeuten gehst. Warst Du schon einmal bei einer Suchtberatung? Dort gibt es Leute, die auf dieses Thema spezialisiert sind.

    Schönen Tag nochmal

    Zitat von rose71

    Nein, ich bin nicht abhängig, ABER ich möchte es erst gar nicht werden.


    Hallo rose 71,

    anscheinend hat sich bei Dir aber ein Problembewusstsein über Deinen Alkoholkonsum entwickelt. Ich bin hier, weil ich Alkoholiker bin, habe eine Therapie gemacht und gehe in eine Selbsthilfegruppe.

    Zitat von rose71

    was sind Trinkpausen? 3 wochen, 3 Monate...?


    Am Anfang meiner Trockenheit hat ein Therapeut mal zu mir gesagt, dass ich gut darin bin, unangenehme Situationen und Gefühle auszuhalten. Für mich ist die Trinkpause eines Alkoholikers das Aushalten des Nichttrinkenkönnens oder -wollens. Zufriedene Trockenheit, ohne diese Gefühle, ist mein Ziel, welches ich nach meiner Überzeugung nach den Jahren erreicht habe. Das heißt aber nicht, dass ich nicht wachsam sein muss.

    Zitat von rose71

    Ich war noch nie Trocken, weil ich keine Probleme damit hatte, also kann ich jetzt wohl kaum schreiben, dass ich nach ner Trinkpause rückfällig wurde.


    In den ersten Jahren meiner Abhängigkeit habe ich immer wieder längere Trinkpausen gemacht. Nach Außen habe ich nicht zugegeben, dass es in mir rumorte und der Drang zum Trinken da war. Rückschauend ist mir klar, was schon damals mit mir los war. Später habe ich es nur noch unter besonderen Bedingungen zeitweise geschafft nicht zu trinken, z. B. wenn ich Auto fahren musste. Aber meine Gedanken waren immer darauf ausgerichtet, wann ich den nächsten Alkohol zu mir nehmen kann.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    ich möchte mich entschuldigen, dass ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Natürlich bleiben wir unser ganzes Leben Alkoholiker und damit krank. Diese Krankheit sollte auch immer präsent bei uns bleiben, um uns zu schützen.
    Mit meinem Statement meinte ich den Verlauf der Krankheit, die durch den Alkoholismus entstehenden Folgen, körperlich und geistig, und das eindeutig frühere Ableben. Dies kann gestoppt werden und jeder zufriedene Trockene kann ein ganz normales Leben führen, ohne Suchtmittel. In vielen Fällen lassen sich auch die gesundheitlichen Folgen des Zellgiftes Alkohol rückgängig machen, solange wir trocken leben.
    Ich glaube nicht, dass ich ständig umher gehen soll, und jeder Gedanke hängt am fehlenden Alkohol. Anders herum darf ich auch nicht so damit umgehen, dass die Sucht in den Hintergrund tritt oder ich die notwendige Wachsamkeit verliere. D. h. dass das Suchtgedächtnis wieder leichtes Spiel haben kann und mich unmerklich wieder in alte Verhaltensmuster drängt, auch noch nach vielen trockenen Jahren oder Jahrzehnten.
    Um dieses erreichen zu können, muss natürlich einige trockene Zeit vergehen und ich muss mich mein ganzes Leben mit der Sucht auseinander setzen. Dieses Gleichgewicht zu halten ist meine Lebensaufgabe, mit der ich die Krankheit aufhalte. Zu dieser Auseinandersetzung gehört für mich der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe.

    Schönen Tag noch

    Zitat von rose71

    Ist ein Missbräuchler auch für den Rest seines Lebens krank?

    Hallo,

    ich bin der Meinung, dass sogenannte Missbräuchler auch Alkoholiker sind, da körperliche, soziale und psychische Folgen der Sucht vorhanden sind.

    Süchtige sind NICHT den Rest ihres Lebens krank, sondern haben es als einzige tödlich Kranke selbst in der Hand die Krankheit zu stoppen, wenn sie trocken leben. Sie es mal so herum.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Cvm

    Aber habt ihr das alle in 4 Wochen geschafft?

    Hallo,

    ich bin hier weil ich zumindestens bei mir weiß wie es geht, sonst hätte ich es nicht so lange geschafft. Die Erfahrungen kann ich mitteilen.

    Wenn Du Dich angegriffen fühlst und hier versuchst Dein Verhalten zu rechtfertigen, ist ein Erfahrungsaustausch sinnlos.

    Viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    setzen lassen und weitersaufen?

    Auch wenn mir bewusst war, dass ich ein Alkoholproblem habe, ist das doch immer wieder in den Hintergrund getreten, wenn ich mein Leben zeitweise wieder unter Kontrolle hatte. Erst als ich die Sucht mit einer Entgiftung konkret angegangen habe, habe ich die Motivation für eine dauerhafte Trockenheit gefunden. Von der Sucht zu wissen hat mir nicht gereicht, ich musste etwas dagegen tun. Unkonkretes hatte ich jahrelang versucht und das hatte mich nicht weitergebracht.

    Schönen Tag nochmal

    Hallo,

    Glückwunsch zu Deiner Erkenntnis. Bei mir hat es noch ca. 12 Jahre gedauert trocken zu werden, nachdem mir bewusst wurde, dass ich ein Alkoholproblem habe.
    Vor 4 Jahren habe ich mich entschieden mein Leben wie es war aufzugeben. Wahrscheinlich wäre ich sonst schon unter der Erde. Seitdem bin ich trocken. Ich habe eine Entgiftung und eine Therapie gemacht, was ich jedem nur raten kann, der trocken werden will.
    Ich musste nicht "nur" trocken werden. Dazu gehört auch die Änderung des gesamten Lebens. Meine drei Grundpfeiler sind trockene Wohnung, Beziehung und Freunde. Da gehe ich keine Kompromisse ein. Dieses zieht natürlich auch weitere Änderungen im Leben nach sich, die ich Schritt für Schritt verwirklicht habe und noch verwirkliche.
    Für mich war dies der einzige Weg, da sämtliche anderen Versuche mich selber trocken zu legen, kläglich gescheitert sind. Geholfen haben mir erfahrene Leute in der Therapie und in den Selbsthilfegruppen.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Sternchen8

    Falls ich doch einen Entzug machen muß, gibt es auch Stellen, wo man das ambulant machen kann ?

    Hallo,

    mir ist bekannt, dass es in einigen Krankenhäusern in Berlin von den Entgiftungsstationen eine ambulante Begleitung zur Entgiftung gibt. Da müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Genauer kann ich das nicht sagen. Ich würde mich an die zuständige Station im Krankenhaus wenden und dort nachfragen. In Berlin ist, je nach Wohnort, immer ein bestimmtes Krankenhaus zuständig.
    Eine andere Möglichkeit ist, dass Du Dich an die zugewiesene Therapieeinrichtung wendest. Dort wo ich war, hatten die eine Kooperation mit einem Krankenhaus in der Nähe, in welches dann die Leute eingewiesen wurden. Ist aber schon ein paar Jahre her. Also erst mal anrufen, auch wegen der terminlichen Abstimmung.
    Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Heidehof/Heiko

    Zeigt mir, wo Vorsicht geboten ist

    Hallo,

    Vorsicht ist vor allem im Kopf geboten. Das Suchtgedächtnis wollte (und manchmal versucht es es noch) mich auch immer wieder "überlisten". In der Langzeit und in SHG's wurden mir entsprechende Strategien aufgezeigt, das zu erkennen und damit umzugehen. Unabdingbar sind für mich die 3 Grundpfeiler: rauschmittelfreie Wohnung, Beziehung und Freunde. Dazu kommt, dass ich nicht da hingehe, wo es Alkohol gibt. Wenn es wirklich unvermeidlich ist, dann halte ich mir einen "Fluchtweg" offen, sollten in mir unwohle Gefühle aufkommen. Auch solche Gefühle, die vermeintlich nichts mit Sucht zu tun haben. So mancher hat schon eine Feier alkoholfrei überstanden und hat sich wenn er alleine war die Kante gegeben. Wer sich quält, wird irgendwann von der Sucht eingeholt, früher oder später.
    Mir ist bewusst, dass dieses einschneidende Änderungen im Leben verursachen. Aber nur auf diese Weise habe ich es bis jetzt geschafft.

    Schönen Tag noch