Beiträge von HansHa

    Zitat von Sternchen8


    Leider habe ich auch Leute um mich herum, die nicht an mich glauben. Aber ich werde es schaffen.

    Hallo,

    ich habe mir schon von der Entgiftungsstation aus eine Selbsthilfegruppe gesucht, die ich seit 4 Jahren besuche. Wir brauchen Leute um uns herum, die verstehen was mit uns los ist und die Verständnis für unsere Situation haben. Trotzdem ich eine Therapie gemacht habe, die mir meine möglichen Wege aus der Sucht aufgezeigt hat, benötige ich die Selbsthilfegruppe.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    ich denke er sollte bei solchen Problemen einen Profi aufsuchen, den findet er bei jeder Suchtberatung.
    Allgemein würde ich die Themen "zufriedene Trockenheit" und "Trinkpause" vorschlagen.

    Schönen Tag noch

    Hallo Samia,

    damit meine ich, dass Du nur im trockenen Zustand Fortschritte bei Deinen anderen Problemen erzielen kannst. Natürlich gibt es bei den meisten Leuten Ursachen für die Sucht, die gleichzeitig mit dem Trockenwerden behandelt werden müssen, auch um eine stabile Trockenheit zu erreichen. Trinkst Du wieder, wirft es Dich dahin zurück, wo Du jetzt angefangen hast.
    Konkrete Aussagen über Therapie- oder andere Behandlungsformen kann ich nicht machen. Dazu sind die Profis da. Die einzige Erfahrung, die ich selber dazu gemacht habe, dass sich viele Psychiater, Psychologen oder Therapeuten zu wenig mit dem Thema Sucht auskennen. Als ich mir während meiner nassen Zeit Hilfe holen wollte, kam die Auskunft, dass ich überarbeitet bin und ich solle darauf achten weniger zu trinken. Trotzdem ich meine Trinkgewohnheiten und -mengen ehrlich angegeben hatte. Ohne mich auf die Sucht hinzuweisen. Das war natürlich ein Grund noch 2 Jahre weiter zu saufen. In der Therapie habe ich Leute getroffen, die jahrelange Behandlungen hinter sich hatten, ohne dass das Suchtproblem erkannt wurde.

    Schönen trockenen Tag noch

    Zitat von Samia

    Aber ich kann es, einen Tag nach dem anderen.


    Hallo Samia,

    das ist eine sehr gute Einstellung, die aber auch viel Kraft kostet. Ich habe mich in dieser Situation in eine stationäre Therapie begeben, praktisch unter eine Schutzglocke, wo auch jederzeit Hilfe zur Verfügung steht. Die Möglichkeit des Zugriffes auf das Suchtmittel ist stark eingeschränkt, so dass ich einem ersten starken Impuls nicht folgen konnte, wie es mir bei meinen unzähligen Versuchen, es selber zu schaffen, immer wieder gegangen ist.

    Zitat von Samia

    Nun hat das Thema Alkohol dort auch seinen Platz bekommen.


    Wenn ich süchtig bin, braucht das Thema Alkohol Priorität. Die Trockenheit ist die Basis auf die sich alle weiteren Schritte aufbauen. Wenn das Fundament eines Hauses nicht in Ordnung ist, kann ich mir noch so schöne Tapeten an die Wände kleben. Irgend wann stürzt alles zusammen.

    Schönen Tag noch

    Zitat von Lennnaaa

    ich hab wirklich vergessen das ich alkoholkrank bin

    Hallo,

    wenn ich das höre, wird mir wieder bewusst, warum ich seit 4 Jahren jede Woche zur SHG gehe. Ein Rückfall fängt im Kopf an. Manchmal schon Monate bevor er technisch passiert, fängt das nasse Verhalten an. Wenn es denn jemals aufgehört hat.
    Schon wenn ich Schnupfen habe, "vergesse" ich das nicht. Wie verhält es sich dann mit einer tödlichen Krankheit wie Sucht? Übrigens die einzige tödlich Krankheit, die ich selbst stoppen kann, wenn ich trocken bleibe.
    Jeder Süchtige findet in Deutschland Hilfe, wenn er das will. SHG's und Suchthilfeeinrichtungen gibt es überall. Wer sich helfen lassen will, dem wird auch geholfen. Ich muss es nur angehen und annehmen. Und es gibt Spezialisten für das Thema Sucht, bei denen das eigentliche Problem nicht in den Hintergrund tritt oder nebenbei daher läuft. Wenn ich mir diese Hilfe vor 4 Jahren nicht gesucht und angenommen hätte, wäre ich tot.

    Schönen Tag noch


    PS: Jeder Süchtige ist mehr oder weniger narzisstisch, wenn er seine Sucht praktiziert. Warum bleiben wir es nicht, wenn wir nüchtern werden?

    Hallo,

    mir geht es nach 4 trockenen Jahren immer noch so, dass ich träume zu trinken. Besonders wenn ich am Tag vorher außergewöhnliche Sachen erlebt habe, die scheinbar nichts mit der Sucht zu tun haben und anscheinend Stress auslösen. Als es mir damals das erste Mal passierte, habe ich den Therapeuten darauf angesprochen. Die Antwort war, dass es normal ist. Da ich regelmäßig Selbsthilfegruppen besuche, ist mir das auch von anderen Leuten bekannt. Die etwas schärfere Variante ist, dass ich am Morgen mit einer Brühbirne und einem Geschmack im Mund aufwache, als hätte ich fürchterlich gesoffen (also wie früher). Daran kann man sehen wie präsent das Suchtgedächtnis ist. Größere Sorgen mache ich mir aber nicht darüber.
    Mal ein anderes Thema: Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, Hilfe von Außen in Anspruch zu nehmen? Es gibt überall Suchthilfeorganisationen oder Selbsthilfegruppen. Ich habe es auch geschafft monatelang trocken zu bleiben, habe aber eigentlich nicht meine Verhaltensmuster geändert und bin dann immer wieder in den Konsum zurückgefallen. Erst als ich es richtig mit Entgiftung und Therapie angegangen bin, konnte ich wirklich einen anderen Weg einschlagen. Dies ist natürlich keine Garantie für das Gelingen einer dauerhaften Trockenheit und seinen Weg muss jeder selbst finden, aber die Chance es mit professioneller Hilfe und Erfahrung zu schaffen, ist höher.

    Schönen Tag noch

    Hallo,

    Trockenheit tritt für mich dann ein, wenn ich mich nicht mehr bewusst dagegen wehren muss Alkohol zu trinken. Bei dem Einen tritt das früher ein und bei dem Anderen später. Dazu gehört ein funktionierendes soziales Umfeld und damit auch meine eigene Zufriedenheit. Nach einer langen Suchtkarriere kann das aber nur langsam und in kleinen Schritten erfolgen.
    Andererseits gibt es auch Alkoholiker die Trinkpausen (manchmal Jahre oder sogar Jahrzehnte) machen.
    Diesen Unterschied kann eigentlich nur jeder für sich feststellen, wenn man ehrlich zu sich selber ist. Profis, z. B. Therapeuten oder langjährig Trockene, können Hilfestellung dabei leisten.

    Schönen Tag noch