Beiträge von HansHa

    Zitat von Penta

    Wenn ich meinen Weg so konsequent durch- oder einhalten


    Sie es mal so: Es geht nicht um den Weg selbst, sondern um die Grenzen des Weges, die das Ziel setzt.
    Klingt jetzt abgedroschen, aber vielleicht ist auch der Weg das Ziel?

    Zitat von Penta

    Ich hatte geahnt, dass das Argument kommt, dass es ja wohl so einfach nicht ist.


    Vielleicht noch mal was Grundsätzliches zum besseren Verständnis.
    Ich habe Jahrzehnte das Suchtmittel konsumiert. Es hat nicht nur körperliche Schäden angerichtet, sondern auch in der Psyche. U. a. wurde die Verarbeitung der Gefühle verändert, damit es überhaupt möglich war, die Sucht vor mir selbst zu rechtfertigen. Es ist ein schwerer Weg für mich gewesen, bis ich wieder korrekte Entscheidungen "aus dem Bauch" treffen konnte und ihnen vor allem auch getraut habe. So lassen sich so manche Argumente auch schwer rational erklären, aber ich merke oft bei Langzeittrockenen, dass sie solche Sachen gleich empfinden.
    Es ist für mich auch ein Sinn von SHG oder Therapie damit besser umgehen zu können.

    Zitat von Penta

    wenn ich vor dem Alkohol kapituliere, verändere ich doch im weitesten Sinne meine Bedürfnisse oder nicht?


    Wenn das so einfach wäre.... Die Veränderung von Bedürfnissen ist ein sehr langsamer und -wieriger Prozess. Ich kann nicht davon ausgehen, dass wenn ich 30 Jahre gesoffen habe, sich das nach der Kapitulation plötzlich wie auf Wunsch bei der "guten Fee" ändert.
    Also muss ich mein Leben ändern. Und das erfordert dann schon Konsequenz, denn die alten eingefahrenen Wege weiter zu benutzen, ist sehr leicht und verführerisch. Veränderung bedeutet Arbeit an mir und ich muss es mit Konsequenz durchziehen. Aber auch später, wenn ich die neuen Wege für mich angenommen habe, brauche ich die Konsequenz, sie nicht zu verlassen, und mich, um beim Beispiel zu bleiben, vom Suchtgedächtnis oder anderen Menschen, nicht in die Kneipe locken zu lassen. Das heißt für mich, dass ich eine bestimmte Grenze, die ich mir gesetzt und mit den Jahren verinnerlicht habe, nicht überschreite. Ich gehe nicht dahin, wo gesoffen wird. Ich würde es wahrscheinlich gut aushalten können, aber ich weiß nicht, was das bei mir auslöst und ob ich z. B. mein Suchtgedächtnis triggere, sozusagen die erste Kerbe in den Baum schlage, ohne dass mir das bewusst wird.

    Also halte ich mich konsequent an meinen Weg und gehe das Risiko aus keinem vermeintlich noch so gutem Grund ein. Und wenn ich das von mir weiß, gibt es auch keinen Grund in die Kneipe zu gehen und muss auch nicht verzichten.

    Das ist für mich auch mehr ein Gefühl und schwer zu erklären. Ich hoffe, dass es einigermaßen rüber gekommen ist.

    Zitat von Penta

    Wie passt Konsequenz zur Kapitulation vor dem Alkohol?
    Ist Konsequenz nicht ein "Kampf" in einer speziellen Art und Weise?


    Hallo,

    wie meinst Du das?

    1. Die Konsequenzen aus der Kapitulation vor dem Alkohol.

    oder

    2. Konsequent einen Weg verfolgen, konsequent einhalten, was ich mir vorgenommen habe und keine Kompromisse machen. Dazu gehört dann natürlich auch die Kapitulation.

    Da beißt sich die Katze für mich in den Schwanz. An anderer Stelle habe ich erwähnt, dass ich konsequent bin. Damit meinte ich, dass ich versuche konsequent auf dem Weg der Trockenheit zu bleiben. Da kommt z. B. kein Alk in meine Wohnung. Also betreibe ich heute noch Risikominimierung und mache auch wegen anderen keine "Schlenker" auf diesem Weg.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Christian W.

    Jeder muss einfach seinen Weg gehen. Gäbe es einen allgemeingültigen Weg, dann gäbe es keine Süchtigen und niemand würde je einen Rückfall erleiden. Aber so ist die Welt leider nicht.

    Hallo,

    jeder der "seinen eigenen Weg" geht, hat eine eklatant geringere Chance trocken zu werden. Und es gibt eben massenweise Süchtige, die es noch nicht begriffen haben.

    Schönen Tag

    H.

    PS: Ich würde mich nicht als radikal bezeichnen. Konsequent ist das richtige Wort für mich. Konsequent für (oder gegen?) mich und andere.

    Zitat von Poster

    Warum bin ich krank ? (fühle mich pudelwohl)
    Warum soll ich kein Bier oder Wein zuhause haben ?
    Gestern war wie alljährlich die komplette Verwandschaft bei mir.
    Natürlich bekommt mein Schwager ein Bierchen zum Essen...


    Hallo,

    die Antworten sind hier zu finden: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php

    Sucht ist die einzige tödliche Krankheit, die ich selbst zum Stoppen bringen kann - indem ich trocken bin. Greife ich wieder zum Suchtmittel geht der Verlauf an der Stelle weiter, an der ich aufgehört habe, auch nach sehr langer Zeit.

    Wichtig für mich war am Anfang, dass ich die Demut an den Tag gelegt habe, anderen zuzuhören, ihre Erfahrungen anzunehmen und nicht alle Hinweise zu zerreden. Ansonsten hätte ich wieder nur eine Trinkpause gemacht.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Christian W.

    Ich bin nicht besonders sondern nur individuell, so wie Du und alle anderen Menschen auch.


    So habe ich früher auch immer gedacht. Bis mir bewusst wurde, dass es um die Sucht geht. Und die verläuft genauso wenig individuell, wie die meisten anderen Krankheiten auch.

    Zitat von Correns

    Hier habe ich die Hoffnung, dass mein Beispiel irgendwann ansteckend auf ihn wirkt.

    Hallo,

    Hoffnung alleine ist das was uns von innen auffrisst. (Hab ich mal irgendwo gelesen.)

    Den restlichen Psalm schenke ich mir heute mal. Manche werden sowieso nicht schlauer.

    Schöne Weihnachten

    H.

    Zitat von Hartmut

    gäste untersagt welchen mitzubringen.


    Hallo,

    bei mir zusätzlich auch "in den Körper gefüllten" Alkohol. Hat jemand keinen Respekt vor mir und meiner Krankheit kann er draußen bleiben. Von mir aus auch für immer.

    Schöne Weihnachten

    H.

    Hallo,

    ich antworte mal aus meiner Sicht:

    Zitat von gavris

    Kann ich meinen Eltern und sonstigem Besuch zumuten, dass sie nicht trinken.


    Ja.

    Zitat von gavris

    Oder sollte ich nicht mitfeiern.


    Wenn der Besuch sich nicht, aus welchen fadenscheinigen Gründen auch immer, an die Vorgabe des Nichttrinkens halten will, dann auch hier ein "Ja".

    Zitat von gavris

    obwohl ich das aber unbedingt will


    Frage Dich selbst was Du unbedingt willst, trocken bleiben (werden) oder mitfeiern.

    Das hat was mit Selbstschutz zu tun. Es ist notwendig Prioritäten zu setzen und dabei egoistisch zu denken, um trocken zu werden. So war und ist es jedenfalls bei mir.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Paddy

    Aber Druck, Spott, Hochmut, Androhung mit Wegbleiben aus dem thread hilft da auch nicht wirklich. Das sind aber oft Reaktionen, die ich in Threads beobachte, wenn man sieht , dass derjenige noch nicht so weit ist , sein problem noch nicht richtig erkannt hat und man sich denkt, warum ist der eigentlich hier


    Hallo,

    ich habe es schon oft erlebt, vor allen Dingen am Anfang meiner Trockenheit, dass man, hier im Forum, in der realen SHG oder anderen Orten, auf nasse oder gerade nicht trinkende Süchtige trifft. Dann "springt" mein innerer Helfer an, ich kümmere mich und bin am Ende der "Idiot". Also habe ich gelernt meine Gefühle so weit wie möglich da raus zu halten und "Neue" an den Fakten zu beurteilen. Dann weise ich auf Fehler hin und sehe mir die Reaktion an. Wenn ich dann auf Warnungen bei z. B. "Ich gieße meinem Mann weiter Bier ein." eine Antwort bekomme, die mir zeigt wie unreif der Trockenwunsch desjenigen ist, halte ich mich einfach raus. Damit schütze ich mich selbst und habe dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass sich dieser Mensch nur selbst helfen kann. Das müsste den Co's eigentlich auch bekannt sein.
    Nochmal: Ich richte hier nicht über irgend jemanden. Es geht einfach nur darum mich selbst zu schützen.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo Manfred,

    ich glaube, dass sich der Verlauf der Sucht in allen Fällen in den meisten Punkten gleicht. Daher gehören für mich Deine genannten Gründe auch in diese Kategorie, also sind für mich das Ergebnis des Suchtverlauf, weil eine "normale" Entwicklung nicht statt finden kann.
    Daran, übergreifende Ursachen für die Sucht zu finden, haben sich schon ganz andere Leute die Zähne ausgebissen.
    Bei den einzelnen Süchtigen ist das für mich anders. Bei einigen können Ursachen ausgemacht werden. Aber wiederum sind andere Leute, bei denen diese Gründe vorliegen, nicht süchtig geworden.
    Für mich habe ich diese Suche abgeschlossen. Auch während meiner Therapie gab es keine plausible Erklärung, immer nur Ansätze, die aber nicht wirklich weiter geführt haben. Für mich ist wichtig, dasss ich weiß, dass ich süchtig bin und damit trocken lebe.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Hartmut

    Also haut mal rein in die Tasten.


    Hallo Hartmut,

    ich stimme ja mit den Zielen und Weg des Forums überein und bin hier um Erfahrungen anzunehmen und weiter zu geben. Oft habe ich den Eindruck, dass hier einige nicht ehrlich unterwegs sind. Spekulierend möchte ich keine Gründe nennen, aber diese Kobolde gibt es ja in allen Foren.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo,

    zu meiner Gelassenheit, die ich erworben habe, weil ich mich vor meiner Sucht und meinem Suchtmittel ergeben habe, gehört auch, dass ich mir um Fragen, die niemand abschließend beantworten kann, auch keine ausschweifenden Gedanken mehr mache.
    Für mich habe ich die Frage abschließend beantwortet: Der Sinn des Lebens, wenn es einen gibt, kann nur das Leben selbst sein. Und den Rest möchte ich trocken erleben.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von Rose2

    Heute ist für mich Ehrlich- und Aufrichtigkeit der beste Weg !


    Hallo,

    das stimmt auch für mich. Ich möchte aber noch anfügen, dass das nicht immer und jedem gelingen kann. Als Süchtige haben wir gelernt uns besser als andere durch das Leben zu lügen. Für uns ist es erst mal wichtig zu lernen, dass wir uns selbst was vorgemacht haben und wie wir das abstellen.
    Aber die "Nichtsüchtigen" lügen ja auch den ganzen Tag was das Zeug hält.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von purzelbaum

    fühle mich als wenn privat wie beruflich alles ein riesengroßer scherbenhaufen ist und ich bin total traurig....


    Hallo,

    ich denke in so einem Fall darüber nach, woran es denn wirklich liegen könnte, dass ich mich so fühle. Da gibt es viele Möglichkeiten.
    In meiner Anfangszeit der Trockenheit habe ich immer wieder festgestellt, dass mich das Suchtgedächtnis auf diese Art versucht hat "reinzulegen". Ohne Grund schlechte Stimmung verbreitet, um zum Trinken zu animieren, "denn dann wird es ja besser".
    Sollte sich andere tiefer sitzende Gründe dahinter verbergen, ist es ratsam einen Profi hinzuzuziehen, der das heraus kriegen kann.
    Nach meiner Meinung bringt "was schönes kaufen", "was schönes essen" usw. meist nur ein Verschieben des Problems. Gelöst wird es dadurch nicht und im schlimmsten Fall kann es in Suchtverlagerung ausarten. Dafür sind wir ja ziemlich empfänglich.

    Schönen Tag

    H.

    Zitat von purzelbaum

    "ach geht schon, diesmal passt du einfach besser auf auf dich" !!!


    Hallo,

    dass das nicht funktioniert habe ich auch erfahren. Nachdem ich das aber erkannt habe, konnte ich mich ergeben und aufhören gegen die Sucht zu kämpfen.

    Schönen Tag

    H.

    Hallo,

    verbal sezieren - zerquatschen - kann man alles. Ist ja immer mehr ein allseits beliebter "Sport". Habe ich früher auch immer so gemacht. Nach meiner Trockenlegung habe ich gemerkt, dass mir das nicht hilft, klare Gedanken zu fassen, und schon gar nicht Entscheidungen zu treffen oder zu handeln. Also wird bei mir nicht aufgebauscht, sondern so reduziert, dass es mein kleiner Geist fassen kann.

    Schönen Tag

    H.