Beiträge von Hanna1963

    Guten Morgen,

    ich bin ja noch ganz neu hier und habe noch nicht viel geschrieben, aber mir hat es gerade auch ein ganz mulmiges Gefühl gemacht, als ich Caros Abschied von ihrem eigenen thread gelesen habe. Ihre postings hier geben mir immer so viel. ABER ich freue mich gleichzeitig für sie und sehe die Hoffnung aufkeimen: MAN KANN ES SCHAFFEN! Und die Hoffnung, daß sie sich nicht ganz zurück zieht. Sie bleibt hier, sagt sie. Das finde ich soooo schön. Danke, Caro.

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag im Hier und Jetzt.

    Hanna

    Guten Morgen Marina,

    Dein letzter Satz "es geht in meinem Leben um mich und ich lebe im Heute nicht im Gestern." macht mich sehr nachdenklich. So einfach, so wahr und so schwer. Ich rutsche oft irgendwie ins Gestern und merke es nicht. Ich muß aufmerksamer werden im Hier und Jetzt.

    Ich danke Dir für diesen Impuls.

    Herzliche Grüße
    Hanna

    Zitat von Weitsicht

    ...Das konnte selbst dieser Pfarrer nicht zerstören.

    Ich glaube an die Kraft der Liebe, dass wir sie spüren dürfen, wenn wir uns ihr öffnen. ..

    Liebe Weitsicht,

    ich -fühle- mich oft krank, zerstört und kraftlos, aber ich bin es nicht. Ist das nicht wunderbar, daß sie es nicht geschafft haben?!!!

    "Die Kraft der Liebe" steckt in so vielem im Leben. Zu sich selbst, zu einem anderen Menschen, zu einem Tier, der Natur, dem Moment, der Vorfreude, der Hoffnung.. sie umgibt uns ständig. Wir haben nur nicht gelernt bzw. verlernt sie wahrzunehmen und sie einfach mit der Natürlichkeit eines Kindes anzunehmen. Ich glaube, wir alle hier, arbeiten an nichts anderem, als das wieder zu lernen. Wenn wir erst mal den Schmerz und die Ungerechtigkeit der Vergangenheit losgelassen haben, dann haben wir sinnbildlich die Hände auch wieder frei, um die Liebe zu uns selbst und zu allem anderen wieder selbstverständlich anzunehmen. Dieses Annehmen ist noch in uns. Es ist nur verschüttet.

    Liebe Grüße
    Hanna

    Guten Morgen,

    VIELEN DANK für Eure Antworten. Das tut so gut!

    Bücher habe ich über dieses Thema nicht gelesen. Das werde ich aber, da ich merke, daß das Lesen hier im Forum so unendlich gut tut. Die Erkenntnis: Ich bin normal. Ich bin nicht allein. Anderen Menschen mit solchen Erlebnissen in der Kindheit geht es auch so. - Das ist so befreiend. Es löst logischerweise nicht meine Probleme oder Denkstrukturen, aber es nimmt Druck weg. Druck und dieses räudige Gefühl, nicht zu funktionieren, nicht ganz ok zu sein. ICH DARF SO SEIN WIE ICH BIN und ICH DARF MICHT ÄNDERN. Ist das nicht herrlich?

    Liebe Auraya,
    ja, Du hast es getroffen. Ich bin mit mir im Zwist, wenn ich "nein" sage. Aber ich habe es in letzter Zeit manchmal gemacht. Darauf bin ich einerseits stolz und ich habe gemerkt, daß es mir gut tut und gleichzeitig wollen sich manchmal Gedanken einschleichen, in denen ich mich selbst verurteile. Aber die schiebe ich sofort weg. Nur wer funktioniert und die geahnten Erwartungen der anderen erfüllt, wird geliebt - das war die Maxime der Kindheit. Das ist Vergangenheit, mein Kopf weiß das. Warum bin ich nur so harmoniesüchtig und scharf auf Liebe, die ja in echt gar keine ist. Wenn ich nur geliebt werde, wenn ich funktioniere, dann werde ich ja gar nicht um meiner selbst willen geliebt. Ja, ja, vom Verstand her bin ich ein echt super Theoretiker - grins.
    Wenn ich gemocht werde, weil ich etwas mache, was der andere will, aber ich nicht, dann geht es mir doch eigentlich nicht besser als wenn ich das mache, was ich möchte und der andere mag mich nicht. Versteht Ihr, was ich meine?

    Nachdem ich von zu Hause ausgezogen war bin ich von einer Beziehung in die nächste gegangen und habe dort das weiter gelebt, was ich kannte. Sorgen! Sich um andere sorgen, versorgen, sich Sorgen machen etc. Dann vor ca. 10 Jahren habe ich das erste Mal allein gelebt und festgestellt, daß mir ganz wesentliche Schritte fehlten, die Menschen normalerweise in Jugend und Pupertät durchleben. Einfache Dinge wie: Was mache ICH eigentlich gern? Wohin fahre ICH eigentlich gern in Urlaub? Welche Filme sehe ICH eigentlich gern? Wie empfinde ICH manche Dinge, Situationen usw. Stellt Euch das mal vor! Mich als Person hatte ich zwar wahrgenommen, aber irgendwie immer negiert. "Sei nicht so egoistisch" habe ich mir gesagt, wenn ich merkte, daß ich etwas wollte oder nicht wollte. Das hatten meine Eltern auch immer gesagt. Ich schüttel darüber gerade den Kopf. Wie unverschämt von Eltern, einem Kind zu sagen, sei nicht so egoistisch. Ist ein Kind egoistisch, wenn es spielen will, einen Ausflug mit den Eltern machen will? Natürlich nicht. Manchmal hatte ich mich versucht zu wehren, indem ich um mich biß, weil ich mich in die Enge getrieben fühlte, aber das schlechte Gewissen danach, hatte mich sofort wieder in die "Spur" gebracht.
    Mit Ende 30 habe überlegt und ausprobiert, ob ich malen, singen, handwerken oder sonst was kann und mag. Und ich habe mich ins "Nachtleben" gestürzt und habe fast alles ausprobiert, was man so machen kann. Stellt Euch das mal vor!!! Heute ahabe ich nichts anderes als Liebe und inneren Frieden gesucht habe. Das findet man natürlich nicht in Diskos.

    Ich danke Euch wieder fürs Zuhören und wünsche Euch, daß die Schatten der Vergangenheit jeden Tag Eures Lebens ein wenig kleiner und weniger mächtig werden.

    Hanna

    Hallo,

    meine Mutter war Alkoholikerin. Sie starb daran.
    Ich habe jetzt 10 Minuten vor dem PC gesessen und mit mir gekämpft. Ich schäme mich. Ich bin 45. Meine Mutter starb als ich 15 war. Und ich schäme mich, weil ich noch immer darunter leide. Daß sie so früh starb und daß der Scheiß-Alkohol unser Leben so gestaltet hat, wie es war. Und daß sie mich mit dem jähzornigen Mann und den nur-mit-sich-selbst-beschäftigten-viel-älteren-Brüdern allein gelassen hat. Und diese verlogene erzkatholische Erziehung, die nur aus Drohung und bunten Bildern der Höllen bestand. Gott macht etwas ganz anderes aus, als es diese "Gemeinden" früher den Menschen glauben machen wollten.
    Und ich schäme mich, weil es mein Leben noch heute beeinflußt und ich es nicht endlich loslassen kann.
    Wieso schäme ich mich? Dann ist es eben so!
    (Mensch, das Schreiben hier im Forum hat es aber in sich. Da kommt ja schon beim Schreiben so einiges zu tage!)

    Ich kann mich nicht erinnern, sie mal nüchtern erlebt zu haben. Mein Vater wurde mit jedem Tag agressiver, jähzorniger und wollte sie mit Gewalt vom Alkohol abbringen. Funktionierte natürlich nicht. Seine Wut bündelte sich und er ließ sie an uns Kindern aus.
    Meine Mutter war unberechenbar. Wenn der Pegel stimmte, war sie liebevoll und fürsorglich. War der Pegel zu gering oder zu hoch, ging Schuldzuweisung für Nichtigkeiten los und die Konsequenz war Liebesentzug für uns Kinder.
    Im Nachhinein kann ich nicht sagen, was mit als Kind schlimmer war.. doch, ich kann. Vor ihm hatte ich ANGST, Todesangst. Nach ihr habe ich mich gesehnt - obwohl sie neben mir saß. Versteht Ihr, was ich meine.
    Alles wurde tot geschwiegen. Unter Androhung von Strafe durften wir mit niemanden über den Alkohol sprechen.

    Ich habe vor 10 Jahren eine Therapie gemacht. Eigentlich bin ich nur zum Psychologen gegangen, weil ich dachte, mit mir stimmt was nicht, weil ich in vielen Situationen so reagiert habe, wie ich nicht reagieren wollte. Es war als stünde ich neben mir, sah und hörte, was ich machte und konnte nichts dagegen tun. Ich wurde schnell laut, wenn ich mich ungerecht behandelt fühlte oder wenn ich mich in die Enge getrieben fühlte. Dieses Gefühl hatte ich oft und in völlig banalen Situationen. Na ja, auf jeden Fall kam dann bei der Therapie zu Tage, daß ich vieles nie gelernt hatte, was man als Kind normalerweise so lernen sollte. Aber wem sage ich das?!! Ich weiß, daß ihr wißt, wovon ich spreche.
    Die Therapie war sehr erfolgreich. Ich habe viel gelernt und mich viel viel wohler gefühlt. Fühle mich noch immer wohler als vorher. Aber in letzter Zeit habe ich das Gefühl, daß das noch mehr ist, was mich belastet, hindert, "fehlsteuert".
    Beim Lesen der Beiträge hier ist es mir so was von klar geworden... Bei einigen Beiträgen, bekam ich Herzrasen, Schweißausbrüche und ein Gefühl, Weglaufen zu wollen. kennt Ihr das? Ich mußte mich bewußt ins Hier und Jetzt holen, weil ich bei den Beschreibungen der Erlebnisse anderer Menschen hier, viele Gefühle meiner Kindheit wieder hatte. Puuhh. Nix schön. Gut, daß ich erwachsen bin und "da" nicht mehr leben muß! Und gleichzeitig zeigt es mir, daß ich noch mitten auf dem Weg bin und keineswegs am Ziel...
    Also, weshalb ich hier eigentlich schreibe... Hat jemand von Euch auch das Problem, daß er manchmal gar nicht erkennt, daß er sich innerlich in einem ungeheuren Streß befindet und sich nach einer Weile völlig erschöpft fühlt und dann krank wird oder ständig Angst/Panik hat, daß er krank wird?

    Es würde mir unendlich helfen, wenn Ihr Eure Erlebnisse/Gefühle dazu mit mir teilen könntet.

    Liebe Grüße
    Hanna

    Was ich heute brauche????

    Wenn ich das bloß wüßte. Ich bin so leer seit gestern. Habe mich gestritten mit jemandem, der mir am Herzen liegt. Habe wieder wie früher reagiert. Ärgere mich über mich selbst. Kann den Streit nicht loslassen. Fühlte mich ungerecht behandelt und habe überreagiert - oder habe ich mich endlich nur einmal gewehrt und NEIN gesagt? Und kann jetzt mit dem Echo nicht umgehen?

    Was brauche ich heute?

    Mein Verstand sagt:
    FRIEDEN IM HERZEN
    Frieden mit mir selbst - so wie ich bin
    Liebe für mich selbst

    Mein Gefühl sagt:
    Ein one-way-ticket nach irgendwo
    Ein neues Leben - ein anderes Leben

    Mein Verstand sagt:
    das wird nicht funktionieren. Du nimmst Dich und Deine Probleme mit und wirst Dich dort auch nicht anders fühlen

    Mein Gefühl sagt:
    Endlich einen Menschen, der mich liebt, weil ich bin - nicht, weil ich es mir verdiene

    Mein Verstand sagt:
    Den Menschen kennst Du bereits.

    DU SELBST.

    Also, was brauche ich heute?

    Liebe und Geduld mit mir selbst. - Weiß jemand da draußen im Äther wie das geht?

    Danke fürs Zuhören.
    Viele Grüße
    Hanna

    Liebe Caro,

    es war einmal:
    Fröhlichkeit, singendes summendes Mädchen, Kinderlachen, Neugierde auf die Welt, Bewegungsdrang, malen und schreiben wollen

    es wurde mit Gewalt vom Vater gefordert:
    Gehorsamkeit, aufzupassen daß Mama nicht trinkt, ein Vater der seine Frau durch das Mädchen ersetzen wollte, Haushalt machen, Verwandte und Freunde anlügen müssen, niemanden mitbringen dürfen.

    Es gab:
    eine Mutter, die unberechenbar war. Nicht gewalttätig, aber mal liebevoll, mal wegstoßend. Unzuverlässig. Keinen Schutz vor dem Vater bot.
    Es gab:
    einen Vater, der dem Mädchen sagte, daß es Schuld sei am Saufen der Mutter, weil sie nicht mehr geplant gewesen sei und nun alles zu viel sei.

    Geblieben ist:
    Angst, Angst, Angst, Unsicherheit, nicht zu stillende Sehnsucht nach Liebe und eine so kraftvolle Wut wie ein im Sturm tosendes Meer

    Liebe Caro,

    allein der Gedanke, daß auch bei Dir ein kleines Mädchen "wohnt", tröstet mein kleines Mädchen und die Angst vor der Nacht wird ein klein wenig kleiner.

    Ich sende Dir einen lieben Dank für Deine Gedichte. Sie öffnen eine Tür in mir einen Spalt breit.

    Hanna

    Hallo,

    bin ein wenig sprachlos... Worte wie Selbstaufgabe, sich Sorgen machen, psychosomatischen Schmerzen, nicht für sich selbst sorgen, sich selbst nichts Gutes tun, ruhelos sein etc..... puh, das muß ich erst mal verdauen. Ich dachte, ich sei so, weil ich so bin. Aber nun werde ich das Gefühl nicht los, daß es noch einen anderen Grund dafür gibt. :roll:

    Ich danke EUCH!!!!!!!!!!!!!!

    Viele Grüße
    Hanna