Guten Morgen,
VIELEN DANK für Eure Antworten. Das tut so gut!
Bücher habe ich über dieses Thema nicht gelesen. Das werde ich aber, da ich merke, daß das Lesen hier im Forum so unendlich gut tut. Die Erkenntnis: Ich bin normal. Ich bin nicht allein. Anderen Menschen mit solchen Erlebnissen in der Kindheit geht es auch so. - Das ist so befreiend. Es löst logischerweise nicht meine Probleme oder Denkstrukturen, aber es nimmt Druck weg. Druck und dieses räudige Gefühl, nicht zu funktionieren, nicht ganz ok zu sein. ICH DARF SO SEIN WIE ICH BIN und ICH DARF MICHT ÄNDERN. Ist das nicht herrlich?
Liebe Auraya,
ja, Du hast es getroffen. Ich bin mit mir im Zwist, wenn ich "nein" sage. Aber ich habe es in letzter Zeit manchmal gemacht. Darauf bin ich einerseits stolz und ich habe gemerkt, daß es mir gut tut und gleichzeitig wollen sich manchmal Gedanken einschleichen, in denen ich mich selbst verurteile. Aber die schiebe ich sofort weg. Nur wer funktioniert und die geahnten Erwartungen der anderen erfüllt, wird geliebt - das war die Maxime der Kindheit. Das ist Vergangenheit, mein Kopf weiß das. Warum bin ich nur so harmoniesüchtig und scharf auf Liebe, die ja in echt gar keine ist. Wenn ich nur geliebt werde, wenn ich funktioniere, dann werde ich ja gar nicht um meiner selbst willen geliebt. Ja, ja, vom Verstand her bin ich ein echt super Theoretiker - grins.
Wenn ich gemocht werde, weil ich etwas mache, was der andere will, aber ich nicht, dann geht es mir doch eigentlich nicht besser als wenn ich das mache, was ich möchte und der andere mag mich nicht. Versteht Ihr, was ich meine?
Nachdem ich von zu Hause ausgezogen war bin ich von einer Beziehung in die nächste gegangen und habe dort das weiter gelebt, was ich kannte. Sorgen! Sich um andere sorgen, versorgen, sich Sorgen machen etc. Dann vor ca. 10 Jahren habe ich das erste Mal allein gelebt und festgestellt, daß mir ganz wesentliche Schritte fehlten, die Menschen normalerweise in Jugend und Pupertät durchleben. Einfache Dinge wie: Was mache ICH eigentlich gern? Wohin fahre ICH eigentlich gern in Urlaub? Welche Filme sehe ICH eigentlich gern? Wie empfinde ICH manche Dinge, Situationen usw. Stellt Euch das mal vor! Mich als Person hatte ich zwar wahrgenommen, aber irgendwie immer negiert. "Sei nicht so egoistisch" habe ich mir gesagt, wenn ich merkte, daß ich etwas wollte oder nicht wollte. Das hatten meine Eltern auch immer gesagt. Ich schüttel darüber gerade den Kopf. Wie unverschämt von Eltern, einem Kind zu sagen, sei nicht so egoistisch. Ist ein Kind egoistisch, wenn es spielen will, einen Ausflug mit den Eltern machen will? Natürlich nicht. Manchmal hatte ich mich versucht zu wehren, indem ich um mich biß, weil ich mich in die Enge getrieben fühlte, aber das schlechte Gewissen danach, hatte mich sofort wieder in die "Spur" gebracht.
Mit Ende 30 habe überlegt und ausprobiert, ob ich malen, singen, handwerken oder sonst was kann und mag. Und ich habe mich ins "Nachtleben" gestürzt und habe fast alles ausprobiert, was man so machen kann. Stellt Euch das mal vor!!! Heute ahabe ich nichts anderes als Liebe und inneren Frieden gesucht habe. Das findet man natürlich nicht in Diskos.
Ich danke Euch wieder fürs Zuhören und wünsche Euch, daß die Schatten der Vergangenheit jeden Tag Eures Lebens ein wenig kleiner und weniger mächtig werden.
Hanna