Beiträge von inga

    Hallo Fini,

    ich glaube, Deine beiden Kinder sind verständnisvoller und haben von der Wahrheit schon mehr mitbekommen als Du es im Moment vielleicht ahnst. Ich habe mich im November vorigen Jahres getrennt, die erste Zeit war schlimm, ich habe viel geheult und dachte, ich werd nicht wieder. Heute geht es mir gut, solange ich mit ihm nichts zu tun habe. Einige Wochen nach der Trennung sagte meine Tochter (8 Jahre) zu mir "Mama, endlich bist Du wie früher!"

    Ich weiß heute eines: Nie wieder solch ein Leben, wie in diesem knappen Jahr, welches ich mit ihm erlebt habe!

    lg inga

    Hallo Andrea,

    vieles kommt mir bei Dir sehr bekannt vor und könnte auch von mir geschrieben worden sein. Ich habe bei Dir das Gefühl, daß Du Dich in Arbeit kniest, um nicht an ihn denken zu müssen.

    Als ich mich getrennt hatte, habe ich auch etwas getan, wo ich heute denke, es war so nicht ganz richtig. Ich fing neben meiner Arbeit ein sehr zeitintensives Hobby an. Dazu bin ich auch noch alleinerziehend. Solange wie ich zu tun hatte, war für mich alles kein Problem. Wehe ich kam zur Ruhe. Da war dann wieder nur ein an ihn denken. Die Trennung hatte bei ihm nichts bewirkt, er hat sich ganz rasch eine Neue gesucht.

    Mehr durch Zufall habe ich etwas für mich entdeckt: ich setze (meistens mit selbstauferlegtem Zwang) hin, tue wirklich n i c h t s und verschiebe alle Gedanken auf "nachher". Ich höre dann nur meinem Atem und der Umgebung zu. Mir tut es gut. Krieg ich aber bisher leider nur für wenige Minuten hin und selten mehr als zwei- bis dreimal täglich. Vielleicht hilft es Dir auch.

    lg inga

    Hallo rijj,

    die Entscheidung kannst letzten Endes nur Du treffen. Aber willst Du wirklich solange warten, bis er zuschlägt? Vielleicht ist es dann zu spät. Ich selbst habe erfahren, daß es schwerer wird sich abzugrenzen, je länger man in einer solchen Beziehung lebt.

    Ich habe eine siebenjährige Tochter, Wochen nach der Trennung meinte sie, endlich sei unser Leben wieder normal.

    Als ich in dieses Forum fand, habe ich anfangs viel in den Berichten der trockenen Alkoholiker gelesen. Ich hatte damals gehofft und geglaubt, einen Weg zu finden, wie ich ihm helfen könne. IRRTUM. Kann ich nicht, kann er nur selber. Ich habe auch bei den EKA´s gelesen, das wollte ich meinem Kind auf keinen Fall antun.


    lg inga

    hallo melinak,

    Auch ich komme aus einem "Helferberuf". Da habe ich selten Probleme, innerlich die Distanz zu waren. Aber hundertprozentig klappt das bei mir nicht. Für mich selbst habe ich schon oft gemerkt, daß ich mich unterschiedlich tief "einfühlen" kann. Warum das so ist, weiß ich nicht. Eines fällt mir auf: im Beruf werden von mir gesetzte Grenzen/Distanzen eingehalten, ansonsten kann ich mit jemandem tauschen.

    In der privaten Beziehung waren diese Grenze/Distanzen nur am Beginn akzeptiert worden. Das immer dreister werdende Überschreiten kam ganz schleichend und immer schlimmer werdend.

    Beruflich habe ich nie das Gefühl gehabt, versagt zu haben, in meiner Beziehung schon. Zur Zeit gehe ich mein Leben ganz bewußt langsamer an, ich will wieder lernen, auf meine innere Stimme zu hören.

    lg inga

    Hallo Pauliese,

    hast Du Deinen Mann auf Deine Gefühle hin angesprochen oder kamst Du gleich mit Vermutungen? Denn irgendwo muß doch Dein Gefühl, daß etwas nicht stimmt, herkommen.

    Als ich meinen Ex kennenlernte, hatte ich das Gefühl: um Gottes Willen NEIN. Ich habe damals nicht drauf gehört, auch später nicht, als es sich immer mal wieder meldete. Denn mein Verstand sagte das ganze Gegenteil. Wir kamen zusammen. Mein Ex war damals schon Pegeltrinker mit regelmäßigem saufen bis zum Filmriß. Davon war aber in der ersten Zeit nichts zu bemerken.

    Mein Gefühl muß es gewußt haben! Ganz sicher. Mein Verstand ließ sich über Monate hinweg täuschen. Als es mir ganz schlecht und dreckig ging, habe ich dieses Forum gefunden.

    lg inga

    Hallo aschenputtel,

    das gemeinsame bezahlen der Wohnung scheint ihm eine gewisse Sicherheit zu geben, sich nicht mit seinem Problem auseinandersetzen zu müssen. Denn Du bist ja immer noch da und Du würdest wohl alles tun, um selbst nicht obdachlos zu werden. Also kann er sich doch auf diesem Ruhekissen ausruhen. Diese Gedanken kamen mir beim Lesen.

    Was kommt nach dem Ignorieren, wielange willst Du das ertragen? Dieses ignorieren habe ich damals auch durchgezogen, lange durchgezogen. Es hat nichts rein gar nichts gebracht, außer daß mein mittlerweile Ex fleißig weitergesoffen hat.

    lg inga

    Hallo Promise_me,

    Deine Denkweise kommt mir sehr bekannt vor, vor vielen Jahren war ich auch mal in so einer Denkart. Damals hat mir eine Freundin (wir hatten uns durch unsere vierbeinigen Freunde und Helfer kennengelernt) einen guten Rat gegeben, der mir sehr geholfen hat. Sie meinte nur, ich solle Tagebuch schreiben.

    Tagebuch kann keine Freunde ersetzen, aber es kann helfen, sein eigenes Selbstbewußtsein aufzuwerten. Da brauchst Du nämlich keine Angst vor Reaktionen zu haben und niemandem "zuvor" kommen zu müssen. Das habe ich damals geglaubt, lieber gehen bevor der andere.... Es ist keine Garantie nie wieder Fehler zu machen, man erkennt Fehler schneller. Es ist auch keine Garantie, nie wieder in ein riesiges Loch zu fallen, ich bin viele Jahre später auch in eins gefallen - und hier gelandet.

    Könntest Du vielleicht wieder etwas tun, was Du vor Eurem Zusammensein getan hast? Du hattest doch ein Leben vor Eurem Kennenlernen. Was hast Du damals getan?

    lg inga

    Hallo Schneewittchen,

    doch, es ist verständlich was Du schreibst. Gefühle benennen ist eben halt keine leichte Sache.

    Mein mittlerweile Ex hat während seiner extremen Saufphasen mich und ohne Ausnahme auch alle anderen klein gemacht, richtig klein gemacht. Allerdings habe ich ihn dafür nicht gehaßt, sondern mich, weil ich es mit mir habe machen lassen. Daher kommen mir Deine Gefühle sehr bekannt vor.

    Deine "Verwirrung" wird sich klären, glaub mir. Es wird Dir langsam immer besser gehen.

    LG inga

    Hallo Sternenglitzer,

    ich glaube, du bist in Deinem Ablösungsprozeß von ihm schon ziemlich weit, weil Du das Gefühl hast, bereit zu sein um einen anderen Mann kennenzulernen und weil Du Dich nicht verletzt fühlst, wenn Du an ihn denkst.

    Ich glaube, für uns ist es erst einmal wichtig, herauszufinden, weshalb sich Alkoholiker von uns angezogen fühlen. Denn dann können wir das ändern bzw. daran arbeiten und schließlich hat sich die Sorge erledigt, der nächtste Mann könnte auch wieder einer mit einem Suchtproblem sein. Diesen Weg habe ich jetzt eingeschlagen und lasse den Gedanken an den Nächsten erst einmal außen vor. Mal sehen was da noch kommt.

    lg inga

    Hallo Elke,

    Schuld hast Du nicht an seinem Trinkverhalten und an seinem jetzigen Zustand, das hat hier keiner von uns, auch wenn uns das sehr oft eingeredet wurde. Auch ich frage mich heute oft noch, was ich falsch gemacht habe.

    Nachdem ich mich von meinem Partner vor etwa 2 Monaten getrennt hatte (ich habe vorher eine ganze Weile hier gelesen, ehe ich dazu fähig war, diesen Schritt zu gehen), habe ich fast nur geheult. Da reichte schon der allerkleinste Anlaß. Hinzu kommt, daß mein Ex klammert. Ich habe im Grunde genommen verstärkt drei Dinge getan und tue sie zur Zeit immer noch:

    Handy fast ständig aus,
    hier viel viel viel lesen und
    mit meinen beiden Hunden extrem viel draußen unterwegs, egal wie eklig das Wetter ist.

    Wenn ich ihm trotzdem über den Weg laufe (wir wohnen in derselben Stadt und da läßt es sich nicht immer vermeiden) oder wenn er mich in den Zeiten "erwischt", in denen mein Handy doch mal angeschaltet ist, geht es mir hinterher immer noch schlecht. Allerdings nicht mehr so schlimm wie am Anfang.

    Hab Geduld!

    lg inga

    Hallo Nachtengel,

    ich schließe mich da Jürgen voll und ganz an.

    Als es mir richtig schlecht ging, habe ich dieses Forum gefunden. Ich habe gelesen und viel nachgedacht, weiter gelesen und weiter viel nachgedacht, gelesen...

    Im November war ich soweit, den für mich ersten kleinen Schritt zu wagen, ich habe mich getrennt. Langsam geht es mir besser, die Tränen, die am Anfang nur so liefen, werden langsam weniger, ich fange wieder an zu lachen - nach fast zwei Monaten. Zu Ende ist es noch lange nicht für mich, er will die Trennung nicht wahr haben will und ich habe noch ganz viel über mich zu lernen.

    Ich wünsch' dir alles Gute
    inga

    Hallo Sinnesrausch,

    vielleicht ist es uns doch angeboren weil wir Frauen sind, und Frauen sich um den "Nachwuchs" kümmern und dabei das Letzte geben würden, damit es den Nachkommen gut geht, ungeachtet der eigenen Gesundheit.

    Dann gibt es wiederum Männer, die partout keine Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen wollen (mein Ex gehört dazu!). Gerade diese Männer finden scheinbar instinktiv Partnerinnen, die sich bis zum Letzten aufopfern. Außerdem scheinen sie ganz genau zu wissen, wie und womit sie uns "kriegen können", damit sich unser Gewissen meldet. Wenn es dann aber zur Trennung kommt, wird geklammert um den Versorgungszustand zu erhalten.

    Mir ist beim Lesen so richtig aufgefallen, daß mein Ex genau weiß, was er tun muß. Seit der Trennung im November habe ich nur selten auf seine vielen Anrufe und SMS zu den unmöglichsten Zeiten (nachts zwischen 1.00 und 3.00 Uhr) reagiert (mittlerweile habe ich mitbekommen, daß ich besser gar nicht darauf reagiert hätte). Dafür spricht er mich jetzt eben halt auf der Straße an, wie schlecht es ihm über die Feiertage gegangen wäre und welche Schmerzen er wieder auszuhalten hatte.

    Was mich bei meinem dabei auch noch so sehr wurmt, er hat sich ganz rasch eine Neue gesucht und läßt mich nicht in Ruhe.

    inga

    Das bezweifelt auch niemand, aber wie lange willst Du denn das mit Deinem Sohn durchhalten, die ganze Fahrerei? Du bist doch dann währenddessen nicht bei Deinem Freund und er ist wieder allein.

    Was ist, wenn Dein jetziger Freund dann da nach einer Weile nicht mehr mitspielt?

    inga

    Hallo,

    - puzzlen, mindestens tausend Teile und jemanden finden, der es dann aufklebt

    - Barbies einkleiden, auch wenn´s nicht lange so bleibt (meine Tochter hat da eine andere Ansicht als ich), Sachen dafür herstellen ist ziemlich fummelig, aber ich werde dabei ruhig

    - Vögel im Garten füttern, die warten alle immer schon, wenn ich das Vogelhäuschen auffülle und können einen unheimlichen "Krach" veranstalten

    - mit meinem Hund "quasseln", der versteht alles und meckert nicht (guckt mich manchmal nur dabei seltsam an)

    - Wimmelbilder malen

    - Dinge die man unbedingt braucht erfinden: selbstanspitzende Bleistifte, Kühlschränke die nie Platzmangel haben und sich immer dem Inhalt anpassen, Autoschlüssel die sich immer von allein an ihren Platz legen, Brillen die sich melden wenn man sie ruft .....

    - mit Freundin Garfield gucken

    - Line-dance

    - laaaaaange duschen, anschließend in ein großes Handtuch wickeln und nichts tun

    - Maj Sjöwall und Per Wahloö lesen

    - schwedisch lernen

    inga

    Hallo schatten79,

    du brauchst Dir gar nicht dämlich vorkommen. Ein solches Gefühlschaos kennen wir hier wohl so ziemlich alle.

    Ich vermute, Dein Freund trinkt, weil er mit sich allein nicht klarkommt und es auch niemals klarkommen wird. Denn mein Exfreund (ich habe mich Ende November von ihm getrennt, nachdem ich längere Zeit zuvor hier im Forum bereits sehr viel gelesen hatte) leidet ebenfalls an der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ich habe mich intensiv darüber informiert, was das überhaupt ist. Sicherlich, ich gebe zu, daß ich mich seitdem im "Tal der Tränen" befinde, aber mir geht es auch gesundheitlich besser, als in der Zeit wo wir zusammen waren.

    Auch meiner war immer sehr reumütig und es ging ihm schlecht, wenn er bis zum Filmriss getrunken hatte (er ist Spiegeltrinker mit Hang zum Quartalstrinker). Geändert hat es sich nichts, sogar ganz im Gegenteil, es wurde schlimmer. Schließlich ging es ihm doch gut, wozu sollte er denn aufhören?

    Ich habe eine 7-jährige Tochter und das war für mich der Hauptgrund, mich zu trennen, da ich ihr das nicht zumuten will.

    inga

    Hallo Sinnesrausch,

    gerade am eigenen Selbstwertgefühl zu arbeiten ist schwer, glaube ich zumindest für mich. Denn ich weiß noch nicht, wie ich das anstellen sollte. Denn mein bisheriger Weg sieht so ziemlich ähnlich aus. Auch ich bin immer wieder an Alkoholiker geraten.

    Durch das viele Lesen hier habe ich viel Stoff zum Denken bekommen. Mittlerweile bin ich auch in meiner Kindheit als Ursache angekommen. Wir können aber unsere Kindheit nicht einfach so ausradieren. Wichtig finde ich allerdings, das erst einmal erkannt zu haben. In irgendeinem Buch habe ich mal gelesen, man müßte erst verzeihen und kann dann aus der Falle herauskommen, immer wieder dieselben "Fehler" zu machen bzw. immer wieder die alten Wege zu gehen.

    Es könnte doch möglich sein, das dieses Verzeihen uns hilft, unsere alten Denkmuster zu verlassen. So wie wir denken handeln wir, wird immer gesagt.

    inga