Beiträge von inga

    Hallo Doro,

    auf solche Gedanken an Stalking bin ich nicht gekommen. Obwohl ich den Begriff schon gehört habe. In den nächsten Tagen erkundige ich mich genau darüber. Ich werde direkt bei der Polizei nachfragen. Von einer Wirkung auf ihn bin ich eigentlich nicht überzeugt, denn immer wenn in seiner Vergangenheit zu irgendwelchen Strafen kam, haben seine Eltern "die Kohlen aus dem Feuer geholt". Egal ob es sich dabei nun um seine Spielschulden handelte oder wenn er beim Diebstahl erwischt wurde oder als er aus seiner Wohnung raus mußte und kein Vermieter ihn haben wollte haben ihm seine Eltern eine neue Wohnung besorgt, da lassen sich noch viele Beispiele anhängen. Ich werde mich trotzdem erkundigen.

    Zitat von Doro

    Ansonsten wird es vermutlich mit der Zeit weniger werden.


    Das nehme ich als Hoffnung und spekuliere erst einmal darauf. Denn irgendwann muß ihm doch mal die Puste ausgehen, hoffe ich. Ich hatte auch schon den Gedanken, das Ganze seiner Freundin zu sagen, da ich ganz stark vermute, daß sie davon weder etwas ahnt noch weiß. Bloß da ist die Angst größer, daß sie dann vielleicht mit ihm Schluß macht und ich ihn dann ganz und gar auf dem Hals habe. Den Gedanken mit seinen Eltern zu reden habe ich fallen lassen. Auf Grund dessen, daß sie ja zu ihm halten.

    Wie bist Du damit klar gekommen allein ohne Partner zu leben? Ich habe zwar im Moment die Nase gestrichen voll, in einer Beziehung zu leben, aber auf Dauer bzw. für den Rest meines Lebens will ich nun auch nicht allein bleiben. Zur Zeit habe ich keinerlei Bedarf nach einem Partner. Keine Ahnung wie lange das so sein wird.

    Hallo Aurora,

    den Kontakt habe ich nicht freiwillig. Er paßt mich immer wieder ab. Beispielsweise wenn ich meine Tochter zur Schule bringe, steht er an einer Stelle, wo wir vorbei müssen und da spricht er uns an, so daß andere es zwangsläufig hören. Ich reagiere zwar äußerlich nicht, aber es ist mir peinlich und ich würde am liebsten im Boden versinken. Oder wenn er zu seinen Großeltern geht, weil er Geld braucht (er braucht oft welches und ist deshalb häufig dort) - seine Großeltern (sehr nette Leute um die 90, er ist nicht blutsverwandt, da er adoptiert wurde) wohnen in meiner Nachbarschaft.

    Übers Handy kann er mich nicht erreichen, ich habe seine Nummer sperren lassen. Er hat sich dann ein zweites Handy zugelegt, aber dessen Nummer habe ich auch sperren lassen, sein nächste Taktik war, daß er Bekannte überredete, deren Handy benutzten zu dürfen - nur bei mir unbekannten Nummern gehe ich nicht ran. Denen ich meine Handynummer gegeben habe, von den Leuten habe ich deren Nummern auch mit Namen gespeichert. Also hat er sich darauf verlegt, mich eben abzufangen.

    Für mich ist es ein Rätsel, weshalb er es tut. Es muß ihm doch klar werden, daß ich die Trennung ernst meine. Zumal er doch eine Freundin hat (die paßt übrigens zu ihm), was will er denn noch von mir. Seine Sachen habe ich ihm alle wiedergegeben - er hat übrigens von allen seinen Exfreundinnen die Geschenke bei der Trennung zurückgefordert, schlimmer finde ich dabei, daß er die gar nicht bezahlt hat, sondern seine Eltern.

    Meine Tochter und ich hatten heute einen schönen Tag - wir waren in einem Bauspielhaus. Wobei ich zugebe, ich bin eigentlich geflüchtet, denn bei uns war heute auf dem Marktplatz die Schlüsselübergabe an das Prinzenpaar (Karneval). Da stehen nämlich zu diesem Anlaß Bierwagen und Bierzelte. Ich mag es nicht, laufend den Betrunkenen über den Weg rennen zu müssen und die Lautstärke, wie das vonstatten geht.

    Hatte ich gedacht mit der Trennung ist es vorbei, mußte ich das Gegenteil feststellen. Wirklich in Ruhe läßt er mich bis heute nicht, aber es zieht mich nicht mehr runter, ich will ihn nicht zurück. Wenn er mir "zufälligerweise" über den Weg lief oder wenn mir die Gerüchte zu Ohren kamen, die er über mich verbreitete, brachte mich das so aus der Fassung, daß mir den ganzen Tag lang fast alles mißglückte. Aber: Nach außen hin ließ mich das kalt, die Geüchte hörten auf und die Abstände wo er versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen, betragen teilweise einige Wochen. Aufgegeben hat er noch nicht.

    Die Hoffnung ihn trocken zu erleben habe ich aufgegeben.

    In den letzten Wochen habe ich mich von Bekannten zurückgezogen, die mir nicht gut taten. Ich kann keine sogenannten Freundschaften brauchen, die mich im Stich lassen, wenn ich Hilfe brauche aber von mir verlangen, daß ich zur Verfügung stehe, wenn sie was brauchen. Wobei ich gerne helfe, mein Problem dabei ist: Ich nehme anderen zu helfen (oft unaufgefordert, ohne daß ich direkt um Hilfe gebeten wurde) wichtiger als mich selbst und es gibt leider Leute, die das ausnutzen. Mich dann zurückzuziehen fällt mir unheimlich schwer, ich habe da immer ein ganz schlechtes Gewissen dabei. Zumindest habe ich den Anfang schon gemacht.

    Mit der Kontaktsperre habe ich mich schwer getan. Ständig mußte ich mit mir kämpfen damit ich mich nicht bei ihm melde. Es gab noch soviel zu klären, unteranderem wollte ich meine Sachen zurückhaben und ihm sagen, wie sehr er mich verletzt hat. Zu einem solchen Gespräch ist es nie gekommen, meine Sachen, die er immer noch besitzt, habe ich abgeschrieben, es sind materielle Dinge und die sind ersetzbar. Das hat Monate gedauert bis ich begriffen habe, daß es sinnlos ist mit ihm vernünftig zu reden solange er naß ist.

    Noch am selben Tag als ich mich getrennt hatte, hatte er eine Neue - glaubte ich. Diese Neue war aber schon während unserer Beziehung da - er hat mich betrogen. Anstatt darüber sauer zu sein, habe ich mir Sorgen gemacht: ob sie ihn auch gut behandelt und sich richtig um ihn kümmert denn er hat doch soviele Probleme gesundheitlicher und finanzieller Art, jemand muß ihm helfen, von seinen Mehrfachsüchten wegzukommen, Alkohol war nicht das einzige - ich war trotz der Trennung der festen Überzeugung, daß ich die Einzige sei, die sich richtig um ihn kümmern könne. Am liebsten hätte ich sogar seine neue Freundin kontolliert. Krank sehr krank, ich weiß. Bis zu dieser Erkenntnis war es noch ein langer Weg.

    Hallo,

    bisher habe ich hier nur gelesen und manchmal meine Kommentare dazugegeben. Durch das Lesen habe ich viel zu denken gehabt und dann auch gehandelt, indem ich etliches umsetzte. Trotzdem habe ich noch viele Baustellen an denen ich arbeite. Mit meinen Veränderungen bisher bin ich noch nicht zufrieden. Meine Geschichte bisher:

    Dieses Forum zu finden, war für mich großes Glück (aus heutiger Sicht), welches ich damals noch nicht begriffen hatte. Damals war ich mit meinem Partner ein knappes Jahr zusammen und ziemlich tief unten. Er hatte es geschafft, daß ich mich minderwertig fühlte und nicht mehr leben wollte. Ich glaubte, niemand würde mich verstehen, da ich in meiner Umgebung niemanden hatte, der mich verstand. Hier waren andere, denen es genauso ging.

    Fünf Monate später habe ich die Beziehung beendet. Mit vielen vielen Tränen, schlechtem Gewissen und immer noch Minderwertigkeitsgefühlen, wenn auch nicht mehr so schlimm wie fünf Monate vorher. Ich habe mein Handy ausgeschaltet, wenn ich es nicht brauchte (es war nur während der Arbeitszeit und wenn meine Tochter unterwegs war an) und habe trotzdem immer hingeschielt obwohl es gar nicht klingeln konnte. Gleich geht es weiter, inga

    Hallo Mina,

    das gleiche Spiel hat mein Ex auch mit mir gespielt. Alkohol kaufen und Liebe haben nichts miteinander zu tun. Solange mein Ex von mir Geld bekam, er seine Kästen nicht schleppen brauchte, weil er es angeblich im Kreuz hatte, kam auch ständig die Masche, daß ich meine Liebe zu ihm damit beweisen könne. Als ich mich weigerte, war ich die Böse.

    Er verlangt das Bierholen als Liebesbeweis von Dir. Bleibt die Frage, worin äußert sich denn die Liebe zu Dir? Indem er säuft?

    lg inga

    Hallo Eloise,

    wegen einer Beziehung oder für eine Beziehung wird ein nasser Alkoholiker nicht trocken werden. Das ist eine von den Erkenntnissen (oder auch Erfahrungen), die ich gemacht habe. Ich vermute aus dem bisher Geschriebenen, daß seine Ehe aus demselben Grund in die Brüche gegangen ist.

    Ich weiß, es tut weh zuzusehen, wie sich jemand selbst zu Grunde richtet, mir geht es auch so. Du hast jetzt binnen relativ kurzer Zeit viel erfahren, laß Dir Zeit um das Ganze auch innerlich zu verarbeiten.

    Was mir aufgefallen ist, Du hattest von Anfang an das Gefühl, daß irgendetwas nicht stimmen würde. Als ich meinen Ex kennelernte, hatte ich ein Bauchgefühl, welches gegen eine Beziehung mit ihm war, weil etwas nicht stimmte (nur daß ich nicht wußte was genau). Ich habe mich damals trotzdem auf eine Beziehung eingelassen und bin böse gelandet.

    lg inga

    Hallo Rumpelchen,

    das klingt so nach einem Veruch Deines Ex, die Trennung wieder rückgängig zu machen. Er hat mit den Eltern gesprochen, normaler Weise müßten sie sich nun auch Deine Darstellung dazu anhören. Daher vergiß mal ganz schnell, daß Du Dich zusammenreißen sollst. Wenn sich zwei Menschen trennen, hat das einen Grund oder auch mehrere. Eigentlich hat doch niemand das Recht sich da einzumischen. Grundlos trennt sich niemand.

    Und: eine Frau allein (mit Kind/ern) ist genauso viel wert wie ein Mann oder eine Frau mit Mann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß es in unserer Gesellschaft oft anders gesehen und auch gehandhabt wird. Ich habe gelernt damit umzugehen, besser gesagt, ich habe es lernen müssen. Wenn ich das geschafft habe, kriegst Du es auch in Griff.

    lg inga

    Hallo Dana,

    Trennung ist schwer. Je länger Eure Trennung zurückliegt, wirst Du über Eure ehemalige Beziehung immer klarer sehen. Du wirst auch die letzte Nachricht Deines Freundes verstehen.

    Auch wenn wir es immer wollten, helfen können wir unserem (oft Ex-)Partnern nicht, da müssen sie sich schon selbst professionelle Hilfe holen. Solange wir da sind, besteht ja für sie kein Grund, etwas zu tun.

    Den Schritt mit der Exfreundin zu reden würde ich sein lassen. Was würde es Dir bringen? Mit großer Wahrscheinlichkeit bestanden damals diese Probleme ebenfalls.

    Ich wünsch Dir was
    lg inga

    Hallo Gebby,

    sein Verhalten scheint Dich schon etwas zu wurmen. Denn

    Zitat von Gebby

    ich hätte ausrasten können, fegte aber nur still die Scherben fort


    Du hättest ausrasten können, hast aber ansonsten aus Tierliebe zu Deinen Katzen ( :P ) nur die Scherben weggefegt und weiter nichts getan. (Für ihn ist damit die Welt in Ordnung, du das ja geschluckt). Hab ich auch getan, meiner Tochter, meiner Hunde und meiner alten Katze zuliebe.

    Mein damals kleines mich wurmendes Würmchen hat irgendwann zu mir gesagt, so geht das nicht weiter - ich habe das Forum gefunden. Mein damals kleines Würmchen mußte noch viel schlucken (Scherben waren mehrfach dabei) und wurde größer (der Wurm). Dann hat mich alles mit meinem Ex so sehr gewurmt, daß ich alle seine Sachen zusammmenpackte, sie in seine Wohnung brachte, ihm sagte es ist Schluß, habe mich umgedreht und bin gegangen.

    Zuhause bei mir habe ich wochenlang geheult wie ein Schloßhund. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Von dem er nichts weiß.

    Ich nehme an, Du brauchst noch eine Weile, bis Dein Wurm so groß ist und Dich so sehr wurmt, daß Du zu handeln anfängst.

    lg inga

    Hallo Gebby,

    was würde schlimmsten Falls passieren, wenn Du ihm kein Geld mehr leihst?
    Vielleicht das, wovor Du wahnsinnige Panik hast?
    Nämlich daß er ausziehen könnte?
    Warum hast Du solche wahnsinnige Panik vorm Alleinsein?
    Was ist daran so schlimm?

    Ich will Dich hier nur in eine Denkrichtung schubsen, damit Du Deiner Angst auf den Grund gehst. Oder stell Dir die Situation vor, Dein Einkommen würde soweit sinken, daß Du ihm gar kein Geld mehr leihen könntest. Was dann? Du tust ihm keinen Gefallen damit. Die Sache wird nur schlimmer, für ihn ist es doch so super einfach an seinen Stoff zu kommen. Falls Du eine innere Leere fühlst, wenn Du allein bist, füll sie doch mit Sport (z.B: tanzen, spazieren gehen) und gesundem selbstzubereiteten leckerem Essen. (Dann hätte er einen Grund weniger, Dir etwas vorzuhalten, wenn Ihr dann noch zusammen wärt :D )

    lg inga

    Hallo Sonne,

    da muß man erst begreifen, daß wir unsere (Ex-)Männer doch schon lange vor unserer Trennung an eine Andere verloren hatten. Alkohol. Dagegen kommen wir nicht an. Wenn die körperlichen Probleme immer mehr und häufiger zunehmen, immer wieder Krankenhausaufenthalte, teilweise sogar Obdachlosigkeit (ich gehe von meinem Ex aus, der wahrlich kein Einzelfall ist) keinerlei Einsicht bewirken, was sollen wir denn da ausrichten?

    Wenn bei mir der Streß als Alleinerziehende wieder mal ziemlich groß war, habe ich mich nach ihm zurückgesehnt. So wie es mit uns am Anfang gewesen ist. Denn in solchen Streßzeiten hat er sich damals an mich "rangemacht". Er hat mir nämlich unterstützend und helfend unter die Arme gegriffen. Solange, bis wir fest zusammen waren, danach war schlagartig damit Schluß. Das habe ich verdrängt. Die Gedanken nach ihm hatte ich nur in diesen schlechten Tagen, in guten (wenn ich wieder klar denken konnte) kamen solche Gedanken nicht. Ich hatte und habe mehr gute als schlechte Tage, auch wenn man sich dessen oft nicht bewußt ist.

    Warum hast Du Angst vor dem Alleinsein? Allein sein hat auch schöne Seiten!

    lg inga

    Hallo petra,

    da es mir anfangs sehr, sehr schwer gefallen ist, nicht auf seinen Telefonterror und später auf die von ihm Umlauf gesetzten Gerüchte zu reagieren, habe ich mich anders belohnt. Ich habe jedes Mal, wenn ich nicht reagiert habe, etwas Geld in eine Sparbüchse getan und mir von diesem Geld das gekauft, was nur für mich ganz allein bestimmt war und ich eigentlich schon lange haben wollte.

    Wenn meine Gedanken wieder mal immerzu nur um ihn kreisten und die Gefahr bestand, daß ich schwach werden und mich bei ihm melden könnte, habe ich mir Arbeiten vorgenommen, die ich nicht mag (teilweise sogar hasse) und immer gern auf die lange Bank schiebe. Nachdem das erledigt war, hatte ich nicht mehr das Bedürfnis, mich bei ihm zu melden.

    So verging dann die Zeit, Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat, wo er nichts mehr von mir hörte. Er tut mir mittlerweile nur noch leid, wenn ich ihm begegne, da er körperlich immer mehr verfällt. Aber das ist nicht mehr meine Angelegenheit, sondern einzig und allein seine. Er weiß, wo er sich hinwenden kann, tun muß er es. Für sich.

    Seine "Nachstellungen" sind weniger geworden (haben aber noch immer nicht ganz aufgehört) und ich fühle mich nicht mehr von ihm runtergezogen, rege mich nicht mehr darüber auf und mich nervt es nicht mehr. Da kommst Du auch noch hin, wetten?

    lg inga

    Hallo Petra,

    ging mir auch so, aber eines ist sicher: er wird es irgendwann sein lassen, wenn er merkt, daß er damit nichts erreicht und auf Granit beißt.

    Als ich mich getrennt hatte, glaubte ich, endlich Ruhe zu haben. Pustekuchen. Er rief an, schrieb SMS, ich reagierte nicht darauf, obwohl es mir sehr schwer fiel. Ich habe seine Nummer sperren lassen, er hat sich eine neue besorgt, weil ich bei der alten Telefonnummer nicht mehr reagiert hatte, aber auch die Nummer wurde gesperrt. Er fing an, mir immer "ganz ganz zufällig" über den Weg zu laufen. Anfangs hat mich das extrem runtergezogen. Er hat Gerüchte über mich verbreitet ... Mit haben zwei Dinge geholfen, das zu überstehen: die Zeit und die Liste mit den Dingen, die mich so sehr an ihm gestört haben.

    Ich wiederhole mal Deinen Spruch: Augen zu und durch. Du schaffst das.

    lg inga

    Hallo Sonne,

    etwas Gutes hat die jetzige Zeit: Sonne scheint, wärmt immer mehr und es fängt an zu wachsen (wirklich, die Knospen fangen schon an größer zu werden), in den Baumärkten gibt es Frühblüher zu kaufen... Da bleibt keine Zeit an schlechte, vergangene Zeiten zu denken. Ich damals damals viel Zeit draußen verbracht, mir hat das unheimlich geholfen.

    Du schaffst das auch, ganz sicher

    lg inga

    Hallo sonne,

    auch ich kenne das Gefühl, daß mein Herz trotz Trennung noch immer an ihm hing, auch er vermißt mich nicht, trink mehr denn je und hat sich gleich mit einer anderen eingelassen. Aber irgendwann hat mein Herz es auch "begriffen". Es dauert nur seine Zeit. Ich habe so nach und nach wieder angefangen, meine durch meinen Ex fast komplett aufgegebenen Hobbys wieder auszuüben. Und das auch noch intensiver als vorher (ich habe mich ehrlich gesagt sogar stark darin verbessert, was wohl ohne ihn nicht passiert wäre). Einige neue Interessen sind sogar noch hinzugekommen. So blieb nach und nach immer weniger Zeit, über ihn selbst und die Zeit mit ihm nachzugrübeln.

    Je länger ich von meinen Ex getrennt bin, umso leichter fällt es mir trotz seiner ständigen Annäherungsversuche, die Zeit mit ihm als abgehakt anzusehen, also loszulassen. Ich habe mir alles das aufgeschrieben, was zwischen uns an unschönen Dingen vorgefallen ist. Die Liste ist ziemlich lang geworden. Würden wir wieder zusammen kommen, würde alles von vorne und teilweise noch schlimmer losgehen. Das will ich nicht.

    Du bist vom Kopf her schon weit, auch Dein Gefühl wird das schaffen.

    lg inga

    Hallo Bettina,

    ich bin fast in Deinem Alter (ich gehe auch auf die fünfzig zu) und bin wieder allein. Ich will auch nicht allein alt werden und habe Übergewicht (hält sich bei mir aber in Grenzen, hätte aber auch gern etwas weniger). Vielleicht ist der Gedanke für Dich leichter zu ertragen, daß Dein momentanes Alleinsein nur vorübergehend ist, das kann sich alles noch ändern. Gegen Übergewicht kann man was machen, soll es dauerhaft sein, geht es nur langsam. Ich habe für mich herausgefunden, daß ich Streßesser bin, schon mein ganzes Leben lang, die Ursachen liegen in meiner Kindheit. Bis zur Schwangerschaft hat mir das kaum Probleme bereitet, danach hatte ich umso mehr und hartnäckig auf den Hüften. Meine Beziehungen zu Männern waren für mich immer purer Streß, ich habe es nur nicht erkennt. Allein die Tatsache, etwas gegen das Problem Gewicht etwas zu tun und auch Erfolg zu haben, hebt das Selbstbewußtsein. (Heißt für mich konkret, ich brauche keinen Mann, der mich nieder macht, belügt und schlecht behandelt, nur um nach außen hin sagen zu können "ich habe ein Mann".)

    Du fragst, wie man Menschen findet, die einen so annehmen wie man ist. In den letzten Monaten bin ich zu einer Erkenntnis gekommen: daß man solche Menschen erst findet, wenn man bereit ist, sich selbst so anzunehmen wie man ist. Bei mir sind es unteranderem meine Sturheit, nicht nein sagen zu können, ungern zu reden, es immer allen Recht machen zu wollen und mich dabei zu vergessen, um nur einiges zu nennen. Das gehört alles zu mir. Etliches wird bleiben (meine Sturheit, kein Freund vieler Worte), anderes ändere ich: ich sage immerhin schon mal NEIN (auch wenn ich mir dabei noch komisch vorkomme und ein schlechtes Gewissen habe, die Welt bricht aber von einem Nein nicht zusammen), Neinsagen hätte ich früher nie gemacht.

    Was ich auch erst in letzter Zeit erkannt habe: Ich habe immer nur Männer gehabt, die gezielt nach solchen Frauen suchten, die nicht Neinsagen können, die sich selbst ganz nach hinten stellen und sich immer aufopferungsvoll um andere kümmern, Frauen, die ohne groß etwas zu sagen viel ertragen könen und scheinbar stark sind.

    Du schaffst das auch, zwar nicht von heute auf morgen (Berge werden auch nicht von heute auf morgen versetzt), aber Du schaffst das.

    lg inga

    Hallo Ho-Chi,

    allein sein und damit ist die Co-Problematik erledigt ist nicht. Ihn meiden und etwas tun, nämlich mit Dir beschäftigen. Geh dem auf den Grund, weshalb Du ihn so unheimlich attraktiv findest, weshalb Du ihn riechen kannst. Wenn ich mich recht entsinne, ist er humorvoll und charmant nur wenn er getrunken hat, ansonsten so ziemlich depressiv und er kommt mit sich nicht klar.

    Zitat von Ho-Chi

    Bei den letzten Posts war ich einfach noch drin in der Sucht-schleife. Die ist nicht angenehm
    und ich kann da auch nicht objektiv urteilen.

    Du bist noch gar nicht aus Deiner Sucht-Schleife herausgekommen. Die reale Selbsthilfegruppe ist ein weiterer Schritt, sofern es keine Eintagsfliege war und Du an Dir arbeitest. Die Arbeit geht außerhalb der Gruppe erst recht weiter und nicht nur innerhalb der Gruppe.

    Zitat von Ho-Chi

    da haben wir uns aber schon durchgekämpft. Er hat näher zu sich gefunden.

    Warum kämpft Ihr Euch durch Probleme? Auch da muß er selbst zu sich finden (hätte er das wirklich, wäre wohl das Alkoholproblem für ihn aus der Welt.)


    Zitat von Ho-Chi

    Nun müssen wir noch eine gemeinsame Ebene aufbauen, wie bei den meisten anderen Paaren haben wir die noch nicht, wir waren immer mit Problemen beschäftigt.

    Wenn diese gemeinsame Ebene nicht von Anfang an da ist und man sich nur mit Problemen beschäftigt, ist ein Scheitern vorprogrammiert. Bei Beziehungen die "gut" gehen und glücklich sind, befanden sich die Partner von Beginn an auf dem gleichen Niveau und haben sich nicht erst mit Problemen und Sorgen beschäftigt. Probleme sind wie Wünsche: Für ein gelöstes kommen wenigstens zwei neue.

    Zitat von Ho-Chi

    Aber ich spüre eben was besonderes und weil er sich noch nicht gefunden hat, hoffe ich, dass wir die Probleme bald hinter uns lassen können.

    Wenn ein erwachsener Mensch noch nicht zu sich gefunden hat, könnte das nur ein darauf spezialisierter guter Therapeut schaffen (aber auch nicht zu hundert Prozent sicher, wenn er nicht will), der Rest hängt von ihm ab. Bist Du Therapeut, daß Du Dir das zutraust?

    Schlaf drüber, ninterher sieht die Welt anders aus. Mach Dir eine genaue Vorstellung davon, wie Dein Leben aussehen soll, dann ergibt sich von alleine, wer in diese Welt paßt und wer nicht. Sei dabei ehrlich zu Dir, Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, nur Dir selbst.

    lg inga

    Hallo Helena,

    um trocken zu werden muß es der Alkoholiker wollen, er muß es vom Kopf her wollen. Im Moment zieht Dein Mann alle Register, um den alten und für ihn bequemen Zustand Deiner Ehe wieder herzustellen. Er hatte doch bisher Erfolg damit, Versprechungen zu machen, sie zu brechen und nichts passierte. Vielleicht wirst Du ja zurückkommen und der alte Trott geht weiter. Hat er denn schon Schritte unternommen, etwas dagegen zu tun? Sollte er trocken werden und bleiben, hätte das auch Auswirkungen auf Dein Leben. Du mußt auch etwas für Dich tun.

    lg inga

    Hallo Helena,

    vertrau Deinem Gefühl. Wenn Du ihm nicht mehr traust, das hat das seinen Grund, auch wenn er da anderer Meinung ist. Für einen Alkoholiker gibt es nur entweder ganz verzichten oder gar nicht, ein bißchen gibt es da nicht. Auch wenn es jetzt "nur" eine Flasche Wein am Abend ist, es wird mehr werden, wenn er nichts unternimmt.

    Nasse Alkoholiker leben realitätsfremd und überschätzen sich, was ihre Reaktionen und ihre Umwelt betrifft. Wenn sie nichts ändern, wird es nicht besser.

    Genieß Deine Zeit jetzt mit Deinem Kind (Kinder werden viel zu schnell groß) ganz ohne "ständigen Kriegszustand". Alleinerziehend ist zwar nicht immer ganz einfach, aber es geht. Hast Du jemanden, mit dem Du reden kannst?

    lg inga