Hallo Arusha,
Doppelpost, das passiert, wir sind alle nur Menschen.
Mit dem Gegenteil meinte ich meine Erwartungen. Ich hatte damals gehofft, er würde sich selbst so viel wert sein, daß ihm die Trennung die Augen öffnet. War aber nicht. Er hat sich eine Frau gesucht, die selber gerne trinkt, eine große Verwandtschaft mit vielen feuchtfröhlichen Familienfeiern hat. Er hat jetzt Abstürze, die er damals bei uns nicht hatte, Abstürze mit Brüchen und anschließenden Krankenhausaufenthalten, mit Filmrissen. Ich hatte nicht damit gerechnet, daß er sich eine solche Patnerin suchen würde.
Mir tut es, nach fast einem Jahr, immer noch weh, darum geh ich ihm sofern es möglich ist, aus dem Weg. Ich setze alles daran, um aus diesem Ort weg zu ziehen. Was mir unheimlich schwer fällt.
Nach der Trennung habe ich langsam vieles begriffen, unter anderem auch, daß er nicht aufhören wird. Ich habe sein Ziel verstanden, welches er mir immer wieder vorgehalten hat: Er will Frührentner werden, weil sein Körper alkoholbedingt fertig ist, dann hat er ein sicheres Einkommen und braucht dafür nicht arbeiten und kann dann in aller Ruhe trinken. Bei uns im Ort gibt es jemanden, der aus diesem Grund Frührentner ist und den hat er sich zum Vorbild erwählt. Nur, dieser Mann ist fast 20 Jahre älter als er. Verrückt, ich weiß, aber ich würde immer noch fast alles tun, ihn davon abzubringen. Denn zwischen uns war mal was.
Die Schulter zum Anlehnen wünsche ich mir auch, seelisch bin ich aber noch nicht frei dafür. Und ich weiß nicht, ob ich es mal sein werde.
Übrigens, ich habe bei Dir das Gefühl, Deinem Freund, mit dem Du bei dem Konzert warst, kannst Du gar nichts vorspielen, er weiß wahrscheinlich schon lange, woran er bei Dir ist, er hat Dich nämlich nie fallen lassen. Zwischen Euch beiden scheint ein Urvertrauen zu herrschen: Urvertrauen ist die Grundlage für Liebe.
lg inga