Beiträge von Bruce

    MaryLou,

    Das ist wirklich schade.

    Vielleicht ist dem einen oder anderem beim Lesen dieses Threads ja ein wenig geholfen worden, jedenfalls ergeht es mir ein bisschen so. Also ist nicht alles vergebens.

    LG Bruce

    Hey, MaryLou,

    Zitat

    Du hast Recht, aber ich denke nicht, dass ich dazu hier im offenen Bereich genug Vertrauen in die Menschen habe.

    Naja, nicht genug Vertrauen habe, dass sie so miteinander umgehen wie ich es mag.

    Alles Menschen wie Du und ich.

    Das ist doch ein ganz anständiger Thread, 16 Seiten in knapp 3 Wochen, da kommt natürlich eine Menge zusammen. Da das Urteil wohl schon gefallen ist, erlaube mir da auch noch bitte eine kleine Bewertung.

    Wer viel schreibt (was gut ist) gibt sich die Möglichkeit, auch Gedanken niederzuschreiben, die der eine oder andere Leser in der Vergangenheit auch schon mal gehegt hatte, und dich dann vor ähnlichen Fehlern warnen möchte. Oftmals wird sich aber erst mal in Form einer Fragestellung an die Thematik herangetastet, wodurch bei Dir denke ich mal schnell der Eindruck einer Bewertung entstand. Und da dies nun mal mit einer bestimmten Quantität verbunden ist, kommt das so rüber, als würdest Du ständig bewertet werden, und zwar fast jeden Tag.

    Manchmal lese ich Threads, die mit Enthusiasmus begonnen werden, und dann nach ein paar Wochen schon in Frust enden, aber eigentlich nur weil in kürzester Zeit unheimlich viel Feedback entstanden ist, ohne sich die nötige Pause zu nehmen, das Ganze auch mal in Ruhe auf sich einwirken zu lassen.

    Wenn ich auf meine eigenen ersten Monate zurückblicke, erinnere ich mich daran, dass ich es überhaupt nicht eilig hatte. Ich hatte eine Menge Geduld mitgebracht, auch beim Schreiben hier. Und darüber bin ich froh, denn vor allem durch das viele Lesen hier habe ich gelernt, dass Trocken Bleiben kein Sprint ist, bei dem kurze Erfolge bejubelt werden, sondern es vielerlei innere und äußere Veränderungen bedarf. Und Zeit. und dann wieder... Geduld. Und das war alles vollkommen in Ordnung, denn beides hatte ich zur Genüge.

    Das sind nur kurz meine Gedanken dazu, bin ein bisschen abgeschweift zum Schluss, ich hoffe, dass war nicht ganz an deiner Thematik vorbei.

    Alles Gute erst mal!

    Gruß, Bruce

    Hm.. irgendwie habe ich das Gefühl, Old Flatterhand ist da missverstanden worden.

    Sarkasmus im Internet ist immer so ne Sache, aber ich denke mal, das Fazit reflektierte eher die Meinung dieses Beschwerde-Threads, und ist somit absichtlich überspitzt dargestellt worden. Wenn ich da falsch liege, berichtige mich bitte, aber ich habe ähnliches aus drybabes Texten heraus lesen können.

    drybabe:

    Zitat

    Daher bin ich auch sehr froh, in der Geschlossenen zu sein, denn Stammtisch hatte ich lange genug.



    So schlecht ist es doch überhaupt nicht, wie Du es in diesem respektlosen Spruch machst. Für einige von uns ist dieses Forum ein wichtiger Bestandteil in der Auseinandersetzung mit der eigenen Sucht, und des Trocken Bleibens, und es ist viel leichter, hier einen freundlichen Austausch zu führen, als einige es anzunehmen scheinen. Ich weiß manchmal wirklich nicht, wo das Problem ist, selbst der angesprochene Fall ist doch schon vor Tagen eigenständig geklärt worden.

    Es nervt halt, deswegen schreibe ich das hier. Anscheinend können wir ja auf einmal alles raus lassen, wenn uns was nervt.

    Gruß, Bruce

    Hallo MaryLou,

    Ich habe mir gestern Abend nach deinem Hinweis auch noch den Film angesehen, und fand ein bestürzendes, grausames, aber ehrliches Portrait. Natürlich hat jeder das Recht, das anders zu sehen, aber in meinen Augen hatte es auch eher eine abschreckende Wirkung.

    Ein wenig überrascht war ich allerdings über deine Beschreibung des Subjekts. Lese ich da etwa Verachtung heraus?

    Beim Betrachten dieses Menschens und seines Lebens erinnerte ich mich daran, wie ungläubig einige meiner Bekannten reagierten, als ich ihnen erzählte, ich wäre Alkoholiker. Natürlich könnte ich mir ruhigen Gewissens einreden, dass mich Welten von dem gezeigten Leben dieses so extremen Alkoholikers trennten. Aber ich täte mir keinen Gefallen damit. Und es wäre auch nur bedingt wahr.

    Ich trank Alkohol, und zwar jeden Tag. Das haben ich und er gemeinsam. Es ist vielleicht nur schwer vorstellbar, aber es liegt dennoch durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen, dass mein Konsum mich früher oder später auch vegetierend und stammelnd im Bett oder gar unter der Brücke vorgefunden hätte, als gerade man geduldeter Stammgast im Krankenhaus. Ich weiß es nicht, und ich brauch es auch nicht zu wissen.

    Das nur meine Gedanken dazu, danke nochmals für den Tip.

    Gruß, Bruce

    Hallo anonymous999,

    Zitat

    Ich habe dieses Gefühl trinken zu müssen aber nicht wenn ich bei den Leuten bin sondern eher wenn ich alleine an's nachdenken komme, denn da kommt bei mir dieser effekt .. Das ist halt bei allen anders.

    Glaubst Du denn nicht auch vielleicht, dass da ein Zusammenhang bestehen könnte?

    Meine früheren Trinkpausen verbrachte ich auch damals in Gesellschaft trinkender Freunde, denn "es machte mir ja nichts aus". So konnte ich dann genug Eindrücke von gutgelaunten Menschen sammeln, die "gut" mit Alkohol umgehen konnten. Nach einer Weile gab es meistens keinen Grund mehr, mir einzureden, dass ich das nicht auch konnte.

    Heute lebe ich wunderbar ohne diese Eindrücke. Was ich unbedingt für mich erreichen wollte, war ein Leben ohne Alkohol, und als ich das endlich für mich klar gestellt hatte, war es auch kein Problem mehr, nicht mehr dort präsent zu sein, wo der Alkohol anwesend war.

    Gruß, Bruce

    Hallo Poster,

    Zitat

    Weil ein Sieger ja über den Besiegten bei einer Kapitulation bestimmt

    Kapitulation = gar nicht erst kämpfen.

    Du magst das Wort nicht, weil es für dich zu sehr nach Niederlage und Aufgabe klingt. Aber so unähnlich sind deine Ansichten und die der "anderen", nun auch wieder nicht, da kannst Du noch so sehr die Nase rümpfen ;)

    Gruß, Bruce

    Hallo Viktoria,

    So blöd das jetzt auch klingt, aber es wäre vielleicht dennoch ganz gut, wenn Du den Grund für dich herausfinden könntest. Begründungen wie "ferngesteuert" und so weiter sind nun mal halt nicht realistisch, auch wenn sie immer wieder mal gerne benutzt werden.

    Ich hatte früher öfters mal Trinkpausen gemacht. Der Grund, wieder anzufangen, war jedes Mal der gleiche: Ich wollte wieder trinken.

    Du sagst, Du hast die Risikominimierung in letzter Zeit zu locker genommen, und willst das jetzt ändern. Diese Überlegungen sind doch schon mal ein guter Ansatz.

    Alles Gute, Bruce

    Hi BlueCloud,

    Schön, dass Du wieder einen Faden für dich gefunden hast.

    Das Thema, ob oder wie man sich neuen Menschen bezüglicher seiner Abstinenz mitteilt, kommt ja immer wieder vor.

    Ich hatte gerade vor ein paar Wochen die Situation, wo ich aus dem Gespräch heraus auf natürliche Weise sagte, dass ich nicht mehr trinke. Es gefiel mir, dass ich nun auch gar nicht erst drüber nachdenken musste, es wurde gefragt, ob ich noch manchmal am Wochenende unterwegs bin, ich antwortete darauf, und es wurde zur Kenntnis genommen, ohne spürbare Abwertung.

    Zitat

    Gerade diese Normalität tat mir sehr gut.

    Solange ich normal damit umgehe, haben andere meist gar keine andere Wahl, als es ebenso zu sehen.

    Meistens.

    Gruß, Bruce

    Haha, die vielen Fragezeichen verschieben auch das Bild.

    Ein Tip für alle: Frank ist mit ziemlicher Sicherheit nur auf der Durchreise hier, es lohnt sich also wahrscheinlich nicht sonderlich, sich über die Provokationen aufzuregen.

    Hallo Frank,

    Ich mag Amerika ja auch, aber engagierte Selbsthilfegruppen wirst Du dort genauso wie hier in jeder Stadt vorfinden. Besuch doch mal eine, und versuch da mal zu erzählen, Alkoholismus wäre keine Krankheit.

    Alles Gute, und viel Glück mit der Staatsbürgerschaft.

    Gruß, Bruce

    Hallo Speranza,

    Ja, ich fing an, von einem "zu sehr" zu sprechen, als es um Rücksichtnahme ging, dabei finde ich persönlich das gar nicht so schlimm, und habe eigentlich keinen Grund, das zu verteidigen.

    Ich weiß aber auch, das verschiedene Situationen einen direkteren Umgang erfordern können, aber darum ging es mir in diesem Moment nicht.

    Gruß, Bruce

    Und "schwupps", fühle ich mich auch schon missverstanden. ;)

    Sperenza, vom einem "total gekünstelt" war hier ja überhaupt nicht die Rede, sondern nur von einem Eindruck, der entstehen kann, wenn man beim Austausch zu sehr auf die Empfindlichkeiten aller Rücksicht nimmt.

    Und auch da ist mir beim Schreiben gerade aufgefallen, das selbst ich jetzt begonnen habe, das als etwas Negatives auszulegen, obwohl ich das in Wirklichkeit gar nicht so sehe.

    Gruß, Bruce

    Hallo Zusammen,

    Ich denke mal, niemand redet hier so wie er/sie im realen Leben reden würde, auch wenn er noch so überzeugt von seiner eigenen Authentizität ist.

    Das Gekünstelte kommt ja auch oftmals dadurch zustande, weil man sich erst mal in alle mögliche Richtungen absichern muss, damit sich niemand versehentlich auf den Schlips getreten fühlt, niemand was falsch interpretieren kann, etc. etc. Mühsehlig, ja, klappt ja auch nicht immer, aber es ist nun mal ein Forum, und oftmals kann ein ganzer Tag vergehen, bis man die Gelegenheit hat, sich dem Thema wieder zu wenden.

    Im realen Leben rede ich auch erst mal ungefiltert, aber da können ja auch Missverständnisse binnen Sekunden aus der Welt geschaffen werden.

    Ich denke mal, unterm Strich bin ich aber auch nicht nur einfach hier, um in die Tasten zu hauen, und nach mir die Sintflut.

    Gruß, Bruce

    Hallo BlueCloud,

    Das ist meiner Meinung nach eine richtige Erkenntnis zu einem Thema, bei dem der "richtige" Weg aber nun mal auch das falsche Resultat bringen kann.

    Aus einer anderen Sicht, wenn ich mit meinem Verhalten einen Rückfall baue, aber danach der festen Meinung bin, das niemanden von meinen trockenen Gesprächspartnern jetzt das Recht hätte, mir etwas vorzuwerfen, in wie weit hindere ich mich dadurch selbst bei meiner eigenen Selbsthilfe? Sind meine verletzten Gefühle jetzt meine erste Priorität, oder und ist es die Kapitulation vor meinem Problem, und die Einsicht, mir alles anzuhören, was mir weiterhelfen kann, auch wenn's weh tut?

    Das ist jetzt zwar meine Meinung dazu, aber dennoch halte ich mich selbst meistens zurück in Gesprächen dieser Art. Aber ich höre nun mal halt auch eine Menge Wahrheiten in einigen Beiträgen, die als Vorwurf beginnen und als hilfreichen Denkansatz enden.

    Gruß, Bruce

    Hallo FrankyFresh,

    Nur kurz: Dein plötzlicher Abgang betrübt mich sehr.

    Nach ein paar Tagen sieht der vermeintliche Ärger mit dem Forum meist schon wieder anders aus, doch das eigentliche Problem bleibt.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, und dass Du das findest, was Du brauchst. Ganz ehrlich.

    Gruß, Bruce