Hi Jasmin,
Zitat
Momentan geht es hier aber lediglich um meinen Job und nicht mehr um mich persönlich.
Das ist ja so nicht richtig. Wenn ich deine Beitrage lese, sehe ich eine reale Person, die den vernünftigen Entschluss gefasst hat, dem Alkohol auf Ewig zu entsagen, aber wie so viele zu Anfang ist sie der Gefahr ausgesetzt, sich durch die ersten "Erfolge" in eine Art Gefühl der Selbstsicherheit wiegen zu lassen, die in keiner Relation zur eigenen Suchterkrankung stehen.
Deswegen meine beiden "Korrekturen", die lediglich zeigen sollten, wie man nach kurzer Zeit schon anfangen kann, die Situation zu relativieren.
Für mich selbst sehe ich auch immer wieder eine der größten Gefahren darin, leise und schleichend wieder in eine Art "Bei mir ist das nicht so schlimm" Feeling reinzurutschen. Wann immer auch nur das kleinste Anzeichen in diese Richtung in meinem Kopf auftaucht, schiesse ich ihn sofort nieder mit dem Satz: "Ich war jeden Tag betrunken".
Diese Momente passieren zum Glück jetzt nicht mehr so oft. Als ich anfing, endlich trocken zu werden, ging das nur, in dem ich meine Denke auch endlich trocken legte, und das ging bei mir nun mal nur, in dem ich den Alkohol völlig aus meinem Umfeld (Freunde, Freizeit, Familie, Arbeit) verbannte, und ich das Leben ohne so lebenswert wie möglich für mich gestaltete, um so einen Zustand der "zufriedenen Trockenheit" zu erreichen.
Aber: Auch wenn es nicht so rüber kommt, ich würde Dir nie raten, Deinen Job aufzugeben. Das steht mir nicht zu. Aber solange Du dich freiwillig einer Gefahr aussetzt, die Du jetzt eventuell noch nicht siehst, wirst Du damit leben müssen, dass dies auch kommentiert wird, denn Du solltest alle Informationen, und alle Erfahrungen anderer erhalten, die Dir erleichtern, die Entscheidung zu treffen, die für deine Trockenheit am besten ist. Vorausgesetzt, sie steht für dich auch wirklich an erster Stelle. Über die Frage lohnt es sich auch manchmal nachzudenken.
Dies ist der Rückhalt, den ich Dir momentan anzubieten habe. Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
Gruß, Bruce