Beiträge von Bruce

    Hallo Xenica,

    Für mich war dies mit eines der wichtigsten Schritte. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war ich einfach nur ewig am verhandeln gewesen mit dem Alkohol, jetzt mal eine Weile nicht mehr trinken, dann wieder eine Weile mehr, aber immer schön viel Raum gelassen für die Möglichkeit, sich heute Abend mal wieder zu betäuben. So hätte das auch noch ewig weiter gehen können, bis die Situation irgendwann total aus dem Ruder gelaufen wäre.

    Schließlich sagte ich dann, okay, ich kann einfach nicht mehr verhandeln, ich kann schon lange nicht mehr "kämpfen", also kapituliere ich vorbehaltlos. Falls es tatsächlich so etwas wie einen Kampf gegeben hat, gebe ich dem Alkohol gerne seinen Sieg. Gratulation.

    Aber seitdem existiert Alkohol auch einfach nicht mehr als Option in meinem Leben. Der Gedanke "vielleicht könnte ich doch irgendwann mal wieder..." wird sofort im Keim erstickt, weil ich kapituliert habe. Ich kämpfe nicht mehr, und ich verhandel nicht mehr, und wo keine Arena mehr ist, kann der Alk auch nicht mehr als Sieger hervorgehen.

    Gruß, Bruce

    Hi,

    Jetzt bitte nicht gleich annehmen, eine negative Meinung über seine plumpe Anmache würde gleich voraussetzen, man sähe einen Irren, oder, wie in einem anderen Post, einen Psychopathen.

    Denn was spricht dagegen, das ich es einfach nur daneben finde? Das ist alles, was ich sage.

    Und überdies ist es auch, wie schon hier erörtert, völlig fehl am Platze gegenüber eines Mitglieds einer gemeinsamen Selbsthilfegruppe, wo das Ziel die gemeinsame Trockenheit sein sollte.

    Gruß, Bruce

    Hallo,

    Schön, nach einer verständlichen Aufforderung zu mehr Objektivität liest sich dieser Mensch jetzt auf einmal immer mehr als nur ein schüchterner, etwas unbeholfener Mensch mit gutem Geschmack, der sich einfach nur nicht richtig auszudrücken vermag.

    Trotzdem finde ich es ebenso wahrscheinlich, dass er in seiner Mail genau das ausgedrückt hat, was er auch ausdrücken wollte. Und das so was halt nicht geht. Aber so lerne ich halt auch dazu.

    Gruß, Bruce

    Hallo,

    Ich finde die Frage: "Wieviel ist mir diese Gruppe eigentlich wert?" auch gar nicht mal so verkehrt.

    Wenn Du der Meinung bist, Du brauchst sie unbedingt, und willst sie auf keinen Fall aufgeben, dann wirst Du denke ich eine Möglichkeit finden, dem Kerl die Grenzen aufzuzeigen und die Gruppe weiterhin besuchen zu können.

    Die Vermutung liegt allerdings auch nahe, dass bei einem Mitglied von 15 Jahren die meisten eh schon über sein Verhalten Beischeid wissen. Aber dulden sie es auch?

    Nur so ein paar Gedanken, nichts davon muss zutreffen.

    Gruß, Bruce

    Hallo Mezzanine,

    Willkommen im Forum, ich hoffe Du findest hier alles, was Du brauchst.

    Zitat

    Dieses Mal fühlt sich alles anders an. Ich bin nicht mehr so euphorisch wie all die anderen Male als ich "aufgehört habe zu trinken".

    Damit kann ich mich sehr identifizieren. Ich war etwas misstraurisch gegenüber mir selber geworden mit der Zeit, so hielt sich die Euphorie auch bei mir etwas in Grenzen diesmal, stattdessen begann ich mich immer mehr damit zu beschäftigen, meine Einstellung zu ändern, und meinen Tagesablauf anders zu gestalten als vorher, um dauerhaft ein trockenes Leben führen zu können. Ohne Drama, aber dafür endlich konsequent.

    Gruß, Bruce

    Ja, für mich hört sich das auch so an, als wäre die Notbremse jetzt schon mal langsam aber sicher gelockert worden.

    Für einen Abend nichts Trinken ist meistens nicht das Problem, aber man ändert ja durch regelmäßige Kneipenbesuche seine innere Einstellung zur eigenen Alkoholsucht, und merkt dies oft erst später.

    Denk vielleicht noch ein bisschen darüber nach, ob es nicht doch noch ein paar Dinge gibt, die Du in deinem Leben verändern möchtest. Die Rückfallquote ist einfach zu hoch für halbe Sachen.

    Grüß Dich, Sascha!

    Ich hoffe es ist okay, wenn ich dich in diesem Thread einmal direkt anspreche. Ich sehe dich ja öfters in anderen Threads fleißíg Ratschläge erteilen, und lese heute erst von deinem Rückfall, der ja noch gar nicht so lange zurück liegt.

    Ich will Dir natürlich nicht zu Nahe treten, deswegen hier auch nur meine Frage, ob Du dieses eventuell schon im geschlossenen Bereich für dich aufgearbeitest hast? Das wäre schon irgendwie wichtig, denke ich. Über diesen Zeitraum sind nämlich keine Beträge von Dir im öffentlichen Bereich mehr zu finden, nur Mitte August legst Du dann auf einmal wieder voll los, so als wäre nichts gewesen, und erzählst neuen Mitgliedern, wie Du deine Trockenheit lebst.

    Ist nur etwas, was mir aufgefallen ist, vielleicht hilft dir dies auf irgend eine Art weiter auf deinen Weg, vielleicht aber auch nicht, und dieses wirkt jetzt nur aufdringlich und unangebracht von mir. Das ist aber nicht mein Anliegen, es geht mir nur hauptsächlich darum, ob Du hier schon eine Gelegenheit hattest, dich über deine aktuelle Situation mitzuteilen. Was... so denke ich zumindest... doch total wichtig sein sollte für dich?

    Wenn mich das alles nichts angeht, sag es mir bitte auch. Ist ja irgendwie auch mein Appell hier, "bei sich selbst bleiben!" ;)

    Alles Gute, Bruce

    Hi Bernd,

    Hm, irgendwie wäre die Antwort auf Dennis' Frage ja schon passend zu der Frage, mit der dieser Thread eröffnet wurde (und etwas, was mich auch brennend interessieren würde). Dann werd ich mich bei Gelegenheit mal deinen 114 Seiten widmen.

    Gruß, Bruce

    Hallo,

    Was ich nicht so ganz verstehe, ist warum deine Gedanken nicht mehr in die Richtung gehen von: "Was kann ich unternehmen, damit ich in Zukunft bei solchen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen muss?"

    Du bestehst anscheinend darauf, dass es an deiner Situation nichts zu rütteln gibt. Es liegt aber jetzt an Dir herauszufinden, ob es nicht doch einen Weg gibt, dies zu ändern. Deswegen die wiederholten Appelle zur Offenheit. Es geht hier um deine Gesundheit, und mehr.

    Gruß, Bruce

    Hallo iGude, und herzlich Willkommen!

    Zitat

    Letztes WE war wieder einmal eine solche Situation. Mein Arbeitgeber lud mich übers Wochenende mit einigen Kunden ein.
    Weinprobe im Firmeneigenen Weinkeller den schon der Herr Vater unseres Cheffes vor vielen, vielen Karen gründete und pflegte. Ich glaube ich muss nicht mehr sagen. Eine echt vertrackte Situation.

    Ich stell mich jetzt einfach mal ein wenig naiv, aber was genau ist denn an dieser Situation so vertrackt? Verlierst Du deine Stelle, wenn Du an der Weinprobe nicht teilnimmst? Oder ist das Verhältnis zwischen Dir und dem Chef dann einfach nur etwas angespannt? Das wäre schlimm, wenn es so wäre, und ich würde mich fragen, ob dies so alles seine Ordnung hätte.

    Ansonsten hört sich das alles was Du beschrieben hast, für mich wie der absolute Horror an. Wenn ich den Abend über einen solchen Kampf um mein Wasser führen müsste, wäre ich am Ende nicht stolz, sondern eher niedergeschlagen.

    Ich bin zwar wie Du auch noch recht frisch, aber meine Trockenheit steht immer an erster Stelle, und ich lerne täglich, alles andere in Relation dazu zu sehen. Diese Weinprobe käme für mich auf keinen Fall in Frage.

    Hallo Sonnenblümchen,

    Ich hatte das schon verstanden, was Du mit "gesundem Umgang" meintest.

    Leider ist aber ja sonst nicht viel angekommen von dem, was ich geschrieben habe, hm? ;)

    Na denn, gute Nacht.

    Gruß, Bruce

    Hallo Sonnenblümchen,

    Die oberste Priorität ist bei mir ist jetzt einfach nur trocken zu bleiben, und lernen, trocken zu leben.

    "Gesunder Umgang mit dem Alkohol" ist noch nicht mal ansatzweise auf irgendeiner Wunschliste vorhanden, denn es besteht dafür einfach keine Notwendigkeit.

    "Mit Verdrängung ist noch niemand geholfen worden", das mag wohl sein, aber mit einem Besuch bei einem Biergarten würde ich meine Alkoholsucht verdrängen, und möglicherweise fände ich die Gesellschaft der lustigen Biertrinker um mich herum nach einer Weile so lustig, dass ich mir wieder vorstellen könnte, ganz wieder dazu zu gehören.

    Das mag vielleicht etwas plump und einfach klingen, aber das ist so genau das Schema, in das ich wieder reinrutschen könnte, wenn ich es zulassen würde. Also minimire(?) ich dieses Risiko.

    Und an Lebensqualität habe ich umso mehr gewonnen, seitdem ich aufgehört habe zu trinken. Und das sag ich jetzt nicht nur so, das meine ich wirklich ehrlich.

    Gruß, Bruce

    Hey Sasha, hey Klabund,

    Ich bin zwar auch noch Frischling, aber nach mehreren gescheiterten Selbstversuchen habe ich endlich eingesehen, daß man die besten Chancen hat, wenn man jeglichen Situationen und Veranstaltungen gänzlich fern bleibt.

    Ich verstehe vollkommen wenn man der Meinung ist, man käme damit klar, wenn die anderen um einen herum was trinken und man selber nicht, für mich war das auch nicht so das Problem.

    Aber unbewusst nahm ich wohl jede Begegnung als bestandenen Test wahr, und traute mir mehr zu als mir nach so kurzer Zeit zustand. Schwierig wurde es dann meistens später, wenn ich dann wieder mit mir und meinen Gedanken alleine war. Dann relativierte sich im Kopf meine Alkoholsucht, es wurde abgewogen, und ehe ich es mir versah war die Vorstellung wieder durchaus greifbarer, sich ein wenig mehr der trinkeneden Gesellschaft dazugehörig fühlen zu dürfen. "Man hatte ja alles im Griff."

    Ich werde jedenfalls auf unbestimmte Zeit keine Geburtstagsfeiern mehr besuchen, auch nicht die der Familie. Das hat für mich auch nichts mit Einmauern zu tun, ich bin seitdem ich nichts mehr trinke mehr unterwegs als sonst.

    Soviel von mir erstmal, einen schönen Abend.

    Gruß, Bruce

    Hallo Hallo,

    Ah, ich find das alles irgendwie halb so wild.

    Ich erkenne da manchmal eine etwas unglückliche Wortwahl, und vor allem heute vielleicht etwas Überforderung, woraus das "dann erst morgen" resultierte, was ich so aufgefasst hatte, dass er sich mit eventuellen Antworten erst morgen befassen wollte, was ja auch okay ist.

    Wenn wir wohl eines aus diesem Debakel mitnehmen können, dann vielleicht eines: Wenn eine dritte Person namentlich in einem Austausch auftaucht, dann ist diese automatisch "beteiligt" :)

    In diesem Sinne, allen noch einen schönen Abend.

    Gruß, Bruce

    Hallo Metallus,

    Niemand muss seinen Freunden sagen, dass man nichts mehr mit ihnen zu tun haben will, aber wenn das Bestehen auf ein vollkommen alkoholfreies Umfeld konsequent eingehalten wird, dann werden einige von ihnen mit der Zeit ganz von alleine von der Bildfläche verschwinden, völlig ohne Drama.

    Wenn Du also mit deinen Freunde gesprochen hast, und sie verstanden haben, worauf es bei Dir ankommt, dann ist doch alles in Ordnung, allerdings dies hier:

    Zitat

    Wenn ich mich geplant mit ihnen treffe sind sie auch sehr verständnisvoll und trinken nicht.

    widerspricht diesem hier dann doch etwas:

    Zitat

    wie meinstn das jetzt? Das der Suchtdruck deswegen (wenn ich allein bin) kommt weil ich vorher vielleicht meinen Kumpels beim Bier trinken zugekiekt habe?

    Ich kenne das Gefühl auch, in Bier-trinkender Gesellschaft dazusitzen, und zufrieden festzustellen, wie wenig einem das doch ausmacht, und wie leicht es einem doch fällt zu widerstehen. Aber auf lange Sicht bringt einem das alles einfach nicht so viel, denn das trügerische Gefühl der Sicherheit gegenüber dem Alkohol nimmt immer mehr zu, und nach und nach ist man dann immer mehr davon überzeugt, dem Ganzen doch gewachsen zu sein, und traut sich auch das eine oder andere höhere Risiko zu, denn "es macht einem ja nichts aus."

    Und schon bewegt man sich langsam wieder in Richtung Rückfall, und man hat's noch nicht mal gemerkt. Höchstens später, allein in der Natur, wenn man mit sich und seinen Gedanken wieder alleine ist.

    Gruß, Bruce