Beiträge von Bruce

    Hallo ennariam,

    So ganz spontan glaube ich nicht, dass

    „Sie verhält sich so schrecklich, weil sie eine Alkoholikerin ist“

    der richtige Ansatz ist.

    Diese beiden Beispiele erinnern mich z.B. an jemanden in meiner eigenen Familie, der so gut wie nie alkoholische Getränke zu sich genommen hat.

    Warum ein Mensch so ist, wie er/sie ist, kann verschiedene Gründe haben,
    da ist in vielen Fallen der Alkoholismus nur die offensichtliche Konsequenz.

    Gruß, Bruce

    Hi Hartmut,

    Nachdem ich erst einige Jahre rumgeeiert war, hatte ich zumindest die Erkenntnis schon machen dürfen, dass das Leben nicht automatisch besser wird, nur weil man nicht mehr trinkt. Ich kann mich sogar gegenteilig daran erinnern, wie durch den klaren Kopf erst so richtig der ganze Dreck in mir hoch kam. Sich mit seinen über die Jahre geschaffenen Problemen auseinanderzusetzen, dass war oftmals ein weiterer, unüberschaubarer Berg, den zu beklimmen ich lange einfach noch nicht bereit gewesen war. Da war dann auch wohl das Weitertrinken einfacher.

    Als ich dann tatsächlich endlich trocken wurde, nahm ich die Tatsache, dass seelish und technisch einiges auf mich warten würde, als schon gegeben hin, und das war dann auch okay. Überhaupt ging es in der ersten Zeit sehr viel darum, wieder zu dem Menschen zurückzufinden, der ich ausserhalb des Suffs bin und sein konnte. Ich erwartete also keine heile Welt, aber ich erwartete schon, mit der Zeit wieder wachsen zu können, und mich selbst wieder verwirklichen zu können.

    Gruß, Bruce

    Hi Carpenter!

    Vorhin hast Du bei Contemplation geschrieben:

    Zitat

    Du schreibst in letzter Zeit relativ wenig hier, nachdem Du hier täglich viele Posts abgesetzt hast...ich finde, damit gehst Du auch ein Risiko ein...aber ich käme nie auf die Idee, es in Deinem Thread anzusprechen...schließlich kenne ich nicht die Hintergründe und so ein Eindruck ist ja letztendlich auch immer subjektiv.

    Warum solltest Du ihm so etwas nicht sagen können? Wenn Dir so etwas auffällt, kannst Du es doch schreiben, das ist doch auch mit ein Teil des Austauschs in diesem Forum hier. Für meinen Geschmack geschieht dies in letzter Zeit sogar viel zu wenig. Ich ertappe mich selbst ab und zu dabei, in meinen Beiträgen ja niemanden auf die Füsse treten zu wollen, wenn doch klare Worte viel nützlicher wären. Der Austausch wäre viel einfacher, und sicherlich auch sinnvoller, wenn jeder es endlich einsehen würde, dass warnende Worte nicht gegen die einzelne Person gerichtet sind, sondern um auf das betreffende Handeln aufmerksam zu machen.

    Gruß, Bruce

    Hi Volkmar,

    Ja schön, soweit war ich aber vor meinen Trinkpausen auch schon gewesen, und deswegen würde ich dich damit jetzt so auch lieber nicht beim Wort nehmen wollen. "Jeder kann machen was er möchte", da würde ich dir schon eher zustimmen.

    Gruß, Bruce

    Hallo Volkmar,

    Es wurde hier in diesem Thread schon oft genug erklärt, was Risikominimierung ist, und warum es für viele trockene Alkoholiker so wichtig ist, da weiß ich jetzt nicht, wie Du jetzt bei so einer Verwurschtelung des Ganzen landen konntest.

    Ich mein, ich weiß es schon, "Spaß haben" halt, usw.

    Wenn ich lese, wie mit einer solchen Selbstsicherheit die Erfahrungen anderer vom Tisch gefegt werden, ist es manchmal ganz interessant, zum Anfang des Threads zurückzukehren. Dort ist fast immer ein anderer Mensch vorzufinden, es ist ganz erstaunlich. Es ist doch nur für jeden empfehlenswert, diese Einsicht, die man anfangs hatte, auch für immer beizubehalten, aber da wird es meist für viele mit der Zeit zu schwierig, und wohl auch etwas lästig.

    Gruß, Bruce

    Hallo schnuffig,

    Das Problem ist mir nicht fremd, und ich weiß auch, wie das frusten kann. Wenn ich sehe, dass die Prioritäten nicht bei allen gleich sind, fällt das bei zukünftigen Entscheidungen ins Gewicht.

    Wichtig ist es immer, das Auge auf das Ziel und das eigene Tempo zu behalten, und wenn's geht halt nicht soviel zu warten.

    Gruß, Bruce

    Hallo Kleinerkolibri!

    Wäre es denn nicht sinnvoller, gerade jetzt, und vor allem die kommende Zeit, um so wachsamer und strenger mit sich ins Gericht zu gehen?

    Mir wird immer etwas mulmig, wenn ich lese, wie ein Rückfall so kurz danach als eine Lappalie vom Tisch gewischt wird. Du magst dich zwar selbst mit Beschreibungen über deinen Ekel gegenüber den Alkohol beruhigen, aber die Tür ist ja jetzt nun mal geöffnet worden, von Dir, und viele sind vor Dir kurze Zeit nach ihrem „einmaligen Rückfall“ wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückgekehrt. Das passiert wirklich sehr oft, und ist jetzt keine Schwarzseherei.

    Pass auf dich auf, und zwar -jetzt- !

    Gruß, Bruce

    Hallo Frank,

    Zufälligerweise habe ich vor kurzem erst wieder deine alten Threads durchgelesen, und begrüße deine Entscheidung, hier wieder weiterzumachen.

    Möglicherweise hast Du dich da auch noch mal eingelesen, es sind trotz hitzigem Abgangs ein paar sehr wichtige Dinge gesagt worden zum Schluss, so zum Beispiel die Feststellung, dass Du, obwohl Du Dir deines Quartal-Säufer-Verhaltens bewusst warst, und auch mehrmals an dieser scheitern musstest, Du dich in den Wochen vor deinen nach eigenen Erfahrungen anfälligsten Zeiten immer weniger um dich, und die Beschäftigung mit deiner Sucht, beschäftigt hattest.

    Mit diesem Wissen im Gepäck wirst Du nun sicherlich einiges anders machen können.

    Gruß, Bruce

    Hallo Tina!

    Ganz spontan, oder ist heute doch irgendwie ein besonderer Tag? ;)

    Auf jeden Fall schön, dass Du da bist.

    Gruß, Bruce

    Hallo schnuffig!

    Du empfindest es als befreiend, nie wieder mit Worten eine Welt zu erschaffen, die nicht existiert. Wenn Du zufrieden mit dieser Einsicht bist, wer bin ich denn, der das in Frage stellen würde?

    Meine Erfahrung ist nun eher die, dass es mir trocken immens leichter fällt, kreativ zu bleiben, zum einen, weil die Zeit auf einmal vorhanden ist, und so viel sinnvoller genutzt werden kann, und zum anderen, weil Kopf und Geist nun voll da sind, und auch zu ungewohnter Ausdauer fähig. Das ist es auch, was so ungeheuer befriedigend ist. Zu sehen, wozu man alles fähig ist.

    Ob Du dich jetzt je wieder dem Schreiben widmen wirst oder nicht, oder ob Du von fortan lieber zeichnest oder baust, oder gar etwas völlig neues findest, letztendlich bin einfach nur froh, dass es Dir gut geht.

    Gruß, Bruce

    Hallo Alex,

    Kurz gesagt: Nix.

    Ich hatte mich mal vor einiger Zeit bei dem Thema eingelesen, aus dem einzigen Grund, weil mich’s einfach mal so interessiert hat.

    Mehrere Betroffene führten Tagebuch über ihre Erfahrungen mit diesem (nicht gerade billigen) Medikament, und diese Erfahrungen waren fast alle gleich: in den ersten Tagen oder Wochen helle Begeisterung über das Nachlassen des Suchtdrucks, dann aber nach dem vermeintlichen Happy End der erste Rückfall, der von den selbsternannten Hobbyexperten dort immer schnell als „Vorfall“ runtergestuft wurde. Fast immer wurde nach diesem „Vorfall“ die Hochdosierung dieses (nochmal: nicht gerade billigen) Medikaments empfohlen.

    Von aussen betrachtet war die Sachlage für mich eindeutig: Nichts veränderte sich wirklich, weil der Betroffene nicht bereit war, sich zu verändern. Es wurden Medikamente eingenommen, aber dennoch weitergetrunken. Und wenn jemand nun statt 5 Tage die Woche nur noch 3 Tage die Woche betrunken war, wurde das als Erfolg angesehen, ohne aber den Blick auf die kommenden Monate und Jahre zu richten.

    Gruß, Bruce

    Hallo Matthias,

    Mittlerweile ist es so, dass jedes Mal, wenn ich das Wort Konfrontationstherapie höre, ich davon ausgehen kann, dass dieser Mensch

    a) noch nicht allzu lange ohne Alkohol lebt,
    b) dennoch immens überzeugt von dem Erfolg ist, da es logisch klingt, man dabei seinen Kopf benutzen darf, und man sich dabei für einige Zeit dem Irrglauben hingeben kann, die eigene Sucht „im Griff“ zu haben, und
    c) es zwar den Anschein erweckt, als würde man etwas für sich selber tun, aber man ja in Wirklichkeit so wenig Veränderungen wie möglich zu seinem vorherigen Säuferleben machen muss.

    „Alkohol ist überall, man kann ihm nicht aus dem Weg gehen.“ ist in vielen Mini-Threads in diesem Forum immer und immer wieder zu lesen.

    Ich empfinde das aber ganz und gar nicht so, und mittlerweile hat das auch mit „aus dem Weg gehen“ nicht mehr viel zu tun.

    Gruß, Bruce

    Hi DFR,

    Und herzlich Willkommen hier im Forum.

    Wow, das hier

    Zitat

    Der Erfolg ließ sich in Wochen ausdrücken, die Blutwerte danach waren OK, also wieder grünes Licht und Prost.

    habe ich damals haargenau so erlebt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, ich ließ mich voll und ganz auf den Fortgang meiner ja eigentlich beendeten Sauferei ein, und wusste dann aber gleichzeitig, dass dies meine Abhängigkeit endgültig besiegelte. Mir schaudert's heute noch ein wenig.

    Klick gemacht hatte es für mich dann endlich, als ich mich voll und ganz auf ein neues Leben einlassen wollte, und zwar gerne, ohne wenn und aber, und mit dem Blick 100 % auf die schon vor mir gegangenen Schritte der Langzeittrockenen gerichtet.

    Zufriedene Abstinenz ist der richtige Weg, aber wie ich herauslese, weisst Du das ja schon.

    Gruß, Bruce

    Hey sternenhimmel12,

    Auch auf die Gefahr hin, dass man mir vorwerfen könnte, ich würde mich hier als Möchtegern-Moderator aufspielen, aber das hier störte mich irgendwie:

    Zitat

    Du bist der Meinung , s.z. hätte sich mir gegenüber anders ausdrücken könne.Meine Meinung dazu ist,vllt. kann er es ja auch noch nicht und ich denke das man mit seiner Trockenheit(auch staubtrockenene) nicht alle Verhaltensweisen, eigene Persönlichkeit oder in dem Falle die Sprache ablegen kann/muss.Auch sind wir Menschen so verschieden und wer eben nur die assoziale Spache kennengelernt hat,so what.Ich muss ja nicht mit jedem reden und solche Menschen wie s.z., erreichen mich sowieso nicht auch wenn er trocken ist.

    Auch wenn einem das manchmal so vorkommt, es sind ja nun mal keine Privatgespräche, die hier ablaufen. Und so abfällig über andere Mitglieder zu urteilen, ohne sie überhaupt direkt anzusprechen, ist sicherlich etwas, was Dir andersherum auch nicht gefallen würde.

    Gruß, Bruce

    Hallo,

    Mit der Tonlage bin ich zwar auch nicht ganz einverstanden, aber dem Anliegen stimme ich prinzipiell zu.

    Was im privaten Leben läuft, ist jedermanns eigene Sache, aber ich persönlich schätze es sehr, wenn zumindest die Selbsthilfegruppe einen sicheren Hafen darstellt, der kein Forum mehr für den lustigen, verharmlosenden Flachs über dieses schwere Thema bietet. Denn wenn nicht hier, wo dann?

    Gruß, und Merry Ostern.

    Bruce

    Hallo Cora,

    Mir ist bei Dir wiederholt aufgefallen, dass Du das Ganze immer von der anderen Richtung angehst, nämlich: Ich kann den Leuten um mich herum das Trinken nicht verbieten, nur weil ich gerade da bin.

    Risikominimierung heisst allerdings in erster Linie, diese Situationen von vornherein zu vermeiden. Sich nach einem Umfeld im Leben umschauen, wo gar nicht erst um einen herum getrunken wird. Deine Position ist natürlich das allseits beliebte „das geht aber nicht“.

    Ich habe mir nie Gedanken dadrüber gemacht, ob ich das Recht habe, so oder so zu denken. Ob man im Recht ist oder nicht ist nämlich letztlich völlig unerheblich, wenn am Ende das Leben, so wie man es gelebt hat, einen wieder zum Trinken geführt hat.

    Bitte bedenke auch, dass in diesem Thread mit Stolz von dem ersten Kneipengang nach ein paar Wochen ohne berichtet wurde. Das ist in der Regel der sicherste Weg, sich den nächsten Rückfall vorzubereiten, und hat auch herzlich wenig mit irgendwelchen Hausversammlungen zu tun, ganz gleich, ob Du da nun einen Unterschied machen kannst oder nicht.

    Schöne Grüße, und ich hoffe Dir geht’s schon wieder etwas besser.

    Bruce

    Guten Morgen,

    Prinzessin?, das finde ich wirklich super.

    Ich bin ein großer Freund davon, sich selbst und seine gemachten Erfahrungen ehrlich und gründlich unter die Lupe zu nehmen, und bin immer sehr froh darüber gewesen, die verschiedenen Stationen und Emotionen festgehalten zu haben, da es mir immer wieder immens hilft, das alles von Zeit zu Zeit wieder nachlesen zu können.

    Schönes Wochenende, Bruce

    Hallo Uwe,

    Auch ich lese immer gerne deine Ausführungen (willkommen zurück!), räume aber dennoch ein, dass dieses hier:

    Zitat

    Nicht der Alkohol ist die Ursache meines Leidens, sondern lediglich ein Mittel um die Ursachen zu verdecken. Daher kommt der Satz: „Aufhören alleine reicht nicht!“

    glaube ich nicht ganz richtig ist, da der Satz „Aufhören alleine reicht nicht!“, nicht mit der Ursachenerkundung verbunden ist, sondern es in erster Linie darum geht, die mit dem Alkohol verbundenen Gewohnheiten zu finden und zu ändern, ohne erst mal viel über das warum nachzudenken. Wenn ich das richtig verstanden habe, kommen Dir diese Erkenntnisse wie das Zitierte ja auch erst jetzt, nach 5 Jahren?

    Gruß, Bruce