Beiträge von Bruce

    Hallo Prinzessin?

    Zitat

    Ich habe die letzten Wochen (seit Tag X) so viel über mich selbst gelernt, dass mir fast schwindelig wird von so viel Einblicken in meine Seele.

    Das kann ich mir gut vorstellen ;)

    Ich lerne heute auch noch ständig einige Dinge über mich, die ich wohl weiterhin erfolgreich verdrängt hätte. Manches ist gut, manches gefällt mir nicht so gut, und manches werfe ich immer noch weiterhin ein Auge drauf, und sehe, ob es möglich ist, langfristig was dran zu ändern. Manches akzeptier ich aber auch weiterhin einfach nur.

    Vielleicht wird einem dabei gelegentlich schwindlig, aber trotzdem ist der Kopf klarer als je zuvor.

    Gruß, Bruce

    Hi Carmelita,

    In der Regel begrüße ich das immer sehr, wenn Prominente sich öffentlich zu ihrer Sucht bekennen, und darüber reden möchten, auch wenn in diesem Fall die Person durch ihre Boulevard-Präsenz schon arg vorbelastet ist. 1, 2 Jahre Auszeit wäre vielleicht angebrachter gewesen, denn die Gefahr ist immer zu groß, dass das Management es in solchen Fällen eiliger hat als der Genesungsprozess es zulässt.

    Ich werd’s wohl nicht sehen, aber was ich im Vorfeld lesen konnte, klang eigentlich ganz vernünftig (auch wenn es offensichtlich war, dass Sektempfänge auch weiterhin eine tragende Rolle in ihrem Werdegang spielen werden).

    Schlecht geworden ist mir dann allerdings schon noch, als ich unter dem Artikel einige Kommentare der regulären Leserschaft durchlas. Da wurde mir wieder einmal bewusst, dass ein Großteil der Menschheit da draussen voller widerwärtiger Vorurteile steckt, die sie durch die Anonymität des Internets problemlos nach draussen tragen können. Ein Phänomen, mit dem ich zum Glück ansonsten recht wenig konfrontiert werde.

    Jetzt hab ich dich so zugetextet, ich hoffe es geht Dir weiterhin gut, darum geht’s ja hier eigentlich! :)

    Gruß, Bruce

    Hallo Hartmut,

    Ich bin immer gerne den Weg der kompromisslosen Risikominimierung gegangen, und habe auch oftmals etwas dazu zu sagen, wenn ich höre wie dieser Weg abgelehnt wird, weil er als schwieriger empfunden wird, als er in Wirklichkeit ist.

    In letzter Zeit frage ich mich aber auch hin und wieder mal, ob das, was ich jetzt mache, überhaupt ausreicht, und ob das, was ich als "kompromisslos" bezeichne, diesem Wort auch tatsächlich gerecht wird.

    Ich denke jeder Rückfall hat wohl seinen Unsprung in einer offenen Hintertür, und sei es nur sich den Gedanken zu erlauben, vielleicht doch nicht ganz so krank zu sein wie man ursprünglich gedacht hatte. Und wenn man diesen Gedanken erst einmal zulässt, beginnen auch die Kompromisse.

    Gruß, Bruce

    Hi schnuffig,

    Ich hoffe, du hast deinen Schlaf noch finden können, und träumst jetzt gerade von angenehmen Dingen. Ich wache zur Zeit jeden Morgen leicht bibbernd auf, trotz 2 Decken.

    Du spürst mit der Zeit immer mehr, was Du brauchst, und was Du nicht brauchst, um das Leben zu leben, das du möchtest. Das halte ich langfristig gesehen für eine der wirklich guten Seiten der Trockenheit.

    LG Bruce

    Hallo Zusammen,

    Ich hole diesen Thread mal hoch, weil ich einfach mal meine derzeitigen Gedanken sammeln möchte. In den letzten Wochen durfte ich ein paar Mal die Erfahrung machen, wie es ist, sich nur nach ein paar kurzen Hinweisen schon in der Rolle des Bösewichts wieder zu finden, was eigentlich sonst gar nicht so mein Stil ist :)

    "Hände still halten" wäre da schon eher meine Art gewesen, und ich fragte mich in letzter Zeit verstärkt, ob mein derzeitiger Aktivismus eventuell daher ruhen konnte, dass ich ganz allgemein momentan eine etwas ernsthaftere Auseinandersetzung mit der Sucht vermisse.

    Es ist ja nichts Neues, dass kritische Anmerkungen zwar zuerst willkommen sind, aber nach ein paar Tagen dann wohl doch nicht mehr, und ändern wird sich das über kurz oder lang wohl nicht, aber zur Zeit ist mir wiederholt aufgefallen, wie einige für sich eine Atmosphäre geschaffen haben, in der sie nach ein paar Wochen oder von mir aus auch Monaten schon den Großteil der Arbeit für sich abgeschlossen zu haben scheinen, was meiner Meinung nach dann aber wieder nur wenig Raum lässt für die eigentliche Beschäftigung mit der Sucht, die einen über die letzten Jahre oder gar Jahrzehnte im Griff gehabt hatte, und wenig Anmerkungen für die Prävention dessen für die kommenden Jahre zulässt.

    Stattdessen wird immer mehr Gewicht auf Umgang und Ton gelegt, obwohl der gängige Ton für dieses Thema in der Regel immer mehr als angebracht ist. Wirkliche Beleidigungen lese ich nur selten hier, auch wenn "das sind nasse Gedanken" gerne mal als Beleidigung ausgelegt wird ;)

    In diesem Thread stehen schon so viele wichtige Erkenntnisse drin, die das auch viel besser erklären, als ich das jetzt könnte. Einer der Knackpunkte ist zum Beispiel Maria's Anmerkung:

    Zitat

    Am Anfang steht häufiger mal das TUN auf dem Programm (wie sich von nassen Veranstaltungen fernzuhalten) - ohne zu Wissen, wofür das gut sein mag. Manches erschließt sich erst sehr viel später.

    Genau so ist es mir auch gegangen, ist aber wohl der Punkt, bei dem es einfach immer wieder zu Reibungsflächen kommt, weil zu sehr der augenblickliche Tag, und die augenblickliche Stimmung einem den Sinn für das eigentliche TUN vernebelt. Ich halte es immer wieder für sehr wichtig, bei aller Freude über die neugewonnene Trockenheit den Blick auf die kommenden Zeiten nicht zu verlieren. (Auch wenn das mit dem beliebten 24-Stunden Programm vielleicht nicht ganz konform sein könnte. Anderes Thema)

    Es ist zwar immer wieder zu lesen, wie wichtig und ernst die Hinweise der länger Trockenen empfunden werden, aber oftmals reicht das dann doch nicht mehr dazu aus, die kleinsten Veränderungen auch umsetzen zu wollen, sondern weiterhin der (vermeintlich) einfachere Weg aus der Sucht gewählt wird, um ein Leben weiter zu leben, das kurioserweise dem Leben mit dem Alkohol immer noch verdächtig ähnlich sieht.

    Nun kann man immer wieder und wieder beteuern, dass man es nur gut meint, und nichts böses will. Der Schaden ist trotzdem jedes mal der Gleiche, und auf persönlicher Ebene leider oftmals langfristig. Wie jemand, der am Anfang steht, sich mit dieser oftmals nicht enden wollenden Flut an Warnungen fühlen mag, wurde ziemlich treffend hier von Garcia beschrieben:

    Zitat

    Anfänger stehn am Anfang. Ihr Langzeitler habt sehr sehr viel gelernt. Aber das war ja nicht nur ein Erlernen von Faktenwissen, sondern mehr ein emotionales Wachstum gegen einen Haufen innerer Widerstände, sicher oft genug schmerzhaft und hart erarbeitet. Nun präsentiert ihr den Neulingen die Früchte... aber um die wertschätzen zu können braucht es eben diesen langen emotionalen und schweren Weg, auf dem vor allem auch ein Abschied von dem eigenen Selbstbild (oder Teilen davon) liegt, ein Drangeben von Teilen der eignen Identität, das Erleben und Aushalten von Schmerzen aller Art.

    Ist es da verwunderlich daß die Reaktionen nicht immer dankbar sind: "Ah ja so geht das?", daß bequeme Abkürzungen gesucht und ausprobiert werden, daß den Überbringern schlechter Nachrichten - den Langtrockenen "So einfach ists nicht, du wirst dich von liebgewordenen Lebenslügen verabschieden müssen...", daß diesen erstmal oft Unverständnis und Ablehnung entgegengebracht wird? Ich find das normal. Mir gings am Anfang nicht anders.

    Ja, mir auch.

    Das sind so meine Gedanken momentan, bei Bedarf bitte einfach ignorieren :)

    Gruß, Bruce

    Hallo Mikini,

    Diese Träume hatte ich auch gelegentlich. Die Gedanken nach dem Aufwachen waren besonders unangenehm. Nachdem ich auch erst fürchtete, dass sich etwas größeres dahinter verbergen könnte, kam ich schnell zu dem Ergebnis, dass ein Traum in der Regel nichts weiter ist als nur ein Traum.

    Gruß, Bruce

    Hallo Prinzessin,

    Eine Regel als solche gibt es soweit ich weiß nicht, und es braucht sich auch niemand hier die Frage zu stellen, ab wann er oder sie „dazu gehört“. Mir sind einige Dinge aufgefallen, und ich habe sie Dir mitgeteilt, und mit ein bisschen Glück werden wir alle das überleben ;)

    Gruß, Bruce

    Hallo Prinzessin,

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    Und der offene Bereich ist mir deswegen so wichtig, weil ich mir denke, solange ich auf so einem guten Weg bin (und ich hoff natürlich immer), hilft das vielleicht mehreren!! Drum schreib ich mehr hier, als im Geschlossenen.

    Der Wunsch zu helfen ist zwar ein nobler Gedanke, aber zu diesem Zeitpunkt noch viel zu früh.

    Du hältst ja nicht damit vor den Berg, dass die über Jahre zusammengetragen Grundbausteine für dich mehr Leitfäden sind, die man jeder Zeit nach eigenem Ermessen biegen kann, und die Botschaft, die ich immer wieder bei Dir herauslese, ist „manchmal geht es halt nicht, also geht es auch so".

    Zwei mal hast Du auch bei Usern, die selber erst noch ganz am Anfang stehen, lange Aufsätze darüber geschrieben, warum es bei diesem und jedem Individuum einfach nicht geht mit der Risikominimierung, und jeder, der dennoch wiederholt auf ihre Notwendigkeit aufmerksam macht, versteht einfach die Situation anderer Leute nicht. Gründe und Ausreden, dieses und jenes nicht tun zu müssen, die findet jeder meistens ganz gut selber für sich, aber wenn doch noch Zweifel aufkommen sollten, dann können sie zumindest auf dein Verständnis bauen. Nur mit dem Verständnis gegenüber der eigenen Sucht hat das dann nicht mehr viel zu tun.

    Wie jeder seinen Weg geht, das bleibt letztendlich jedem selber überlassen, da sind wir uns zumindest einig, aber neue Leute sollten zumindest auch die Möglichkeit haben, sich in aller Ruhe mit allem auseinandersetzen zu können, ohne auch noch zur Nachlässigkeit animiert zu werden.

    Gruß, Bruce

    Hallo Carmelita,

    Ich lese gerade die letzten paar Seiten bei Dir durch, und frage mich, wie Du wohl mit diesen verschiedenen Ansichten zurecht kommen magst.

    Als mir anfangs klar wurde, dass ich überhaupt nicht wissen konnte, was mich die nächsten Monate, gar Jahre, erwartete, war für es für mich nur logisch, dass die Worte der lang-jährig Trockenen für mich mehr Gewicht hatten, weil sie einfach mehr Ahnung und Erfahrungen von der ganzen Sache mit brachten. Und wie es ist, ein paar Wochen lang trocken zu sein, wusste ich schon selbst.

    Ich profitiere auch immer noch von den Erfahrungen anderer, oftmals durch das stöbern in älteren Threads in diesem Forum. Es tut auch gut zu lesen, wie Pink-Lady ihr Familien-Leben managed, gerade indem sie ihre Trockenheit an 1. Stelle stellt.

    Liebe Grüße,

    Bruce

    Hallo Mikini,

    Wenn ich deinen anderen Thread richtig verstanden habe, hat dein Mann auch gerade erst vor kurzem mit Alkohol und Drogen aufgehört? Ich finde das Problem unter diesen Voraussetzungen überhaupt nicht ungewöhnlich, und mehr als verständlich. Ich würde fast sagen, nach deinen beschriebenen Erlebnissen wäre es ungewöhnlicher, wenn es nicht so wäre.

    Es ist wohl leichter gesagt als getan, aber das beste wäre wirklich, Du und dein Mann könntet euch gemeinsam darüber eins werden, gar nicht erst ein Problem daraus werden zu lassen, und den Schwerpunkt weiterhin auf das Trocken werden und Trocken bleiben legen. Die körperliche Zuneigung hat ja vorher auch unter anderen Bedingungen stattgefunden (nehme ich jetzt einfach mal an), so gibt es auch in dieser Hinsicht eine Umstellung.

    Gruß, Bruce

    Hallo Georg,

    Danke auch Dir an dieser Stelle, dass Du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt. Es wäre kein Dialog mehr vorhanden, wenn das auf einmal keiner mehr machen würde, und dann hätte ich nicht wieder soviel dazulernen können wie an diesem Wochenende.

    Du hast Dir die Zeit genommen, in Ruhe über alles nachzudenken, und das finde ich gut. Nur eins noch, Du schreibst „mehr geht nicht“, und das brauchst Du glaube ich nicht unbedingt so stehen zu lassen für dich, vor allem weil immer irgendwie noch was geht, was dieses Thema anbelangt.

    Ich wünsche Dir eine angenehme Woche.

    Gruß, Bruce

    Heya,

    Worüber seid ihr euch eigentlich gerade so einig? Das gewisse Dinge halt einfach nicht gehen, wenn man soviel um die Ohren hat?

    Ich lese zwar jetzt, dass das trocken werden/bleiben für euch schwerer ist als für so schlurige Alleinstehende wie mich, aber gerade in diesem Thread bekomme ich öfters den Eindruck, als ob es doch eigentlich recht einfach ist.

    Mit der Logik des schwerer/leichter müsste man ja theoretisch noch mehr auf sich acht geben, vor allem, wenn man auch noch die Verantwortung für andere zu tragen hat. Stattdessen ist eine Bereitschaft für Kompromisse vorhanden, und die, die vor Fehlern warnen, haben halt kein Verständnis für die Situation anderer Leute, und nerven nach einer Zeit ja auch irgendwie.

    Ich würde mich jetzt gerne wie immer mit einem Gruß verabschieden, aber ich habe tatsächlich das Gefühl, als müsste ich mich bei Dir entschuldigen, wenn ich mal offen rede.

    Gruß, Bruce

    Hallo Georg,

    Meine erste Reaktion auf Hartmut’s Post war auch erst „geht das jetzt schon wieder los?“. Kann man dem armen Georg nicht einfach nur mal seinen Kultur-Urlaub lassen und gut ist?

    Aber ich glaube, jetzt einen Tag später verstehe ich auch das schon wieder etwas besser. Weil ich nämlich schon am überlegen war, ob ich nicht selber gerne mitgekommen wäre. Du klingst immer recht vernünftig, weisst, was Du willst, und was Du nicht willst, und das, was Du an Gleichgültigkeit gegenüber dem präsenten Alkohol am Sylvester entgegenbringst, kann ich schon lange vorweisen. Und ich mag auch Theater und Gesang. Was hindert mich eigentlich daran?

    Vielleicht muss ich sogar irgendwann mal darüber nachdenken, ob die konsequente, fast schon militante Risikominimierung der letzten 1 1/2 Jahre nicht so notwendig gewesen war, wie ich mir immer gedacht hatte. Diese Möglichkeit gibt es auch, es übertrieben zu haben, so wie der eine oder andere Freund es mir gelegentlich zu erzählen versuchte, wenn ich eine Feier ausschlug oder nicht mehr mit zum Sommerfest in die Stadt wollte. Und ich versichere Dir, ich sage das alles nicht um zu provozieren oder etwas ähnliches, aber es sind halt so meine Gedanken, die mir heute morgen beim aufwachen durch den Kopf schwebten, und mit denen ich mich auseinandersetzen musste.

    Um Missverständnisse vorzubeugen, ich würde nie auf die Idee kommen, die Verantwortung für mein eigenes Tun an jemand anderen abgeben zu wollen, und die Chancen, dass sich bei mir deswegen jetzt etwas ändert, sind sehr gering, aber ich dachte ich wollte mich zumindest einmal zu Wort melden, da Worte oftmals Konsequenzen mit sich ziehen.

    Gruß, Bruce

    Hallo Jürgen,

    Äpfel und Birnen. Deswegen hast Du auch die Anführungszeichen benutzt. Natürlich können die Situationen noch aufkommen, aber ich trete denen jetzt anders entgegen, als zu den Zeiten, in denen ich tatsächlich noch meine Abstinenz zu leicht genommen hatte. So geht es nun auch vielmehr mehr um Akzeptanz, als ums Ausruhen.


    Hallo Prinzessin,

    Ich denke schon, ja. Ich habe auch nur versucht zu erklären, wie ich das für mich empfinde, und das ist gar nicht mal so einfach. Einmal im Wort vertun, und schon klingt das Ganze wie spiritueller Mumpitz. Ist es aber nicht, es ist nur eine ausführliche Umschreibung eines für mich wichtigen Klicks.


    Gruß, Bruce

    Hi Axel,

    Ja, ich erinnere mich noch an Metallus. Nur so aus Interesse, Du sprichst von 5 Monaten Trockenheit, was ist denn beim letzten Anlauf schief gelaufen? Natürlich nur, wenn Du darüber sprechen möchtest.

    Die bekloppte Idee war übrigens schon der Konsum der Drogen. Oder noch weiter zurück, es war das Vorhaben, es nach 5 Monaten zu Sylvester mal wieder krachen lassen zu wollen. Wie kamst Du darauf, dass sich dies mit deiner Abstinenz vereinbaren lässt?

    Gruß, Bruce

    Hi schnuffig,

    Das tut mir leid zu hören. Das Frieden eingetreten ist, ist wohl nur ein kleiner Trost. Nimm dir all die Zeit und Stille die Du brauchst, auch wenn das Leben so kurz ist. Ich denk an dich.

    Gruß, Bruce

    Hi Prinzessin,

    Das mit dem „einfach nur wohnen“ hört sich gut an, ich habe das die letzten Tage ähnlich gehalten :)

    Das Thema Kapitulation ist mir persönlich auch sehr wichtig, wie Du dich vielleicht erinnern kannst, allerdings habe ich es mir selbst bis heute noch nicht 100 % zufrieden stellend erklären können, wie es vonstatten ging. Ich versuch’s einfach noch mal, bitte sei gnädig ;)

    Was ich wohl weiß, ist das ich viele Jahre damit verbracht habe, das „nicht-trinken“ als etwas zu sehen, was ich jeder Zeit selbst an- und ausschalten konnte, und mich nur auf meine eigene Stärke verlassen brauchte, wenn mich das Gefühl überkommen sollte, wieder trinken zu wollen.

    Erst als ich mir endlich eingestand, dass ich machtlos gegenüber dem Alkohol war, wurden die vielen Kämpfe und Verhandlungen der letzten Jahre zu dem gemacht, was sie in Wirklichkeit gewesen waren: Eine Verschwendung meiner Kraft und Zeit.

    Oftmals lese ich, dass man mit der Kapitulation dem Alkohol den Sieg überlässt, aber selbst mit solchen Wortkabuseleien (kein richtiges Wort) verschwendet man nur seine Zeit, denn die Zeit des Kämpfens ist endlich vorbei, und das war eine fast schon friedliche Erkenntnis.

    Die Kapitulation schloss für mich auch endgültig die Möglichkeit aus, jemals wieder etwas trinken zu können. Wann immer ich auch nur den Blitz von einem Gedanken dieser Art habe, (und ja, das kommt immer noch vor) berufe ich mich fast im selben Moment wieder darauf, dass ich gegenüber dem Alkohol kapituliert habe, und der erste Schluck wieder viele Jahre des Suffs zur Folge haben könnte, die möglicherweise diesmal nicht wieder gestoppt werden können.

    Ich bin auch gar nicht so sicher, wann das bei mir passiert ist. Wenn ich meinen eigenen Thread lese, könnte man meinen, das wäre als ich mein letztes Bier in den Ausguss gekippt habe, aber das war es nicht, ich bin sicher, dass passierte schon in den Wochen und Monaten, die dahin führten.

    Naja, wieder mal nicht 100 % das, was mir im Kopf rumschwebt, aber zumindest etwas. Du wirst sicherlich noch einiges mehr hier finden können.

    Schönen Tag!

    Gruß, Bruce

    Hi Prinzessin,

    Hab das hier grad erst jetzt gelesen, erinnerte mich ein bisschen an mich selbst vor einem Jahr:

    Zitat

    Wie lange ich zähle und grün anmale ... wer weiß? Solange es mir gut tut, ist es okay. Und wenn ich es irgendwann nicht mehr mache, weil es einfach nicht mehr wichtig ist ... dann wäre die nächste Stufe erreicht. Dann ist es nämlich mehr und mehr in meinem Inneren angekommen.

    Ich hatte die ersten Monate noch immer ein Kreuz am Kalender gemacht, weil mir der Anblick der mit Kreuzen übersäten Monate gut tat. Irgendwann gegen Ende 2011 kam es immer öfter vor, dass ich Kreuze nachtragen musste, und ich merkte einfach von selbst, dass ich mit diesem Ritual aufhören wollte und fertig war mit dem Tage zählen. Auch das war ein guter Tag :)

    Das gehört wirklich zu den Dingen, die jeder so machen kann, wie er möchte.

    Es freut mich, dass Du dich mit der Zeit hier gut eingelebt hast!

    Gruß, Bruce