Beiträge von Bruce

    Hallo Renate,

    Du möchtest jetzt wahrscheinlich lieber eine vernünftige ja/nein Antwort, aber wenn ich so etwas höre, bin ich immer wieder erstaunt, wie wichtig die Aussicht auf weiteren Alkoholkonsum in manchen Fällen doch zu sein scheint, und das auch noch im Rahmen einer Therapie?

    Viel wichtiger ist doch die Frage, warum dein Gesprächspartner ursprünglich eine 4-monatige Therapie für notwendig befunden hatte. Es ist nämlich leider nicht ungewöhnlich, dass da nach einer Zeit Erinnerungslücken entstehen, und eine längere Abstinenzzeit den Effekt hat, sich als "so halbwegs geheilt" zu sehen.

    Körperlich oder physisch abgängig, das ist doch eigentlich wurscht, solange man trinkt, oder? Bei mir vergingen Jahre, bis ich merkte, dass ganz gleich, wie wenig körperlich ich anhängig war, ich trank weiterhin jeden Tag.

    Gruß, Bruce

    Nach viel zu langem überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, Du beziehst dich auf die Menschen, die der Zitierte "nicht" getroffen hat. Das war zugegeben etwas missverständlich, aber ich habe auch noch nichts richtiges gegessen heute.

    Gruß noch mal, Bruce

    Hey Carl,

    Das ist ja alles sehr verallgemeinernd und Vorurteils-behaftet, was Du da von Dir gibst, aber da wir hier ja hauptsächlich über uns selbst sprechen, finde ich, dass Du nicht so hart mit Dir ins Gericht gehen solltest.

    Ich kenne das Gefühl, sich zu sehr mit der Eigenverantwortung der Ursprünge seiner Alkohol-Sucht zu zermartern, aber diese Gedanken führen ja letztendlich zu nichts, und hindern einen nur daran, zufrieden trocken nach vorne zu schauen.

    Gruß, Bruce

    Hallo blubbber,

    Ich kann da jetzt auch nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen, aber als ich mich noch mit der Cola in Kneipen aufhielt, fanden meine Trinkpausen nach absehbarer Zeit immer ein Ende, und ich wollte wieder trinken. Erst seit ich strikt auf mein alkoholfreies Umfeld bestehe, habe ich mir die Möglichkeit gegeben, mich voll und ganz auf mein Leben ohne Alkohol zu konzentrieren, und seitdem trinke ich nicht mehr. Für mich eine einfache Sache.

    "Die erste Probe", da läuten bei mir auch immer die Alarmglocken, denn es gibt bei solchen Proben meist nichts zu gewinnen, es sei denn, die innere Bestätigung, in Zukunft weiterhin nicht auf Kneipenbesuche etc. verzichten zu müssen, war von Anfang an eines der Ziele gewesen. Ich bin immer wieder von neuem froh, dass ich mich von diesem Leben verabschieden konnte.

    Gruß, Bruce

    Hey BC,

    Das mit dem Immunsystem hat ja meist nie so richtig Hand und Fuss, das funktioniert mal so, mal so, da lohnt es sich fast gar nicht, sich Gedanken drum zu machen, was man denn anders gemacht haben könnte. Manchmal mache ich so gut wie alles falsch, und überlebe das Jahr dann trotzdem nur mit einem leichten 3-Tage Schnupfen. Das beste an den Erkältungen ist jedenfalls, wenn sie wieder vorbei sind, und in diesem Sinne wünsche ich Dir baldige Besserung!

    Gruß, Bruce

    Hi Steffi,

    Das

    Zitat

    hm, bei dir wars ja garnicht sooo schlimm!


    kenne ich nur zu gut. Genau das hatte mich auch Jahre lang davon abgehalten, ernsthafte Schritte in Bewegung zu setzen.

    Mein überraschter Bekanntenkreis wollte mir diese Flausen auch am liebsten so schnell wie möglich ausreden, doch als es mir endlich ernst wurde, hatte ich für die Zweifler da draussen und den Zweifler in mir nur noch die eine Antwort parat: Ich war jeden Tag betrunken. Mehr Gründe brauchte ich nicht.


    Nochmals möchte ich darauf hinweisen, dass ich dieses Thema nicht aus einer dringenden Notwendigkeit eröffnet habe, sondern nur weil mir aufgefallen war, dass sich in diesem Fall die gängigen Erfahrungen von der Meinigen leicht zu unterscheiden schienen.

    Ich komme aber letztlich zu dem Schluss, den ich wohl wahrscheinlich vorher schon unterbewusst mitgebracht hatte: Es ist mir egal.

    Ich kann da soviel rumphilosophieren wie ich möchte, ich hatte einfach keinen Tiefpunkt, lediglich ein über die Jahre heranschleichendes, verdammt beklemmendes Gefühl, dass mein unnormales Trinkverhalten mich irgendwann umbringen würde, wenn ich es nicht stoppte. Ein Blick von aussen auf mein eigenes Leben reichte mir da vollkommen. Ich sah und las von Menschen, die sich ein weitaus zufriedeneres Leben ohne Alkohol ermöglicht hatten, und genau das wollte ich auch. Ich schaute wie sie das hingekriegt hatten, und dann machte ich das nach. Gedanken an leichte oder starke Alkoholiker ließ ich nicht zu, und das halte ich heute immer noch so.

    Ich hatte zwar keinen Tiefpunkt, aber ich weiß noch genau, dass ich irgendwann einfach nur kapituliert hatte. Danach gab es keinen Kampf mehr, kein Austesten, kein Sehen, wer der Stärkere war, denn ich wusste, ich war abhängig, und konnte nun aber frei darüber entscheiden, mein Leben fortan völlig ohne Alkohol zu leben.

    Gruß, Bruce

    Hallo Frozen Tears,

    Zitat

    ich glaube, dass es nicht nur mir sondern auch anderen im ersten Moment den Eindruck macht, dass Du Dich mit diesem Thread selbst 'entmutigen' möchtest.

    Ich würde so kurz nach dem ersten Kennen lernen nicht gleich so viele Vermutungen über die Motive und Gedanken anderer Menschen anstellen.

    Ansonsten aber danke ich Dir für deinen Beitrag, und die Dinge, die Du mir damit Nahe legen wolltest, auch wenn Worte wie "stark" und "eisern" mir soweit nicht als Wegweiser zu meiner zufriedenen Trockenheit gedient haben.

    Gruß, Bruce

    Hey schnuffig,

    So was in der Art, ja. Ich glaube wahrlich lieben tue ich davon keine, aber was ich total mag ist der Moment, an dem es "klick" macht, wo das fehlende Puzzelteil aus dem Nichts erscheint, das der ganzen Geschichte dann letztlich ihre Berechtigung gibt. Fiel mir auch ein, als Du das mit dem Pinseln geschrieben hattest.

    Ich hatte vor langer Zeit einmal einen Kurs in diese Richtung besucht, und ich kann zwar an einer Hand aufzählen, was ich dort gelernt hatte, aber dazu gehörte dann auch, dass man niemals zurück blättern sollte, bis man den ersten Entwurf zu Ende geschrieben hatte.

    Danach kann ich dann allerdings auch ziemlich brutal kürzen, was ich aber gerne mache.

    Gruß, Bruce

    Hey beagle, sorry Eric

    Zitat

    nun ja, es liegt sicher nicht an der idee dieses forums, sondern eher manchen usern, die einfach mal so voraussetzen, dass mein unventioneller weg mich sozusagen sicher wieder den alkoholkonsum treiben wird.

    Das hast Du jetzt gesagt. Und damit tatsächlich etwas vorausgesetzt.

    Mit meiner Antwort wollte ich Dir lediglich vermitteln, dass es nicht immer nur auf irgendwelche Trigger ankommt, sondern dein Gemütszustand auch eine wesentliche Rolle spielen kann. Und "kann sein, muss aber nicht", wäre mir da einfach zu wenig.

    Hauptsächlich wäre mir aber die von Dir beschriebene Methode einfach nur zu anstrengend. Erinnert mich irgendwie an "Clockwork Orange", das Ganze.

    Gruß, Bruce

    Hi,

    Das hatten wir alles schon zig-mal, auch in diesem Thread, deswegen von mir jetzt auch nur ganz kurz: Ob man sich nun nach kürzester Zeit schon problemlos in Lokalen, etc. aufhalten kann, und zufrieden feststellt, dass die Gesellschaft der um sich trinkenden Menschen einen nicht im geringsten triggert, verliert spätestens dann an Bedeutung, wenn die äußeren und seelischen Umstände, und sei es nur kurzzeitig, nicht mehr so optimal sind, wie man es meist gewohnt ist.

    Dann ist es durchaus möglich, dass die über die letzten Monate gesammelten Eindrücke der gutgelaunten, trinkenden Menschen einem eine Lösung weisen, die jegliche Vernunft zum Fenster hinauswirft, da in diesem Moment die augenblickliche Zufriedenheit in den Vordergrund rückt. Das hat dann auch mit Wollen nicht mehr viel zu tun.

    Mir hat es dann in solchen Situationen sehr geholfen, dass ich mich auf meine gelebte Zufreidenheit in suchtmittelfreier Umgebung besinnen konnte.

    Gruß, Bruce

    Frozen Tears,

    Ich wollte mir lediglich etwas Klarheit verschaffen über etwas, was ich hier des öfteren mal gelesen hatte, mehr nicht. Dabei versuchte ich das Thema allerdings aus einer etwas anderen Richtung anzugehen, als Du zu vermuten scheinst. Denn das wäre wirklich eine zweifelhafte Trockenheit, wenn man neben dem Notfallkoffer auch noch den Rückfallkoffer parat hätte.

    Gruß, Bruce

    Hey schnuffig,

    Da bin ich wieder.

    Menschen mit Kater habe ich am Theater eher selten erlebt. Fahnen auf der Bühne allerdings so einige. Ansonsten kommen meine Eindrücke fast ausschliesslich aus der Kantine.

    Ich glaube, wenn ich von der Wahrheit in diesem Zusammenhang spreche, dann meine ich damit das, was für mich wahr es, und sei es auch nur einzig für mich allein. Ich mag es halt, auf das Ergebnis nachher zu blicken, und sehen zu können, dass es auch wirklich von innen kommt.

    So sind die Themen auch eher in diesem Bereich zu finden. Und viele davon habe ich auch schon in diesem Forum besprochen. Wenn es um verpasste Chancen geht, um die Gabelungen im Leben, um das Hier und Jetzt, aber im Schatten des Vergangenen.

    Oder auch das Unterbewusste, wenn es darum geht, ehrlich und kompromisslos herauszufinden, was für ein Mensch man nun eigentlich wirklich ist. Ich finde solche Dinge immer ziemlich interessant, weil einem die Antworten vielleicht nicht immer gefallen werden.

    Ich bin froh, dass Du jetzt auf der Erde geblieben bist.

    Gruß, Bruce

    Hey BC,

    Ich glaube, ich habe inzwischen das Forum so an die 3 Male verlassen, weil ich von einigen Dingen genervt war. Nur hat davon nie jemand was mitgekriegt, weil ich's nie an die grosse Glocke gehängt hatte, und ich nach 1 - 2 Wochen schon wieder da war, da ich mich in meinem Leben wieder abgekühlt hatte, und jeglicher Ärger an Bedeutung verloren hatte. Zum Schluss besann ich mich immer wieder auf den eigentlichen Grund meiner Anmeldung hier.

    Nichtsdestotrotz möchte ich mich heute noch mal daran erinnern, dass Du während meiner kleinen Krise vor ein paar Monaten fast täglich präsent warst, und mir damals mit deinen Beiträgen in meinem thread sehr geholfen hast. Da war in meinem realen Leben zu der Zeit tatsächlich niemand da, Du aber schon. Das vergesse ich nicht, und sage nachträglich noch einmal "danke".

    Gruß, Bruce

    Hey schnuffig,

    Das mit den Fahrräder reparieren verstehe ich, das geht mir ähnlich. Aber am Ende nützt es nur, auf das zu schauen, was einem zur Verfügung steht, und dann zu sehen, ob oder was man damit macht.

    Vielleicht bringt das, was ich zur Zeit mache, auf existenzieller Ebene über kurz oder lang gar nichts. Aber allein wenn ich auf die Fortschritte des vergangenen Jahres blicke, bin ich regelrecht entsetzt, oder zumindest bestürzt darüber, wenn ich auf die vielen vertrunkenen Jahre zurückblicke. Wo ich eine Inspiration halt eine Inspiration sein ließ, ohne mich weiter um sie zu kümmern, weil aus meiner Sicht der Zug eh längst abgefahren war, und in meiner gemächlichen Routine ja keine Unruhe entstehen sollte. Und wo der erste Schritt schon so eine unüberwindbare Hürde zu sein schien, dass ich sie gar nicht erst in Angriff nahm.

    Ideen... Wie oft habe ich selbst von anderen angehenden Künstlern gehört, "die besten Ideen habe ich im Suff". Lange Zeit hatte ich mich auch dieser These angeschlossen, aber meine Erfahrungen aus den Alk-durchtränkten Zeiten zeigten eher, dass dieser Satz fast ausschliesslich nur mit der eigenen Einbildung und Selbstüberschätzung zu tun hat. Zu lange hielt sich wohl bei mir die Bewunderung für den fiktiven Mozart in diesem Film, der mit der Rotweinflasche in der Hand völlig berauscht die Overtüre zur Zauberflöte komponierte. Diese Szene tauchte wohl immer wieder in meinem Kopf auf, wenn ich versuchte, im angetrunkenen Zustand ein leeres Blatt vor mir zu füllen.

    Die Theater-Atmosphäre, die ich einst kennenlernen durfte, brachte mir im übrigen erfolgreich bei, dass ich mich für meinen täglichen Alkoholkonsum nicht im geringsten zu schämen brauchte. Da waren ja auch wieder Menschen dabei, deren Talente man irgendwie schätzte, und so klirrten jeden Abend gemeinsam die Gläser aneinander. Auch vormittags wurde ständig Wein gesichtet. Wenn ich einmal reich wär...

    Ich hoffe ich palaver dir hier nicht gerade deinen Thread voll mit meinen losen Erzählungen.

    Du hast gefragt, ob ich das Gefühl habe, wählen zu können ob ich mache was ich tue. Dies ist vielleicht auch eine Frage, ob das Ergebnis der Wahrheit entspricht, oder ob es nur existiert, weil andere etwas ähnliches schon zig mal gut fanden. Am Ende ist das Resultat fast immer etwas, was aus mir selbst heraus entstanden ist, und meistens auch sehr persönlich.
    Ich glaube nicht, das ich auch anders könnte, weswegen ich momentan auch meist allein arbeite. (Und nichts damit verdiene!)

    Ich palaver heute wirklich zuviel. Wie geht es bei Dir momentan weiter? Und deckt sich mein kurz angerissener Eindruck vom Theaterleben mit deinem? Schönes Wochenende!

    Gruß, Bruce

    Hey OF,

    Im Großen und Ganzen fand ich unsere gemeinsame Zeit hier immer recht interessant, nett, und aufschlussreich. Probleme dieser Art, und wie Du sie jetzt empfindest, verblassen mit der Zeit meistens wieder, manchmal wirkt auch einfach nur eine kleine Pause schon Wunder.

    Vielleicht lesen wir uns dann ja "morgen" wieder?

    Alles Gute, und danke.

    Bruce

    Hi schnuffig,

    Ich mag Ideen, und dann zu sehen, wie man sie am besten umsetzt, was meistens dann noch viel mehr Ideen erfordert. Das ist augenblicklich der größte Kick für mich, nach Wochen- bis teils Monate langer Arbeit zu sehen, wie eine Idee, an die man die ganze Zeit geglaubt hatte, so ziemlich genau die Gestalt annimmt, die man sich ursprünglich vorgestellt hatte.

    Ich bin auch an dem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr Teil eines Projekts sein möchte, wo jemand anderer als ich die Entscheidungen trifft. Beruflich in diesem Gebiet einzusteigen ist an diesem Zeitpunkt meines Lebens eh nicht mehr allzu wahrscheinlich, so bin ich momentan damit zufrieden, ohne finanzielle Interessen einfach nur im Alleingang zu produzieren, was das Zeug hält. Und die Resultate lassen mich zuweilen dann doch wieder auf Größeres hoffen.

    Ich hoffe Du magst mir die stellenweise etwas kryptischen Umschreibungen verzeihen. Das hat in diesem Fall wirklich nur was mit der offenen Natur des www zu tun, und absolut gar nichts mit Dir.

    Gruß, Bruce