Beiträge von hoppegarten
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Hallo Pia,
danke dir für deine offenen und direkten Worte.
Und genau das wollte ich auch hören, weil ich meine Gedanken selbst nicht ordnen und interpretieren konnte.
Es ist in der Tat ein "Denkfehler".
Ich habe dem Trinken wieder eine heilende Wirkung zugesprochen, die mir zu einem Wohlsein verhelfen würde.
Durch die Gegenüberstellung mit den nach dem Trinken defintiv auftretenden fatalen Konsequenzen habe ich diese heilende Wirkung vor der Tankstelle ja unbewusst schon in Frage gestellt, allerdings nicht so gedacht, wie ich es sollte, nämlich den Gedanken "es könnte mir ja besser gehen" vollkommen zu verwerfen.Schön, dass du mir dies nochmal vor Augen geführt hast. Denn es würde mir auch nicht kurzzeitig besser gehen, sondern auch schon kurzfristig schlechter gehen, weil ich mein festes Vorhaben, nie wieder zu trinken, zusammenbrechen hätte lassen.
Zitat von Feengesicht
Denoch spüre ich bei dir etwas was mir Sorgen macht. Du legst dir innerlich bereit zu trinken. Als ob du es dir schlecht gehen läßt, oder schlecht aussehen läßt, nur um einen Grund zum Trinken zu haben.Hier liegst du vollkommen richtig. Ich habe immer noch den Gedanken in mir, dass ich als letzten Notanker auf Alkohol als Medikament zurückgreifen könnte, wenn es mir schlecht geht. Dass muss ich mir eingestehen und noch mehr an mir arbeiten.
Allerdings kam die heutige Deprimiertheit plötzlich und überwältigend, nicht aber von mir mit dem Wunsch hervorgerufen, eventuell wieder trinken zu dürfen.
Es ist wirklich strange. Ich fühle mich körperlich gesund wie nie, geistig relativ gefestigt und klar denkend und dann kommt ein derartiger Hammer wie heute, der mich fast zu einem tief greifenden Fehler verleitet und meine gesamte bisherige "Arbeit" zunichte machen würde.
Beste Grüße
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Hallo,
ich habe zwar länger nichts geschrieben, aber lese dennoch viel.
Ich möchte nur kurz von meinem heutigen Tag berichten, der mich ein wenig unsicher gemacht hat.
Und ich schreibe, weil ich mir einige Zeilen aus dem Forum erhoffe.Seit Freitag bin ich zu Besuch in meinem Elternhaus. Natürlich kommen immer wenn ich daheim bin, alte sowohl gute als auch nicht so gute Erinnerungen auf. Erinnerungen an die Schulzeit, an alte soziale Kontakte, eben eine andere Welt, eine andere Gefühlsstruktur als jene, die ich ansonsten in meinem Alltag beobachte.
Heute Vormittag war ich relativ lange wandern und fühlte mich dabei, aber auch danach erstmal sehr gut. Die typische geistige und körperliche Entspannung nach solch einem Marsch.
Am Nachmittag fing es dann an. Ich fühlte mich plötzlich deprimiert, angespannt und absolut genervt. Damit einher ging ein "Saufdruck", den ich bis dato nicht erlebt hatte.
Ich setzte mich ins Auto und fuhr los, um mich abzulenken und landete nach einer längeren Fahrt durch meinen Heimatort an einer Tankstelle.Es stellten sich mir zwei klar definierte Optionen:
- Hineingehen, mir ein paar Bier (ich dachte aber eher an Flachmänner) kaufen, ein oder zwei Bier während der Heimfahrt im Auto trinken und entspannt und gut drauf bei meiner Familie ankommen.
oder
- Mir Zigaretten kaufen, die vielen Alkoholflaschen in der Tankstelle ignorieren und nach Hause fahren.
Ich entschied mich für die zweite Option und bin jetzt sehr froh darüber, da ich mich mittlerweile ein wenig beruhigt habe.
Zudem war ich in der Lage, die Kettenreaktion "Alkohol kaufen - Trinken - mich vielleicht kurzzeitig gut fühlen - mehr Trinken - morgen früh mit einem Kater, Entzugserscheinungen und Schamgefühl aufwachen" zu verhindern und durch ein Abwägen der Konsequenzen das Richtige zu tun.Dennoch fühle ich mich momentan sehr unsicher, da ich die Macht des Trinkenwollens so deutlich wie noch nie gespürt habe.
Ich möchte einfach nicht das Zerstören, was ich mir in der letzten Zeit aufgebaut habe, nämlich eine relativ stabile und trockene Persönlichkeit.Ich hoffe, dass die beschriebenen Gefühlschwankungen in dieser Intensität nicht allzu häufig auftreten werden.
Beste Grüße
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Hallo zusammen,
es ist wahrscheinlich wirklich so, dass ich diesbezüglich sehr sensibilisiert bin. Ich gehe davon aus, dass es sich um einen Verzicht handelt, was wahrscheinlich nicht so sein wird, wenn auch eine Änderung der Gewohnheit meiner Familie.
Da ich auch nicht oft daheim bin, ist es ok.
Ein Familienmitglied hat mich das letzte Mal bei einem gemeinsamen Kartenspielabend sogar explizit gefragt, ob es mich stören würde, wenn derjenige ein Bier trinken würde ...
Auf der einen Seite spüre ich die nett gemeinte Rücksichtsnahme.
Auf der anderen Seite fühle ich mich komisch dabei, da anscheinend wirklich akzeptiert wurde, dass ich mit dem Alkohol ein Problem habe.Muss dazu sagen, dass meine Familie (weil ich eben nur vereinzelt im Jahr daheim war) die richtig heftigen Alkohol-Aussetzer nicht mitbekommen, wenn auch einige sehr alkoholisierte Zustände miterlebt hat.
Erst ich bin langsam, aber immer intensiver ehrlicher geworden und habe über meine Probleme gesprochen.
Daher ist diese genannte Rücksichtsnahme ungewöhnlich und komisch für mich, was auch damit zusammenhängt, dass ich an sich immer davon geleitet wurde, was andere Menschen über mich denken könnten und keine Schwäche zeigen wollte.Darüber bin ich aber mittlerweile auch hinweg.
Dennoch bin ich soweit, Familientreffen mit gesamter Anzahl (Famlie ist relativ groß), auf denen definitiv getrunken wird, zu meiden.
So werde ich Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag nicht in meine Heimat fahren, sondern erst am 2. Weihnachtsfeiertag. Und dann ist der für mich wirklich wichtige und kleinere Familienkern immer noch vorhanden.Besten Gruß
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Hallo,
das Thema beschäftigt mich auch.
Ich bin nicht oft bei meiner Familie, da ich noch in meiner Studentenbude in einer anderen Stadt wohne.
Allerdings fällt mir mittlerweile sehr auf, dass komischerweise nichts mehr getrunken wird, wenn ich für ein paar Tage bei meiner Familie bin.
Früher wurde an sich immer ein wenig Wein oder abends ein Bier getrunken.Dies habe ich auch direkt angesprochen und meinen Unmut insofern geäußert, als ich es nicht gut finde und gerne möchte, dass sich niemand wegen mir ändert oder übertrieben Rücksicht nimmt.
Auf der anderen Seite merke ich natürlich, dass das Verhalten meiner Familie lieb gemeint ist.
Auf Familienfeiern wird dagegen weiterhin getrunken. Aus diesem Grund meide ich diese auch.
Gruß
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hey Holger,
ich kann mich nur anschließen. Eine wirklich heftige Lebensgeschichte und erschreckend, wie unverantwortlich manche Ärzte agiert haben und auch in der heutigen Zeit noch agieren.
Verschreibungswütige Ärzte kenne ich aus einigen Erzählungen in meinem Bekanntenkreis.
Der Begriff "approbierter Dealer" trifft es diesbezüglich absolut.
Alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
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Zitat von RonaldB
Und noch eines möchte ich dir sagen, nimm nicht alles persönlich. Es gibt immer Diskrepanzen zwischen Sender und Empfänger. Was ich sage und meine, muss ein anderer noch lange nicht so verstanden haben. Dazu gibt es dann diese Plattform hier, um eben diese *Empfangsstörungen* zu diskurieren.
Gruß RonnieDanke für die Ausführungen. Es wird so sein, dass die gesellschaftliche Situation sich nicht ändern wird.
Und es ist richtig, dass meine persönliche Entwicklung für mich im Zentrum stehen muss.
Dennoch finde ich es nicht gut, dass mir ein "Missionieren der Gesellschaft" und "Fanatismus" vorgeworfen wurde, ohne nachzufragen, wie ich es eigentlich meinte.
Dies persönlich zu nehmen ist aber wirklich falsch.
Grüße
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Hallo,
ja, absolut.
Nur ist es schwierig und erfordert viel Mut.
Aber wem sage ich das. Diese Probleme kennen wahrscheinlich viele hier im Forum.
Dennoch möchte ich lieber Mut beweisen, als weiterhin in einer Scheinwelt leben.
Beste Grüße
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Hallo zerfeila,
es ist ja eben die Tatsache, dass man das "System Alkohol" erst beginnt zu erfassen und wahrzunehmen, wenn man selbst nicht mehr in diesem System verankert ist.
Erst jetzt beginne ich zu verstehen, wie der Alkohol mein Leben gesteuert hat und natürlich stelle ich mir die grundlegenden Fragen, wie es dazu kommen konnte.
Natürlich bin ich dafür selbst verantwortlich, keine Frage. Zudem schiebe ich die "Schuld" auf Niemanden.
Wer aber im Rahmen seiner Aufarbeitung nicht einmal darüber nachdenkt, wie der Alkohol in unserer Gesellschaft positioniert ist, wie der Alkohol an die Menschen gebracht wird und wie das Alkohol-Marketing vorgeht, der hat meiner Meinung nach keinen hohen Ansprüche oder denkt einfach nicht sehr weit.
Nicht ohne Grund sprechen sich Fachleute für eine "Alkoholaufklärung"in Schulen aus.
Der immer wieder angeführte Verweis auf den Vergleich von Alkohol und Zigaretten ist falsch.
Zigaretten/Nikotin zerstören die Lunge und kosten Geld, wahrscheinlich auch ein kürzeres Leben. Dennoch funktionieren die Menschen, sie leben.
Alkohol zerstört den Körper, den Geist, Familien, Existenzen und den Selbstwert. Süchtige Menschen können nicht mehr entsprechend funktionieren. Und das Leben ist kein Leben mehr.
Dies sind die großen Unterschiede zwischen der mittlerweile verteufelten Droge "Nikotin" und der absolut gesellschaftsfähigen Droge "Alkohol".
Man sehe sich nur die Bierwerbung bei Fußballspielen an.
Man sehe sich nur die jungen und schönen Gesichter Bier trinkender Menschen auf Werbebannern an in der Stadt an.
psychologische Botschaften:
1. Jungs und Mädels, trinkt, denn nur so könnt ihr Spass und Erfolg haben.
2. Männer und Frauen, trinkt, denn nur so könnt ihr euch wieder jung fühlen und eure Sorgen vergessen.
3. Trinkt!, eure Idole machen es soch auch alle.
Lohnt es sich nicht, einmal über dieses System nachzudenken?
Auf jeden Fall.
Dies gehört meiner Meinung nach auch zu einer produktiven Trockenheitsarbeit und hat nichts mit Schuldzuweisungen zu tun.
Beste Grüße
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Zitat von claro
Jemand, der jahrelang excessiv gesoffen hat, hat in meinen Augen kein Recht, sich zum Moralapostel der Nation aufzuschwingen.
Immer schön an die eigene Nase fassen und bitte nicht der Alkoholwerbung die Schuld für die eigene Sucht in die Schuhe schieben!und auch Weißbär
Ich habe meine Aussagen bereits angemessen relativiert und wer vernünftig liest, dem sollte schnell klar werden, dass ich mich keineswegs als "Moralapostel der Nation" sehe beziehungsweise fanatisch gegen den Alkohol und dessen Konsumenten vorgehe.
Das ist albern, tut mir leid.
Ich denke, dass eine gewisse egoistische Aggressivität gegen eine Droge, die mich teilweise sehr umgehauen hat, in der Anfangszeit meiner Trockenheit sehr wichtig ist und mir hilft.
Ich werde niemals andere Menschen schräg anschauen, geschweige denn ansprechen oder verurteilen, weil sie neben mir trinken, 3 Flaschen Korn in ihrem Einkaufswagen haben oder tagsüber nach Alkohol riechen.
Da ich diese Situation kenne, registriere ich es allerdings momentan sensibler als Menschen, die niemals stark getrunke haben.
Mehr nicht, und weniger auch nicht.
Sich Gedanken machen über die Mechanismen der Alkohol-Lobby, der Marketing-Strategien der Alkohol-Konzerne und der Heranführung der Jugend an den Alkohol hat für mich etwas mit einem Entwicklungsprozess zu tun, mit einem Sehen hinter die Fassade und mit Verantwortung.
Dies, Claro, lasse ich mir durch deine ignorante Argumentation nicht nehmen.
Und mein Anliegen versteht, wie gesagt jeder, der die Beiträge vernünftig liest.
Danke kwiep und Hartmut.
Beste Grüße
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Hallo,
das stimmt.
Hauptproblem sind diese leidigen Verknüpfungen, die sich durch jahrelanges "Training" gebildet und verfestigt haben.
Ausgehen/Spass haben: nur mit Alkohol.
Entspannen/Abend: nur mit Alkohol.
bevorstehende Stress-Situation: Alkohol zum Herunterkommen.
Zugehen auf Frauen: nur mit Alkohol.
...
Bewusst wird mir aber langsam auch:
Freunde verlieren: durch den Alkohol.
Freundin verlieren: durch den Alkohol.
Depressionen: durch den Alkohol.
körperliches Gehenlassen: egal, der Alkohol ist ja da.
Nachdenken über den Tod als gesunder Mitzwanziger: durch den Alkohol.
Es ist schon krass, wie sich der Nebel über den Emotionen nach einiger Zeit Abstinenz lichtet.
Beste Grüße!
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Hallo zusammen,
mir geht es momentan gut, habe Energie und mache wieder regelmäßig Sport.
Ich bin nicht zur Hochzeit meines Onkels gegangen und bereue es nicht.
Heute habe ich es angepackt und war zum ersten Mal bei den anonymen Alkoholikern.
Schon ein komisches Gefühl. Ich wurde aber sofort sehr nett aufgenommen und im Endeffekt waren wir dann eine 6-köpfige bunt gemischte Truppe.
Wirklich interessante Leute und teilweise sehr traurige Geschichten.Das Treffen ging insgesamt 2 Stunden und auch ich habe mich kurz vorgestellt und meine Situation dargestellt.
Am Ende wurde mir dann eine Liste mit Zeiten für die anderen Treffen in meiner Stadt gegeben. So besteht jeden Tag der Woche die Option, ein Treffen der AAs aufzusuchen, wenn ich es möchte.
Auch wurden mir Notfallnummern gegeben, bei denen ich - so wurde mir gesagt - Tag und Nacht anrufen kann, wenn etwas vorfallen sollte.Ansonsten bin ich tagsüber schon sehr gereizt, was dann von euphorischen Momenten abgelöst wird, um dann wieder unruhig und angespannt zu werden.
Wie gesagt, das Joggen am Abend hilft mir.
Ich schaue Menschen wieder öfter in die Augen und nehme meine Umgebung und das Geschehen bewusster wahr.
Viele Grüße
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Schön Resonanzen, danke.
Zitat von RonaldBHaben wir in unserer Jugen nicht auch ordentlich gesoffen? Dies ist keine Modeerscheinung der heutigen Jugend, früher wurde es nur heimlich gemacht, heute halt öffentlich.
Klar haben wir das gemacht, und klar wird nicht jeder Jugendliche, der viel trinkt, zum Alkoholiker.
Prozentual aber steigt die Gefahr und die Gefährdetenquote, da es soetwas wie Koma-Saufen/"Binge-Drinking" früher wirklich nicht in dieser krassen Form gab.
Ich habe mich ein wenig zu drastisch ausgedrückt, aber wie gesagt, es musste raus. Und momentan bin ich wirklich sehr sensibilisiert.
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Heute war ich übrigens das erste Mal bei den AAs. 6 Leute, also eine überschaubare Gruppe.
Ich hätte nicht gedacht, wie intensiv und gut so ein Treffen sein kann. Es kostete viel Überwindung, aber ich habe es nicht bereut.Werde dort jetzt öfter hingehen.
Beste Grüße
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Hallo,
ich habe das Gefühl, dass Ex-Trinker eine enorme Sensibilität für den Mechanismus des Alkohols in der Gesellschaft und für dessen Auswirkungen entwickelt haben.
Vielleicht der einzige "Vorteil", jemals exzessiv getrunken zu haben.
Ich finde es immer wieder erschreckend, wenn ich im Supermarkt in der Schlange stehe und die Einkaufswagen der Leute überfliege.
2 Flaschen Korn, 7 Flaschen Bier, 2 Flaschen Rotwein, Blick in das Gesicht des Kunden und sofort wissen, was wirklich abgeht. Unsichere Blicke, Saufdruck, Zittern, Scham, Schwitzen, Sklave des Alkohols.Betrunkene, stark degenerierte, mit sich selbst redende Menschen in der Straßenbahn in Begleitung einer Kornfalsche, die zwischen den vollgepinkelten Hosenbeinen steht.
Kleinste Alkoholgerüche, auch wenn sie durch Pfefferminzbonbons kompensiert werden sollen, wahrnehmen, wenn ein angetrunkener Mensch neben einem steht.
Ich bin traurig und fassungslos, wie eine derartige harte Droge - und ich stelle Alkohol auf die Ebene von Kokain und Heroin - in unserer Gesellschaft akzeptiert, verbreitet, verharmlost und an die Menschen gebracht wird.
Ich bin fassungslos, wie die großen Alkoholkonzerne darauf abzielen, Kinder und Jugendliche durch Biermixgetränke möglichst früh an die "Alkoholnadel" zu bringen und von der Politik unterstützt werden, die heuchelt, "Alkopops" extrem verteuert, aber derartige Verkaufstrategien verharmlost.
Ich trinke jetzt seit 2 Monaten nicht mehr und mich widert der gesellschaftliche Umgang und die Perversion bezüglich des Alkohols an.
Jugendliche, die sich abends eine Flasche Vodka mit Brausepulver einverleiben, dies in deren pubertären Prägungsphase ... Klar, das ist cool, wird ja auch in den Medien in dieser Form vorgelebt.In keinem anderen europäischen Land ist Alkohol so billig wie in Deutschland zu erstehen.
Alkohol zerstört die Menschen physisch und psychisch. Die Konsequenzen sind jeden Tag auf der Straße, in der Stadt, an Supermärkten oder am Arbeitsplat zu erkennen, werden aber verdrängt und als "asoziale Alkoholiker" abgestempelt.
Doch eines ist gewiss: Es kann jeden treffen.
Besten Gruß, es musste einfach mal raus.
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Hallo,
ich trinke jetzt seit ca. 4 Wochen nichts mehr und fühle mich sehr unwohl.
Mein Alkoholkonsum hat sich seit meinem 21 Lebensjahr kontinuierlich gesteigert bis der Übergang vollzogen war und mein Körper sich vollkommen an den Alkohol gewöhnt hat (beginnende und häufiger auftretende Blackouts, keine Katererscheinungen am nächsten Tag, kein Übergeben, lediglich depressive Verstimmungen, die im Endeffekt immer stärker wurden) - im Endeffekt die Anzeichen einer bereits vorhandenen Sucht.
Ich möchte nun niemanden mit meiner bisherigen Lebensgeschichte zutexten, sondern nur anmerken, dass ich in der Folge (aufgrund privater Problematiken) von Januar 2008 bis September 2008 absolut abstinent war. Daraufhin aber fing ich wieder an, 2-3 Biere am Tag zu trinken, wobei ich erschreckend schnell wieder bei 6 Bieren und auch hartem Alkohol war. Die Begründung des erneuten Trinkens war die oft zitierte "Belohnungsverknüpfung". Zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich einige Prüfungen an der Uni erfolgreich abgeschlossen und die besagte Konsequenz war, wie zu erwarten, fatal.
Wieder gelang ich vor ungefähr 4 Wochen zu dem Punkt, mir einzugestehen, dass es nicht so weitergehen könne. Ich zog einen kalten Entzug (mir ist schon klar, dass dies nicht der vernünftigste Weg ist) durch und bin bis heute nicht rückfällig geworden.Allerdings plagt mich besonders abends permanentes Grübeln, ein Gefühlswechsel von Scham zu Euphorie, Schlaflosigkeit (ich kann vor 2-3Uhr morgens nicht einschlafen), Aufkommen von alten, an sich längst verdrängten Ereignissen aus der Vergangenheit und ein gewisser sozialer Rückzug.
Problematisch ist, dass ich mich auf der einen Seite gut dabei fühle, auf meine innere Stimme zu hören, mich keinen Situationen auszusetzen, die mich stressen würden und in mich zu gehen. Sprich auf die "innere Achtsamkeit" Rücksicht zu nehmen
Auf der anderen Seite aber bin ich irgendwie sehr kalt geworden, habe heute meinem Onkel, der mich in meiner Stadt besuchen wollte, abgesagt, da ich momentan keine Energie für einen derartigen Kontakt habe. ICh denke, dass es besser so ist, aber ich denke auch, weil ich ihn sehr mag, dass es vielleicht gut gewesen wäre. Er weiß allerdings nicht alles über mein Alkoholproblem.
Zudem stehen im August zwei sehr große, sagen wir mal einmalige Familienfeiern an. Ich überlege immer noch, ob ich zu diesen fahren soll, oder darauf verzichten soll. Zwei Moderatoren in diesem Forum haben mir bereits davon abgeraten.
Ich bin mir darüber bewusst, dass ich definitiv nicht entspannt an den Feiern teilnehmen könnte und dass das Gefühl aufkommen würde, im Rahmen meiner Familie und in Erinnerung an die alten Zeiten zu trinken. Dazu kommt natürlich, dass auf diesen Feiern sicherlich einiges an Alkohol fließen wird.
Dennoch erwartet meine Familie sozusagen meine Anwesenheit.Wäre es nun vernünftig nicht zu fahren, oder wäre es vernünftig zu fahren, mich meinen Ängsten zu stellen und mich zu bewähren, um stark und immer noch trocken aus diesen Veranstaltungn herauszugehen?
Im Fazit habe ich mich in den letzten beiden Tagen dabei erwischt, darüber nachzudenken, dass ein bis zwei kalte Biere am Abend doch ok sein würden.
Ich merke wieder den Gedanken aufkommen, meinen momentanen Gemütszustand mit Alkohol zu kompensieren.Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Beste Grüße