Zitat von silberkralle
das hast du geschrieben^ - mir gehts nur um das gewicht "profis" <> "alte hasen" ich hab von meinen alten hasen was anderes gelernt als vom für mich zuständigen profi
warum schreibst du eigentlich so heufig über theorien + nur selten über deine eigenen erfahrungenß
Das sehe ich auch so. Die sinnvollsten Infos und Hinweise erhält man von Langzeittrockenen.
Individuelle Wege sind bei diesen aber selten zu finden. Klar, manche weichen ein wenig ab und finden den für sich besten Weg.
Bestimmte Dinge (wie Alk im Haus oder in der Wohnung) habe ich bisher aber noch nie von einem Langzeittrockenen gehört.
Und beispielsweise diese Empfehlung, den Suchtstoff nicht im privaten und engen Lebensumfeld zu haben, spricht auch für einen logischen psychologischen Mechanismus, bezogen auf alle Süchte.
Den Suchtstoff aus seinen Gedanken zu entfernen beginnt - vor allem in der Anfangszeit - mit einem Entfernen des Suchtstoffs aus der Realität.
Auch halte ich es für wichtig, sich selbst über seine Krankheit zu informieren, was in der heutigen Zeit relativ einfach geht.
Schließlich möchte ich wissen, wie Alkohol rein medizinisch auf mich wirkt, wie das Gift auf meinen Körper und auf meinen Geist rein physisch und psychisch wirkt.
Ich möchte über meine Krankheit mehr wissen als viele Menschen gern mit "Der säuft eben" oder "Der ist jetzt trocken" zum Ausdruck bringen.
Zu der Schwammigkeit der Statistiken und den nichts sagenden Theorien kann ich nur sagen, dass süchtige Menschen nicht so individuell sind, wie hier einige gerne zum Ausdruck bringen, um ihren individuellen Weg verteidigen zu können.
Grundsätzlich wirkt Alkohol auf allen Alkoholiker gleich, auch psychisch sehr sehr ähnlich.
Und wenn die Rückfallquote, die wissenschaftlich fundiert in immer wieder neu erfolgenden Langzeitstudien nachzulesen ist und sich auf Untersuchungen an "echten" Menschen bezieht, bei Alkoholikern mit individuellen Wegen höher ist als bei Alkoholikern, die bestimmte klare Regeln verfolgen, dann scheiss ich auf individuelle Wege, die auch ich mir am Anfang immer wieder eingeredet habe.
Der einzige Grund, weshalb ich mich nicht einschränken wollte, meine ganzen guten Party-Freunde nicht verlieren wollte, ich mich stark fühlte, weil mir Alk in der Wohnung nichts ausmachte usw., war, dass ich nicht zu 100% hinter dem Entschluss stand, mit dem Saufen für immer aufhören zu wollen.
Die meisten individuellen Wege werden meiner Meinung nach von Alkholikern verfolgt, die insgeheim Alternativen suchen, sich mit dem Alkohol zu arrangieren. Ein Alkoholiker, der trocken bleiben will, wird sich aber niemals mit dem Alkohol arrangieren können, es sei denn, er wird rückfällig.
Zum anderen Punkt:
Ich habe für mich gemerkt, dass es mir nicht gut tut und dass es mir nichts bringt, über meine Erfahrungen und über mein Leben zu sprechen, jedenfalls in einem Forum, mit Freunden dagegen kann es sehr fördernd sein.
Und das ist eine individuelle Sache, die auch akzeptiert werden muss.
Mir bringt das Lesen, also das Aufnehmen von sinnvollen oder sinnfreien Berichten in diesem Forum viel mehr.
Einige schreiben hier hunderte Seiten voll, haben sich aber (so scheint es) nicht intensiv mit ihrer Krankheit auseinandergesetzt.
Viel mehr steht der Tagesablauf, das Walken, das Kaffeekränzchen oder sonstwas im Vordergrund, was mich nun mal in keiner Weise interessiert.
Dennoch muss auch das akzeptiert werden.
Bestimmte Aussagen und Ansichten sollten meiner Meinung nach aber nicht akzeptiert und wenigstens mit Kommentaren versehen werden, was die Admins in diesem Forum ja auch sehr gut machen.
Grüße