Beiträge von hoppegarten

    Zitat von Noodles

    und muss unbedingt behandelt werden, weil sonst halt ich dem Druck nicht ewig stand...da muss ich auch ganz ehrlich sein

    Deine Ehrlichkeit ehrt dich, allerdings sieht man an deinen Aussagen, dass du das erneute Trinken gedanklich regelrecht schon vorbereitest.

    Das ist sehr gefährlich.

    Zwar erkennst du dein Problem und die fatalen Konsequenzen des Trinkens, aber für ein Leben ohne Alkohol hast du dich nicht gänzlich entschieden.

    Der Schmerz und die negativen Gefühle werden sich nur verschlimmern, wenn du wieder trinkst.
    Am nächsten Tag wird der Schmerz so enorm sein, dass er kombiniert mit den Entzugserscheinungen wieder zum Trinken verleitet.

    Und dann?

    Bis du wieder voll drin. Mach es nicht und lass die Weihnachtsfeier in deinem jetzigen Zustand sausen.

    Gruß

    Von solchen Erfahrungen können wahrscheinlich viele User hier berichten. Das sind die sogenannten Tiefpunkte, obwohl ich natürlich nicht weiß, ob dies schon dein Tiefpunkt war.

    Ein Tiefpunkt, der dich an deine psychischen und physischen Grenzen geführt hat.
    Schlimm, aber aus diesem Tiefpunkt kannst du auch Kraft schöpfen, nämlich indem du dir im Klaren bist, dass du einen solchen niemals mehr erreichen möchtest, was damit einhergehen muss, dass du nicht mehr trinkst.

    Du erkennst ja im Nachhinein sicher den fatalen Mechanismus.

    Wärst du nüchtern geblieben und hättest deinen Schlüssel verloren, hättest du alles mit nüchternen Gedanken regeln können. Und alles andere auch.
    Der Alkohol hat dich so weit gepusht, dass dir alles, sogar das Wichtigste, nämlich dein Leben, egal war und dass aufgrund von nebansächlichen Dingen.

    Die Frage ist jetzt, ob du erkennst, dass Alkohol dir nicht gut tut.

    Die Reaktion deines Freundes kann ich verstehen, obwohl ich die Hintergründe natürlich nicht kenne.
    Würde meine Freundin irgendwann besoffen am nächsten morgen auftauchen und mir erzählen, dass sie bei einem anderen Mann geschlafen hat, an sich nicht mehr weiß, was passiert ist und mir dies damit erklärt, dass sie ihren Schlüssel verloren hat, dann wäre ich auch irgendwie sauer, obwohl es an sich kein Grund ist, eine Beziehung zu beenden.

    Das Kind ist jetzt aber schon in den Brunnen gefallen und dein Nachgrübeln über das, was passier ist oder noch passiert, ändert die Situation nicht.

    Wichtig ist, dass du erstmal einen klaren Kopf bekommst, auf keinen Fall trinkst, um dich wieder besser zu fühlen und ruhig bleibst, auch wenn das leichter gesagt als getan ist.

    Du weißt ja aber an sich schon, wenn du dich hinterfragst, dass der Alkohol dir keine besseren Gefühle bringt oder die Probleme behebt, sondern viel mehr dafür sorgt, dass du dich in der Spirale immer weiter nach unten bewegst.

    Zitat von purzelbaum

    doch was bleibt ist trotzdem das Ungewisse, wie die anderen über mich denken und in welche unangehmen Situationen ich vielleicht noch kommen werde....diese Grübelei zermartert mich völlig....seit dem letzten WE (2.Rückfall) kann ich nicht viel schlafen, immer wieder wache ich auf und denke darüber nach, was passiert sein könnte und belaste mich mit Selbstvorwürfen und einer enorm großen Selbstverachtung...

    Hallo purzelbaum,

    ich kenne dieses Grübeln und dieses Versinken in Scham und Gedanken sehr gut.
    Mittlerweile habe ich für mich gelernt, dass die Meinung anderer Menschen, nicht der mir nahesten Menschen (Familie), von mir als viel zu wichtig interpretiert wurde.

    Nach Rückfällen haben mir viele Dinge leid getan, aber vor allem prägten mich die Gedanken, fast schon wahnhaft, was andere Menschen nun über mich denken könnten.
    Sehr oft führten diese Gedanken, die ich meiner Meinung nach nicht aushalten konnte, in den nächsten Rückfall.

    Für mich war es wichtig, zu erkennen, dass es um mich geht und dass ich das Saufen nur beenden kann, wenn ich mich von der Scham vor anderen Menschen frei mache, meine Gedanken darauf lenke, wie ich aus dieser miesen Sucht herauskommen kann.

    Baut man sich nämlich diesen enormen Druck auf, immer wieder darüber nachzudenken, was andere Menschen denken könnten, dann hält das nicht mal der stärkste Mensch auf Dauer aus.

    Ich weiß nicht, welche Menschen dir am wichtigsten sind.
    Ich habe die mir wichtigsten Menschen ehrlich über mein Problem aufgeklärt und mich auch bei diesen für bestimmte Verhaltensweisen entschuldigt.
    An Menschen, die mir nicht wichtig sind, habe ich keine Gedanken mehr verschwendet und mir so eine enorme Last von den Schultern genommen.

    Diese Gedankenlenkung ist schwer, aber je öfter man es schafft, desto einfacher wird es.

    Klar ist, dass es schlimmer wird und keineswegs besser, wenn du wieder trinkst.

    Und auch die von dir dargestellten Kater-Depressionen werden schlimmer, davon kannst du ganz sicher ausgehen, wenn du wieder trinkst.

    Besten Gruß und bleib am Ball.

    Zitat von Kaleu

    ein bisschen interessieren mich doch ein paar Dinge die gerade in den letzten Tagen mir in einigen anderen Threads aufgefallen sind.

    Hoppegarten schrieb dazu etwas, was mir auffiel:


    Für mich sind das sehr typische Verhaltensmuster eines Suchtkranken. Die Verantwortung für die eigene Problematik auf den Anderen auslagern, Rücksichtnahme erwarten.
    Wieder soll der Partner die Verantwortung übernehmen. Doch es ist meine Verantwortung für mich selbst.
    Danke euch

    Meine Sichtweise habe ich ja bereits dargestellt.

    Dennoch muss ich deine Deutung meiner Aussagen relativieren. Auch schleicht sich immer mehr das Gefühl in meinen Kopf ein, je öfter ich deine Beiträge lese, dass du dir gerne andere Aussagen so zurecht zimmerst, wie es dir passt, um in der heilen Welt deiner Überzeugung nicht gestört zu werden. Ich kann mich aber auch täuschen.

    Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich alkoholkrank bin und dass kein anderer Mensch auch nur die geringste Schuld bzw. Verantwortung dafür zugesprochen werden kann.
    Wenn ich trocken werden und auch bleiben möchte, dann bin ich der Verantwortliche und nur ich kann meine Zukunft selbst lenken, hin in ein trockenes Leben oder zurück in ein nasses Leben.

    Dennoch setzte ich ein gewisses Einfühlungsvermögen und Akzeptanz meiner Krankheit in einer Partnerschaft voraus. Das ist nicht mal im Entferntesten ein Abschieben der Verantwortung auf meine Partnerin oder einen anderen Menschen.

    Würde meine Partnerin erkranken, würde mir nicht in den Sinn kommen, das auslösende Mittel vor den Augen meiner Partnerin zu konsumieren, welches meine Partnerin krank gemacht hat und ohne Weiteres wieder schädigen könnte.

    Ich würde auch niemals das Gefühl entwickeln, dass meine süchtige Partnerin etwas auf mich abschiebt, sondern viel mehr der inneren Überzeugung sein, dass ich vor meiner Partnerin nicht trinken möchte, weil ich meine Partnerin liebe und das Wohl meiner Partnerin ein wichtiger Aspekt meines eigenen Lebens ist.

    Würde ich aber fühlen, dass ich mir ein Leben ohne den feierabendlichen Alkohol nicht mehr vorstellen kann, dies auch nicht einschränken kann, obwohl aufgrund meiner süchtigen Partnerin kein Suchtmittel im Haus sein sollte, dann würde ich mir eingestehen müssen, dass auch ich ein Alkoholproblem habe.

    Wie gesagt, ein jeder ist für sich selbst verantwortlich und das Abschieben der Schuld auf andere Menschen ist absolut falsch und in der Tat nasses Denken.

    Dies hat aber nichts mit dem Trinken von Alk in einer Beziehung zu tun, wenn der Partner Alkoholiker ist.
    Wer darüber auch nur ernsthaft nachdenkt bzw. diese grundsätzliche Rücksichtsnahme hinterfragt (obwohl es nicht mal Rücksicht ist, denn dann wäre es ja Verzicht und ein Mensch, der Alkohol nicht braucht, verzichtet ja nicht bei Weglassen des Alkohols), so wie du Kaleu, ist eventuell unsicherer in seiner Überzeugung als er die gesamte Zeit zu vermitteln versucht.

    Besten Gruß

    Meine Aussagen waren nur ein Beispiel dafür, was ich mich fragen würde, wenn ich eine Partnerin hätte, die weiterhin trinkt.

    Als Fragestellung bezogen auf Beiträge bestimmter User hier im Forum, die damit kein Problem zu haben scheinen, dass ihre Partner vor ihren Augen beziehungsweise in der eigenen Wohnung trinken, ja sogar noch den Alkohol selbst einkaufen und servieren.

    Gruß

    Zitat von silberkralle

    glück auf hoppegarten


    wen du ihm gesagt hast dass es dich stört + er reagiert nich entsprechend - frag ich dich warum bleibst du bei ihm? gibts da irgendwelche anderen abhängigkeiten?

    ich hab meiner partnerin gesagt sie könne ruhig ab+zu n glas wein trinken < sie hats von sichaus (+ mir zuliebe) nichmehr gemacht

    Hi,

    erstmal habe ich "Partner" geschrieben, im Allgemeinen, nicht weil ich einen männlichen "Partner" habe, sondern, wenn, dann eine Partnerin ;)

    Und darüber hinaus scheinst du meinen Beitrag nicht richtig gelesen zu haben.
    Ich würde eben nicht, was ich ja betont habe, bei meiner Freundin bleiben, wenn sie meine Krankheit nicht ernstnehmen würde und weiterhin trinken würde ...
    Das schrieb ich ja aber auch.

    Das Verhalten deiner Partnerin ist genau so, wie ich mir ein vernünftiges und rücksichtsvolles Verhalten gegenüber einem alkoholkranken Menschen vorstelle.

    Aber nun sollten wie es wirklich bei Savinas Thread belassen.

    Gruß

    Zitat von Kaleu


    Das Thema Alkohol beim Partner sehe ich mit gemischten Gefühlen.
    Über meine SHG kenne ich einige Fälle, bei denen der Alkholiker kein Problem damit hat, daß der Partner Alkohol trinkt und es gibt genug Fälle in denen das funktioniert, auch langfristig funktioniert.

    In diesen Fällen aus einem Dogma heraus zu einer Trennung zur Risikominimierung zu raten steht zum Einen Niemandem zu, zum Anderen wäre das in einigen Fällen sogar kontraproduktiv, da eventuell der Verlust der Partnerschaft zu einer solchen Einbuße an Lebensqualität führen könnte, daß der Alkoholiker sich fragt, warum hab ich eigentlich aufgehört zu saufen, wenn ich dann plötzlich allein da stehe?

    Es steht wirklich niemandem zu, Anleitungen für Partnerschaften anzubringen.
    Aber es steht jedem zu, persönliche Urteile über das Grundprinzip von Partnerschaften, so wie es jeder für sich selbst versteht, zu äußern.

    Ich persönlich stelle mir da Fragen:

    - weshalb trinkt mein Partner weiter, obwohl ich ihm gesagt habe und zu verstehen gegeben habe, dass ich Alkoholiker bin?
    - weshalb geshört es für meinen Partner dazu, sein Feierabendbierchen/Weinchen zu trinken?

    Und ich komme zu den Antworten:

    - entweder hat mein Partner kein Verständnis für meine Krankheit, was für mich persönlich aber zu einer Partnerschaft gehört, geradezu der Mindestanspruch ist.
    - oder mein Partner hat selbst ein Alkoholproblem, was erklärt, dass das Feierabendbierchen zum Leben meines Partners gehört.

    Ich würde zu dem Schluss kommen:

    - mit einem Menschen, der entweder meine Krankheit nicht ernst nimmt oder sie sogar als Nichtigkeit abtut, oder einem Menschen, der selbst ein Alkoholproblem hat, dieses Problem aber nicht angehen möchte, kann und will ich nicht zusammensein.

    Aber das sind nur meine Ansprüche an eine funktionierende Partnerschaft.

    Gruß

    Zitat von Kaleu

    Nur manchmal ist es tatsächlich kein Hintertürchen und jeder Schritt der zur individuellen Trockenheit dient sollte willkommen geheißen werden, völlig egal ob er an irgendwelchen Dogmen vorbeischrammt oder nicht.

    Das sehe ich anders.

    Natürlich können individuelle Wege sinnvoll sein, indem sie trockene Alkoholiker informieren und eventuell auch Hoffnung wecken.

    Das Darstellen und Gutheißen von individuellen Wegen wie: "Ich bin trockener Alkoholiker, kaufe meiner Freundin aber weiterhin Alkohol, schenke ihr sogar Wein und Bier ein, weil meine Partnerin es doch gemütlich haben und nichts missen soll", halte ich, vor allem in einem Internet-Forum, für äußerst fragwürdig.
    Der Grund dafür ist, dass hier verunsicherte, unerfahrene und erst seit kurzer Zeit trockene oder noch nasse Alkoholiker landen und sich informieren wollen.
    Hätte ich, als ich vor einigen Monaten auf dieses Forum gestoßen bin, Aussagen wie die oben genannten gelesen, hätten diese mich in meiner Überzeugung gestärkt, dass der Alkohol einfach zu beherrschen sei, ich das doch in den Griff bekommen könne und ohne Probleme in nasser Gesellschaft sicher sein könnte.
    Ich wette, dass ich voll auf die Schnauze gefallen wäre. Und ich wette, dass einige Forenbesucher auch voll auf die Schnauze fallen werden, sollten sie diverse individuellen Wege in diesem Forum verfolgen.

    Es ist wissenschaftlich fundiert erwiesen, dass eine langzeitige Trockenheit besser zu erreichen ist (aus rein logischen psychologischen Gründen), wenn der Alkohol nicht mehr präsent ist, also nicht mehr in der eigenen Wohnung im Schrank steht oder leere Flaschen, aufgrund des Alkoholgenusses der Partners, am nächsten Morgen entsorgt werden müssen.
    Es ist vollkommen logisch und ein Bestandteil des gesunden Menschenverstandes, dass es für einen trockenen Alkoholiker nicht gut sein kann, wenn es in der eigenen Wohnung nach Alkohol riecht bzw. Alkohol immer noch durch Sinne wahrgenommen werden kann.

    Viele individuellen Wege vermitteln, dass man sich irgendwie mit dem Alkohol arrangieren kann, aber dem ist nicht so.

    Und daher finde ich es vollkommen gut, wenn hier barsch und direkt bestimmte Aussagen klargestellt werden.

    Gruß

    Zitat von preha

    Mit meiner Wahrnehmung stimmt alles.
    Es gibt Caffees, in den der Weinbrand ganz genau wie der Kaffee ausgeschenkt wird.

    Der Vergleich mit dem Rauchen hinkt bei meinem Mann und mir auch. Mein Mann gewöhnt sich gerade das Rauchen ab :shock: Unter Anleitung meiner Suchttherapeutin.

    Da ich ja auch alte Thread`s lese, muß ich leider feststellen, dass es bei Euch üblich zu sein scheint (bei Vereinzelten) möchte es nicht verallgemeinern, auch mal barsch und agressiv zu schreiben..

    Ob Ihr das nun hören woll oder nicht, ICH LEBE MEIN LEBEN. ICH BIN TROCKEN UND GLÜCKLICH.
    Comprende?????

    Preha

    - Ja, das heißt ja aber nicht, dass in allen Cafés Spaniens Alkohol wie Kaffee ausgeschenkt wird. Und du meintest, dass es nicht möglich ist, in Spanien nur mal so einen Kaffee zu trinken, ohne auf Weinbrand-trinkende Gäste zu treffen.

    - Das Beispiel des Rauchens sollte auch nur das Prinzip verdeutlichen.

    - Richtig, aggressives Argumentieren wird aber auch oft nur als solches interpretiert. Man könnte es auch direktes Argumentieren nennen.
    Und schließlich ist dies hier ja kein Streichelzoo oder eine Hausfrauen-Kaffeekränzchen, oder?

    - Schön, dass du trocken und glücklich bist.
    Freut mich sehr.

    claro que sí

    Zitat von preha

    Ich biete meinem Mann das Bier an und ICH kaufe es für IHN genau wie ICH den Rotwein für meinen Vater kaufe..ICH;ICH;ICH!!!!!!!!!!!!!!

    Ich lebe MEIN Leben!
    Meinen Mann muß ich sogar oft bitten, ein Bier zu trinken...ich finde es einfach schön, ihn entspannt und ruhig nach Feierabend zu erleben.
    OK, dann bin ich wohl pervers :twisted:

    Naja, pervers würde ich das nicht nennen, aber "auffallend seltsam" auf jeden Fall.

    Ich würde nicht sagen, dass du in diesem Forum nicht zu suchen hast, aber das deine Aussagen eventuell sehr grenzwertig sind.

    Ich meine, das ist ähnlich seltsam wie:
    Ich würde mit dem Rauchen aufhören, weiß, dass mich das Qualmen fast umgebracht hätte, und dennoch kaufe ich meiner Partnerin jeden Tag Zigaretten, lege sie ihr sogar hin und bitte sie, doch bitte ein paar Zigaretten zu rauchen, damit der Abend angenehmer ist.

    Das ist seltsam und fast schon masochistisch.

    Und wie gesagt, ich kann nicht nachvollziehen, wie man weiterhin und in der eigenen Wohnung trinken kann, obwohl der Partner trockener Alkoholiker ist und an diesem Gift wahrscheinlich elendig verreckt wäre.

    Das hat für mich nichts mit Rücksicht, geschweige denn mit Akzeptanz der Krankheit zu tun.

    Wenn der Partner das Feierabendbier zur Entspannung braucht, dann liegt eventuell auch beim Partner ein kleines Problemchen vor?

    Ich finde darüber hinaus auch die Darstellung der spanischen Kneipenszene vollkommen übertrieben. In Madrid gibt es beispielweise auch Cafés und Bars, in denen nicht permanent Alkohol, geschwiege denn Weinbrand getrunken wird. Wenn du das bestreitest, dann stimmt irgendwas nicht, eventuell in deiner Wahrnehmung.

    Besten Gruß

    Zitat von Paul P.


    Weil in dem Fall gilt diese Aussage für mich und es muss mir erlaubt sein mir eine eigene Meinung darauf zu bilden und diese besagt das genau diese Menschen evtl trotz ihrer Abstinenz dennoch innerlich Leer sind.
    Und schon kann ich mit der mir angedichteten Dummheit das ich mit meiner Frendin diesen Ort trocken und ohne irgendwelche Nassen Hintergedanken besuchen will viel besser umgehen...

    Erstmal solltest du lernen, vernünftig und genau zu lesen.

    Als "dumm" wurde hier niemand eingestuft, lediglich der Besuch eines Weihnachtsmarktes wurde von mir als dumm, vor allem bezüglich Kurzzeittrockener, die noch unsicher sind, bezeichnet.

    Des Weiteren frage ich mich, wer hier eigentlich innerlich leer ist?
    Derjenige, der hinter seiner Meinung steht, das betont und es damit dabei belässt, da er voll und ganz hinter seinem individuellen Weg steht.

    Oder ist viel mehr derjenige innerlich leer, der hier nervig wiederholend immer wieder betonen muss, dass andere inhaltlich leer sind, die den Besuch eines Weihnachtsmarktes eben nicht als vernünftigen Weg sehen?

    Besuch von mir aus jeden Weihnachtsmarkt Deutschlands. Das ist mir vollkommen egal.
    Und mittlerweile hat ja wohl auch jeder Leser des Threads verstanden, dass dies dein Weg ist.

    Gruß

    Zitat von Kaleu

    Ich bitte Dich darum zu akzeptieren, daß die Möglichkeit bestehen könnte, daß es Menschen gibt, denen Familie, Weihnachten und vor allem ihr eigener Frieden tatsächlich etwas bedeutet und ich bitte Dich auch zu akzeptieren, daß diese Menschen darin einen Wert sehen der ihr trockenes Leben zu etwas für sie besonderem macht.

    Lass Anderen bitte allerdings auch ihre Werte und spare Dir diese Unterstellungen, daß all das nur "vermeintlich" wäre.

    Das akzeptiere ich voll und ganz.

    Dennoch verstehst du den Sinn eines Forums, in dem subjektive Meinungen geäußert werden, anscheinend immer noch nicht so ganz.

    Ich lasse mir meine Meinung nicht absprechen, ob du dich darin nun in deinen persönlichen ideellen Werten angegriffen fühlst oder nicht.

    Wie gesagt, erspare uns beiden weitere persönliche und am Thema vorbeigehende Kontakte.
    Das wird für dich kaum sinnvoll sein und mir bringt es, ehrlich gesagt, auch nichts.

    Besten Gruß

    Zitat von EinNeuer

    Lieber Hoppegarden,

    Deinen Schreibstil möchte ich nicht kritisieren. Du schreibst stilistisch sehr gut.
    Inhaltlich kann ich mich aber Kaleu nur anschließen.

    Jeder hat mit seinem eigenen Lebenstil zu brechen. Was um alles in der Welt bewegt Dich, HansHa und auch Hartmut, von Unbelehrbarkeit, drohenden Rückfällen und anderen waghalsigen Voraussagen zu sprechen, wenn ein anderer trockener alkoholkranker Mensch, der seine eigene (Trink-)Geschichte, seine eigenen Fallen und seine eigene Wahrnehmung hat, eine Hochzeit, eine Weihnachtsfeier oder eben einen Weihnachtsmarkt
    besucht?

    Die eigene Erfahrung? Das ist ein gutes Argument. Aber eben nicht die universelle ganze Wahrheit, die auf jeden zutrifft. Früher schon oft hier diskutiert: Ich zb weiß, wo mein Risiko liegt. Und das finde ich nicht auf zb besagten Weihnachtsmärkten vor.

    Hallo EinNeuer

    deine Meinung, die übrigens sehr gut durchdacht ist, akzeptiere ich absolut.
    Du gehst auf bestimmte Punkte ein und konterst mit deinen eigenen Ansichten. Das ist vollkommen ok.

    Würde ich jetzt so reagieren wie andere Zeitgenossen in diesem Forum und sagen: "Hör doch auf mit deinem Sülz und halte dich gefälligst zurück", würde ich mich disqualifizieren, weil so kein vernünftiges Gespräch geführt werden kann. So viel dazu.

    Zum Inhalt: Ich habe nie irgendwelche pauschalen Voraussagen oder Prophezeiungen ausgesprochen.
    Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass der Besuch eines Weihnachtsmarktes eines der fragwürdigsten Verhaltensweisen für einen trockenen Alkoholikers ist.
    Wenn ihr keine Probleme in einem Besuch seht, dann ist das ok, allerdings könnt auch ihr nicht sagen, so wie du es machst, dass es nie zu Problemen kommen wird, weil du "weißt", welche die für dich gefährlichen Risikosituationen sind.
    Dies kann wohl niemand vollkommen klar von sich behaupten.

    Daher steht die schon erwähnte "Risikominimierung" im Vordergrund, vor allem wenn man bedankt, dass in diesem Forum sehr viele Menschen stranden, die mit dem Saufen aufhören wollen und erst eine kurze Zeit trocken sind. Wenn diese dann beispielsweise eure weisen Ansichten lesen, dass der Besuch eines Weihnachtsmarktes (auf dem es permanent nach billigem Fusel riecht und jeder zweite Besucher Glühwein trinkt) an sich kein Problem darstellt bzw. es einfach mal ausprobiert werden muss, dann ist das meiner Meinung nach nicht sinnvoll.

    Genauso diese immer wieder zu lesen Mythen über trockene Kneipenwirte, trockene Malle-Urlauber und trockene Brauerei-Mitarbeiter verdeutlichen meiner Meinung nach nur, dass sich einige trockene Alkoholiker Schutzbehauptungen suchen, um ihr gefährliches Verhalten zu verteidigen und um ihre Trockenheitsarbeit inkonsequent verfolgen zu können.

    Meiner Meinung nach ist es schlicht und ergreifend dumm, als trockener Alkoholiker einen Weihnachtsmarkt aufzusuchen, nur um die vermeintliche Weihnachtsstimmung und den familiären oder eigenen Frieden erhalten zu können.
    Abgesehen davon, dass die vermeintliche Weihnachtsstimmung eine kommerzielle, in die Köpfe der Menschen getrichterte Lüge ist, sozusagen nur der Gewinnmaximierung der Weihnachtsindustrie dient. Der wahre inhaltliche und theologische Wert des Weihnachtsfestes ist mittlerweile vollkommen pervertiert. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

    Meine Meinung basiert, wie du sagtest, auf meinen eigenen Erfahrungen, aber vor allem auf Berichten von Langzeittrockenen, die ich mir durch Fachliteratur, aber auch durch persönliche Gespräche angeeignet habe.
    Ob nun Fachliteratur oder Erfahrungsberichte, alle Quellen vermitteln die wichtige Regel, vor allem in den ersten Jahren auf durch den Alkohol geprägte kulturelle Veranstaltungen zu verzichten.

    Dies hat wiederum nichts mit "Angst" oder "Flucht" zu tun, sondern mit der inneren Überzeugung, dass Alkohol nicht mehr in das eigene Leben gehört.
    Dazu gehört für mich das Vermeiden von Alkoholduft-geschwängerten Weihnachtsmärkten, das Trinken von heissem Kakao neben anderen Menschen, die heissen Glühwein trinken, eben Veranstaltungen, die vor allem auf das kollektive Trinken in der Gesellschaft ausgelegt sind.

    Darüber hinaus kann ich es persönlich definitiv nicht nachvollziehen, wie der penetrante Glühwein-Duft auf einem Weihnachtsmarkt einen trockenen Alkoholiker nicht triggern kann.

    Beste Grüße

    Zitat von Kaleu

    Meine spürbare Aufregung und das Wespennest in das Du gestochen hast?
    Köstlich. :D

    Deine Großmut rührt mich gerade beinah zu Tränen.

    Du darfst gerne so herabschätzend mit mir umgehen wie es Dir beliebt, das kümmert mich nicht weiter, ich hatte Dich lediglich gebeten in der Form bei Dir selbst zu bleiben, das möchtest Du offensichtlich nicht und damit ist das für mich abgeschlossen.

    Nein, du interpretierst meine Aussagen so wie es dir passt, sprichst mir meine Meinung ab, indem du mich aufforderst, meine Aussagen so nicht mehr zu treffen, sprichst also nahezu ein Verbot aus.

    Das ist kein "ledigliches Bitten" um eine Änderung oder gar eine Frage, wie ich es meine, sondern das ist herabschätzend.

    Lassen wir es.
    Der Thread sollte sinnvoll weitergeführt werden.

    Gruß

    Zitat von Kaleu


    Spar Dir diesen Sülz bitte.

    Ach weißt du, man könnte das ja auch alles konstruktiv kritisieren, nicht in der Form und mit der Wortwahl, die du wählst.
    Deine spürbare Aufregung zeigt ja deutlich auf, dass ich bei dir in ein Wespennest gestochen habe. Mehr dazu denke ich mir und gehe auch nicht mehr weiter auf deine "Kritik" ein.

    Anscheinend verstehst du auch den Sinn meiner vorherigen Argumentation immer noch nicht.
    Es handelt sich um subjektive Meinungen und hinter dieser - meiner - Meinung stehe ich. Vor allem lasse ich mir diese nicht in der Form, die du hier an den Tag bringst, absprechen.

    Demzufolge mische ich mich nicht in dein Geschwätz ein und du bitte nicht in meine Ausführungen, es sei denn, du gehst in einem vernünftigen Ton vor.

    Abschließend wünsche ich dir eine angenehme Weihnachtszeit und natürlich freudige und schöne Besuche auf dem Weihnachtsmarkt.

    Es sei dir gegönnt.

    Besten Gruß

    Zitat von Kaleu

    Hallo Hoppegarten,


    Dann bleib auch bei Dir bitte. Wär echt nett.

    Weil Du Erfahrung xyz gemacht hast, gibt Dir das noch lange nicht das Recht Universalregeln aufzustellen und zu wissen was 'man' denkt und was 'man' denken oder tun sollte.

    Klar, dass das kommen musste.

    Was aber kann ich denn noch machen als mehrmals in meinen Ausführungen zu betonen, dass "ich das so sehe", dies "meiner Meinung nach" so ist und "ich keineswegs sage, dass es so sein muss, sondern dass es für mich logisch erscheint".

    Ich sagte nie, dass es sich bei meiner Meinung um allgemeingültige Weisheiten handelt.

    Bitte gehe thematisch auf die Ausführungen ein, aber bitte nicht auf dem Niveau, mir eine stilistische bzw. inhaltliche Art und Weise vorzuwerfen, die alle Menschen pauschal verurteilt.

    Ich habe mehrmals betont, dass dies meine persönliche Meinung ist, die auf meinen Erfahrungen und Erlebnissen beruht.
    Wenn du das nicht verstehst oder die Aussagen kritisch auf dich selbst überträgst, tut es mir leid.

    Dennoch kann man jemanden kaum etwas sinnvoll vorwerfen, der selbst betont, dass es nicht in dieser Weise verstanden werden soll.
    Das wäre wiederum unlogisch.

    Und was dich auf den Weihnachtsmarkt zieht, sei dir voll und ganz überlassen.


    Beste Grüße :wink:

    Zitat von HansHa


    Aber wenn schon von Diziplin geredet wird, dann bitte in dem Sinne, dass ich sie brauche, um mir eine neue Sicht der Dinge rauf zu schaffen, mein Denken und Verhalten zu ändern. Und das zwangsläufig weil es mein einziger dauerhafter Ausweg aus der Sucht ist.

    So meinte ich es. Absolut korrekt. Disziplin nicht in dem Sinne, mich zu zwingen, nicht zu trinken, sondern Disziplin dahingehend, mich zu hinterfragen und dann diszipliniert meine neu erlernten Verhaltensweisen zu verfolgen.

    Grüße

    Zitat von HansHa

    Hallo hoppegarten,

    sehr gut erkannt und noch besser aufgeschrieben. Aber eine kleine Kritik muss ich doch anbringen. Liegt wahrscheinlich nur an der Wortwahl.


    Das Wort Selbstdiziplin erweckt bei mir den Eindruck, als wenn ich mich ständig wehren müsste, auf etwas verzichte oder den Zustand aushalte.

    Ich glaube, dass es am Anfang auch so ist. Erst im späteren Verlauf der Trockenheit (bei mir nach einigen Monaten) kommt die Erkenntnis, dass man sich nicht mehr disziplinieren muss, weil man weiß, dass es einem ohne Alkohol besser geht, sodass man kein Verzichtgefühl mehr spürt.

    Ist man aber erst eine kurze Zeit trocken, kommen ja beispielsweise die bekannten Anfragen wie die Anfrage eines Freundes: "Hey, lass uns am Wochenende mal ausgehen, am besten Darten in der alten Stammkneipe."
    Oder es kommt von der Freundin: "Meine Freundin hat uns am nächsten Wochende zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen."
    Oder ein Weihnachtsfest steht an und aufgrund der eigenen Erfahrungen ist klar, dass fast alle Anwesenden ordnentlich trinken, wenn auch nicht saufen. Es ist klar, dass das gesamte Haus nach Alkohol riechen wird, durch die Heizung und geringe Lüftung noch verstärkt. Und es ist klar, dass die Chance sehr hoch ist, Suchtdruck zu bekommen bzw. unruhig zu werden, sodass der Gedanke nahe ist "Komm, gönn dir wenigstens mal zu Weihnachten ein wenig Alk, dann läuft auch alles lockerer."

    Dann ist, finde ich, am Anfang wirkliche Selbstdisziplin gefordert, weil man aus alten Rollen und Verhaltensweisen ausbrechen muss.
    Man muss sich sozusagen zwingen, alte Verhaltensweisen zu ändern, beispielsweise über Weihnachten nicht zur Familie zu fahren, und man muss sich zwingen, vor allem an den eigenen Zustand zu denken, nicht an die Reaktionen von anderen Leuten, die sich eventuell fragen: "Was ist denn mit dem los?."

    Stabile Trockenheit funktioniert wohl nur mit der Akzeptanz des eigenen Zustands und der Einsicht, dass man ohne Alkohol besser lebt, dass man dem Alkohol machtlos gegenüber ist, sodass man sich auch nicht mehr disziplinieren oder zwingen muss.
    Aber am Anfang der Trockenheit haben viele diese Einsicht ja noch nicht, was ja immer wieder Aussagen wie "Aber ich kann doch nicht vereinsamen, was konnten die Leute denken, ohne meine alten Freunde und Veranstaltungen würde ich allein sein und erst recht wieder trinken " oder "Mir macht es doch nichts aus, wenn Leute in meinem beisein trinken, so schwach bin ich ja auch nicht" aufzeigen.

    So sehe ich das jedenfalls und sage auch nicht, dass es unbedingt stimmen muss, aber für mich erscheint das logisch.

    Gruß

    Zitat von HansHa


    Hallo,

    genau so sehe ich das auch. Aber da kann ich (oder du) immer wieder darauf hinweisen - einige werden das nie kapieren oder ernst nehmen.

    Das stimmt. Ich selbst kann mich davon aber auch nicht freisprechen. Ich dachte oft, lass die mal reden, wenn die das geschafft haben, über eine wirklich lange Zeit konstant trocken zu bleiben, dann schaff ich das auch, natürlich auch dann, wenn ich noch Feiern, Veranstaltungen und Treffen besuche, auf denen getrunken wird. Das juckt mich doch nicht, ich bin doch nicht schwach und ich kann doch nicht auf diese wichtigen sozialen Kontakte verzichten, denn ohne diese wäre mein Leben ja kein Leben.

    Mit dieser Einstellung bin ich wiederholt voll auf die Nase gefallen und bin mit Kater und Depressionen am nächsten Morgen im ausklingenden Suff aufgewacht. Doch wer von den ganzen wichtigen Leuten war dann noch da?
    - Niemand und ich musste wieder alleine aus dem Sumpf kriechen.

    Diese edit Mentalität (möglichst viele "Freunde" und Kontakte bewahren) habe ich sehr schnell abgelegt und hinterfragt, weshalb es fast alle Langzeittrockenen geschafft haben, eben eine lange Zeit, hoffentlich für immer, trocken zu bleiben.
    Meinen Erfahrungen und den mir mitgeteilten Berichten nach immer durch eine strikte Selbstdiziplin und durch ein Beschäftigen mit sich selbst. Dazu gehört dann auch, das eigene Leben zu hinterfragen, wirkliche Freunde von sinnlosen Kontakten zu unterscheiden und zu erkennen, dass man eigenständig exisitiert und nicht zwangsläufig von den alten sozialen Kontakten abhängig ist.

    Dazu gehört eben auch, sich zu hinterfragen, weshalb es mich auf einen Weihnachtsmarkt zieht, weshalb es mich auf Feiern zieht, auf denen getrunken wird, weshalb es mich immer wieder zu Leuten zieht, die meine Krankheit nicht verstehen.

    Aber das muss jeder Alkoholiker für sich selbst erkennen, was meist erst dann geschieht, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und der Rückfall da ist.

    Auf der anderen Seite wird es auch Menschen geben, die niemals zu der Einsicht gelangen, dass das eigene Leben nicht von anderen Menschen abhängig ist.
    Das sind dann auch diejenigen Zeitgenossen, die beispielsweise von Beziehung zu Beziehung zu Beziehung zu Beziehung hechten und sich wahrscheinlich irgendwann im Alter fragen, weswegen man sich eigentlich nie mit sich selbst beschäftigt hat, weshalb man nie allein sein konnte.
    Viele Menschen können meiner Meinung einfach nicht mit ihren alten Wegen brechen und werden immer von gesellschaftlich eingefahrenen Verhaltensweisen beeinflusst sein.

    So auch trockene Alkoholiker, die vor allem darüber nachdenken, wie man anderen Menschen möglichst sanft erklären kann, dass man Alkoholiker ist, die sich vorlügen, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn der Partner vor ihren Augen weiterhin trinkt und die einfach nicht autonom sind.
    Anstatt zu sagen "Ich bin alkoholkrank, ich möchte ohne Alkohol leben und daher gehört Alkohol nicht mehr in mein Leben!", sind die Gedanken viel mehr auf andere Menschen gerichtet und nicht auf die eigenen Ziele.

    Aus diesen Gründen bringt Reden meist auch nichts, weil die Erkenntnis vorhanden sein muss, damit Hinweise auch wirken.

    Und aus diesen Gründen wehren sich auch die meisten erst seit kurzem trockenen Alkoholiker gegen die Vorstellung, dass ein Leben ohne Alkohol auch ein Leben ohne die trinkende Gesellschaft, ohne traditionelle Feiern, auf denen getrunken wird, also ohne Schützenfest, ohne Hochzeiten, ohne Geburtstagsfeiern, ohne Weihnachtsfeiern usw. bedeutet.
    Gegen diese Vorstellung habe auch ich mich gewehrt und hatte mehrere Rückfälle.

    Gruß

    Zitat von EinNeuer

    War noch nie auf dem Oktoberfest aber zumindest am späten Nachmittag/frühen Abend habe ich auf dem Weihnachtsmarkt noch keine Betrunkenen gesehen. Und für Kinder ist es ja ganz nett, so Karusellfahren und das ganze Programm.

    Es ging mir auch nicht darum, zu betonen, dass einem bereits um 16Uhr jeder zweite Besucher torkelnd entgegenkommt.

    Es ging mir darum, zu betonen, dass ein kultureller Hauptbestandteil eines Weihnachtsmarktes das Trinken von Alkohol ist. Alle 5 Meter reiht sich Alkoholausschank an Alkoholausschank. Demzufolge riecht es auf dem gesamten Marktplatz nach Alkohol. Darüber hinaus verbinden wir doch alle, wenn wir ehrlich sind, einen Weihnachtsmarkt nicht sofort mit diversen Leckereien, sondern mit Glühwein, Lumumba und anderem Gesöff.
    Die Verknüpfung von vermeintlicher Wohlfühlstimmung, Familie, Freunden, Kälte, Alkoholdüften, weihnachtlicher Melancholie und vor allem Erinnerungen sind im Umfeld eines Weihnachtsmarktes nicht zu unterschätzen.

    Der extreme Vergleich mit dem Oktoberfest ist meiner Meinung nach nicht mal so weit hergeholt.

    Und der Aspekt "schöne Karussels für Kinder", klar das der wieder kommt, aber das muss ja nicht damit einhergehen, dass der alkoholabhängige Vati mit auf den Weihnachtsmarkt geht.

    Jeder trockene Alkoholiker, der sich ernsthaft hinterfragt, was ihm ein Weihnachtsmarkt eigentlich bringt, muss zu der Erkenntnis gelangen, dass der Besuch nichts anderes wäre als der Besuch eines Oktoberfests, eines Schützefests, eines Kneipen-Jubiläums, einer Fussball-WM-Übertragung in einem gefüllten Biergarten, im Großen und Ganzen eines kulturell akzeptierten und mittlerweile als normal geltenden Massenbesäufnisses.

    Nicht jeder zweite oder Dritte Anwesende muss dabei lallend und kotzend durch die Gegend laufen, aber die Masse trinkt und der Alkohol ist das prägende Element der Veranstaltung. Darum geht es.

    Grüße