Beiträge von hoppegarten

    Meiner Meinung nach, und da spreche ich vor allem über mich, ist es doch so, dass trockene Alkoholiker, wenn es gut läuft, irgendwann zu sich selbst finden und ihr wahren Charakter erkennen.

    Dies kommt dann in Partnerschaften oft nicht so gut an.
    Ich habe das Gefühl, dass viele Partnerinnen (ich spreche jetzt von Frauen, da ich Männer als Beziehungspartner nicht beurteilen kann), die es lange mit ihrem alkoholkranken Partner aushalten, dies eigentlich nicht nur aushalten, sondern zum Teil wollen.

    Diese Frauen (ich spreche nicht pauschal alle Frauen in einer Partnerschaft mit einem Alkoholiker an) empfinden teilweise nicht nur Leid, sondern Dominanz. Sie "führen" die Beziehung und den Mann und wirken auch in vielen Fällen manipulativ.

    Wenn dann der Partner trocken wird, sich aufbäumt, das Leben selbst meistern möchte, ja wieder zum Menschen wird, fühlen sich die Partnerinnen dann auf einmal bevormundet, da ihnen die ursprüngliche Dominanz entrissen wird.

    Dann entstehen verworrene Theorien über Wesensveränderungen etc.

    Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich nur sehr ungern in Gesprächsrunden mit sogenannten "Co-Abhängigen" auf, da ich, wenn ich denn mal in einen dieser Threads stoße, permanent auf ein Selbstmitleid stoße, das für mich unbegründet ist.
    "Co-Abhängige" versuchen sehr oft, ihren alkoholkranken Partner und die gesamte Situation nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
    Gerät dieses Manipulations-Konstrukt (durch das Trockenwerden des Partners) ins Wanken, wird das selbst geschaffene Gewebe der Manipulation angegriffen und meist sogar zerstört.

    Sogenannte "Co-Abhängige", die es auch laut verschiedener Quellen und Psychologen in dieser Begrifflichkeit an sich überhaupt nicht gibt, sollten sich intensiv mit sich selbst beschäftigen und ihre Gedanken ein wenig von der Wesensveränderung ihres Partners auf sich selbst lenken.

    Grüße

    Zitat von Charlie

    Hallo,

    gut, nicht dagegen, sondern Kapitulation gegenüber dem Alkohol. Es ist eine Stärke, wenn man sich eingestehen kann, dem Alkohol gegenüber machtlos zu sein.

    Für mich ist es eine Stärke, wenn ich mir eingestehen kann, dem Alkohol gegenüber Macht zu haben.

    Und diese Macht habe ich, wenn ich ein Leben ohne Alkohol führen kann.
    Macht ist, als Alkoholiker keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Dem Alkohol gegenüber machtlos zu sein, bedeutet für mich, wieder zu trinken und zu akzeptieren, dass ich sowieso keine Macht habe.

    Aber das ist sicher nur eine verschiedene Auslegung der Formulierungen.

    Grüße

    Zitat von rumpelkurt


    #Ja a ber in unserer Gesellschaft ist doch Alkohol an allen Orten, Ecken und Enden. Dann kann mal ja nicht mal in eine Kaufhalle oder Laden gehen. Überall Alkohol. Betriebsfeierlichkeiten, Geburtstage im Straßenkaffee. Ja überall wird man damit konfrontiert.

    Ich denke ich muss mich dem stellen und ich muss es wollen. Ich will trocken bleiben . ( Das ist meine Meinung ) Davon laufen bringt nicht viel.

    Hallo,

    niemand spricht von einem Davonlaufen.
    Aber man muss dem Alkohol nicht entgegen gehen, wie es Martin schreibt.

    Wenn sich jemand besoffen und nach Alkohol stinkend neben mich setzt, dann suchte ich mir einen anderen Platz, beispielsweise im Kino.
    Wenn mich jemand lallend und besoffen anspricht, dann rede ich nicht mit dieser Person.

    Und wenn ich zu einer Geburtstagsfeier oder zu einer Betriebsfeier eingeladen würde, dann wäre ich vielleicht kurz anwesend, aber würde spätestens dann verschwinden, wenn der Allgemeinpegel der anwesenden Menschen steigt.

    Wenn du dich diesen Situationen aussetzen möchtest und dies auch tust, wie du schreibst, dann mach dies.
    Du musst selbst wissen, wie es auf dich wirkt.

    Grüße

    Zitat von Speedy53


    Aber nur noch in der Vergangenheit zu leben, halte ich auch für verkehrt.

    Wir, als Paar, hatten genug damit zu tun unser neues Leben auf die Reihe zu kriegen... hilft mir dabei der Gedanke "was wäre gewesen wenn ich weiter gesoffen hätte, weiter?

    Mich hätte es eher gehemmt.

    Mit den Gedanken nur in der Vergangenheit umherirren ist natürlich der falsche Weg.

    Für mich ist es aber die logische Konsequenz, mir etwas als Kontrast vor Augen zu halten, von dem ich mich im Endeffekt entfernen möchte.

    Und das ist bei mir mein früheres Ich und der Gedanke an die Weiterentwicklung dieses Ichs, hätte ich weiter getrunken.

    Aber wie du schon sagtest, diese Dinge muss jeder für sich selbst verarbeiten und umsetzen.

    Ich persönlich halte von dem Gedanken "das war mein früheres Ich, dieses vergesse ich und das alte Leben geht mich nun nichts mehr an, da ich neu starte" überhaupt nichts.

    Grüße

    Zitat von Speedy53

    aber nicht umsonst sind wir so gepolt, dass wir schlechte Erlebnisse leicht vergessen. Das ist eine Art Selbstschutz und auch gut so.

    Und genau in dieser Tatsache, dass schnell vergessen wird, sehe ich für mich eine der größten Gefahren für einen Rückfall.

    Ich möchte einfach nicht vergessen, was ich mir durch den Alkohol angetan habe.

    Und wenn ich es früher "vergessen" habe, dann habe ich irgendwann wieder getrunken, denn ein Glas war ja nicht so wild und richtig schlecht ging es mir ja eigentlich nicht.
    Das habe ich mir vorgelogen und das mache ich definitiv nicht mehr.

    Daher möchte ich auch nicht vergessen.

    Grüße

    Meine Erwartungen an das Trockene Leben waren ursprünglich nicht hoch.

    Als die Entscheidung für mich klar war, nicht mehr trinken zu wollen, wünschte ich mir an sich nur wenige Sachen, nämlich mich endlich besser zu fühlen, mein Leben nicht mehr vom Alkohol bestimmen zu lassen und mich wieder im Griff zu haben.

    Mir war von Anfang an klar, dass ich Probleme durch den Alkohol betäuben wollte und mich einfach besser fühlen wollte, was ja auch funktioniert hat, bis ich abhängig wurde.

    Mir war auch klar, dass nach dem Entzug die Probleme knallhart ersichtlich sein werden und dass ich nun andere Wege finden muss, diese zu beheben.

    Die wichtigste Erwartung in meiner jetzigen Situation hat sich erfüllt:

    Ich habe mich wieder im Griff, lasse mein Leben nicht mehr von einer Substanz bestimmen und fühle mich besser.

    Besten Gruß

    Hallo Hartmut,

    weil ich mich nicht oft, aber manchmal dabei erwische, meine schlechten Erfahrungen mit dem Alkohol, meinen damaligen Zustand, zu vergessen und wenn dann der leise Gedanke aufkommen sollte

    "Komm schon Junge, so schlimm war es doch nie. Andere trinken sich ja auch einen und packen das"

    , dann erdet es mich und es hilft mir, auf die fatalen Auswirkungen des Alkohols auf Menschen zu achten.

    Diese fatalen Auswirkungen erkenne ich vor allem bei den erwähnten aufgedunsenen nassen Alkoholikern, denen man die Leberzirrhose schon ansieht und die mit glasigen und traurigen Augen mit ihren Kollegen vor dem Supermarkt stehen, um möglichst nahe an der Alk-Quelle zu sein.

    Wenn ich dies sehe, wird mir sofort klar, was der Alkohol anrichten kann, wie weit ich vor einiger Zeit schon abgerutscht war und das hilft mir an manchen Tagen.

    Grüße

    Zitat von pfundi

    Ich bin noch nicht da angekommen, wo ich hin will. Ich muss mich selbst und meine Krankheit noch besser akzeptieren können. Das geht an manchen Tagen schon ganz gut und an anderen ist es wieder schwieriger. Ich habe aber verstanden, dass das trockene Leben für mich das Richtige ist. Ich will nicht wissen, wo ich heute wäre, wenn ich nichts unternommen hätte.

    Ja, wahre Worte.

    Das geht glaube ich allen Trockenen so, und ich wäre gerne auch schon weiter.

    Der von dir genannte Gedanke: "Ich will nicht wissen, wo ich heute wäre." beschäftigt mich auch oft und mir persönlich hilft der Gedanke sehr.
    Da ich in einer größeren Stadt lebe, sehe ich aber auch fast jeden Tag, was definitiv aus mir geworden wäre, nämlich ein verkommener, seelisch und körperlich, Säufer, der jeden Tag nur einen Gedanken hat:
    Wie kann ich meinen Kater bekämpfen, wo bekomme ich den nächsten Alk.

    Und so wollte ich nicht enden.
    Und so werde ich auch nicht enden, jedenfalls versuche ich, alles dafür zu tun.

    Voll-Alkis, die ich jeden zweiten Tag vor dem Supermarkt sehe, standen vielleicht auch mal vor diesem Gedankengang, haben ihr Vorhaben aber nicht konsequent durchziehen können und sich auf dem Weg in den Abgrund begeben.
    Die Gründe sind vielfältig. Schicksalsschläge, Arbeitslosigkeit, psychische Traumata.
    Und ich möchte mir kein Urteil erlauben, weil ich weiß, welche Macht der Alkohol haben kann.

    Für mich wäre das kein wünschenswertes Leben und da bin ich sehr radikal.
    Bevor ich mein Leben in dieser exzessiven Weise vom Alkohol bestimmen lassen würde, würde ich über mein Leben bestimmen und lieber aus dem Leben scheiden, als so zu enden.

    Damit meine ich nichtmal den sozialen Abrutsch, sondern den seelischen Abrutsch.
    Ich kann mich noch sehr gut an meine Gefühle erinnern, als es mir nur noch darum ging, meinen Kater zu kompensieren und möglichst nachtanken zu müssen.
    Ich fühlte mich verloren, dreckig, allein, armselig und nicht mehr als Mensch.

    Auf diese Ebene begebe ich mich nicht mehr, weil ich leben möchte.

    Aus diesem Grund gehören Feiern, Feste und Veranstaltungen, auf denen getrunken wird, nicht mehr zu meinem Leben und das ist gut so.
    Ich setze mich dieser Gefahr nicht mehr aus und ich kann und möchte nicht mehr mit Menschen verkehren, die alkoholisiert sind.

    Besten Gruß

    Hallo,

    sorry, ich wollte das Thema sicher nicht ins Lächerliche ziehen.

    Ich wollte nur verdeutlichen, dass das soziale Klientel überhaupt nichts mit der Gefahr für einen trockenen Alkoholiker zu tun hat.

    Worin liegt der Unterschied, ob ich eine Gartenfeier besuche, auf der "gehoben" Alkohol "genossen" wird oder eine Eckkneipe, in der "gesoffen" wird?

    Die Gefahr des anspringenden Suchtgedächtnisses ist in beiden Situationen gegeben.

    Natürlich setze ich mich auch mal in ein Eis-Cafe etc. aber ich gehe zu keinem Gartenfest etc., egal ob dort Familienmitglieder und gute Freunde anwesend sind und egal, ob dort größtenteils nur Radler oder Sektschorle etc. getrunken wird.

    Das ist der Unterschied, der die Konzepte vieler trockener Alkoholiker unterscheidet.
    Da aber fast alle Langzeittrockenen davon sprechen, auf keinen Fall, jedenfalls in der Anfangszeit, bis eine gewisse Stabilität vorhanden ist, bestimmte soziale Treffen zu besuchen, habe ich dies auch für mich übernommen.

    Dazu kommt, dass alle Alkis, die ich kenne bzw. kannte, und die eben vollkommen davon überzeugt waren, dass sie ohne Probleme auf diverse Feste und Veranstaltungen, auf denen getrunken wird, gehen können, da sie ja stark genug seien, nun wieder an der Flasche hängen.

    Deine letzte Aussage und viele Aussagen in diesem Thread treffen es doch auch:
    Weshalb hast du so große Angst vor Einsamkeit und vor dem "Versauern"?
    Du verbringst schließlich nicht 7 Jahre in Einzelhaft, denn das wäre Einsamkeit.
    Und das sprach ich mit meiner Aussage an, dass so viele Menschen verlernt haben, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen, anstatt ständig Angst vor der Einsamkeit und vor dem Alleinsein zu haben.

    Das Glück klopft sicher nicht an deine Tür, aber glaubst du wirklich, dass dich das Glück an die Hand nehmen wird, obwohl du nicht einmal mit dir selbst Glück empfinden kannst und Glück immer nur von anderen Menschen abhängig machst?

    Grüße

    Zitat von MrHardcore


    warum, in aller welt, halten nur so viele menschen mit alkoholkrankheit am besuch solcher lokalitäten fest? gibt es nichts anderes, wo ich gerne verweilen kann? kann ich meinen hunger/thurst nicht anderweitig stillen? finde ich an anderen plätzen noone, mit dem ich kommunizieren kann?

    Weil viele Menschen einfach nicht in der Lage zu sein scheinen, für sich selbst eingefahrene gesellschaftliche Wege zu verlassen.

    Warum drehen so viele Menschen fast durch, wenn sie nach einer Beziehung "allein" sind und suchen sich sofort den Nächstbesten, um dieser "Einsamkeit" zu entkommen?

    Weil viele Menschen es einfach nicht können, sich nicht selbst ins Zentrum stellen können und in gewisser Weise Angst vor der Beschäftigung mit sich selbst haben.

    Einige Menschen können, wenigstens für eine gewisse Zeit, auf die ach so angenehmen und gemütlichen Zusammenkünfte im Garten oder in Szene-Cafes, natürlich immer auf gehobenem Niveau ..., einfach nicht verzichten.
    Wenn diverse trockene Alkis sich dieser Situation aussetzen wollen, dann sollen sie es machen.
    Was sollen die "Freunde" denn auch denken, wenn man den Spielverderber gibt und nicht mal stark genug ist, bei einer Feierlichkeit anwesend zu sein, auf der vielleicht mal ein Gläschen Champus, ein Gläschen guter Rotwein und ansonsten nur hoch-qualitativer Espresso konsumiert wird ...
    Es handelt sich ja schließlich um keine verdreckte und verqualmte Eckkneipe, in der eh nur gescheiterte Existenzen verkehren.
    Denn nur dort würde ja eine Gefahr für den trockenen Alkoholiker bestehen, gell.

    Also manche Aussagen hier kann man einfach nur in einer ironischen Form beantworten, wie ich es eben getan habe.

    Pittchen, was du von dir gibst, ist schon sehr grenzwertig.

    Entweder, du nimmst die Sache nicht ernst, dann aber verschone bitte User, die hier eventuell neu dazu stoßen, mit deinen Weisheiten ...

    Oder du bist keine Alkoholikerin und machst dir hier einen zeitintensiven Spaß ...

    Oder du bist keine trockene Alkoholikerin.
    Dann kannst du Pralinen mit Schuss etc. ja ohne Probleme nach deinen 3 Flaschen Wein am Abend in dich hinein schaufeln.

    Im Fazit bringen deine Weisheiten hier Niemandem etwas, viel mehr verärgern sie diejenigen trockenen Alkoholiker, die ernsthaft mit ihrer Krankheit beschäftigt sind, oder sie verunsichern diejenigen trockenen Alkoholiker, die erst seit kurzem nicht mehr trinken und durch deine Aussagen auf schwachsinnige Gedanken kommen.

    Deine Aussagen verärgerten mich schon oft genug, daher auch mal meine Meinung dazu.

    Besten Gruß

    Hallo,

    der von dir genannte "Tiefpunkt" tritt ja fast immer psychisch ein, nicht physisch.

    Eine Saufphase wird beendet, bevor man im wahrsten Sinne des Wortes verrückt wird.
    Suizidgedanken, Panik, Aggressionen leiten den Tiefpunkt ein.
    Körperliche Zusammenbrüche treten meist sehr selten ein.
    Der Zusammenbruch wird danach immer als physisch beschrieben, obwohl der Zusammenbruch psychisch erfolgte.

    Über physische Auswirkungen sollte man sich erst Jahre später Gedanken machen, wenn Krebs in verschiedenen Formen, Leberzirrhose und andere Krankheiten als Tod an der Tür klopfen.

    Dennoch, eine angenehme Ehe wünsche ich.

    Besten Gruß

    Zitat von Frozen Tears


    Der Punkt, den ich hier aber ein wenig bei Dir herausshöre ist, dass Du auf dem Wege bist, dass Du Dir nach coabhängigen Manier versuchst Zuneigung zu 'verdienen', indem Du anfängst für ihn udn mit ihm seine Probleme anfängst zu lösen. Vielleicht ist es bei Dir nicht so stark a usgeprägt wie bei anderen. Aber immehrin möchte ich Dich mal drauf aufmerksam machen, dass es schlciht udn einfach zu viel des Guenist und auch unnötig und sogar schädigend bei Süchtigen.

    Besser kann es wohl nicht auf den Punkt gebracht werden.

    Ich finde es erschreckend, aber auch informativ, wie ein nicht abhängiger Partner seinen süchtigen Partner immer weiter blockiert, allerdings der festen Überzeugung ist, dem Partner zu helfen.

    Ich lese auch permanent "Wir", "Wir sind uns einig", "Wir schaffen das", "Wir haben uns entschlossen".
    Es geht hier nicht um ein "Wir", sondern nur um ein "Ich", um das "Ich" des süchtigen Menschen.
    Direkt formuliert, hast du an sich überhaupt nichts mit der Sucht deines Partners zu tun. Er muss aktiv werden. Er sollte sich kümmern und beispielsweise hier im Forum schreiben und er sollte dich nicht um Hilfe bitten, da er sich selbst helfen muss.
    Wie willst du, ein Mensch, der nie Erfahrungen mit der Alkoholsucht gemacht hat, und ein Mensch, der kein fundiertes Wissen über die Alkoholsucht hat, deinem süchtigen Partner helfen?

    Beluna, darüber hinaus höre ich heraus, dass dein Partner doch sehr von dir abhängig zu sein scheint.
    Stichwort: "Er bettelte mich um Hilfe an".
    Anders formuliert, scheinst du deinen Partner doch sehr zu beeinflussen und zu steuern.

    Das hört sich alles nicht gut an und ich hoffe, dass du dich mit der Thematik "Alkoholismus" ein wenig mehr beschäftigst, bevor du versuchst, deinen Partner zu therapieren.
    Deine gesamten Aussagen verdeutlichen, dass du dich kaum mit dem Thema beschäftigt hast.
    Ehrlich gesagt klingt es wie ein Kaffeekränzchen-Gespräch, das drei Frauen über ihre süchtigen Partner abhalten.

    Und das macht mich ehrlich gesagt sauer.
    Nicht, weil du hier eine Thematik angehst, ohne dich informiert zu haben, sondern weil du einem süchtigen Menschen eher schadest als hilfst, dies aber in keiner Weise merkst und bisher gegebene Hinweise von anderen Usern als Nichtigkeit wegwischst.

    Du willst nicht aufgeben und glaubst, dass nach einem Jahr Massage und gutem Zureden eine wunderbare Beziehung mit deinem alkoholkranken Partner möglich ist, da dieser von deiner Zuwendung überwältigt seine Sucht besiegt?
    Lass es dir gesagt sein, vergiss es.

    Dennoch weiterhin viel Erfolg, vor allem deinem Partner, um den es ja eigentlich geht, was hier nicht so ganz deutlich wird ...

    Zitat von Beluna


    ich bin hier, weil ich nicht einsehen möchte, dass Trinker oder Drogenabhängige nur alleine aus ihrem Sumpf kommen können oder müssen. Ich wäre in der Situation froh über jede Hand die sich mir entgegenstreckt.

    Dann hast du absolut keinen Schimmer, sorry für diese direkte Aussage.

    Ob du es nun einsehen möchtest oder nicht, ist der Sucht vollkommen egal und du wirst sehen, dass es nicht klappen wird.
    Davon kannst du fest ausgehen.

    Wenn dein Freund nicht wirklich uns konsequent aufhören möchte, dann wird auch deine "Heilige Maria auf Rettungs-Trip"-Einstellung in keiner Weise erfolgsversprechend sein.

    Aber viel Spaß noch bei der Massage

    :roll:

    Hallo,

    hier besteht wohl die Frage, ob jemand getrunken hat, um psychische Probleme zu verdrängen oder ob die psychischen Probleme entstanden sind, weil man sich über längere Zeit das Gehirn mit Alkohol geflutet hat.

    Daher ist es wohl so, dass alkoholkranke Menschen, die extreme psychische Probleme aufgrund des hohen Alkoholkonsums entwickelten, nach dem Trockenwerden weniger mit Depressionen zu kämpfen haben.

    Menschen aber, die primär aufgrund ihrer psychischen Probleme begonnen haben zu trinken, nach dem Trockenwerden plötzlich wieder mit ihren immer nur betäubten Depressionen konfrontiert werden.
    Diese müssen dann möglichst professionell, wie du es machst, bearbeitet werden.

    Besten Gruß

    Hallo,

    du kannst überhaupt nichts machen, um deinem Vater zu helfen.
    Klingt hart, ist aber so.
    Du wirst auch niemals verstehen, was er bezüglich seiner Sucht fühlt. Du kannst recherchieren und Informationen einholen, bis es nicht mehr geht, aber du wirst es niemals verstehen, weil du nicht abhängig bist.

    Ein Psychologe kann dir durchaus helfen, um Mechanismen zu finden, dich selbst nicht zu sehr zu belasten, aber er wird dir keine Ratschläge geben, wie du deinen Dad therapieren kannst. Und auch hier wirst du dazu keine Anleitung finden.

    Wie du schon im Vorfeld gelesen hast, muss dein Vater den absoluten Entschluss entwickeln, mit dem Trinken aufhören zu wollen. Und das passiert fast immer erst nach einem Tiefpunkt, der individuell ist.
    Nur dann wird es gehen.

    Verzeih mir eine Frage: du betonst stark, dass dein Vater für den sozialen Status eurer Familie und für den gesamten Besitz gesorgt hat. Nun empfindest du Angst, dieses sozialen Standard zu verlieren.

    Steht für dich eigentlich insgeheim die Bewahrung dieses Besitzes im Vordergrund oder das Wohl deines Vaters?
    Eventuell empfindet dein Vater nämlich einen enormen Druck von deiner Seite und von der Seite deiner Mutter, was definitiv kontraproduktiv bezüglich des Alkoholismus wäre.
    Liebe und Achtung sind wichtiger als Druckausübung und Bedrängen des Betroffenen.
    Dein Vater weiß wahrscheinlich ganz genau, weshalb er trinkt und in welchen Situationen er trinkt.
    Er sagt es dir aber nicht, wie du beschrieben hast.

    Beste Grüße

    @ EinNeuer

    Nochmal zum Heroin-Alkohol-Vergleich: ich wollte lediglich die Qualität der Droge "Alkohol" hervorheben, die Heroin in nichts nachsteht, nicht harmloser ist und im Endeffekt nur aufgrund eines Gesetzestextes legal ist. Auch die Party-Beschreibung wird es so in der Realität nicht geben, aber dennoch würde sich ein Ex-Fixer, der von dem Zeug definitiv weg bleiben möchte, nicht auf einer Party aufhalten, auf der plötzlich 2 Personen am Nebentisch anfangen, eine Line Heroin zu ziehen. Und der Ex-Fixer würde sich dann auch nicht mit diesen zugedröhnten Schnupfern unterhalten.
    Es sei denn, der Ex-Fixer legt es darauf an, getriggert zu werden.

    Ansonsten klingt deine Argumentation wirklich plausibel, überlegt und verdeutlicht, dass du dir intensive Gedanken machst. Davor ziehe ich den Hut und ich respektiere deinen Weg vollkommen. Dein Schreiben vermittelt, dass du voll und ganz hinter deiner Einstellung stehst und in dieser Form deinen erfolgreich trockenen Weg siehst. Die Zeit wird dir zeigen, ob du richtig liegst.

    Mir kam es nur darauf an, zu vermitteln, dass dein Weg allgemein selten erfolgreich ist. Dennoch kann niemand diesen Weg pauschal als Unmöglichkeit definieren. Möglich ist alles.

    Wenn aber ein Hilfesuchender derartige Aussagen liest, kann es schnell dazu führen, dass dieser sich motiviert fühlt, dessen durch harten Kampf erreichte Trockenheit durch leichtsinniges Verhalten zu riskieren.
    Für einen alkoholsüchtigen Menschen ist es einfach besser, nach dem Trockenwerden auf nasse Partys, Feiern und gesellschaftliche Anlässe zu verzichten, jedenfalls bis er psychisch wieder einigermaßen geordnet ist.

    Es handelt sich um ein vermeidbares Risiko, zu testen, ob man 4 Wochen nach dem Entzug von alkoholtrinkenden Menschen in direkter Umgebung getriggert wird oder nicht.

    Das muss nicht sein.
    Und daher finde ich derartige Aussagen riskant, vor allem von Usern, die aufgrund ihrer Post-Zahl eine gewisse Kompetenz vermitteln, wenn man hier frisch im Forum gestrandet ist.

    Und sind wir mal ehrlich. Ich lese hier relativ oft.
    Nicht alle User in diesem Forum, die eine hohe Post-Zahl haben, sind kompetent.
    Das ist wie im Real-Life. Oft stößt man hinter imposanten Äußerlichkeiten nur auf inhaltsleere und abgestandene Luft.

    Also, weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.

    Beste Grüße

    Ich denke, es ist schon klar, was ich mit dem Vergleich ansprechen wollte.

    Klar ist mir allerdings nicht, weshalb du mit deinem Status in diesem Forum sowas schreibst:

    Zitat von silberkralle


    ich bin ne ausnahme - mir hats von anfang an nischt ausgemacht - vermutlich n gendefekt oder so
    :D
    matthias

    Am Besten sollten alle Frischlinge mal probieren, ob es klappt.
    Vielleicht liegt bei Einigen ja auch ein Gendefekt vor und alles ist halb so wild ...

    Naja, ich klinke mich hier mal wieder aus.

    Grüße

    Zitat von EinNeuer

    Und wie auch schon erwähnt: Mit Aussagen wie "... das ist der einzige Weg ...", "... das muss für jeden gelten ....", "... es geht nur so ..." würde ich vorsichtig sein. Mir fehlt da oft der Zusatz: "FÜR MICH ist es so ..."

    Eben nicht.

    Da sich die Aussagen von Langzeittrockenen diesbezüglich gleichen, handelt es sich nicht um Inhalte wie "Das ist der einzige Weg, so muss du es machen, um abstinent zu bleiben", sondern um den Inhalt "Wir Langzeittrockenen haben die Erfahrung gemacht, dass ein dauerhaftes Trockensein nur so möglich ist."

    Einige Aussagen von Langzeittrockenen in diesem Forum, die Kurzzeittrockene dahingehend motivieren, dass man natürlich ohne Probleme auf ein "nasses" Fest gehen solle, halte auch ich für sehr fragwürdig.

    Es ist doch auch logisch:
    Um ein Problem überhaupt objektiv betrachten zu können, muss man sich aus der subjektiv erlebten Situation entfernen, um erkennen zu können, was mit einem los war.
    Das sagt ja nicht aus, dass man sich für das gesamte Leben von trinkenden Personen fernhalten soll, aber für eine gewisse Zeit ist es notwendig, um eine gewisse Stabilität entwickeln zu können.

    Und wie gesagt, handelt es dich dabei nicht um meine engstirnige Meinung, sondern um Meinungen von Langzeittrockenen, die uns Kurzzeittrockenen definitives Vorbild sein sollten.

    -----

    Noch ein kleiner Denkanstoß:

    Würde man einen Ex-Fixer nach kurzer Zeit Entzug und Therapie dazu raten, sich doch mal wieder auf eine Party zu begeben, auf der Heroin geschnupft wird?
    Die Leute auf dieser Party sind ja nicht alle Abhängige, da sie ja nur gelegentlich Heroin schnupfen, erfolgreich und stabil im Leben stehen, ihren Spaß haben und nette Leute sind?

    Ein an den Haaren herangezogener Vergleich?
    - Nein, eben nicht.

    Alkohol ist ebenso tödlich und zerstörerisch, nur leider eine legale und "weiche" Droge.

    Das vergessen die meisten Menschen leider immer wieder.


    Grüße

    Hallo,

    ich hatte mehrere Rückfälle (keine Totalausfälle, aber das erneute Abdriften in den Alkoholismus), bevor ich mich im letzten Jahr dafür entschieden habe, dem Alkohol voll und ganz den Kampf anzusagen.

    Dazu gehört für mich neben dem Kontaktverzicht mit alkoholisierten Menschen beispielweise auch das Weglassen von Senf und anderen Produkten, die Brantweinessig oder anderweitigen Alkohol enthalten.
    Diesbezüglich gehen die Meinungen auch auseinander, aber diese Vorgehensweise gehört für mich und für mein Wohlbefinden mittlerweile einfach dazu.

    Ich sage nicht, dass es für mich immer so sein wird, aber momentan fühle ich mich mit diesem Verhalten wohl und ich verspüre keinen Verzicht, sondern viel eher Kontrolle, was mir sehr gut tut.

    Ich meide jegliche Feiern (auch Familienfeiern), weil ich weiß, dass dort, wenn auch in Maßen, Alkohol konsumiert wird.
    Dies habe ich den mir wichtigen Menschen erklärt und ich habe diesbezüglich mit keinerlei Gewissensbissen zu kämpfen, egal was für Fragen oder Meinungen entstehen könnten.
    Die mir wichtigen Menschen besuche ich dennoch und wenn eine Person (die mir nahestehenden Personen trinken in meinem Beisein allerdings nicht) ein Bier oder ein Glas Wein trinkt, weise ich diese Person darauf hin, mir bitte nicht zu nahe zu kommen, oder ich gehe.
    Alte Freundschaften, deren Fundament immer nur auf einem alkoholisierten Zusammensein basierten, habe ich fallen gelassen und aufgegeben.
    Ich bin mittlerweile sehr sensibilisiert und mir wird übel, wenn mir ein Mensch dessen Alkoholdunst ins Gesicht haucht oder wenn ein Raum von Alkohol-Gerüchen dominiert wird.

    Allerdings:
    Ich verzichte nicht und vermisse nichts.
    Nicht das sinnfreie Biertrinken und die sinnfreien Gespräche bei einem Grillfest, nicht die Menschen ohne Selbswert, die nur aus sich herauskommen können, wenn sie getrunken haben und nicht diese Alkoholkultur, die in Deutschland leider zu fast allen sozialen Anlässen dazu gehört.

    Ich bin aber auch ein Mensch, dem einige wenige gute Freunde ausreichen und ich bin kein Mensch, der Angst vor dem Alleinsein hat bzw. nicht weiß, was er ohne Menschen um sich herum mit seiner Zeit anfangen soll.
    Daher kann die Antwort auf die Frage, wie man Langzeitrockener wird, wohl nicht pauschal gegeben werden.

    Meiner Erfahrung nach ist ein stabiles Trockensein nur durch das absolute Meiden des Alkohols (jedenfalls für 1-2 Jahre) nötig, um sich emotional vom Alkohol und vor allem von der Alkohol-geprägten Gesellschaft zu befreien bzw. um diese überhaupt erst einmal kritisch hinterfragen zu können.
    Nach dieser Phase könnte ein soziales Integrieren langsam und stabil möglich sein.

    Wer die Meinung des Thread-Erstellers verfolgt, kann meiner Meinung nach nicht lange trocken bleiben.
    Klingt hart, wird von Langzeittrockenen aber bestätigt und es muss ja Gründe geben, weshalb es diese Langzeittrockenen überhaupt gibt.


    Ein Hinweis vielleicht noch an den Thread-Ersteller:

    Es handelt sich doch immer wieder um eine sich wiederholende Struktur zurück zum Saufen:

    - Teilnahme an Feiern und Grillfesten
    - Großspurig und selbstüberzeugt meinen, dass man dies vollkommen im Griff habe und die Leute gerne trinken können
    - Unterbewusste Zweifel an dieser Einstellung und ein Beneiden, dass die Anderen Alkohol trinken können und Spaß haben (Irrglaube)
    - Der erste Griff zu einem "alkoholfreien" Bier
    - Das Gefühl entwickeln, dass man doch stark genug sei, auch mal ein "Bierchen" zu trinken
    - Das erste Besäufnis
    - Das zweite Besäufnis
    - Wieder voll im Alkoholsumpf sein

    (Pauschal und überspitzt dargestellt).


    Den Leuten, die mit einem gefeiert oder gegrillt haben, ist es im Endeffekt egal, aber der eigene Kampf beginnt wieder neu.
    Wenn es denn noch möglich ist.

    Besten Gruß