Meiner Meinung nach, und da spreche ich vor allem über mich, ist es doch so, dass trockene Alkoholiker, wenn es gut läuft, irgendwann zu sich selbst finden und ihr wahren Charakter erkennen.
Dies kommt dann in Partnerschaften oft nicht so gut an.
Ich habe das Gefühl, dass viele Partnerinnen (ich spreche jetzt von Frauen, da ich Männer als Beziehungspartner nicht beurteilen kann), die es lange mit ihrem alkoholkranken Partner aushalten, dies eigentlich nicht nur aushalten, sondern zum Teil wollen.
Diese Frauen (ich spreche nicht pauschal alle Frauen in einer Partnerschaft mit einem Alkoholiker an) empfinden teilweise nicht nur Leid, sondern Dominanz. Sie "führen" die Beziehung und den Mann und wirken auch in vielen Fällen manipulativ.
Wenn dann der Partner trocken wird, sich aufbäumt, das Leben selbst meistern möchte, ja wieder zum Menschen wird, fühlen sich die Partnerinnen dann auf einmal bevormundet, da ihnen die ursprüngliche Dominanz entrissen wird.
Dann entstehen verworrene Theorien über Wesensveränderungen etc.
Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich nur sehr ungern in Gesprächsrunden mit sogenannten "Co-Abhängigen" auf, da ich, wenn ich denn mal in einen dieser Threads stoße, permanent auf ein Selbstmitleid stoße, das für mich unbegründet ist.
"Co-Abhängige" versuchen sehr oft, ihren alkoholkranken Partner und die gesamte Situation nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
Gerät dieses Manipulations-Konstrukt (durch das Trockenwerden des Partners) ins Wanken, wird das selbst geschaffene Gewebe der Manipulation angegriffen und meist sogar zerstört.
Sogenannte "Co-Abhängige", die es auch laut verschiedener Quellen und Psychologen in dieser Begrifflichkeit an sich überhaupt nicht gibt, sollten sich intensiv mit sich selbst beschäftigen und ihre Gedanken ein wenig von der Wesensveränderung ihres Partners auf sich selbst lenken.
Grüße