Beiträge von hoppegarten

    @Karsten

    Ich wollte in keiner Weise verharmlosen oder ähnliches.
    Deine Argumentation ist plausibel.

    Ich denke nur, dass man unterscheiden und unterschiedlich gewichten sollte.
    Denn was ist dass ein kompletter Absturz mit tagelangem Trinken, wenn der von der thread-Erstellerin dargestellte Fall schon ein "Rückfall" ist?
    Wenn die thread-Erstellerin jetzt wieder beginnt, wie früher zu trinken, dann fällt sie zurück, nicht in dem dargestellten Fall.

    Was natürlich kein Grund sein darf, wieder zu einem Glas zu greifen.
    Aber jetzt zu sagen: "du bist böse und denkst sowieso schon wieder nass, sieh zu uns herauf, denn hier sind die Weisheiten", scheint auch nicht so optimal.

    Nur meine Meinung, mehr nicht.

    Natürlich sollte man nicht pauschal und verharmlosend von Ausrutscher sprechen.

    In diesem Fall ist es doch aber definitiv ein eben solcher und kein Rückfall im eigentlichen Sinne. Es ist zu weit gegangen, aber es kam zu keinem Absturz und demzufolge zu keinem Rückfall.
    Was die Darstellung daher gleich mit "nassem Denken" zu tun haben soll, ist für mich nicht zu verstehen.

    Grüße

    Hallo,

    ich hatte irgendwann, ich denke ein normales Phänomen bei Alkoholgewöhnung, auch keinen üblichen Kater mehr. Also nicht jene Gefühle, die "normal"-trinkende Alkoholkonsumenten haben (Übelkeit, Kopfschmerzen etc.), sondern starke psychische Auswirkungen.

    Ich hatte ebenfalls extreme Angst-Zustände, Depressionen und immer öfter Suizidgedanken.

    Für mich persönlich wäre es demnach sehr dumm, diese Zustände zu verdrängen und mir zu sagen "vergiss es, ich habe es hinter mir gelassen".
    Ich habe es hinter mir gelassen, aber eben die Erinnerungen an meine schlimmen Gefühle während des "Katers" helfen mir und sie motivieren mich umso mehr dahingehend, die Finger komplett vom Alkohol zu lassen.

    Besten Gruß

    Zitat von TooShy

    Gibt es da eigentlich irgendwelche Medikamente die ich vom Arzt verschrieben bekomme, das ich mit der psychischen Belastung besser zurecht komme?

    Die gibt es.

    Allerdings gibt es gute und schlechte Medis. Und es gibt gute und schlechte Ärzte. Nicht jeder Mensch, der ein Medizinstudium absolviert hat, ist auch gleich ein vertrauenswürdiger Arzt, der dir von Herzen nur Gutes wünscht. Zu viele Ärzte veschreiben ohne mit der Wimper zu zucken stark wirkende, gefährliche und süchtig machende Medis, bei denen du dir nach einer gewissen Zeit sagst, dass du doch lieber weiter getrunken hättest.

    Daher sollte eine Selbstmedikation nur dann realisiert werden, wenn es ohne wirklich nicht mehr geht und nicht, um mal eben die üblichen Entzugssymptome abzuschwächen.

    Wenn, dann informiere dich genau im Internet und gehe dann zu einem Arzt deines Vertrauens.

    Grüße

    Von dahe

    Zitat von Pittchen


    Und alle anderen machen es ja genauso ... und rechtfertigen es ebenso ...

    Fakt ist aber, dass es Dir und Deiner Gesundheit nicht bekommt – das ist aber den Anderen egal !!
    Party und Disco solltest Du auch erst mal streichen – ist echt was für Fortgeschrittene ...

    Wahre Worte.

    Zu verinnerlichen, dass man anderen Menschen unter Alkoholeinfluss vielleicht mehr entspricht, sich diesen anpasst und einfach sowie schnell locker sein kann, diesen anderen Menschen aber an sich vollkommen egal ist, wie es einem selbst am nächsten Tag geht, halte ich auch für sehr wichtig.
    Und Menschen (auch "Freunde"), die den eigenen Entschluss, nichts mehr trinken zu wollen, ignorieren und einen sogar zum Trinken motivieren wollen, sind Menschen, auf die man so schnell wie möglich verzichten sollte.
    Menschen, die einen kennen und denen man erklärt, dass man aufgrund bestimmter Probleme keinen Alkohol mehr trinken möchte, die aber dennoch immer wieder den Alkohol in das Zentrum des sozialen Kontaktes stellen, sind keine Freunde.

    Und auch ich kann nur empfehlen, Disko-Besuche und Kneipenabende erstmal absolut zu meiden.

    Besten Gruß

    Zitat von kossi

    Hallo Sylvi!
    Lass Dir von Deinen noch Freund, ja nichts einreden, Alkoholsucht hat nichts mit Willensstärke zu tun, sondern ist eine Krankheit.

    Hallo, natürlich ist Alkoholismus eine Krankheit, was ich keinesfalls bestreite.
    Dennoch hat die Bekämpfung dieser Krankheit und das Ziel eines Stillstands dieser Krankheit sehr, sehr viel mit Willensstärke zu tun.

    Ohne Willensstärke wird keine Therapie und auch nicht die beste Familie dieser Welt etwas bringen.
    Ich halte langjährige trockene Alkoholiker für extrem willensstarke Menschen.

    Eine notwendige Willensstärke zu verneinen ist sehr fragwürdig.

    Grüße

    Hallo,

    diese Begründung empfinde ich als komisch, wenn nicht sogar als fragwürdig.
    Es sind die typischen nichtssagenden Phrasen, die einem immer wieder begegnen, einem aber überhaupt nichts bringen.

    Es soll ja auch Menschen geben, die mit dem Alkohol "normal" umgehen können. Und warum trinken diese Menschen?
    - Natürlich auch aufgrund der Funktion des Alkohols als Mittel für einen bestimmten Zweck.
    Auf Feiern trinken Menschen ohne Alkoholproblem, um gelassener und fröhlicher zu werden. Am Abend trinken Menschen ohne Alkoholproblem, um zu entspannen.
    Die alt bekannte Aussage der vermeintlichen "Genusstrinker" ("ich trinke mal ein Gläschen, weil mir der Alkohol schmeckt") ist doch vollkommen unzutreffend und erlogen, was einem doch besonders klar werden sollte, wenn man selbst Alkoholiker ist.

    Alle den Alkohol konsumierenden Menschen trinken aufgrund einer bestimmten Zweckerfüllung durch die Droge Alkohol, ob nun bezogen auf Lieschen Müller, die während einer Geburtstagsfeier 2 Gläschen Sekt trinkt oder bezogen auf Max Mustermann, der sich jeden Abend eine Flasche Single Malt in den Kopf ballert.

    Mir kann keine Person mehr plausibel erklären, dass Alkohol aufgrund dessen Eigengeschmackes getrunken wird oder aufgrund dessen guter Kombination mit einem bestimmten Essen.
    Alle Menschen trinken Alkohol als Mittel zum Zweck.
    Aber nicht alle Menschen sind aufgrund ihres Erbgutes oder aufgrund ihrer sozialen Prägung in der Lage, den Konsum von Alkohol zu reglementieren.

    Ab wann ist man nun Alkoholiker?
    Für mich ist ein Mensch als Alkoholiker zu bezeichnen, der dem Alkohol die wichtigste Position in seinem Leben einräumt und ohne diesen nicht mehr richtig funktioniert, unabhängig von der Trinkmenge.

    Und zur TE möchte ich noch sagen:

    Es ist einfach sinnlos, Jemandem, der nie bestimmte psychische und physische Höhen sowie Höllen (Alkoholabhängigkeit) erlebt hat, erklären zu wollen, warum einige Menschen mehrere Flaschen harten Alkohol in sich hinein schütten, ihre Kinder und Frauen schlagen oder noch schlimmere Dinge tun, um sich dann am nächsten Morgen wieder reumütig zu entschuldigen.
    Irgendwo muss der Reiz des harten Trinkens und die permanente Wiederholung dieses Trinkens ja liegen.

    Und eben diesen Reiz und den Kampf, diesem Reiz zu entkommen, wird ein Mensch mit einem "normalen" Verhältnis zum Alkohol niemals verstehen.
    Erklärungen sind zwecklos.

    Ebenso kann ich persönlich einen Heroinsüchtigen nicht verstehen, der sich immer wieder Spritzen in den Arm setzt, einen Kokainabhängigen nicht verstehen, der sich die Nasenscheidewände kaputt snifft oder einen Kaufsüchtigen nicht verstehen, der immer wieder Dinge bestellt, obwohl er hoch verschuldet ist.

    Es gibt keine Erklärung und auch kein Verstehen für Außenstehende, die naiv fragen "Ist mein Freund ein Alkoholiker".

    Besten Gruß

    Zitat von Olle

    @ Hoppegarten,

    dein Vergleich hinkt.

    Mir liegt es fern, etwas zu verharmlosen. Ich werde mich auch in keiner Weise auf deine Erfahrungen und persönlichen familiären Problematiken beziehen, da es mir

    1. nicht zusteht mit meiner momentanen Lebenserfahrung

    und

    2. auch, ehrlich gesagt, nicht interessiert.

    Es ging mir nur um einen flachen Vergleich, der mir persönlich oft hilft.

    Es ging mir um den Alkohol.
    Eine psychologische Verknüpfung und Bedeutungsübertragung zwischen "Hunger" (Durst) und den äußeren Einflüssen, die man zu einem gewissen Grad selbst steuern kann, wenn es die eigene Wohnung betrifft.
    Ist der Alkohol erstmal aus der eigenen Wohnung entfernt, ist ein guter Schritt getan.

    Im Übrigen wird dir hier auch Niemand helfen können bezüglich deiner privaten Probleme, deiner Kinder, deiner Familie oder Ähnliches.

    Diese Dinge musst du alle selbst regeln, was aber nur geht, wenn der Alkohol vollkommen ausgeschlossen wird.

    Besten Gruß

    Zitat von Olle

    (das mit der leichten Vorhin hab ich mir ein Glas Wein eingeschenkt, daran gerochen, es wieder hingestellt und mir erstmal einen Tee gemacht. Das Glas steht noch immer da und ich werde mit meinem Saufdruck gleich ins Bett gehen, um der Gefahr zu entgehen.

    Hallo,

    das Vorgehen mit dem Glas Wein ist vergleichbar mit einer Situation, in der einem Menschen, der drei Tage nichts gegessen hat, eine gut duftende und schmackhafte Pizza vor die Nase gestellt wird.

    Und wenn diese Person die Pizza auch nocht selbst gemacht hat, äquivalent zu einem selbständigen Öffnen der Weinflasche und dem Eingießen in ein Glas, wird die Tortur umso schlimmer.

    Es wird nicht funktionieren. Der Alkohol muss aus dem unmittelbaren Lebensumfeld (Wohnung) verbannt werden.

    Besten Gruß

    Zitat von sari

    Ich nochmal...denke daran :wink:

    Trinkt ein trockener Alkoholkranker alkoholfreies Bier, zeigt dies einmal, dass er noch immer nicht ganz auf Bier verzichten kann -

    Es liegt ja auch kein Sinn darin, wenn man ehrlich zu sich selbst ist.

    Wieso kaufe ich mir denn alkohol"freies" Bier?
    Weil mir Bier so schmeckt? - Ich denke nicht.

    Nach drei Wiederholungen dieser Handlung wird dann echtes Bier im Einkaufswagen liegen.

    Ich würde damit auch ganz, ganz vorsichtig sein.

    Und im Endeffekt ist es ein Selbstbetrug.

    Grüße

    Hallo Pittchen,

    ich kann das vollkommen nachvollziehen, allerdings hämmere ich mir immer wieder ein, dass ich genau weiß, was passiert, wenn ich mal wieder und ja auch nicht jeden Tag ein paar Bierchen trinke.

    Es wird definitiv wieder mehr und der Saufdruck steigt extrem, währenddessen mein Selbstwertgefühl kontinuierlich sinkt.

    Es hört sich flach und ausgelutscht an, aber lieber habe ich körperliche "Schmerzen" als mir erneut einen psychischen Kopfschuss in Form eines Katers zu geben.
    Daher gehe ich laufen, wenn ich mich dabei erwische, darüber nachzudenken, ein paar Bierchen oder passend zur Weihnachtszeit Glühwein zu trinken.
    Fakt ist aber, dass es nicht dabei bleibt.

    Und Fakt ist auch, dass es an sich Niemanden kümmert, keinen von denen, die mitgetrunken haben und einen vielleicht noch motiviert haben zu trinken (keine Freunde) und keinen von denen, die nicht Wissen, was Alkoholismus wirklich ist.
    Es kümmert keinen und nur ich würde die Konsequenzen tragen müssen.

    Das Laufen hat auch den angenehmen Nebeneffekt, den eigenen Körper mal wieder richtig zu spüren und fit zu werden, abgesehen von der Gewichtsreduktion.

    Bevor ich das endlich erkannt habe, ging es immer wieder auf und ab.
    Mehrere Wochen keinen Alkohol, dann mal wieder ein paar Bierchen, bis es mir wieder so schlecht ging, dass ich am Boden war und auf die Welt und Alles geschimpft habe.

    "Mich mag ja keiner, niemand gibt mir eine Chance, eigentlich kann ich ja aufgeben und allen Anderen geht es eh besser."

    Ich habe aber bemerkt, dass es nur an mir liegt, nur an mir, standhaft zu sein oder aber mir mal wieder etwas zu "gönnen" (sind ja nur ein paar Bierchen) und damit alles zu zerstören, was ich mir vorgenommen hatte.

    Besten Gruß

    Zitat von Chadedala


    Dabei fiel mir auf , Hoppegarten schrieb, das er / sie sich ziemlich zurück gezogen hat, von der Umwelt, zumindest die erste Zeit.

    Das mache ich immer noch und auch deine anderen dargestellten Situationen und Gefühle kenne ich sehr gut.

    Dennoch geht es mir dabei gut, wenn ich alleine bin und ich Zeit für mich habe.
    Jedenfalls deutlich besser als früher.
    Früher habe ich mich fit getrunken, um mich Situationen auszusetzen, die ich an sich nie mochte.

    Hoppegarten war auf jeder Party und meist bis zum Ende.
    Und was ist jetzt mit ihm, die Partys gehen doch weiter...

    Das kann sein, aber nicht mit mir.

    Ich habe nur noch wenige Freunde (wirkliche Freunde) und den inneren Kern meiner Familie, zu denen ich den Kontakt pflege.
    Den Rest habe ich fallen gelassen, desinteressiert und fast emotionslos.
    Und ich fühle mich deswegen nicht einmal schlecht, weil ich weiß, dass eben diese "Freunde" mir nicht gut tun würden und mein Suchtgedächtnis immer wieder aktivieren würden.

    Auch die fehlende Kreativität, Antriebskraft und Energie wechseln bei mir von Tag zu Tag. Und auch die Emotionen.

    Mein Geist muss sich erst wieder an den nüchternen Zustand und eine normale Verarbeitung der Gefühle orientieren, was durch jahrelangen Alkoholkonsum vollkommen manipuliert wurde.

    Ich bin nie in einem Stadium gewesen, mich körperlich wirklich zu schädigen, aber ich habe mich psychisch geschädigt und war auf dem besten Weg, mich psychisch zu zerstören.

    Wenn ich ehrlich bin, würde ich mir schon manchmal gerne einige Bier geben, um mich so gut zu fühlen wie früher.
    Wenn diese Gedanken aber vorbei sind und ich abends im Bett liege, fühle ich mich gut, ja sogar besser als früher und bin froh über diesen Zustand.

    Es pegelt sich langsam aber sich alles wieder einigermaßen ein.

    Gruß

    Zitat von Karsten


    das ist richtig und ich selbst werde auch immer wieder darauf hinweisen, dass solches Verhalten in meinen Augen gefährlich ist.
    Das ich den Threadersteller damit oft nicht erreichen kann, weiß ich, aber ich möchte solche Aussagen eben nicht einfach so stehen lassen, weil es hier eben sehr viele lesen können.

    Ein zu diesem Thema letzter Kommentar von meiner Seite:

    Das ist ja auch vollkommen richtig und sollte natürlich in einem Suchtforum auch so sein.

    Es geht dem Thread-Ersteller, so denke ich, um die Art und Weise, wie hier teilweise gegen ihn vorgegangen wurde.
    Und wie teilweise in anderen Posts vorgegangen wird, wenn mal etwas nicht der heiligen Doktrin der trockenen Muster-Alkoholiker entspricht.

    Es können und sollten ja auch Empfehlungen, Gegenargumente und Warnungen ausgesprochen werden, aber Jemanden regelrecht zu verurteilen, als nassen Alkoholiker zu betiteln oder als nicht der "Gruppe" der trockenen Alkoholiker zugehörend, ist doch deutlich unangemessen.

    Wie in vielen Foren sollte sich alle Teilnehmer, die einen Beitrag kommentieren wollen, den Thread auch mal genau durchlesen, nicht nur überfliegen und dann die alte bekannten Phrasen heraus dreschen.

    Es kann einfach keine normale Thread-Entwicklung entstehen, wenn der Ersteller in dieser Form und wie ein kleiner Junge gemaßregelt wird.

    Besten Gruß

    Zitat von Chadedala


    ich dachte, das wär ein Hifleforum, im Moment kommt es mir wie ein Gerichtssaal vor.

    Wie gesagt :
    ES IST NUR MEIN WEG,
    und es ist STETS der ANFANG erst mal über sich selber zu berichten.

    dafür an die Wand, gehört man nicht gleich gestellt.
    Sorry, aber die Antworten werden mir teils zu extrem. Bin doch kein Verbrecher.

    Ich möchte hier auch nicht alle User generell angreifen, aber was Chadedala hier schreibt, ist vollkommen richtig.

    Ich führe meinen persönlichen Thread auch nicht mehr weiter, weil mir die Antworten einfach zu flach und nicht qualitativ genug waren.

    Biespiel:
    "Du hast ein Problem mit dir, finde dein Selbst" bezüglich einer fast eingetretenen Rückfallsituation.
    Zudem fast schon diktierende und befehlende Aussagen.

    Ähnlich schnelle, küchenpsychologische und oberflächliche Antworten lese ich immer wieder im Forum. Daher bleibe ich in Zukunft auch beim Lesen.

    Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass sich einige User als Propheten des richtigen Weges definieren.
    Wenn ein trockener Alkoholiker Respekt und Angst davor hat, eine Wein-Sauce zu essen, dann ist das ok. Ich würde eine solche auch nicht essen, aufgrund eben dieser Ängste.

    Dennoch würde es mir nicht einfallen, andere trockene Alkoholiker dafür zu verurteilen, so wie es hier geschehen ist.

    Und sorry, auch einem Moderator dieses Forums sollte es nicht zustehen, andere User als "nasse Alkoholiker" zu betiteln, nur weil dieser Moderator eine andere Definition von "trocken" und "nass" vertritt.

    An sich sollte ein wenig mehr Fingerspitzengefühl vorhanden sein.

    Zitat von Elisabeth


    Umgang mit Alkohol!! Wir trockene Alkoholiker gehen nicht mit Alkohol um. Wir lassen ihn stehen. Er hat in unserem Leben nichts mehr verloren. Gott sei

    Sehr komisch diese Aussagen hier.

    Chadedala äußerst seine Meinung und die sollte ihm auch zugestanden werden.

    Spätestens dann, wenn er mit seinen Angewohnheiten nicht mehr gut fährt, weiß er, was er nicht mehr machen sollte.

    Ich möchte hier nichts verharmlosen, allerdings erinnern mich die Argumente (Siehe Zitat) an die gute alte Aussage, die man Kindern näher bringt.

    "Feuer ist gefährlich, spiel nicht damit!"

    Allerdings wird ein Kind diese Aussage erst verstehen, wenn es sich einmal verbrannt hat.

    Und pauschal nach dem Motto zu sagen "Wir trockene Alkoholiker machen das nicht so und du gehörst nicht zu uns!" empfinde ich als unangemessen.
    Das ist hier schließlich kein Verein, in welchem Alteingesessene die Regeln bestimmen.
    Viel mehr sind doch Empfehlungen gefragt, aber nicht derartig komische Aussagen.

    Der Thread-Ersteller wird die bisherigen Empfehlungen sicher bedenken und vielleicht umsetzen.
    Wenn er dies nicht tut, er aber dennoch mit seinem Verhalten keine Probleme bekommt, hat er für sich einen "Umgang" mit Alkohol gefunden.

    Wir alle sind nur für uns verantwortlich.

    Nach viel Lesen hier im Forum habe ich das Gefühl, dass einige User ihren eigenen Weg unbedingt anderen Usern aufzwingen wollen.
    Doch dieser Weg muss nicht für jeden trockenen Alkoholiker richtig sein.

    Es sollten Empfehlungen und keine Anweisungen im Zentrum der Argumentation stehen.

    Und wenn der Thread-Ersteller keinen Alkohol mehr in der typischen Form (Bier, Wein, Schnaps) zu sich nimmt, keine alkoholbedingten Zusammenbrüche mehr hat, 5 Mal im Jahr Hustensaft trinkt und damit klar kommt, dann ist es sein Ding.

    Er kann sich dennoch als trockener Alkoholiker bezeichnen und es steht Niemandem zu, dies anzuzweifeln außer der Person selbst.

    Mir als Alkoholiker ist bewusst, warum ich zu einem wurde:

    Ich fand den unmittelbaren Rausch und den Zustand gut, ich habe mich im unmittelbaren Rausch wohl gefühlt, wollten diesen immer wieder erleben und wurde süchtig.


    Und mir ist klar, warum ich aufgehört habe:

    Ich konnte die Konsequenzen des unmittelbaren Rausches nicht mehr ertragen.
    Ich erkannte erst spät und schmerzlich, dass diese Gier nach dem Rausch mich, meinen, Geist, meinen Körper und mein Leben geschädigt hat, sodass nur noch das nicht mehr trinken für mich relevant ist, die Gier verschwunden ist, die Erinnerung an das unmittelbare Rauschgefühl aber nicht.

    Aber wie du schon sagst, wir alle sehen und empfinden das eben individuell.

    Besten Gruß

    Zitat von Weißbär

    Hallo Hoppegarten,

    deine Definition von Verzicht kann ich nicht wirklich folgen.

    Ich habe den Verzicht nicht in dem Sinne beschreiben wollen, dass ich andere Menschen (sei es im Lokal etc.) beneide, da diese trinken "dürfen".

    Der Verzicht bezieht sich auf die Seiten des Alkohols, die bestimmte Menschen letztendlich in die Abhängigkeit führen.

    Wie wir ja alle wissen, ist die körperliche Abhängigkeit eher sekundär, die psychische Abhängigkeit dagegen die treibende Kraft, die selbst jahrzehnte lange trockene Alkoholiker wieder rückfällig werden lässt.

    Ich habe beispielsweise nie getrunken, um mich vollkommen abzuschießen (was natürlich dann dennoch irgendwann passiert ist), sondern um mich besser zu fühlen, um schlechte Gefühle zu mildern und um gute Gefühle zu verstärken. Aber die Motivation war niemals das möglichst schnelle Ausklinken aus der Welt durch absolutes und schnelles Zusaufen.

    Abgesehen von dem zukünftigen Vermeiden der fatalen Nebenwirkungen wie Kater, sozialer Rückzug, sozialer Abstieg, Depressionen und körperlicher Verfall, müssen ehemalige Trinker in der Zukunft auch auf die positiven Wirkungen der Droge Alkohol verzichten.

    Diese positive Wirkung besteht wie bei jeder Droge. Die positive Wirkung ist der Rauschzustand.
    Und diese positive Seite verneinen viele ehemalige Trinker, was meiner Meinung nach falsch ist.
    Die Aussage "Alkohol ist nur schlecht und hat mein Leben zerstört" ist meiner Meinung nach erlogen und verleugnet die eigentliche Ursache der Sucht, nämlich immer wieder den Zustand des Rausches erreichen zu wollen.

    Denn nur wenn ich fest davon überzeugt bin, dass ich auf die positive Wirkung des Alkohols verzichte, um die gewichtigeren negativen Konsequenzen zu vermeiden, dann kann ich dem Alkohol für immer abschwören, jedenfalls ist dies meine Meinung.

    Natürlich ist ein alkoholfreies Leben lebenswerter, erfüllter und eventuell auch länger, aber es handelt sich um einen Verzicht, den jeder trockene Alkoholiker immer wieder mal spürt.

    Dieser Verzicht bezieht sich auf einen ganz persönlich und er ist allgegenwärtig.

    Daher ist es für mich nicht nachvollziehbar, wenn trockene Alkoholiker sagen, dass sie keineswegs verzichten würden, anstatt zuzugeben und zu akzeptieren, dass sie verzichten, aber froh sind über diesen Verzicht, da sie nun glücklicher leben.

    Gruß

    Zitat von Feengesicht

    p.s. ich denke du bist unzufrieden mit dir, deinem ICH!

    Diese Einschätzung ist ja nicht neu.

    Warum trinken Menschen denn in einem gefährlichen Maß?
    Weil sie unzufrieden sind und die kurze Linderung dieser Unzufriedenheit, die ja zweifellos alkoholisiert besteht, immer wieder entstehen lassen wollen, bis schließlich erkannt wird, dass diese positiven Gefühle durch Alkohol immer schwieriger zu rekonstruieren sind, ja sich sogar ins Gegenteil wandeln.

    Dann stellt sich irgendwann die Erkenntnis ein, dass Alkohol nur täuscht, die Unzufriedenheit nur verfälscht "verschwunden" ist, der Alkohol einen zerstört und dass der Alkohol nicht mehr zum Leben gehören darf.

    Und machen wir uns doch nichts vor.

    Ich lese hier immer wieder im Forum, dass nicht von "nicht mehr dürfen" oder "Verzicht" gesprochen werden soll, sondern von "Wollen", dem "Alkohol-freien zufriedenen Leben" und dem "schönen trockenen Leben".

    Aber natürlich handelt es sich um einen Verzicht. Wer sich dies schön redet, lügt sich in die eigene Tasche.

    Klar ist doch, dass jeder hier weiter trinken würde, wäre der Alkoholkonsum eben nicht mit geistiger und körperlicher Zerstörung verbunden.
    Jeder hier würde immer noch dem Kick und dem einzigartigen Gefühl hinterher rennen, wären die Konsequenzen nicht derartig fatal.

    Nun schreibst du mir, Pia, dass ich in mein Inneres gehen solle, da ich mit meinem Ich unzufrieden sei.

    Natürlich bin ich das, aber wer ist es nicht, der daran gwöhnt war, sein Ich immer wieder durch Alkohol zu "tunen" und zu modifizieren.

    Wie soll ich in mein Ich hinterfragen, wenn ich es momentan einfach nicht kenne.

    Ich trinke bis dato nichts und habe es auch nicht vor, werde mir aber durch Aussagen wie "Ich denke, du bist unzufrieden mit dir, deinem Ich" bewusst, dass mir derartige, entschuldige, oberflächlichen Allgemeinplätze nichts bringen.

    Worin besteht der inhaltliche Wert, Jemandem, der kurz vor einem Rückfall stand bzw. von einer sehr heiklen Situation berichtet, auf die Problematik dessen Ichs hinzuweisen?

    Dies ist nicht angreifend gemeint, aber mir wird immer klarer, dass der Kampf nur mit sich selbst geführt werden kann und dann stellt sich heraus, ob man zum Sieger oder zum Verlierer vorgesehen ist.


    Besten Gruß

    Zitat von Feengesicht


    Aber hat das nicht jeder mal, ich meine so ein Tief! Nur das es ein Weltuntergang bei dir wird!

    Also warum kippst du dann so um?

    Wenn ich mir das erklären könnte, wäre ich weiter.

    Ich denke, dass dies nur geht, wenn ich derartige Grenzsituationen wie heute erlebt habe und daraus lerne bzw. schon viel früher die Warnsignale wahrnehme und entsprechend handele.

    Gruß