Danke, Gotti!
Gestern hatte ich mal wieder ein sehr guttuendes Gespräch mit der Freundin, der ich erzählt habe, dass mein Vater Alkoholiker ist. Bei ihr fühle ich mich verstanden und das tut unendlich gut. War gestern im Kino und danach noch einen Cocktail (alkoholfrei, musste noch Auto fahren) trinken. Ein sehr schöner Abend also.
Ja, du hast recht, es gibt wahrscheinlich keine Heile-Welt-Familien, aber immerhin besser funktionierende als meine. Und doch bin ich neidisch.
Manchmal wünschte ich mir, dass meine Eltern ein bisschen mehr für mich da wären. Mir zuhören, mir zur Seite stehen und mich unterstützen (nicht finanziell, meine ich jetzt, denn das tun sie). Würde mich gerne von ihnen verstanden fühlen und nicht immer in ihren diejenige sein, die "doch eh nur übertreibt".
Leider ist das nicht so - und eigentlich bin ich ja schon daran gewöhnt, also sollte es normal für mich sein.
Aber wenn ich von anderen dann höre, wie es bei ihnen ist, und dass sie ja mit ihren Eltern "über alles" reden können, macht mich das traurig und es versetzt mir einen Stich.
Eigentlich bin ich erwachsen, aber im Moment fühlt es sich noch nicht so sehr danach an. Oder zumindest habe ich mir erwachsen sein nicht so vorgestellt.
Und dann ist das noch das Problem mit meiner Cousine. Habe hier schonmal berichtet, dass sie Drogen nimmt. Ich weiß jetzt, dass bei ihr im Haus auch verkauft wird und habe sie angezeigt. Wusste mir nicht anders zu helfen, nur weiter zusehen, wie alle anderen wollte ich nicht.
Habe vorher versucht meine Eltern zu mobilisieren, habe ihnen gesagt, dass wir doch was tun müssen, aber sie wollten keinen "Familienkrieg" heraufbeschwören und meinten zu mir, dass ich nie wieder glücklich werden würde, wenn ich sie anzeige. Den Familienkrieg gibt es sowieso schon, darüber brauche ich mir keine Gedanken zu machen. Der Gedanke mit dem Ganzen allein dazustehen ist da schon schlimmer. Jetzt will noch ein Bekannter Anzeige erstatten, ihm wurde vom Vater meiner Cousine wiederum mit einer Anzeige wegen Verleumdung gedroht. Bisher habe ich nur eine anonyme Anzeige erstattet, die zwar nicht viel bringt, aber namentlich konnte ich mich da echt nicht melden.
Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter. Es gibt so viele Dinge, die mich im Moment belasten und ich stehe damit ganz allein da. Das ist nicht gut. ![]()
Und dann ist mir heute mal wieder aufgefallen, wie viele Suchtstrukturen es in meiner Familie gibt. Bin heute Mittag meinem Cousin begegnet, der schon ziemlich angetrunken war, meinen Onkel habe ich besucht und er hatte ebenfalls eine "Fahne" (und das um 12:00 mittags, obwohl er noch Auto gefahren ist). Mein anderer Cousin ist adipös (heißt das so? Meine fettsüchtig), mehrere Onkel und Tanten sind Alkoholiker, meine Oma ist Alkohol- und Medikamentenabhängig.
Ich möchte nicht abhängig werden. Ich werde mich mit aller Kraft dagegen wehren und dafür kämpfen gesund zu bleiben. So ein Sche** "Leben" will ich nicht!!!
Puhh, das war ganzschön viel.
Wünsche euch ein schönes Wochenende!
LaChela