Beiträge von spiegel

    Zitat

    Ich habe immer noch keinen Therapieplatz.

    Scheint wohl ein allgegenwärtiges Problem zu sein, hat bei mir auch gedauert und wie ich gelesen habe, bei vielen anderen auch.
    Macht mich wütend, zu sehen, wie andere unsere Milliarden für ihre aus Gier heruntergewirtschafteten Banken einsacken und dann noch den 60. mit Staatsknete feiern.
    Und gleichzeitig gibt es kein Geld für Räume und Personal für Therapien. Denn nur daran liegt die Wartezeit.

    Sorry Wilson, wahrscheinlich war das der falsche Platz für diesen Beitrag.

    Beste Grüße und nicht vergessen:
    "Wenn ich nüchtern bin, trinke ich nicht" (Ok, ist geklaut, aber finde ich trotzdem ganz nett).

    spiegel

    Hallo Hartmut,

    Sorry,

    Zitat


    Hauptproblem ist das Trinken, daneben die daraus resultierenden Einschränkungen. Familie, Arbeitsplatz, Führerschein etc. habe ich ja noch und bin dankbar dafür.
    auf was bezieht sich das Trinken und welche Einschränkungen resultieren daraus?

    hab mich wohl etwas verkürzt und grammatikalisch falsch ausgedrückt.
    Also gemeint ist:

    Das Hauptproblem ist das Trinken. Die daneben (bzw. daraus) resultierenden Einschränkungen in Bezug auf Familie, Arbeitsplatz, Führerschein, die viele andere erleiden müssen, sind bei mir zum Glück nicht eingetroffen. (Wobei man wohl, bezogen auf den Zeitbezug "Entgiftung", ein "noch nicht" davorstellen müsste.)

    Zitat

    Und wenn nicht?

    Absolut, definitv null, keine geringste Ahnung.
    Wahrscheinlich wärs das dann.
    ABER:
    Ich frage mich auch nicht was wäre, wenn mir der Himmel auf den Kopf fällt :wink:

    LG
    spiegel

    Hallo Karsten und Andi,

    Alkoholismus ist eine nicht heilbare Krankheit.
    Wie bei den meisten Krankheiten gibt es auch beim Alkoholismus verschiedene Phasen.*
    Beim Alkoholismus sind diese sogar besonders tückisch, weil die Übergänge extrem schleichend sind.
    Wenn man die "Endphase" aus der es nur noch die von Andi beschriebenen Alternativen gibt, noch nicht erreicht hat, kann es durchaus hilfreich sein, zu versuchen abzuschätzen, in welcher Phase man steckt. Das kann, mit Blick auf die nächste Phase, helfen, den Willen diese nicht durchzumachen zu unterstützen.
    An schwarz oder weiss glaube ich nicht. Für mich habe ich im letzten Moment weiss (nicht Saufen) gewählt und für mich und die meisten Betroffenen im Forum gibt es neben weiss wohl tatsächlich nur schwarz. Dem ist aber keine Allgemeingültigkeit beizumessen, sondern das gilt für uns Kranke.
    Die Untersuchungsergebnisse und Lösungsansätze von "Gesunden" Experten abzulehnen, ist genauso töricht, wie seinen Gehirntumor wachsen zu lassen, bloß weil der Arzt keinen hat.

    @ Wilson
    Du bist auf dem richtigen Weg.
    Hol dir alle Hilfe und auch alle Informationen, man kann zuwenig wissen, aber nicht zuviel.

    Beste Grüße
    spiegel

    *Hört sich an wie aus dem Lehrbuch, was eigentlich nicht meine Art ist. Aber ich kann mich noch an sämtliche Phasen meines Alkoholismus erinnern, und nicht nur an die letzte.

    Hallo Glenny,

    egal, wie meine Erfahrungen sind, ich empfehle dir, auf jeden Fall zur Therapie zu gehen. Ich vermute, die "Güte" einer Therapie steht und fällt mit dem Therapeuten und den Teilnehmern (eischließlich einem selbst), man sollte auf keinen Fall negativ darangehen. Laß dich überraschen.

    Zitat

    Ist doch scheißegal was die anderen über einen denken. Man muss es jedem erzählen. Du musst Dich outen

    Kenn ich. Der erste Satz ist fast richtig, wobei ich schon denke, es kommt darauf an, wer die anderen sind.
    Das "muss" im 2. und 3. Satz gefällt mir überhaupt nicht. Du - und zwar Du ganz allein - musst wissen wann, wo und vor allem wem du es erzählst. Und da kann es dir (Zitat) "scheißegal" sein, was andere in der SHG von dir denken.

    @ kawi

    Zitat

    Zitat:
    Also, wenn Du Lust hast erzähle mir mehr über Deine ambulante Therapie.

    Das würde ich persönlich nicht so gut finden, weil es hier im Forum um Dich geht und nicht um Andere.

    Na ja, wenn man das Ernst nehmen würde, gäbe es hier im Forum bald nur noch Selbstgespräche. Schließlich kennen wir den anderen nicht und können logischerweise nur über Dinge erzählen, die wir erlebt oder die uns bewegt haben.

    Glenny, über meine Therapie erzähle ich erst wieder was, wenn ich länger dabei bin und so vermessen bin zu glauben, mir ein Urteil erlauben zu können. Was ich bislang erzählt habe, sind die Eindrücke aus den ersten 2 Sitzungen.

    Vergiß nicht, dass es vom Antrag bis zur Genehmigung und dann bis zur "Zuweisung" eines freien Platzes den einen oder anderen Tag dauern kann.

    Alles, alles Gute, bleib trocken
    spiegel

    Hallo Ronnie,

    danke für die guten Wünsche.

    Zitat

    Bei all deinen Problemen

    Na, ich finde, bei mit geht es noch. Hauptproblem ist das Trinken, daneben die daraus resultierenden Einschränkungen. Familie, Arbeitsplatz, Führerschein etc. habe ich ja noch und bin dankbar dafür.

    Bin guter Hoffnung, dass ich es mit der Unterstützung meiner Frauen hinkrieg.

    LG
    spiegel

    Hallo Glenny

    Zitat

    Wie läuft denn eigentlich eine ambulante Therapie, was wird da so gemacht? Was läuft denn im Moment bei Dir so, machst Du eine ambulante Therapie??

    Das ist interessant. Genau diese Frage habe ich

    - bei der Suchtberatung vor der Entgiftung
    - bei der Entgiftung
    - bei der Suchtberatung nach der Entgiftung
    - bei der SHG

    gestellt. Und was ich lustig fand: die Antwort war, zumindestens am Anfang, überall die Gleiche: es gibt diese und jene Therapie, die dauert so und so lange, kann geändert werden, Kosten übernimmt die RV und beim Antrag stellen können wir helfen.

    Hat mich einen feuchten Kehricht interessiert, weil ich schließlich aus freien Stücken und ohne äußeren Zwang diese Therapie für mich machen wollte, und wer sie bezahlt (zur Not ich selber), war mir egal. Ich wollte eigentlich was (und ich denke, dahin zielt deine Frage) zum inhaltlichen wissen.

    Also, meine Erfahrung ist noch nicht sehr groß, ich hatte erst zwei Termine. Die laufen so ähnlich ab wie bei der SHG, aber mit einigen Unterschieden, auf die ich mit meiner unnachahmlich liebenswerten Art gleich noch kommen werde.

    Es gibt wohl mehrere Therapieansätze, die die ich besuche, läuft unter dem Oberbegriff "Verhaltenstherapie". Neben den Gruppengesprächen, die ich bislang besucht habe, soll es auch noch Einzelgespräche geben, hatte ich aber noch nicht. Ob die Therapie mir was bringt oder nicht, vermag ich noch nicht zu sagen, ich gehe auf jeden Fall weiter hin, frag mich in 6 Wochen noch mal.

    Zum jetzigen Zeitpunkt (KANN VERFRÜHT SEIN, ERST ZWEIMAL DAGEWESEN) würde ich mich, wenn ich zwischen SHG und Therapie entscheiden müsste, die SHG nehmen.

    Mein Hauptkritikpunkt an der Therapie (rein äußerlich, ohne Wertung) ist, dass die Mehrzahl der Teilnehmer nicht wirklich freiwillig dabei ist. Bei eingen sitzt der Arbeitgeber dahinter, bei anderen die Frau und viele brauchen irgendeinen Stempel für die MPU. Das führt dazu, dass die Beiträge oft etwas flach sind und (das fand ich hammermäßig), dass bei Nachfragen des Therapeuten von einigen versucht wird, die Antwort zu geben, die der Therapeut hören will. Na ja, vielleicht ist das auch nur mein erster Eindruck, ich brauch etwas länger zum Warmwerden.

    Obwohl ich also etwas entäuscht vom Therapiebeginn bin, werde ich auf jeden Fall weiter hingehen.

    Die ambulante Therapie habe ich ausschließlich aus beruflichen Gründen gewählt. Eine stationäre Therapie oder Tagestherapie (weiß nicht ob die so heißt, läuft den ganzen Tag, aber man fährt abends nach Hause) wäre wegen der körperlichen Problemchen, die sich bei mir nach dem Rausschmiss des besten Freundes eingestellt haben, wohl besser gewesen.

    Meine Frau klopft, beste Grüße alles Gute
    spiegel

    Hallo Glenny,

    kann das sehr gut vestehen:

    Zitat

    möchte ich mich nicht outen (also überall outen). Meine Familie weiß natürlich Bescheid.

    Z.Z. (bin ja auch erst kurz trocken) vermeide ich alle privaten Anlässe, auf denen getrunken wird, dadurch lüg ich mich in diesem Rahmen um das Thema herum. Bin aber fest entschlossen, dies nach längerer Stabilität zu ändern.
    Bei Geschäftsessen geht das natürlich nicht, aber da ist es heute zum Glück (fast) so normal nichts zu trinken, wie zum Rauchen vor die Tür zu gehen.

    Ich wünsche dir noch viel Stärke, brauchst du bei eurem Weinkeller.
    spiegel

    P.S.: Außer für eine genial reduzierte Portweinsauce (bis ich darüber wegkomme, hab ich wahrscheinlich Urenkel) kann man Wein beim Kochen (je nach Einsatzzweck) durch Zitrone oder Fruchsaft, evtl. mit ein paar Gewürzen, ersetzen - wird aber kein großer Trost für deinen Mann sein, hier ist der Einsatzzweck eher vor dem Herd. Trotzdem Guten Appetit.

    Hallo Wilson,

    wg. der Tabletten solltest du echt den Arzt fragen, ob die sich mit Sport vertragen.
    Während der Entgiftung (Blutdruck + Gegenmittel + Glücklichmacher + hab ich nicht gefragt) durfte ich am Frühsport nicht teilnehmen und selbst von den Spaziergängen wurde ich "freigestellt".

    Und Churchill hat den Krieg nicht gewonnen. (also, nicht alleine)

    kommal
    Donnerstag hab ich Therapie, da frag ich mal, was und wo.
    Du musstest 4 (vier) MONATE auf die Therapie warten ?
    Meine paar Wochen habe ich schon für einen Fehler im System gehalten.

    Schönen Abend
    spiegel

    Hallo Leute,

    wollte mich nach dem "Sport" ja nochmal melden.
    Also ich hab das Teil in einer guten Stunde mit viel Fluchen und der Suche nach einer Flügelmutter aufgebaut. Inzwischen waren auch die Frauen wach.
    Bedient hab ich das Gerät noch nicht (FEIGLING), bin stattdessen zum ersten Mal seit Jahren mit der Kleinsten ins Freibad. Mein Sport war dann so 100 m Schwimmen, ansonsten mehr Planschen. Ich bin auf die 100 m nicht besonders stolz, aber auf die Uhrzeit. Vor drei Monaten (bzw. letzten Sommer, und davor den Sommer, und davor ....) wär das mit dem Bad nichts geworden, wegen der Übeschneidung mit der Trinkzeit.

    Aber zurück zum Heimtrainer.
    Der steht jetzt ziemlich zentral und meine halslosen Ungeheuer haben ein vom linken bis zum rechten Ohr reichendes Grinsen im Gesicht.
    Ich denke - hoffe - wünsche - dass das Motivation bringt.
    Will schließlich auf der nach unten offenen Teenagerbewunderskala nicht ins Minus rutschen.

    Habt noch einen schönen Sonntag
    spiegel

    Hallo kommal und Mandy,

    mit den Entspannungstechniken habt ihr wohl recht.
    Das bekomm ich von allen Seiten gesagt, und eins habe ich seit Beginn des Entzugs gelernt:
    Die Erfahrungen, die andere gemacht haben, sind wichtig. Und entgegen meiner "sonstigen" Charaktereigenschaft (erst mal alles ganz anders machen und am liebsten mit dem Kopf durch die Wand) habe ich die Ratschläge, die mir von Trockenen gegeben werden, beherzigt.

    2, 3 Beispiele, die mich dazu gebracht haben:
    Im 2. Tag Entzug ging es mir saudreckig. Dann hat jemand, der länger dabei war, gesagt: "Is normal, nach 3 Tagen gehts dir wieder gut". Ich dachte erst der will mich veralbern, aber er hatte Recht (körperlich natürlich).
    Mir wurde von jedem empfohlen, eine SHG zu besuchen. Ich war erst skeptisch (war auch vor meiner Hardcore - Saufzeit bei Feten lieber beim Zapfer als bei den Psychos), bin aber hingegangen. Zunächst schien sich meine Skepsis zu bestätigen. Die erste SHG war (in meinen Augen) eine Labertruppe, die mir nichts brachte. Inzwischen weiß ich, dass jede SHG anders ist, und das man "seine" wohl erst finden muss. Habe ich inzwischen, und bin jetzt der Meinung, dass die erstgenannte SHG für viele Leute sicher sehr gut geeignet ist, nur eben nicht für mich.

    Könnte jetzt so weitermachen, kurz:
    Die Ratschläge der alten Hasen sind für "junge" Trockene Gold wert und, auch wenn man das wegen meine Flapsigkeit (was isn das eigentlich ?) nicht glaubt, ich versuche tatsächlich, sie zu befolgen.

    Kommal, die Entspannungssache ist dabei mein größtes Problem. Ich kenne (rein rational, war in meinen Jugendzeiten wie viele aus meiner Generation hochgradig an Fernasien interressiert, Zen, Chi etc. sind mir in der THEORIE bekannt) einige Techniken, aber eine Grundvoraussetzung, nämlich mich einzulassen, kriege ich nicht hin.

    Habe vom Therapeuten eine Gruppe die irgendwas mit Muskeln macht (muss nochmal genau nachfragen) empfohlen bekommen. Werde mich nächste Woche darum kümmern (weiß was jetzt kommt: "nächste Woche" ist immer "nächste Woche". Ja, ich lüge mir gerade selbst was in die Tasche).

    Ok es ist Sonntag, 9 Uhr, die Viererbande pennt noch und heute (falsch, jetzt, SOFORT nach dieser Antwort) nehm ich den 2 . Punkt "Sport" in Angriff. Zunächst mal allein, wenn ich den seit Jahren verstaubenden Heimtrainer zusammengebaut habe. Wenn ichs überlebe (Blutdruck vor einer halben Stunde 194/99), melde ich mich nachher nochmal.

    Dank Euch
    spiegel

    Hallo Linde,

    ich habe die Beiträge von anderen in anderen Threads jetzt nicht gezählt, aber es ist meist einfacher, zu antworten, als zu fragen. Deshalb wohl das Übergewicht bei Erwiederungen (das ist ja auch eine).

    Weitere Beiträge zu meinem Thread ?
    Ganz ehrlich, die Antworten der verschiedenen Leute haben mir sehr geholfen. Einerseits gute Tipps und Hinweise (Entspannung, Süßes, Sport etc.), andererseits (und hierfür nochmal ein großes Danke an Rob) "geteiltes Leid ist halbes Leid" - Beiträge. Im Falle von Rob auch mit ein bisschen Ironie (Trockeneis hat mir richtig gefallen).
    Deshalb habe ich hier nichts weiter geschrieben, die Antworten zu meinem Problem fand ich hinreichend und gut.

    Ansonsten:

    Zitat

    deine Flapsigkeit, Ironie und deine Phrasen

    Das mit den Phrasen hab ich auch schon gemerkt, wenn auch bei anderen. Find ich auch nicht so toll.
    Flapsigkeit und Ironie. Zu Flapsigkeit fällt mir momentan nichts ein.
    Ironie vermisse ich hier ein wenig. Bei manchen Threads habe ich den Eindruck, bei einem Puritanertreffen gelandet zu sein.

    Beispiel:
    Kochen (und damit auch Lebensmittel) sind irgendwo mein Thema, deshalb war ich auf den neuen Thread von Karsten in dem entsprechenden Forum sehr gespannt. Aber da wurde leider überzogen. Statt Hilfe für Alkis gab es überwiegend Hilfe für Leute, die eine extrem gesunde Ernährung anstreben. Ist ja nicht schlecht, mach ich auch, aber mehr nebenbei, weil viele Sachen von "meinem" Händler mit Migrationshintergrund einfach besser schmecken als der Industrieackerkram bei <edit Markenname gestrichen>. Wer aber unbedingt Industrieackerkram essen will (weils schöner aussieht, handlicher verpackt ist, weniger kostet und welche Ausreden es sonst noch gibt) kann dies durchaus alkoholfrei tun. Das geht in dem Thread irgendwie völlig im Ideellen unter.

    Ok, ich weiß es geht nicht um Spaß und Alk ist ein verdammt ernstes Thema. Sonst säße ich um diese Zeit (ca. halb zwei) auch nicht vor dieser Kiste. Ich bin nicht nur am Tag müde, wie ich beschrieben habe, sondern dafür (auch ne Art von Ironie des Lebens) nachts wach und kann kaum schlafen. Inzwischen bin ich überzeugt, und das läßt sich wohl auch aus den Antworten auf meinen Thread rauslesen, dass das Nachwirkungen des Alkoholmissbrauchs sind.

    Aber ein bisschen Ironie und nicht immer toternst halt ich in harten Lebenslagen (die in unserem Fall sogar endgültig sind, weil Heilung gibts nicht) für überlebenswichtig (sicher nicht für jeden und ganz sicher nicht in jeder Situation).

    Um dich nicht zu enttäuschen, zum Schluss noch mal ne Phrase:

    Manche brauchen zur Aufmunterung Streicheleinheiten, andere wollen lieber gekitzelt werden.

    Linde, ich fands trotzdem nett, dass sich jemand meinen Kopf macht.

    Schlaf gut
    spiegel

    Hallo Glenny,

    ich denke (5 Euro in die Chauvikasse), Frauen haben es bei Alk in einer Beziehung besser und in einer anderen schlechter:
    Außer Haus, also in Kneipen, Restaurants etc. lässt man Frauen, die nichts trinken wollen, meist in Ruhe. Bei Männern ist es immer "ein Mann, ein Bier".
    Zuhause haben wir Männer es (meist) einfacher. Meine Frau hat absolut alles (tutto kompletto, auch Sachen, die sie nur zum Kochen bräuchte und die kein normaler Mensch trinken würde) in dem Alk ist, während meiner Entgiftung aus dem Haus verbannt. Nicht nur die vollen, auch sämtliche leeren Flaschen (außer einer :wink: ).
    Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich spätestens das zweite trockene WE nicht durchgehalten hätte, wenn Alk im Haus gewesen wäre.
    Ich Idiot war schon stolz auf mich, weil ich nicht zur nächsten Tanke gefahren bin.

    Und dann kommst du.
    Also, ganz großen Respekt. Bei einem Keller voll Wein muss das Trocken bleiben echt heftig sein. Denn mit

    Zitat

    die Sauflust

    hat unsere Krankheit eher wenig zu tun.

    Ich hoffe, du kannst deinen Mann überzeugen, mit zur SHG zu gehen. Es bleibt nicht aus (den Kampf kämpfe ich auch gerade, wenn auch unter günstigeren Voraussetzungen als du), wir ändern uns durch das trocken bleiben, wenn sich dann nicht das Umfeld (einschl. Partner) irgendwo "mitändert" wird es knirschen.

    Es fällt mir schwer (aber ich kenne deinen Mann nicht vielleicht täusche ich mich) mir vorzustellen, wie ein passionierter Weinliebhaber seine guten Flaschen entsorgt.

    Da kommt mir gerade das Bild von Humphrey Bogart in African Queen in den Sinn, als seine Ginvorräte von Audrey Hepburn (?) in den Nil gekippt werden. Am Ende ging es doch noch gut aus ...
    Aber es kann nicht jeder Mann ein Bogart sein.

    Also schätze (fürchte) ich, dass du auch weiterhin mehr Power brauchen wirst als Männer auf dem Weg ins Trockene. Ich wünsche dir, dass du sie hast. Und nochmal

    Respekt
    spiegel

    P.S.: Noch was für die Chauvikasse: versuch alles, deinen Mann in die SHG zu kriegen. Auf die Meinung unserer Frauen (ich habe 4) geben wir nämlich nicht viel (zumindest zeigen wir es nicht 8) )

    Hallo Karsten,

    du kennst doch meinen Weg aus dem Vorstellungsbereich. Wie kommst du dann dazu ?

    Zitat

    keine Mutmaßungen anzustellen, wo keine Erfahrungen dahinter stecken.

    Hallo Wilson,
    das ist dein Thread.
    Wie du schon gemerkt hast, bin ich etwas anders drauf als viele andere hier. Wenn du das nicht magst, schreib einfach "Spiegel, es reicht" und ich lass die Finger von deinem Thread.

    Ansonsten, falls es wider Erwarten nicht rübergekommen sein sollte:
    Ich stand auch mal da, wo du jetzt stehst. Ist aber geschätzt 8 - 9 Jahre her. Danach kamen eben noch 8 - 9 Jahre Suff. Und dabei ist vieles, zum Glück nicht alles und zum Glück nicht das Wichtigste (Familie), kaputtgegangen.
    Aber ich habe in den Saufjahren viel verloren und viel verpasst. Und es ist verdammt schwer, wie ich gerade merke, das Verlorene zurückzugewinnen und das Verpasste nachzuholen.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du erkennst, wo du stehst und meine Fehler nicht nachmachst.
    Aus deinen letzten Äußerungen sehe ich, dass du es schaffen kannst. Und alles was ich mit meinen Beiträgen bezwecke ist, dass du die Möglichkeit zum Aufhören jetzt nutzt. Dazu braucht es kein Datum, sondern jeden Tag die berühmten 24 Stunden.

    Nochmal zu den anderen:
    dass meine 100 g Aufrechnung (= Tageskonsum eines Durchnittsbayern oder Durchnittsfranzosen) zu einem Aufschrei führt, war mir klar. Passt aber irgendwie zum ursprünglichen Thema "Gesellschaft".

    LG
    spiegel

    P.S.: Bayern und Franzosen, bitte nicht persönlich nehmen.

    Hallo Wilson,

    Zitat

    dieser Logik folgend habe ich entweder nur eine Chance "trocken" zu werden, oder aber gar erst den Anspruch, mich "trocken" nennen zu dürfen, wenn ich weitersaufe bis es mir viel schwerer fällt aufzuhören, als jetzt.

    Erst mal das einfache: den Anspruch, dich trocken nennen zu dürfen, hast du, wenn du trocken bist, sprich nichts trinkst.

    Jetzt das schwierige:
    Der Begriff "Kapitulation", den ich benutzt habe, hört sich brutal an, schon klar. Gemeint ist aber, dass man gegen den Alk nicht gewinnen kann. Kämpfen macht dann keinen Sinn, man muss "einfach" sagen: Alk, du hast gewonnen, ich geh dir aus dem Weg (= kapituliere).

    Aber du hast ja recht, du bist ja nur ein "Alkoholiker -light":

    Zitat

    Meine körperlichen Entzugserscheinungen sind weniger stark ausgeprägt, als ich erwartet hatte

    Komisch. Bei 100 g Alkohol am Tag, also 4 Flaschen Bier oder 1 l Wein, dürfte es mit den Entzugserscheinungen wirklich nicht so weit her sein.

    Deshalb hast du die große und nicht selbstverständliche Chance, schon jetzt, also weit vor dem ansonsten unausweichlichen Zusammenbruch, mit dem Alk aufzuhören.

    Nutze diese Chance. Ich war, als ich etwa auf deinem Level war, zu blöd und habe die Gefahr, die du erkennst, nicht wahrgenommen.

    Dieses Forum hier ist zwar super, aber kann sicher nur eine Ergänzung sein. Versuch mal in eine SHG reinzuschnuppern, es gibt sicher eine, die zu dir passt. (Von einer Therapie halte ich in deinem noch recht frühen Stadium nichts- zumal mir meine Therapiegruppe, i.G. zur SHG, herzlich wenig bringt).

    Alleine, gegen dein trinkendes Umfeld, wirst du es nicht schaffen, "light" zu bleiben, sondern über kurz oder lang abschmieren. Und dann, das kannst du mir glauben, kannst du nicht mal eben locker ein paar Tage nichts trinken.

    Die größte Lebenslüge des angehenden Alkis ist es, eine Saufpause mit Abstinenz zu verwechseln.

    >> Jeder hier kam zu seiner Zeit an den Punkt, nicht mehr trinken zu wollen. Für mich war das am Dienstag, 18. August 2009. <<

    Erinnert mich ein wenig an meine misslungenen Versuche, mit dem Qualmen aufzuhören.
    Ich glaube nicht, dass die Mehrheit hier sich ein bestimmtes Datum ausgesucht hat, von dem an nicht mehr getrunken wird. Ich glaube vielmehr, dass sich dieses Datum den Alki ausgesucht oder besser gesagt, gefunden hat. Erst danach (meine Erfahrung, kann auch anders sein) tritt der eigene Wille ein.
    Anders gesagt: solange man noch gleichzeitig die "wichtigsten" Dinge des Lebens (also, was man dafür hält) tun und saufen kann, wird man als Alki über Saufpausen nicht hinauskommen.

    In der Suchtberatung hat mir der Therapeut ein schönes Beispiel für den Unterschied Alki / nicht Alki erzählt:
    Wenn sich beide vornehmen (und es schaffen), die nächsten drei Monate nichts zu trinken, steht der Alki nach drei Monaten Trockenheit um 0 Uhr auf und zieht sich was. Der nicht Alki wird diesen "Stichtag" (an den der Alki drei Monate lang denkt) schlicht vergessen und vielleicht einige Wochen später ein Bier trinken.

    Ich wünsche dir eine lange Nacht, die du vielleicht nutzt, um dir mal einige längere Threads im Forum durchzulesen.

    Und ich wünsche dir weitere 24 trockene Stunden.
    spiege

    Hallo Wilson,

    sorry, ich sag schon wieder was Hartes.
    Ich bin selbst erst SEHR SEHR kurze Zeit trocken (etwas über 2 Monate).
    Die allererste Zeit war es ganz einfach. Ich kam mir vor, als könnte ich Bäume ausreißen und auf dem Oktoberfest Entenwein trinken.
    Hat sich gelegt.
    Jetzt überlege ich sehr genau, in welche Situationen ich mich begebe.

    Du bist erst 3 Tage trocken. Und (wenn iche es richtig verstanden habe) du machst eine "ambulante Entgiftung".

    3 Tage ist einerseits schon eine Leistung, aber in der Entgiftung kriegst du ja (normalerweise) "Ruhigsteller" gegen die Entzugserscheinungen. Das relativiert die Leistung schon etwas, ist schließlich ein Ersatz.

    Trotzdem rate ich dir dringend ab, jetzt schon zu dem Treffen zu gehen.
    Streich das, das ist nicht mein Stil. Was ich meine ist:

    Wenn du wirklich zu diesem Treffen gehst, wo alle wissen dass du sonst halb knülle hin und voll knülle weggehst, hast du die anderen Threads hier nicht gelesen oder nicht verstanden.

    Freitagabend, ab 17 Uhr, man kann aber auch um 20 Uhr kommen ......
    Ich möchte dich nicht blauäugig nennen, das würde es nicht treffen.

    Was es treffen würde, kann ich nicht schreiben, weil der Moderator das völlig zu Recht rausschmeißen würde.

    Es ist verpönt, anderen Ratschläge zu geben, aber ich rate dir trotzdem:
    geh ins Kino, besuch deinen Kumpel oder mach die Monatsabrechnung.
    Oder geh zum Treffen, aber (100 pro) da wirst du trinken.

    Ich glaube, deine 3 Tage Trockenheit sind nur eine Saufpause, keine Abstinenz. Man liest hier im Forum ab und zu mal den Begriff "Kapitulation". Der trifft exakt den Zustand, von dem aus man starten kann, trocken zu werden und zu bleiben. Habe in der Entgiftung ein Buch gleichen Titels gelesen (Autor leider vergessen), das ich dir empfehlen kann. Ich glaube nach deinen Texten nicht, dass du schon kapituliert hast.

    Ok, ich bin nicht deine Mutter.
    Trotzdem, was du auch tust, alles Gute.

    spiegel

    P.S.: Treffen sausen lassen, sonst wirds düster.

    Hallo Wilson,

    ich wünsche dir, dass aus den 2 Tagen der Rest deines Lebens wird.
    Und zwar DEINES Lebens, nicht das Leben deiner Feunde.

    Zitat

    Ich habe große Sorge, dass mich mein Freundes- und Bekanntenkreis nicht mehr für voll nimmt

    Wenn das wirklich dein Hauptproblem ist (entschuldigung, das ich das jetzt so hart sage), hast du schon halb verloren. Von deinen trinkenden Freunden

    Zitat

    nicht mehr ernst genommen zu werden

    sollte nicht dein Problem sein.
    Wie wärs mit anderen Freunden (ich weiß, leicht gesagt) ? Ich habe den Kontakt zu nahezu allen früheren "Kumpels" weitgehend abgebrochen.
    Ich glaube, vielleicht ist das aber nur mein persönliches Problem, dass ich ohne alkoholfreies Umfeld irgendwann einen Rückfall hätte.

    Und Wilson, es ist für dich nicht lustig, in bechernder Runde nüchtern zu sein (du wirst dich wundern, welches Niveau Gespräche bei 2 Promille annehmen), aber es ist auch für deine Freunde nicht lustig, eine "Spaßbremse" am Tisch zu haben - deswegen weden sie dich immer wieder animieren. Nicht weil sie dir was Böses wollen, sondern weil sie es einfach nicht verstehen.

    Ich denke, das trockene Leben kann nicht zu 100 % wie das nasse sein, nur ohne Alk. Das funzt nicht.

    Und noch was (ich hör schon, wie im Hintergrund die Therapeuten und die, die es gern wären, aufschreien):

    Zitat

    Therapieplatz zwecks Ursachenforschung.

    Woher weißt du, dass es eine Ursache gibt ? Bei mir sehe ich z.B. keine Ursache (mein Therapeut bislang auch nicht), sondern das folgerichtige Ende eines schleichenden sehr langsamen Vergiftungsprozesses. Da gibt es keinen Schuldigen und keine einzige Ursache (außer der, da hast du Recht, dass Alk in unserer Gesellschaft anerkannt ist und dazugehört).

    Wilson, ich wünsche dir alles Gute und dass du es schaffst. Noch ein letzter, persönlicher Ratschlag:
    Ich mache gerade, aus Gründen, die du kennst (kein outen bei der Arbeit ohne üble Nachteile möglich), eine ambulante Therapie. Ich bin mir inzwischen sicher, dass eine stationäre (möglichst lange) für mich besser wäre. Nicht so sehr wg. Saufdruck, sondern wg. der körperlichen Probleme, die mit dem Wegfall des Alks kommen (nicht bei allen aber bei mir. Und damit meine ich nicht Entzugserscheinungen, die wird man in der Entgiftung los).

    Also nochmal, bleib trocken und denk über ein alkoholfreies Umfeld in einer alkoholgeschwängerten Gesellschaft nach.

    Alles Gute
    spiegel