Hallo Howard,
herzlich willkommen hier im Forum. Ich selbst bin auch noch neu hier. Der Titel "Kann man(n) das Ruder noch herumreißen ?" hat mich bewogen zu antworten.
Ich musste selbst erkennen, dass ich meiner Frau nicht helfen konnte vom Alkohol wegzukommen. Meine Frau und ich sind jetzt ca. 1 Jahr in einer Selbsthilfegruppe (Alkoholkranke/Angehörige). Sie hat auch in diesem Jahr immer wieder getrunken. Sie hat eine ambulante Therapie begonnen, hat aber nicht geholfen. Dann hat sie eine Entgiftung gemacht und dort eine stationäre Langzeittherapie beantragt. Auch danach hat sie immer wieder getrunken. Meine Versuche und Kontrollen haben nichts bei ihr bewirkt. Ich habe sie aber auch nicht zu diesem Schritt gezwungen. Alle diese Maßnahmen hat sie selbst in die Wege geleitet.
Jetzt ist sie in der Therapie und ich muss mich jetzt selbst erstmal um meine Co-Abhängigkeit kümmern. Und ich habe erst jetzt gemerkt, wie schwer das ist aus dieser "Beschützerrolle" herauszukommen. Ich besuche weiterhin die Selbsthilfegruppe und das hilft mir sehr. Suche dir eine Gruppe, du kannst ihr nicht helfen.
Zitat von HowardIch denke es ist noch nicht ganz so schlimm, denn auf der Arbeit hat es noch keiner gemerkt. Im Freundeskreis auch noch nicht.
Also, das habe ich mir auch immer eingeredet, aber das ist nicht so. Diese Krankheit kann tödlich verlaufen und sie steckt mittendrin. Und nur sie selbst kann etwas tun. Du kannst nur versuchen mit ihr darüber zu reden, wenn sie nüchtern ist. Selbst dann wenn sie diesen Schritt machen sollte und aufhört, wird es ein hartes Stück Arbeit für BEIDE. Das musste ich jetzt auch erkennen. Fang so schnell wie möglich an, dich um DICH selbst zu kümmern. Ich hab das nicht gemacht und ich muss es jetzt auch sozusagen SCHWER "erlernen".
Grüße und ganz viel Kraft
seti