Ich möchte natürlich nicht bis zum Beginn der LZT weitertrinken. Ich weiß aber auch, dass die Trinkgefahr hier in meiner häuslichen Umgebung immer wieder gegeben ist. Nun war ich nach dem letzten Rückfall 3 1/2 Wochen trocken; ich wähnte mich auf einem guten Weg und muss mir nun wirklich eingestehen, dass ich diesen guten Weg hier niemals bis zum Ende werde gehen können. Es tut mir alles sehr leid, vor allen Dingen natürlich für meine Kinder. Aber selbst die Gedanken an die Kinder halten mich in solchen Situationen wie gestern nicht vom Trinken ab.
Ich sitze nun hier und überlege, wie ich die Zeit bis zum Beginn der LZT überbrücken kann. Eine Psychotherapeutin habe ich noch nicht - da stehe ich ja seit 2 Monaten auf einer Warteliste.
Als erstes werde ich gleich mal bei der Suchtberatungsstelle anrufen. Vielleicht gibt es die Möglichkeit einer engmaschigen Betreuung? Genau das werde ich jetzt tun und nachher melde ich mich hier wieder. Ich weiß leider nicht so recht, was Karsten damit meint, den nüchternen Weg erneut mit Hilfe eines Arztes zu beginnen. Ich denke halt, dass mir mein HA jetzt auch nicht weiterhelfen kann. Denn ich trinke ja jetzt nicht durchgehend weiter (das habe ich noch nie gemacht). In den akuten Suchtdrucksituationen wie gestern, da kann mir mein Arzt doch auch nicht helfen. Diese muss ich lernen, alleine auszuhalten. Sollte ich jedoch merken, dass ich es am Wochenende gar nicht aushalte, dann scheue ich natürlich nicht davor zurück, erneut in der Klinik anzurufen und mich wieder stationär dorthin zu begeben. Ich werde mich auf jeden Fall nachher nochmal melden. Werde jetzt erstmal telefonieren. L.G. Bianca
Beiträge von bibo614
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Der Alkohol hat mal wieder gewonnen.
Ich und nur ich alleine habe mal wieder verloren. Ich weiß, dass ich unter Alkoholeinfluss hier nicht schreiben darf. Deshalb verabschiede ich mich erstmal.
Nur noch kurz zu Harmut`s Beitrag: Du hast recht. Nur das mit dem da ansetzen, daran scheitere ich (noch!!!).
Denn das Bedeutet wieder alleiniger Auszug aus dem Haus, Kinder zurücklassen...und gerade das tut besonders weh, die Seele schreit vor Schmerzen!
Eine Hoffnung habe ich noch: habe heute telefonisch erfahren, dass meine LZT bewilligt ist (die am Telefon dürfen ja eigentlich keine Auskunft geben; der Mann am anderen Ende der Leitung hat aber gesagt, dass der Arztbescheid gut aussieht).
Und die Hoffnung besteht darin, dann unter therapeutischer Begleitung zu handeln.
Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Bianca -
Könnte gerade mal wieder die Krise kriegen. Habe Suchtgedanken ohne Ende. Möchte mich am liebsten mal wieder wegbeamen. Deshalb sitze ich jetzt hier und schreibe. In der Hoffnung, dass das mich ein bisschen ablenkt. Ausserdem habe ich mir einen Milchreis gekocht - mit viel Zimt und Zucker. Den werde ich jetzt ganz langsam essen.
Es ist doch wirklich zum Verrückt werden. Immer wieder die gleichen Situationen bringen mich in die prekäre Suchtlage. Bis auf den Großen sind meine Männer zu Hause. Hausaufgaben sind zum Teil erledigt - jetzt wird halt am Fernseher Wii gespielt. Der läuft, wenn meine Männer zu Hause sind, fast ununterbrochen. Am liebsten würde ich mich in den Hobbyraum zurückziehen und einfach nur trinken. Das ist doch echt krank. Ich halte das manchmal nicht mehr aus.
Da mache ich und tue ich schon so viele Dinge, die mir echt Spaß machen und nachmittags kommen doch immer wieder die Suchtgedanken und der Suchtdruck. Das alles scheint doch sehr eng mit der Anwesenheit meiner Familie verknüpft zu sein. Hier sitzt der, da der, der Fernseher läuft, weitere Hausaufgaben müssen noch gemacht werden (übrigens im Wohnzimmer) - und wo ist da noch Raum für mich?
Naja, jetzt erstmal wieder tief durchatmen. Ich melde mich später nochmal. Wollte gestern mal in den Chat gehen, habe aber erfahren, dass der nur für die Personen im geschlossenen Bereich gedacht ist. Manchmal könnte ich den zur Zeit echt gut gebrauchen. Aber nun gut, geht halt momentan nicht. Drückt mir die Daumen...
Bis dann, Bianca -
Hallo,
bin heute ausnahmsweise schon mal richtig früh dran. Nach einer langen und erholsamen Nacht bin ich um 5.00 Uhr richtig munter aufgewacht.
Ich habe bis heute Nachmittag den Hundewelpen von meinem Bruder und meiner Schwägerin. Der wurde vorhin so gegen 8.00 Uhr zu mir gebracht und nun habe ich wirklich viel Spaß mit ihm. Wir waren soben lange im Schnee spazieren (hatten unseren Golden Retriever, der bei meinen Eltern lebt, auch dabei). Das war vielleicht ein Vergnügen. Wie die Beiden Hunde im Schnee rumtollen; der große Golden und der kleine Schäferhundwelpe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Spaziergang heute Mittag (der Kleine braucht jetzt erstmal seine Ruhe - er liegt völlig platt in der Ecke).
Ja, soweit geht es mir ganz gut. Die Erkältung macht mir natürlich noch immer zu schaffen, aber das wird auch wieder besser. Heute Abend nehme ich wieder ein Erkältungsbad; ansonsten trinke ich viel Tee. Viel mehr kann man ja auch nicht machen. Solche Erkältungspillen nehme ich erst, wenn so ziemlich gar nichts mehr geht.
Ja, das war es erstmal von meiner Seite. Ich werde mich gegen Abend nochmal melden. L.G. Bianca -
Heute melde ich mich schon etwas eher als gewöhnlich, da ich demnächst (danke auch an Matthias) ein schönes Erkältungsbad nehmen werde und mich danach einmummeln und lesen werde (wenn mir nicht schon bald die Augen zufallen).
Die Nase trieft ordentlich, ansonsten hält sich die Erkältung aber noch in Grenzen. Ich fühle mich schlapp, was zum Teil sicherlich an der Erkältung liegt, andererseits habe ich heute Mittag nicht geschlafen (das war nicht gut!!!) und nun merke ich die Müdigkeit/Schlappheit im ganzen Körper.
Hinzu kam heute doch mal wieder eine halbstündige Suchtdruckphase, diese hat noch zusätzlich meine Energien verbraucht.
Typische Situation: Müdigkeit; nach den Hausaufgaben waren beide Kinder unterwegs - ich also alleine mit meinem Mann zu Hause (zur Zeit sehr schwierige Situation), ein bisschen Langeweile und schwupps: Suchtdruck.
Jetzt verabschiede ich mich für heute von Euch. Werde jetzt mal das Badewasser einlaufen lassen und mich Morgen hoffentlich etwas fitter wieder melden. L.G. Bianca -
Möchte nur mal kurz "Hallo" sagen bevor ich mich demnächst mit meinem spannenden Buch ins Bett begebe. Meine Nase läuft ununterbrochen - irgendwas scheint da im Anmarsch zu sein.
Der Tag verlief wirklich sehr gut. Heute Morgen habe ich ein bisschen Sport gemacht (25 Minuten auf dem Laufband gewalkt). Und am Mittag habe ich, wie ich es mir vorgenommen hatte, ein wenig geschlafen. Der Geburtstag war schön - ein wenig erzählt, Kuchen gegessen, Kaffee getrunken; es hat dann aber auch gereicht. Das Geburtstagskind hatte Verständnis dafür, das wir "nur" zum Kaffee da waren und um 17.30 Uhr wieder nach Hause gefahren sind. Im Bekanntenkreis wissen ja alle bzgl. meiner Alkoholabhängigkeit Bescheid. So brauche ich auch nicht so viele Erklärungen abgeben. Die eigentliche Party hat ja erst um 18.30 Uhr begonnen.
Mit den Kindern hat alles gut geklappt. Mit denen werde ich jetzt noch einen Moment reden, bevor ich mich dann hinlege.
Ach ja, bei der RV habe ich heute wieder angerufen. Ich gehe denen jeden Tag auf die Nerven, aber das stört mich nicht. Ich will endlich bzgl. meiner LZT Bescheid bekommen. Und es sieht gut aus. Die Dame am Telefon sagte, dass die Akte schon vom Arzt zurück ist. In den nächsten Tagen müsste der Bescheid eigentlich kommen. Naja, abwarten; so sicher kann man sich da ja nicht sein.
Also, mir geht es (bis auf die triefende Nase) gut - hatte auch heute keinen Suchtdruck bzw. überhaupt irgendwelche Gedanken an Alkohol.
Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend. Bianca -
Hallo Martin, Gaby, Jule und all Ihr anderen,
danke für Eure Beiträge.
So langsam lerne ich ja meine Suchtdrucksituationen kennen (obwohl ich heute auch keine Situation hatte!!!, das liegt aber sicherlich daran, dass ich mich heute echt verwöhnt habe). Schwierig sind für mich halt die Situationen mit den Kindern. Ich liebe die Beiden über alles aber aufgrund meiner momentan sehr geringen Belastbarkeit sind viele Situationen für mich purer Stress. Das fängt mit der Hausaufgabenbetreuung an: Da fehlen mir oft die Nerven und die braucht man bei unserem Kleinen! Dann die normalen Auseinandersetzungen zwischen den Kindern, da könnte ich dann förmlich explodieren. Der eine provoziert den anderen usw. Solchen Situationen bin ich zur Zeit gar nicht gewachsen.
Aber das ist ja nichts Neues. Im Prinzip habe ich ja zeitgleich mit dem Umzug zurück zur Familie (November/Dezember 2008) wieder angefangen zu trinken.
Das alles ist eigentlich erschreckend für mich. Ich bin der Familiensituation noch nie gewachsen gewesen; aber hoffe natürlich, mich im Laufe meiner Trockenheit und der LZT soweit zu stabilisieren, dass ich auch in der Lage bin, meinen Pflichten!!! als zweifache Mutter nachzukommen. Und es handelt sich da wirklich um Pflichten, jeder, der Kinder hat wird das wissen.
Hinzu kommen halt die Beziehungsprobleme; aber auch da wird es Lösungen geben. Ich bin zur Zeit ziemlich optimistisch gestimmt (so kenne ich mich gar nicht).
Zu dem Rückfall möchte ich nur so viel sagen: Der Rückfall kam aus heutiger Sicht nicht aus heiterem Himmel. Ich habe mir keinen Alkohol gekauft und heimlich (wie sonst immer) zu Hause getrunken, sondern ich war auf einer größeren sportlichen Veranstaltung und da gab es Bier ohne Ende. Drei Stunden habe ich gekämpft; normalerweise hätte ich gehen müssen, ich bin aber nicht gegangen sondern habe mir dann das erste Bier gekauft. Und dann gab es kein zurück mehr. Wie immer: Kontrollverlust etc. Den Rest kennt ihr ja: Am nächsten Tag gleich zur Entgiftung.
Heute habe ich es mir richtig gut gehen lassen. Ich war beim Friseur und in der Stadt. Dort habe ich mir 2 neue Teile zum Anziehen gekauft. Am Nachmittag dann nach dem Mittagsschlaf wieder mein Spaziergang mit Einkehr bei meinen Eltern. Jetzt fallen mir schon wieder die Augen zu. Was ich zur Zeit schlafe, das ist echt unnormal. Aber besser so als unter Schlafstörungen zu leiden.
Auf die Alltagspflichten ab Morgen habe ich mich mental eingestellt. Ein bisschen was werde ich an meinem Zeitrahmen verändern (z.B. werde ich meinen Mittagsschlaf vorziehen, damit ich dann, wenn der Erste nach Hause kommt, auch Belastbar bin). Ansonsten werde ich morgen früh die Haushaltsarbeiten erledigen und anschliessend ein wenig Sport machen; je nach Wetterlage fahre ich vielleicht auch schwimmen.
Morgen Nachmittag gehe ich dann ja zum Geburtstag einer Bekannten. Dort gehe ich extra schon zur Kaffeezeit hin, denn abends möchte ich mir das noch nicht antun. Denn es wird ja doch viel Alkohol getrunken.
So Ihr Lieben, nun ruft wirklich mein Bett. Um 5.00 Uhr ist die Nacht vorbei. Dann brauche ich Kraft und gute Nerven.
Ich grüße Euch ganz herzlich und wünsche Euch allen noch einen schönen Abend.
Bianca
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Hallo Jule,
danke für Deine guten Wünsche.
Also Suchtdrucksituationen scheint es ja wirklich massenhaft zu geben. Teilweise sind sie sehr individuell, teilweise kann man aber auch sagen, diese und diese Situationen lösen bei fast allen Suchtdruck aus.
Wichtig ist halt, das jeder für sich die Auslöser kennt.
Noch wichtiger ist zur Zeit für mich, diese Suchtdruckzeiten durchzustehen. Mit all meinen Energien die ich habe. Nach jeder Phase spüre ich eine unheimliche Erleichterung. Der Körper und der Geist sind total erschöpft.
Wie ich ja schon gestern erwähnt hatte, waren wir heute mit Bekannten und unseren Kindern frühstücken. Das war wirklich sehr nett. Danach hatten wir uns für den Nachmittag noch auf ein gemeinsames Kaffeetrinken bei uns zu Hause verabredet.
Und siehe da: Ich hatte heute bisher keinen Suchtdruck. Was doch so ein bisschen Gesellschaft ausmachen kann. Da war ich abgelenkt, wir haben viel erzählt, die Atmosphäre war einfach total nett und entspannend.
Übermorgen beginnt nun wieder der Alltragstrott für mich. Da muss ich dann richtig auf mich aufpassen. Alltragstrott, das bedeutet: Mein Mann war am Donnerstag und Freitag zu Hause und hat Morgen auch noch frei. Da kann ich mich dann nachmittags ausruhen - er kümmert sich um die Hausaufgabenbetreuung etc. Wenn er wieder arbeiten geht, dann geht das "Kinderprogramm" nach der Schule für mich los. Aber meine Alarmglocken läuten; ich bin sehr achtsam.
Ich bin froh und dankbar, das es mir seit der Klinikentlassung doch einigermaßen gut geht. Die kritischen Situationen habe ich bisher gut gemeistert und das macht mir Mut für weitere solcher Situationen.
Ich grüße Dich, Jule und alle anderen und wünsche Euch noch einen schönen Sonntagabend. Bianca -
Zitat
Ich kann dich sehr gut verstehen, denn ich weiß ebenfalls wie sich Suchtdruck anfühlt. Es ist grausam Die gute Nachricht ist aber: er geht auch wieder weg Du s p ü r s t dich jetzt sehr intensiv und musst gewisse Situationen, wo du dich früher weggemacht hast, jetzt aushalten und d a s ist manchmal verdammt schwer, ich weiß das, bitte glaub mir. Ich möchte dir aber auch sagen, es wird besser. Langsam,manchmal sehr langsam, wird es besser!!! Versuch trocken zu bleiben, in allererster Linie für dich, aber auch für deine Kinder. Du musst jetzt einen g e s u n d e n Egoismus haben und zuallererst schauen was für d i c h gut ist. Denn nur wenn es dir gut geht, kann es auch deinen Kindern gut gehen. Wenn d i r deine Beziehung nicht mehr gut tut, solltest du mit gesundem Egoismus nachdenken, was zu tun ist
Diese Zeilen hat Franky am 7.11.09 zu meinem Thema "Immer wieder Suchtdruck" geschrieben. Ich musste sie jetzt mal hier rüberkopieren, denn sie machen mir zur Zeit unheimlich viel Mut. Und sie sprechen mir gerade aus der Seele.
Bianca -
Hallo Jule, espoir und all ihr anderen,
da bin ich auch schon mal wieder. Habe soeben meine massive Suchtgedankenphase durchstanden. Es ist jeden Tag das gleiche. Irgendwann am Nachmittag macht mit all seiner Macht mein Suchtgedächtnis auf sich aufmerksam. Eigentlich verlief auch der heutige Tag sehr entspannend; am Vormittag kurz einkaufen, dann lecker gekocht und anschliessend gegessen, danach mein Mittagsschlaf von fast 2 Stunden und dann mein Spaziergang mit Einkehr heute bei meiner Schwägerin. Dort ein bisschen erzählt über die derzeitige Situation nach der Entgiftung.
Und kaum war ich wieder zu Hause - da ging der Suchtdruck los. Ein wenig Langeweile; ein bisschen habe ich mich geärgert (eigentlich wäre ich heute Vormittag gerne zum Friseur gefahren, da aber mein Krankengeld immer noch nicht auf meinem Konto eingegangen war und ich auch nicht immer auf Kosten meines Mannes leben will, da habe ich das halt auf Montag verschoben). Das sind so die typischen Gefahrensituationen bei mir.
In der Suchtdruckzeit war ich mal wieder unausstehlich. Für meinen Mann muss das jedes Mal die Hölle sein. Alle Gedanken sind dann nur auf Bier programmiert. Er versucht mir zu helfen, indem er dann verschiedene Dinge vorschlägt (lass uns doch noch in die Stadt fahren; lass uns mit den Kindern heute Abend essen fahren). Doch für all diese Dinge bin ich dann gar nicht zugänglich.
Und auf einmal war alles ausgestanden. Der Suchtdruck war weg und ich fühlte mich wieder mal wie ein anderer Mensch. Dieses Gefühl, wenn dann der Kopf wieder für andere Dinge zugänglich ist, das ist jedes Mal echt toll. Erleichterung pur.
Ich bin echt mal gespannt, wie lange das so weitergeht. Aber mittlerweile habe ich seit Mittwoch nun schon ein paar solcher schlimmen Situationen trocken durchgestanden und das gibt mir natürlich Kraft und Mut.
Aber wie das alles so abläuft, das ist schon beängstigend.
Naja, zumindest bin ich jetzt wieder innerlich ganz ruhig und ausgeglichen. Und wer weiß, vielleicht fahren wir tatsächlich noch eine Kleinigkeit essen. Jetzt habe ich auch Lust bekommen.
Ich grüße Euch alle von Herzen und melde mich Morgen wieder.
(Morgen gehen wir vormittags mit Freunden und Kindern lecker frühstücken, da freue ich mich auch schon drauf). Danach werde ich dann mal wieder im Forum vorbeischauen. L.G. von Bianca
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Hallo Linde,
ich habe gerade gemerkt, dass auch Wut ein Auslöser für Suchtgedanken ist. Da freue ich mich mal auf eine 3/4 Stunde Fernsehen und dann kommt aber zwischendurch mein Mann mit unserem "Kleinen" nach Hause. Dieser hatte ein Tischtennisspiel und schläft heute noch bei einem Freund. Also: Weg vom Fernseher, Essen machen, kurzes Gespräch mit dem Sohnemann (Wie war`s beim TT?).
Das alles hat mich soeben absolut belastet. Es ist immer wieder das Gleiche. Durch die Kinder habe ich so gut wie keinen Raum für mich. Wie viele Diskussionen hatten mein Mann und ich schon bzgl. eines eigenen Receivers im Zimmer des "Großen" (12 1/2 Jahre alt). Am Wochenende ist es immer besonders "lustig": Die Kinder wollen Supertalent oder ab Morgen wieder DSDS gucken; wir Erwachsenen wollen vielleicht auch mal einen schönen Krimi gucken. Was das immer für hausgemachte Probleme sind bei nur einem Fernsehanschluss.
Aber es soll ja alles besser werden. Da ja mein erneuter Auszug nun schon öfters Thema war, wir es aber doch nochmal miteinander versuchen wollen, ist für die Zeit meiner Abwesenheit (LZT) hier einiges geplant. Das Zimmer vom Großen wird jugendgerecht neu gestaltet; natürlich auch mit eigenem Receiver zum Fernsehschauen. Der Fernseher ist wg. Playstation schon vorhanden. Es gibt dann halt Regeln, an die sich die Kinder halten müssen. Aber im Umgang mit dem PC klappt das bisher auch bestens, da habe ich also keine Bedenken.
Ausserdem soll tatsächlich nach nun fast einem Jahr, wo die Therapeutin in der ambulanten Therapie das zum Thema gemacht hatte, für mich ein Rückzugsraum entstehen. In unserem Hobbyraum steht dann irgendwann mein Schlafsofa und ein Fernsehanschluß soll auch verlegt werden.
Also, die Hoffnung stirbt zuletzt. Mein Mann hat jetzt auch endlich eingesehen, dass ich dauerhaft nur trocken bleibe, wenn ich mich auch regelmäßig zurückziehen kann. Ich habe 5 Jahre alleine gelebt und ich brauche diese Ruhemöglichkeit wie die Luft zum Atmen.
So, nun habe ich mir auch erstmal Luft verschafft. Schreiben ist tatsächlich in solchen Momenten die beste Medizin.
Mein Mann bringt jetzt noch den Kleinen zum Freund und wenn er wieder da ist, dann gehe ich in mein Bett (mein derzeitiger Rückzugsraum). Dort lese ich und die beiden Männer können im Wohnzimmer fernsehen. So kommt heute Abend wenigstens jeder auf seine Kosten.
Also, ich verabschiede mich für heute. Ich hoffe doch, dass jetzt nichts mehr quer läuft. Lieben Gruß von Bianca -
Hallo Ihr Lieben,
auch heute möchte ich ein wenig von meinem Tag berichten.
Am Vormittag war ich zusammen mit meinem "Mann" in der Stadt. Wir haben ein Geburtstagsgeschenk besorgt; am Dienstag wird eine Bekannte von uns 40. Auf dem Weg in die Stadt haben wir uns über den anstehenden Geburtstag unterhalten. Zur Zeit möchte ich mich keinerlei Gefahren bzgl. des Alkohols aussetzen. Und wie das ja nun einmal bei solchen Feiern ist - Alkohol ist in Hülle und Fülle vorhanden.
Nun ist es aber so, dass die Bekannte den ganzen Tag feiert. Jeder kann kommen, wann er mag. Also habe ich mir überlegt, dass ich dann zur Kaffeezeit hinfahre. Gemütlich einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen - das ist zur Zeit genau das Richtige für mich. Und danach werde ich dann wieder nach Hause fahren. Mein "Mann" kann gerne länger bleiben - da habe ich kein Problem mit. Soweit wäre das schon mal geklärt.
Ansonsten habe ich heute meinen obligatorischen Mittagsschlaf gehalten. Sage und schreibe 2 Stunden habe ich fest geschlafen. Anschliessend habe ich mich dick eingepackt auf den Weg zu meinen Eltern gemacht. Dort habe ich wie gestern auch einen Kaffee getrunken und ein wenig mit meiner Mutter erzählt. Danach ging es wieder zu Fuß zurück. (20 Minuten immer ordentlich bergauf). So verknüpfe ich zwei Dinge miteinander: Spazierengehen und ein bisschen erzählen.
Vorhin ging es mir kurzzeitig nicht so gut. Mein Suchtgedächtnis hat sich gemeldet. Da war es mir langweilig und wie auf Kommando kam der Gedanke an Alkohol. Da habe ich erstmal in Ruhe ein bisschen Obst gegessen und anschliessend mich ans Bügeln gemacht. Dadurch war ich abgelenkt. Die Bügelsachen teile ich mir jetzt immer ein. Ich muss nicht alles auf einmal bügeln - nein, heute Morgen habe ich einen Teil gebügelt, vorhin ein paar Teile und jetzt gleich nochmal. Aber ob ich den ganzen Rest wegbügele? Das glaube ich nicht; wenn ich keine Lust mehr habe, dann höre ich auf. Morgen ist auch wieder ein Tag.
Jetzt geht es mir wieder gut und ich freue mich auf den Abend. Ein bisschen Fernsehen (Forsthaus Falkenau kommt gerade richtig) und dann früh hinlegen und lesen. Gestern habe ich mir aus der Stadtbibliothek wieder 7 Bücher geholt - da habe ich erstmal genug Lesestoff.
Ich wünsche Euch allen einen schönen, entspannten Abend. Macht es Euch gemütlich. Draußen hält man es ja kaum aus. Beim Rauchen auf dem Balkon frieren mir bald die Finger ein.
Liebe Grüße von Bianca
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Hallo Ihr Lieben,
seit gestern bin ich nun wieder zu Hause. Mein letzter Eintrag hier im Forum war Sylvester. Nun möchte ich ein bisschen von den vergangenen Tagen berichten.
Wie ich ja schon geschrieben hatte, sollte ich Sylvester noch eine Zimmernachbarin bekommen. Diese ist aber nicht erschienen; somit blieb dieses Notbett auch bis zu meiner gestrigen Entlassung leer.
Ich habe die 16 Tage im Einzelzimmer echt genossen. Das war mein Rückzugsraum; meine Ruheoase. Mehrere Bücher habe ich durchgelesen; jeden Abend so gegen 20.30 Uhr habe ich geschlafen - und durchgeschlafen bis morgens um 5.00 Uhr. In den ersten Tagen sollte ich abends um 22.00 Uhr nochmal zum Blutdruckmessen kommen; das habe ich immer verpennt.
Einen Vorteil hatte das Einzelzimmer auch noch: Wenn ich Besuch hatte, dann konnte ich mich mit diesem immer in Ruhe unterhalten.
Einige Bekannte und Verwandte waren zu Besuch; von ganz vielen lieben Leuten habe ich SMS bekommen. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut.
Ich habe mich jetzt endlich auch gegenüber meinen Eltern geoutet. Das war ja immer ein super schwieriges Thema. Von meinen Alkoholproblemen wussten sie schon seit Jahren, doch war das ein Tabuthema. Als meine Mutter nun am Freitag nach meiner Aufnahme zum ersten Mal zu Besuch kam, da habe ich ihr alles erzählt. Ich hatte mir vorgenommen, nun keine Rücksicht mehr zu nehmen (bisher immer so nach dem Motto: Bloß meine Eltern nicht noch mehr belasten, die haben schon so viele eigene Probleme). Also erzählte ich ihr von meiner Alkoholabhängigkeit; von dem heimlichen Trinken; von dem Denkfehler, dass diese Sucht alleine durch einen starken Willen zum Stillstand gebracht werden kann. Meine Mutter hat so reagiert wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Sie nahm mich in den Arm und zeigte einfach nur Verständnis. Anschliessend war sie noch zweimal zu Besuch, einmal davon sogar zusammen mit meinem Vater. Mein Vater auf einer Entgiftungsstation: noch vor Wochen undenkbar für mich.
Den fehlenden Sozialbericht für die LZT habe ich mithilfe des Sozialtherapeuten auf Station noch fertig gemacht. Dieser wurde direkt zur RV gefaxt. Jetzt heißt es also abwarten. Ich hoffe mal, dass das alles nicht mehr so lange dauert und ich in absehbarer Zeit zur LZT starten kann.
Nun sitze ich hier und mir geht es gut. Ich habe ununterbrochen eine halbe Liter Flasche Wasser bei mir; das habe ich mir im Krankenhaus so angewöhnt und das mache jetzt so weiter. So komme ich auf gut 3 - 4 Liter Mineralwasser am Tag.
Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Irgendwo tief in mir drinnen ist eine Angst, eine Angst vor der Frage: Schaffe ich es dieses Mal? Es ist echt erschreckend, wie viele Leute von den 20 auf Station schon 1 oder sogar 2 LZT hinter sich haben und doch wieder trinken. Das alles macht mir Angst.
Aber ich lasse mich von der Angst nicht blockieren. Ich versuche, positiv zu denken. Meinen Tag teile ich mir gut ein. Am Nachmittag (wo es meistens kritisch wurde) mache ich einen Spaziergang zu meinen Eltern. Da trinke ich dann einen Kaffee und rede noch ein wenig.
Schwimmen ist zur Zeit leider mal wieder nicht möglich; das hatte ich aber im Krankenhaus noch ausgenutzt. Jeden Morgen um 8.00 Uhr war ich im Bewegungsbad. Das war einfach nur herrlich.
Also, jetzt in dieser Minute bin ich einfach nur zufrieden und innerlich total ruhig und ausgeglichen.
Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend. Bis demnächst, Bianca.
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Hallo an alle,
ich wünsche allen einen guten, trockenen Sylvesterabend und das all Eure Wünsche für das Jahr 2010 in Erfüllung gehen.
Ich bin noch in der Klinik und bin froh darüber. Das mit der LZT-Entscheidung zieht sich nun doch noch hin. Nachdem ich das gestern erfahren hatte, war ich erstmal sehr niedergeschlagen. Es fehlt bei dem Antrag noch etwas und weder der Arzt noch die Krankenkasse haben mich darauf aufmerksam gemacht. Naja, vielleicht ist denen das auch gar nicht aufgefallen. Auf jeden Fall habe ich heute früh schon fleißig geschrieben. Denn am Montag möchte der Sozialarbeiter mit mir das fehlende Schriftstück fertigmachen und es dann nach Berlin faxen.
So heißt es also abwarten. Ein bisschen Angst habe ich vor der Entlassung; diese steht bestimmt Anfang nächster Woche an. Hier auf Station mussten diese Woche schon mehrere gehen, da unbedingt Betten gebraucht wurden und werden.
Auch ich bekomme heute eine Zimmernachbarin, obwohl ich nur ein Einzelzimmer habe. Es wurde ein Notbett mit hineingequetscht.
Naja, mir geht es soweit aber wirklich ganz gut. Wenn ich in der kommenden Nacht auch so schlafe wie bisher, dann dürfte ich von Sylvester nichts mitbekommen.
Euch also alles Gute. Bianca -
Ein kurzes Hallo auch wieder mal von mir,
habe mich kurz auf Station abgemeldet, einen Brief weggebracht und auf diesem Weg schaue ich nun mal ins Internet. Danke für Eure Beiräge. Ich habe sie alle durchgelesen, nur habe ich leider jetzt nicht die Zeit, um diese wirklich näher auf mich einwirken zu lassen. Viele von Euch wissen ja wahrscheinlich, wie das mit dem Verlassen der Station ist.
Also, mir geht es soweit gut. Wir hatten heute große Visite und ich wurde gefragt, ob ich denn über Sylvester noch bleiben möchte. Aber natürlich!
Niemals würde ich freiwillig zum jetzigen Zeitpunkt die Klinik verlassen.
Vorhin hat der Sozialarbeiter nochmal bei der Rentenversicherung angerufen. Wahrscheinlich fällt Morgen bzgl. meines LZT-Antrages die Entscheidung. Er soll am Mittwoch nochmal nachfragen.
Drückt mir diesbezüglich bitte alle die Daumen.
Die Zeit geht dem Ende entgegen. Ich grüße Euch alle und ich melde mich wieder. Bianca -
Nachdem ich ja nun seit Montag in der Entgiftung bin und es mir mittlerweile körperlich wieder ganz gut geht, treiben mich meine Gedanken fast in den Wahnsinn. Immer wieder überkommt mich eine ganz große Angst bzgl. meiner Zukunft. Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, lautet: Was muss ich grundlegend verändern, um dauerhaft abstinent leben zu können?
Ich war nun schon auf einem so guten Weg - aber ich denke, dass es demnächst wirklich ans eingemachte geht. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass mein Weg der Abstinenz nur über eine erneute Trennung führt. Er hofft natürlich, dass ich im Rahmen der LZT wieder beziehungsfähig werde. Ich weiß es nicht. Meine Gedanken kreisen und kreisen.
Ich bewundere all die jenigen von Euch, die den langen Weg bis hin zur zufriedenen Abstinenz geschafft haben.
Ich melde mich wieder, muss jetzt aber zurück auf Station.
Liebe Grüsse von Bianca -
Hallo Ihr Lieben,
wünsche euch allen schöne Weihnachten.
Habe am Wochenende einen Rückfall gebaut und bin seit Montag in der Entgiftung. Hatte wirklich wahnsinnges Glück, dass ich sofort hier aufgenommen werden konnte.
Zum Rückfall werde ich noch mehr berichten. Sitze hier gerade gegen Gebühr an einem Internet-Terminal.
Wenn jetzt alles gut läuft, dann kann ich im Januar von hier aus direkt meine LZT antreten. Unser Sozialarbeiter hat gestern schon mit der RV telefoniert. Es wird gerade über meinen Antrag entschieden. Er ruft Anfang nächster Woche nochmal dort an.
Ich bin hier jetzt sehr gut aufgehoben. Es geht mir heute den 1. Tag wirklich gut.
Ich grüße Euch alle von ganzem Herzen.
Hoffentlich für alle nicht so stressige Feiertage, sondern auch ein paar ruhige Stunden.
Ich melde mich wieder; muss jetzt zurück auf Station.
Bianca -
Danke Biene für Deinen Tip, werde mich mal schlau machen.
Bin soeben vom Schwimmen gekommen - ein herrliches Gefühl. Endlich konnte ich mich im Wasser wieder so richtig austoben. Jetzt fühle ich mich wie neugeboren.
Nun sitze ich hier und genieße die Ruhe hier im Haus. Alles was ich machen wollte ist erledigt und ich werde mich gleich mit meinem Buch auf`s Sofa legen. Ich bin ja so froh, dass ich ganz langsam merke, dass ich ruhiger werde. Und vorallendingen, dass ich mir meine Zeit vernünftig einteile und die freien Momente auch genießen kann. Hier ein bisschen lesen, da ein bisschen puzzlen. Zwischendurch mal eine Rauchen, Tee trinken etc.
Habe mir vorhin mal einen Gemüsesaft gekauft. Bin mal auf den Geschmack gespannt. Muss unbedingt wieder mehr auf meine Ernährung achten. Hier liegt halt unheimlich viel Süßes rum und da ist die Verlockung dann doch manchmal groß. Gerade am Nachmittag zur Kaffeezeit...
Naja, ansonsten geht es mir heute echt gut und ich hoffe und wünsche mir, dass das für den Rest des Tages so bleibt.
Liebe Grüße von Bianca und Euch allen auch einen schönen Tag.
Extra Gruß an Biene und Matthias -
Hallo Glenny und Hallo an alle lieben Leute hier im Forum,
ja, es ist nun wirklich eine ganze Weile her, seitdem ich das letzte Mal hier geschrieben habe. In dieser Zeit hatte ich ziemlich viel um die Ohren.
Also als Erstes möchte ich Euch mitteilen, dass der Antrag zur LZT letzte Woche Montag von der Krankenkasse als Eilantrag zur Rentenversicherung geschickt wurde. Jetzt heißt es also: Abwarten und Tee! trinken. Das tue ich zur Zeit wirklich zu Genüge.
Ich bin mal gespannt, ob mir eine LZT bewilligt wird oder ob ich erstmal Widerspruch einlegen muss. Naja, wie schon gesagt: Abwarten.
Ansonsten hatte am Freitag unser "Kleiner" Geburtstag. D.H. am Freitag Abend war die Feier mit der Familie angesagt und am Samstag ging es hier dann richtig rund. 11 Jungs im Alter von 10 Jahren - da könnt Ihr Euch ja vorstellen, was hier los war. Es ging aber alles echt gut - wir waren Schwimmen und abends gab es Pizza und es wurde noch ein schöner Film geschaut. Alle waren zufrieden und wir waren froh, dass wieder ein Kindergeburtstag geschafft war. Dementsprechend war ich in der letzten Woche auch öfters unterwegs um noch dies oder das zu besorgen (Weihnachten naht ja nun auch mit großen Schritten).
Dann am Sonntag bin ich mit massiven Schmerzen im Fuß aufgewacht. Diese waren so schlimm, dass ich mich gegen Mittag in unsere Uniklinik fahren ließ. Dort bekam ich nach den üblichen Untersuchungen erstmal einen Gips verpaßt. Diese ganze Geschichte kenne ich schon, denn vor 2 Jahren hatte ich das schon einmal und es handelt sich dabei um einen abgestorbenen Knochen im linken Fuß. Da hilft dann nur Entlastung des Fußes und Schmerzmittel einnehmen. Gestern musste ich wieder in die Uni und der Gips wurde mir wieder entfernt. Ich soll weiter an Gehstützen laufen und den Fuß 20% belasten. So umgeht man aber eine Thromboseprophylaxe (am Sonntag Abend musste ich mir selber xxx spritzen, dieses muss ich bei minimaler Belastung des Fußes aber nicht). Denn den nächsten Termin zur genaueren Untersuchung (MRT) habe ich erst am 17. Februar bekommen. Vorher keine Chance.
So lebe ich nun halt mal wieder mit starken Fußschmerzen. Es ist natürlich Quatsch zu glauben, dass ich den Fuß kaum belaste. Wenn ich hier zu Hause bin und meine Aufgaben erledige, dann belaste ich den Fuß zwangsläufig. Als ich vor 2 Jahren den Gips hatte und alleine gelebt habe, dass war eine Katastrophe. Ich konnte kaum etwas selbstständig tun. Das geht hier wirklich gar nicht. Jeder mit Kindern und Haushalt weiß, wovon ich rede. Wenn der Gips noch dran wäre, dann müsste ich mich irgendwie mit Hilfe meiner Mutter arrangieren, aber so möchte ich schon alleine klarkommen.
Das ist eh alles eine ziemlich lange Geschichte. Die Ärzte wissen nicht so recht, was sie machen sollen. Vor 2 Jahren bekam ich erst nach bereits 5! Wochen an Gehstützen einen Gips. Und dann kam der Druck vom Arbeitgeber. Da habe ich mir in meiner Wut irgendwann den Gips selber abgemacht und bin wieder arbeiten gegangen.
Ansonsten geht es mir mal sehr gut und dann mal wieder richtig schlecht. Ich fühle mich oft wie in einer Achterbahn. Vor 2 Minuten noch gut drauf - und schon bin ich wieder in einem Loch. Manchmal stehe ich morgens schon auf und heule los. Ich versuche dann halt, die Gedanken in andere Richtungen zu lenken. Weil letztendlich sind es ja die Gedanken, die mich so runterziehen.
Nun war ich 1 Woche nicht schwimmen - aber Morgen geht es endlich wieder los. Da freue ich mich schon drauf.
So Ihr Lieben, ich möchte jetzt noch ein bisschen puzzlen. Habe gestern ein Puzzle angefangen - dabei kann ich so richtig zur Ruhe kommen.
Euch noch einen schönen Abend und liebe Grüße von Bianca
edit Martin:bitte keine Medikamente nennen, danke -
Hallo Jule,
bin erst jetzt wieder mal hier im Forum unterwegs.
Du fragst, was mich in der Beziehung so sehr belastet. Ein bisschen was werde ich Dir dazu erzählen. Das große Problem ist, dass meine Liebe zu meinem "Mann" genauso schnell wieder erloschen ist wie sie im letzten Jahr wieder angefangen hatte zu glühen. Wir sind uns wieder näher gekommen und ich bin dann wieder zu meinen 3 Männern gezogen. Das war der größte Fehler überhaupt. Ich weiß nicht, warum, aber ich bin leider überhaupt kein Familienmensch. Alles ist mir zu eng - die Luft zum Atmen fehlt mir hier gänzlich. Seitdem ich hier wieder lebe geht bei mir alles den Bach runter. Ich bin psychisch wieder am Ende (das war ich am Ende unserer Ehe auch) - meine Nerven liegen täglich blank.
Nun könnte ich mir ja einfach wieder eine kleine Wohnung nehmen, aber so einfach ist das leider nicht. Eine erneute Trennung wäre für die Kinder eine Katastrophe. Dann gibt es natürlich meinerseits zur Zeit massive finanzielle Probleme. Ich bekomme Krankengeld und das ist wirklich nicht die Welt. Ich habe mir im letzten Jahr einen Neuwagen gekauft (finanziert) - da habe ich in dem damaligem Job sehr gut verdient und konnte mir den locker leisten. Nun habe ich nach allen Abzügen im Monat noch ca. 150 Euro zum Leben. Desweiteren sind da noch meine Eltern. Bei uns wird nach außen hin immer heile Welt gespielt. Und es gab für meine Eltern natürlich nichts schöneres, als Ihre Tochter im letzten Jahr endlich wieder zur Familie gezogen ist. Da war die Welt wieder in Ordnung für sie. Doch ob meine Welt in Ordnung ist, das interessiert hier niemanden.
Mein "Mann" ist total anhänglich und ich habe es irgendwann schon mal im Forum erwähnt: Wir können uns beide das nicht geben was der andere jeweils braucht. Ich brauche Distanz, Freiraum etc.
Er braucht eine Mutter, die ihn absolut betüddelt. "Kümmer Dich doch mal um mich", das höre ich täglich und "ich hab dich lieb" bestimmt ungelogen 20 Mal am Tag. Das macht mich nur noch krank.
Wie soll ich mich um andere kümmern, wenn ich mich nicht mal um mich richtig kümmern kann. Das war ja auch das Absurde an meinem Job. Deswegen ging das auch gar nicht mehr.
So, nun ist es erstmal genug. Ich merke schon wieder, wie ich mich hier richtig reinsteigere und das ist nicht gut.
Zur Zeit weiß ich einfach keinen Weg aus dieser Situation. Aber ich gebe die Hoffnung zumindest nicht auf.
L.G. von Bianca