Danke ihr Lieben! Danke für euren Zuspruch!
Ja, ich hoffe, ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein. Im Sinne von: Ich bin mir selbst bewusst. Ich habe in meinem Leben schon so oft die Erfahrung gemacht, dass in schwierigen Situationen, wenn´s an´s Eingemachte geht, nur ich selbst mir helfen kann. Ich musste schon in der Kindheit auf mich selbst aufpassen, damit ich nicht untergehe. Niemals in meinem Leben habe ich die Verantwortung für mein Leben in andere Hände gegeben, habe nie mich selbst vergessen. Das ist für ein Kind sehr anstrengend, aber ich war allein, ich musste für mich kämpfen. Ich bin eine Kämpferin! Und ich werde mich nicht vergessen. Nur ich allein weiß, was mir gut tut und was mir schadet. So sehe ich das jedenfalls. Und ich habe es so lernen müssen.
Ok, die "Endgültigkeit" meiner Entscheidung muss ich bestimmt auch nochmal überdenken. Hier zu Hause reden alle davon, dass ich mich scheiden lassen möchte. Dabei sage ich immer wieder, dass ich mich von ihm trennen möchte, nicht mehr mit ihm unter einem Dach leben kann. Das ist meine momentane Empfindung. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht daran, dass er es in nächster Zeit schafft. Alles, was ich von ihm höre, spricht dagegen. Aber auch wenn ich momentan gar keine Hoffnung habe, dass wir noch einmal zusammen finden werden, so denke ich noch nicht an Scheidung. Aber ich weiß ja nicht, was in einem oder fünf Jahren so passiert ist. Es liegt an ihm. Aber ich habe inzwischen schon gehört, dass er sich schon nach einem guten Familienanwalt umhört. 
Heute war mein Sohn wieder bei mir. Wir haben uns noch einmal lange über das Thema Suchtkrankheit unterhalten. Er war sehr interessiert, hat viel nachgefragt und sagte dann, dass er mich jetzt verstehen würde.
Micha : Du schreibst, dass deine Familie dir hilft, seit dem du deine Alkoholkrankheit erkannt und akzeptiert hast. Ich denke genau das ist der entscheidende Punkt. Mein Mann macht immer noch alle anderen dafür verantwortlich, dass er trinkt. Manchmal glaube ich sogar, er sucht nach Argumenten für seine Sucht. Und so lange er nicht erkennt, dass er trinkt, weil er suchtkrank ist, werde ich ihm jegliche Unterstützung verweigern. Wie ich schon geschrieben habe, erwartet man ja von mir, dass ich als seine Frau, ihm bei seiner jetzt begonnenen Therapie helfe. Ich glaube (nein ich weiß) aber, dass er nur eine Chance hat, wenn ich ihm nicht helfe! Ich habe auch den Eindruck, nach dem was mir so erzählt wird, dass es ihm richtig gut geht. Er wird bemitleidet dafür, dass er so eine "eiskalte" Frau hat. Und ja Malinca, er lullt alle mit seinem Charme, den er immer noch hat ein. Alle kennen ihn nur als charmanten, rücksichtsvollen, zuvorkommenden Mann. Keiner kennt ihn so wie ich. Und keiner hat sich in den letzten Jahren so viel Sorgen um einen Rückfall gemacht, wie ich. Die Ängste, die ich ausgestanden habe, kennen sie nicht.
Schlaft schön!