Beiträge von Pittchen

    Hallo!

    Erstmal vielen Dank für Eure liebevollen Antworten liebe Blue und lieber Heinrich! :lol:
    Danke für die Denkanstösse!

    Blue :
    An Deinem Rat zum Ablehnen ist was dran!!
    Allerdings betrachte ich es mehr als Raucher:
    Bietet mir jemand eine Zigarette an, und ich habe meine eben ausgemacht, sage ich auch ganz selbstverständlich nein, weil ich ja dann auch nicht rauchen will – also kein Verlangen habe.
    Beim Alkohol wird es ab dem Moment schwieriger, sofern die Situation länger andauert, und sich kein „Programm“ anderweitig abspielt.
    Damit meine ich, dreht es sich bei einer Zusammenkunft nur ums Sitzen, Klönen und Saufen – dann sollte/will ich nicht zu lange bleiben!!
    Ist die Zusammenkunft primär einem Ereignis gewidmet und die Trinkerei steht im Hintergrund ist die ganze Situation recht unproblematisch für mich.

    klaro :
    Ich werde nie wieder den Moment, dieser beschissenen inneren Unruhe, bei der man merkt, das nur „Saufen“ die Nerven jetzt beruhigen kann, erleben!!
    So habe ich damals meine Abhängigkeit bemerkt und empfunden.
    Damit fahre ich alles, was ich mir aufgebaut habe, in null komma nix an die Wand! :shock:
    Ich hatte Glück, das mir das erspart geblieben ist!
    Ich werde dieses Glück nicht noch einmal herausfordern! Ganz sicher nicht!
    Dafür geht es heute Abend auch wieder zu meiner SHG !
    Die ist mir auch sehr wichtig – und ich bin weit entfernt von dem Gedanken „es alleine schaffen“ zu wollen!!
    Wozu?
    Dort finde ich -- genau wie hier! -- viele Gleichgesinnte, die mich verstehen!
    Ich empfinde sie nicht als Belastung oder Opfer das ich zu bringen habe.
    Vielmehr wundere ich mich, dass ich erst so ne sch**** bauen musste, um so eine Gruppe zu finden/besuchen ...
    Allerdings bewege ich mich auch entfernt davon, jedem mein Suchtproblem zu erklären.

    „An dem Tag, an dem Du die volle Verantwortung für Dich selbst übernimmst,
    der Tag an dem Du aufhörst, Entschuldigungen zu suchen,
    an dem Tag beginnt Dein Weg zum Ziel“

    Finde ich auch einen sehr schönen Satz !! ... gilt nicht nur für Trinker :wink:

    Einen schönen Tag
    Gruß Pittchen

    Danke Franky!!

    Das Lob tut gut :)
    Und ein weiteres Bild für meine Serie hast Du mir auch geliefert:
    Das bunte "Miststück" mit hinterlistigem Grinsen in einem friedlichen Schafspelz - nochmal DANKE!

    Schöne trockene Woche auch Dir :)

    Pittchen

    Hallo Thread,

    heute ist Montag, es nieselt und ich arbeite wieder - aber mir geht es besser! Grippe technisch!
    Ansonsten auch!
    Gestern habe ich wieder eine ganz andere Situation überstanden:

    Ich war nach meinem Ausflug in die Kultur und nach draußen an die frische Luft, auch noch einen Freund besuchen.
    Derselbe, bei dem ich neulich in die „Bierholer-Pause“ passte.
    Ich treffe ihn in „unserem Clubraum“, er trinkt natürlich Bier, bietet mir aber keins an. :)
    Ein weiterer guter Freund kommt, bringt sich ein eigenes Bier mit ...
    Demnach ist der Kühlschrank wohl leer ;)
    Prima! Ich will eh keines!!
    Habe meinen Aufenthalt auch nicht unnötig verlängert und bin froh wieder in mein Auto gehüpft, froh - das ich nicht in Versuchung gebracht wurde,
    froh - dass sich diese potenzielle Gelegenheit in Wohlgefallen aufgelöst hatte.

    Dann fahr ich so nach Hause, und bekomme, während der Fahrt „Belohnungsgedanken“ übelster Sorte, für diese Situation.
    Ich könnte ja da an der Bude anhalten, so zwei Fläschchen Bier am Sonntag, nach soo langer Zeit ohne ... oder da hinten ist ja auch noch die Tankstelle ...
    Ich musste mich echt zusammenreißen, mir klar und laut NEIN! sagen,
    ... und du brauchst auch kein Eis, keine Kippen ..., hast Du alles Zuhause!!
    ES WIR NICHT ANGEHALTEN!!! ICH BRAUCH NIX!
    Habe meine Konzentration dann auf Lenkung und Gas minimiert.
    Zuhause eingetroffen, war der Spuk dann so plötzlich wieder weg, wie er gekommen ist!
    Und ich war sehr erleichtert, standhaft geblieben zu sein!


    Gruß
    Pittchen

    Hallo Zusammen,

    heute ist meine Grippe etwas besser. :)
    Das Wetter ist gar nicht soo schlecht heute und ich werde mich warm anziehen und einen Spaziergang machen.
    Ausserdem eine Antiquariatsaustellung in der Nähe besuchen.
    Eigentlich wäre ich gestern Abend bei einem Freund eingeladen gewesen, aber meine Gesundheit ließ das nicht zu.
    Ist allerdings auch gut so gewesen, denn bei dem Treffen, wäre auch wieder Alkohol im Spiel gewesen ...
    Positiv denken! Da hat die Grippe noch was Gutes ...
    Diese Verabredung ist allerdings nur verschoben ...
    muss mir ernsthaft Gedanken machen, wie ich die angehen kann ... :-|

    Nun, erstmal einen trockenen Sonntag
    Pittchen

    Morgen!

    Hatte dann gestern Abend doch tatsächlich noch eine dieser Situationen. -- 2 an einem Tag sind ehr selten!
    Ich bin zu einem Kurzbesuch bei einem Freund gerade in der "Bierholerpause" erschienen (er hatte noch zwei Freunde da).
    Habe dann, in Jacke sitzend, meine Dinge mit ihm besprochen, die zu klären waren und habe einen "fliegenden Wechsel" mit dem Eintreffenden und dem Flaschen-Geklimper, vollzogen.

    Bin dann recht froh nach Hause gefahren! :lol:

    Heute kränkel ich, hab mir ne fiese Erkältung zugezogen, wenn es morgen nicht besser ist, werde ich wohl mal beim Arzt nachschauen lassen ...
    Aber heute Abend habe ich meine SHG und da möchte ich schon hin.
    Ist ja auch Medizin, ne Franky ... :wink:

    Gruß Pittchen

    Ha!

    Gerade doch mal eine von diesen fiesen unvorbereiteten Situationen abbiegen können :)
    In unserer Zentrale sind im Moment sehr viele Pakete zu packen und wenn ich nicht zuviel zu tun habe, helfe ich den Kollegen dort manchmal.
    Wie eben.
    Zum Dank kommt eine der Kolleginnen eben mit 3 Gläsern Prosecco aus der Küche zurück.
    Ich habe schnell gesagt: Ohh nee, für mich bitte nicht!
    Wirklich nicht? Nee, is nicht gut für mich! Danke.
    Mein Glas wurde in die anderen zwei mitaufgeteilt :)
    Bei der nächsten Unterbrechung habe ich mich lieber schnell wieder in mein Büro verzogen.

    Bin aber zufrieden mit mir. Das ging diesmal gut.

    Gruß Pittchen

    Hallo Zusammen,

    auf meinem Weg in die zufriedene Abstinenz bewegt mich momentan weniger die Frage, ob kontrolliertes Trinken funktionieren kann,
    als die Frage, ob es überhaupt e r s t r e b e n s w e r t ist?

    Ich weiß, dass alle derselben Meinung sind, dass es nicht geht – zumindest nicht langfristig! :roll:

    Ich stelle mir die Frage:
    Was würde es mir überhaupt bringen?
    Vorteile sehe ich so überhaupt nicht ...
    Um nicht aufzufallen, bei einer „Anstoss-Gelegenheit“, vielleicht? :oops:
    Dabei fällt man ja nicht negativ auf, wenn man keinen Alkohol trinkt – ehr wenn’s zuviel wird ... !
    Warum kann ich, in den schon beschriebenen, unverhofften Situationen nicht so schlagfertig mein Ziel vertreten, wie ich es bei anderen Dingen auch mache??
    Ob da vielleicht auch ganz viel anerzogene Gewohnheit mitspielt??
    Scheu oder Schüchtern bin ich nicht wirklich, damit kann ich es nicht begründen.
    Ist es das bunte „Sucht-Männchen“, das sich dann wieder bemerkbar macht?
    Obwohl ich für mich sofort weiß:
    Rausch ist nicht! Du gehst nirgendwo hin, Nachschub kaufen!

    Nun, wie geht es Euch damit?

    Einen schönen trockenen Tag, wünsche ich allen Lesern!

    Gruß
    Pittchen

    Hallo Krista,

    ich habe auch schon von diesem Medikament gehört.
    Ich finde es nicht so problematisch, den Hausarzt zu fragen und es auszuprobieren ...
    Warum nicht? Deinem Mann kann es vielleicht helfen.
    Ob für immer, vorübergehend oder gar nicht kann doch nur der Betroffene (und der Arzt) entscheiden ...

    Gruß Pittchen

    Hallo Yvonne,

    jaaa, das ist leider noch immer mal wieder aktuell ...
    Die Situationen sind ja auch nie gleich ... und hinterher bin ich immer schlauer ... aber in diesem Moment, stehe ich dann auf dem sprichwörtlichen Schlauch.

    Ich kann und will mich nicht zuhause einmauern.
    Trinkfreudige Partys meide ich allerdings auch immer noch, seit über 2 Jahren.
    Die geben mir aber auch nix mehr. Ich habe nicht das Gefühl etwas zu verpassen!
    Freue mich dann am Sonntagmorgen den ganzen Tag, bei bestem Befinden, zur Verfügung zu haben.

    Ich kann mein Hobby – mein Pferd – nicht aufgeben, weil da auch mal jemand Geburtstag hat. Diese Verpflichtung, sich fast täglich, bei jedem Wetter, auch noch ein bisschen körperlich draußen zu betätigen, ist ein sehr guter Ausgleich, zu meiner Büroarbeit. Das gibt mir zuviel, als das ich darauf verzichten könnte und der Alkohol spielt dort wirklich keine große Rolle.

    In vielen Situationen komme ich auch gut zurecht und kann dankend ablehnen ...
    Die neuen Situationen werde ich eben Stück für Stück, eine nach der anderen, auch noch zu beherrschen lernen ...

    Wachsam, auf dem Weg in die richtige Richtung weiter gehen, ist meine Devise!

    Allen einen schönen trockenen Tag

    Pittchen

    Guten Abend,

    hach, bei mir ist alles soweit prima! :D
    Kein Tropfen in letzter Zeit und auch kein Verlangen danach.

    Ein guter Freund von mir, mit dem ich dieses Wochenende lose vorverabredet bin, hat dagegen großen Kummer.
    Und wie Männer halt so oft reagieren, schüttet er sich seit Freitag Nachmittag zu .... tztztzt. 8)
    Ich telefoniere mit ihm, versuche ihn aufzubauen und habe mein Besuch von heute Abend schon auf Morgen zum Frühstück oder Mittagessen vertagt.
    Die Probleme sind auch lösbar, aber ich habe ein wenig den Verdacht, dass man jetzt am Wochenende die Situation erst mal schön Schwarz malt, um in Selbstmitleid verfallen zu können um wiederum einen schönen Grund zum Saufen zu haben ....
    ... ganz ungehemmt und völlig "zu Recht"! :evil:

    Man, bin ich froh, dass ich das nicht mehr brauche! :lol:
    ... wenn ich an den Kater denke, den der haben wird ...
    nee! ... in schwierigen Situationen bin ich heutzutage froh, nicht noch ein Problem mehr zu haben!!
    Und ich schätze dann meinen unvernebelten Verstand und kann auch wieder ohne Vorbehalte meinem Bauchgefühl vertrauen,
    weil ich die Probleme stocknüchtern betrachten kann.
    Meistens ist dann auch alles lösbar, und man hat nicht vorher schon - im Suff - , alles "eingerissen" ...

    Na, ich werde mir ein kleines Grinsen über seine katerbedingten Beschwerden nicht verkneifen können :mrgreen:

    Gruß Pittchen

    Hallo Tina,

    ... hast Dich ja schon wieder beruhigt, ... zum Glück!
    Hast den Alk ja darin nicht angesteuert, weil Du ihn wolltest - ganz im Gegenteil!!
    Bist fast verückt geworden als Du ihn entdecktest ... :shock:

    is doch prima!

    Sei weiter tapfer!
    Glückwunsch zu Deinen 3 Monaten!! :D

    schönes trockenes Wochenende
    Pittchen

    Hallo HansHa,

    ... leider hast Du wohl recht ... "grummel"
    Ich arbeite obendrein an Bildern mit dem kleinen "Sausack" ...
    Auch die werde ich ja nicht wegwerfen ...

    mmhhh ?
    ... so bleibt das Bild, mit eben diesem Männchen, tot in einer Ecke ...
    wohl ein "Wunschtraumbild" ...
    Es sollte ehr das letzte und auch Zielbild werden ...

    ... hast mir aber auch die Idee für ein weiteres gegeben:
    Das Männchen mit mir beim "kennenlernen" ...

    Danke!! :)

    Schönes trockenes Wochenende,

    Pittchen

    Hi Franky :)

    Schöne Parallelen stelle ich bei uns fest:
    „ ... denn der Alkohol ist ein finsterer und unberechenbarer Geselle der nur darauf wartet meinen ''Rückfallchip'' zu aktivieren“
    Herrlich!!
    Ich habe ein kleines buntes Männchen – ohne Ohren, weil es ja nicht hören will – entworfen!
    Es heißt „Saufen“ !
    Im ersten Moment sieht es recht lustig aus, ist schön bunt und trägt einen spitzen Hut.
    Es tanzt, wenn wir trinken, auf dem Teppich.
    Es ist aber vor allem sehr listig, verlogen, besitzergreifend und zäh!
    Momentan ist es matt, und ich habe es unter den Teppich verbannt und trampele auf ihm rum!
    Mache ich das nicht regelmäßig, versucht dieses hinterhältige Biest aber immer wieder hervorzukriechen ...
    Richtig zufrieden, werde ich erst sein, wenn es tot in der Ecke liegt!

    Gruß
    Pittchen

    Danke für den netten Empfang !

    @Franky:
    Du nennst es „Medizin“ – schön!
    Ich nenne es, das Gelernte immer wieder schön vorne gleich hinter die Stirn platzieren!!
    Ich habe große Angst, dass mir die nötige Empfindlichkeit, irgendwie ins dunkle Hinterstübchen abrutschen könnte, bei nachlassender Auseinandersetzung mit der Problematik.

    Pia :
    Du hast vollkommen recht!
    Ich WERDE mit Hilfe meiner SHG, und mit der Auseinandersetzung der Sucht, eine ZUFRIEDENE Abstinenz erreichen!!
    Erwischt!
    Mein Fehler, „ich versuche“ zeigt aber auch, dass mein letztes Inneres noch nicht wirklich beseelt ist, von der Kopf-Absicht, NIE WIEDER - und zu keinem Anlass, etwas alkoholisches zu mir zu nehmen.

    Mit den großen angemeldeten Feiern, wo ich weiss, das getrunken wird, kann ich immer ganz gut umgehen. Meistens fahre ich direkt mit dem Auto hin - das verhindert ein Schwach werden, verringert auch die Animationen zum Mittrinken und ich kann die Veranstaltung verlassen, wenn sich der Rausch bei den anderen Beteiligten einstellt ...
    Da habe ich mir ja auch vorher wieder alles „direkt hinter die Stirn gestellt“ –sprich: ich bin gut vorbereitet – „ich habe meine Medizin genommen“!!

    Schwieriger finde ich die unverhofften kleinen Ereignisse.
    XY hat Geburtstag und es gibt eine Flasche Sekt für 8-10 Leute, so zwischendurch, also nur zum Anstossen. Da ich ja schließlich nie reingespuckt habe, bekomme ich selbstverständlich ein Becherchen hingehalten ...
    Da bin ich dann irgendwie, wie auf dem falschen Fuß, oder ... „kalt“, erwischt.
    Da ist dann auch nicht der Raum und die Zeit für große Erklärungen, und mein Prinzip, einfach NEIN zu sagen, scheint unsichtbar zu werden.
    Dann drängt sich der Gedanke, dass mich dieser "Schnüssel" Sekt bestimmt nicht umbringen wird, in den Vordergrund und dauert diese ganze Situation zu lange – und ich kann mich nicht ausklinken, trinke ich die Pfütze halt...
    Es passiert auch nicht viel. Es schmeckt zweifelhaft --hat der erste Schluck ja eigentlich immer-- ... und hinterher ärgere ich mich dann über meine Inkonsequenz!
    Ich fahre auch nicht anschliessend in den Supermarkt und kaufe mir ne ganze Flasche, trotzdem habe ich große Bedenken, dass sich dadurch wieder eine schleichende Gewohnheit und eine Verselbständigung, wie schon einmal, einstellen könnte!!

    Das wird mir aber nicht mehr passieren!! ... (schau´ Tina, ich hab was gelernt! :) )

    Dafür muss alles Gelernte immer schön präsent im Vordergrund bleiben!!
    Und ich motiviere mich, indem ich mir die Vorteile, die ja auch zur Gewohnheit werden, genauso präsent halte:
    Ich genieße es sehr, keinen Alkohol mehr einzukaufen! Kein Flaschengeklimper mehr! Keine unnötige Schlepperei! Keine stinkenden Leerflaschen mehr (auch mit Geklimper)!
    Kein schlechter Nachgeschmack mehr am Morgen!!
    Keine Versprechungen mehr, die man lässig gegeben hat, und die nüchtern betrachtet „bescheiden“ sind!
    Aus all dem ergibt sich: Mehr Zeit!
    Weniger hektische Hetze, bedeutet auch weniger Stress, und dadurch einen viel entspannteren Genuss an eigentlich allem!!

    Das ich erst saufen musste, um das zu begreifen ... !

    Gruß Pittchen

    Hallo Zusammen,

    Ich habe schon sehr viel hier gelesen, und möchte jetzt doch versuchen mitzumachen.

    Ich besuche seit zwei Jahren eine Selbsthilfegruppe, die mir sehr gut tut!

    Ich habe einen alkoholfreien Lebensraum.

    Zu meinem ehemaligen Trinkverhalten:
    Ich bin gut behütet in einem nicht alkoholträchtigen Umfeld aufgewachsen.
    In meiner Jugendzeit habe ich, wie viele hier, den Alkohol an Wochenenden kennen gelernt:
    Freund im Fussballverein - reichlich Bier auf den vielen Feiern...
    Freund bei der Bundeswehr - viel Bier an jedem Wochenende ...
    Studium - schön zusammen kochen, mit ordentlich Rotwein vorglühen, da die Preise in der Disco, zu späterer Stunde, nicht unserem Geldbeutel entsprachen, ...
    Alles in Allem ein durchaus in der Gesellschaft anerkanntes und "normales" Trinkverhalten.

    Dann meine Berufstätigkeit. Umzug in eine andere Stadt, und den festen Willen "es zu schaffen"!
    Als Ausgleich habe ich gleich wieder eine alternative und nette Truppe gefunden. Dort waren wir alle immer sehr trinkfreudig.
    Die Jahre zogen ins Land und der ein oder andere wurde auch schon mal mit "aua-Bauch" zur Entgiftung ins Krankenhaus befördert ...

    Auch ich habe den Alkohol missbraucht.
    Die täglichen Feierabendbierchen im Sommer mit Grillen, die fetten Geburtstags-, Anlass- und Mottofeiern mit Reinfeiern am Freitag und mit "Reparaturbierchen" am nächsten Morgen ...
    Böses Erwachen dann am Montag Morgen - Schweißausbrüche und Tatterich inclusive ...
    Kein Wunder - Feiern konnten wir!!

    "Reparaturbierchen" was für ein Eigentor, aus heutiger Betrachtung ...

    Irgendwann 2006 habe ich dann als Lösung für mich, das Pegeltrinken entdeckt. Wenn mir Bier zum Halse raus hing, habe ich regelmäßig auf Wein umgeswitscht.
    Rot oder Weiß, oft gemischt mit Wasser oder O-Saft ... rein musste es ...
    Recht schnell ließ die aufheiternde Phase nach und es begann eine zusätzliche Belastung zu werden, der Sauferei die nötige Zeit einzuräumen.
    Kaufen - Saufen - Entsorgen - Spuren verwischen - das alles nahm dann einen gehörigen Stellenwert in meinem auch so schon gut gefüllten Arbeitsalltag ein!
    Zusätzlich hatte ich eigentlich durchgehend Sodbrennen und Durchfall ...

    Das ging dann ungefähr ein Jahr so, dann flog ich auf und musste zum 2. mal zum Chef ins Büro:
    "Sie machen jetzt etwas dagegen, oder ... und Sie bekommen einen Aktenvermerk!"
    Ich habe nix abgestritten und bin am nächsten Tag zum Hausarzt.
    Der war etwas unbeholfen, fragte mich, was ich denn möchte und verschrieb mir, nach Absprache, ein leichtes Mittel gegen die innere Unruhe und die Angst, nicht schlafen zu können.
    Die habe ich dann ungefähr 10 Wochen lang genommen.
    Ausserdem gab er mir die Adresse meiner heutigen Selbsthilfegruppe!

    Dort habe ich viel gelernt und einen anderen Blick für den Alkoholmissbrauch in unserer Gesellschaft entwickelt ...
    Wie Ihr hier auch! Seit fast einem Jahr lese ich doch regelmäßig hier bei Euch rein und kann viele Übereinstimmungen mit meiner Gruppenarbeit feststellen.
    Auch die Angehörigenseite finde ich hier sehr spannend - ist doch heftig wie wir "nass" auf unsere Mitmenschen gewirkt haben ... Puh!
    Und Sie können nichts machen ... aber wir können aufhören!!
    Wir setzten den Punkt der Veränderung, auch für deren Leben ... unglaublich, aber wahr!

    Dort versuche ich eine ZUFRIEDENE Abstinenz zu ereichen.
    Ich wusste bei meinem 1.Besuch in der Gruppe, gleich ein paar Tage nach meinem Arztbesuch -- und da hab ich mich wie ein Häufchen Elend gefühlt-- das diese Angelegenheit hier nicht mal eben mit einer "Zehnerkarte" zu erledigen ist!
    Das ist meiner Meinung nach ein Prozess und kein einzelner Wendepunkt. Zumindest ist das bei mir so!

    Heute gehe ich gerne in "Meine Gruppe" habe dort viele nette und sehr unterschiedliche Menschen kennen gelernt und uns verbindet alle ein Faktor unserer Vergangenheit.
    Bei uns wird viel gelacht, viel gefeiert und gesungen und es tut mir gut, immer wieder zu erleben und daran mitzuwirken, dass wir das alle ganz selbstverständlich ohne Alkohol oder überhaupt nur den Gedanken daran, können!!

    So, ... viel geworden.
    Soweit, ...so gut?
    Mal sehen was Ihr dazu sagt?

    Pittchen