Beiträge von sonnenblume1a

    Hallo Lavendula,

    ich habe jetzt den Punkt erreicht, dass ich wirklich verstehe, was wohl mein größtes Problem ist. Ich brauche keine Angst vor anderen zu haben, das Gefühl, dass andere besser sind als ich, schlauer, witziger, beliebter, mehr erreichen und mehr können. Und mich dann winzig klein fühlen und ganz mies und schlecht. Wenn das passiert, werde ich total unsicher, stottere herum und fühle mich noch schlechter. Nein, ich bin auch eine Persönlichkeit, ich leiste viel, ich arbeite gut, ich habe nette Bekannte, die gern mit mir zusammen sind. Nicht viele, aber für mich persönlich ist es ausreichend. Und nicht jeder Spruch oder jede Absage oder jede Kritik sind gegen mich als Person gerichtet und muss mich daher auch nicht gleich wieder aus der Bahn werfen.
    Ich bin anerkannt, ich werde gemocht, warum konnte ich das nie sehen???

    Ich bin so froh, das jetzt endlich für mich wirklich erkannt zu haben. Das ist ein großer Schritt nach vorn. Ich bin sehr optimistisch und mir geht es gut. Und allein das sagen zu können, tut schon unheimlich gut.

    Danke fürs "Zuhören".

    LG Sonnenblume

    Hallo!

    Ich konnte hier einige Zeit nicht schreiben, weil ich erstmal wieder zu mir selbst kommen musste. Jetzt geht es mir besser und ich möchte einen Gedanken loswerden.

    Ich kann andere nicht dafür verantwortlich machen, dass es mir gut geht, diese Verantwortung kann kein anderer für mich übernehmen. Das ist es aber, was ich mein ganzes Erwachsenenleben versucht und gemacht habe. Ich bin ein erwachener Mensch, eine eigene Persönlichkeit, und für mein Wohlergehen muss ich selbst sorgen. Es ist einfacher, das auf andere abzuschieben, vornehmlich auf den Partner, und wenn es nicht so klappt, wie man sich das vorstellt, zu jammern und zu klagen. Aber der Partner oder andere nahestehende Personen haben doch auch ihr eigenes Seelenleben und sind mit dieser Verantwortung auch überfordert.
    Ich muss auch damit aufhören, mich vor mir selber abzuwerten und kleinzumachen. Ich habe doch viel erreicht bisher. Das sagen mir auch andere, das muss ich an mich ranlassen und mich über Lob auch freuen können.

    So, das wars eigentlich schon. Wollte diesen Gedanken nur mal in Worte fassen und mitteilen. Habt noch ein schönes Wochenende und

    LG von Sonnenblume

    Hallo Auf dem Weg,

    alles Gute nachträglich zum Geburtstag. Ich wünsche dir alles alles Gute und ein paar schöne Tage mit deinem Besuch.

    Er weiß wohl auch nicht, was er will, wenn er noch schriftliche Küsse schickt. Aber du siehst ihn als deinen Ex und das, denke ich, ist der richtige Weg. Schön, dass du das so sehen kannst.

    Und dass du viele Anrufe bekommen hast, ist toll, dann warst du ja gar nicht alleine. Viele nette Leute haben an dich gedacht. Das ist doch ein gutes Gefühl.

    Also, nochmal alles Gute, dir auch ein schönes Wochenende

    Sonnenblume

    Hallo Ihr!

    Ja, auch ohne den Freund ist man jemand, aber es fällt so verdammt schwer, es zu glauben. Das Gefühl, nicht geliebt und gebraucht zu werden, kenne ich nur zu gut. Ach, wenn doch nicht alles so schwer wäre. Heute geht es mir wieder nicht so gut, ein Tag ist ganz ok, der nächste wieder schlimm. Ich bin so mit mir beschäftigt, mit meinen Gefühlen und Empfindungen, dass ich gar nichts gescheites mehr schreiben kann. Bin immer nur froh, wenn ein Tag wieder rum ist. Und ich habe so große Angst, dass diese traurige Stimmung nie wieder vergeht.

    LG Sonnenblume

    Hallo Auf dem Weg,

    ganz lieben Dank für deine schönen Worte. Das hat mir wirklich gut getan.

    Ich bin irgendwie erleichtert, dass es dir auch so ähnlich geht wie mir (nicht böse sein).

    Wir schreiben uns ja auch noch Mails oder simsen, und ich denke dann oft, nur ich mache sowas und bin viel zu emotional. Zu sehen, dass es auch anderen so geht, also nicht dieses "aus den Augen, aus dem Sinn", beruhigt mich.

    Ich finde gut, dass du weißt, was du willst und was dir gut tut. Ich würde auch nicht mehr mit ihm telefonieren, das ging auch während der Beziehung oft schief. Lieber persönlich miteinander sprechen, da sieht man den anderen, und vor allem seine Körpersprache. Das verrät ja schon viel. Aber er will mich nicht sehen. Das akzeptiere ich, wenn auch noch widerwillig.

    Dass du dir zum Geburtstag einen lieben Gruß von ihm wünscht, ohne ihn sehen zu müssen, finde ich gar nicht lächerlich. Man hat Wünsche, stellt sich das in Gedanken dann alles schon vor und wenn es dann eintrifft, macht es einen froh. Das kenne ich gut. Meine Phantasie geht da manchmal ganz schön mit mir durch.

    Warum man in einer Beziehung bestimmte Dinge so und nicht anders macht, können andere, finde ich, gar nicht einschätzen. Er hat dich betrogen, aber du wolltest ihn trotzdem nicht verlieren. Das wäre mir genauso gegangen. Es kommt ja immer auf die Intensität der eigenen Gefühle an. Ich hatte mal einen Freund, dem habe ich gesagt, er braucht nicht mehr wiederzukommen. Ich war dann ein paar Tage traurig und das war es dann aber auch. Wenn die Gefühle nicht sooo stark sind, kann man leichter konsequent in seinem Verhalten sein.

    Ich ertappe mich auch dabei, wie ich ihn vor mir selbst entschuldige, dabei habe ich auch einiges aushalten müssen. Aber es ist, wie du sagst, man muss erst seine eigene Stärke finden. Ich denke, ich fange gerade erst damit an, aber ich bin optimistischer geworden.

    Mein Tag gestern war ok, ich habe mich beschäftigt, war im Regen im Wald unterwegs, aber es war schön. Abends habe ich in meinem Tagebuch gelesen, Einträge, als ich so dreizehn/vierzehn war. Erschreckend. Ich möchte nicht, dass es meinen Kindern so geht wie mir damals.

    Ich hoffe, du bist nicht wirklich krank geworden. Wie geht es heute?

    Danke für deinen "Drücker", es ist klasse, sich mit dir auszutauschen.

    LG Sonnenblume

    Hallo Auf dem Weg,

    ich bin mit meinen Gedanken noch ununterbrochen bei der zerbrochenen Beziehung, kann nicht loslassen. Wir schicken uns noch sms, aber das schürt nur immer wieder die Hoffnung und auch die Traurigkeit. Du hast Recht, wir sollten bei uns bleiben. Erstmal ein wenig Abstand gewinnen und dann weitersehen. Ich werde ihm jetzt keine Nachrichten mehr schicken, das tut mir nicht gut.

    Etwas ablenken tun mich meine Kinder, die Arbeit und viele andere Termine, die jetzt in der (fast)Vorweihnachtszeit losgehen. Wenn ich beschäftigt bin, ist es einigermaßen erträglich, aber wenn ich alleine bin, falle ich regelmäßig in das tiefe schwarze Loch. Leider ist es so, vielleicht auch bei dir, dass ich jetzt nur die schönen Seiten der Beziehung sehe und die weniger schönen ausblenden kann. Damit idealisiere ich alles sehr. Heute ist ein Tag, an dem ich alles etwas klarer sehe, nämlich auch, wie sehr ich mich mit der Beziehung oft gequält habe, und so komisch das klingt, das macht den Schmerz erträglicher.

    Wünscht du dir, dass er zu deinem Geburtstag anruft? Das könnte ich so gut verstehen.

    Die meisten sagen so lapidar dahin, ach, du findest wieder jemanden, bestimmt schneller als du denkst. Aber es soll ja auch nicht irgendjemand sein, sondern einer fürs Herz und für die Seele. Bei mir ist es momentan so, dass ich keinen neuen Partner will. Ich kann mir das auch gar nicht vorstellen, alles ist noch besetzt von ihm, da wäre für einen anderen überhaupt kein Platz. Zur Zeit sehe ich es so: entweder er oder keiner. Ich werde vorerst auf jeden Fall alleine bleiben.

    Es tut gut, hier mal darüber schreiben zu können, weil ich sonst mit niemandem darüber rede. Das alte Leiden: ich will niemandem lästig sein.

    LG Sonnenblume

    Hallo Sindri!

    Wenn du ausziehst und deinem Vater passiert etwas, ist das nicht deine Schuld. Sieh das bitte nicht so, du bist nicht für ihn verantwortlich. Du bist eine eigene Persönlichkeit mit einem eigenen Leben.

    Es ist das Traurige bei uns Kindern, dass wir schon so jung, wie du ja bist, gezwungen sind, so weitreichende Entscheidungen alleine treffen zu müssen.

    Wie MaMeJo gesagt hat, lass dich bitte nicht zu lange leiden, denk an dich!

    LG Sonnenblume

    Hallo Sindri!

    Damit habe ich überhaupt keine Erfahrung. Kann dir zu einer Einweisung also nichts sagen.

    Ich denke nur, dass das viel Zeit kosten wird, ohne ärztliche Begutachtung wird da sicher nichts gemacht. Und ich denke, auch wenn er irgendwo eingewiesen werden würde und einen Entzug macht, kommt er doch irgendwann wieder nach Hause. Und wie es dann weitergeht, weißt du auch nicht.

    Aus meinen Erfahrungen heraus kann ich nur sagen, du solltest dein eigenes Leben führen, sonst geht der Teufelskreis ewig weiter.

    Kannst du das Pferd dann aus finanziellen Gründen nicht halten? Weil Pferd und eigene Wohnung zuviel kosten? Da eine Entscheidung zu treffen, ist schwer, wenn dir dein Pferd so sehr am Herzen liegt. Das verstehe ich. Kann dir da leider auch nichts raten.

    Hast du denn guten Kontakt zu deiner Mutter und kannst von ihr Hilfe erwarten? Oder jemand, dem du vertraust und mit dem du die ganze Situation durchsprechen kannst. Manchmal hat ein anderer eine ganz andere Sicht auf die Dinge und einen besseren Lösungsvorschlag als die Einweisung deines Vaters.

    Ich wünsche dir alles Gute.

    LG Sonnenblume

    Hallo Sindri!

    Könntest du denn wieder zu deiner Mutter zurück? Denn ich würde sagen, packe schnellstens deine Sachen und ziehe bei deinem Vater aus, sonst gehst du mit kaputt. Du bist noch so jung und so solltest du nicht leben. Die Verantwortung für deinen Vater kannst du nicht übernehmen und du wirst es auch nicht schaffen, ihn vom Trinken abzuhalten, vor allem, wenn er schon sein halbes Leben lang säuft.

    Ich denke, du musst da raus und dein eigenes Leben führen. Das ist kein Verrat an deinem Vater, das ist Selbstschutz, den du sicher dringend nötig hast.

    LG Sonnenblume

    Hallo Lavandula!

    Da hast du voll und ganz Recht. Ich habe mal einen schönen Spruch gelesen und ihn an meine Pinnwand gehängt: xxx

    Oft sind es ja auch die ganz kleinen Sachen, die das Leben schöner machen, man muss sie nur registrieren und für sein Wohlbefinden nutzen. Wenn man, wie ich manchmal, in Selbstmitleid badet, macht das Leben keinen Spaß. Aber solche Tage gibt es eben, die sind dann von vorn bis hinten grau, auch wenn die Sonne scheint. Aber gerade nach solchen Tagen geniesse ich die guten Tage umso mehr und habe Freude an kleinen Dingen.

    Ich puzzle gern in meinem Garten herum, das entspannt mich total und macht mich froh. Oder abends auf der Couch ein gutes Buch lesen oder in der Badewanne liegen und Musik hören. Einfach kleine Dinge, die einem gut tun und das Leben schön machen.

    Heute ist wieder Sportabend, da freue ich mich drauf. Auch wenn ich müde bin und morgen früh aufstehen muss. Aber wenn ich dann da bin, bin ich jedesmal froh, dass ich mich aufgerafft habe und hingefahren bin.

    Dir einen schönen Abend und

    LG Sonnenblume

    edit summerdream: bitte keine fremden zitate einfügen - thx

    Hallo Ihr!

    Mo, danke für die "starke Mutti". Das bekommt man so auch nicht alle Tage zu hören. Tut gut.

    Mit meiner Beziehung war es so, dass ich mich bei diesem Mann das erste Mal so geliebt und geborgen gefühlt habe, wie ich bin. Ich hatte ihm als erstem Menschen von meiner Kindheit erzählt und er hat mich angenommen als der Mensch, der ich bin. Aber leider ist ausgerechnet dieser Eine, dem ich mein ganzes Vertrauen und meine ganze Liebe geschenkt habe, nicht frei für mich.
    Wir haben den Kontakt aber nicht gänzlich abgebrochen, brauchen einander irgendwie doch noch. Im Moment geht es aber nur per sms.
    Ich hatte diese Liebe und Geborgenheit also schon einmal gefunden, aber wieder verloren.

    Dass, was ich durch ihn an Gefühlen erfahren habe, war so außergewöhnlich für mich, so neu, sowas kannte ich vorher nicht. Mein Exmann ist ein wirklich lieber Kerl, aber er konnte mir nicht diese Geborgenheit, dieses Gefühl von Beschützsein geben, nach dem ich mich so sehr sehne. Ich war in der Ehe immer die Starke, die Macherin, und hätte mich doch so gern einfach mal an eine starke Schulter gelehnt und umsorgen lassen. Dabei bin ich mit der Zeit richtig hart geworden, nach außen hin. In der neuen Beziehung habe ich dann ganz andere Seiten von mir kennengelernt, konnte mich anlehnen und umsorgen lassen und das war ein nie gekanntes wunderbares Gefühl.

    Mit meinem "inneren Kind" habe ich mich angefreundet. Dieses Kind soll bis zu meiner nächsten Therapiesitzung einen Brief an seine Eltern schreiben, was es sich von ihnen wünscht. Der Wunschzettel wird lang werden, das sehe ich jetzt schon.

    LG Sonnenblume

    Hallo Ninus,

    ja, das ich kenne ich auch. Zu dem, was ein anderer sagt, ja sagen, obwohl ich eigentlich anderer Meinung bin, nur um zu gefallen und weil ich mir meiner Meinung dann auch plötzlich nicht mehr sicher bin. Manchmal ist es unbewusst, dann denke ich hinterher, was hast du hier für einen Quatsch gesagt; manchmal aber auch bewusst.

    Ich habe mich aber auch schon getraut, meine wahre Meinung zu sagen, weil ich doch auch wer bin. Und eigentlich habe ich auch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Es ist so eine innere Blockade, bloß nichts falsch zu machen und nichts falsches zu sagen.

    LG Sonnenblume

    Hallo Moxx!

    Seine Kindheit wegdenken kann man nicht. Ich habe das jahrelang gemacht. Hatte meine Familie, meinen Beruf, und trotzdem immer wieder depressive Phasen und wusste nicht, woher das kommt. Bis sich vor einigen Jahren mein Leben grundlegend geändert hat und mir klar wurde, dass ich mich mit meiner Kindheit auseinandersetzen muss. Es hat aber nochmal bis vor ein paar Wochen gedauert, dass ich endlich ganz verstanden habe, warum ich so bin wie ich bin. Jetzt bin ich in Therapie, weil ich weiß, dass ich es alleine nicht schaffe. Und ich habe mich hier angemeldet, um mich mitzuteilen und auszutauschen. Und diese beiden Schritte waren genau das richtige.

    Das Verdrängen nützt gar nichts, es holt einen immer wieder ein. Man muss sich damit auseinandersetzen.

    Und eigentlich sollte sich kein Kind die Frage stellen müssen, ob es ein gutes Kind war oder ist. Schon gar nicht die Kinder von Alkoholikern, die immer nur um ihr seelisches Überleben kämpfen müssen. Da sollten sich die Eltern fragen, ob sie gute Eltern sind. Wir Kinder wurden schließlich da hineingeboren und mussten oder müssen zusehen, wie wir damit leben können.

    Deine Wut und Verletztheit sind nur zu verständlich. Ich wünsche dir die Kraft, die du brauchst, um ein glückliches Leben zu führen.

    LG Sonnenschein

    Noch ein Gedanke:

    In meiner Therapie geht es ja um meine Depressionen und somit aktuell auch um meine letzte Beziehung. Meine Therapeutin sagte, dass in mir mein "inneres Kind" immer noch nach Liebe und Geborgenheit schreit. Und ich denke, das ist es. Und das fand ich so traurig, dass ein Kind (dabei bin ich es doch!) nicht die gefühlte Liebe bekommt, die es zum Heranwachsen braucht.

    Meine Sehnsucht nach dieser Liebe und dieser Geborgenheit ist so groß, dass es schon manchmal wehtut. Das ist das, was mir im Leben so fehlt. Bisher habe ich es nicht gefunden. Vielleicht sind auch meine Ansprüche daran zu groß. Aber nur ein bißchen Liebe geht für mich nicht.

    LG Sonnenblume

    Hallo!

    Die Kinder helfen wirklich über vieles hinweg. Du brauchst keine Angst haben, Kinder zu bekommen. Ich habe auch diesen "Perfektsein-Drang", gerade als Mutter. Aber eine perfekte Mutter gibt es nicht. Ich will natürlich "besser " sein als meine eigene Mutter. Und das kriege ich auch ganz gut hin.

    Vor zwei Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt, da hatte ich das Gefühl, als Mutter versagt zu haben. Habe mich dann besonders intensiv um die Kinder gekümmert und mit der Zeit hat sich alles eingepegelt. Lieben tut man seine Kinder immer, auch wenn man sich gerade über sie ärgert.

    Ich denke oft, wie hast du dich als Kind in bestimmten Situationen gefühlt, und dann kann ich mich gut in meine Kinder hineinversetzen, und mache dann vieles anders als meine Eltern.

    Womit ich beim ersten Kind in den ersten Lebensjahren Probleme hatte, war der vielbeschworene Rat in den schlauen Ratgeberbüchern, auf sein Bauchgefühl als Mutter zu hören. Dieses Bauchgefühl fehlte mir völlig. Da war nichts. Wie ich mich als Kleinkind gefühlt habe, weiß ich ja nicht mehr, konnte also auf eigene Erfahrungen nicht zurückgreifen.

    Meine eigene Intuition in zwischenmenschlichen Beziehungen lässt mich sowieso oft im Stich, das macht vieles komplizierter als es sein müsste. Ich denke einfach, dass ich ja keine normalen Beziehungen untereinander gelernt habe, immer nur Schadensbegrenzung und vor allem Vertuschen und Überspielen der eigenen Empfindungen und Gefühle, weil das zum Überleben notwendig war. Für mich ging es vordergründig darum, dass kein anderer merken darf, dass meine Eltern trinken. Ich habe mir als Kind eingebildet, dass die anderen, also Geschwister, Großeltern usw., das nicht merken, wenn ich ein bestimmtes Verhalten an den Tag lege, z.B. pausenlos rede, damit ich im Mittelpunkt stehe, oder einfach so tun, als wenn alles toll ist.

    Jetzt fällt es mir schwer, ich selbst und authentisch zu sein. Auch Wünsche anderen gegenüber kann ich nur schwer ausdrücken, bin eher ein "Ja-Sager". Ich denke, es ist ein erster Schritt, dass mir das bewusst geworden ist, und ich arbeite auch daran, mich als Person wichtiger zu nehmen und mir Gutes zu tun.

    LG Sonnenblume

    Hallo Hanna!

    Meine Mutter ist auch gestorben, als ich 15 Jahre alt war. Das ist jetzt 22 Jahre her und ich leide auch noch heute darunter. So wie du es sagst, dass sie gestorben ist und ich keine Mutter mehr hatte, und das der Alkohol das aus ihr gemacht hat, was sie in ihren letzten Lebensjahren war.

    Irgendwie habe ich mich gefühlt, als wenn ein Teil von mir fehlt, ein Teil meiner Identität. Sie konnte mir nicht viel mitgeben fürs Leben, ich musste erst Sachen erlernen, die für andere selbstverständlich sind. Ich habe mich so unvollkommen gefühlt und das hält teils bis heute an.

    Ich habe eine 12jährige Tochter und sehe an ihr, wie wichtig auch gerade in dem Alter eine Mutter für die heranwachsende Tochter ist. Vor allem als Vorbild, auch wenn das kein Kind wahrhaben will. Aber was haben wir für ein Vorbild gehabt? Eine Mutter, die ständig betrunken ist, für die man sich schämt, vor der man Ekel empfindet. Da fehlt einfach was ganz Elementares im Leben. Sicherheit und Beständigkeit, dich ich nicht kannte.

    Das macht mich heute noch wütend, aber durch das Forum hier bin ich ruhiger und versöhnlicher geworden.

    Und wofür ich mich schäme, aber was ich hier beim Lesen empfunden habe, ist, dass ich dankbar bin, diese Mutter nicht mehr zu haben, von dieser Bedrückung und Belastung befreit zu sein. Die seelischen Narben behalte ich, aber ich muss mich nicht mehr mit trinkenden Eltern auseinandersetzen.

    Es ist schön, dass du deine große Liebe gefunden hast. Das ist das wichtigste im Leben.
    Ich habe meine leider vor kurzem verloren, aber ich fange langsam an, wieder nach vorne zu blicken.

    LG Sonnenblume

    Hallo Ihr!

    Seit ich älter geworden bin, trinke ich immer seltener Alkohol. Das kommt so alle paar Wochen mal vor, und dann nicht sehr viel. Früher habe ich, wenn ich Alkohol getrunken habe, oft zuviel getrunken. Das habe ich schon Jahre nicht mehr gemacht.

    Auf einer Feier trinke ich auch was, meistens Wein. Aber immer nur bis zu einem bestimmten Punkt, und dann ist Schluss und ich gehe nach Hause.
    So im normalen Alltag trinke ich so gut wie nie etwas.

    Bin froh, dass ich mit Alkohol gut umgehen kann. Wenigstens das.

    LG Sonnenblume

    Hallo Mirabelle,

    seit ich hier schreibe, fühle ich mich irgendwie befreit, endlich kann ich darüber reden. Und das macht es wirklich leichter. Vor allem weil ich mit anderen reden kann, die das gleiche erlebt haben und die einen gut verstehen. Und das ich Gedanken, die sonst nur tief in mir drinnen waren, anderen mitteilen kann.

    LG Sonnenblume

    Hallo Alex!

    Du hast gesagt, dass man durch Distanz den anderen vielleicht mit anderen Augen sehen kann.

    Danke für diesen Denkansatz. Bei mir ist es so, dass ich mich an die Beziehung geklammert habe, obwohl es keine Beziehung mehr ist, nie eine richtige Beziehung war.

    Dieses Klammern an etwas, das eigentlich gar nicht mehr existiert, hat mich natürlich überhaupt kein Stück weitergebracht. Dann kann man nicht im hier und jetzt leben, nur in Wunschträumen, die sowieso nicht in Erfüllung gehen.

    Ich sehe die ganze Sache jetzt realistischer, habe über ihn und mich nachgedacht und es tut jetzt nicht mehr ganz so weh. Dein Beitrag hat mir sehr dabei geholfen.

    LG Sonnenblume