Beiträge von Billy170

    Hi Susisorglos und alle anderen!

    So ein Tagebuch ist gar nicht so schlecht, das glaube ich auch.
    Auch wenn ich in diesem Fall Geschehnisse aus der Vergangenheit aufschreiben müsste und nicht solche, die gerade erst passiert sind.
    Ich glaube, wenn ich mich mal hinsetze und nach und nach alle Situationen aufschreiben, in denen er mich durch seine Trinkerei bzw. das Verharmlosen der Situation zu heulen gebracht hat, bin ich eine ganze Weile beschäftigt.

    Im Augenblick bin ich ein bisschen unruhig, weil ich von ihm nichts höre. Wir hatten vor ein paar Tagen eine Auseinandersetzung am Telefon und er hat eine Mail mit "Selbstmordgedanken" geschrieben...ich melde mich nicht bei ihm aber das fällt mir schon nicht leicht (typisch Co.)!

    Mich hat es fast ein wenig bestürzt, dass ich beim Lesen hier im Forum auf die Verhaltensweisen des Co-Alk. gestossen bin...und mich darin auch wiedererkannt habe. Vor allen Dingen dieser Drang, sich kümmern zu müssen.
    Ich habe oft von der Arbeit aus bei ihm angerufen um zu hören, was er gerade macht. Oder auch um mal "vorzufühlen", was mich am Abend beim nach Hause kommen erwartet.
    Ich habe Termine mit Freunden nur noch am Wochenende vereinbart, wenn ich sicher sein konnte, dass er nichts getrunken hat.

    Das ich zulasse, dass der Alkohol auch mein Leben bestimmt, ist fast nicht zu begreifen.
    Das will und muss ich ändern!!


    Seid alle gegrüßt von

    Billy 8)

    Hallo Weißbär

    Zitat

    ...sich auf die schönen Zeiten besinnen und die weniger schönen oder greußlichen wegdrücken, finde ich gefährlich. Man belügt sich selbst

    Habe ja auch weiter oben beschrieben, dass ich mir vorstelle, wie es war, wenn er betrunken war...!

    Ich finde es aber auch gefährlich, wenn ich mir sagen würde, die vergangenen 15 Jahre waren eine einzige Katastrophe. Da müsste ich mir ja die allergrößten Vorwürfe machen, dass ich es so lange mit ihm ausgehalten habe.
    Das würde mir selbst sicher nicht so gut tun, auch wenn's vielleicht stimmt.
    Ein bisschen "Selbsttäuschung" ist in so einem Fall vlt. nicht so verkehrt, damit man die Achtung vor sich selbst nicht verliert.

    Liebe Grüße

    Billy

    Hallo ihr alle!

    Wenn ich hier so lese, wie Alkoholkranke reagieren, dann fällt es mir fast wie Schuppen vor die Augen:

    Selbstmitleid, Schuld sind immer die anderen, "...ich kann jederzeit aufhören!", Demütigungen des Partners, jeder der eine andere Meinung hat, ist blöd, usw. usw...!

    Ich neige aber immer dazu zu denken, ich habe vielleicht überreagiert.
    In solchen Augenblicken hilft mir die Vorstellung, wie er war, wenn er etwas getrunken hat.
    Wie oft ich für ihn lügen musste und sogar Menschen angelogen habe, an denen mir viel liegt!

    Dann gehts wieder...!

    Ich bin nur froh, dass ich meinen Job habe! Dort gehe ich völlig auf und fühle mich wohl. Ich muss nur darauf achten, dass ich mich auch wirklich auf die Arbeit konzentriere und nicht zuviel über unsere "schönen Zeiten" nachdenke, die wir zweifelsohne auch hatten!!

    Viele Grüße

    Billy (heute traurig, kann aber respektvoll in den Spiegel schauen!)

    Hallo, Ihr beiden!

    Danke für Eure Meinungen!
    Es tut gut zu wissen, dass ich nicht völlig überreagiere.
    Ich habe auch mit ein paar guten Freunden gesprochen, die mich alle in meiner Entscheidung bestärkt haben und auch zu mir stehen. Und ich weiss ja auch, dass nur er selbst sich helfen kann!

    Es würde mich interessieren, wie ein alkoholkranker Mensch die Schuldzuweisungen und das schlechte Gewissen, welches er seinem Partner aufdrücken will, selbst wahr nimmt.
    Ob er denkt: "Ich will Sie nicht verlieren, also muss ich ihre Gutmutigkeit ausnutzen und an das schlechte Gewissen appellieren" oder ob er wirklich der Meinung ist, ich bin Schuld an seiner Situation und die Vorwürfe wirklich ernst meint.

    Doro
    Das mit der Polizei habe ich mir auch schon überlegt.
    Wenn ich wieder eine Mail mit diesen "...ich tue mir was an...-Gedanken bekomme, wäre das vlt. ein richtiger Schritt.
    Dann wir er auch mal mit den Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert.


    Viele Grüße an Euch und eine gute Nacht an alle!

    Billy

    Hallo, liebes Forum!

    Jetzt habe ich es geschafft, mich anzumelden und nicht immer nur mitzulesen...!

    Ich versuche mal, meine Geschichte so kurz wie möglich zusammenzufassen...:

    Vor ein paar Monaten habe ich mich von meinem Lebensgefährten nach mehr als 15 Jahren getrennt. Ich bin w, 40 Jahre alt und hatte in den letzten, na ja 5 Jahren das Gefühl, dass sein Alkohol (Bier-) konsum das Maß überschreitet, dass man so lapidar "normal" nennen kann.
    Wir hatten immer und immer wieder Diskussionen über das Thema Alkohol, aber er hat mich nie ernst genommen bzw. hat nicht eingesehen, dass regelmässiges trinken vlt. einmal zu einem Problem werden könnte.
    In diesem Jahr habe ich schließlich die schwere Entscheidung getroffen, die Beziehung zu beenden und auszuziehen.
    Das traf ihn natürlich aus "heiterem Himmel", er war total überrascht und versteht nicht, dass ich das Thema Alkohol zu "aufbausche".

    Jetzt bin ich gerade dabei, mir meine eigenen vier Wände zu renovieren und einzurichten und bin auch der festen Überzeugung, dass mein Schritt der Trennung richtig war.

    Nichts desto Trotz ist er da, dieser kleine Teufel im Gehirn, der mir immer wieder zuflüstern: "Du tust ihm unrecht...bei den letzten Telefonaten oder Treffen war er nie betrunken...er kommt ohne Dich nicht klar...erst rechnt nicht finanziell...".

    Das klassische Symtom des Co-Abhängigen....! Ich weiß...!

    Ich weiß auch, dass ich an mich denken muss, dass er seine Drohungen (Selbstmord) nur loslässt, um mein Mitleid zu bekommen.
    Das ich hart bleiben muss, um mir und auch ihm zu helfen...!

    Ich weiß das alles, aber es ist so verdammt schwer!!!

    Soll ich mich völlig von ihm zurückziehen und jeden Kontakt abbrechen? Oder sollte ich ihn (in Maßen) versuchen aufzubauen. Aber ich weiß jetzt schon, dass er den Gang zu einer Beratunsstelle oder zu seinem Hausarzt niemals gehen würde...das hat er oft genug gesagt.
    Bleibt mir wirklich nur, abzuwarten, bis er ganz unten ist??? das ist so hart!

    Danke für's lesen...und für die Ratschläge!

    Eure Billy