Beiträge von Spes

    Hallo Pittchen, Wasser, Kindi,

    ganz viele DANKEs für Eure Willkommensgrüße !
    Wird schon noch mehr kommen von mir mit der Zeit.
    Wegen der Kommentare : Ich komme oft als neunmalgescheit rüber und das will ich einfach vermeiden, nachdem mein trockenes Leben noch so wenig Erfahrung sammeln konnte. Aber wenn's passt, schreib ich natürlich.

    Trambolin ist eine Superidee, obwohl mich das Teil im Wohnzimmer vielleicht stören würde. Ich denk, das Spazierengehen könnte hinhauen, jetzt muss "nur" noch der Entschluss her. Joggen kann ich wegen meiner Lendenwirbel nicht und beim Fitnesscenter fehlt mir einfach der Wohlfühlfaktor. Dann schon eher Tischtennis-Club und Schwimmen - eben die nächsten Schritte.

    Noch eine schönen Sonntagabend - ich schau Tatort, bin Krimifan.
    Spes

    Hallo Pittchen,

    ich hatte in meiner Vorstellung geschrieben, dass ich als "Dreikäsehoch" ( 47 Tage trocken ) noch nicht soviele Kommentare abgeben wollte, aber jetzt kribbelts mich doch in den Fingern.

    Ich finde es toll, dass Du Deinen Weg verfolgst, denn jeder von uns weiß, dass einem andere nichts einreden können, auch wenn z.B. Karsten sagt, er wäre am Anfang "blind" den Ratschlägen der alten Hasen gefolgt, aber das war eben seine Entscheidung.

    Wichtig dabei ist allerdings, dass Du ein ganz konkretes Ziel vor Augen hast und weitergehst. Ein Segler KREUZT auch gegen den Wind, wenn der gerade Kurs nicht möglich ist, aber er weiß, wo er hin will. Auch musst du Dich bewegen, denn ein Boot im Stillstand lässt sich nicht steuern.

    Ich persönlich vernagele alle Türen, die zu einem ersten Glas führen könnten, aber nicht, weil die Moderatoren das sagen, sondern weil ich weiß, dass bei mir das " eh-alles-Wurscht" - Gefühl stärker wäre als jeder Vorsatz. Für mich ist das so einfach einfacher !

    Ich wünsch dir viel Glück und Erfolg !
    Ganz liebe Grüße
    Spes

    P.S. Bitte verzeih den "Superschlau" - entgegen aller Vorsätze

    Hallo Silberkralle,

    danke für Dein positives Feeback : Das macht Mut !!
    Da ich nunmal ein rationaler Mensch bin, kann ich mir einiges per Lesen und (Nach-)Denken erarbeiten, aber ich habe auch Probleme, was man so vielleicht nicht rausgelesen hat : Ich muss immer wieder tierisch auf mein Kopfkarussell aufpassen. Und die sehr beliebte Methode zum Freifegen - Sporteln - ist so gar nicht meins. Mache QiGong, aber sonst nichts. Vielleicht grabe ich meine Querflöte mal wieder aus, Musik leert den Kopf auch gut aus. Hier muss ich noch arbeiten.

    Einen ganz schönen Sonntag
    Spes

    Hallo Manfred,

    Gewissheit ist, dass ich den richtigen ersten Schritt in ein alkfreies leben getan habe.
    Hoffnung - SPES (lat.) - ist, dass ich mir mit der Zeit genügend Rüstzeug erwerben kann, damit der Teufel in meinem Nacken seine Startlöcher nie mehr verlässt und beleidigt, geduckt sein restliches Leben dort verbringt.

    Liebe Grüße
    Spes

    Hallo kindi und simi,

    ich freu' mich über euren Willkommensgruß. Ist spannend, was so alles an Antworten kommt. Ging Euch das im Forum am Anfang auch so ?
    Ja, ich habe meine Geschichte auch in ganz vielen Beiträgen wiedergefunden. Hat mir sehr geholfen, zu sehen, dass ich hier nicht alleine bin.

    Schönes WE und liebe Grüße
    Spes

    Hallo Linde,

    lieben Dank für Deine Begrüßung. Ich war in der Tat etwas langsam, musste aber erstmal in mich reinfühlen, wie's mir geht und was jetzt anders ist und was jetzt anders wird, in der Tat : "ankommen" im alkfreien Leben. Denn eins ist sicher - ich will nie wieder Alkohol trinken und brauche ihn auch nicht. Das als Wichtigstes hatte ich in meiner Vorstellung tatsächlich vergessen.

    Viele Grüße
    Spes

    Hallo all Ihr hilfreichen und großartigen Forenteilnehmer,

    habe meine Vorstellung aus dem Vorstellungsbereich erstmal rüberkopiert.

    Nachdem ich schon seit 4 Monaten im Forum lese, wird es langsam Zeit, dass ich mich mal vorstelle.
    Bin seit 6 1/2 Wochen trocken, 3 Wochen klinische Entgiftung und Depri-Nachbehandlung, 3 1/2 zuhause.

    Wie geht's mir jetzt ? :
    Außer massiven, scheinbar grundlosen Heulattacken direkt nach der 10-tägigen Entgiftung in der Klinik, weshalb ich ein AD bekomme und die dann auch schnell vorbei waren, geht es mir sehr, sehr gut. Zuhause bis jetzt nicht der geringste Suchtdruck, auch keine Durchhänger.

    Vergangenheit ( in Stichpunkten, ich denke Ihr könnt damit alle was anfangen, denn ich habe Ähnliches zigmal hier schon gelesen ) :

    - Behütete Kindheit, in der Alkohol ohne Alkoholismus (??) allerdings einfach immer da war
    - Schule sehr gut
    - anspruchsvolles Studium
    - 25 Jahre Stressjob
    - Ehe, Haus, Kind
    - Perfektionist
    - Grüblernatur
    - "ich kann alles alleine"
    - "bis jetzt habe ich noch immer alles geschafft"
    - immer durchgepowert
    - 30 Jahre Rotwein, zum Schluss 2 Liter/Tag
    - 2003 - 2006 halbherzige Trinkpausen und KT-Versuche
    - Ehe getrennt, ich bin ausgezogen 2007 ( primär nicht wegen Alkohol )
    - Arbeitsvertrag mit Abfindung feiwillig aufgelöst 2008 ( nicht wegen Alkohol )
    - die letzten beiden Schritte, weil ich das Gefühl hatte, ich gehe sonst ganz kaputt, muss erst Probleme lösen, bevor ich das mit dem Alk in den Griff bekommen kann.

    Der dritte Schritt : Was hat mich letztendlich zur Entgiftung gebracht ? :
    - nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses habe ich mehr und mehr meine Tagesstruktur verloren
    - der Wein hat mich angeekelt
    - die Beschaffung / Entsorgung ist mir maßlos auf den Geist gegangen
    - mein Leben hat mir keinen Spaß mehr gemacht
    - mein Sohn hat sich entschieden, bei meinem Mann zu leben, was ich ihm nicht verdenke
    - und letztendlich im Herbst, plötzlich, wie wenn eine Klappe im Gehirn umgelegt worden wäre : Entzugserscheinungen immer früher am Tag.
    - Ich bin Alkoholiker !!!!!!!!!!!!!
    - KT gibt's nicht für mich !!!!!!!!!!
    - Google, dieses Forum...
    - die Erkenntnis : Ich muss mir helfen lassen. Manche Dinge sind einfach zu groß
    - und dann ging Anfang Dezember alles ganz schnell : Hausarzt, Suchtberatung, Klinik von heute auf morgen.....

    Ihr alle habt mir dabei wahnsinnig geholfen. Denn von der Entscheidung : Ich muss etwas tun, bis zur Umsetzung habe ich fast 6 Wochen Forum gelesen. Hier bekam ich ein Gefühl dafür, was ich tun muss, dass ein kalter Entzug gefährlich ist, wie ein Leben hinterher aussehen kann. Lernte die ersten Schritte, mein Schuldgefühl in eine Akzeptanz der Krankheit zu verwandeln. Und ich begann auch schon, den Wein im Kopf zum Teufel umzumünzen.

    In der Klinik hat mir am meisten geholfen, erstmalig die ganze Geheimniskrämerei loszuwerden und offen über meinen Alkoholismus mit Ärzten, Therapeuten, Betreuern und vor allem auch Mitpatienten reden zu können.

    Was tue ich jetzt ? :

    - Ich warte auf die Zusage der Kostenübernahme für eine ambulante LZT
    - Ich gehe seit Anfang Januar in eine reale SHG, wo ich mich sehr wohl fühle
    - mein Sohn ist seit der Entlassung bei mir ( "Mama, ich bin so stolz auf Dich" ) javascript:emoticon(':D')
    - ich arbeite an dem zunächst mal naheliegendsten Thema ( weiß ich auch ohne Therapie ) : Tagesstruktur wieder aufbauen ( braucht seine Zeit, aber die geb' ich mir einfach. Zuviel gewollt habe ich lange genug )
    - Tagesplan mit kleinen Teilzielen
    - mein Thema ist eher Entschleunigung und mir nicht den Tag mit Aktivitäten vollzubauen
    - versuche Denkphasen, positiv und zielgerichtet zu erleben, als sinnvolle Ruhe nicht wie früher nasses Im-Kreis-Gegrübel
    - unterhalt mich mit dem Teufel ( durch Forum lesen z.B. ), allerdings ist er erstmal "recht einsilbig", was sich natürlich jederzeit ändern kann
    - natürlich alkfreie Umgebung
    - Familie und gute Freunde sind informiert
    - bin dabei, Stück für Stück die Assoziationsketten mit dem Wein aufzudecken und aufzubrechen

    na, ich glaub', das reicht für's Erste ! Ist eh lang genug geworden. Vielleicht habt Ihr ein bißchen ein Bild bekommen. Vermutlich werde ich mich mit Kommentaren erstmal zurückhalten, da
    1 ) Greenhorn
    2 ) im Moment etwas zu euphorisch, was ich mir aber gönne !

    Was bleibt, ist vor allem das Gefühl einer wahnsinnigen Erleichterung. Es ist, also ob Tonnen von mir abgefallen wären. Was die LZT noch so alles zu Tage fördert, da lass ich mich überraschen. Auf jeden Fall wühle ich selbst jetzt erst mal nicht in der Vergangenheit und den Warums und Wiesos.

    Tausend Dank an alle !
    Spes