Beiträge von Alexander

    Ich glaube man kann ohnehin nicht automatisch sagen:

    Der hat hohe Leberwerte = schwerer Alkoholiker

    der hat niedrige Leberwerte = trinkt kaum Alkohol

    wie es der Volksmund oft macht.

    Es gibt auch starke Trinker, die niedrige Werte haben und Antialkoholiker, die hohe Leberwerte haben. Wie gesagt halt auch.

    Ich glaube aber auch nicht, dass man davon sprechen kann, dass man jemandem den Alkoholkonsum ansieht. Man meint dies zwar oft, aber hinterher stellt man dann doch fest, oh, da habe ich mich aber getäuscht. Genausowenig wird ein Arzt dies seinem Patienten unterstellen.

    Ich kann hier nur eins schreiben, die Leute die ein massives Alkoholproblem haben, geben ganz selten zu, dass ihre Werte erhöht sind!

    Bevor Du hier also nichts schriftlich hast, würde ich Deinem Mann auch keinen Glauben schenken.

    Ich habe auch immer an solche Sachen gedacht, und muss auch sagen, dass ich oft "Kopfkino" aus meiner Kindheit habe. Ich steigere mich dann auch rein, teilweise auch um Selbstmitleid empfinden zu können, was natürlich nicht so toll ist und wo ich auch "stopp" sagen muss.

    Mir ist es aber in fast allen Therapien bisher so ergangen, dass die Therapeuten gesagt haben, lassen Sie die Vergangenheit ruhen und schauen sie nach vorne. Nicht jeder Therapeut animiert einen also zurückzuschauen!

    Ich bin jahrelang mit (leichten) Magenschmerzen zum Arzt um mich für einen oder zwei Tage krankschreiben zu lassen. Das war jetzt nicht übermässig oft, aber schon so 3-4 mal im Jahr. Damals war ich oft nach einer durchzechten Nacht montags zu Hause geblieben und bin dann Dienstag zum Arzt, damit ich wenigstens noch eine Krankmeldung bekomme.

    Irgendwann habe ich dann gegenüber dieser Ärztin mein Alkoholproblem zugegeben und da hat sie gemeint, sie hätte sich das die ganze Zeit schon gedacht. Ich habe sie aber nicht gefragt, warum sie es nicht angesprochen hat.

    Trotzdem bin ich soweit körperlich noch voll auf dem Damm. Also mir fehlt jetzt Gott sei Dank nichts.

    Alkohol hat leider zu allen Jahreszeiten Hochkonjunktur, wenn einem auch immer die Jahreszeit gerade jetzt "ziemlich" gefährlich vorkommt, weil....

    Damit wirst Du lernen müssen zu leben.

    Ich weiss jetzt nicht wie lange Du getrunken hast, aber es kann durchaus sein, dass die 2 Monate in Denen Du jetzt nichts mehr getrunken hast weitgehend eine völlige Regeneration bewirkt haben. Ich würde in Sachen Gesundheit nicht allzu schwarz sehen. Ich wünsche Dir das natürlich auch!

    Dies soll dann aber auch kein Freibrief zum Weitersaufen sein, das weisst Du natürlich selber.

    ich glaube die Gefahr ist halt ziemlich gross doch was zu trinken, auch wenn man sich fest vorgenommen hat kein Bier zu trinken. Man ist ja auch nur eine Bestellung vom Rückfall entfernt und in so einem Zelt trinkt fast jeder, da fällt das nicht weiter auf. Wenn Du Zweifel hast, dann geh doch besser gar nicht hin. Wenns um das Riesenradfahren ginge, würde ich sagen:"Mach Et!"...

    Ich fühle mich da einfach mal mit angesprochen:

    Prinzipiell muss er selber auf den Trichter kommen.

    Mir ist meine Alkoholabhängigkeit dadurch gedämmert, dass ich wahnsinnig abgestürzt bin, obwohl ich damals glaubte trinkmässig alles im Griff zu haben. Dann war ich bereit Hilfe anzunehmen.

    Das mit den Plakaten kann Dir als Rufmord oder Verleumdung ausgelegt werden, das würde ich sein lassen, bevor Du noch in juristische Schwierigkeiten reintappst. Natürlich könnte es auch positiv ausgelegt werden, in der Regel glaube ich aber daran nicht.

    dies kann sich ganz schnell ändern und hängt auch von evtl. Steigerungen oder Sinken der Trinkmenge ab.

    Plötzlich spürt man dann den Entzug, oder es wird einem speiübel etc. pp.

    Ich würde das, was Dein Mann jetzt durchmacht eher als eine Zwischenphase beschreiben. Das Elend kommt noch, wenn Du es abwarten willst!

    mir tun die Leute im Nachhinein immer leid. Früher war das für mich auch ein Spass (bis zu einem gewissen Grad, den ich dann regelässig überschritten habe...). Heute sage ich mir, was soll(te!) ich mich zu solchen Idioten setzen, die noch nichts kapiert haben und für die das 3-tägige Besäufnis zum Jahrmarkt einfach mit dazu gehört und dafür wird auch Urlaub genommen. Teilweise natürlich noch Urlaub um hinterher auszunüchtern.

    Begib Dich nicht nochmal auf dieses Glateis. Du kannst ja "hallo" zu den Leuten sagen, wenn Du sie zufällig triffst, aber ansonsten bleibst Du von denen weg....

    Wenn es sich mal nicht vermeiden lässt und Dir jemand z. B. im Supermarkt von seinem Exzess erzählt, dann kannst Du denjenigen z. B. fragen, ob ihm das wirklich Spass macht. Wer nicht ganz abgebrüht ist, gerät hier schon ins Grübeln. Ansonsten ist für so einen/eine eh alles zu spät.


    Sei doch froh, dass Du mit solchen Leuten nichts mehr zu tun haben musst!

    so mache ich das auch,

    ich sage mir ganz einfach. Jeden Schluck den ich jetzt trinke, bringt mich auf lange Sicht wieder in die Entgiftung, wieder in die Therapie.

    Mir würde es wieder schlechter gehen als jetzt, also warum einige vergnügliche Stunden gegen etliche Wochen und Monate des Unwohlseins tauschen?

    Außerdem will ich ja jetzt was aus meinem Leben machen und nicht erst nach der nächsten Entgiftung damit beginnen.

    Und ist das Leben ohne Alkohol überhaupt schlimm? Wars vorher nicht schlimmer, wenn man nie wusste wie und wann und vor allem mit wem man nach Hause kommt. Den nächsten Tag kommt man vor lauter Scham nicht aus dem Bett, hat Angst vor Kündigung, Angst verrückt zu werden, Angst weiterzusaufen, Angst keinen Alkohol mehr zur Verfügung zu haben....

    Also damit möchte ich nicht mehr tauschen...

    viele Leute gehen extra in eine andere Stadt zu einer SHG, weil sie in der eigenen Stadt nicht gesehen werden wollen. Meistens treffen sie dann die ganzen anderen von der eigenen Stadt, die auch nicht gesehen werden wollen.... :lol:

    Und mit Deiner jungfräulichen Trockenheit solltest Du überhaupt nirgendwo hingehen, wo es Alkohol zu trinken gibt und wenns noch so schön dort ist....

    Let it be...

    am Anfang habe ich gedacht, Du übertreibst jetzt wirklich, weil die Beschreibung Deines neuen Freundes m. E. nicht auf regelmässigen (krankhaften) Alkohol-Konsum schliessen liess.

    Dass er sich dann allerdings zwei Tage hintereinander betrunken hat, spricht wieder deutlich dagegen und wohl auch eher für eine Gewöhnung an den Alkohol.

    Also, da Du sowas schon mal durchgemacht hast, kann ich Dir da nur raten, überlege es Dir gut, was Du weiterhin tun willst.

    Als ich 1997 eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik hatte (heute sage ich, damals mit 22 Lenzen stark auf dem Wege gewesen Alkoholiker zu werden) war beim Eröffnungsgespräch mit mehreren Patienten einer dabei, das werde ich nie vergessen.

    Zuerst hat der Pfleger gesagt, Wecken ist um 6.30 und im Anschluss Morgenmeditation und dann ein Spaziergang (genaue Uhrzeit ist auch egal). Dann hat der Patient gleich gesagt, das geht nicht er steht vor 9 nicht auf, weil er sonst mit seinem Biorhytmus durcheinander kommt. Ausserdem muss dann sofort ein xy Minuten lang gekochtes Ei dastehen. Das isst er als erstes. Wenn er das nicht kriegt, hat er schlechte Tage. Ich habe gedacht ich bin im falschen Film. Ausserdem möchte er zwar bestimmte Verhaltensweisen ändern, aber seinen täglichen Joint möchte er weiterrauchen. Dies sei auch dem Chefarzt bekannt (was natürlich nicht stimmte). Ausserdem hat er sein Motorrad dabei und möchte jetzt, wo er schon mal im Schwarzwald ist, auch einige Touren machen. Also ein Wahnsinn was der Mann für Vorstellungen hatte.

    Auf Deutsch gesagt, operiert mir meine Fehler aus dem Hirn, das was mir aber gefällt möchte ich weiterhin beibehalten.

    Das Ende vom Lied war, dass der Mann seine mühsam erkämpfte Reha-Massnahme nach 3 Tagen völlig frustriert wieder abgebrochen hat und mit dem Motorrad konnte er dann ja auch nach Hause fahren.

    das ist ähnlich, wie wenn Du Deine Zugehörigkeit zu einem Verein durch das Ausfüllen des Mitgliedsantrages bestätigst.

    Wenn Du nur so mal sporadisch zum Verein gehst, weil es Dir dort gefällt und Dir die Ziele des Vereins gefallen, Du aber lange nicht schlüssig bist, ob Du Mitglied werden möchtest, gehörst Du auch nicht wirklich dazu. Man wird Dich zu keiner Jahreshauptversammlung oder zu einer Weihnachtsfeier einladen. Es wird auch kein Bild von Dir in der Zeitung erscheinen, wenn Du was besonderes geleistet hast, weil Du ja nicht zu diesem Verein gehörst. Es wird Dich auch keiner vermissen, wenn Du mal nicht kommst. Irgendwann wird man Dich vielleicht sogar bitten einzutreten, sonst darfst Du nicht mehr kommen.

    Wenn eben jemand mal sagt, ich trinke keinen Alkohol mehr, geht aber nicht zum Arzt, macht keine Entgiftung und keine Therapie und besucht auch keine SHG, dann wird er irgendwann zwangsläufig auf die Idee kommen, dass seine Sauferei nicht so schlimm war und er bis auf einige Male doch alles gut im Griff hatte usw. usf.

    Er tauscht sich halt nicht mit anderen trockenen Alkoholikern aus und beleuchtet die Hintergründe seines Alkoholismus nur unzureichend. Er fällt dadurch fast zwangsläufig wieder in alte Verhaltensweisen zurück.

    Wenn ich eine Entgiftung und eine Therapie mache und mich mit einer Verbesserung meiner Lebenssituation durch das Arbeiten an meiner Trockenheit beschäftige unterschreibe ich sozusagen einen Mitgliedsantrag. Da kann ich nicht mehr so einfach abspringen, als wenn ich im stillen Kämmerlein an meiner Trockenheit arbeite. Dies gelingt vielleicht in ein paar Fällen von 1000, allerdings sollte man sich auch fragen, ob diese Leute später glücklich damit werden. Häufig hört man in Selbsthilfegruppen ältere Männer vom "Teufel Alkohol" sprechen, der alles kaputt macht. Da meine ich immer die haben irgendwas nicht ganz verarbeitet, vielleicht auch weil eine Therapie damals noch nicht unter heutigen Gesichtspunkten möglich war und/oder weil sie hauptsächlich abstinent geblieben sind ohne in ihrem Leben wirklich was zu ändern....

    ich habe während meiner Therapie (ambulant) eine Frau erlebt, die einer anderen Süchtigen ständig versucht hat beizustehen, obwohl sie selber erst ein paar Tage trocken war. Zweimal hat sie sie sogar zur Entgiftung gefahren und das Ende vom Lied war, dass sie am Wochenende nachdem sie entlassen worden ist selbst wieder abgestürzt ist und wieder zur Entgiftung gehen musste und die andere Frau, der sie die ganze Zeit geholfen hatte, kam dann neu zur Therapie hinzu.

    Wie die Geschichte dann weiterging kann ich allerdings nicht mehr sagen, weil ich bewusst keinen Kontakt mehr haben wollte. Mir war das zu gefährlich, weil man schnell durch sowas wieder hineingezogen werden kann.

    Ja, ist schade, dass viele die Entgiftung nicht ernst nehmen, aber vielleicht nehmen sie irgendwann eine kommende Entgiftung ernst. Häufig sind diese Leute aber auch schon körperlich schwer krank, auch wenn man es Ihnen nur bedingt ansieht. Ich habe einen kennengelernt, der z. B. einen Herzschrittmacher als Folge des Vollrausches eingepflanzt bekam und bei weiteren Räuschen oder Exzessen drohten ihm weitere schwere Erkrankungen, was ihn aber nicht daran gehindert hat in den nächsten 6 Wochen bei je 2 Wochen Verweildauer nochmals nach schweren Saufattacken eingeliefert zu werden. Wie man so schön sagt, war der menschlich auch ganz in Ordnung, aber das nützt ihm halt nicht viel, wenn er immer wieder die gleichen Fehler macht. Ich glaube als Angehöriger oder als Ehefrau kannst Du bei so einem schnell verzweifeln. Wobei meine Verfehlungen natürlich für mich an erster Stelle stehen und ich habe es meiner Frau in meiner nassen Zeit auch nicht leicht gemacht.

    Mach einfach aus Deinem Leben das Beste!