Beiträge von oldie

    Liebe Melanie!

    Du hast zwei Problemkreise, die miteinander verquickt sind.

    Das eine die finanziellen Schwierigkeiten und ich hoffe zutiefst, dass du mit der Beratung und der Ins hier einen Weg ins Licht findest. Wenn du da mehr Ruhe und Sicherheit hast, wird sich das klarerweise auch auf die anderen Problembereiche beruhigend auswirken. Du brauchst dann einfach weniger Kraft bzw. ist die Kraft, die du in das Finanzielle steckst, freier verfügbar. Aber das weißt du ja auch.

    Das andere ist die Frage, Mauern hochziehen oder Mauern niedriger machen. Ich denke mir, erst dann, wenn ich über einen mehr oder weniger niedrigen Zaun ohne Herzklopfen drüberschauen kann, reagiere ich "normal" und bin emotional unabhängig.

    Bei meinem Mann übe ich noch, es ist aber sehr schwierig, dass ich nicht durch den seltenen Kontakt, den ich habe (haben muß), nicht ein paar Tage durcheinanderkomme. - Nein, keine Sehnsucht nach alten Zuständen, nur Wutgefühle, dass es zugunsten meines gesunden Lebens so gekommen ist, wie es gekommen ist. Ich Akzeptieren - die Wut vergeht schnell, mit der sie ablösenden Trauer kann ich besser umgehen - die Trauer kann ich in ihre versch. Anteilen aufteilen, mit klarer machen, bearbeiten, akzeptieren und damit leben.

    Noch ein Gedanke:
    Ich verstehe, dass du froh bist, dass deine Kinder andere Ansprechpartner für ihre Situation gefunden haben und das ist gut so.
    Aber ich denke, sie sollten wissen, dass auch du Anteil an ihren Gedanken hast und darüber redebereit bist. Sie werden es wohl wissen, aber vielleicht scheuen sie sich dich mit ihren Problemen zusätzlich zu belasten? Es wäre nicht gut, wenn sie das Gefühl bekommen oder sich das Gefühl festsetzt, sie wären in dieser Hinsicht allein gelassen worden, denke ich mir.

    LG oldie

    Das hast du gut gemacht! - der gerade Weg eben.

    Ich denke mir nicht, dass ich mir so viel Gedanken um die Befindlichkeiten von anderen gemacht hätte, nicht, wenn es um meine Kinder oder meinen Hund geht.

    Hat nicht falsche! Rücksichtnahme lange genug mein Leben bestimmt und äußerst negative Konsequenzen gehabt?

    Gestern fiel mir ein Buch in die Hand, das ich als eines des besten Bücher, die ich bisher gelesen habe, ansehe.

    Ruth Morgan Raffaeli "Wenn die Liebe zur Hölle wird". Es ist darin sehr wenig von Liebe die Rede, sondern davon wie eine zerstörerische Beziehung entsteht, wobei sehr wichtige Fragen zur Selbstbeantwortung und Selbsterkenntis und zum Augenöffnen gestellt werden, und wie Frauen ihr entkommen bzw. schützen können.
    Nur einige Seiten handeln vom Alkohol (was aber den Erkenntniswert um kein bißchen schmälert), es wird nicht nur körperliche Gewalt angesprochen sondern auch psychische Gewalt. Der Weg, der in die Isolation führt und der das Bild einer idealen Partnerschaft bei uns prägt, wird so fest in uns verankert, dass er selbst nach Gewalt und Psychoterror nichts von seinem "Heile Welt Schein" verliert.

    Es gibt hilfreiche Infos, was psychische Gewalt überhaupt ist, wie ich sie erkennen kann und ganz besonders wichtig, was sie mit mir macht. -
    paßt zum Thema "Prinzip Hoffnung" und zur Aussage "Ich liebe ihn doch immer noch".

    Ich habe dieses Buch noch nicht ganz fertiggelesen. Es wird aber mein Dauerbegleiter in nächster Zukunft sein.

    "Der Umgang mit Trauer" und "Wie Sie zu der Frau werden, die Sie sein wollen" sind die letzen zwei Kapitel.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du. Wie kommt man über diese Enttäuschung hinweg, fragst du.

    Indem ich meine Aufmerksamkeit von meinem Partner weg auf meine eigenen Bedürfnisse gelenkt habe; indem ich mich darum kümmere, dass es mir gut geht. Indem ich alte, stillgelegte Bekanntschafte und Freundschaften anfage zu wiederbeleben und versuche, neue zu gewinnen. Indem ich das tue, was ich schon immer gern getan hätte, aber aus Erstarrung und Kraftlosigkeit und mit dem Blick auf den Alko-Partner nicht getan habe.....

    Ich habe mein Leben akzeptiert, ich habe es zugelassen, ich habe mitgetan in dieser Suchtspirale, ich kann daran nichts mehr ändern.
    Ich kann mich aber bemühen in Zukunft ein zufriedeneres, selbstbestimmtes Leben zu führen. Ein Blick zurück in Wut und Enttäuschung behindert mich dabei aber, finde ich.

    Liebe Grüße - du schaffst es sicher, auch bei mir wechselten gute und schlechte Tag ab. Die schlechten sind besonders dann, wenn ich mit meinen Partner Kontakt haben mußte.
    Ich wundere mich zur Zeit über mich, da ich den Umfang meiner früheren Verstrickung und mein Mitspielen immer deutlicher erkenne.

    Nochmals zum Buch, das mich so fasziniert.

    Es handelt vor allem mit den als fast regelhaft zu bezeichnenden Strukturen, wieso ein "Deckel" zum "Topf" passt - oder von anders gesagt, von einem Zugang zu meiner Co-abhängigkeit, der mehr zur meiner Selbsterkenntnis beiträgt, als alles, was ich bisher darüber gelesen habe.

    Und davon, wie der Deckel (also ich) sich ändern kann und muß, welche Fragen, ich mir stellen muß , auch wenn sie weh tun, damit der Deckel nicht mehr passt.
    Es zeigte mir nochmals ganz klar die Mechanismen der Verdrängung auf und bestätigte meine bisher gefundenen Selbsterkenntnisse. Es ließ mich nochmals klar erkennen lassen, was mich bisher vor dem Verlust meines Lebenstraumes (das war bei mir der wesentliche Punkt), geschützt hat.
    Wenn ich nicht erkenne, dass ich ein besseres, runderes und selbstständigeres Selbstwertgefühl brauche, sondern die Trockenlegung eines Partners genüge, werde ich weiterhin in einem angstbesetzten, sinnentleertem, erstarrtem Leben verharren, gleich ob mit diesem Partner oder mit einem anderen oder allein lebend.
    LG oldie

    und das hat schon mit der Frage zu tun "ob körperliche" oder "nur psychische" Abhängigkeit bei meinem Partner besteht oder ob es sich "nur" um "Alkoholmißbrauch" handelt. Mein Wissen darüber kann nur wenig daran ändern, wie es mir in dieser Beziehung geht bzw. was ich an mir ändern kann und muß, wenn ich in Zukunft ein zufriedeneres, selbstbestimmtes Leben leben möchte.

    Lieber Frühling,

    Gestern fiel mir ein Buch in die Hand, das ich als das augenöffnendste von allen Büchern, die ich bisher gelesen habe, ansehe. Ruth Morgan Raffaeli "Wenn die Liebe zur Hölle wird". Es ist darin sehr wenig von Liebe die Rede, sondern davon wie eine zerstörerische Beziehung entsteht, wobei sehr wichtige Fragen zur Selbstbeantwort gestellt werden, und wie Frauen ihr entkommen bzw. schützen können.
    Nur einige Seiten handeln vom Alkohol (was aber den Erkenntniswert um ken bißchen schmälert), es wird insbesondere körperliche Gewalt angesprochen und ihre Vorstufen und Begleiterscheinungen, die psychische Gewalt. Es gibt hilfreiche Infos, was psychische Gewalt überhaupt ist, wie ich sie erkennen kann und ganz besonders wichtig, was sie mit mir macht. -
    paßt zum Thema "Prinzip Hoffnung" und zur Aussage "Ich liebe ihn doch immer noch".

    Ich habe dieses Buch noch nicht ganz fertiggelesen. Es wird aber mein Dauerbegleiter in nächster Zukunft sein.

    Alles Liebe und mach es gut
    Oldie

    Gut gemacht, du kannst dir dein Leben und deine Familie nicht auch noch durch deine Eltern kaputmachen lassen.


    Ich würde den Rettungsdienst anrufen und die Situation schildern inkl. der Befürchtung des kalten Entzugs.


    Du hast jedes Recht, das zu tun. Mir wurde bei der Drogenberatungsstelle auf meine Frage, wie ich mit einer Selbstmorddrohung meines Mannes umgehen sollte, gesagt den Arzt bzw. die Polizei rufen - sonst könne ich nichts Sinnvolles tun.
    Sonst noch etwas, glaubt deine Mutter, du wirst zu deinem Vater gehen und ihm die Flasche an den Mund halten?

    Lutiste,

    ich schreib hier als Noch-Ehefrau eines Alkoholkranken und als Mutter einer Tochter, die durch die Sucht des Vaters fast zurgrunde ging. Sie versuchte mich zu schützen, ich versuchte sie vor den üblen Folgen zu schütze. Ein richtiger Teufelskreis.

    Sie konnte sich erst dann lösen, als ich mich aus dieser unseligen Verquickung lösen konnte.

    Liebe Lutiste, du wirst absolut nichts bei deinem Vater ändern können; rette dich selbst - vielleicht findet dann deine Mutter die Kraft sich selbst zu retten.
    Das wünsche ich Euch beiden!


    Aber du bist für dich der wichtigste Mensch. Du bist nicht für das Wohlergehen deiner Mutter verantwortlich und schon gar nicht dafür, dass dein Vater rechtzeitig ins Spital kommt. Er könnte an seinem Zustand leicht etwas ändern, wenn er denn wollte. Er will einfach nicht.

    So simpel ist das. Rette dich Mädchen! Dann hat auch deine Mutter eine Chance.

    Nach nochmaligen Nachdenken möcht ich meine Erkenntnis so zusammenfassn:

    Solange es sich "nur" um Alkoholmißbrauch handelt, kann ich
    mir vorstellen, dass das Verhalten des Partners Einsicht bewirken kann.

    Wenn aber das Suchverhalten eingetreten ist , sage ich aus meiner Erfahrung heraus, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Versuche, den Alkoholkranken zur Anerkennung seiner Sucht und zu den nötigen Schritten um sich erfolgreich aus den Fängen des Alkohols zu befreien, können nur dann zielführend sein, wenn sie den Süchtigen zu seinem absoluten Tiefpunkt bringen. Das ist aber mit Sicherheit nicht das hilfsbereite Agieren des Angehörigen, das sind nicht liebevolle oder verzweifelte oder aggressive Vorhaltungen, das ist nicht das Voraugenführen der tödlichen Konsequenzen des Trinkens, das ist nicht das versuchte eigenständige Leben des Partners; das alles führt höchstens zu kurzfristigen Änderungen, die den Partner täuschen und beruhigen sollen. ..... eine weitere Spirale in der Suchtgemeinschaft ....meine Erfahrungen!

    LG oldie

    Lacrima, du schreibst:

    Zitat

    meine frage bezog sich auf so etwas wie paddy es schildert ob er durch die änderung meines verhaltens merkt das sich was ändern muss.

    Ich hatte den Wohnbereich alk-frei, ich machte nicht mehr das Taxi, ich kochte nicht mehr das, was wie ich wußte, unbedingt des Alkoholisches zum Runterspülen benötigte, ich machte diverse Aktivitäten ....., ich sah nicht mehr fern (an Seiten der Wein- und Bierflaschen war das kein Vergnügen mehr), ich machte Reisen,
    Der einzige und für mich wichtigste Erfolg war, dass ich erkannte, wie abnormal mein Leben an Seiten des Alkohols verlief.... also durchaus positiv für mich.

    Das einzige, was mein Mann merkte, war, dass ich nicht mehr als guter Partner seiner Sucht funktionierte. Und was folgte daraus? Methoden mich wiederum "normal" zu machen, folgten. Das hieß bei mir: Es begann nun erst der richtige Psychoterror.

    Meine Interpretation: Ich habe versucht, ihn zu manipulieren, ihm Dinge vor Augen geführt, die für mich sonnenklar erschienen .... die Sucht und die daraus folgenden Persönlichkeitsveränderungen waren einfach so viel stärker .... es folgten Versuche des Kontrollierten Trinkens und der zeitweise Enthaltsamkeit .... das war schon alles an Änderung... und dann wieder da capo.

    Gestern traf ich ihn bei unserem Enkelkind. Er sagte mir, dass angeblich seine Psychotherapeutin (und Neurologin) mein Verhalten (und meine Trennung) als das Nachholen meiner Pubertät bezeichnet hätte.

    Stimmt in gewisser Weise, ich habe mich von ihm so wie Heranwachsende es bei ihren Eltern tun sollten, erfolgreich abgegrenzt und lebe nun mein eigenes Leben - zufrieden und ohne Angst.

    Liebe Ringelblume,
    kennst du das Gedicht von B.Wegner "Sind so kleine Hände..."

    Das, was Eka´s passiert ist, ist äußerte psychische Gewalt. Das Nichtwahrhabenwollen, ja das Akzeptieren und das Mittun im Spiel ist Überlebensstrategie. Ich sage: Besser spät, als zu spät erkennen.


    Ich habe sehr alt werden müssen, um zu erkennen, welche tolle Erziehung zu einem Co ich in meinem Elternhaus genossen habe - keine Alk-problematik, "nur" psychischer Terror meiner kriegs- und verfolgungsgeschädigten Mutter. Lange Jahre habe ich mich gefragt, was mit ihr los ist und wie ich sie zufriedenstellen kann - leider bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, wie ich in meiner Persönlichkeitsentwicklung kastriert wurde.

    Besser spät, als zu spät --- Da ich das nun erkannt habe, habe ich einen wesentlichen Schlüssel zur Selbsterkenntnis und für eine selbstbestimmtere Zukunft in meiner Hand.

    (Als mein alkoholkranker Mann zum ersten Mal ernsthaft mit Selbstmord drohte, erinnerte ich mich zum ersten Mal wieder an die Tage, wo mir von meiner Mutter erzählt wurde, sie hätte diese Nacht ihren Kopf in den Gasherd gelegt, wenn ich nicht als kleines hilfsbedürftige Kind da gewesen wäre ........Da mußte ich doch bei dieser "übergroßen" Liebe meiner Mutter besonders lieb und brav sein. ..... Aber jetzt bei meinem Mann machte es einfach KLACKS.... nie mehr wieder, sagte ich mir .... und ich war überdimensional wütend .... nein, nein, nein.... nicht mehr mit mir. Vielleicht war das Erinnern an diese absolut verdrängten Situationen mein richtiger Tiefpunkt in meiner Alk-beziehung?)

    LG oldie

    Ich bin ja von der "anderen" Seite. Aber ich war immer wieder erstaunt, wieviele Frauen hier im Alkoholiker-Bereich schreiben. In meinem realen Leben kenne ich keine betroffene Frau - oder verbergen sie es besser, da Trinken gesellschaftlich ja wesentlich geächteter ist als bei Männern?
    Die fühlen sich ja meist in guter Gesellschaft und sind dann "richtige" Männer und ein Rausch hin und wieder ist nichts blamables - hier zumindest. Sie können sich ja immer einreden, es ist bei ihnen gar nicht schlimm, da sie mit dem Finger auf all diejenigen deuten können, die es noch viel ärger treiben. Diese Ausrede und dieser Selbstbetrug ist Frauen doch eher verschlossen.

    War vielleicht nicht ganz die passene Antwort, aber ich habe mir schon öfters darum Gedanken gemacht. Bei den AA, bei denen ich auch war, gab es in der ganzen Runde (ca. 12 Personen) nur eine einzige Frau.

    LG Oldie

    Grüß dich, Frühling!

    Deine Frage bzg. der körperlichen Abhängigkeit wird im Angehörigen-Bereich oft gestellt.
    Auch ich habe sie mir gestellt, es gab da Anzeichen, die ich in diese Richtung deutete, aber wer weiß es denn schon; er sagte, dass er keine habe, er ist ja kein "richtiger" Alkoholiker und das war/ist eben seine Wirklichkeit - ich kann seine Sicht nicht ändern. Das äußerste, was er kurz vor meiner Trennung sich und mir eingestand war, dass er psychisch sicher abhängig sei.

    Mich trieb auch der Wissensdurst um, das Verlangen, mehr zu verstehen... aber was ändert alles Wissen daran, dass es in meiner Beziehung unerträglich geworden ist?

    Folgender Antwort von Karsten konnte ich früher nicht ganz folgen, aber heute sehe ich die Wahrheit, die darin liegt. Alles theoretische Wissen, das ich mir erwerbe, ist für die Katz - es ändert nichts am Wissen meines Mannes, da er aufgrund seiner Erkrankung die Schoten dichtmacht und nichts dergleichen an sich herankommen läßt. Das ist eben der Unterschied dieser Suchterkrankung zu anderen Erkrankungen. Da kann ich mich informieren und das Wissen, das und jenes ist gut, hilft oder ist schlecht wird aufgenommen werden.
    Ich habe mir lange Zeit überlegt, was könne ich zu Mittag kochen, ohne dass dazu von ihm unbedingt Alkohol getrunken werden müsse - verlorene Liebesmüh - ein sinnloser und ergebnisloser Erziehungs- und Kontrollversuch meinerseits, der mir mehr schadete als es ihm nutzte.

    Zitat

    Wo liegt für dich der Unterschied, welche Form der Abhängigkeit eventuell besteht.
    Er trinkt und du fühlst dich dabei nicht gut.
    Also wäre es doch für sich eher die Frage, was du tun kannst, damit es dir besser geht oder?
    Was hast du davon, wenn du weist, ob er körperlich oder psychisch abhängig ist?

    Klar kann man solche Fragen stellen, aber es hat eben nichts mit deiner eventuellen Co-Abhängigkeit zu tun und wie glaubst du, dass dir eine Antwort bei deinem eigenen Leben helfen kann? (Zitat Karsten)

    LG Oldie

    Vorschlag:
    Mach dir Photokopien vom Schreiben deines Vermieters.

    Mein Mann glaubt erst jetzt, ein dreiviertel Jahr nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich eine Wohnung gemietet habe und 4 Monate, nachdem ich ausgezogen bin daran, dass ich Nägel mit Köpfen mache.

    LG Oldie

    Zitat

    Aber auch hier hilft es nicht vorwurfsvoll zu fragen, ob die Beziehung glücklich ist,....

    (Zitat: dieFrau)

    Für mich war das der wesentliche Schritt.
    Ich schrieb woanders, was ich mir von einer zufrieden gelebten Partnerschaft erwarte - und was die Realität ist. Es war kein einziger Punkt stimmig. Deshalb meine Schlußfolgerung: Gleich, was die Ursachen dafür sind, ich beende diese Beziehung.

    Der Gedanke, dass dadurch eventuell für meinen Alk-Partner sich erstmalig die Möglichkeit eröffnet für sich eine Kehrtwendung zu machen, war in meinem Hinterkopf sicher vorhanden, aber nicht das primäre Motiv. Da war die klare Erkenntnis, dass ICH den Rest meines Lebens so leben möchte, wie ICH mir mein Leben vorstelle ... und das war nicht neben einem Mann, bei dem ich mich fürchte, was als nächstes inklusive Beschimpfungen passieren würde und wo ICH depressiv werde. Das hat doch mit gegenseitiger Liebe oder Zuneigung gar nichts zu tun - für mich jedenfalls.
    Ich habe erkannt, dass ein weiteres Zusammenkleben für mich Masochismus in Reinkultur wäre.

    LG oldie

    Mich stört der Ausdruck "Trennungskeulen" schwingen enorm - angesichts der vielen Bemühungen diversester Art, Überlegungen und Selbsterforschungen.

    Ich glaube nicht, dass die Trennung bei einer/einem einzigen der Partnerinnen/Partner, die sich hier austauschen, nicht das Ergebnis eines meist langen "Kampfes" war, den Alkoholkranken zur Einsicht in sein Problem zu bringen, das nur er allein lösen kann.

    Oldie

    PS: Ich wünsche jedem aus tiefen Herzen Glück beim Gesundbeten bzw. bei der Wunderheilung. Manche tun es noch immer und gehen neben dem Alki langsam zugrunde, die anderen haben erkannt, dass nur sie allein für ihr Leben die Verantwortung tragen.

    Hallo Matthias!

    Du schreibst

    Zitat

    Lacrima1989 hat Folgendes geschrieben:
    er hat ein problem
    so stimmt das nur aus deiner sicht. aus der sicht des alkoholkranken sieht das anders aus: ich hatte alles im griff - ich trank zwar ab und zu alk [auch manchmal zuviel (siehe oben)] aber das taten in meinem bekanntenkreis viele. sonst war alles in ordnung.
    du siehst - aus der sicht des alkoholkranken hast (bzw. bist) du das problem

    Vielen Dank - wie richtig deine Erklärung ist; auf die hätte ich auch kommen können, aber ich habe sie in dieser Klarheit und Einfachheit noch nicht gedacht!

    Oldie

    Hallo sweg,

    Ich habe das Gefühl, dass du deine Entscheidung schon getroffen hast und hier eine Bestätigung dafür suchst.

    Ihr habt getrennte Wohnungen, keine Kinder ..von dieser Seite her gibt es dann keine Komplikationen.

    Worte sind Schall und Rauch, nur Taten zählen.... nach zwei Monaten wöchentlicher Stunde in der Drogenberatung und tatsächlich zwei Monaten ohne Alk habe ich mich nach ca. 40 Jahren von meinem Mann getrennt. Ja ,es wurde da nichts mehr getrunken, aber sein Verhalten war ähnlich narzistisch wie in früheren Zeiten und voll verhaltener Wut, er sei kein "richtiger Alkoholiker" und es sei ganz schlecht und unmöglich sich ein alk-freies Leben vorzunehmen. (Angeblich die von ihm gehörte Ansicht seiner Drogenberaterin). Da setzte ich einen Schlußpunkt -- Klar das war wieder der Anlaß zum Trinken. Er ist jetzt in psychotherapeutischer Behandlung - 1 Stunde wöchentlich: das mir mitgeteilte Ergebnis: er sei kein "richtiger" Alkoholiker und ich müßte mit ihm eine Paartherapie machen.

    Resümee für mich: Nur der ernsthafte Wunsch des Alkoholikers für sich selbst mit dem Alk aufzuhören, kann zu einer Bewältigung der Krankheit führen.

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung für deine Zukunft
    LG oldie