Beiträge von Marina

    Hallo Ihr Lieben,
    nachdem ich hier meine Gefühlswelt sortieren wollte und nach dem Tod meines Vaters Anfang Dezember, nun hoffe nichts mehr zu hören (rücksichtsvoll rief mich die Hausverwaltung zwei Tage vor Weihnachten an, um mir neue Denkaufgaben zu geben und kam dann zwei Tage vor Silvester persönlich vorbei- klar! Jeder hat sein Anliegen!) bin ich irgendwie noch ungeklärter. Oder neu verwirrt. Na ja, vielleicht auch zu erwartungsvoll und ungeduldig. Nachdem ich aber vor zwei Jahren dachte ich hätte Bourn out und danach eine schwere depressive Episode folgte, freute ich mich nach drei Tagen Schneckenhaus wieder arbeiten gehen zu dürfen. Irgendwie ist es aber alles mechanisch und ich merke, ich funktioniere wieder gut, habe die Kontrolle einigermaßen wieder und indirekt eine Leitungsfunktion. Also was mach ich? Seit ich zu Hause bin sitze ich am Pc und erledige berufliche Dinge. Bestimmt drei bis vier Stunden, die mir niemand wieder gibt. Ehrenamtlich sozusagen, weil ich grad meinen Ansprüchen gerecht werden will. Ich fliehe also wieder in meine "Arbeitssucht".

    Ich habe zwei Kolleginnen unter mir. Die eine krank, mit Befund und sehr unschön und die andere in einer privaten finanziellen Kriese... auch sehr unschön. Was habe ich: Personalfürsorge. Ich drehe mich grad im Kreis weil ich merke, mich zu überschlagen obwohl ich erst zwei Tage arbeiten war.

    Als ich vor Jahren merkte, das ich in meiner Freizeit auch in meinem Job aufgehe und das regelrecht ehrenamtlich habe ich mir vor einem Jahr gesagt: ich mache nichts mehr privat. Zumal ich ein Bild von mir aufgebaut habe, dem ich in meiner regulären Dienstzeit gar nicht standhalten kann. Folge war: ich habe einen guten Ruf, ne Menge Anerkennung meiner Cheffin usw und keine Unterstützung- denn bei mir läuft ja alles rund. Ich habe damals meinen Job als das empfunden und erkannt, was mir Anerkennung, Lob, Aufmerksamkeit und Selbstbewusstsein (in diesem Bereich) brachte. Endlich mal was, wo ICH gut war. Ich habe sogar eine Weiterbildung gemacht und als Klassenbeste abgeschlossen. Wow... das konnte bisher nur meine Schwester. Da hatte ich es mir bewiesen: in zwei Jahren Abendschule, neben dem Berufsalltag, zwischen Trennung nach sechs Jahren und zeitgleich Umzug. Zwischendurch noch um den armen Kerl kümmern, den ich verlassen hatte. Der hatte nach 3 Monaten ne Neue. Und ich? 10 Kilo abgenommen, weil mich in der Zeit alles angekotzt hat und wortwörtlich fing ich an zu erbrechen.

    Jetzt holen mich so Worte ein, wie "Opferrolle" und wenn ich mich so lese, denke ich darüber nach. Was ist damit gemeint? Weil ich mich über solche Dinge beschwere. Weil ich mich einsam fühle? Die Dinge halt auch manchmal von der Seite aus sehe, wie sie sind: negativ? Ich kann mich doch nicht immer nur zwingen alles positiv zu sehen und zu belächeln. Nach außen hin habe ich das gelernt... aber um andere zufrieden zu stellen und weitere Fragen zu vermeiden; nichts mehr an mich heranzulassen. Ich FUNKTIONIERE halt gut. Einerseits sagt meine Therapeutin, ich käme immer so fröhlich rein und am Ende sagt sie ich ziehe mich runter und muß aus meiner Opferrolle oder Ecke raus. Weiß ich bis dahin auch! Und dann.... Ich glaube ich brauche Verständnis, Methoden und Maßnahmen. In meiner letzten Therapie ist das Wort Co- Alkoholiker schnell gefallen und ich wusste noch gar nicht was damit gemeint ist. Jetzt hab ich gesagt woran ich arbeiten möchte.

    Soviel zum Thema Gefühlswelt sortieren: jetzt geht es erst so richtig los!

    Liebes Mönchen,
    ich hoffe du bist gut ins neue Jahrzehnt gekommen. Frohes neues Leben, an dieser Stelle. Mir ging es drei Tage lang schlecht nach Silvester und vielleicht wäre eine solche Entscheidung, wie deine besser gewesen. Aber ob mit oder ohne Gesellschaft, hab ich mich eh alleine gefühlt. Da frag ich mich grad ob es da einen Unterschied gibt. Von der City- Bank gab es letztes Jahr so ne Werbung: Rote Karte "2009 wird mein Jahr"... die hatte ich das ganze Jahr im Wohnzimmer um mich immer wieder daran zu erinnern, positiv zu denken. Hab ich heut zerissen und komme grad wieder aus meiner Opferrolle raus. Wir brauchen solche Karten bestimmt nicht, sondern können es nur selbst bestimmen. Ich hoffe du bist schon ein wenig angekommen... aber keine Eile... alles findet seine Zeit.
    LG Marina

    Liebe Sina,
    deine Worte lassen deine Gefühle bei mir ankommen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Ja, es ist leider so, das wir machtlos sind. Trotzdem immer wieder das Gefühl von Schuld. Weiter geht´s... immer und immer wieder. Mein Vater verstarb Anfang Dezember und ich musste mich aus Selbstschutz für mich und mein Leben entscheiden. Ich versuchte auch seit ich denken kann Schadensbegrenzung zu betreiben und ihm zu helfen. Vor sechs Jahren ging es nicht mehr und ich blieb konsequent. Mit Schuldgefühlen aber auch ein wenig befreit. Du bist nicht schuld und bestimmt leidet deine Mutter auch. Aber ihre Krankheit ist stärker. Heute weiß ich das mein Vater auch unter der Funkstille litt, denn ich war auch das Beste usw... aber die Krankheit stärker und er starb daran; alleine. Mein Kind schreit auch, manchmal so laut das ich mir die Ohren zuhalten möchte. Doch ich höre ihm zu und denke mir, es ist ok das Gefühl- Verstand, Kind- und erwachsene Marina sich auseinander setzen. Manchmal verkrieche ich mich auch in mein Schneckenhaus und spüre die Opferrolle. Heute sagte meine Therapeutin genau das: ich soll raus aus meiner Opferecke/- rolle... ob sie weiß, was sie da sagt. Dann denke ich: hey, weiter geht´s... immer und immer wieder. Das tue ich für MICH!
    Schreib weiter deine Gedanken auf- es hilft bestimmt. Ich brauchte eine Weile, bis ich erkannt habe, hier eine Menge für mich entdecken zu können und indirekt mit anderen zu teilen.
    Gute Nacht und liebe Grüße
    Marina

    Hallo Umsehen2,
    herzlich Willkommen hier... wow: du bringst es auf den Punkt. Die Folgenden jedoch auch. Ich stehe noch am Anfang auf meiner Entdeckungsreise EKA und Co. Immer wieder finde ich mich hier auch. Da fällt mir ein Spruch ein "ich suchte dich und habe mich gefunden"- in meinem Fall dieses Forum hier und Euch- jeden Einzelnen mit seinem Beitrag. Ich kenne deine Gefühle sehr gut, hielt mich immer für unnormal und minderwertig. Mir fällt es schwer mit unberechenbaren, unkontrollierten Situationen umzugehen und ich kann mich auch schwer öffnen und fallen lassen- würde ja Kontrollverlust bedeuten. Letztens wurde mir bewußt, das ich bisher jede Beziehung beendet habe- ob es Zusammenhänge gibt und über die Motive muß ich noch weiter nachdenken. Mittlerweile hab ich mich hier schon so viel umgesehen, das ich mir Gedanken mache ob ich meiner Therapeutin nicht vorrauseile. Du bist hier bestimmt gut aufgehoben; also weiter in Ruhe- umsehen
    LG Marina

    Lieber Sonnenstrahl,
    lass den Kopf nicht hängen... wenn ich das richtig verstanden habe, hast du bestimmt noch Gelegenheit, deine Therapeutin vor der Aufnahme zu sprechen und dann kannst du bestimmt nochmal nachfragen. Oder in der Klinik nochmal... manchmal weiß A ja nicht was B sagt. Wenn du eh nachhaken mußtest, wer weiß ob du einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt hast. Das dich das mit deinem Freund durcheinander bringt, verstehe ich gut. Kennst du das 4 Feld- Schema (so hat es meine zweite Therapeutin damals genannt)? Teile ein DIN A 4 Blatt in 4 Felder. Dann schreibst du pro Feld: Pro Beziehung/ Contra Beziehung/ Pro Trennung/ Contra Trennung und schreibst darin für dich offen und ehrlich, was dir dazu einfällt. Anfangs fällt es vielleicht schwer; aber hey- es ist nur für dich und es liest keiner. Mir hat es in einer solchen mal geholfen. Wenn du die Fülle der Felder auf dich wirken lässt, fällt dir die Entscheidung vielleicht leichter.
    Viel Glück und Liebe Grüße
    Marina

    Ich danke euch für die lieben, tröstenden Worte. Das hilft sehr gut, da ich in solchen Zeiten nicht grad die redseligste bin, wenn Freunde mich am Telefon aufmuntern wollen. Seit Silvester hab ich hier nur noch auf der Couch verbracht. Mit einem bedrückenden Gefühl und so langsam lichtet sich das auch. Ne Freundin fragte mich ob es mir besser ginge, ich sei ja völlig durch den Wind gewesen. Das hatte ich verdrängt, vergessen, Filmriss. Als ein Bekannter mit meiner Kamera kam hatte dort irgendjemand alle Bilder gelöscht. Das wusste ich auch noch aber nicht das ich so sensibel so darauf reagiert habe. Peinlich! Bin sehr dünnheutig und alles kam da wahrscheinlich durch. Schon um 24 Uhr als mir niemand auf meine "Guten Rutsch" Wünsche geantwortet hatte und ich alleine vor der Tür stand. Dauert ja auch, bis alle Pärchen fertig sind. Bis heute hat meine Schwester mir kein frohes Neues Jahr gewünscht und ich reagiere wie das trotzige kleine Kind nach dem Motto "jetzt erst recht nicht!" Dann igel ich mich 3 Tage hier ein: kein Wunder das es mir schlecht geht. Morgen Frühdienst und dann ist die Woche auch schon wieder voll mit Terminen. Wer weiß wozu das gut ist. Kopf hoch... und das gilt für euch natürlich auch... :oops:

    um ehrlich zu sein geht es mir grad beschissen. Meine Freundin versuchte mich heut "raus" zu holen und es ging nicht. Alles ist schlimmer als Liebeskummer und ich kann es gar nicht beschreiben. Dann der Eiertanz mit meiner Mutter: einerseits hasse ich es, von ihr bevormundet zu werden und mich zu fühlen wie ein kleines Kind und dann stelle ich mir die Frage: mache ich mich nicht dazu? Sie geht darin auf, mich zu "begleiten" und ich habe fast das Gefühl für sie eine Art Lebensaufgabe geworden zu sein. Die arme, schwache Marina: das Sorgenkind. Ich war schon immer das Sorgenkind und der Tollpatsch in unserer Familie. Das hässliche Entlein das sich doch noch entwickelt hat. Meine Schwester führt ein Bilderbuch- Leben... ich darf mir immer anhören, ich sei ja die sensiblere von uns beiden. Ist das schlimm? "Wann kriegen wir dich denn endlich mal unter die Haube"? Sätze, die mich nachdenklich stimmen und aber auch hinterfragen. Bin ich deswegen weniger Wert? Weil ich immer noch Single bin und jeden Mann bisher verlassen habe? Ich habe sie wenigstens verlassen, bevor ich dastehe und meinen Kindern erklären muß, was ich nicht verstehe. Ich habe so eine Angst davor. Ich werde älter, bin nicht in der Lage eine glückliche Partnerschaft zu führen, habe meinen Kinderwunsch schon an den Nagel gehängt und fühle mich unfähig und einsam....

    leider geht es mir grad gar nicht gut. Der Tod meines Vaters, die Abnabelung von meinem Ex... alles hatte in den freien Tagen Zeit hoch zu kommen. Eigentlich kann ich froh sein, wenn Montag wieder Alltag einkehrt aber ich fühle mich kraftlos und antriebsschwach. Gestern habe ich ernsthaft überlegt, in die Klinik zu gehen aber ich warte ja noch auf die Rückmeldung wegen meines Reha- Antrags. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt genau das Richtige. Na ja, ab Montag habe ich wieder Abwechslung und Ablenkung... und dann auch vielleicht Lust zu blättern...

    Hallo Sonnenstrahl,
    ich habe hier nur kurz überflogen, da es schon fast Zeit wird mich für die Silvesterparty fertig zu machen. Was ich aufgefangen habe ist dein Wunsch nach Geborgenheit und umsorgt werden ect. eine Familie zu gründen. Ich kenne das gut und meine Planung war mit 25 Jahren das erste Kind zu haben. Irgendwie klappte das wohl nicht und ich sitze hier wieder als Single. Der Körper meldet uns eine Menge bevor wir überhaupt daran denken, zu handeln. Ich kenne so eine Geschichte mit deiner Freundin: ich hadere so lange mit mir rum, wie ich ihr denn meine Gedanken und Gefühle schildern könnte, habe Angst einfach ehrlich zu sein, da ich ja ein Harmoniemensch bin und schwups: mein Körper nimmt mir diese Aufgabe ab indem ich Kopfschmerzen, Magen- Darm oder sonstwas habe. Ruediger Dahlke habe ich hier auch aufgeschnappt. Ich habe das Buch "Krankheit als Symbol" mal von einem guten Freund bekommen. Ist ein prima Nachschlagwerk um psychosomatischen Symptomen auf die Schliche zu kommen oder sie als solche zu erkennen. Vor 3 Jahren bekam ich Fieber: über ein Jahr lang regelmäßig. Meistens, wenn ich am Wochenende zur Ruhe kam. Mein Hausarzt hat psychosomatik ausgeschlossen da er sagte Fieber sei da nicht möglich. Ich wurde auf den Kopf gestellt und es wurde nichts gefunden. Meine Therapeutin beleuchtete mit mir die Geschichte von einer ganz anderen Seite. Ich kam nicht nur zur Ruhe sondern war auch wieder frisch Single, alleine und einsam. Und was passierte, wenn ich oftmals bis 39 Grad Fieber bekam? Meine Mutter kam und umsorgte mich! Aus dieser Zeit kenne ich auch so Gedanken einfach ins Krankenhaus zu kommen wo sich jemand kümmert, man gepflegt und umsorgt wird und alle zu Besuch kommen. Es ist schon eine Menge was Co- Abhängigkeit auslöst. Ich bin erst am Anfang und ich freue mich Euch gefunden zu haben. Wertvoll ist es, vieles durch und mit euch zu erkennen, entdecken und das man viele Gleichgesinnte hat. Erkunden und auseinandersetzen ist mein aktueller Status und dieses Forum ist eine große Hilfe. Ich finde die Wahl deines Namens übrigens auch sehr schön und werde morgen sicherlich nochmal genauer lesen...
    Freue mich das die Weihnachtstage so positiv verlaufen sind und wünsche dir einen guten Rutsch...
    LG Marina

    Habe grad ein Buch ausgegraben "Co- Abhängigkeit; die Sucht hinter der Sucht". Habe es irgendwann mal gegriffen es aber nie gelesen, da es ja auch immer andere Themen im Leben gibt. Denke, jetzt ist es an der Zeit aber traue mich noch nicht wirklich daran... kann ja schonmal vorsichtig blättern...

    Ich bin zur Zeit sehr darum bemüht, gut für mich zu sorgen und zu sehen das es mir gut geht aber habe auch immer irgendwelche Einbrüche. Ist manchmal alles etwas viel und wenn ich dann denke, jetzt geht es wieder, stelle ich oft fest das es ein Irrtum war. Alles ist grad anstrengend und kostet Kraft...

    Liebe Pedi,
    ich hätte wahrscheinlich ein Feuerwerk aus dem Gesteck gemacht! Was meine Schwester betrifft hast du recht. Sie hat nur noch weniger durchblickende Umgangsformen mit ihrer Gefühlswelt und ich kämpfe zur Zeit dagegen an. Heute hab ich erfahren das sie wahrscheinlich noch 3 Halbgeschwister hat und sie kennt ihren Vater gar nicht... ist bestimmt auch nicht schön. Ich hatte zwei Jahre auch keinen Baum und mein "jetzt- erst recht" Protestbaum tut mir mal gut und mal nicht. Dann mache ich ihn entsprechend an oder lasse ihn aus. Für mich war es die richtige Entscheidung. Familiär sind ja nun einige Steine ins Rollen gekommen und zur Zeit warte ich einfach ein wenig ab und möchte niemanden überrollen. Wünsche auch frohe Weihnachten für dich, liebe Pedi: und immer wieder danke für deine Beiträge
    LG Marina

    Liebes Mönchen,
    du hast aber auch als Tochter eines alkoholkranken Vaters wahrscheinlich gelernt, alles nach außen hin abzuschirmen (hab jetzt grad nicht present inwiefern dich das geprägt hat). Das System Familie lässt da nichts nach aussen dringen: aus Selbstschutz. Immer sind die Gedanken da: wir machen das schon und es ist ja auch wie du sagst: Er ist nicht so, wie ihr denkt! Das ist ja auch erstmal so, weil die Wahrnehmungen sich so unterscheiden und wir immer beide Seiten kennenlernen. Wie oft ist es mir schon in meinem Leben passiert das andere schon eher wussten, wer nicht gut für mich ist. Dennoch sind wir als Co- Abhängige in einem System aufgewachsen, das schützt, schön redet und ignoriert. Wir wählen meißt Menschen in unseren Beziehungen, die ähnlich ticken, dort hinein passen, weil uns der Umgang damit so sehr vertraut erscheint... damit kennen wir uns aus, sind darin geübt. Es fällt verdammt schwer sich auf jemanden einzulassen, der plötzlich fürsorglich, lieb und all das ist was wir bisher nicht kannten: denn dann bewegen wir uns auf dünnem Eis und könnten die Kontrolle verlieren. Das ist es doch was wir ständig hatten: uns und das System Familie irgendwie unter Kontrolle. Wie schön wäre es, sich dem Wagnis Gefühl mal hinzugeben uns sich selbst mal fallen zu lassen? Einfach mal annehmen und zulassen, das jetzt jemand was für dich tut.... ist nicht leicht und kostet auch die ein oder andere Auseinandersetzung... könnte aber auch irgendwann anfangen gut zu tun...

    Wir waren an die 4 Monate zusammen: um ehrlich zu sein weiß ich es zeitlich nicht mehr genau. Als ihn kennenlernte leuteten meine Alarmglocken da es mir zu diesem Zeitpunkt ganz gut ging und ich äußerte ihm gegenüber zu wissen, was ich nicht will. Das weckte wohl seinen Kämpferinstinkt und es gin schon los mit dem Nähe- Distanz und Komm her- geh weg Ding. Es gab irgendwann mal einen Abend den wir zu unserem auserkohren hatten, weil es plötzlich bei beiden kribbelte. Bei mir unausgesprochen und er hat es geäußert. Wir hatten uns oft erst getroffen nach irgend welchen Feiern und da hab ich das Alkoholproblem nicht so schnell festgestellt. Wir hatten beide unser Leben und er hat mich Anfangs oft zwiegespalten behandelt: Komm her- geh weg halt. Er war erst sechs Monate aus einer 6 jährigen Beziehung und ich sagte ihm immer es sei zu früh sich auf etwas Neues einzulassen. Von Mai bis August waren wir dann zusammen. Danach konnte ich nicht mehr. Im November/Dezember muß er dann eine kennengelernt haben aber zuvor hat er mir auch immer geschrieben er hätte was Neues: Ja wenn das dann so ist, muß man die Ex doch nicht damit behelligen... verletzte Eitelkeit ect. Irgendwann hatte ich einen Nervenzusammenbruch und 3 Tage Krankenschein weil er von Morgens bis Abends schrieb. Er hat noch ganz andere Dinge getan, die Persönlichkeitsrechte verletzen. Selbst als er die Neue hatte, hat er mich immer Kontaktiert mit seinen Beziehungsproblemen ect. Daher kam ich ja irgendwie auf Doppelleben weil ich mittlerweile 3 Geschichten habe und die gar nicht zeitlich zusammen bekomme: Die Ex war dann immer mies und schlecht, hatte schlechten Einfluss auf ihn und er hat seine Nummer 3 Mal gewechselt; aber 3 Mal versehentlich dafür gesorgt, das sie sie bekommt... die gleichen Gemeinheiten und Spielchen wie bei mir... er konnte es nicht lassen. Hab ich auf ihn eingeredet, hat er den Raum verlassen um seinen Kumpel anzurufen ;) Er musste bis zur Aufnahme seinen Pegel ja aufrecht erhalten um nicht zu krampfen... und ich war jeden Tag, jede freie Minute und jede Nacht da... und in der Zeit kam die Nachricht, mein Vater sei schwer krank und würde nicht mehr lange leben. Ich hab es nicht ernst genommen und andere "Aufgaben" wichtiger... nur bekam es niemand mit.... ich hörte jeden Tag ICH ICH ICH und bekam mit, wie ich oben sitze und er unten der Frau schreibt, die ihm angeblich nicht gut tut..... alles einfach krankhaft sag ich doch: oder wie will man das erklären. Er sowie ich: ich wollte ihn nicht fallen lassen und habe mich übersehen. Fast bis zur Selbstaufgabe. Am 6.ten kam nach neun Wochen dann der Rückfall... der Nikolaus hat den Sack ziemlich voll gepackt, denn alles hat er nachgeholt. Mein Vater war jetzt 3 Tage tod und ich verstand die Welt nicht mehr... er brachte mir ein Geschenk, hat sein Beileid ausgesprochen und "musste weg". Wir hatten eigentlich angedacht den Tag gemeinsam zu verbringen. Er äußerte Saufdruck zwei Tage zuvor, weil die Ex angerufen und ihn beschimpft hätte... er war komisch und ich ahnte es schon. Er hatte sämtliche Optionen, drehte sich um und ich hörte wieder ICH... soviel zu Egoismus. Ich saß Samstags schon alleine hier und er erzählte was von Magen Darm. Laut seines Kumpels holte er sich da schon die Ex ins Haus, die ja ach so schlecht war, und Sonntags das Haus verlassen hat. Danach kam er zu mir hat mir ein Nikolausgeschenk überreicht und ging saufen. Ich war nach drei Monaten Investion alleine weil mein Fokus einfach falsch ausgerichtet war. Ich hab mich bezüglich Co- Abhängigkeit in etwas verannt. 9 Wochen die er trocken war, waren plötzlich umsonst. Ich war auf sämtlichen Stationen, bei sämtlichen Aufnahmegesprächen dabei und hab einfach nur gebetet Verantwortung abzugeben. Als mein Vater starb und er, ausgewählt als derjenige, der die ganze GESCHICHTE kennt, war ich allein. Den Baum den er mir versprochen hat, habe ich gestern alleine fertig gestellt. Zu der Christmette am erten Feiertag werde ich alleine gehen. Sein Plan war das wir uns beschenken.... ich habe meinen Teil in einer Klinik abgegeben... er seinen versoffen.... Sorry wegen der langen Antwort aber es gibt so "Selbstläufer": auf einmal höre ich nicht nehr auf zu schreiben. Morgen gibt es eine "Aussprache" Bin mal gespannt....

    Hallo Mönchen,
    habe jetzt auch den Rest gelesen und alles kommt mir noch bekannter vor. Lügen, betrügen, sich ersetzt fühlen und auf einmal ist man in einer Spirale in der man selbst nicht mehr weiß, was echt und falsch ist. Mein schlimmstes Jahr war 2008 dadurch und ich dachte dann, es wird besser. Mein Fehler war, weil ich das gleiche Geplänkel von normal umgehen und ich kenne ihn ja am besten usw. angenommen und ihm wieder geholfen hab. Wenn er nüchtern war sah ich ja auch ganz andere Eigenschaften in ihm, die ich sehr liebte. Heute frage ich mich: wann war er nüchtern. Weil ich am Ende nicht weiter wußte und noch nicht ein solches Forum gefunden hatte, nahm ich nach der Trennung sogar Kontakt zu seiner Ex auf, was mir sonst absolut nicht ähnlich sieht. Doch ich wollte echt begreifen, verstehen und Abstand gewinnen, da er mich damals auch nicht in Ruhe ließ. Es war spannend zu hören, wie Geschichten, die ich nicht lediglich angerissen habe, sich plötzlich von einer völlig neuen Seite presentierten. Resultat: ich war noch zweifelnder und habe die ganze Beziehung in Frage gestellt. Ich kann nachvollziehen, wie es dir erging und es tut weh, wenn man aufeinmal an allem zweifeln muß. Einlullen lassen hab ich mich trotzdem immer wieder und wie sollte ich auf Ruhe hoffen, wenn ich immer wieder einen kleinen Finger gereicht habe. Ich wollte nach vermeintlichen Abschiedsanrufen nicht die Verantwortung tragen und hatte echte Angst... aber es scheinen Mechanismen zu sein und es gab auch Zeiten in denen es ihm egal war, welche Reaktion er erhielt. Wie ein kleines Kind wollte er Aufmerksamkeit um jeden Preis. Erst schrieb er Entschuldigungen, dann Liebesbekundungen und als ich auf alles nicht reagierte wurde er niederträchtig und gemein: nur damit ich überhaupt Regung zeigte. 2009 hab ich ihm dann geholfen "als Freundin", was aber scheinbar absolut nicht möglich ist. Wegen der nächsten Ex (die mich, die angeblich große Liebe, ja auch nach drei Monaten Trennung, ersetzt hat) dann wohl der Rückfall und ich hatte drei Monate meines Lebens investiert in denen dann auch noch mein Vater starb? Wieviele Nackenschläge ertragen wir, bis wir aufwachen. Hatte nun schon mehrere Info´s und immer wenn ich ihn damit konfrontiere, lügen natürlich immer die anderen. Manchmal denke ich schon, er führt ein Doppel oder Dreifachleben. Morgen will er mir einiges erklären und ich weiß nichtmal was ich glauben will oder kann und wünsche mir auch einfach nur stark zu bleiben. Er hat mein Vertrauen so ausgenutzt und mißhandelt, dass ich selbst hinter jedem User ihn vermuten könnte... dazu war er fähig. Er wollte mich scannen, durchschauen, in mein innerstes gucken... löse dich von deinen Gedanken an ihn: denke an dich und JA; es ist möglich, dass er die Neue hat um Euch nicht verarbeiten zu müssen. Als ich meinen Ex- Freund unterstützt habe hat er seiner letzen Beziehung solche Nachrichten geschickt damit sie ihn angeblich in Ruhe lässt. Die haben Spielchen gespielt das war nicht mehr lustig und ständig brummte das Handy. Er hat sie angeschriben um sie zu verletzen, wie mich 2008 und seine Freundin vor mir. Da hat er mch auch indirekt als Werkzeug benutzt. Da steckt ganz viel Krankheit hinter und um die müssen sie sich ganz alleine kümmern, ohne dass sie ständig jemand an die Hand nimmt. Wer fragt denn am Ende nach dir ? Vielleicht hilft dir der Gedanke ein wenig; bei mir ist es so: ER ist krank... und dann verschwindet auch sowas wie verletzte Eitelkeit schnell wieder. Er kann nicht anders... aber Du! Du kannst für dich sorgenund da du ja vorher Entscheidungen und Erledigungen für zwei bewältigt hast, nutze die Zeit und Energie für dich!

    Danke Sonnenstrahl... ich merke immer mehr wie mir hier der Austausch mit Euch gut tut. Ich merke, nicht allein zu sein und entdecke hier die unterschiedlichsten Geschichten und doch Paralelen. Ohne viel erklären zu müssen, fühle ich mich verstanden. Neben meiner Therapie noch eine ganz andere, besondere Art mich zu konfrontieren und Auseinanderzusetzen, wann immer ich möchte. Das hilft: gut Euch gefunden zu haben! Ich bekomme immer wieder neue Denkanstöße aber auch neue Gefühle, die zu sortieren sind. Jetzt sitze ich hier mit meinem Tannenbaum, den eh niemand sehen wird und obwohl ich mich Gestern noch so dran erfreut habe, wirft er auch zwiegespaltene Gefühle und Gedanken auf. Ich fand Weihnachten immer toll: Vorfreude, Geduld, Gefunkel, Heimlichkeiten usw. Als wir älter wurden wurde auch mal was zusammen getrunken und es fanden sich neue Rituale, wie Gesellschaftsspiele spielen. Richtig familiäre Stimmung kam in mir auf und es war immer lustig. Dann bekam meine Schwester Kinder und von da an hat sich dann alles geändert. Es wurde beschlossen, wir schenken uns nichts mehr sondern nur noch den Kindern. Auch diese Gefühle kommen nun hoch und ich hab sie noch nicht sortiert. Ich fühlte mich irgendwie beraubt um mein Weihnachten und in die Zeit zurückversetzt als ich im Schatten meiner Schwester stand. Was konnte ich dafür, keinen Partner und keine Kinder zu haben. Auch gewisse Rituale gibt es kaum, was auch schwer ist mit aufgeregten, ungeduldigen Kindern. Bei uns ging das doch damals auch. Scheinbar wird bei uns nicht nur zu wenig über Gefühle gesprochen. Mir ist heut noch nicht klar ob das Christkind, der Weihnachtsmann oder ich die Geschenke mitbringe! Mir ging oder geht es nie um das Materielle... klar freu ich mich auch was auspacken zu dürfen, aber meine Rituale, meine familiären Empfindungen sind futsch. Ich muß wohl noch dran arbeiten mich wieder dazugehörig zu fühlen. Meine Schwester hat sich mal ein Memory gewünscht und ich habe Monate zuvor angefangen eines mit Fotos zu basteln, samt Schachtel "Family Memory"- ich hab es nie wieder gesehen und sie hat sich danach ein Originales gekauft. Eine Geschichte voller Mißverständnisse aufgrund mangelnder Kommunikation evtl. Heute haben wir auf der Arbeit Weihnachten gefeiert und ich habe dort einige Menschen mit denen sich ganz eigene Rituale entwickelt haben und auch mit Freunden haben sich Lücken gefüllt. Darauf freue ich mich... nicht auf Heiligabend. Mit meiner Mutter habe ich über meine Gefühle gesprochen und seitdem bekommen wir immer eine Tüte. In irgend einer Form versucht sie auch gut zu machen, wenn meine Neffen etwas bekommen... sie gibt mir hier und da mal Geld, macht mal die Wäsche und so... aber erstens kann ich das nicht gut annehmen und zum anderen geht es mir nicht darum glaub ich. Ich habe heute eine Karte meiner Cheffin und eine SMS einer Kollegin bekommen- diese Dinge sind mir wichtiger als jedes Geschenk. Der geplante erste Weihnachtstag mit Christmette, auf der ich noch nie war- der jetzt wegen einem Rückfall ausfällt... wären mir wichtiger gewesen. Wenn es um Geschenke geht ist Weihnachten sehr komerziell geworden und wenn ich im Laufe des Jahres etwas sehe und dabei an einen lieben Menschen denke, nehme ich es mit: dafür brauch ich nicht Weihnachten... Puh, jetzt hab ich wieder einen Roman geschrieben. Doch wie hieß mein Titel: GEFÜHLSWELT sortieren- und so chaotisch wie ich schreibe ist sie halt manchmal. Wünsche Euch schöne, erholsame, stressfreie Tage...

    Liebe Smilla,
    ich finde die Entwicklung, einen Ausgleich zu wünschen ziemlich gut. Wenn sich aber ein Gegenüber, das man immer so kennt, wie es bisher gehandelt oder funktioniert hat "plötzlich" verändert, kann es dafür sorgen das, in diesem Fall der Bekannte, dich
    a) nicht ernst nimmt, da du das evtl. doch vorher auch getan hast ohne "Gegenleistung"... oder
    b) überfordert ist, weil er nicht weiß was angemessen wäre bzw. was du dir vorstellst
    Mein erster Gedanke war also: Gut so! Doch was würdest du dir konkret wünschen. Was hat der Bekannte für Fähig- oder Möglichkeiten, dir einen Wunsch zu erfüllen als angemessene Gegenleistung. Hoffe du verstehst, wie ich das meine. Das war vielleicht für dich nen riesen Schritt aber der nächste wäre, es genau auszuformulieren und somit kann er sich dann künftig nicht so leicht der Situation entziehen. Du hast ja von ner Einladung zum Kaffee bis zum Auto waschen (nimm von mir aus jedes Beispiel ;) ) alles offen gelassen. Vielleicht Probierst du es in einer neuen Situation nochmal: von ihm wird vielleicht nichts kommen. Will er nochmal was würd ich ihn nochmal erinnern aber nichts mehr einfordern, es sei denn er kann dir wirklich in einer bestimmten, konkreten Situation helfen.
    LG Marina

    Liebe Pedi,
    nun ja ich hab es nicht so ganz recht gemacht... als ich mich nochmal umdrehte und sah das die Kerze wieder aus war, hab ich auch gedacht "so nicht" und bin zurück um die Kerze erfolgreich anzuzünden. Schien mir fast wie alte Machtkämpfe und zum Schluß ja auch unausgefochtene. Ich wußte er erwartete 6 1/2 Jahre lang das ich auf ihn zuging... das war seine Geschichte: Normen und Werte die er in meine Generation mitnahm- der Jüngere hat auf den Älteren zuzugehen; mit am Schlimmsten fand ich immer, wie er mit Nachdruck das Wort "RESPEKT" aussprach. Ich hatte die ganze Woche vor der Beisetzung immer nur den Satz im Kopf: "Die Lösung kommt von selbst!" das hat mir geholfen mir nicht weiter den Kopf über wenn und aber zu zermürben, da ich bereits zwei Wochen Dauerkopfschmerzen, Angst und kaum noch Energie hatte. So wie alles gekommen ist war es auch für mich die beste Lösung: Ich bin niemandem mit Unsicherheit begegnet, habe die zwei Tage Sonderurlaub trotz abgeblasener Beisetzung für meine ganz eigene Trauerfeier genutzt und bereits einen Tag später wäre alles zugeschneit gewesen. Alles war gut so und ich konnte heut zum ersten Mal wieder lachen. Dann habe ich mir einen Tannenbaum geschmückt (ich erwähne an dieser Stelle nicht in wievielen Stunden, da ich es nicht mehr gewohnt war!). Mein Vater hat Weihnachten gehasst und mich über die Jahre ein wenig angesteckt. Somit hatte ich nie einen Baum wenn ich Single war. Dieses Jahr ganz bewußt und wenn die Verarbeitung auch ihre Zeit brauchen wird, habe ich jetzt ein Funkeln im Raum und in den Augen und merke, dass ich zu mir zurück finden werde...

    Habe nur die erste Seite gelesen... glaub mir; er ist nicht glücklich. Das sollte aber nicht mehr Dein Problem sein, nach allem was du versucht hast. Es ist, wie du schon geschrieben hast, einfacher über dich hinwegzukommen. Ich kenne deine Situation sehr gut; zwar nicht mit dem gleichen zeitlichen Ausmaß aber mit hoher Intensität. Vor lauter Vertrauensmissbrauch habe ich hinterher auch nicht mehr die Worte der Liebe ernst genommen und "ersetzt" war ich auch 3 Monate nach der Trennung. Als es alles schlimmer wurde und wir längst nicht mehr zusammen waren, versuchte ich ihm zu helfen: die vergangenen drei Monate lang. Über Dritte hörte ich in dieser Zeit, er hat von mir immer als seine große Liebe gesprochen. All das hilft aber nicht, wenn man sie nicht unbeschwert leben kann, die große Liebe. Als ich dann andere Dinge um die Ohren hatte und nicht ständig present war, holte er sich dann seine Ex wieder heran und ich will gar keine Einzelheiten wissen, wie er nun Termine koordinierte. Er konnte einfach nicht allein sein und zog es dann vor, lieber jemanden zu kontaktieren, die ihm angeblich nicht gut tat und über die er immer schlecht sprach... und promt kam der Rückfall. Glaub mir das ist ein ewiger Tanz und ich hörte mal das viele Menschen mit Alkoholproblemen nur ganz oder gar nicht können und ein Nähe- Distanz Problem haben. Vielleicht ist da auch ein wenig verletzte Eitelkeit hinter, wenn man sich so schnell ersetzt fühlt, da man ja auch bis zur Selbstaufgabe einiges geleistet hat. Suche dir sinnvollere Dinge, mit denen du deine Zeit füllst und tu dir Gutes. Alles andere scheint aussichtslos und Zeitverschwendung!