Beiträge von Martha

    Lieber Matthias,
    ich glaube, ich hatte es mit einer besonderen Spezies zu tun: Mann, Macho, eloquenter Verkäufer, noch Fragen ;-)? Er wollte gerne bestimmen, gerne entscheiden und im Suffkopp erst recht :)

    Hallo Kaltblut,
    ich habe weder ein krankes, noch ein verwirrtes Hirn, ich habe bloss andere Vorstellungen und vielleicht auch andere Strategien, um mir meine Bedürfnisse zu erfüllen und die sind mit einem Trinkenden nicht kompatibel.

    Ich mag es auch nicht, über andere zu urteilen. Bei Alkoholismus bleibt mir aus meiner Sicht, wenn ich unmittelbar damit konfrontiert werde keine andere Wahl, als in die Bewertung zu gehen - als Schutzmassnahme.

    Liebe Grüsse Martha

    Guten Morgen Ihr,

    Danke für Eure Antworten :)

    @ Dorothea,
    es ist mir schon klar, dass keine Prognosen erstellt werden können und man es auch nicht pauschalisieren kann, deswegen meine Frage an Euch wie jeder Einzelne von Euch das für sich erlebt.

    @Matthias
    ich finde es interessant, dass Beziehung daran kaputt gehen, wenn ein Partner aufeinmal eigenverantwortlich und selbstständig wird. Ich mein, dass ist doch das, was ich meinem Partner vorgeworfen habe und weswegen ich mich getrennt habe. Ich würde mich nicht übergangen fühlen. Ich würde mich doch für den anderen freuen, das ist doch das, was ich mir wünsche........ Eigenverantwortung.........hm, bin wohl doch gar nicht so CO ;-)?

    Dein Geschriebenes zum Lügen Saufen Kaufen ist brilliant, Danke für Deine Offenheit. Und danke, dass Du mir anbietest, Dich fragen zu dürfen, wenn ich noch was Spezielles wissen möchte. Momentan fällt mir nichts ein und wenn komme ich gerne auf Dich zu.

    Euch einen schönen Tag, viele Grüsse Martha

    Hallo Katara,

    ich lebte 16 Jahre mit meinem Exmann zusammen und merkte in den letzten 4 Jahren unserer Ehe, dass ich gar keine Gefühle mehr für ihn hatte (wir hatten das Thema Alkohol nicht). Er war wie ein Bruder für mich. Ein anderer Mann kreuzte meinen Weg und das war für mich der Moment, wo ich die Ehe beendet habe. Ich bin ein zu ehrlicher Mensch, als dass ich eine Affaire in einer Ehe haben möchte. Auch dem Anderen gegenüber ist das für mich nicht fair und ich habe für meinen ExMann auch immer noch grossen Respekt.

    Natürlich hatte ich Zweifel, ob ich das alleine schaffen würde, doch hat mich einfach meine Ehrlichkeit getrieben. Ich wollte mein Leben nicht auf Kosten Anderer leben. Ich kann auch nicht mit einem Mann zusammen leben, zu dem ich eher geschwisterliche Gefühle empfinde, das hat es mir einfacher gemacht.

    Ob es das Richtige war? Danach ist mein Leben nicht leichter geworden, doch ich würde auch nicht mehr zurück gehen wollen. Was ist richtig, was ist falsch? Ich bin in den letzten 6 Jahren an mir gewachsen, auch wenn ich teilweise wirklich durch den tiefsten Schlick gelaufen bin. Ich habe nun mal diesen Weg gewählt - ein Weg in die Unabhängigkeit und Freiheit, der auch heute noch immer wieder steinig ist. ABER ich lebe mein Leben nach meinen Werten. Ich bin nicht auf der Welt, um es anderen recht zu machen. Das habe ich viel zu lange gemacht und habe mich dabei fast verloren.

    Liebe Grüsse Martha

    Lieber Manfred,

    Danke für Deine ausführliche Antwort, auch an Toby und Hansa

    war mir schon klar, dass diese Frage an mich kommt ;) Gerne schreibe ich Dir, warum es für mich wichtig ist - Klarheit....

    Ich werde den Gedanken nicht los, dass ich denke, wenn der Alkoholiker trocken ist, er auch ein anderer Mensch ist. Eben ehrlich, einfühlsam, verantwortungsbewusst bla bla bla. Ich schiebe also alle Charakterzüge, mit denen ich nicht leben will auf Bruder Alkohol. Vielleicht ist ja ein trockener Alkoholiker der egoistisch und verantwortungslos war immer noch genauso, bloss dass er das jetzt nüchtern ist.

    Wir als Angehörigen denken doch oft, wenn der Alkohol weg ist, wird XY zum einfühlsamen Menschen und da bin ich mir halt nicht so sicher, ob das wirklich so ist.

    Bei Ehrlichkeit im Beruf kann ich leider gar nicht mitreden, zumindest habe ich hier kaum Schwierigkeiten mit meiner Ehrlichkeit. Ich bin selbstständig und mache das was ich will, ohne Kompromisse. Hier habe ich "ausnahmsweise" sehr gut für mich gesorgt :-)!

    ich will auch mal......

    also mir tut gut mir meiner besten Freundin zu telefonieren oder sie zu treffen. Zu merken, dass wir zu 100% auf einer Wellenlänge sind, obwohl wir so verschieden sind. Wir ergänzen uns und jede nimmt was von der anderen mit :-), 100% Offenheit, 100% Vertrauen und jede lässt die andere so wie sie ist, das ist für mich eine grosse Bereicherung.

    Martha

    Hallo Ihr,

    heute habe ich eine Verständnisfrage an Euch "Trocknen" als Angehörige. Der ein oder andere von Euch liesst ja bestimmt auch immer mal wieder im Angehörigenbereich. An einem nasser Alkoholiker bleibt ja teilweise kein gutes Haar bei uns ;-). Wir unterstellen z.B. Egoismus, teilweise sogar Narzissmus, Unzuverlässigkeit, mangelnde Eigenverantwortung, Unehrlichkeit und keine Empathiefähigkeit. Ich habe hier die Haupteigenschaften aufgezählt, die mir immer wieder auffallen.

    Ich frage mich oft, sind all diese Charakterzüge wirklich nur durch den Alkohol abhanden gekommen, bzw, nicht da? Sprich, wenn der Alkoholiker trocken ist, wird er dann zum ehrlichen, einfühlsamen Menschen der verantwortungsbewusst für sich und andere lebt?

    Ich würde mich über Antworten von Euch freuen, da ich hier etwas im Dunklen tappe und mich es interessieren würde, ob wirklich alles nur am Alkohol liegt.

    Viele Grüsse Martha

    Hallo Katara,

    als ich mich vor 7 Jahren von meinem Mann rennte, schien es mir auch so, als sei das alles nicht machbar. Wir waren finanziell sehr verstrickt, hatten ein gemeinsames Haus, was noch nicht abbezahlt war und und und.... Wir hatten eine klassische Rollenverteilung. Ich kümmerte mich um Haus und Hof und er regelte das Finanzielle, was ich sehr genossen habe, da Finanzen gar nicht mein Ding sind :(

    Heute krieg ich das alles relativ gut hin, immer noch nicht mein Lieblingsthema ;:-), aber es geht. Ich reiss mich dann immer wieder am Riemen und denke, he Martha, dass kannst Du. Und wenn ich dann wieder etwas geregelt habe, muss ich schmunzeln, weil es meine Lustlosigkeit ist, die mir im Wege steht, nicht mein Können :)

    Ich denke, wenn man erstmal den Sprung ins kalte Wasser macht, geht alles... und sogar viel einfacher als man denkt, ausserdem gibt es sooo viel Hilfen, man muss sich nur umhören und ins Aussen gehen.

    Grüsse Martha

    Guten Morgen Katara,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass es manchmal ganz ganz dicke kommen muss, bevor man in Aktion geht, man kann es auch Tiefpunkt nennen :-). Man windet und dreht sich und man hofft, dass sich alles von alleine regeln wird. Wenn ich das richtig lese, scheint Dein Mann nicht gewillt zu sein in Aktion zu kommen und nun hast Du die Möglichkeit etwas zu ändern, auf Deinen Mann kannst Du scheinbar nicht zählen. (ausser Du arrangierst Dich mit Deinem jetzigen Leben)

    Ich kann verstehen, dass es Dir schwer fällt, dass was Du aufgebaut hast stehen zu lassen und es ist ein Verlust. Auf der anderen Seite, wenn Du etwas Neues beginnst kann es auch ein Gewinn sein, den siehst Du vielleicht heute noch nicht, doch irgendwann, und da bin ich mir sicher, wirst Du wissen, wofür es gut war. An extremen Situationen kann man wachsen und stark werden oder zerbrechen. Und wenn man erst mal den Entschluss fasst, etwas verändern zu wollen, können sich auf einmal völlig neue Möglichkeiten bieten.

    Das ein neuer Schritt mit Angst verbunden ist, ist normal. Der Mensch liebt einfach seine Gewohnheit und Sicherheit.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Zuversicht, einen neuen Weg zu gehen, auch wenn er steinig ist.

    Viele Grüsse Martha

    Liebe Monty,

    diese Zerissenheit die Du beschriebst kenne ich sehr gut. Als ich letztes Jahr noch mal 4 Monate mit XY zusammen war, wollte ich nicht, dass es meine Freunde und Familie wissen. Ich wollte mir das erstmal in Ruhe angucken. Wenn er da war und eine meiner besten Freundinnen anrief bin ich nicht ans Telefon gegangen. Wenn wir gemeinsam am WE unterwegs waren, wollte ich es meinen Freundinnen nicht sagen, habe dann gesagt ich würde eine Freundin in HH besuchen etc. Ich wusste, dass sie es absolut sch... fänden, es war wie ein Doppelleben. Ich habe mich darin nicht wohl gefühlt, weil mir Ehrlichkeit und Offenheit so wichtig sind, die ich hier aber nicht leben konnte.

    Ja, das ist eine Herausforderung und auch der Preis. In erster Linie geht es darum, wann Du bereit bist, ihn wieder offiziell in Dein Leben zu lassen und dass Du da sehr vorsichtig bist, bei dem was passiert ist kann ich sehr gut verstehen und Dein Mann sollte dafür auch Verständnis haben.

    Nimm Dir alle Zeit die Du brauchst, auch wenn Dein Mann dafür kein Verständnis hat. Das sind Belastungsproben in einer Beziehung, an denen man wachsen oder zerbrechen kann. Mir wäre es wichtig, mich mit meinen Bedenken und Gedanken meinem Partner gegenüber mitzuteilen und dafür Einfühlung zu bekommen. Wenn das nicht vorhanden wäre, hätte ich grosse Schwierigkeiten.

    Fühl erstmal in Dich hinein, was sich für DICH gut anfühlt, nicht was sich für ihn gut anfühlt. Auch das ist eine Form sich gut um sich zu kümmern.

    Liebe Grüsse Martha

    Hallo Paddy,

    wichtiger ist für mich geworden, was MIR wichtig ist. Welches sind meine Bedürfnisse, die nicht erfüllt sind.

    Ich habe mich getrennt, weil ICH mich nicht mehr um MICH gekümmert habe und ich mir wichtig bin.

    Zu meinen wichtigsten Bedürfnissen in einer Beziehung zwischen 2 Menschen gehören Folgende:

    Vertrauen und Ehrlichkeit
    Respekt und Wertschätzung
    Verlässlichkeit und Verantwortung
    Einfühlungsvermögen in den anderen
    eigenverantwortliches Handeln

    Wenn ich Deine Liste lese, ist keins dieser Bedürfnisse erfüllt. Vielleicht könnte ich diese Liste erweitern, reichen mir jedoch schon die ersten 5 Dinge, die Du aufzählst, um für mich festzustellen, dass dieser Mensch mein Leben nicht bereichern wird....

    Grüsse Martha

    :lol: ach Aurora, ich musste lachen. Ich habe schon gedacht, hm, welch Ratschlag, mal Normalität zu machen..... auf der anderen Seite habe ich gedacht, Du bist ein alter Hase, weisst wovon Du sprichst und irgendwie hat se ja recht.......

    Zumindest war es ein guter Ratschlag, wenn er auch eigentlich an Dich gerichtet war.

    Dir liebe Grüsse in die "Normalität", herzlichst Martha

    Liebe Monty,

    ich hoffe Du hast Deinen Frust über die Eisdiele etwas verdaut. Ich denke, es hat auch was mit Unwissenheit zu tun. Nicht jeder ist doch so´n Alkoholexperte wie wir :)

    Ich hatte mal eine Situation mit einem Freund, der hoch allergisch auf Milcheiweiss ist. Im Restaurant bestellte er ein Suppe und fragte , ob Sahne drin sei, die Bedienung verneinte. Nach wenigen Löffeln, war klar - doch Sahne drin. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie der Freund die Bedienung zur S... machte. Er ist schwul, und Schwule können ja durchaus sehr theatralisch sein (soll jetzt überhaupt nicht diskriminierend sein), herrje, schliesslich kam die Bedienung, eine ältere Frau, weinend an den Tisch zurück, entschuldigte sich und schenkte ihm ein leeres Maas Glas........ Gut, der Freund hat ihr aber auch gesagt, dass er daran sterben könnte etc......, es war wirklich ein Drama.... Vielleicht hättet Ihr das auch mal machen sollen - ich glaub der Bedienung passiert sowas nie wieder.

    Dir ganz herzliche Grüsse Martha

    Lieber Manfred,

    ich lese natürlich immer was Du schreibst. Ich möchte dann gerne was dazu schreiben, aber oft gibt es dem einfach nichts mehr hinzu zu setzten, was Du schreibst, da ist alles drin :)

    Ich habe mich gefreut über das "ich darf", Karsten wird jetzt wahrscheinlich wieder die Augen verdrehen über unsere Wortspiele ;-). Mal ganz ehrlich , für mich hört es sich wirklich anderes an, wenn ich sage, ich darf jetzt einen neuen Weg gehen oder mich bewegen statt ich muss...... ich erteile mir die Erlaubnis und dann kann das mitunter auch Spass machen, auch wenns manchmal etwas steinig ist, ist ja freiwillig.

    Dir eine gute Nacht, liebe Grüsse Martha

    Hallo Zeter,

    das was Du beschreibst kenne ich in ähnlicher Form. Ja, auch ich bin der Meinung, man sollte für eine Beziehung einstehen und sich für sie einsetzten. Auch ich habe meine eigenen 4 Wände gehabt um mich zurück zu ziehen und mich abzugrenzen. XY kam mir auch mit Sprüchen, dass er wüsste, dass er zu viel trinken würde, dass er jetzt kontrolliert trinken wollte etc. Waren alles nur Sprüche, Handlung hat es bis heute nicht gegeben.

    Ich habe lange geglaubt, es könnte zu schaffen sein, gemeinsam! und ich bin ein zäher willensstarker Typ. Nun kommt leider das ABER............

    Ich habe mich bewegt und er ist sitzen geblieben. Je mehr ich mich bewegt habe und je wichtiger mir meine eigenen Bedürfnisse wurden, desto klarer wurde mir, dass ich so nicht weiter leben will. Ja und dann gabs für mich nur noch eins.......zu gehen.

    Zeter glaube mit, ich hätte mir etwas anders gewünscht, aber nicht zu dem Preis...

    Das mit Deinem ExMann ist eine andere Geschichte, komplexer und schwieriger, da ihr ein gemeinsames Kind habt, bestimmt eine Herausforderung, der Du Dich stellen musst.

    Das ist mit Deiner Beziehung ist aus meiner Sicht einfacher, wenn auch schmerzhaft.

    Viele Grüsse Martha

    Hallo Aurora,

    wie gut, dass wir es noch mal vertieft haben :-). Mir ging es am Anfang wie Dir, jetzt nach 8 Monaten wird´s immer besser und es hängt wohl damit zusammen, dass ich es mir angucke und aufarbeite. Ich komme in den Status, wo ich kopfschüttelnd vor mir selber stehe. Ich behaupte nicht, dass ich frei bin. Ich nehme mir meine Zeit die ich brauche. Momentan habe ich eine gute Zeit und da kommen vielleicht auch wieder Tage wo es nicht so glatt läuft, aber das ist das Leben. Für mich sehr hilfreich, wenn ich lese, dass es Dir auch so ging.

    Ich kann mich auch daran erinnern, als ich den Scheidungstermin meiner ersten Ehe in der Hand hielt. Es war kein schönes Gefühl und ich habe einen Moment lang geschluckt. Ich habe zu meinem ExMann ein gutes und freundschaftliches Verhältnis, was mir sehr wichtig ist, da wir einen gemeinsamen Sohn haben, der auch viel Zeit bei ihm verbringt. Mit XY wäre das nicht möglich gewesen und ich bin heilfroh, dass wir keine gemeinsamen Kinder haben. Ich weiss nicht, ob ich in der Lage wäre, souverän und über den Dingen stehend mit der Situation umzugehen. Aber ich muss mir ja auch keine Gedanken über ungelegte Eier machen, oder ;-)?

    Ja und Du hast recht, wenn Du schreibst ich soll jetzt endlich mal Normalität machen, ich werde das versuchen zu beherzigen, gibst Du mir noch ein halbes Jahr Rekonvaleszenz ;-)?

    Dir ganz liebe Grüsse und einen schönen Abend, Martha

    Hallo Zeter,

    wenn ich Deine Zeilen lesen, lese ich daraus, dass Du Dich mit Deinem Verhalten etwas resigniert zurück lehnst.

    Er geht einen falschen Weg?????? Welcher Weg ist denn richtig? Es gibt einen Ort zwischen richtig und falsch und dort treffen wir uns :-). Er geht nicht den Weg, der Deiner Vorstellung entspricht, oder? Er hat sich entschieden, sein Leben jetzt trinkend zu leben. Und ist Deine Verhaltensweise falsch? - ich würde sagen, sie dient nicht Deinem Leben, und wenn Du bei der Schuldfrage beginnst drehst Du Dich im Kreis.

    Es gibt aus meiner Sicht keinen richtigen und keinen falschen Weg. Es gibt Wege. Die einen dienen Deinem Leben und bereichern es und die andern nicht....

    Liebe Grüsse Martha