Guten Morgen Spacy,
wenn ich die Situation mit Deinem Sohn lese, kommen alte Erinnerungen in mir hoch. Mein Sohn muss in dem Alter Deines Sohnes gewesen sein. Wenn es ihm nicht gut ging hat er sich in eine Ecke verkrümelt und nichts mehr gesagt. Ich stand völlig verzweifelt in dieser Situation und fragte mich, wie krieg ich nur Zugang zu ihm und kann ihm helfen? Irgendwann setze ich mich einfach neben ihn und wir begannen unser daraus entwickeltes "Ja Nein Spiel", was so ging:
Es basierte darauf, dass ich ihm Angebote gemacht habe, was mit ihm los sein könnte und er brauchte nur mit den Schultern zu zucken, den Kopf schütteln oder Nicken. Und wenn er nickte habe ich tiefer nachgehakt.
Ein kleines Beispiel:
Ich: Ich sehe Du bist ganz verzweifelt. Ich weiss gar nicht was mit Dir los ist und wie ich Dir helfen kann. Bist Du genervt,weil Dein Freund heute nicht angerufen hat?
ER: kopfschütteln
Ich: bist Du sauer, weil Du heute nicht mehr fernsehen gucken durftest?
ER: kopf schütteln
Ich: Hast Du Dich heute über jemanden geärgert?
ER: Achsel zucken
(ah nun wusste ich in welche Richtung es ging)
Ich: Hast Du Dich über den und den geärgert?
ER: Kopf schütteln
Ich: war es der und der?
ER: Kopf nicken
etc....
So ging das immer weiter, bis ich auf den Kern gekommen bin. Ich habe ihm einfach nur Angebote gemacht, keine Ratschläge, nichts. Manchmal konnte ich mir vorstellen, warum er traurig ist und habe mich ganz langsam ran getastet. Bin mit ganz lapidaren Situationen angefangen, von denen ich wusste, dass sie nicht das Problem sein könnten.
Manchmal hat er auch nur noch geschwiegen und ich tappte im Dunkeln und dann fragte ich ihn auch, ob ich gehen solle oder weiter fragen. Es kam immer ein Kopf Nicken zum Bleiben und weiter fragen.
Es hat eine ganz tiefe Verbindung zwischen uns geschaffen. Manchmal dauerte so ein Dialog eine Stunde und er hat danach weinend in meinen Armen gelegen und ich habe ihn einfach nur gehalten, bis Ruhe ein kehrte.
Wir haben diese Form des Dialogs geliebt. Und wenn ich mal wieder nicht wusste was los war, habe ich ihn gefragt, ob wir mal wieder das JA NEIN Spiel machen wollten und dass fand er immer super. Sagt er heute auch immer wieder.
Vielleicht ist das ein Form, wie Du einen Zugang zu Deinem Sohn finden könntest.
Liebe Grüsse Martha