Hallo Nici,
das sind ganz spannende Fragen die Du stellst und auch wenn Du Dagmar fragst, versuche ich Dir mal zu antworten:
Für mich gibt es verschiedene Ausprägungen von CoVerhalten. In dem Moment, wo ich an der Seite eines Süchtigen lebe, die Sucht womoglich noch vertusche und unter ihr leide bin ich CoAbhängig - ich bin nicht frei. Ich mache mein Wohlbefinden von dem anderen abhängig und kann scheinbar auch nicht gehen.
CoAbhängigkeit gibt es aber nicht nur in Suchtbeziehungen, hier ist es meist ziemlich ausgeprägt das Verhalten, doch ist es in sehr viele Beziehung zu beobachten.
Für mich ist das Hauptsymptom des CoVerhaltens, dass ich versuche, die Verantwortung für einen anderen zu übernehmen. Oft wird es ja auch beschrieben, dass der CoAbhängige sich wie eine Mutter fühlt oder von dem Partner schreibt, er sei wie ein Kind. Das ist ja keine Begegnung auf Augenhöhe, bzw. wie sie zwischen Mann und Frau sein sollte, das sind Rollenverschiebungen.
Als CoAbhängiger versuche ich auf den Zuständigkeitsbereich des anderen einzuwirken und ihn zu manipulieren. Wenn ich einen Partner habe der säuft, liegt es komplett in seiner Verantwortung es zu tun oder zu lassen. Und natürlich mag das seine Gesundheit und sein Leben ruinieren, doch ist es seine Entscheidung, wie er sein Leben gestaltet und das habe ich zu akzeptieren.
Ich kann ihn darauf hinweisen, dass sein Handeln aus meiner Sicht nicht seinem Leben dient, damit sollte dann aber auch gut sein. Den anderen aber dahin bewegen zu wollen, etwas zu tun, was er gar nicht will, das ist nicht meine Aufgabe, ich bewege mich in seinem Zuständigkeitsbereich.
Zu unterscheiden, wo unterstütze ich den anderen, wenn Hilfe gewollt ist und wo muss ich ihn machen lassen, auch wenn es nicht meinen Vorstellungen entspricht, das ist die Kunst.
Ich hoffe, Dir damit ein wenig zur Klarheit verholfen zu haben und es antwortet Dir auf Deine Fragen.
Viele Grüsse Martha