Guten Morgen Ette und Doro, und alle anderen
schöner Thread.... danke, dass Du ihn hoch geholt hast, Ette.
Die Opferrolle ist ja für einen gewissen Zeitraum ganz schön, insbesondere, wenn erst einmal das böse Erwachen kommt, in was für einer destruktiven Beziehung man ist. Ich stimme Dir Doro zu, dass es am Anfang unheimlich hilfreich ist Trost zu finden, da nützen Ratschläge erst mal wenig. Doch irgendwann darf auch der Punkt kommen, wo ich mich eigenverantwortlich frage, was hat das mit mir zu tun? Alles auf meinen Partner zu schieben ist zu einfach.
Wenn Du schreibst Doro: dass viele nasse Alkoholiker ihre Frauen (meistens ist die Konstellation ja so) manipulieren, unterbuttern, ausnutzen und krank machen.
Da kann ich mir als Angehöriger genauso sagen: ICH lasse mich manipulieren, ausnutzen, unterbuttern und krank machen! Und jetzt komme ich der Sache schon näher, jetzt beginne ich nämlich in meine Eigenverantwortung zu gehen. Es zwingt mich kein Mensch dazu, in so einer Beziehung zu verweilen. Wir leben in einem freien, demokratischen Land mit unbegrenzten Möglichkeiten und nicht in Afganistan!
Diese ganzen Sätze, die ich hier oft lese und ich mir auch selber gesagt habe kann ich auch alle umdrehen und auf mich projizieren und dann wird es spannend 
Er macht mich krank - ich mache mich krank!
Er hat mein Leben zerstört - ich habe mein Leben zerstört!
Er hat mir meine Illusion zerstört - ich habe mir meine Illusion zerstört!
Solange ich bei dem anderen bin, sprich: "er hat....", bin ich nicht in meiner Eigenverantwortung. Ich mache mich abhängig von seinem Verhalten.
Ich habe auch lange dafür gebraucht, es mir umzudrehen und mir einzugestehen doch letztendlich war es auch der Schlüssel zu mir. Mich zu fragen, warum mache ich bestimmte Dinge mit, die mir nicht gut gut? Hier begann die Reise zu mir. Und wenn mir Dinge klar werden, kann ich ich auch irgendwann handeln, das kommt von ganz alleine. Ich musste für mich nur erst mal die Zusammenhänge begreifen.
Für mich ist es so, dass ich meinen Partner als meinen "Heiler" betrachte", mag sich etwas spirituell und abgefahren anhören, doch ist es so. Er hat mich auf Dinge hingewiesen, durch sein Verhalten, die etwas mit mir zu tun haben, das ist mein erster Schritt aus der Opferrolle. Natürlich hätte ich weiter weg gucken können und ihm die Schuld in die Schuhe schieben können, doch bringt mich das weiter? NEIN
Ich finde RosaLi´s Thread zur Kindheit sehr anregend für diesen Prozess.
Heute ist es so, dass ich es gelernt habe und mich immer wieder darin übe, meinen Partner von meinen persönlichen Baustellen abzukoppeln. Er ist nur ein Auslöser. Interessanterweise sind wir seitdem in einem völlig anderen Dialog miteinander, was wir beide als sehr angenehm und verbindend empfinden.
Liebe Grüße, Martha